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Ich kann Gleichmut und Gleichgültigkeit gerade nicht unterscheiden

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  • 24. Juni 2024 um 09:16
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    • 24. Juni 2024 um 09:16
    • #1

    Hallo meine Lieben.

    heute habe ich das Gefühl gehabt, dass ich ein wenig im Gleichmut geschwelgt habe, oder diese Ausrichtung gehabt habe.

    Warum weiß ich aber nicht, ich hatte die letzten zwei Tage garnicht meditiert. Es hat wohl mit Erinnern zu tun. Aber das kam wie von alleine.

    Das Erinnern. Und dennoch so ganz gleichmütig war ich nicht.

    Ich habe mich auch gefragt, ob das nicht doch eher Gleichgültigkeit war und was der Unterschied wäre. Ich glaube, dass man beide manchmal verwechseln kann.

    Mein Arbeitgeber hat sich heute wahrscheinlich über mich geärgert ( ich vermute es ), doch ich hatte einen kurzen Moment, wo ich das Gefühl hatte, davon hängt mein Leben nicht ab, ob er mich mag oder nicht mag. Ob ich wegen dem Fehler gekündigt werde oder nicht. Ich sah es so, dass alles am Fließen ist und es schon weiter gehen wird, also so ein Vertrauen, dass es keine Bedrohung für mich wäre. Mich meint das was nicht die Gefühle ist.........

    Aber so ganz gleichmütig war ich dann doch nicht, merkte ich, weil ich mir ja Gedanken gemacht habe dabei, ob er mich nun kündigen wird. Und die Gleichmütigkeit war dann weg, wenn auch noch leicht vorhanden. Aber Gleichmütigkeit und sich zu sorgen, schließen sich ja wohl aus. Oder kann man auch nur ein wenig Gleichmut haben ( und bei den anderen Vier Unermesslichen ist es genauso möglich ).

    Sich zu sorgen wäre, etwas abzulehnen. Das würde durch Anhaftung geschehen. Anhaftung an an die Gedanken etwas nicht haben zu wollen oder ? Das Gefühl was daraus resultiert ist, sich zu ängstigen.

    Aber wenn ich jetzt doch geschafft hätte gleichmütig zu bleiben, frage ich mich, wo da in dieser konkreten Situation der Unterschied wäre zu Gleichgültigkeit. Wenn es mir egal wäre, wie er mich findet oder meine Arbeitsweise oder ob ich gehen muss, kann es dennoch Gleichmut sein ? :D :grinsen:


    Habt ihr schon mal Gleichmut gefühlt ? In welcher Situation war das ? ( Ok, das ist schon sehr intim, nur wenn es jemanden nicht zu intim ist ).

    Es ist ja so, dass es einem leicht auffällt, wenn man gelassen bleiben konnte, in Situationen wo man früher anders reagiert oder gefühlt hätte.

    Ich glaube es sind die Gedanken, die entsprechende Gefühle auslösen, wenn man aber unheilsame Gedanken loslässt, bleibt der Gleichmut ( wenn man diesen schon davor hatte an dem Tag ).

    Ähnliches passierte kurze Zeit später auf dem Weg nach Hause. Ich sah wie die Stadt-Grünanlagen- Pfleger den Rasen auf den Grünstreifen mähten. Ich habe zuerst eine Ablehnung dagegen gefühlt. Davor wohl solche Gedanken gehabt wie " wie dumm die Menschen doch sind, zerstören so viel. Das Wilde ist doch viel besser und fördert das Leben, als dieser kurze Rasen".

    Und dann kam so etwas wie Hass auf oder Ablehnung gegenüber diesen Menschen. Aber dann habe ich mich ein wenig an das Gefühl erinnert, das von so etwas mein Sein nicht abhängt, vom dem was im Außen passiert. Und dann habe ich die Ablehnung nicht mehr so stark gefühlt. Aber da habe ich mich schon auch gefragt, ob das nicht eher Gleichgültigkeit ist.

    So, ich hoffe ich überfordere euch nicht damit und dass ihr mit dem Thema was anfangen könnt.

    Als Hilfe für die, die das auch noch nicht so gut unterscheiden können, zitiere ich zwei Texte.

    Zitat


    Gleichmut (upekkha in Pali) bezeichnet einen offenen, ausgeglichenen, unvoreingenommenen Zustand von jemandem, der bewusst wahrnimmt, was im Inneren und der Außenwelt vor sich geht, und dies annimmt, ohne sich in emotionalen Reaktionen (Reaktivität) zu verlieren. Es ist eine Tugend und eine Haltung, die kultiviert werden soll und ist nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit oder Desinteresse.

    Gleichmut - BuddhaStiftung
    Gleichmut (upekkha in Pali) bezeichnet einen offenen, ausgeglichenen, unvoreingenommenen Zustand von jemandem, der bewusst wahrnimmt, was im Inneren und der
    buddhastiftung.org
    Zitat

    (...) Bist innerlich unruhig, wenn du an unangenehme Situationen denkst, die vielleicht auf dich warten?

    Dann fehlt dir Gelassenheit. Das ist die Fähigkeit, äußere Einflüsse sich nicht auf das eigene Wohlbefinden auswirken zu lassen. Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb manche Menschen eine scheinbar stoische innere Ruhe haben, die auf alle anderen Menschen abzufärben scheint? Möchtest du auch so sein?

    Dann gibt es eine gute Nachricht: Diese Eigenschaft ist nicht angeboren. Du kannst sie erlernen.

    Wie kann ich Gleichmut bzw. Gelassenheit erlernen?

    Gelassenheit kommt von „lassen“. Du kannst lernen, Dingen ihren Lauf zu lassen. Das Leben geschehen zu lassen. Dich auf etwas einzulassen. Jemand anderen Recht haben zu lassen. All das, ohne dich aufzuregen oder deinen Puls zu verändern. Wie das geht? Natürlich durch regelmäßige Zen Meditation. (....)

    Welche Rolle spielt Gleichmut im Zen Buddhismus?
    Gleichmut zählt neben Liebe, Mitgefühl und Mitfreude zu den 4 Unermesslichen und somit zur Grundlage der Meditation. Gleichmut bzw. Gelassenheit kannst du…
    www.zenlounge.at

    Naja das trifft auf mich nicht zu, denn ich habe mich ja gesorgt ( war innerlich unruhig, weil ich an unangenehme Situationen gedacht habe ). Das war aber irgendwie so etwas von Beidem.

    Nicht sorgen und doch sorgen. Oder hat es damit zu tun, dass wenn man einen Fehler gemacht hat sich Gleichmut nicht ganz einstellen kann ? Denn man braucht ja die Einsicht, dass man einen Fehler gemacht hat, jemanden damit verärgert und durch Gleichmut, würde man keinen Fehler sehen bei sich. Ne, also das stimmt nicht.

