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Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

  • biophil
  • 22. August 2026 um 19:03
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    • 25. August 2026 um 08:13
    • #26

    Die Ohren hören nur Geräusche, Selbst macht daraus Töne, Ich eine Interpretation, Wort, Musik, Lärm.

    Ich erkenne: Geräusche kommen aus der Stille. Alles, was ich daraus mache, ist entweder hilfreich bei meinem Handeln oder Interpretationen, die mich im Handeln hemmen.

    Höre das, was du hörst, missachte nicht die Töne und deine Interpretationen. Handle mit Betrachtung deessen was deine Aufmerksamkeit anzeigt.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • biophil
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    • 25. August 2026 um 08:22
    • #27

    Sekidas Nen-Modell ist gut und beschreibt genau das physiologische Modell, von dem ich rede. Erster Nen: Hörbewusstsein ohne Hörer. Zweiter Nen: das Ich meldet sich an. Dritter Nen: die Bewertung, bis hin zum Label ‘Erwachen’. Damit sind wir uns ja einig, dass sich das alles ohne Buddhanatur beschreiben lässt.


    Und das ‘für Dich verständlicher’ kannst du dir schenken. Wir benutzen gerade dasselbe Modell.

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    • 25. August 2026 um 09:18
    • #28

    Buddhanatur ist nur eine Möhre, die von einem Befreiten vor die Augen des Esels (Verblendeten) gehängt wird.

    Erkennt er Buddhanatur schlägt er sich vor die Stirn und sagt: „Bin ich blöd gewesen.“

    Buddhanatur ist verschwunden. Wenn nicht, wird man zum verzweifelnden Bodhisattva, der nicht erkennt das er niemals auch nur einen befreien kann, solange er von sich verlangt: ICH werde alle Wesen befreien.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    • 25. August 2026 um 11:33
    • #29

    Viele religiöse Konzepte ziehen nur aus der Praxis in der sie eine Rolle spielen ihre Bedeutung. So wie bestimmte Begrifflichkeiten wie "Strafraum" "Abseits" nur innerhalb des Fussballspiels eine Bedeutung haben -ohne Spiel ist da nur Rasen.


    In der Zen Praxis ist es eben so dass Befreiung nicht als etwas Fernes zu dem man erst hingelangen muß, gesehen wird. Sondern hier ist die Herangehensweise die, dass Befreiung quasi schon da ist, und man bei ihr verweilt, statt jeden Moment Verblendungen entstehen zu lassen. Im Endeffekt ist das nichts anderes als überall im Buddhismus eine Praxis die der Entstehung von Gier, und Hass entgegenwirkt.


    Und im Kontext dieser Praxis haben dann Begriffe wie "Buddhanatur" ihren Sinn und diese wiederum drückt dich dann in Erzählungen wie den Ochsenbildern aus.


    Jenseits dieser konkreten Praxis macht das alles wenig Sinn. Man kann die Herangehensweise "Befreiung ist schon da" für sich ablehnen, und denken, dass es zu einer Faulheit verführt, oder "Buddhanatur" zu sehr nach Atman aussieht. Dann sollte man eben eine andere Praxis wählen - ohne Zen, Buddhanatur und Ochsen dran. Aber da der "Ochse" eine Metapher Buddhanatur ist, macht die Metapher ohne das Konzept und die zugehörige Praxis keinen Sinn.

  • biophil
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    • 25. August 2026 um 13:14
    • #30

    Du vergisst, dass ich aus dieser Praxis komme. Ich sehe das Bodenständige als Innovation.

  • void
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    • 25. August 2026 um 14:15
    • #31
    biophil:

    Du vergisst, dass ich aus dieser Praxis komme. Ich sehe das Bodenständige als Innovation.

    Bodenständig bedeutet für mich, dass etwas so unkompliziert wie möglich ist ohne abgehobene Konzepte zu benötigen. Im Palikanon gibt es die Geschichte von Śuddhipanthaka, der als der begriffstutzigste Schüler Buddhas galt, der sich keine Sutren merken konnte. Lau der Überlieferung gab Buddha ihm die Anweisung den Boden zu fegen und dabei die Worte "Staub entfernen, Schmutz beseitigen“ und indem er das auf den Staub seiner Verblendungen anwendet, erreichte er Arhatschaft. Die Praxis im Zen ist ja in gewisser Weise das "Polieren des Spiegel" auf den sich kein Staub setzen soll erscheint mir als eine Variante dieses "Buddhismus für Dummies und Straßenkehrer". Dem gegenüber sind doch Begriffe wie "Kontakt mit den den Tiefen Schichten des Unternbewußtseins aufnehmen und mit diesem eine werden" hochabstrakte Beschreiben bungen von außen wo Śuddhipanthaka eher "Häh, was Unterdigsschicht?" sagen würde.

