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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
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  • Tim1
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    • 4. April 2026 um 19:35
    • #1.176

    Danke für Eure Beitrage und Euer Verständnis. Jede/r erlebt das individuell und anders. Ich bin mit meinen Energie Ressourcen innerlich in einem Bereich, der nicht mehr akzeptabel ist und da haben diese Situationen maßgeblich dazu beitragen.


    Einige haben geschrieben, ich hätte eine Wahl.


    In meiner persönlichen und beruflichen Realität erlebe ich das anders. Viele Abläufe sind heute technisch und organisatorisch so festgelegt, dass individuelle Lösungen kaum möglich sind.


    Mein ursprünglicher Beitrag war kein Angriff auf die Digitalisierung und auch kein nostalgischer Rückblick auf früher. Mir ist bewusst, dass der Fortschritt viele Vorteile bringt. Gleichzeitig spüre ich aber, dass meine Möglichkeiten, mir echte Freiräume zu schaffen, immer kleiner geworden sind.


    Das ist keine theoretische Diskussion für mich, sondern eine konkrete Alltagserfahrung. Und genau deshalb habe ich meinen Beitrag geschrieben.


    Mir geht es nicht darum, andere zu überzeugen oder recht zu bekommen. Ich beschreibe lediglich meinen Standpunkt:
    Ich sehe im Moment für mich wenig Spielraum, und ich merke, dass ich zunehmend klare Grenzen setzen muss, um mein Gleichgewicht zu bewahren.


    Darum ging es mir. Danke fürs Zuhören, Tim

  • Igor07
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    • 4. April 2026 um 20:16
    • #1.177
    Tim1:

    Einige haben geschrieben, ich hätte eine Wahl.

    Lieber Tim, also buddhistisch betrachtet hast du nur eine Wahl: deine eigene Einstellung zu ändern. In diesem Sinne sagen sinngemäß die Sutren: Der Körper leidet, aber nicht der Geist.

    Aber selbst die Situation per se können wir nicht ändern.

    So war es immer bei dir: Andere sind schuld – die Gesellschaft, die Regierungen, die Arbeitgeber. Entschuldigung, nicht persönlich gemeint.

    Diese alle können wir nicht ändern; sie entstehen und vergehen nach dem Gesetz der Konditionalität, entsprechend bestimmten Ursachen und Bedingungen.

    Wir können das Ganze nur sehr beschränkt beeinflussen, wenn überhaupt.

    Das ist die andere Ebene, so habe ich versucht, es mit einfachen Wörtern zu erklären.

    Alles Gute dir.:heart:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Michael Haardt
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    • 4. April 2026 um 20:40
    • #1.178
    Tim1:

    In meiner persönlichen und beruflichen Realität erlebe ich das anders. Viele Abläufe sind heute technisch und organisatorisch so festgelegt, dass individuelle Lösungen kaum möglich sind.

    Da muss ich zustimmen. Es gibt in den alten Industrieländern ein zunehmendes Misstrauen der Menschen gegenüber ihren Regierungen und das hat viel mit der Weise zu tun, wie sie ihre Bürger nur noch als Steuern generierende Resourcen engmaschig verwaltet.


    Ich habe es schon oft gesagt: Unsere Kultur geht auf ihr Ende zu. Das Festkrallen an unlogischen Leitmotiven wie "Wachstum" gehört dazu, ebenso die Weigerung, die Realität zu erkennen. Je weniger es klappt, um so geringer wird die Freiheit für Menschen. Wovon auch immer Buddha abrät, genau das treibt diese Entwicklung voran.

  • Igor07
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    • 4. April 2026 um 21:07
    • #1.179

    Der Buddhismus sagt, dass das Glück, welches auf äußeren, bedingten und vergänglichen Phänomenen basiert, immer scheitern wird. Was aber der historische Buddha sagte, darüber kann man nur spekulieren. Nur so kann man die echte Gelassenheit im buddhistischen Sinne gewinnen.

    Der Buddha war von den Regierungen und den Königen der damaligen Zeit abhängig. Er sollte sich mit ihnen arrangieren. Der Orden brauchte Spenden, die Mönche Medizin, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.

    Darum geht es im ganzen Faden. Oder täusche ich mich?:taube:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Tim1
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    • 4. April 2026 um 22:14
    • #1.180

    Lieber Igor,


    du hast recht: Die eigene Einstellung beeinflusst das Leiden. Das ist ein zentraler Gedanke im Buddhismus, und daran arbeite ich auch.