    Echter Gleichmut würde sich das selbst verzeihen können und sich keine Sorgen machen, wie es dem anderen durch mein verhalten gegangen sein könnte, oder ? Es war nur so eine Kleinigkeit und nicht so, dass ich absichtlich etwas Unheilsames getan hätte, sondern eine gute Absicht dabei hatte.

    Doch wenn es einem egal wäre, wie sich der andere, durch das eigene Verhalten oder eine bestimmte Handlung gefühlt hat, wäre es doch Gleichgültigkeit ?

    Oder kommt es darauf an, ob man bewusst jemanden etwas angetan hat ? Wenn es einem egal wäre, wäre es Gleichgültigkeit ?

    Wenn man hingegen nichts Unheilsames absichtlich getan hat, dann kann man Gleichmut entwickeln, oder ist er unabhängig davon mit welcher Absicht, man etwas getan hat ?

    Gemeint ist, Gleichmut den Konsequenzen gegenüber.

    Und er ist immer möglich zu entfalten ( bei entsprechender Praxis vorher oder währenddessen ) in egal welchen Situationen ?

    :klee:

    LG

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

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    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    7 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (24. Juni 2024 um 10:13)

  • void 24. Juni 2024 um 10:36

    Hat das Thema freigeschaltet.
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    • 24. Juni 2024 um 11:39
    • #2
    Rigpa:

    Aber wenn ich jetzt doch geschafft hätte gleichmütig zu bleiben, frage ich mich, wo da in dieser konkreten Situation der Unterschied wäre zu Gleichgültigkeit.

    Das wichtige was was man wahrnehmen kann ist der Unterschied zwischen Offenheit und Abschottung.


    [lz]

    Gleichmut bezeichnet einen offenen, ausgeglichenen, unvoreingenommenen Zustand[/lz]

    Dies bedeutet nicht, dass Abschottung immer schlecht wäre. Wenn ein "du kannst mich mal" hilft eben nicht aufgebracht oder wütend zu werden, ist es ja in gewisser Weise sinnvoll. Abschottung merkt man an Distanzierung und diese ist mit einer nicht freundlichen Haltung verbunden. Wenn jemand wirklich gleichmütig ist schafft er es nicht nur sich aus der Situation rauszuziehen sondern auch noch gegenüber dem Chef eine freundliche und offene Haltung zu haben.

  • Qualia
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    • 24. Juni 2024 um 12:49
    • #3
    Rigpa:

    Mein Arbeitgeber hat sich heute wahrscheinlich über mich geärgert

    [lz]

    Mein Arbeitgeber hat sich heute wahrscheinlich geärgert.[/lz]

    Nicht mein Problem, erst wenn er es mir sagt. Wenn er sich über mich ärgert, ist das Schlimmste was geschehen kann, er bringt mich um. Das hat den Vorteil, dass ich mir nie wieder Gedanken machen muss.

    Gleichgültigkeit ist, sich verweigern zu agieren und überzeugt zu sein, das abwenden, wo ich helfen kann, das richtig ist.

    Gleichmütig ist nicht agierend, weil mir bewusst ist: Das ist nicht meine Baustelle. Gleichmütig Erfahrungen durch Betrachten sammeln.

    Rigpa:

    Ich glaube es sind die Gedanken, die entsprechende Gefühle auslösen, wenn man aber unheilsame Gedanken loslässt, bleibt der Gleichmut ( wenn man diesen schon davor hatte an dem Tag ).

    Als Erstes erkennt der Körper ein Unwohl dem er ein Ende bereiten will.

    Die Gedanken, geleitet von Vorstellungen, lösen Unheilsame Gedanken aus. Gleichmut ist hier diese abzubrechen, bevor sie dem Körper ein Unwohl einreden. Unheilsame Gedanken erzeugen Stress und der aktiviert den Körper, der erkennt, dass er verletzt werden könnte, obwohl es keine objektive Gefahr gibt.

    Das hat mir ein Zengarten gelehrt. Ich sah den Wegrang geziert mit Essendverpackungen eines Mc.. Ich hatte gerade vor mich zu ärgern, da fiel mir der Zengarten ein. Das durfte so sein wie ich es sehe und wenn ich es nicht so sehen will, ändere ich das, die nächste Mülltonne ist nur wenige Schritte entfernt, will ich das nicht ändern, ist es ein Zengarten der Betrachtung. Kein Ärger, keine Wut, kein Vorwurf, das nennt man Ge-lassen-heit.

    Mitgefühl ist Geduld, Gleichmut und Gelassenheit erkennen und wenn ich das möchte anwenden. Auch wenn ich sie nicht anwende, bleibt mir immer Mitgefühl.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

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    • 24. Juni 2024 um 15:02
    • #4

    Qualia, void

    Hallo ihr beiden, ich antworte später, ich fand eure Antworten sehr hilfreich.


    Nachtrag zu dem hier :

    Rigpa:

    Ähnliches passierte kurze Zeit später auf dem Weg nach Hause. Ich sah wie die Stadt-Grünanlagen- Pfleger den Rasen auf den Grünstreifen mähten. Ich habe zuerst eine Ablehnung dagegen gefühlt. Davor wohl solche Gedanken gehabt wie " wie dumm die Menschen doch sind, zerstören so viel. Das Wilde ist doch viel besser und fördert das Leben, als dieser kurze Rasen".


    Und dann kam so etwas wie Hass auf oder Ablehnung gegenüber diesen Menschen. Aber dann habe ich mich ein wenig an das Gefühl erinnert, das von so etwas mein Sein nicht abhängt, vom dem was im Außen passiert. Und dann habe ich die Ablehnung nicht mehr so stark gefühlt. Aber da habe ich mich schon auch gefragt, ob das nicht eher Gleichgültigkeit ist.

    Ich habe mich vorhin erinnert, dass es eher eine Ablehnung war generell wie die Menschen sind, nicht speziell diese Menschen. Und generell wie das hier läuft auf der Welt und mich dann kann man sagen auf die ( eingebildete ? ) absolute Wahrheit geflüchtet. Wo ich dann dachte oder sah " mir kann nichts passieren " und ich möchte mit dieser Welt nichts mehr zu tun haben.

    Gemeint ist damit, die Welt des haben wollen, nicht haben wollen ( oder sich etwas wünschen ).

    Ich hatte einen kurzen Moment das Gefühl oder die Sicht " bin befreit, was geht mich diese Welt noch an ( die relative Welt ) ? Oder wieso sollte ich mir etwas wünschen ? " Es gab keine Wünsche mehr. Keine Ablehnung gegen etwas.

    Aber man kann sich ja befreit sein auch einbilden. Das wäre das Samsara- Nirvana. Ob es dies war, weiß ich aber nicht genau. Wahrscheinlich ja. Naja. Oder kann auch ein wirklicher Arhat oder so jemand der schon fast ein Arhat ist, mit der Welt nichts mehr zu tun haben wollen ?

    Dass es einem egal ist was hier geschieht, es ist eben wie es ist bzw es ist eben alles nur die relative Welt. Man möchte nichts mehr und lehnt auch nichts mehr ab ( was geschieht oder hört auf wie es es sein sollte zu denken und zu fühlen ).