  • biophil
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    • 25. August 2026 um 14:46
    • #32

    Genau. So unkompliziert wie möglich heißt ich halte mich an Dinge, die nachvollziehbar sind. Am Körper, am Unterbewussten etc. Der Tipp, die Spuren zu verfolgen statt etwas Uminöses zu erreichen wie die Buddhanatur ist doch sehr praktisch, einfach genial, wenn ich mich kurz selbst loben darf. Das hat mir noch nie ein Zenmeister erzählt. Die erzählen Schwachsinn wie „Der Abwasch macht den Abwasch“. Können sie ja mal vorführen. Aber das sind halt die üblichen Zirkelschlüsse.


    Und dann basiere ich alles auf den Körper, alles nachvollziehbar. Keine Mystik, nix. Sogar Kensho und Nirodha drösel ich dir haarklein mittels Körper auf. Kein Problem.


    Und die Ochsenbilder habe ich mir auch irgendwann vorgenommen und ins Leben übertragen. Denn darum gehts mir.


    Das alles heißt aber nicht, dass ich hier was für Blöde entwickelt habe. Im Gegenteil! Das erfordert Intelligenz und zwar nicht zu wenig. Dass du das nicht schnallst sondern immer mit neuen Sachen um die Ecke kommst, irritiert mich ein wenig.

  • Qualia
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    • 25. August 2026 um 16:31
    • #33

    Die Bilder von 8 und 9 zeigen genau das, was ausschließlich Phänomene des Geistes sind, die keine körperliche Realität haben. Wenn Phänomene des Geistes als körperlich anwesend gemeint werden, nennt Buddha das Verblendung.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    • 25. August 2026 um 17:26
    • #34
    biophil:

    Genau. So unkompliziert wie möglich heißt ich halte mich an Dinge, die nachvollziehbar sind. Am Körper, am Unterbewussten etc. Der Tipp, die Spuren zu verfolgen statt etwas Uminöses zu erreichen wie die Buddhanatur ist doch sehr praktisch, einfach genial, wenn ich mich kurz selbst loben darf.

    Der Sinn von Buddhanatur erscheint mir nicht als Aussage über irgendein metaphysischen Ding, sondern als Ausdruck einer bestimmten Herangehensweise.


    Es gibt ja das Kinderbuch "Wer hat angefangen" in dem sich zwei Monster an unterschiedlichen Seiten des Berges drum streiten, ob der Tag geht oder die Nacht kommt. Ein Beispiel für unterschiedliche Sichten auf das Gleiche.


    Genauso kann man Buddhismus von verschiedenen Seiten aufziehen. Man kann darin einen Weg von Samsara zu Nibbana sehen, indem man seine "Befleckungen" nach und nach verliert. Oder man kann wie Zen davon ausgehen, dass unter dem Dreck alles sauber ist und hinter den Wolken ein strahlender Sonnenhimmel ist. Es ist also mehr eine methodische Wahl als eine ontologische. Das Wort Buddhanatur verweist einfach auf eine ungewohnte Weise auf das Ziel des Buddhismus - die Freheit von Gier, Hass und Verblendung. Und weil diese Erlebbar sind ist auch ihre Anwesenheit kein Mummenschanz.


    Erst wenn man es verdinglicht, wenn man fragt ist die Buddhanatur hier oder dort, hat ein Hund sie, wirkt sie dadurch "ominös".

  • Online
    Helmut
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    • 25. August 2026 um 17:43
    • #35
    void:

    Das Wort Buddhanatur verweist einfach auf das Ziel des Buddhismus - die Freiheit von Gier, Hass und Verblendung.

