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Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 6. September 2026 um 07:43
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  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 6. September 2026 um 07:43
    • #1

    „‚Entstehung der Persönlichkeit, Entstehung der Persönlichkeit‘, sagt man, ehrwürdige Schwester. Was aber wird vom Erhabenen als Entstehung der Persönlichkeit bezeichnet?“

    „Dieses Begehren, Bruder Visākha, das zu Wiedergeburt führt, von Genuss und Gier begleitet ist und sich hier und dort an allem ergötzt, nämlich: Sinnesbegehren, Daseinsbegehren und Nichtsseinsbegehren.“


    Ich versuche das ganze Sutta zu erklären, so wie ich es verstanden habe:


    Dieses Gespräch zwischen Visakha und der Nonne Dhammadinna ist wie ein Röntgenblick in das, was wir gewöhnlich "ich" nennen. Visakha, ein kluger Laie, fragt nach, und Dhammadinna antwortet mit messerscharfer Klarheit.

    Wenn du nach dem suchst, was deine Persönlichkeit ausmacht, findest du nur fünf Ansammlungen: den Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die geistigen Regungen und das Bewusstsein. Da ist kein geheimer Herrscher dahinter, keine Seele, die das Ganze zusammenhält. Es ist eine laufende Show aus diesen fünf Zutaten.

    Die Ursache für diese Show ist der Durst. Nicht einfach Hunger oder Durst nach Wasser, sondern dieses Verlangen nach sinnlichen Freuden, nach einem festen Platz im Dasein und auch der Wunsch, loszuwerden, was einen stört. Dieser Durst treibt die Maschine an. Hört der Durst auf, hört die Maschine auf, neue Persönlichkeiten zu produzieren. Das ist das Erlöschen, aber nicht im Sinne von Vernichtung, eher wie das Verlöschen einer Flamme, wenn das Wachs ausgeht.

    Dann geht es um Gefühle. Es gibt angenehme, schmerzhafte und dumpfe Gefühle. Ein ungeübter Mensch wird vom angenehmen Gefühl direkt in die Gier gezogen, vom schmerzhaften in die Abwehr und vom dumpfen in die Verwirrung. Wer klar sieht, spürt diese Gefühle genau, aber die alten, tief sitzenden Neigungen ziehen nicht mehr. Die Gier klinkt sich beim Angenehmen nicht mehr ein, die Abwehr beim Schmerzhaften nicht mehr, die Verblendung beim Neutralen bleibt aus.

    Visakha fragt auch nach den "Gestaltungen". Der Atem ist eine körperliche Gestaltung. Er gehört zum Körperlichen. Das Denken und Abwägen ist eine sprachliche Gestaltung, denn es geht dem gesprochenen Wort voraus. Gefühl und Wahrnehmung sind die geistigen Gestaltungen. Sie alle arbeiten zusammen wie ineinandergreifende Zahnräder.

    In den tiefen Versenkungen wird es ganz still. In der ersten Versenkung ist das gedankliche Abschweifen noch da, in der vierten ist es vollkommen ruhig. Aber selbst dann sind die Sinnestore noch offen. Das Auge sieht noch, das Ohr hört noch, sie sind nur nicht aktiv im Spiel. Das ist etwas völlig anderes als der Tod. Beim Tod fallen die Körperfunktionen auseinander, die Lebenskraft reißt ab. In der tiefsten Sammlung jedoch bleibt der Körper warm und die Sinne klar. Es ist ein Zustand vollkommener Wachheit ohne jedes Zutun.