    So, bis später. :heart:

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    2 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (24. Juni 2024 um 15:13)

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    • 24. Juni 2024 um 18:10
    • #5

    "[lz]

    Gleichmut (auch als Upekkha im Pali bekannt) bezeichnet einen offenen, ausgeglichenen Zustand. Menschen, die Gleichmut kultivieren, nehmen bewusst wahr, was in ihrem Inneren und der Außenwelt geschieht, ohne sich in emotionalen Reaktionen zu verlieren. Es ist eine positive Tugend und hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Letztere ist ein Zustand, in dem einem alles egal ist – eine Art Apathie oder Teilnahmslosigkeit. Gleichmut hingegen bedeutet, Personen und Zustände so anzunehmen, wie sie sind, ohne sich von ihnen übermäßig beeinflussen zu lassen[/lz]

    Ich habe mir erlaubt, der KI diese Frage zu stellen, und sie hat mir Obiges geantwortet.

    Ist doch einfach, nicht wahr? Da brauchen wir uns gar keine Knoten ins Gehirn zu machen und auch keine verstrickenden Eiertänze zu vollziehen.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • Helmut
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    • 24. Juni 2024 um 18:29
    • #6

    Die KI-Antwort greift meines Erachtens zu kurz. Gleichmut ist eine Geisteshaltung mit der man alle Menschen als gleichwertig, gleich wertvoll ansieht ohne sie in Kategorien wie "Feinde", "Freunde" oder "Neutrale" einzuordnen.

    Es ist zwar einfach zu verstehen, was Gleichmut ist. Aber diese Geisteshaltung im eigenen Geist zu entwickeln ist schon sehr viel schwieriger. Da muss man sich schon über längere Zeit schulen.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Hingabe
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    • 24. Juni 2024 um 18:59
    • #7

    Danke für Deine Antwort lieber void.

    void:

    Das wichtige was was man wahrnehmen kann ist der Unterschied zwischen Offenheit und Abschottung.

    :like:

    void:

    Dies bedeutet nicht, dass Abschottung immer schlecht wäre.

    :) Genau. Da ich ja Gedanken der Sorge hatte, habe ich es nicht geschafft mich von diesen Gedanken abzuschotten. Wenn man ein ablehnendes Verhalten gegen sich von anderen erleben würde, würde man sich gegen die Gedanken die daraus entstehen abschotten können oder sie würden gar nicht erst entstehen.

    void:

    Abschottung merkt man an Distanzierung und diese ist mit einer nicht freundlichen Haltung verbunden. Wenn jemand wirklich gleichmütig ist schafft er es nicht nur sich aus der Situation rauszuziehen sondern auch noch gegenüber dem Chef eine freundliche und offene Haltung zu haben.

    Du bist klug und weise. Also es gibt auch eine Abschottung - meint Distanzieren - mit einer freundlichen Haltung.

    Ja, das ist ein gutes Beispiel. Soweit war ich dann noch nicht, mir selbst hatte ich keine freundliche Haltung gegenüber- ihm gegenüber daher auch nicht.

    Qualia:

    Das hat den Vorteil, dass ich mir nie wieder Gedanken machen muss.

    Stimmt auch. :grinsen:

    Qualia:

    Gleichgültigkeit ist, sich verweigern zu agieren und überzeugt zu sein, das abwenden, wo ich helfen kann, das richtig ist.

    richtige, meinst du. Ja, auch gut beschrieben. Danke Dir.

    Qualia:

    Gleichmütig ist nicht agierend, weil mir bewusst ist: Das ist nicht meine Baustelle. Gleichmütig Erfahrungen durch Betrachten sammeln.

    Die Erfahrungen braucht es oder ? Oder ginge es einfach nur um das Betrachten dabei ? :)Der Sinn ist alles zu betrachten ohne zu verurteilen und haben wollen. Der Sinn des Lebens könnte man sagen.

    Qualia:

    Als Erstes erkennt der Körper ein Unwohl dem er ein Ende bereiten will.

    Die Gedanken, geleitet von Vorstellungen, lösen Unheilsame Gedanken aus. Gleichmut ist hier diese abzubrechen, bevor sie dem Körper ein Unwohl einreden.

    Ja. Kann man auch so eine Phase haben, wo solche Gedanken nicht mehr entstehen, die ein Unwohl sein im Körper verursachen ? Würde aber nichts mit erwacht oder befreit sein zu tun haben, es sei denn es wäre immer, durchgängig, oder ? Musst nicht antworten, könnte auch zu blöd ( unpassend ) für dich sein diese Frage.

    Qualia:

    Das durfte so sein wie ich es sehe und wenn ich es nicht so sehen will, ändere ich das, die nächste Mülltonne ist nur wenige Schritte entfernt, will ich das nicht ändern, ist es ein Zengarten der Betrachtung.

    du meinst "die " Betrachtung, oder ? Das heißt man kann schon noch etwas wollen, das wäre bei Gleichmut schon noch möglich. Will ein Arhat noch was ? Oder passt er sich einfach immer den Situationen an, fließt mit ihnen mit sozusagen oder kann Situationen gut umgehen, so das kein Wollen nötig ist. Schwere Fragen. Das musst du auch nicht beantworten. Das muss man selbst heraus finden.

    Qualia:

    Kein Ärger, keine Wut, kein Vorwurf, das nennt man Ge-lassen-heit.

    Ja, es so lassen, es loslassen. Halb loslassen, halb anhaften ( sich sorgen ) wäre auch möglich ? Also dieses Sorgen machen, hat bei mir noch kein unwohles Gefühl verursacht, oder ich war nicht aufmerksam genug um ein unwohles Gefühl zu bemerken. Ich dachte vorhin erst, da waren keine unwohlen Gefühle dabei, mehr ein Gedankenkarussel ( ist er nun wütend ? Sollte ich es mir wenn zu Herzen nehmen ? ).

    Qualia:

    Mitgefühl ist Geduld, Gleichmut und Gelassenheit erkennen und wenn ich das möchte anwenden. Auch wenn ich sie nicht anwende, bleibt mir immer Mitgefühl.

    Ja, du schriebst ja auch einmal dass die Vier Unermesslichen Verweilungsstätten immer zusammen auftreten, eines ist dabei mehr betont als die anderen drei. :)

    Dafür nochmal danke. Du bist auch weise.

    Naja, mal sehen, ich möchte gerne echten Gleichmut entwickeln. Heute aber nicht mehr.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

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    • 24. Juni 2024 um 19:06
    • #8
    Amdap:

    "

    [lz]

    Gleichmut (auch als Upekkha im Pali bekannt) bezeichnet einen offenen, ausgeglichenen Zustand. Menschen, die Gleichmut kultivieren, nehmen bewusst wahr, was in ihrem Inneren und der Außenwelt geschieht, ohne sich in emotionalen Reaktionen zu verlieren. Es ist eine positive Tugend und hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Letztere ist ein Zustand, in dem einem alles egal ist – eine Art Apathie oder Teilnahmslosigkeit. Gleichmut hingegen bedeutet, Personen und Zustände so anzunehmen, wie sie sind, ohne sich von ihnen übermäßig beeinflussen zu lassen

    [/lz]

    Ich habe mir erlaubt, der KI diese Frage zu stellen, und sie hat mir Obiges geantwortet.

