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Bedeutung

  • Werner Stepan
  • 8. September 2026 um 12:24
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    • 1. Oktober 2026 um 13:41
    • #151

    Von wem wird das Wahrgenommene gesehen? Das ist ganz klar, nicht von einem „Wem“, sondern von den Skandhas insgesamt. Die fünf Anhäufungen nehmen wahr, diese sind selbst ohne Ich, das kein „Wem“ sein kann.


    Wer sieht aus dem Fenster? Da ist keiner, der aus dem Fenster sieht. Sehen geschieht. Ein „Wer“ tritt erst auf, wenn Aufmerksamkeit auf etwas Gesehenes trifft, dieses erkannt, benannt und einem Wahrnehmenden zugeschrieben wird.


    Meine Angewohnheit, Pflanzen und Tiere zu benennen, auf einem Spaziergang, machte mich darauf aufmerksam.

    Für wen brauche ich Namen, wenn ich allein bin? Nur für mein konventionelles Ich. Für das bloße Gehen, Sehen und Wahrnehmen sind Namen nicht notwendig, also habe ich geübt das sie dann nicht mehr erscheinen.


    Solange nur gesehen wird, erscheint kein „Jemand“. Erst durch Benennen, Einordnen, Bewerten und Urteilen bildet sich das konventionelle Ich als sprachliche und gedankliche Zuschreibung. Die Benennung dient dem Austausch zwischen konventionellen Ichs, nicht dem Sehen selbst. Das ist auch von Buddha als unabdingbar anerkannt.

    Der so benannte Jemand entsteht abhängig von Bedingungen und vergeht mit dem Wegfall dieser Bedingungen, ohne dass dabei ein beständiges Wesen gefunden werden kann.


    Dukkha wird das konventionelle Ich, wenn der erscheinende oder vergangene Jemand, als stabil gesehen wird und in die Gegenwart geholt oder sogar in die Zukunft gesendet werden soll. Aus dieser Vorstellung von Beständigkeit entstehen Anhaften, Verteidigen, Sorgen und Leiden.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • Samadhi1876
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    • 1. Oktober 2026 um 13:50
    • #152

    Das Ich verschwindet ja auch nicht endgültig nach einem Kensho oder Satori Erlebnis. Das Ego wird allerdings dadurch erschüttert. Hat für Momente seine Macht und Kontrolle verloren. Das Ego, worüber das Ich sich bis dahin ein Selbstbild erschaffen hat. Angefangen nachdem das Ich entstanden ist durch Erkennen von Du und Ich nach der Geburt. Sich allmählich getrennt zu fühlen in der Welt.

    Der Buddha hat das Universum oder was ist nach dem Sterben des Körpers anscheinend auch nicht weiter behandelt oder angesprochen. Wie die Tibeter in ihrem Totenbuch. S.a. den Link den ich zuvor geteilt habe „Was geschieht nach dem achtfachen Pfad“.


    Ihm ging es um das Leiden während man lebt. Um Begehren und Anhaftungen und Unwissenheit die zu unnötigem selbst verursachten Leid führen. Wie zb ein Pfeil hat mich getroffen. Und selbst noch mal einen Pfeil sich selbst hinzuzufügen in dem man sich zusätzliches Leid zum Leid in dem Moment aufbaut.


    Meditation an sich hilft, Gedanken und Emotionen besser kommen und gehen zu lassen. Nicht mehr so sehr der Spielball dessen zu werden. Größere Pausen entstehen zu lassen. In dem man auf die Gedanken und Emotionen nicht mehr sofort reagiert. Und feststellt „ich“ bin nicht allein nur diese Gedanken und Emotionen.


    Andere oder besser überlegte Handlungen fürs Leben sind dadurch auch möglich: früher hat man sich zb spontan etwas gekauft was man schön fand und meinte haben zu müssen.

    Durch die Meditation erkennt man auch besser was man wirklich braucht. Man kommt auch mit weniger materiellem als zuvor aus. Bzw. identifiziert sich auch nicht mehr wie zuvor mit anderen Ansichten und Meinungen.

    Es entsteht von selbst mehr Dankbarkeit und Demut.

    Freude darüber was Da ist.

    Mehr Leben im Hier und Jetzt.

    Auch wenn es weiterhin sein kann, das man sich mehr Gerechtigkeit in der (Menschen)Welt wünscht.


