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Selbstbezogenheit - Die "Lust- und Qual-Spirale" des Um-sich-selbst-Drehens...

  • Anna Panna-Sati
  • 7. November 2025 um 23:58
  • Zum letzten Beitrag
  • ewald
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    • 11. November 2025 um 14:12
    • #26

    Es wird höchste Zeit, beim Thema 'Selbstbezogenheit' das Selbst und die Seele mit einzubeziehen. Natürlich ist der Körper als Lebewesen unabdingbar, aber was wäre der Mensch ohne seine Nerven, ohne Psyche, ohne Seele. Ein Klumpen Fleisch. Deshalb ist die Selbstbezogenheit und der Egoismus so lange wichtig, bis das eigene Leid behoben ist, zusätzliche Energien zur Verfügung stehen für die Zuwendung zu anderen. Solange jedoch ein eigenes Defizit vorliegt in der Persönlichkeit, ist es besser diese selbstbezogen und egoistisch zu beheben, bevor andere damit behelligt werden. Wer krank ist, sollte sich heilen und nicht ein Sendungsbewusstsein ausstrahlen, um andere zu beglücken. In der Geschichte gibt es so viele Beispiele von Herrschern, wo es schiefging, weil ein Teil ihrer Krankheit Machtausübung war. Da würde man sich die Selbstbezogenheit wünschen und die Öffentlichkeit bliebe verschont. Mein Selbst definiere ich mehr über Vorstellungen, Gedanken und Empfindungen als über den Körper, aber es ist eine Wechselwirkung, ist das Psychische gesund, ist auch das Physische gesund und umgekehrt,

  • Helmut
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    • 11. November 2025 um 15:40
    • #27
    ewald:

    [...] ist die Selbstbezogenheit und der Egoismus so lange wichtig, bis das eigene Leid behoben ist, zusätzliche Energien zur Verfügung stehen für die Zuwendung zu anderen. Solange jedoch ein eigenes Defizit vorliegt in der Persönlichkeit, ist es besser diese selbstbezogen und egoistisch zu beheben, bevor andere damit behelligt werden.

    Selbstbezogenheit, Selbstsucht, Greifen nach dem Selbst und Egoismus sind ja ganz wesentliche Ursachen für unsere Leiden. Die Leiden kann man aber nicht durch Anwenden ihrer Ursachen überwinden. Deshalb löst das Pflegen der Selbstbezogenheit und des Egoismus nicht das Problem, das sie bewirken.


    Unser selbstbezogenes, selbstsüchtige, egoistische Handeln mit dem wir unsere Wünsche und Ziele durchsetzen wollen, hat ja nicht nur Rückwirkungen auf uns selbst. Mit unserem egoistischen Handeln setzen wir ja unsere Interessen gegen die der anderen Menschen durch. Insofern wirkt sich unser egoistische Handeln auch auf die anderen Menschen aus. Aufgrund unseres egoistischen Handeln ist die Welt ja so wie sie zur Zeit ist.


    Wir müssen also die Gegenmittel anwenden mit denen wir unsere Selbstsucht und unseren Egoismus in unserem Geist überwinden können, anstatt Selbstsucht und Egoismus zu pflegen.


    So wie der Unfriede der Welt in uns entsteht, so entsteht auch der Friede der Welt in uns und kommt nicht von irgendwo außen herbei.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Samadhi1876
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    • 12. November 2025 um 00:21
    • #28

    Eine falsche Selbstbezogenheit kann auch durch mangelnde Selbstliebe entstehen…


    Warum wollen wir schön sein?

    Warum wollen wir anderen gefallen?
    Warum wollen wir perfekt sein?

    Warum haben wir Angst nicht geliebt zu werden?

    Lieben wir uns wirklich selbst so wie wir sind, ohne meinen etwas hinzufügen oder weg nehmen zu müssen?

    Wenn nicht, woher kommt das, oder wie ist das entstanden, oder wodurch entsteht das?

    Zum Teil handeln wir auch unterbewusst.

    Dh. wir sind früher auch mal mehr oder weniger stark und lange verletzt worden, und einziger Ausweg waren nur Verdrängung und Kompensation durch etwas ausserhalb, oder gar zuviel für andere stattdessen da zu sein.