    Ist doch einfach, nicht wahr? Da brauchen wir uns gar keine Knoten ins Gehirn zu machen und auch keine verstrickenden Eiertänze zu vollziehen.

    Das in rot ist ganz einfach zu verstehen, ja. Danke, das hilft mir auch sehr weiter und müsste ich mir mal aufschreiben. Mache ich jetzt.

    Ich war mir nicht sicher, ob es ganz und gar kein Gleichmut war- wie beschrieben war es so wie halb dies und halb nicht dies. Der letzte Satz klingt nicht freundlich. Manche Antworten sind einem manchmal nicht ganz klar, dir sicher auch nicht immer. Sonst hätte man ja auch keine Frage. Danke dennoch für Deine Hilfe. :like:

    Da habe ich auch zu viel reininterpretiert, du bist nur direkt und sagst, was, was ist. Und wenn eine Sonnenblume keine Rose ist, sagst du es, auch wenn der andere dann enttäuscht ist, weil er meint er habe eine Rose gekauft. Oder du sagst einem sein Gehirnknoten ist nicht die Befreiung.

    :) :grinsen:

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    7 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (24. Juni 2024 um 19:28)

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    • 24. Juni 2024 um 19:21
    • #9
    Rigpa:

    Ja, es so lassen, es loslassen. Halb loslassen, halb anhaften ( sich sorgen ) wäre auch möglich ?

    Mit Ge-lasssen-heit meine ich es lassen wie es ist, nicht mal loslassen, denn da hätte ich ja meine Gelassenheit, mit ergreifen schon verloren.

    Die buddhistischen Assoziationen sind mir inzwischen gleichgültig, die bringen nur Verwirrung. Verwirrung durch ergriffene, geknetete (Sorgen um Verstehen), Begriffe ohne mich wirklich in die Realität zu bringen. Ich bin für erlebte, erfahrene Tatsachen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • Hingabe
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    • 24. Juni 2024 um 19:29
    • #10
    Qualia:

    nicht mal loslassen, denn da hätte ich ja meine Gelassenheit, mit ergreifen schon verloren.

    Danke. :like:

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  • Anna Panna-Sati
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    • 25. Juni 2024 um 10:16
    • #11

    Hallo, liebe Hingabe , :)

    ein, wie ich finde, elementares Thema in der buddhistischen Praxis, sprichst du hier an. :like: _()_

    Durch das Beschreiten des edlen achtfachen Pfades mit den 3 Bereichen Sila, Samadhi und Panna, übt man sich ja ständig auch darin (grundsätzlich, wie auch in herausfordernden Situationen), Gleichmut zu entwickeln/zu bewahren.

    Rigpa:

    Mein Arbeitgeber hat sich heute wahrscheinlich über mich geärgert ( ich vermute es ), doch ich hatte einen kurzen Moment, wo ich das Gefühl hatte, davon hängt mein Leben nicht ab, ob er mich mag oder nicht mag.

    Der kurze Moment markierte eine kurze Erkenntnis, vielleicht intuitiv oder/und als Selbstschutz vor aufkommenden negativen Emotionen wie Angst, Sorge usw. .

    Denn normalerweise reagiert man ja in einer solchen Situation (wo einem ein Fehler unterlief) mit innerer Anspannung...

    Rigpa:

    Aber Gleichmütigkeit und sich zu sorgen, schließen sich ja wohl aus. Oder kann man auch nur ein wenig Gleichmut haben ( und bei den anderen Vier Unermesslichen ist es genauso möglich ).

    Man kann - mit der Zeit, durch Übung - lernen, gelassener und gleichmütiger auf Stressoren zu reagieren (bzw. eben nicht mehr zu reagieren ;), sondern gleichmütig hinzunehmen).

    Helmut:

    Es ist zwar einfach zu verstehen, was Gleichmut ist. Aber diese Geisteshaltung im eigenen Geist zu entwickeln ist schon sehr viel schwieriger. Da muss man sich schon über längere Zeit schulen.

    Ja, da kann ich nur beipflichten, es ist schwierig, besonders, wenn man (von Natur aus) mit einem lebhaften Temperament und einer hohen Emotionalität ausgestattet ist (zuzüglich einer Neigung, sich zu viele Gedanken zu machen :? :? :? ...)


    Rigpa:

    Sich zu sorgen wäre, etwas abzulehnen. Das würde durch Anhaftung geschehen. Anhaftung an an die Gedanken etwas nicht haben zu wollen oder ? Das Gefühl was daraus resultiert ist, sich zu ängstigen.


    Aber wenn ich jetzt doch geschafft hätte gleichmütig zu bleiben, frage ich mich, wo da in dieser konkreten Situation der Unterschied wäre zu Gleichgültigkeit. Wenn es mir egal wäre, wie er mich findet oder meine Arbeitsweise oder ob ich gehen muss, kann es dennoch Gleichmut sein ?

    Gleichgültigkeit wäre wohl die "LMAA"-Einstellung," die sich (passiv-aggressiv) abwendet, um ihre Contenance nicht zu verlieren, keine unangenehmen Gefühle zu produzieren.

    Aber wäre das ehrlich sich selbst gegenüber?

    Im Gleichmut sind Freundlichkeit/Güte Mitgefühl und Mitfreude inhärent, d.h., da besteht eine wohlwollende Distanz zum Arbeitgeber, die seine Perspektive ebenso wahrnimmt, wie die eigene Situation und für beide gelassenes Verständnis aufbringt.

    Rein praktisch hieße das, dass du für deinen Fehler einstehst (Fehler machen wir schließlich alle!) und deinem Chef unaufgeregt und einsichtig gegenübertrittst.

    Sollte er dir wirklich kündigen wollen, könntest du ruhig argumentieren und ihn ev. umstimmen, aber auch akzeptieren, wenn es nicht gelingt - "Dann ist das (eben) so." :shrug: :|

    Rigpa:

    Habt ihr schon mal Gleichmut gefühlt ? In welcher Situation war das ?

    Leider viel zu selten.... :lol:

    Es gibt z.B. eine Verhaltensweise meines Mannes, die zu akzeptieren, mir sehr schwer fiel....

    Wir sind seit 40 Jahren liiert und fast ebenso lange versuchte ich, meinen Mann davon zu überzeugen, sich anders zu verhalten. (: Eeeeeeendlose Diskussionen und darauffolgende Versprechungen/Zusicherungen meines Lebenspartners, an sich zu arbeiten... - dann wiederholte sich das Desaster aber doch und jedesmal rastete ich wieder neu aus, total frustriert von seiner(!) "Unfähigkeit, zu lernen"....