    So gibt es weiterhin manche Leiden zu Lebzeiten die man selbst nicht ändern kann. Eigene Grenzen.


    Wodurch man auch erkennt was man auch nur immer wieder neu loslassen kann…

  • Samadhi1876
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    • 1. Oktober 2026 um 14:21
    • #153

    Als Neugeborenes hat man bereits alle Sinne wie heute. Aber man ist sich selbst noch nicht so bewusst wie es sich später erst entwickelt.


    Und deshalb gefühlt auch nicht so getrennt von der Welt. Auch wenn Hunger und Kälte und selbst nicht mehr tun können, früh beginnen zu plagen.


    Mehr Bewusstsein über sich selbst und die Umwelt entsteht erst mit der Zeit. Auch mehr Autonomie. Und dadurch auch ein sich mehr getrennt fühlen vom „Rest der Welt“. Durch mehr Unterscheidungen als zuvor.

    Und auch mehr Bewertungen: das mag ich, das nicht. Das ist schön. Das ist hässlich. Das sind Mama und Papa und das sind Fremde, Andere, ...


    Der nicht (mehr) unterscheidende Geist in der Meditation ist auch wieder eine Rückkehr zu damals, als man zum ersten Mal genauso das Licht der Welt erblickte.


    Und sich staunend und wundernd überall umsah. Alles zum ersten Mal. Ohne grosse weitere Bewertungen.

    Gefühlt mitten im Universum sein und keinen Augenblick gefühlt davon getrennt sein.


    Und alles hat (noch) denselben Wert. Alles scheint (noch) Eins zu sein.

  • JoJu91
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    • 2. Oktober 2026 um 08:17
    • #154
    Schneelöwin:

    steckt in Deinem "Wenn" vielleicht schon eine kleine Ahnung, dass es dieses "etwas" tatsächlich gibt?

    Die Frage kann ich nicht beantworten, ohne mich auf vermintes Gelände zu begeben.


    Würde ich sagen Nein, würde ich dieses Etwas bezweifeln, was ich nicht tue.

    Wenn ich sage Ja, kann die Antwort als Aussage aussagenlogisch (*) bezweifelt werden.


    (*)

    Aussage 1: "Dieses Etwas gibt es"

    Aussage 2: "Dieses Etwas gibt es nicht"


    (:

    Einmal editiert, zuletzt von JoJu91 (2. Oktober 2026 um 09:00)

  • JoJu91
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    • 2. Oktober 2026 um 08:45
    • #155
    Werner Stepan:

    Würde mich auch interessieren, da ich in meinen Meditationsversuchen (ca. 40 Jahre) auch etwas wie "Leerheit/Fülle/Nicht-Selbst/Nichts" erfahren durfte, aber ich versuchte es immer rational zu erfassen, da es immer nur kurze Augenblicke waren, die ich immer als eine Art Sekundenschlaf begründete.

    Im sehr systematisch arbeitenden Theravada erfolgt die "Erfahrung der Leere" im sog. siebten Jhana, also einer der formlosen oder unkörperlichen meditativen "Vertiefungen", in der der Beobachter kein individuelles Ich mehr ist, aber noch vorhanden.

    Die Erfahrung hinterher rational einzuordnen, macht durchaus Sinn.


    Das siebte Jhana gehört - wie alle Jhanas - immer noch zum Reich der Bedingheit, die Bedingung ist hier die Konzentration des Meditierenden. Der konzentrierte Geist ist - wenn auch auf einer sehr subtilen Ebene - noch getrennt vom Objekt seiner Konzentration, hier von den Phänomen, die er als leer, ohne Kernsubstanz, erkennt.


    Alle Jhanas können konkret erfahren werden, ausserhalb des Rahmens eines mehrtätigen Retreats in Abgeschiedenheit erscheint mir die Aufgabe aber schwer lösbar.

    Ich habe in meinen jüngeren Jahren drei solche Retreats gemacht und parallel für einen Zeitraum von mehreren Jahren mindestens ein Ein-Tages-Sesshin (sechsmal fünfundvierzig Minuten Zazen, unterbrochen durch eine Mittagspause) besucht und / oder ein Abend-Sesshin mit dreimal dreissig Minuten.