    Gleichzeitig zeigt selbst das Beispiel des Buddha, dass auch er in äußeren Bedingungen gelebt hat und mit ihnen umgehen musste. Der Orden war auf Unterstützung angewiesen, und vieles war schlicht gegeben und nicht frei wählbar. Gelassenheit bedeutete daher nicht, dass die äußeren Umstände verschwanden, sondern dass man lernte, in ihnen zu bestehen.


    Was ich in meinen Beiträgen beschreibe, ist genau diese Ebene: konkrete Lebensbedingungen, die sich für mich derzeit nicht einfach verändern lassen, ohne sehr grundlegende Konsequenzen in Kauf zu nehmen.


    Darum geht es mir – nicht um Glück, das von äußeren Dingen abhängt, und auch nicht um Klagen, sondern um das ehrliche Benennen von Grenzen innerhalb der Realität, in der ich lebe.


    Das ist mein Standpunkt.

  • Aravind
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    • 5. April 2026 um 17:06
    • #1.181
    Michael Haardt:

    Was die Arbeit angeht, so kann man seinem Arbeitgeber mitteilen, dass er ein Gerät zur Verfügung stellen soll, und verweigern, eine App auf einem privaten Smartphone zu installieren. Gibt ein dummes Gesicht, aber auf einmal gibt es dann andere Wege.

    Wieso das denn? Private Mobilgeräte sind ein 1a-Sicherheitsrisiko.


    Für 2FA gibt es einfache, günstige Lösungen ganz ohne Mobiltelefon.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Michael Haardt
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    • 5. April 2026 um 21:07
    • #1.182
    Aravind:

    Wieso das denn? Private Mobilgeräte sind ein 1a-Sicherheitsrisiko.


    Für 2FA gibt es einfache, günstige Lösungen ganz ohne Mobiltelefon.

    Richtig. Ein Paradebeispiel für Schwachsinn, den man größtenteils mitmachen muss. Wer sich weigert, wird die Antwort im nächsten Review hören und hat dann nichts mehr von der Feststellung, dass es vorher kein Feedback gab, weil Bewertungen von oben nach unten erteilt werden. Aber hin und wieder kommt man mit irgendwas durch. Auf die Dauer ist es dennoch ermüdend.


    Große Veränderungen haben große Konsequenzen, keine Frage. Darum ist es wichtig, die Welt möglichst so zu sehen, wie sie ist.

  • Samadhi1876
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    • 7. April 2026 um 19:59
    • #1.183

    “Ein Ort der weder Heiß noch Kalt ist“

    EIN ORT, DER WEDER HEISS NOCH KALT IST | SOTOZEN.COM

  • Samadhi1876
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    • 22. Mai 2026 um 07:14
    • #1.184

    Gestern Abend habe ich diesen „Podcast“ noch gefunden. Vielleicht hilfreich und leicht verständlich zu dem Thema Gelassenheit, Ignoranz und viele Gedanken und täglich Neues in der Welt. Dabei kommt aber auch heraus das es Übung braucht wie Meditation um damit (Gedanken, etc.) besser umgehen zu können…


    Gert Scobel: Selbsterkenntnis und Meditation
    Wie gehören rationales Denken der Aufklärung und fernöstliche Zen-Meditation zusammen? Philosoph und Zen-Praktizierender Gert Scobel diskutiert mit Moderatorin…
    www1.wdr.de
  • Tim1
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    • 19. Juni 2026 um 11:05
    • #1.185

    In den letzten Jahren ist mir etwas aufgefallen.


    Ich habe mich über viele Dinge aufgeregt. Über Entwicklungen in der Gesellschaft, über Arbeit, Gesundheit, Konflikte und vieles andere.


    Oft waren die Gründe dafür nicht völlig unbegründet.


    Trotzdem frage ich mich heute manchmal, ob ich manchen Dingen zu viel Bedeutung gegeben habe.


    Denn rückblickend haben viele dieser Sorgen die Welt nicht verändert.


    Mich selbst allerdings schon.


    Vor allem Zeit, Energie und innere Ruhe sind dabei verloren gegangen.


    Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, wie viel Kraft bereits das normale Funktionieren im Alltag kostet. Viele Dinge laufen nicht von selbst. Man muss sich um sie kümmern, ob man gerade Kraft dafür hat oder nicht.