    Am Ende zeigt Dhammadinna den entscheidenden Punkt: Wer glaubt, dass das "Ich" nach dem Tod aufhört, hat es immer noch mit einem "Ich" zu tun. Der Erwachte sagt weder "ich bin" noch "ich bin nicht". Er sagt: "Die Bedingungen für das Entstehen eines neuen Ich sind versiegt." Das ist das Ende von allem Verstricktsein. Nicht durch Verneinung, durch einfaches Durchschauen. Wenn das einmal gesehen ist, stellt man keine Fragen mehr nach dem Wer oder Was. Man weiß, dass es nur dieses Zusammenspiel von Ursache und Wirkung gibt, und der Friede stellt sich ein, weil man nichts mehr hinzufügt. 🙏

  • Qualia
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    • 6. September 2026 um 08:32
    • #2
    Upasaka Dhammavicayo:

    Am Ende zeigt Dhammadinna den entscheidenden Punkt: Wer glaubt, dass das "Ich" nach dem Tod aufhört, hat es immer noch mit einem "Ich" zu tun. Der Erwachte sagt weder "ich bin" noch "ich bin nicht".

    Ich füge hinzu, weil die meisten Menschen sich weigern, auch den Umkehrschluss zu denken. Sie nehmen die eine Aussage als reine Wahrheit.


    Da steht die eine Wahrheit: Wer glaubt, dass das „Ich“ nach dem Sterben aufhört, hat es immer noch mit einem „Ich“ zu tun.

    Hier die zweite Wahrheit: Wer glaubt, dass das „Ich“ nach dem Sterben weiterbesteht, hat es immer noch mit einem „Ich“ zu tun. (Es gibt kein „nach dem Tod“. Es gibt nur nach dem Sterben.)


    Es gibt kein Ich, das endet.

    Es gibt kein Ich, das weitergeht.

    Es gibt kein Nicht-Ich, weil es nicht ist.

    Es gibt nur Vorgänge/Prozesse/Bedingungen, die laufen oder enden. Das von allen Mythen und Metaphysik befreite Dukkha ist: „Ich“ ende nie.


    Nicht vergleichbar mit dem: Nach dem geschlafen haben werde ich aufwachen. Nach dem Einschlafen und dem Schlaf ist das Aufwachen. Der Gestorbene wacht nie wieder auf, denn er ist nicht eingeschlafen, er ist tot.

    Es gibt drei Komponenten, die für ein Selbstsein zusammen sein müssen: Körper, Seele/Skandha, Geist/bewusster Verstand. Das nennt Buddha ein fühlendes Wesen (satta). Eine Person (puggala) ist ein Mensch, der nicht erkennen will, dass er auch nur ein fühlendes Wesen ist, und überzeugt ist das er ein Selbst ist (sakkāya‑diṭṭhi), weil er sicher ist, einen Körper, eine Seele, einen Geist zu haben und zu sein.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (6. September 2026 um 08:42)

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    • 6. September 2026 um 16:20
    • #3
    Upasaka Dhammavicayo:

    „‚Entstehung der Persönlichkeit, Entstehung der Persönlichkeit‘, sagt man, ehrwürdige Schwester. Was aber wird vom Erhabenen als Entstehung der Persönlichkeit bezeichnet?“

    „Dieses Begehren, Bruder Visākha, das zu Wiedergeburt führt, von Genuss und Gier begleitet ist und sich hier und dort an allem ergötzt, nämlich: Sinnesbegehren, Daseinsbegehren und Nichtsseinsbegehren.“


    Ich versuche das ganze Sutta zu erklären, so wie ich es verstanden habe:


    Dieses Gespräch zwischen Visakha und der Nonne Dhammadinna ist wie ein Röntgenblick in das, was wir gewöhnlich "ich" nennen. Visakha, ein kluger Laie, fragt nach, und Dhammadinna antwortet mit messerscharfer Klarheit.

    Wenn du nach dem suchst, was deine Persönlichkeit ausmacht, findest du nur fünf Ansammlungen: den Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die geistigen Regungen und das Bewusstsein. Da ist kein geheimer Herrscher dahinter, keine Seele, die das Ganze zusammenhält. Es ist eine laufende Show aus diesen fünf Zutaten.