    Siebtes Jhana ist ein Wort für einen sehr einfachen, geläuterten, unkomplizierten Geisteszustand, verglichen mit dem ständig vom mehr oder minder schweren Wahnsinn bedrohten Alltagsgeist.

    2 Mal editiert, zuletzt von JoJu91 (2. Oktober 2026 um 08:58)

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    • 2. Oktober 2026 um 08:57
    • #156

    Immer wieder interessant Taikan Jyojis
    "Tagebuch eines Zen-Meisters, der aus dem Westen kam" oder so ähnlich.
    Er beschreibt in Echtzeit chronologisch seinen Weg vom Eintritt ins Zen-Kloster im Mai 1968 bis zum Verlassen Mitte der 1970er.

    Ich zitiere nicht wörtlich aus dem Buch, sondern aus den Aufzeichnungen, die ich mir einst aus dem Buch gemacht habe.


    #####


    Juni 1973:
    "
    Woher kommt der Gedanke ?
    Wo beginnt er, wo endet er ?
    Anfang und Ende fassen ist unmöglich,
    ich möchte entdecken, was übrig bleibt,
    wenn keine Gedanken mehr bleiben.
    Seit sechs Jahren widme ich mich dieser Aufgabe,
    mit zwölftausend Stunden mit überkreuzten Beinen,
    "

    Hier hat er die Leere noch nicht erkannt, erlebt.


    #####


    Das ist interessant, weil er bereits im Dezember 1970 schreibt:

    "
    Tiefer Meditationszustand.
    Atem nicht mehr zu spüren.
    Bewusstsein vollständig klar in intensiver Konzentration.
    Keine Trance
    "


    Er ist hier offensichtlich schon in die ersten unkörperlichen "Vertiefungen", formlosen Jhanas, eingetreten,

    zumindest aber in die vierte feinkörperliche, aber noch ohne Erkennen der Leere.


    #################


    März 1974:
    "Jetzt, da die Leere gegenwärtig ist ..."


    ###


    Die zitate sollen nicht abschrecken in dem Sinne, das man zwölftausend Stunden im vollen Lotus-Sitz verbringen muss. Taikan Jyoji war Intellektueller, hatte also eine denkbare schlechte Ausgangsposition, und vielleicht hat er sein letztes Koan nicht wegen, sondern trotz seines Klosteraufenthalts gelöst.

    Auf jeden Fall hat er eine übermenschliche Leistung verbracht, ein sechs Jahre dauernder Iron Man Zen Triathlon bei eisiger Kälte und brütender Hitze.

    Einmal editiert, zuletzt von JoJu91 (2. Oktober 2026 um 09:08)

  • mukti
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    • 2. Oktober 2026 um 09:01
    • #157

    Aus einem Vortrag von Ajahn Funag:

    Zitat

    Was immer ihr erlebt, nehmt es einfach nur bewusst wahr. Das ursprüngliche Herz hat keine charakteristischen Eigenschaften. Es nimmt alles wahr. Aber sobald Dinge von innen oder von außen es berühren, verursachen sie ein Erlahmen der Achtsamkeit, so dass wir das bewusste Wahrnehmen aufgeben, das bewusste Wahrnehmen als solches vergessen und die ganzen charakteristischen Eigenschaften der Dinge annehmen, die danach kommen. Dann verhalten wir uns so, wie sie es vorgeben – wir werden fröhlich, traurig oder was auch sonst. Dass wir so sind, kommt daher, weil wir konventionelle Wahrheiten nehmen und uns daran festklammern. Wenn wir nicht unter ihrem Einfluss stehen wollen, müssen wir die ganze Zeit beim ursprünglichen Wahrnehmen bleiben. Das erfordert eine große Menge an Achtsamkeit.

    Mit Metta, mukti.


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    • 2. Oktober 2026 um 09:51
    • #158

    Befreiung ist nicht die Befreiung eines Selbst. Befreiung ist das Erkennen, dass Selbstsein ein bedingter Vorgang ist.


    Viele suchen nach Befreiung und bemerken nicht, dass sie die Daseinsmerkmale bereits leben. Sie wissen, dass nichts festgehalten und verewigt werden kann. Sie erkennen die Grenzen jeder letzten Gewissheit. Und sie erkennen, dass Identität gebraucht werden kann, ohne daran glauben zu müssen.


    Anicca: Alles Bedingte ist unbeständig.