    Vielleicht besteht Gelassenheit nicht darin, alles gut zu finden oder alles zu ignorieren.

    Vielleicht besteht sie manchmal einfach darin, genauer zu unterscheiden:

    Was ist wirklich wichtig?


    Und was beschäftigt mich nur, ohne mein Leben tatsächlich zu verbessern?


    Diese Frage erscheint mir heute wichtiger als viele Antworten, nach denen ich früher gesucht habe.

  • Qualia
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    • 19. Juni 2026 um 11:24
    • #1.186

    Mir ist aufgefallen das ich erst Probleme bekomme, wenn ich mich mit etwas identifiziere, das mich nicht direkt betrifft. Tatsächlich unterscheiden ob das mein Problem ist oder nur ein Ausweichen vor meinen Problemen. Denn sich Probleme zuziehen macht genau das: Ich muss meine Probleme nicht mehr wichtiger nehmen, obwohl sie das Wichtigste sind.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
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    • 19. Juni 2026 um 12:38
    • #1.187
    Tim1:

    In den letzten Jahren ist mir etwas aufgefallen.


    Ich habe mich über viele Dinge aufgeregt. Über Entwicklungen in der Gesellschaft, über Arbeit, Gesundheit, Konflikte und vieles andere.


    Oft waren die Gründe dafür nicht völlig unbegründet.


    Trotzdem frage ich mich heute manchmal, ob ich manchen Dingen zu viel Bedeutung gegeben habe.


    Denn rückblickend haben viele dieser Sorgen die Welt nicht verändert.


    Mich selbst allerdings schon.


    Vor allem Zeit, Energie und innere Ruhe sind dabei verloren gegangen.


    Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, wie viel Kraft bereits das normale Funktionieren im Alltag kostet. Viele Dinge laufen nicht von selbst. Man muss sich um sie kümmern, ob man gerade Kraft dafür hat oder nicht.


    Vielleicht besteht Gelassenheit nicht darin, alles gut zu finden oder alles zu ignorieren.

    Vielleicht besteht sie manchmal einfach darin, genauer zu unterscheiden:

    Was ist wirklich wichtig?


    Und was beschäftigt mich nur, ohne mein Leben tatsächlich zu verbessern?


    Diese Frage erscheint mir heute wichtiger als viele Antworten, nach denen ich früher gesucht habe.

    Alles anzeigen

    Das ist eben die Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung, die man daraus gemacht hat. Eigene Weisheit die man nun selbst erlangt hat. Auch wenn es unbestimmte Zeit gedauert hat. Vorher hat man vielleicht noch was anderes geglaubt oder geglaubt oder sich erhofft. Oder woanders gesucht. Oder nur darüber gelesen „was glücklicher gemacht“, aber man hatte noch nicht ganz die Gewissheit, ob das „denn stimmt“. Weil die Selbsterfahrung noch fehlte. Und deshalb ist das auch so wichtig eigene Erfahrungen zu machen.

    Theorie und Praxis sind eben auch unterschiedlich. In der Theorie stellt man sich manches oft einfach nur vor wie etwas sein müsste. Aber in der Praxis erkennt man erst die Wirklichkeit und auch die Schwierigkeiten.

    Es Bedarf nun also auch Achtsamkeit, immer besser zu unterscheiden, wann man gerade wieder in eine Falle geraten ist und wie man da wieder raus kommt. Beides weiß man mit der Zeit. Und der Rest ist weiter üben üben üben…

  • Aravind
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    • 19. Juni 2026 um 17:56
    • #1.188
    Tim1:

    Trotzdem frage ich mich heute manchmal, ob ich manchen Dingen zu viel Bedeutung gegeben habe.

    Genau Tim,


    die Antwort auf diese Frage heißt für uns alle: Ja!


    Deshalb praktizieren wir.


    Liebe Grüße,

    Aravind .

  • Sayitingerman
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    • 19. Juni 2026 um 18:47
    • #1.189
    Tim1:

    In den letzten Jahren ist mir etwas aufgefallen.


    Ich habe mich über viele Dinge aufgeregt. Über Entwicklungen in der Gesellschaft, über Arbeit, Gesundheit, Konflikte und vieles andere.


    Oft waren die Gründe dafür nicht völlig unbegründet.


