Die zweite Edle Wahrheit ist die „Ursache“. Selbstzentriertes Verlangen oder taṇhā auf Pāli, was „Durst“ bedeutet. Dieses Verlangen, dieses Greifen ist die Ursache für dukkha. (Ajahn Chah)
Wenn das so ist, kann die Ursache nicht das Ergebnis, Leiden, sein. taṇhā, upādāna, bhava, jati, dukkha ist alles die zweite Wahrheit, die Ursache von? Ja, wovon? Die Ursache vom Persönlichkeitsglauben und das durch diesen verursachte Festhalten an: tanhā, upādāna, bhava, jati, dukkha.
Eine Persönlichkeit, sakkāyadiṭṭhi, ist der Mensch, der erst durch Identifikation mit den fünf Daseinsgruppen als „mein“, „ich“, „mein Selbst“ rein gedanklich verfestigt wird. Er macht aus den fünf Daseinsgruppen fünf Ergreifensgruppen oder taṇhā, upādāna, bhava, jati, dukkha aus der Kette des bedingten Entstehens zu etwas gestaltet das man festhalten, haben, sein kann.
Leiden wird immer nur durch Festhaltenwollen an den Vorstellungen, Prinzipien, Dogmen der Persönlichkeit erzeugt. Alle anderen „Leiden“, die nicht ich, mein, meine Persönlichkeit sind, sind unausweichlicher Lebensinhalt.