    Weder er, noch ich, waren offensichtlich in der Lage, uns zu ändern, stellte ich irgendwann (leider erst nach Jahrzehnten (: ) fest - unterdessen mit der buddhistischen Lehre in Kontakt - und gab auf, ihn ändern zu wollen, nahm ihn an, so wie er war (und mich auch).

    (DAS war aber eine Veränderung.... ;) 8) )

    Als es - nach längerer Ruhephase - wieder einmal zu einem "Vorfall" kam, spürte ich tatsächlich Gleichmut, ich blieb ruhig (und sogar heiter), wir sprachen das Thema kurz an, ich nahm auch Mitgefühl bei mir wahr - und er registrierte es ebenfalls, was unsere Beziehung ungemein verbesserte... :hug:


    Ich glaube, du bist auf einem guten Weg, Rigpa (vor allem hast du die Buddha-Lehre viel früher für dich entdeckt, als ich und damit die Chance, noch in jüngeren Jahren befreit zu werden...). :) :sunny:

    Alles Gute für dich!


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • JoJu91
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    • 25. Juni 2024 um 16:52
    • #12

    @Anna-Panna-Sati, Hingabe, ...

    Die Ehe, oder allgemeiner eine enge Liebesbeziehung, ist die härteste Lebens- und Buddhadhamma-Schule überhaupt, meine ich.

    Die erleuchtetsten Geister werden dadurch wieder geerdet.

    Zwei Schlüsselwörter für mich sind Selbstdistanz und Humor.

    Als ich den Helmut-Dietl-Film Rossini erstmals gesehen habe, steckte ich mitten in einem heftigen und gefühlt sehr schmerzhaften Liebesdrama.

    Und ich erkannte, dass ich tief unbewusst fasziniert bin von der Achterbahnfahrt der damit verbundenen grossen Emotionen.

    Wenn ich heute wieder mal in einer heftigen Auseinandersetzung bin, fällt mir das meist nach kurzer Zeit auf und ich muss lachen, wenn auch nur innerlich.

    Ein Drama, das wir wieder mal unbewusst inszeniert haben, um Leben in die Bude zu bringen.

    Das kann ich manchmal richtig geniessen, vor allem wenn sich die Szene in einem Lokal abspielt.

    Dann stelle ich mir vor, wir sind Gudrun Landgrebe und Heiner Lauterbach in Rossini.

    Dann bin ich mir auch nicht zu schade und mache schon mal einen Kniefall, um die Situation notfalls zu entschärfen.

    Andere Leute zahlen dafür eine Menge Geld, um das im Kino zu erleben.

    Selbstdistanz und Humor sind Eintrittskarten zum Gleichmut.

    Ist nicht Meditation ist Selbstdistanz-Übung ?

    Der geheimnisvolle Regisseur betrachtet den seltsamen Schauspieler, der sich selber Ich nennt.

    Mit der Zitierfunktion bin ich noch ein wenig auf Kriegsfuß, sorry ...

  • Hingabe
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    • 25. Juni 2024 um 17:24
    • #13

    Liebe Anna Panna, danke für deinen liebe Antwort.

    Anna Panna-Sati:

    Im Gleichmut sind Freundlichkeit/Güte Mitgefühl und Mitfreude inhärent, d.h., da besteht eine wohlwollende Distanz zum Arbeitgeber, die seine Perspektive ebenso wahrnimmt, wie die eigene Situation und für beide gelassenes Verständnis aufbringt.

    Rein praktisch hieße das, dass du für deinen Fehler einstehst (Fehler machen wir schließlich alle!) und deinem Chef unaufgeregt und einsichtig gegenübertrittst.

    Das muss ich weiter üben. Das mit dem für beide, ist sehr wichtig. Nicht nur Verständnis und Wohlwollen für andere, sondern auch für sich aufbringen. Und umgekehrt nicht nur für sich in zB so einer Situation ( wenn man sich seinen Fehler nicht eingestehen möchte oder doch schon aber nicht vor anderen zugeben ), sondern auch für andere. Das liest sich schön, ist aber mit Üben verbunden. Unaufgeregt und einsichtig gegenübertreten, gute Lösung von dir. Das ist mit nicht so geübten Geist für mich unmöglich- also meistens noch unmöglich. Vor allem unaufgeregt. Angst haben wäre der Grund für aufgeregt sein. Das Gegenteil von gelassen sein.

    Aufgeregt sein wäre in diesem Fall einfach Angst haben.

    Anna Panna-Sati:

    Gleichgültigkeit wäre wohl die "LMAA"-Einstellung," die sich (passiv-aggressiv) abwendet, um ihre Contenance nicht zu verlieren, keine unangenehmen Gefühle zu produzieren.

    Aber wäre das ehrlich sich selbst gegenüber?

    Erinnerung an mich : Sich im Hass auf sich und dem anderen abwenden wäre Gleichgültigkeit oder eben Hass ( noch tiefer gekuckt, oder nicht haben wollen ). Sich im Wohlwollen vom Anderen abwenden wäre aber möglich und keine Gleichgültigkeit. Das hat void gestern gesagt ( danke nochmal :heart: ) .

    Anna Panna-Sati:

    Sollte er dir wirklich kündigen wollen, könntest du ruhig argumentieren und ihn ev. umstimmen, aber auch akzeptieren, wenn es nicht gelingt - "Dann ist das (eben) so." :shrug: :|

    Ja, der Gleichmut fordert auch das mutig sein. Darum ist ja auch das Wort Mut darin enthalten.

    Das wäre möglich in so einer Situation ( besser möglich als ohne und ohne sich dabei klein zu machen ). Aber zum Glück scheint es nicht darauf hinaus zu laufen, ich habe mir gestern das Schlimmste ausgemalt, war aber nicht notwendig. Ist es nie, oder ? Oder wenn dann unaufgeregt ( ohne Angst ) dabei, das Schlimmste denken. :) Es gab heute keine Rüge aber wir haben uns auch nicht gesehen. Wenn er etwas zu beanstanden gehabt hätte wäre er sicher auf mich zugekommen.

    Anna Panna-Sati:

    Leider viel zu selten.... :lol:

    Es gibt z.B. eine Verhaltensweise meines Mannes, die zu akzeptieren, mir sehr schwer fiel....

    Ja, solche Menschen kennen wir alle, deren Verhaltensweisen wir nur schwer oder gar nicht annehmen können. In dem Fall wäre es auch so für mich bei meinem Arbeitgeber, dass ich wenn er mich gekündigt hätte, dieses Verhalten nicht hätte annehmen können.

    Solche Verhaltensweisen oder solche Situationen und solche Menschen, sind gute Übungsobjekte und man selbst kann manchmal auch ein Übungsobjekt für sich selbst sein. :)

    Anna Panna-Sati:

    Alles Gute für dich!