    Jemand meinte mal zu mir:

    Setze dich mal eine Stunde lang nackt vor dem Spiegel…


    Ich habe das mal ausprobiert…

    Zuerst dachte ich da müsste was besonderes passieren…

    Ich müsste was besonderes dabei tun damit was „passiert“…


    Aber der Witz war, das ich erkannte ich muss gar nichts extra tun um mich selbst zu lieben oder liebenswert zu sein…


    Und dann erkennt man auch erst das, was man zuvor meinte „extra“ tun zu müssen, um sich zu lieben oder liebenswert zu sein…


    Letztendlich konnte ich das Ganze aber erst verstehen…

    Nachdem ich mich auch wieder an alle wichtigen Verletzungen in meiner Kindheit erinnern konnte:


    Wahrscheinlich ist Psychotherapie deshalb auch nicht immer ganz erfolgreich, weil noch wichtige Erinnerungen fehlen…


    In der Spiritalität ist es ähnlich:


    Man meint, man müsse erst dies oder das tun…

    Man beginnt sich anzustrengen…

    Man will etwas erreichen…


    Aber:

    Es gibt nichts zu erreichen, ausser etwas endlich zu erkennen…

  • Qualia
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    • 12. November 2025 um 09:00
    • #29

    Selbstbezogenheit ist ein Hindernis, das durch das wollende Ich erzeugt wird. Es möchte wichtiger sein als das Reale, das ihm begegnet. Das Ich sein wollen ist der Antrieb. Besonders zu sein, etwas suchend, das hinter dem Realen ist und wenn es glaubt, das Metaphysische gefunden zu haben glaubt es seine eigenen Erfindungen. Überzeugt andere davon, damit es nicht allein und einsam ist.

    Meine Selbstbezogenheit erscheint aus meinem Selbst, Skandha. Das sorgt dafür, dass mein Ich den Körper nicht in Gefahr bringt und dafür, das Ich nicht übermäßig verlangend bin. Körper, Skandha und Ich haben Vereinbarungen, die uns einiges erlauben, und doch Gebote, die nicht oder nur sehr kurz überschritten werden.

    Körper ist lebend, Skandha ist die Realität zeigend, Ich bin individuell. Wenn ich lerne, die Realität anzuerkennen, sind wir drei sehr robust, können unsere Ziele erreichen, auch wenn uns Zufälligkeiten zeigen, dass wir nicht alles bedenken können. Meine Selbstbezogenheit ist also, mich immer an die Realität zu halten. Die Analyse fördert es mein Leben oder nicht zeigen das rechte Handlen..

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • Igor07
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    • 12. November 2025 um 10:44
    • #30
    Zitat

    Ja, Worte können nur Hinweise und Anleitung geben.

    mukti -


    Kann es sein, dass der ganze Pali-Kanon nicht mehr ist als ein Hinweis – also das berühmte Floß? Wenn ich mich daran festhalte, verpasse ich die eigentliche Lehre, denn sie liegt nicht in den Worten. Leider haben wir keine andere Möglichkeit zu kommunizieren. Oder? Wie der Buddha auch...

    Wieder Ludwig Wittgenstein: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
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    • 12. November 2025 um 12:03
    • #31

    Für Buddha war das Floß seine Reden, die von einigen rezitiert wurden. Den Palikanon gab es nicht. Doch seine Reden werden verwässert, wusste Buddha. Er selbst ist auch durch die Retiztionen vergangener Meister angeleitet, bis er alle loslassen konnte.

    Niemand kann einen anderen von seelischen Leiden befreien, es ist immer eine eigene Tat. Helfen kann ein anderer bei Leiden, die durch seelische Leiden körperlich entstanden sind oder denen durch Unfälle und Zufälle.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • mukti
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    • 12. November 2025 um 12:05
    • #32
    Igor07:

    mukti -


    Kann es sein, dass der ganze Pali-Kanon nicht mehr ist als ein Hinweis – also das berühmte Floß?

    Was sollte er eigentlich sonst sein...

    Igor07:

    mukti -


    Wenn ich mich daran festhalte, verpasse ich die eigentliche Lehre, denn sie liegt nicht in den Worten.

    Festhalten ohne die Bedeutung der Worte zu verstehen und einen Weg zu finden, wie man sie für sich selber anwenden kann, wird nicht viel bringen. An diesem Weg festzuhalten, der dann über die Worte hinausführt, so lange bis das Ziel erreicht ist, macht meines Erachtens schon Sinn.

    Mit Metta, mukti.