    Indem der Begriff Buddhanatur auf das Ziel hinweist, macht er auch deutlich, dass wir als Menschen das Potenzial besitzen, dieses Ziel erreichen zu können. Und wir erreichen diese Ziel indem wir unsere Buddhanatur, dieses Potenzial in uns, durch die Dharmapraxis zur Reife bringen. Indem wir es zur Reife bringen überwinden wir die drei Geistesgifte und erlangen die Freiheit von Gier, Hass und Verblendung. Diese Freiheit ist gleichbedeutend mit einem dauerhaften Glück. Diese Freiheit ist die Befreiung oder das Nirvana von dem im Buddhadharma gesprochen wird.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • biophil
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    • 25. August 2026 um 21:49
    • #36
    void:

    der Ochse steht hier eben nicht für die zu überwindenden tiefen Schichten ( wie der Elefant des Dantabhūmi Sutta sondern eben für die Buddhanatur.

    Aber warum muss ich den Ochsen aka die Buddhanatur dann zähmen?

  • Leonie
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    • 25. August 2026 um 23:01
    • #37

    Es ist evtl. die falsche Übersetzung und soll anstatt "zähmen" "mit sich vertraut machen" bedeuten, was dem Chinesischen eher entspricht.


    Wenn die Einsicht kommt, dass die Buddhanatur bereits da ist und nicht irgendwie erlangt werden kann, dann ist die Übung in eine neue Phase getreten und wird zur Realisierung der Buddhanatur - das gewöhnliche Wesen macht sich damit vertraut und übt sich darin ein Buddha zu sein.


    Buddhanatur ist im übrigen nur ein anderer Ausdruck für Leere oder shunyata - und das wiederum ist das was mit dem Entstehen in Abhängigkeit gemeint ist.


    So ist der Ochse auch nur in Abhängigkeit des Hirten zu sehen, wie "kurz" in Bezug auf "lang" und dgl.

    :zen:

  • biophil
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    • 26. August 2026 um 06:39
    • #38

    Mit sich vertraut machen gefällt mir gut, denn genau das habe ich hier die ganze Zeit vorgeschlagen: Kontakt aufnehmen, Spuren lesen, kennenlernen.


    Beim Übersetzungsargument stimme ich dir für den Bildtitel zu. Hüten trifft es besser als zähmen. Aber die Verse von Kuoan selbst reden Klartext.


    Vers 4: sein Wille ist stark, seine Kraft unbändig, schwer ist er zu bändigen.


    Vers 5 beginnt mit Peitsche und Zügel, die man keinen Augenblick beiseitelegen darf, sonst läuft er davon in Staub und Schmutz.


    Das Disziplinvokabular steht also nicht in der deutschen Übersetzung, es steht schon in den Versen. Die Frage bleibt daher: warum braucht das Vertrautwerden mit der Buddhanatur eine Peitsche?


    Interessant ist die letzte Zeile von Vers 5: Geduldig gehütet wird er sanft, dann folgt er von selbst, ganz ohne Kette und Strick.


    Erst externe Führung, dann läuft es automatisch. Das ist die Struktur von Training, wie sie jeder Sportler kennt. Konditionierung, vom Meister persönlich beschrieben.


    Mit modernem „Unterbewussten“ passt das alles übrigens hervorragend! Nur die „Buddhanatur“ muss passend gemacht werden.

  • void
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    • 26. August 2026 um 07:22
    • #39

    Hier noch Honins Text nach Shodo Harada Roshi.

    Honin:

    V. Die Zähmung des Ochsen

    Wenn auch nur der kleinste Gedanke auftaucht, dann folgt ein anderer. Mit dem Erwachen wird alles zur Wahrheit; aber wenn du in Unwissenheit verweilst, ist alles unwirklich. Die Dinge entstehen nicht wegen der objektiven Welt, sondern wegen des Geistes. Halte das Seil fest im Griff und schwanke nicht.


    Strophe:

    Lass Peitsche, noch Leine, keinen Augenblick fallen, damit der Ochse nicht zu Staub und Begierde zurückwandert. Zähme den Ochsen und er wird rein und sanft sein. Dann wird er ohne Fesseln oder Ketten, von selbst folgen.


    Waka:

    Die Tage sind gezählt, und selbst der wilde Ochse wird der Schatten werden, der sich an meinen Körper schmiegt. Wie erfreulich!


