Alles anzeigenKein Wissenschaftler kann sich der Grenze seines Unwissens entziehen. Hat er sie erkannt, dann wird er automatisch auch ein Philosoph.
Ein Wissenschaftler, der sich nur an das Gegebene hält, oder einer, der an Religion festhält, ist kein Philosoph.
? Das eine schließt das andere doch nicht aus.
Mir gefällt diese kategorische Behauptung nicht, lieber Qualia
Beidem widerspreche ich.
1. Wenn jemand weiß, dass er nichts weiß, dann weiß er. Zugleich ist das Weisheit.
Wenn aber jemand nicht weiß, dass er nichts weiß, dann glaubt er zu wissen, dass er weiß, und dass er weiß zu wissen. Das ist, buddhistisch definiert, Unwissenheit.
2. Auf der relativen Ebene wissen Wissenschaftler, dass sie stets in der Gegenwart, bedingt durch die aktuellsten Ergebnisse, zur bestmöglichen und plausibelsten Theorie gekommen sind, aber sie wissen auch, dass das ein vorübergehender Status ist, da bei fortgeschrittenen und genaueren Ergebnissen die alte Theorie, die bisher galt, nicht zu verwerfen ist, sondern verbessert und verfeinert wird.
Ein Wissenschaftler hält sich nicht dauerhaft fest an das Gegebene, sondern er weiß nur, dass aufgrund der gegenwärtigen Gegebenheiten die bestmögliche Theorie gültig ist. Andernfalls wäre ein Wissenschaftler kein Wissenschaftler.
3. Nicht grundsätzlich schließt das eine das andere nicht aus. Sondern wir müssen uns hier immer darauf besinnen, auf welcher Ebene wir uns dabei bewegen.
4. Wenn wir das aber ganz streng betrachten, so ist es unmöglich, auf der absoluten Ebene zu kommunizieren - im landläufigen Sinne.
5. Sowohl die absolute als auch die relative Ebene sind Ausdrucksweise, zwei Seiten, ein und desselben Urgrunds (Stichwort: Rigpa/Samantabhadra), Aber selbst das kann durch Benennung Unwissenheit ausdrücken.
Hahaha! - Habe ich Euch jetzt reingelegt?
Der Weise schweigt.