    Die Ursache für diese Show ist der Durst. Nicht einfach Hunger oder Durst nach Wasser, sondern dieses Verlangen nach sinnlichen Freuden, nach einem festen Platz im Dasein und auch der Wunsch, loszuwerden, was einen stört. Dieser Durst treibt die Maschine an. Hört der Durst auf, hört die Maschine auf, neue Persönlichkeiten zu produzieren. Das ist das Erlöschen, aber nicht im Sinne von Vernichtung, eher wie das Verlöschen einer Flamme, wenn das Wachs ausgeht.

    Dann geht es um Gefühle. Es gibt angenehme, schmerzhafte und dumpfe Gefühle. Ein ungeübter Mensch wird vom angenehmen Gefühl direkt in die Gier gezogen, vom schmerzhaften in die Abwehr und vom dumpfen in die Verwirrung. Wer klar sieht, spürt diese Gefühle genau, aber die alten, tief sitzenden Neigungen ziehen nicht mehr. Die Gier klinkt sich beim Angenehmen nicht mehr ein, die Abwehr beim Schmerzhaften nicht mehr, die Verblendung beim Neutralen bleibt aus.

    Visakha fragt auch nach den "Gestaltungen". Der Atem ist eine körperliche Gestaltung. Er gehört zum Körperlichen. Das Denken und Abwägen ist eine sprachliche Gestaltung, denn es geht dem gesprochenen Wort voraus. Gefühl und Wahrnehmung sind die geistigen Gestaltungen. Sie alle arbeiten zusammen wie ineinandergreifende Zahnräder.

    In den tiefen Versenkungen wird es ganz still. In der ersten Versenkung ist das gedankliche Abschweifen noch da, in der vierten ist es vollkommen ruhig. Aber selbst dann sind die Sinnestore noch offen. Das Auge sieht noch, das Ohr hört noch, sie sind nur nicht aktiv im Spiel. Das ist etwas völlig anderes als der Tod. Beim Tod fallen die Körperfunktionen auseinander, die Lebenskraft reißt ab. In der tiefsten Sammlung jedoch bleibt der Körper warm und die Sinne klar. Es ist ein Zustand vollkommener Wachheit ohne jedes Zutun.

    Am Ende zeigt Dhammadinna den entscheidenden Punkt: Wer glaubt, dass das "Ich" nach dem Tod aufhört, hat es immer noch mit einem "Ich" zu tun. Der Erwachte sagt weder "ich bin" noch "ich bin nicht". Er sagt: "Die Bedingungen für das Entstehen eines neuen Ich sind versiegt." Das ist das Ende von allem Verstricktsein. Nicht durch Verneinung, durch einfaches Durchschauen. Wenn das einmal gesehen ist, stellt man keine Fragen mehr nach dem Wer oder Was. Man weiß, dass es nur dieses Zusammenspiel von Ursache und Wirkung gibt, und der Friede stellt sich ein, weil man nichts mehr hinzufügt. 🙏

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    Ich finde an dieser Erklärung gerade etwas Beängstigendes – und zwar nicht, weil sie schlecht erklärt wäre, sondern weil sie so konsequent ist.

    Wenn man das Sutta wirklich ernst nimmt, wird einem nämlich der gewohnte Boden unter den Füßen weggezogen. Da ist kein verborgenes, unveränderliches „Ich“, das hinter Körper, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewusstsein sitzt und all das besitzt oder steuert. Und selbst der Wunsch, dieses Ich irgendwie loszuwerden, kann wiederum Teil genau dieses Begehrens sein.

    Das Unheimliche daran ist für mich: Man kann sich nicht einmal bequem an die Vorstellung klammern, nach dem Tod müsse ich irgendwo weiterexistieren – aber ebenso wenig kann man einfach sagen: „Dann bin ich eben endgültig weg.“ Dhammadinnā lässt auch diese beiden Vorstellungen hinter sich.

