Aus diesen Zuschreibungen bildet sich eine Person mit ihrer Geschichte, ihren Eigenschaften und ihren Rollen.
Die Person/Skandha beginnt, Teile ihrer Erfahrung als „mein“, „das bin ich“ oder „das gehört zu mir“ aufzufassen. Dadurch kann seine Persönlichkeit entstehen.
Sind für Dich nun Person und Persönlichkeit Synonyme? Ich finde es schwierig, wenn jetzt auch noch 'Person' dazukommt. Das Wort wird oft verwendet, um Puggala zu übersetzen, aber Puggala spielt in Zusammenhang mit MN 44 eher weniger eine Rolle.
Oft ist schon der Unterschied zwischen Ich und Selbst unklar. Durch MN 44 kommen jetzt Persönlichkeit und Persönlichkeitsansicht dazu, zwei verschiedene Dinge. Außerdem wird der Unterschied zwischen Daseinsgruppen und Ergreifensgruppen bedeutsam.
Diese Wörter sind Übersetzungen für Pali-Begriffe. Sie sind wahrscheinlich die bestmöglichen Übersetzungen, weil die Bedeutungen sich stark überdecken, aber eben nicht exakt. Die Überlegungen und Schlussfolgerungen, die in dieser Diskussion daraus folgen, gehen dann von ihrer Bedeutung im Deutschen aus. Persönlichkeit entfalten, Selbst daraus machen usw.
Wie gut damit der Sinnzusammenhang von zum Beispiel MN 44 getroffen werden kann, ist fraglich. Was erschwerend hinzukommt ist, dass dort zeitgenössische Begriffe verwendet, aber dabei teilweise neu definiert werden: "Freund Visākha, die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, werden vom Erhabenen Persönlichkeit genannt".
Mein Ansatz ist daher, aus der Verwendung der Schlüsselbegriffe in möglichst vielen verschiedenen Lehrreden ein Verständnis für sie zu entwickeln und nicht so sehr nach einer möglichst treffenden Übersetzung zu suchen.
Diese vier zu verstehen, ihren Zusammenhang und ihre Unterschiede, könnte ein erster Schritt sein:
- pañcakkhandhā = 5 Daseinsgruppen
- pañcupādānakkhandhā = 5 Ergreifensgruppen
- sakkāyo = 'Persönlichkeit'
- sakkāyadiṭṭhi = 'Persönlichkeits'-Ansicht