Von wem wird das Wahrgenommene gesehen? Das ist ganz klar, nicht von einem „Wem“, sondern von den Skandhas insgesamt. Die fünf Anhäufungen nehmen wahr, diese sind selbst ohne Ich, das kein „Wem“ sein kann.
Wer sieht aus dem Fenster? Da ist keiner, der aus dem Fenster sieht. Sehen geschieht. Ein „Wer“ tritt erst auf, wenn Aufmerksamkeit auf etwas Gesehenes trifft, dieses erkannt, benannt und einem Wahrnehmenden zugeschrieben wird.
Meine Angewohnheit, Pflanzen und Tiere zu benennen, auf einem Spaziergang, machte mich darauf aufmerksam.
Für wen brauche ich Namen, wenn ich allein bin? Nur für mein konventionelles Ich. Für das bloße Gehen, Sehen und Wahrnehmen sind Namen nicht notwendig, also habe ich geübt das sie dann nicht mehr erscheinen.
Solange nur gesehen wird, erscheint kein „Jemand“. Erst durch Benennen, Einordnen, Bewerten und Urteilen bildet sich das konventionelle Ich als sprachliche und gedankliche Zuschreibung. Die Benennung dient dem Austausch zwischen konventionellen Ichs, nicht dem Sehen selbst. Das ist auch von Buddha als unabdingbar anerkannt.
Der so benannte Jemand entsteht abhängig von Bedingungen und vergeht mit dem Wegfall dieser Bedingungen, ohne dass dabei ein beständiges Wesen gefunden werden kann.
Dukkha wird das konventionelle Ich, wenn der erscheinende oder vergangene Jemand, als stabil gesehen wird und in die Gegenwart geholt oder sogar in die Zukunft gesendet werden soll. Aus dieser Vorstellung von Beständigkeit entstehen Anhaften, Verteidigen, Sorgen und Leiden.