  • Anna Panna-Sati
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    • 12. November 2025 um 14:01
    • #33

    Samadhi1876 , Igor07 , Michael Haardt , JoJu91 , mukti , void , Qualia , Leonie , ewald und Helmut -

    Euch ALLEN HERZLICHEN DANK für eure wertvollen, erhellenden Beiträge. _()_:heart:


    (Kann (natürlich) nicht auf alle eingehen, das würde hier den Rahmen sprengen und wäre wohl auch zu selbstbezogen...;))


    Lieber void , lieber ewald


    vielen Dank für eure Beiträge. _()_:)


    Mir ist aufgefallen, dass manche Aussagen von Void als Antwort auf Ewalds Thesen passen könnten...


    ewald:

    Deshalb ist die Selbstbezogenheit und der Egoismus so lange wichtig, bis das eigene Leid behoben ist, zusätzliche Energien zur Verfügung stehen für die Zuwendung zu anderen.

    void:

    Und da habe ich den Eindruck, dass manche Menschen in ihrem Gest ebenfalls so ein Sandkorn haben, und ihre Gedanken darum kreisen, dieses loszuwerden und deswegen mit Lage um Lage an Gegenstrategie versuchen, das zu lösen.


    Dieses Kreisen kann man adeln. Zum Beispiel mittels der Psychologie.

    Wenn man das Kreisen als Selbstanalyse sieht, wird ja ein edles Unterfangen daraus.


    Nehme ich da etwa leisen Spott und Ironie wahr? :?;)

    Ob "edel" oder nicht, ist doch irrelevant, wenn (starker) Leidensdruck vorhanden ist und damit verbunden, der Wunsch, dieses Leiden loszuwerden...


    Die reale Gefahr besteht m.E. darin, aus dem (insbesondere psychotherapeutisch oder von spirituellen Lehrern unbegleiteten) Kreisen um die eigene Person, der Beschäftigung mit den Ursachen, Auswirkungen und der Beseitigung des ("eigenen") Leide(n)s, nicht mehr herauszufinden und beispielsweise an bestimmten Problemen "hängenzubleiben", wie die Tonabnehmernadel eines Plattenspielers am Kratzer einer Schallplatte- dann gibt es nur noch stereotype Wiederholungen, kein Weiterkommen...


    (Wehe, wenn dann noch Schuldzuweisungen (oft von Psychotherapeuten initiiert und befeuert) hinzukommen, die häufig resigniertes Selbstmitleid und Hilflosigkeitsgefühl beim Patienten oder Kontaktabbrüche zu (tatsächlich oder vermeintlich) "toxischen" Menschen" zur Folge haben.)

    void:

    Wie ein Kaninchenzüchter kann man seine Macken kategorisieren und erforschen, sie gegen und pflegen und schauen wie sie sich der kleine Zoo so entwickelt.

    Kaninchenzüchter erforschen ihre Macken? :lol: ;) Das wäre mir neu....

    ewald:

    Solange jedoch ein eigenes Defizit vorliegt in der Persönlichkeit, ist es besser diese selbstbezogen und egoistisch zu beheben, bevor andere damit behelligt werden.

    Das hört sich so einfach und unkompliziert an, so nach dem Motto "Jetzt kümmere ich mich mal NUR um mich, damit ich meine "Macke" (resp. Persönlichkeits"defizite") loswerde - und DANACH bin ich dann (selbstlos) wieder für die Anderen da."


    Leider lässt sich die Seele nicht immer so leicht "reparieren" und ich würde es auch nicht als "egoistisch" bezeichnen, sich um Heilung einer kranken Psyche zu bemühen, sondern als natürliche (gesunde) Selbstfürsorge ...

    (Andernfalls wäre man dementsprechend auch als "egoistisch" anzusehen, wenn man sich einer langwierigen medizin. Behandlung des Körpers, z.B. einer Zahnsanierung, unterzieht...)

    void:

    Auch die Spiritualität kann zu so einem inneren Hobby werden, wo man dann im Sinne der Selbstentwicklung super um seine Geisteszustände kreisen kann.

    Ja, da ist wohl viel Wahres dran...und dieses innere Hobby kann Wohlgefühle erzeugen, an denen angehaftet wird...:?

    Muss dabei unwillkürlich an den "Stoßseufzer" eines Dharmalehrers denken, der mal in einem Vortrag äußerte, dass er sich "ab und zu von den "Spirituellen" bei "ganz normalen Menschen" erholen" müsse...Huch...:erleichtert:

    void:

    Aber natürlich könne sowohl Psychologie als auch Spiritualität auch konstruktiv sein.