    Dukkha: Die Suche nach einem letzten Ursprung bleibt unbefriedigend.

    Anattā: Das „Ich“, „Ich bin“, ist kein Wesen, sondern ein bedingter Prozess.


    Befreiung liegt daher nicht in einer zukünftigen Errungenschaft, sondern im gegenwärtigen Erkennen dieser Tatsachen. Wer dies erkennt, befreit kein Selbst, sondern befreit sich von der Vorstellung, ein dauerhaftes Selbst sein zu müssen.


    Ich kann jederzeit ein Selbst sein oder eben nicht. Ich entscheide, ob ich leiden möchte und wann ich es beende.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

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    • #159
    mukti:

    Aus einem Vortrag von Ajahn Funag:

    Zitat

    Was immer ihr erlebt, nehmt es einfach nur bewusst wahr. Das ursprüngliche Herz hat keine charakteristischen Eigenschaften. Es nimmt alles wahr. Aber sobald Dinge von innen oder von außen es berühren, verursachen sie ein Erlahmen der Achtsamkeit, so dass wir das bewusste Wahrnehmen aufgeben, das bewusste Wahrnehmen als solches vergessen und die ganzen charakteristischen Eigenschaften der Dinge annehmen, die danach kommen. Dann verhalten wir uns so, wie sie es vorgeben – wir werden fröhlich, traurig oder was auch sonst. Dass wir so sind, kommt daher, weil wir konventionelle Wahrheiten nehmen und uns daran festklammern. Wenn wir nicht unter ihrem Einfluss stehen wollen, müssen wir die ganze Zeit beim ursprünglichen Wahrnehmen bleiben. Das erfordert eine große Menge an Achtsamkeit.

    Geklärte Fassung:


    Was immer erlebt wird, soll lediglich bewusst wahrgenommen werden. Das ursprüngliche Wahrnehmen besitzt keine eigenen charakteristischen Eigenschaften. Es registriert alles, was erscheint.

    Sobald jedoch innere oder äußere Erscheinungen auftreten und die Achtsamkeit nicht aufrechterhalten wird, geht das bewusste Wahrnehmen als solches aus dem Blick. An die Stelle des bloßen Wahrnehmens tritt die Übernahme der charakteristischen Eigenschaften dessen, was wahrgenommen wird.

    Dann richtet sich das Verhalten nach den erscheinenden Inhalten. Freude erscheint, Traurigkeit erscheint oder anderes erscheint, und das Wahrnehmen identifiziert sich damit.

    Diese Identifikation entsteht dadurch, dass konventionelle Wahrheiten als letztlich gegeben genommen und festgehalten werden.

    Soll dieser Einfluss enden, muss das Wahrnehmen bei sich selbst verbleiben, also bei der bloßen Kenntnis dessen, was erscheint. Dazu ist fortwährende Achtsamkeit erforderlich. Achtamkeit worauf? Auf das, was mir Aufmerksamkeit anbietet, damit ich entscheiden kann, ob ich das so wahrnehmen möchte oder nicht.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (2. Oktober 2026 um 10:05)

  • mukti
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    • 2. Oktober 2026 um 10:12
    • #160
    Qualia:

    Achtsamkeit worauf?

    Achtsamkeit auf das bloße Wahrnehmen, im Lichte der drei Daseinsmerkmale dukkha, anicca, anatta: Das bin ich nicht, das gehört mir nicht.

    Mit Metta, mukti.


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    • 2. Oktober 2026 um 10:16
    • #161
    mukti:
    Qualia:

    Achtsamkeit worauf?

    Achtsamkeit auf das bloße Wahrnehmen, im Lichte der drei Daseinsmerkmale dukkha, anicca, anatta: Das bin ich nicht, das gehört mir nicht.

    Da ist das Anhaften an die fünf Anhäufungen und genauso werden sie alle beendet, ohne sie zu vernichten. Ohne Skandha gibt es keine Menschen.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • mukti
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    • 2. Oktober 2026 um 10:25
    • #162
    Qualia:

    Da ist das Anhaften an die fünf Anhäufungen und genauso werden sie alle beendet, ohne sie zu vernichten. Ohne Skandha gibt es keine Menschen.