    Danke, für dich auch. :luftkuss: Und ich glaube, so selten schaffst du es gar nicht gleichmütig zu sein. Also du schaffst es oft. Du bist ein gutes Vorbild.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    19 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (25. Juni 2024 um 18:18)

  • Hingabe
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    • 25. Juni 2024 um 22:43
    • #14

    Noch ein wichtiges Stichwort was ich eben überlesen habe. Es meint aber das selbe wie sich abwenden in Wohlwollen, muss aber nicht in absoluter Abwendung enden. ( Dass sich die Wege trennen ).

    Anna Panna-Sati:

    wohlwollende Distanz

    eine wohlwollende Distanz zu jemanden haben. Bedeutet auch, dass man die Wut oder anderes Verhalten eines anderen nicht übel nimmt oder auch dass man sich davon nicht beeinflussen lässt, weil man Verständnis und Wohlwollen auch für sich hat. Oder, dass man nicht zu allem ja sagt, alles mitmacht oder zB eine Behauptung die nicht wahr ist, stehen lässt. Das sind nur Beispiele.

    Du hast das alles sehr gut erklärt.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



  • Thorsten Hallscheidt
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    • 26. Juni 2024 um 07:31
    • #15

    Wenn das Gefühlsleben ein Musikinstrument ist, so wird es im Gleichmut oft und intensiv gespielt, ohne dass es Präferenzen gäbe, ob es die Musik laut, leise, fröhlich oder traurig wäre. Die Musik ist die Resonanz der Wirklichkeit. Mitgefühl, Ethik und Weisheit bestimmen im Gleichmut die Re-Aktionen darauf.

    Bei Gleichgültigkeit bleibt das Instrument oft stumm, um sich vor negativen Gefühlen zu schützen. Hier verhindern die Geistesgifte das offene Erleben. Das eigene Glück steht im Vordergrund. Vom Unglück oder der Hilfsbedürftigkeit anderer scheint dieses Glück eingeschränkt. Darum "schützt" man sich vor negativen Eindrücken. Aber auch vor allzu positiven Gefühlen schützt sich die Gleichgültigkeit, weil man die Enttäuschung fürchtet.

    Der Gleichmütige behält auch bei hohem (Gefühls-)Seegang die Nerven. Der Gleichgültige meidet das Meer.

    Die Praxis führt zu einem Erblühen, einer Intensivierung und Verfeinerung des Gefühlslebens bei gleichzeitiger Akzeptanz der Höhen und Tiefen, Farben und Formen. Buddhistische Praxis bedeutet in keinem Fall, dass ein Zustand der Fühllosigkeit angestrebt wird oder der emotionalen Abhärtung gegenüber der Welt, im Gegenteil.

    An guten Tagen bin ich gleichmütig. Zu oft aber gleichgültig – vor allem seit Krieg, Klimawandel, Rechtsruck, Artensterben, etc... :nosee: Mit fehlt der (Gleich-) Mut.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    15 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (26. Juni 2024 um 08:20)

  • Anna Panna-Sati
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    • 26. Juni 2024 um 13:21
    • #16
    Rigpa:

    Aber zum Glück scheint es nicht darauf hinaus zu laufen, ich habe mir gestern das Schlimmste ausgemalt, war aber nicht notwendig. Ist es nie, oder ? Oder wenn dann unaufgeregt ( ohne Angst ) dabei, das Schlimmste denken. :) Es gab heute keine Rüge aber wir haben uns auch nicht gesehen. Wenn er etwas zu beanstanden gehabt hätte wäre er sicher auf mich zugekommen.

    Genau: Sorgen machen, Gedankenkreisen, Katastrophisieren,... ist "nicht notwendig", ändert nichts an den Fakten, verschlimmert nur die Situation durch Irritation des Geistes.

    (Nichtsdestotrotz neigt man (der "Weltling" ;) ) dazu, sich a priori/im Vorhinein verrückt zu machen...)

    Da gibt es so einen schönen jüdischen Witz, der darauf anspielt:

    "Jüdisches Telegramm: "Mach dir schon mal Sorgen. Einzelheiten folgen."" :erleichtert:

    Es freut mich für dich, dass es keine Rüge gab, aber du bist jetzt sicher auch wieder ein Stück besser "gewappnet"... ;) :)


    Der Palikanon hilft mir auch immer wieder, Gleichmut und Gleichgültigkeit besser verstehen/unterscheiden zu können.

    Z.B. Gleichmut als Teil der Unermesslichen/Brahmaviharas:

    Zitat

    unbewegten Gemütes weilend strahlt er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüte, mit freudevollem Gemüte, mit unbewegtem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.

    (DN 33)

    Wenn einem etwas (oder jemand) wirklich gleichgültig ist, wird man sich in keinerlei positiver Weise engagieren/einbringen,

    der/die Gleichmütige u.U. schon - ohne aber emotional bewegt zu sein.

    (Bei Gleichgültigkeit ist unterschwellig eine subtile Abneigung vorhanden ("sch...egal"). )

    Thorsten Hallscheidt:

    Der Gleichmütige behält auch bei hohem (Gefühls-)Seegang die Nerven. Der Gleichgültige meidet das Meer.

    Genau, der Gleichgültige zieht sich komplett heraus aus dem Geschehen, ist nicht mehr beteiligt, während der Gleichmütige "mittendrin" verweilt, aber "unbewegten Geistes".

    (Vielen Dank, Thorsten Hallscheidt , für deinen wunderbar anschaulichen, erhellenden Beitrag! _()_ :like: Die Metapher vom Gefühlsleben als Musikinstrument .... :heart: )

    Bei meiner chron. Erkrankung schwank(t)e ich oft zwischen Abneigung und Gleichgültigkeit, wobei letztere zu Nachlässigkeit in der Selbstfürsorge führt(e), weil ich die Krankheit quasi "ignorier(t)e", während mit der Haltung des Gleichmutes (die ich diesbezüglich leider nur selten aufbringe) eine (mitfühlende, sich kümmernde) Gelassenheit im Umgang mit den Symptomen besteht.

    Der ("eigene") Körper dominiert einen schon mächtig.... :roll:


    Beim Gleichmut wird vom Buddha noch eine Unterscheidung vorgenommen, zwischen dem

    - weltlichen Gleichmut (der sich als "Manifestation" des Reagierens" - als Person - auf die Welt zeigt)

    und den

    - auf Entsagung beruhenden Gleichmut des Befreiten (der überhaupt nicht mehr "reagiert", sondern -anhaltend- im Gleichmut verweilt.)

    Zitat

    17. "Ihr Bhikkhus, es gibt Gleichmut, der verschiedenartig ist, auf Verschiedenartigkeit beruht; und es gibt Gleichmut, der einheitlich ist, auf Einheit beruht."

    18. "Und was, ihr Bhikkhus, ist Gleichmut, der verschiedenartig ist, auf Verschiedenartigkeit beruht? Es gibt Gleichmut in Bezug auf Formen, Klänge, Gerüche, Geschmäcker und Berührungsobjekte. Dies, ihr Bhikkhus, ist Gleichmut, der verschiedenartig ist, auf Verschiedenartigkeit beruht."