    Selbstredend..., vermutlich sogar überwiegend. :)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
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    • 13. November 2025 um 08:29
    • #34
    Anna Panna-Sati:

    nach dem Motto "Jetzt kümmere ich mich mal NUR um mich, damit ich meine "Macke" (resp. Persönlichkeits"defizite") loswerde - und DANACH bin ich dann (selbstlos) wieder für die Anderen da."

    Das ist das eigentliche Leiden. Andere sollen mir helfen, meine Macken loszuwerden.

    Der Witz ist, dass ich meine Macken kenne und vor allem, dass ich sie behalten will, ich sehe nicht ein das ich falsch liege.

    Denn alles, was der andere vorschlägt, wird von mir infragegestellt und ich verlange Erklärungen. Dann sind die anderen schuld, sie wollen mir nicht helfen oder sind dämliche Egoisten.

    Buddha zeigt auf meine Macken und es ist ihm gleich, ob ich sie sehen will, obwohl sie mir klar sind. Denn seine Macken zu kennen heißt nicht, sie auch zu sehen.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • void
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    • 13. November 2025 um 19:01
    • #35
    Anna Panna-Sati:
    void:

    Und da habe ich den Eindruck, dass manche Menschen in ihrem Gest ebenfalls so ein Sandkorn haben, und ihre Gedanken darum kreisen, dieses loszuwerden und deswegen mit Lage um Lage an Gegenstrategie versuchen, das zu lösen.


    Dieses Kreisen kann man adeln. Zum Beispiel mittels der Psychologie.

    Wenn man das Kreisen als Selbstanalyse sieht, wird ja ein edles Unterfangen daraus.

    Nehme ich da etwa leisen Spott und Ironie wahr? :?;)

    Ob "edel" oder nicht, ist doch irrelevant, wenn (starker) Leidensdruck vorhanden ist und damit verbunden, der Wunsch, dieses Leiden loszuwerden...

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    Wenn etwas vom Leiden wegführt, ist es ja eine gerade Bewegung .Um zu einem Kreis zu kommen, braucht es zwei verschiedene Arten von Leid und das was von dem einen Leid wegführt erhöht dann das andere und das was vom anderen Leid wegführt erhöht wieder das erste. Es ist also ein Teufelskreis.


    Einem Teufelskreis ist einerseits etwas sehr Tragisches aber gerade wenn man ihn von Außen betrachtet, ist es Grotesk und Tragikomisch, weil das Kreisen von Außen betrachtet ja unnötig ist - so nachvollziehbar jeder einzelne Schritt ist:

    Der kleine Prinz:

    Der nächste Planet wurde von einem Säufer bewohnt. Sein Besuch war nur sehr kurz, doch versenkte er den kleinen Prinzen in eine tiefe Traurigkeit:

    • »Was machst du hier?«, sprach er zu dem Säufer, den er stumm sitzend vor einer Reihe leerer und einer Reihe voller Flaschen vorfand.
    • »Ich trinke«, antwortete der Säufer mit düsterer Miene.
    • »Und warum trinkst du?«, fragte der kleine Prinz.
    • »Um zu vergessen«, antwortete der Säufer.
    • »Was willst du vergessen?«, fragte der kleine Prinz, der ihm schon leid tat.
    • »Ich will vergessen, dass ich mich schäme«, gestand der Säufer und ließ den Kopf hängen.
    • »Über was schämst du dich?«, fragte der kleine Prinz beharrlich weiter, denn er wollte ihm helfen.
    • »Ich schäme mich, weil ich saufe!«, sagte der Säufer abschließend und hüllte sich in tiefes Schweigen.

    Buddhistisch gesehen, wäre der Schritt der aus dem Kreis führt einer, bei dem man in Richtung von Dukkha geht - der Scham - dem Ungenügen - statt im Kreis.


    Natürlich, ist das bei anderen leicht zu sehen, bei sich selber aber eher schwer. Spott im Sinne dessen, das man auf andere herabschaut - wo das augenfällig ist - ist aber nicht konstruktiv.


    Aber es liegt schon eine tiefe Ironie drin.

  • ewald
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    • 14. November 2025 um 13:45
    • #36

    Ich nenne es gerne Sackgasse im Alltag, den Teufelskreis wo es kein Vorwärts mehr gibt, sondern ein Feststecken in der Situation. Da hilft nur sich bewusst zu machen, dass man einem Fehlverhalten aufsitzt, von dem man, glaubt es, wäre die Lösung. Wenn man glaubt, das Leiden zu verringern, weil man sich brav an die Regeln hält, dabei verstärkt man es, weil das persönliche Schicksal in dem Regelwerk gar nicht vorkommt.