    Ja, vernichtet bzw. aufgelöst werden nur die Anhaftungen. Was nicht gerade einfach ist. Die nötige Achtsamkeit ist mit Weisheit verbunden (sati-panna bzw. sati-sampajañña) und wird durch Sammlung (samādhi) gestärkt.

    Mit Metta, mukti.


  • JoJu91
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    • 2. Oktober 2026 um 11:19
    • #163
    Schneelöwin:

    Vor lauter Wiederholungen hängt schon langsam mein Kopf schief, lieber Joju

    und ich frage mich die ganze Zeit: Meinst Du dieses "Wenn" wirklich als offene Frage oder steckt in Deinem "Wenn" vielleicht schon eine kleine Ahnung, dass es dieses "etwas" tatsächlich gibt?👂️

    Aber nochmal ernsthaft und weniger kryptisch:


    Ja, dieses "etwas" zu erkennen war ja die Motivation den Buddha-Weg überhaupt einzuschlagen.

    Wenn ich es jetzt "die Quelle allen Seins" oder "die Gegenwart Brahmans in allen Dingen" nenne, wirke ich vielleicht wie ein christlicher oder hinduistischer Prediger.

    Die entscheidende Wirkung ist die tiefgreifende Verwandlung der Einstellung zum Ich und zum Leben und das Verschwinden des Zweifels an der Existenz eines unsterblichen Bewusstseins.

    Was nicht heisst, dass alle Probleme weg sind und ich nicht täglich vom kleinen oder auch mal grösserem Wahnsinn verführt werde.

    Zudem hatte ich sehr lange die psycho-sozialen karmischen Spätfolgen der selbst-zerstörerischen und extremen Lebensweise meiner Jugend zu tragen, die allerdings Voraussetzung für alles weitere war.

    Wer sein Leben aus eigener Dummheit an die Wand gefahren hat und keinen Schuldigen im Äusseren mehr finden kann, hat es wahrscheinlich einfacher mit Shikantaza-Zen.

    Einfach eine halbe Stunde wach sein und nicht denken, eine halbe Stunde ohne Wahnsinn, zurück vom Komplizierten zum Einfachen. Und das Einfachste überhaupt ist die "Quelle allen Seins".

  • Qualia
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    • 2. Oktober 2026 um 11:55
    • #164
    mukti:
    Qualia:

    Da ist das Anhaften an die fünf Anhäufungen und genauso werden sie alle beendet, ohne sie zu vernichten. Ohne Skandha gibt es keine Menschen.

    Ja, vernichtet bzw. aufgelöst werden nur die Anhaftungen. Was nicht gerade einfach ist. Die nötige Achtsamkeit ist mit Weisheit verbunden (sati-panna bzw. sati-sampajañña) und wird durch Sammlung (samādhi) gestärkt.

    Nein, es ist wirklich nicht einfach. Meine Erleichterung ist das die Anhaftungen und ihre Folgen bei Erfüllung nur noch mich selbst treffen und keine anderen Menschen mehr. Sie gefährden also „nur“ noch „mein“ angebliches Leben. Aber ich kann mir dabei zulächeln und bin wieder zufrieden. Es ist, wie es ist, und soll gelebt werden.;)

    _()__()__()_

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • Werner Stepan
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    • 2. Oktober 2026 um 13:46
    • #165
    JoJu91:

    Wenn ich es jetzt "die Quelle allen Seins" oder "die Gegenwart Brahmans in allen Dingen" nenne, wirke ich vielleicht wie ein christlicher oder hinduistischer Prediger.

    Die entscheidende Wirkung ist die tiefgreifende Verwandlung der Einstellung zum Ich und zum Leben und das Verschwinden des Zweifels an der Existenz eines unsterblichen Bewusstseins.

    Sehr schön auf den Punkt gebracht, dass hatten meine Freunde (Sunyata und Purnam) genau so erlebt, nur anders benannt, jedoch ist kein Unterschied zu sehen, es ist das selbe.

    Helmut

    Form ist Leerheit, Leerheit ist Form...ersetzte Form mit Fülle...

    Es ist das selbe,nur anders bezeichnet. MfG Werner

  • Werner Stepan
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    • 2. Oktober 2026 um 14:25
    • #166

    Ps: es gibt keinen Unterschied von Leerheit und/oder Fülle, wenn mann das eine oder andere... für sich... als gegeben erkennt. Wobei ich immer noch bezweifle ,daß es als Mensch möglich ist, da wir trotz allem gebunden sind. Und trotz aller Lehren/Erkenntnisse eines "Erwachten" ob in jener oder anderer Form, können wir nicht selbiges erfahren, da ein jeder Mensch einmalig ist.