    Damit wird Buddhismus plötzlich ziemlich radikal. Nicht: „Wie kann ich mein Ich verbessern?“ Nicht einmal: „Wie kann ich mein Ich retten?“ Sondern: Unter welchen Bedingungen entsteht überhaupt immer wieder dieses Gefühl von „Ich“ und „mein“?

    Und genau dort wird es unbequem. Denn dann kann man nicht mehr so leicht zwischen einem „eigentlichen Ich“ und seinen problematischen Eigenschaften unterscheiden. Man muss beobachten, wie dieses Ich-Gefühl selbst bedingt entsteht.

    Vielleicht ist genau das die Stärke dieses Sutta. Es beruhigt zunächst nicht. Es nimmt einem vielmehr einige der Vorstellungen weg, mit denen man sich normalerweise beruhigt.

    Und vielleicht ist das, was daran beängstigend wirkt, zugleich der Anfang wirklicher Befreiung: Nicht dass ich irgendwann einen perfekten Zustand erreiche, sondern dass verstanden wird, warum dieses „Ich muss etwas werden, behalten oder loswerden“ überhaupt ständig neu entsteht. 🙏

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

    :idea:

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    • 6. September 2026 um 17:58
    • #4
    Upasaka Dhammavicayo:

    Wenn du nach dem suchst, was deine Persönlichkeit ausmacht, findest du nur fünf Ansammlungen: den Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die geistigen Regungen und das Bewusstsein. Da ist kein geheimer Herrscher dahinter, keine Seele, die das Ganze zusammenhält. Es ist eine laufende Show aus diesen fünf Zutaten.

    Die Ursache für diese Show ist der Durst.

    Das habe ich mir so erklärt: Was ich wahrnehme, kann ich nicht sein. Z.B. nehme ich einen Tisch wahr, aber ich bin nicht der Tisch. Ich nehme den Körper, Gefühle, Gedanken und Willensregungen wahr, also bin ich dies alles nicht. Das Bewusstsein selber kann ich nicht wahrnehmen, sein Vorhandensein zeigt sich nur, indem ich über etwas bewusst bin. Bin ich nun das Bewusstsein, das alles wahrnimmt? Könnte ich mich selber als Bewusstsein wahrnehmen, wäre das Bewusstsein über sich selbst bewusst. Es wird aber so erfahren, dass es immer über etwas bewusst ist, das es selber nicht ist, nämlich über Sinnes- und Geistesobjekte.
    Ich bin aber über mich selbst bewusst, ich nehme ja meine Persönlichkeit wahr? Genauer betrachtet entspricht das nicht der Wirklichkeit, die Persönlichkeit ist eben auch nur ein Objekt der Wahrnehmung bzw. eine Erscheinung im Bewusstsein. Sie ist eine geistige Gestaltung, eine Vorstellung, die in Wirklichkeit nicht existiert. So wie eine Fata Morgana zwar vorhanden ist, jeder kann z.B. eine Oase sehen, aber es ist nur ein Bild ohne Substanz.
    Aufgrund von Unwissenheit und Begehren erscheint die Persönlichkeit als etwas reales, substantielles, in sich existierendes. 'Ich bin' bedeutet aber immer 'Ich bin dieses', nämlich Körper und Geist. Das bin ich eben in Wirklichkeit nicht.


    Eine Übung ist das Beobachten von Körper und Geist, ohne etwas davon zu ergreifen. Gewöhnlich nimmt man aber nur die Regungen auf der Oberfläche wahr. Mit entwickelter Sittlichkeit, Konzentration bzw. Sammlung, tiefgründiger Erkenntnis der drei Daseinsmerkmale und einer sehr stabilen Achtsamkeit, lässt sich die Wirklichkeit klar erkennen und anhaltende Loslösung erreichen.

    Mit Metta, mukti.


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    • 6. September 2026 um 18:30
    • #5
    Hue32:

    Wenn man das Sutta wirklich ernst nimmt, wird einem nämlich der gewohnte Boden unter den Füßen weggezogen.