    Wenn man im Teufelskreis, in der Sackgasse festhängt, hilft ja nur das zu akzeptieren und den Rückweg anzutreten, zurück zu einem Punkt, wo das Leid abmildern wirklich noch praktisch von Erfolg gekrönt war. Das hat viel mit nicht anhaften und loslassen zu tun. Auch am Regelwerk anhaften schafft Leid, es geht der individuelle Bedarf verloren.


    Ja, das ganze Dasein ist eine Ironie, wenn man sich das Abstrampeln auf der Erde zwischen Geburt und Tod vor Augen führt. Ich halte ironische Betrachtung für eine gute Lösung im Dasein.

  • Anna Panna-Sati
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    • 14. November 2025 um 19:53
    • #37

    Danke, lieber void , für deine Antwort. _()_

    void:

    Natürlich, ist das bei anderen leicht zu sehen, bei sich selber aber eher schwer. Spott im Sinne dessen, das man auf andere herabschaut - wo das augenfällig ist - ist aber nicht konstruktiv.


    Aber es liegt schon eine tiefe Ironie drin.

    Mag sein, aber ist es überhaupt angebracht, Anderen - obendrein mit einer gewissen Süffisanz - zuzusehen, während sie in ihrem "Leidensstrudel" kreisen und womöglich sogar untergehen?

    (Lenkt natürlich u.U. ausgezeichnet vom eigenen Leiden ab....:?)


    Mitgefühl wäre jedoch wohl allemal eine bessere Option...nicht nur für Buddhisten. (Klingt freilich jetzt wieder nach "moralisch erhobenem Zeigefinger"...)

    void:

    Einem Teufelskreis ist einerseits etwas sehr Tragisches aber gerade wenn man ihn von Außen betrachtet, ist es Grotesk und Tragikomisch, weil das Kreisen von Außen betrachtet ja unnötig ist - so nachvollziehbar jeder einzelne Schritt ist:

    Wenn man den Teufelskreis, in dem man selbst steckt - mit einer gewissen Distanz -

    von außen betrachtet, kann es möglich werden, diese Zusammenhänge, wie auch die Tragikomik, zu erkennen und vielleicht sogar, u.a. mit (Galgen-) Humor (ggf. inkl. (Selbst-) Ironie), einen Weg hinauszufinden.


    Sollte dies nicht gelingen, ist man spätestens dann meist ausreichend motiviert, weitreichendere Maßnahmen einzuleiten, z.B. die Suche und Annahme externer Hilfe...

    void:

    Buddhistisch gesehen, wäre der Schritt der aus dem Kreis führt einer, bei dem man in Richtung von Dukkha geht - der Scham - dem Ungenügen - statt im Kreis.

    "In Richtung von Dukkha gehen"? Wie meinst du das genau?

    Das ursächliche, "wahre", Dukkha zu erkennen und sich diesem dann zu "stellen"? :?

    (Z.B. im Sinne "Der Weg zur Angstfreiheit führt durch die Angst."?)

    Ja, das wäre eine sicherlich eine heilsame Lösung, die allerdings viel Mut, Kraft und Selbstvertrauen erfordert...


    ---


    Hallo, lieber Qualia ,

    vielen Dank für deine Beiträge, die bei mir immer wieder Dinge "in Bewegung bringen". ;)_()_

    Qualia:

    Niemand kann einen anderen von seelischen Leiden befreien, es ist immer eine eigene Tat.

    Da würde ich dir zustimmen - allerdings mit der Einschränkung, dass manchmal* ohne anregende, ermutigende Hilfe/Unterstützung von außen (und seien es nur Denkanstöße), die selbstständige Befreiung von psychischem Leiden schwerlich gelingen kann.


    Ohne professionelle Hilfe z.B. an *tiefe Traumata zu rühren (die oft unbewusst und vielfach "abgekapselt" im Geist vorhanden sind), wie es in der Meditation passieren kann, birgt erhebliche Risiken für eine Vergrößerung des Leides....

    Qualia:

    Das ist das eigentliche Leiden. Andere sollen mir helfen, meine Macken loszuwerden.

    Der Witz ist, dass ich meine Macken kenne und vor allem, dass ich sie behalten will, ich sehe nicht ein das ich falsch liege.

    Fehlende (Ein-) Sicht der eigenen Unzulänglichkeit(en), bzw. ggf. Verdrängung und Schönreden der "Macken", können eine mögliche Heilung verhindern.