    Wir können nicht in den Schuhen eines anderen gehen...

    Grenzen der Empathie: Auch wenn wir uns bemühen, die Gefühle anderer nachzuvollziehen, bleiben wir unsere eigene Person – wir können die Schuhe (das Leben) des anderen zwar betrachten oder kurz anprobieren, aber letztlich nicht wirklich darin leben.

    Quelle Wikipedia.

    MfG Werner

  • Wetering
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    • 2. Oktober 2026 um 15:20
    • #167

    ...

    Einmal editiert, zuletzt von Wetering (2. Oktober 2026 um 15:25)

  • Helmut
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    • 2. Oktober 2026 um 15:46
    • #168
    Werner Stepan:

    Helmut

    Form ist Leerheit, Leerheit ist Form...ersetzte Form mit Fülle...

    Es ist das selbe,nur anders bezeichnet. MfG Werner

    Form und Leerheit sind nicht dasselbe. Form ist ein viel umfassenderer Begriff als Fülle. Form umfasst alle materiellen Phänomene, Fülle dagegen nicht. Fülle kann allenfalls ein besonderer Fall von Form sein.

    Werner Stepan:

    Ps: es gibt keinen Unterschied von Leerheit und/oder Fülle, ...

    Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen Leerheit und Fülle.


    Leerheit ist ein Negation. Sie verneint etwas, nämlich die Auffassung, dass die Phänomene inhärent existieren würden.


    Fülle hingegen ist keine Verneinung. Sie ist eine Bestätigung. Das heißt Fülle drückt aus, dass es etwas gibt, nämlich Fülle; egal welche Bedeutung man dem Begriff Fülle konkret gibt.


    Weil Verneinungen und Bestätigungen somit in einem direkten logischen Widerspruch zueinander stehen, gibt es einen grundlegenden Unterschied.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Qualia
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    • #169
    Helmut:
    Werner Stepan:

    Helmut

    Form ist Leerheit, Leerheit ist Form...ersetzte Form mit Fülle...

    Es ist das selbe,nur anders bezeichnet. MfG Werner

    Form und Leerheit sind nicht dasselbe. Form ist ein viel umfassenderer Begriff als Fülle. Form umfasst alle materiellen Phänomene, Fülle dagegen nicht. Fülle kann allenfalls ein besonderer Fall von Form sein.

    Werner Stepan:

    Ps: es gibt keinen Unterschied von Leerheit und/oder Fülle, ...

    Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen Leerheit und Fülle.


    Leerheit ist ein Negation. Sie verneint etwas, nämlich die Auffassung, dass die Phänomene inhärent existieren würden.


    Fülle hingegen ist keine Verneinung. Sie ist eine Bestätigung. Das heißt Fülle drückt aus, dass es etwas gibt, nämlich Fülle; egal welche Bedeutung man dem Begriff Fülle konkret gibt.


    Weil Verneinungen und Bestätigungen somit in einem direkten logischen Widerspruch zueinander stehen, gibt es einen grundlegenden Unterschied.

    Alles anzeigen

    Ist mir gerade aufgefallen:

    Form: dhammas mit Zuschreibungen/Eigenwesen.

    Leerheit: dhammas ohne Zuschreibungen/Eigenwesen.

    Form und Leerheit sind unterschiedlich.

    dhammas sind annica, dukkha, anatta.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • mukti
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    • 2. Oktober 2026 um 16:21
    • #170
    Qualia:

    Nein, es ist wirklich nicht einfach. Meine Erleichterung ist das die Anhaftungen und ihre Folgen bei Erfüllung nur noch mich selbst treffen und keine anderen Menschen mehr. Sie gefährden also „nur“ noch „mein“ angebliches Leben. Aber ich kann mir dabei zulächeln und bin wieder zufrieden. Es ist, wie es ist, und soll gelebt werden.;)

    _()__()__()_

    Läuft bei mir auch so, es betrifft nur mich und ich mache mir keine Selbstvorwürfe mehr. Es geht ja schon auch was weiter, aber eher langsam.