    Trotzdem frage ich mich heute manchmal, ob ich manchen Dingen zu viel Bedeutung gegeben habe.


    Denn rückblickend haben viele dieser Sorgen die Welt nicht verändert.


    Mich selbst allerdings schon.


    Vor allem Zeit, Energie und innere Ruhe sind dabei verloren gegangen.


    Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, wie viel Kraft bereits das normale Funktionieren im Alltag kostet. Viele Dinge laufen nicht von selbst. Man muss sich um sie kümmern, ob man gerade Kraft dafür hat oder nicht.


    Vielleicht besteht Gelassenheit nicht darin, alles gut zu finden oder alles zu ignorieren.

    Vielleicht besteht sie manchmal einfach darin, genauer zu unterscheiden:

    Was ist wirklich wichtig?


    Und was beschäftigt mich nur, ohne mein Leben tatsächlich zu verbessern?


    Diese Frage erscheint mir heute wichtiger als viele Antworten, nach denen ich früher gesucht habe.

    Alles anzeigen

    Man kann Dingen nicht genug Bedeutung geben. Was für dich wichtig ist, solltest du niemals klein reden! :)

  • Monikamarie
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    • 19. Juni 2026 um 19:24
    • #1.190

    Lieber Tim, ich freue mich, dass Du das erkannt hast.


    Früher habe ich geglaubt, auf dem spirituellen Weg gibt es keine Schwierigkeiten mehr, sie verschwinden einfach.


    Es endet nie, aber ich leiste ihnen keinen Widerstand mehr. Auch wenn ich das schon lange weiß, falle ich doch manchmal wieder rein, dann frage ich mich


    "Was ist hier los? Warum beschäftigt Dich das?"


    Und schon erinnere ich mich wieder "nicht ergreifen, nicht füttern, Adios Gedankenkarussell".


    Das wird immer besser.


    :):heart:Monika

  • Tim1
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    • 20. Juni 2026 um 02:25
    • #1.191

    Qualia
    Ich glaube, bei mir liegt der Schwerpunkt etwas anders.


    Die Dinge, die mich in den letzten Wochen beschäftigt haben, waren überwiegend meine eigenen Themen und keine fremden Probleme. Wohnung, Gesundheit, Arbeit, Familie, finanzielle Fragen – das waren alles Dinge, die mich unmittelbar betroffen haben.


    Was ich im Nachhinein eher hinterfrage, ist nicht, dass ich mich mit diesen Themen beschäftigt habe, sondern wie viel Energie und Aufregung ich ihnen gegeben habe.


    Die Probleme waren real. Die Reaktionen darauf waren vielleicht manchmal größer, als sie hätten sein müssen.


    Darin liegt für mich derzeit eher die Erkenntnis.

  • Tim1
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    • 20. Juni 2026 um 02:32
    • #1.192

    Samadhi1876
    Ja, so ähnlich sehe ich das mittlerweile auch.


    Was sich verändert hat, ist weniger mein Blick auf die Probleme selbst, sondern eher auf meine Reaktionen darauf.


    Heute frage ich mich bei manchen Dingen, ob die enorme Energie, die Aufregung und die vielen Gedanken im Verhältnis zum tatsächlichen Problem standen.


    Diese Erkenntnis hätte mir wahrscheinlich niemand theoretisch vermitteln können. Die musste ich wohl selbst machen.


    Und vermutlich besteht die Übung tatsächlich darin, solche Muster künftig früher zu erkennen.

  • Tim1
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    • 20. Juni 2026 um 02:47
    • #1.193

    Monikamarie

    Liebe Monika,

    danke für Deine Antwort.


    Ich glaube, genau dieser Punkt ist mir in den letzten Wochen stärker bewusst geworden.


    Die Schwierigkeiten waren durchaus real und viele davon haben mich unmittelbar betroffen.


    Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viele Kraft und innere Ressourcen manchmal durch das ständige Nachdenken, Analysieren und Sich-Hineinsteigern verloren gehen.


    Dein Satz „Was ist hier los? Warum beschäftigt Dich das?“ gefällt mir deshalb besonders gut.

    Vielleicht ist das tatsächlich etwas, das man immer wieder neu lernen muss.


    Nicht die Schwierigkeiten verschwinden zu lassen, sondern zu erkennen, wann man beginnt, sie innerlich immer weiterzudrehen.


    Vielen Dank für Deine Gedanken und die vielen hilfreichen Beiträge über die Jahre.