    (Wobei: Mancher will - aus verschiedenen Gründen - ja gar nicht geheilt werden - weil das u.U. ziemlich schmerzt - , sondern gibt sich mit einer Linderung zufrieden.)


    Von einem neutralen, wohlwollenden, fachkundigen Menschen begleitet, besteht i.d.R. eine reellle Chance auf Offenlegung und Bewusstmachung unbewusster Bewusstseinsinhalte und "Hindernisse".


    Be- und Verarbeiten muss der Leidende diese letztlich aber selbst (allein), wozu es u.a. eines festen Entschlusses, sowie Willenskraft, Geduld und Durchhaltevermögen bedarf.

    Qualia:

    Helfen kann ein anderer bei Leiden, die durch seelische Leiden körperlich entstanden sind

    Im besten Falle, ja.....


    Interessant übrigens, dass Menschen mit spezifischen Persönlichkeitsstörungen ( Antisoziale PS, Narzisst. PS oder Paranoide PS...) nur sehr selten freiwillig Therapeuten aufsuchen und wenn doch, die Therapien häufig abbrechen.

    (Unter der übermäßigen Selbstbezogenheit der Erstgenannten Leidende, landen dagegen umso häufiger in den Praxen der Psychotherapeuten...:shrug:)


    Weshalb Narzissten praktisch nicht therapierbar sind - higgs
    Egoistische und selbstverliebte Menschen bezeichnen wir gerne als Narzissten. Allerdings ist ein grosses Ego noch keine Diagnose. Denn dafür müssen ganz…
    www.higgs.ch


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • void
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    • 14. November 2025 um 20:38
    • #38
    Anna Panna-Sati:

    Danke, lieber void , für deine Antwort. _()_

    void:

    Natürlich, ist das bei anderen leicht zu sehen, bei sich selber aber eher schwer. Spott im Sinne dessen, das man auf andere herabschaut - wo das augenfällig ist - ist aber nicht konstruktiv.


    Aber es liegt schon eine tiefe Ironie drin.

    Mag sein, aber ist es überhaupt angebracht, Anderen - obendrein mit einer gewissen Süffisanz - zuzusehen, während sie in ihrem "Leidensstrudel" kreisen und womöglich sogar untergehen?

    Es wäre ja schon, wenn man viel helfen könnte. Wenn man das Rad von Samsara anhalten könnte und all die Wesen davon abhalten könnte Närrisches zu tun. Wenn man den Säufer vom Schnaps wegbrächte und den Junkie vom Heroin, den Warlord vom Krieg und den Tyrannen von der Machtgier . Im Detail geht das sicher und man kann Leuten helfen. Aber so im Großen und Ganzen ist man viel an Narrheit ausgeliefert und kann nur bei sich selber und im engen Kreis was bewirken. Ganz vielen muß man hilflos zusehen.

  • ewald
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    • 22. November 2025 um 15:34
    • #39

    Oh Mann, wie ich diese Weltretterallüren hasse, weil sie so sehr an der Realität des Alltags vorbeigehen, diese Vorstellung kein Mensch, sondern ein Gott zu sein, der alle rettet. Natürlich kann man einem Gegenüber helfen, wenn man es richtig anpackt, aber mehr nicht. Es kann ja auch niemand den Tod aus der Welt schaffen und er kann viel Leid erzeugen, vor allem bei den Hinterbliebenen. Man kann mit Verlust umgehen, aber verhindern kann man ihn nicht. Deshalb nannte es Buddha, das Leid im Dasein.

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    • 23. November 2025 um 08:38
    • #40
    ewald:

    Oh Mann, wie ich diese Weltretterallüren hasse, weil sie so sehr an der Realität des Alltags vorbeigehen, diese Vorstellung kein Mensch, sondern ein Gott zu sein, der alle rettet.


    Ohne den Idealismus der "Weltverbesserer" wäre wir heute sicher in vielen Bereichen nicht so weit.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Qualia
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    • 23. November 2025 um 09:21
    • #41

    Ohne den Idealismus der „Weltverbesserer“ würden wir uns nicht um Ideale bemühen, sondern alle unsere Umwelt beschützen und, soweit es geht, die Nutzungsspuren vermindern.

    Ohne den Idealismus der „Weltverbesserer“ würden wir alles tun, um uns dem Klimawandel anzupassen, und nicht Schuldige suchen, obwohl wir wissen, dass wir nur unsere Umwelt hätten schützen müssen.