    Es gibt ja diese 4 Arten des Fortschritts (A.IV.161) :

    • Den mühsamen Fortschritt verbunden mit langsamem Verständnis
    • Den mühsamen Fortschritt verbunden mit schnellem Verständnis
    • Den mühelosen Fortschritt verbunden mit langsamem Verständnis
    • Den mühelosen Fortschritt verbunden mit schnellem Verständnis

    Heutzutage befinden sich die meisten Praktizierenden in der ersten Kategorie, habe ich gehört.

    Mit Metta, mukti.


  • Werner Stepan
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    • 3. Oktober 2026 um 00:05
    • #171
    Helmut:

    Weil Verneinungen und Bestätigungen somit in einem direkten logischen Widerspruch zueinander stehen, gibt es einen grundlegenden Unterschied.

    Egal welche Bezeichnung der letztendlichen Erfahung/ Erkenntnis zugrunde liegen, es immer das gleiche sein muß, da sonst eine Dualität besteht. Ist das Glas halb voll oder halb leer ?

  • Qualia
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    • #172

    Wenn ein Selbstsosein erscheint, erscheinen diesem immer mindestens eine Dualität. Richtig oder falsch, ja oder nein, mag ich oder mag ich nicht.


    Wenn ein Ich eine dieser Entscheidungen trifft, kann es handeln. Er wird der Erbe seiner Taten, von denen er vorher nicht weiß, was sie bewirken.


    Dualität ist nie ein Problem, nur durch sie können wir überhaupt Entscheidungen treffen. Ja, nein, vielleicht/abwarten. Das macht uns zu Menschen.


    Ich bin dies und das, das ist das Problem. Im Fall der Dualität bedeutet das: Das ist richtig. Das ist falsch. Das ist ja. Das ist nein. Ich mag das. Ich mag das nicht.


    Das Zufriedensein ist einfach zu erreichen, halt nicht am Lieben oder am Ablehnen, an deinem Herausgepickten oder deinem Ausgewählten fest. Lasse es fließen, dann geht es dir gut.


    Dualität ermöglicht Orientierung.
    Identifikation mit einer Möglichkeit, erzeugt Leiden.
    Nicht-Festhalten ermöglicht Zufriedenheit.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (3. Oktober 2026 um 09:43)

  • mukti
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    • 3. Oktober 2026 um 10:47
    • #173

    Vermutlich können wir jenseits der Dualität gar nicht existieren, bei einer Erfahrung von Nicht-Dualität gäbe es doch wieder das Erfahren und das was erfahren wird. Dass sich das, was erfahren wird selbst erfährt, ist eigentlich unvorstellbar, davon muss ich nicht ausgehen. Sogar in der höchsten formlosen Vertiefung gibt es noch Dualität und danach erlischt sie eben, nur soweit ist das noch nachvollziehbar.

    Mit Metta, mukti.


  • Werner Stepan
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    • 3. Oktober 2026 um 11:39
    • #174

    mukti danke, eine sehr gute und einleuchtende Erklärung, vor allem der Schluß.

    mukti:

    Sogar in der höchsten formlosen Vertiefung gibt es noch Dualität und danach erlischt sie eben, nur soweit ist das noch nachvollziehbar.

  • Igor07
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    • 3. Oktober 2026 um 13:00
    • #175
    Zitat

    Sobald im
    Kreislauf von Unwissenheit und Begierde ein Gefühl der Freude oder des Missfallens
    auftaucht, einhergehend mit dem Wunsch, etwas zu bekommenoder zu konsumieren,
    erscheint ein Gefühl des Selbst, das als Delegierter oder Repräsentant
    agiert. Ein „Konsument“ oder „Inhaber“ wird geboren. Dies erzeugt wiederum
    die Dualität zwischen einem derartigen Konsumenten oder Inhaber und den begehrten
    und konsumierten Objekten. (In der Folge entsteht ein Gefühl von „du“,
    „er“, „sie“ usw., die bedrohen, behindern, konkurrieren usw.) [975]

    Alles anzeigen

    Die Quelle:

    Buddhadhamma von Phra Ajahn Payutto


    In der Natur, die nicht eigentlich als der Strom der bedingten Entstehung dargestellt wird, gibt es keine Dualität, kein Subjekt gegen Objekt usw.

    Diese entsteht in unserem verblendeten Geist.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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