    Liebe Grüße
    Tim

  • Qualia
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    • 20. Juni 2026 um 09:24
    • #1.194

    „Will ich das wirklich behalten?“

    Sind das wirklich alles Dinge, die ich behalten und vor allem bewahren muss, oder kann da einiges weg? Kommt die Antwort „Das ist nicht mehr meins, weil ich es nicht mehr benutze“, dann ist die befreiende Handlung: „Das ist nicht meins.“ Die Reflexion über „meine“ Dinge hilft zu Handlungen, die ein befriedigendes Gleichgewicht herstellen.


    Buddha: „Das ist nicht meins.“ Ich kann nichts mehr als meinen nackten Körper ohne jedes Zeichen (Narben, Tattoos usw.) als mein erkennen, bis zu meinem Zerfallen.


    „Bin das wirklich ich?“

    Ist das, wie ich mich fühle und wie ich handle, wirklich das, was ich bin, oder sind das Selbstkonditionierungen? Sind meine Handlungen und Vorstellungen zum meinem körperlichen Wohlbefinden oder ohne Rücksicht auf meinen Körper nur zu meinem geistigen Wohlbefinden? Erkenne ich nur mein geistiges und meine Vorstellungen befriedigendes Handeln, dann sollte ich üben, mir zu befehlen: „Das bin nicht ich!“ Befehlen, weil sich Vorstellungen mit ihren körperlichen Folgen nur mit genauen Befehlen meines Verstandes korrekt umbauen lassen.


    Buddha: „Das bin nicht ich.“ Weil ich mein Ich nicht fassen kann, es erscheint nur jetzt, vergeht nicht, entsteht nicht, dauert nicht.


    „Bin ich meine Persönlichkeit oder doch eine Rolle?“

    Wie erscheine ich anderen und wie möchte ich erscheinen? Zeige ich die Rolle/Persönlichkeit, die ich gerade bin, die anderen von mir verlangen oder die, an die sie sich erinnern? Verlange ich, so zu erscheinen, wie ich wahrgenommen werden will? Verlange ich nach Verbundenheit? Ich muss erkennen das jeder mir gegenüber mich so wahrnimmt, wie es ihm möglich ist. Dass es mir nicht hilft, meine Rolle anzupassen, an meiner erscheinenden Persönlichkeit zu arbeiten. Was hilft, ist, sich immer bewusst zu sein das meine erscheinende Persönlichkeit immer nur die ist, die ein anderer erkennt. Mit Kleidung kann ich versuchen, einen bestimmten Eindruck zu erreichen, aber auch das ist nur eine Rolle. Ich bin nie die Rolle, es ist nur der Versuch einer Verkleidung, um anderen zu gefallen oder eben nicht aufzufallen.

    Die Persönlichkeit oder Rolle ist nicht meine, es ist eine Verblendung, die mir andere zuschreiben.


    Buddha: „Das ist nicht mein Selbstsein.“ Weil „mein“ Selbstsein bedingt entsteht durch die, die mich so wahrnehmen, wie sie mich wahrnehmen. An den Vorstellungen oder Wahrnehmungen oder Urteilen kann ich nichts ändern, nur sie können das.


    Die eine Lehre, die Buddha zeigt: Das ist nicht mein. Das bin nicht ich. Das ist nicht mein Selbstsein. Ganz einfach, aber schwer zu erkennen und umzusetzen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 20. Juni 2026 um 20:16
    • #1.195

    Das wahre Selbst zu erkennen


    Ist die Wichtigste Erkenntnis


    Psychologisch und Spirituell


    Denn erste Danach


    Kann darauf aufbauend erst wieder etwas Neues


    Entstehen und Erblühen


    Und kann man Schädlichem von nicht Schädlichem besser unterscheiden…

  • lotusbomber
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    Mahayana / Karma Kagyü
    • 23. Juni 2026 um 09:50
    • #1.196

    Die Spannung zwischen Gelassenheit und Engagement zieht sich durch viele dieser Diskussionen und ich glaube, sie löst sich auf, wenn man Gelassenheit nicht als Passivität versteht, sondern als innere Stabilität, von der aus klares Handeln möglich wird. Der Achtfache Pfad beschreibt das gut: Rechte Anstrengung, Rechtes Handeln und Rechte Rede sind aktive Elemente und definitiv kein Rückzug.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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