    Utopien, Philosophie, Religionen hinterherzujagen, ist immer der falsche Weg, wenn dabei nicht immer an die Füße am Boden gedacht wird. Ist der ausgedachte Weg real umzusetzen?


    In dem Buch „Zwischen Erde und Himmel“ von Peter Frankopan kann man nachlesen, dass Menschen trotz der von den Ahnen aufgezeichneten Tatsachen, nicht in der Lage sind, Klimawandel zu erkennen und ihre Kulturwelt der Umwelt anzupassen.


    Anstatt Umweltschutz zu betreiben, haben sie immer nur Kulturweltschutz betrieben. Nur die Kulturwelt bedroht die Menschen, der Umwelt kann man sich anpassen, dem Klimawandel ist man vollkommen ausgeliefert. (Klimawandel ist das essenzielle Programm unseres Planeten)


    Klimawandel ist nur zu überleben, wenn die Kulturwelt sich auf Kulturweltschutz und Umweltreparatur konzentriert. CO₂-Bekämpfung ist kein Umweltschutz und verschlingt Unsummen, die für Klimaanpassung der Kulturwelt und Umweltreparatur notwendig sind.

    Wer repariert, schützt das Reparierte automatisch.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Qualia (23. November 2025 um 09:48)

  • Anna Panna-Sati
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    • 23. November 2025 um 15:38
    • #42
    ewald:

    Oh Mann, wie ich diese Weltretterallüren hasse, weil sie so sehr an der Realität des Alltags vorbeigehen, .....

    Lieber ewald , es stellt sich doch u.a. die Frage:

    -Woher rührt denn der Wunsch, "die Welt retten" zu wollen?

    Im Allgemeinen sicherlich nicht daher, dass man sich allmächtig wähnt und als quasi "Erlöser" aufwerten möchte - eher im Gegenteil!


    Das Anliegen entstammt zumeist einem Gefühl der Trauer (des Mitleides/Mitgefühls) über das Leiden (die Unzulänglichkeiten) in der Welt - vordringlich das u.U. vermeidbare - also einer Art Weltschmerz, der bei entsprechend Veranlagten die Motivation für Engagement und Aktivismus liefert, den Drang, Veränderungen zum Positiven, Guten, zu bewirken.

    Da dies alleine nicht zu schaffen ist, suchen diese "Weltretter" natürlich Gleichgesinnte und vernetzen sich....

    (M.E. ein guter Weg aus der (übertriebenen) Selbstbezogenheit...)


    Andere reagieren eher mit Resignation/Rückzug, lassen sich von Ohnmachtsgefühlen ("Ist eh alles sinnlos...") lähmen, wieder Andere versuchen bei sich selbst und im näheren Umfeld Verbesserungen zu erzielen - all das ist "Realität des Alltags".


    Hotte:

    Ohne den Idealismus der "Weltverbesserer" wäre wir heute sicher in vielen Bereichen nicht so weit.

    Danke, lieber Hotte , für diesen wichtigen Hinweis. _()_:heart:


    Dass wir heute in der Lage sind, viele, früher tödliche, Krankheiten zu heilen bzw. zumindest zu lindern/aufzuhalten oder nur noch selten unter unerträglichen körperlichen Schmerzen leiden müssen, nebst den ganzen positiven zivilisatorischen Errungenschaften, ist Menschen zu verdanken, die das Leid nicht einfach hinnehmen wollten....


    Nicht zuletzt war der Buddha idealistisch genug, in die Hauslosigkeit zu ziehen, um einen" Weg aus dem Leiden" zu finden - und noch 2500 Jahre später "rettet" seine Lehre viele Menschen vor Verzweiflung und ermöglicht ihnen ein Leben im inneren Frieden.

    ewald:

    Es kann ja auch niemand den Tod aus der Welt schaffen und er kann viel Leid erzeugen, vor allem bei den Hinterbliebenen.

    Klar, den Tod, als natürliches Ende des Lebens, kann niemand aus der Welt schaffen, ggf. ließe/lässt sich aber vielfach ein "sinnloses" Sterben verhindern, z.B. durch humanitäre Hilfsmaßnahmen aller Art, durch Luft- und Wasserreinhaltung/Umweltschutz, durch konsequente Maßnahmen zur Begrenzung/ Verzögerung des lebensgefährlichen Klimawandels usw. ...

    ewald:

    Man kann mit Verlust umgehen, aber verhindern kann man ihn nicht.