    19. "Und was, ihr Bhikkhus, ist Gleichmut, der einheitlich ist, auf Einheit beruht? Es gibt Gleichmut, der sich auf das Gebiet der Raumunendlichkeit stützt, das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit, das Gebiet der Nichtsheit und das Gebiet von Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung. Dies, ihr Bhikkhus, ist Gleichmut, der einheitlich ist, auf Einheit beruht."

    (MN 137)

    Eine Anmerkung unter MN 137 , verdeutlicht noch mal, dass wir Übenden, selbst, wenn wir gleichmütig "reagieren" noch längst nicht den Gleichmut von Erwachten erreicht haben:

    Zitat

    Wenn ein Weltling einem Sinnesobjekt gegenüber gleichmütig ist, äußert sich in dem Moment zwar keine Gier oder Abneigung, aber selbst dieser Gleichmut ist eine Manifestation seines Reagierens als Person auf die Welt: "Ich bin gleichmütig." Diese Form des Gleichmuts beruht nicht auf der Einsicht in die wahre Natur der Sinnesobjekte und ist eigentlich eine Form von Gleichgültigkeit.


    Aber man übt sich ja:

    Zitat

    " Das entstandene Erfreuliche usw." ist das Gefühl (vedana), auf das mit Schwelgen, Abneigung und Gleichgültigkeit reagiert wird. Diese Reaktionen werden durch Reflektion und Einsicht überwunden und durch Gleichmut ersetzt. Dies ist die Praxis des Weltlings, so kommt die höchste Entfaltung der Sinne in der Disziplin des Edlen zustande.

    Der geschulte "Edle" genießt die Freiheit, den Geisteszustand, in dem er verweilen möchte, wählen zu können:

    Zitat

    16. "Wenn da ein Bhikkhu mit dem Geist ein Geistesobjekt erfährt, entsteht in ihm Erfreuliches, es entsteht Unerfreuliches, es entsteht Erfreuliches-und-Unerfreuliches. Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Nicht-Abstoßende im Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Nicht-Abstoßende darin wahrnimmt. Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Abstoßende im Nicht-Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Abstoßende darin wahrnimmt. Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Nicht-Abstoßende im Abstoßenden und Nicht-Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Nicht-Abstoßende darin wahrnimmt. Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Abstoßende im Nicht-Abstoßenden und Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Abstoßende darin wahrnimmt. Falls er wünschen sollte, 'Möge ich in Gleichmut verweilen, achtsam und wissensklar, indem ich sowohl das Abstoßende als auch das Nicht-Abstoßende vermeide', so verweilt er in Gleichmut gegenüber jenem, achtsam und wissensklar. So ist einer ein Edler mit entfalteten Sinnen."

    17. "Also, Ānanda, somit ist 'die höchste Entfaltung der Sinne in der Disziplin des Edlen' von mir gelehrt worden, 'der Schüler in höherer Schulung, der den Weg betreten hat' ist von mir gelehrt worden, und 'der Edle mit entfalteten Sinnen' ist von mir gelehrt worden."

    (MN 152)

    Anmerkung: [4] Die Betrachtungsweise des Arahants ist nicht mehr durch Anhaftung an Gefühl gebunden. Er kann die Dinge aus beliebigen Blickwinkeln betrachten.

    Ein wirkliches lohnendes "Ziel", oder? ;)

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • ewald
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    • 26. Juni 2024 um 15:14
    • #17

    Wenn man beachtet, dass Gleichmut mit Gelassenheit in Verbindung gebracht wird, ist das ein positiver Aspekt. Gleichgültigkeit hingegen ist Desinteresse, Ablehnung und eher ein negativer Aspekt. Das hat die KI doch gut aus dem Netz gefunden und auf den Punkt gebracht.

  • Hingabe
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    • 2. Juli 2024 um 21:17
    • #18
    void:

    Dies bedeutet nicht, dass Abschottung immer schlecht wäre. Wenn ein "du kannst mich mal" hilft eben nicht aufgebracht oder wütend zu werden, ist es ja in gewisser Weise sinnvoll. Abschottung merkt man an Distanzierung und diese ist mit einer nicht freundlichen Haltung verbunden. Wenn jemand wirklich gleichmütig ist schafft er es nicht nur sich aus der Situation rauszuziehen sondern auch noch gegenüber dem Chef eine freundliche und offene Haltung zu haben.

    Ich wollte euch allen nochmal sagen und dir auch, wie genial ( weise erkannt ) diese Antwort war. :like:

    Qualia:

    Mit Ge-lasssen-heit meine ich es lassen wie es ist, nicht mal loslassen, denn da hätte ich ja meine Gelassenheit, mit ergreifen schon verloren.

    Habe das heute erlebt und du hast recht, es bedeutet das. Nicht reagieren ( sorgenvolle Gedanken denken ), wo ich mir sonst Sorgen gemacht hätte.

    Qualia:

    Die buddhistischen Assoziationen sind mir inzwischen gleichgültig, die bringen nur Verwirrung. Verwirrung durch ergriffene, geknetete (Sorgen um Verstehen), Begriffe ohne mich wirklich in die Realität zu bringen. Ich bin für erlebte, erfahrene Tatsachen.

    Ja, das stimmt. Wenn man etwas noch nicht erlebt hat und es sich anhört und liest kann das verwirren. Besser ist meditieren üben und sich nebenbei auch mal einen Satsang und Lehrreden anzuhören oder zu lesen, aber nicht bevor man einen einigermaßen ruhigen Geist hat. ( Bei mir ist es so, Andere haben öfter oder von Natur einen ruhigeren Geist ).

    Anna Panna-Sati:

    Man kann - mit der Zeit, durch Übung - lernen, gelassener und gleichmütiger auf Stressoren zu reagieren (bzw. eben nicht mehr zu reagieren ;) , sondern gleichmütig hinzunehmen).

    :like: Das habe ich heute erlebt. :heart:

    Anna Panna-Sati:

    Ja, da kann ich nur beipflichten, es ist schwierig, besonders, wenn man (von Natur aus) mit einem lebhaften Temperament und einer hohen Emotionalität ausgestattet ist (zuzüglich einer Neigung, sich zu viele Gedanken zu machen :? :? :? ...)

    Zu viele Gedanken machen, das mache ich auch oft. Hohe Emotionalität habe ich auch. Interessant finde ich, dass das ja nicht bei allen Menschen so ist- glaube ich. Wofür ich erst den Geist für entfalten muss, das können manche auch so anscheinend- sich nicht zu viele Gedanken machen. :grinsen: Gemeint sind Gedanken, die einen beunruhigen. Wobei sie machen sich dann mehr solche die sie aufregen ( ich habe bestimmte Menschen die ich kenne, dabei im Kopf ).