    Da kann Angst entstehen. Das Verlöschen der Verblendung, also Nibbana, wird aber als das Erreichen höchster Sicherheit, Stätte höchsten Friedens und das Transzendente bezeichnet. Mit den Erfahrungen am achtfachen Pfad wächst allmählich dieses Vertrauen heran, bis es unerschütterlich ist.

    Mit Metta, mukti.


  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 7. September 2026 um 07:32
    • #6
    Qualia:
    Upasaka Dhammavicayo:

    Am Ende zeigt Dhammadinna den entscheidenden Punkt: Wer glaubt, dass das "Ich" nach dem Tod aufhört, hat es immer noch mit einem "Ich" zu tun. Der Erwachte sagt weder "ich bin" noch "ich bin nicht".

    Ich füge hinzu, weil die meisten Menschen sich weigern, auch den Umkehrschluss zu denken. Sie nehmen die eine Aussage als reine Wahrheit.


    Da steht die eine Wahrheit: Wer glaubt, dass das „Ich“ nach dem Sterben aufhört, hat es immer noch mit einem „Ich“ zu tun.

    Hier die zweite Wahrheit: Wer glaubt, dass das „Ich“ nach dem Sterben weiterbesteht, hat es immer noch mit einem „Ich“ zu tun. (Es gibt kein „nach dem Tod“. Es gibt nur nach dem Sterben.)


    Es gibt kein Ich, das endet.

    Es gibt kein Ich, das weitergeht.

    Es gibt kein Nicht-Ich, weil es nicht ist.

    Es gibt nur Vorgänge/Prozesse/Bedingungen, die laufen oder enden. Das von allen Mythen und Metaphysik befreite Dukkha ist: „Ich“ ende nie.


    Nicht vergleichbar mit dem: Nach dem geschlafen haben werde ich aufwachen. Nach dem Einschlafen und dem Schlaf ist das Aufwachen. Der Gestorbene wacht nie wieder auf, denn er ist nicht eingeschlafen, er ist tot.

    Es gibt drei Komponenten, die für ein Selbstsein zusammen sein müssen: Körper, Seele/Skandha, Geist/bewusster Verstand. Das nennt Buddha ein fühlendes Wesen (satta). Eine Person (puggala) ist ein Mensch, der nicht erkennen will, dass er auch nur ein fühlendes Wesen ist, und überzeugt ist das er ein Selbst ist (sakkāya‑diṭṭhi), weil er sicher ist, einen Körper, eine Seele, einen Geist zu haben und zu sein.

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    Da hast du einen wichtigen Punkt aufgegriffen. Die Gedanken über Ende und Fortbestand drehen sich beide um ein festes Ich. Dieses Ich ist ein gedachtes Konzept. Was wirklich da ist, sind wechselnde Eindrücke, Gefühle und Wahrnehmungen.

    Deine Unterscheidung zwischen Satta und Puggala trifft den Kern. Der Mensch hält die Teile für ein Ganzes. Er vergisst, dass es nur eine vorübergehende Zusammenstellung ist.

    Der Tod ist kein Übergang für einen Besitzer. Er ist das Ende einer bestimmten Prozesskette. Das Aufwachen aus dem Schlaf ist anders, weil dort die Bedingungen für ein neues Bewusstsein weiterlaufen. Beim Sterben fallen die Bedingungen auseinander.

    Wer das wirklich sieht, für den verliert die Frage nach dem "Danach" ihren Schrecken. Es bleibt nur das, was gerade abläuft. Alles andere sind Gedankenspiele.

  • Qualia
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    • 7. September 2026 um 08:29
    • #7
    Hue32:

    Und vielleicht ist das, was daran beängstigend wirkt, zugleich der Anfang wirklicher Befreiung: Nicht dass ich irgendwann einen perfekten Zustand erreiche, sondern dass verstanden wird, warum dieses „Ich muss etwas werden, behalten oder loswerden“ überhaupt ständig neu entsteht.