    Bzgl. des unvermeidbaren Leides (z.B. Verlust durch Tod) verhält es sich so; die Art des Umgangs entscheidet dabei über die Dauer und den Grad des Leidens - eine hoffnungsvolle Erwartung, es völlig auslöschen zu können, birgt allerdings die Gefahr neuen Leides....


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

    Einmal editiert, zuletzt von Anna Panna-Sati (23. November 2025 um 15:52)

  • ewald
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    • 26. November 2025 um 14:30
    • #43

    Der Wunsch, die Welt retten zu wollen, rührt daher, dass, wenn ich die Welt gerettet habe, mich selber auch gerettet habe. Anstatt nur mich selber zu retten, das funktioniert komischerweise meistens nicht, wird die ganze Welt gerettet, nach dem Motto, anderen helfen ist super, aber sich selber nicht.


    Dabei trifft auch hier der alte Satz zu, würde sich jeder selber retten, wären alle gerettet und somit auch die Welt. Man braucht als Helfer nur zum sich selber retten animieren und die Welt wäre gerettet. Ich finde, um sich selbst zu retten, ist der Buddhismus und Buddhas Lehre ideal geeignet.

  • Anna Panna-Sati
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    • 26. November 2025 um 15:35
    • #44

    Hallo, lieber ewald ,

    ewald:

    Der Wunsch, die Welt retten zu wollen, rührt daher, dass, wenn ich die Welt gerettet habe, mich selber auch gerettet habe.

    Da ist viel Wahres dran - es gilt direkt und indirekt:

    Im Einsatz für eine gute (größere) Sache ist die Erfahrung einer Steigerung des Selbstwertgefühls und ein Gefühl der Erfüllung durch Sinnhaftigkeit der Taten (Sinngebung des Lebens) möglich.

    Werden gesteckte Ziele tatsächlich erreicht (z.B. Renaturierung eines Gewässers, Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Bahnstrecke,...) profitiert der "Weltretter" noch mal...

    (Natürlich ist damit Dukkha nicht vom Tisch...)

    ewald:

    Dabei trifft auch hier der alte Satz zu, würde sich jeder selber retten, wären alle gerettet und somit auch die Welt.

    M.E. trifft BEIDES (das obige und dieses Zitat) zu - sowohl, als auch, nicht entweder-oder.


    Realistischerweise müsste man jedoch einräumen, dass es (leider) höchst unwahrscheinlich ist, dass sich jeder selbst "retten" kann (oder/und will!) - man sieht ja allenthalben - oft genug auch an sich selbst...:roll::nosee:- mit ungläubigem Schrecken, wie die Menschen an alten Mustern/Gewohnheiten hängen und nicht sehen/erkennen wollen, dass Änderungen durch sie selbst geboten sind.

    ewald:

    Ich finde, um sich selbst zu retten, ist der Buddhismus und Buddhas Lehre ideal geeignet.

    _()_Ja, diesbezüglich bin ich ganz deiner Meinung, und vor allem ist es beim Praktizieren der Buddha-Lehre von Anfang an klar, dass die Verantwortung bei "einem selbst" liegt.


    Das mag allerdings die buddhist. Praxis für jene erschweren, die z,B. (vorher) dem Glauben an einen personalen Gott anhingen(anhängen), bei dem man im Gebet Verantwortung, Sorgen und Nöte abladen kann...

    (Vermutlich fühlen sich daher manche Ex- oder Noch-Christen bei bestimmten buddhist. Traditionen wohler, wo der "Guru" quasi die Rolle des verehrten "Erlösers" einnimmt...:?)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

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    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • ewald
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    • 30. November 2025 um 15:42
    • #45

    Das mag sein, dass Buddhisten im Westen, die aus einer christlichen Tradition kommen, gerne an den Vorzügen einer monotheistischen Religion festhalten, aber erstens ist der Buddhismus keine Religion und zweitens nehme ich auf ursprünglich falsche Haltungen keine Rücksicht, Buddhas Lehre ist verbindlich im Buddhismus. Die Eigenverantwortung und das nicht anhaften stehen im Vordergrund, das ist das Wesentliche, egal welcher Glaube vorher eine Rolle spielte. Wer im buddhistischen Kloster leben will und meint, ich will aber am christlichen Gott festhalten, dann geht es eben nicht. Das ist überall so und wie ich finde aus verständlichen Gründen. Die Toleranz ist da, jeder kann sich einbringen, aber es kann im buddhistischen Rahmen nicht das Christliche dominieren, da ist ein neu lernen erforderlich.

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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