    Anna Panna-Sati:

    Als es - nach längerer Ruhephase - wieder einmal zu einem "Vorfall" kam, spürte ich tatsächlich Gleichmut, ich blieb ruhig (und sogar heiter), wir sprachen das Thema kurz an, ich nahm auch Mitgefühl bei mir wahr - und er registrierte es ebenfalls, was unsere Beziehung ungemein verbesserte... :hug:

    Ich weiß was für ein schönes Erlebnis das ist. Ich hoffe es gelingt dir immer oder wünsche es dir.

    Es ist auch möglich gar nicht zu reagieren, habe ich gemerkt, also es so zu lassen, aber mehr so wie " war da was, war das ein Angriff oder ist das ein falscher Blick von ihr oder ein verächtlicher Blick ? Hm, ich weiß nicht, ist nicht wichtig " also so habe ich es erlebt heute. Wo ich mir sonst Gedanken gemacht hätte " hat sie etwas gegen mich ? ".

    Thorsten Hallscheidt:

    Wenn das Gefühlsleben ein Musikinstrument ist, so wird es im Gleichmut oft und intensiv gespielt, ohne dass es Präferenzen gäbe, ob es die Musik laut, leise, fröhlich oder traurig wäre. Die Musik ist die Resonanz der Wirklichkeit. Mitgefühl, Ethik und Weisheit bestimmen im Gleichmut die Re-Aktionen darauf.

    Aha. Auch richtig gute Erklärung. :like: Ja, Weisheit, dann war die Weisheit bei mir im Spiel, zu erkennen, dass es sich nicht lohnt, sich zu sorgen, ob jemand Bestimmtes etwas gegen mich hat, mich ablehnt. :verliebt:

    Anna Panna-Sati:

    Der geschulte "Edle" genießt die Freiheit, den Geisteszustand, in dem er verweilen möchte, wählen zu können:

    Das will ich mir noch durchlesen, Erinnerung an mich. :!:

    ewald:

    Wenn man beachtet, dass Gleichmut mit Gelassenheit in Verbindung gebracht wird, ist das ein positiver Aspekt.

    Ja, im Gegensatz zu Gleichgültigkeit meintest du noch dazu. Auf Menschen bezogen aber nicht ganz so einfach finde ich zu unterscheiden. Wenn ich mich schütze und aufhöre mich zu sorgen, wie jemand über mich denkt, so kann es ja auch aus Gleichgültigkeit demjenigen gegenüber sein. :?: LG :heart:

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    2 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (2. Juli 2024 um 21:28)

  • Schneelöwin
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    • 3. Juli 2024 um 15:53
    • #19
    Anna Panna-Sati:

    "Jüdisches Telegramm: "Mach dir schon mal Sorgen. Einzelheiten folgen."" :erleichtert:

    Diesem Telegramm kann ich momentan nur zustimmen. Bei mir häuft sich momentan so einiges und mit nur "Gleichmut" würde ich wohl nicht so richtig zur Tat schreiten. Erst wenn mich die Sorgen so plagen, dass ich diese erledigt haben möchte, schreite ich voran.

    Anders kann ich es leider nicht beschreiben.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Aravind
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    • 3. Juli 2024 um 19:39
    • #20
    Schneelöwin:

    Bei mir häuft sich momentan so einiges und mit nur "Gleichmut" würde ich wohl nicht so richtig zur Tat schreiten.

    Oder erst recht! ;)

    Diesen Zustand halte ich für ganz normal. Mit zunehmender Praxis kann der Gleichmut zunehmen.

    Aber die alten Ängste und Geschichten sind natürlich gleichzeitig immer noch da, wenn vielleicht auch abgeschwächt. Oder sogar stärker, weil wir unseren Panzer durch die Praxis durchlässiger machen (weniger "Gleichgültigkeit", Wegschauen als Bewältigungsstrategie).

    Wenn da nur noch Gleichmut ist, und die Ängste verschwinden, dann kann es plötzlich ganz leicht werden, das zu tun, was zu tun ist. Und mit viel mehr Energie, weil wir nicht mehr so viel Energie in unserem Widerstand vergeuden.

    Oder man tut es einfach nicht, ohne sich Sorgen zu machen, und akzeptiert die Konsequenzen.

    Liebe Grüße, Aravind.

  • Qualia
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    • 3. Juli 2024 um 22:04
    • #21

    Mir wird immer wieder klar das Körper/Selbst (Skandha) immer in seiner Art handelt.

    Der Geist der auch Bewusstsein ist, kann nur frei handeln, wenn er die Stricke der Angst abschneidet, einen nach dem anderen, das geht aber nur wenn den Skandha (Selbst) ganz vertraut wir, denn die fünf Anhäufungen haben nur ein Ziel ohne unwohl zu leben.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Schneelöwin
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    • 4. Juli 2024 um 10:49
    • #22
    Aravind:

    Aber die alten Ängste und Geschichten sind natürlich gleichzeitig immer noch da, wenn vielleicht auch abgeschwächt. Oder sogar stärker, weil wir unseren Panzer durch die Praxis durchlässiger machen (weniger "Gleichgültigkeit", Wegschauen als Bewältigungsstrategie).

    Gleichgültig bin ich bis jetzt wenig gewesen, sondern eher ein Mensch der vieles zwischendurch oder im Anschluss hinterfragt.

    Damit fahre ich auch ganz gut, weil es mir hilft, für die Zukunft besser einschätzen zu können, ob ich zu viel Aktivität oder aber auch zuwenig Aktivität zum Erreichen kleiner Ziele eingesetzt habe und daraus lerne ich dann für die Zukunft.

    Obwohl es dann doch manchmal wieder anders kommt, als man vorher wahrgenommen hat.

    Dann gibt es aber Dinge, die Du wohl meinst mit "alten Ängsten" die sehr, sehr tief gehen und damit geht es schwer, seit Jahrzehnten.

    Früher habe ich vermieden; heutzutage gehe ich schon immer mehr diese Wege, aber nur wenn notwendig.

    Selbst nach vielen Erledigungen, es wird nicht besser und jeder Weg dahin gehe ich dann Schritt für Schritt, ganz achtsam, einatmen- ausatmen, einatmen-ausatmen. Das hilft mir ein wenig, bis zum nächsten Angang.

    Also die Zeit heilt keine Wunden (jedenfalls nicht bei mir) aber ich versuche damit zu leben und dabei hilft mir gut die Praxis, wie man vielleicht herauslesen kann.

    Mal sehen wie es nach einem weiteren Jahrzehnt dann ist :)

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • ewald
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    • 5. Juli 2024 um 18:59
    • #23

    Die Zeit heilt nur die Wunde, wenn man die Zeit zum Heilen nutzt, wenn man sagt, Schau heilt nichts, ich warte und warte, aber der Beweis, keine Heilung. Wie man mit Nichtheilung leben kann, ist mir ein Rätsel, lange geht es nicht. Heilen ist ein aktiver innerer Prozess, er braucht Zeit, aber ohne Aktivieren der Selbstheilungskräfte geht es nicht. Deshalb gibt es Gleichmut gegen Schmerzen beim Heilen, aber mit Gleichgültigkeit der Störung gegenüber wird es nichts.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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