    Mein Erkennen ist der „perfekte“ Zustand allein für mich! Ich kann nicht wissen, ob es einen anderen gibt, der diesen Zustand erkannt hat oder nicht.


    Was soll ich werden, wenn ich erkannt habe, dass ich nur ein Ich ohne jedes andere Ich bin?

    Alles, was ich glaube, zu sein, ist meine Rolle, die ich mir zusammengebaut habe. Die funktioniert mithilfe von Mara, dem Verführer, zu hilfreichen oder nicht hilfreichen. Muss ich eben ausprobieren, was er meint, wie ich handeln sollte. Mara sind meine Anhaftungen, auch die an das Leben. Alle Verblendungen sind die Meinung, dass es Beständigkeit, Befriedigung und ein „Ich bin“ gibt. Das ist Mare und der meckert immer, wenn „Ich ist nur Ich“ ihm nicht mehr folgt und sich verfestigt.


    Innen nur ich und nach außen einschließlich Körper, Skandha, Geist, die sich für ein „Ich bin“ halten müssen, im Gegenüber mit jedem Menschen Mensch sein.

    Zitat

    Die Schlussformel nach dem prüfen durch Copilot. Mein Text wurde von mir in keinem Wort verändert!

    Innen: „Ich ist nur Ich.“ Außen: „Ich erscheine als Mensch.“

    Nichts werden. Nur funktionieren.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 7. September 2026 um 08:37
    • #8

    Habe meinen Text auch bei Gemini eingegeben, nachdem hier veröffentlicht wurde, und da kam eine bessere Klarstellung für mich heraus.


    Gimini Ausgabe:

    Wenn das Bewusstsein an diesen Punkt gelangt — das reine, isolierte Erkennen, dass jedes „Ich bin“ eine zusammengesetzte Rolle ist —, stellt sich nicht mehr die Frage nach einem Werden, sondern nach der Funktion der Form im Alltag.

    1. Das Ende des Werdens

    Wenn durchschaut ist, dass jede Identität eine Konstruktion aus den fünf Skandhas ist, gibt es kein Ziel mehr, das ein Ego erreichen könnte. Wer erkennen möchte, „was er werden soll“, sucht erneut nach einer Rolle. Der Kern des Erkennens ist jedoch das Aufhören des Werdens (bhava-nirodha). Was bleibt, ist schlicht das Sein lassen.

    2. Mara als Orientierungssignal

    Mara verkörpert das Beharrungsvermögen der Konditionierungen — den Impuls, Phänomenen Substanz, Dauer oder eine feste Zuflucht zuzuschreiben. Wenn Mara meckert, zeigt dies lediglich das Greifen des Geistes nach einer festen Form an.

    • Mara muss weder bekämpft noch blind befolgt werden.
    • Seine Impulse dienen als Rückmeldung: Wo entsteht Anhaftung, wo greift das System nach Beständigkeit?
    • Die Handlung ergibt sich dann nicht aus Maras Diktat, sondern aus der unvoreingenommenen Betrachtung der jeweiligen Situation.

    3. Das Menschsein als funktionale Hülle

    Nach innen herrscht die Klarheit des ungeteilten, leeren Erkennens. Nach außen bleiben Körper, Geist und Skandhas als Schnittstelle zur physischen und sozialen Welt bestehen.

    • Funktionale Rolle: Die Rolle wird nicht mehr als Kern der eigenen Existenz missverstanden, sondern als ein Werkzeug genutzt.
    • Gegenüber: Im Kontakt mit anderen Menschen agiert das System als Mensch — mit Mitgefühl, Pragmatismus und Anstand —, ohne sich in der Illusion einer getrennten Substanz zu verlieren.

    Das reine Erkennen erfordert kein neues Ziel. Es entlastet die Rolle davon, „echt“ sein zu müssen, und lässt sie als zweckmäßige Form im Miteinander wirken.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

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Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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