    Kommentar angelehnt an Shodo Harada Roshi:

    Den Ochsen zu zähmen ist die Erfahrung von Zazen in Aktion. Wir sollten uns die Frage auseinandersetzen, wie wir mit sozialen Problemen umgehen, wie wir unser Leben mit Integrität leben, Mitten in dieser Geschäftigkeit, mit so vielen Dingen, die wir tun und über die wir nachdenken, können wir lernen unsere Mitte und unsere Konzentration aufrecht zu erhalten. Dies wird Samadhi in Aktion genannt.

    Wir können reifen, bis es überhaupt keine Trennung mehr zwischen uns und den Dingen gibt. Es ist dieser Geist, der oft mit einem Spiegel verglichen wird. Wenn etwas vor einen Spiegel kommt, wird es genauso reflektiert, wie es ist. Etwas kommt, es wird reflektiert; etwas geht, es ist weg. Vom Ursprung her gibt es nichts. Es gibt nichts, was man hinzufügen könnte, und es gibt nichts, was man wegnehmen könnte. Wenn eine Blume vor einem Spiegel gezeigt wird, wird der Spiegel nicht schöner; wenn Hundekot reflektiert wird, wird er nicht schmutziger, kommt ein Mann, erscheint ein Mann, kommt eine Frau erscheint eine Frau. Bei der Zähmung des Ochsen geht es nicht darum, etwas zu erreichen oder zu versuchen, etwas zum Laufen zu bringen, denn ursprünglich hat uns nie etwas gefehlt. Wir müssen den ursprünglichen Geist kennen, wir müssen ihn direkt berühren; doch wenn wir ihn nicht tatsächlich aus eigener Einsicht heraus wahrnehmen, wenn wir nicht die wahre Sache davon sehen, dann werden unsere Worte nur leere Diskussionen und leere Erklärungen sein. Die Zähmung des Ochsen bedeutet- wenn wir in die Essenz geschaut haben, diese reifen lassen und aufrechterhalten. Wenn unsere Gedanken auftauchen, dann abschneiden, aber dann kommen wieder welcher hervor, und noch mehr und wieder und schon die Nächsten. In einer ruhigen Zeit, in einer einfachen Situation, mag es uns gut gehen, aber mitten in einer Krise - zum Beispiel, wenn es keinen Platz gibt, um auf die Toilette zu gehen, oder keine Möglichkeit, sich in einer kalten Nacht zu wärmen, oder es kein Essen gibt, wenn Krankheit kommt, oder ein Erdbeben, dann stecken wir fest mit unseren Gedanken- Oder, wenn Menschen, die wir kennen, gestorben sind- plötzlich verschwunden sind- dann stecken wir mit unseren Gedanken fest-und wir stricken weiter und weiter- Es wird es extrem schwierig, diesen Geist der feststeckt-- zu zügeln. In solchen Augenblicken ist es besonders schwer den klaren Geist, ohne Gedanken ohne weiter zu stricken, aufrecht zu halten.

    Obwohl die Welt auf mehr als eine Weise gesehen werden kann, gibt es nur eine wirkliche Welt. Wir können lernen diese Welt klar zu sehen, nicht als dualistische Welt, nach als Vorstellung. Die Welt kann in einem Moment als etwas erscheinen, das uns herunterzieht, und im nächsten Moment wird sie als etwas klares und wahres wahrgenommen.

    Wir können sollten mitfühlend sein. Wir sollten für andere Dasein. Anderen helfen. Aber sobald wir uns damit beschäftigen und darüber nachdenken, wie gut wir sind, werden unsere Bemühungen nur zu einer Belastung. Wir können lernen, in jeder Situation zu erkennen, was zu tun ist. Wie fließendes Wasser, dass sich von einem hohen Ort zu einem niedrigen Ort bewegen, können wir lernen ganz natürlich dorthin zu gehen, wo wir gebraucht werden, ohne unnötige sich aufdrängende Gedanken. Wie der Spiegel, der reflektiert und dann loslässt, was er reflektiert hat, reflektieren wir in jedem Moment und an jedem Ort, ohne jemals von dem, was reflektiert wird, beeinflusst zu werden. Um uns als unsere Buddha-Natur zu manifestieren, sollten wir mit Zazen fortfahren, bis wir ind jeder Lage auf ganz natürliche Weise wissen, was zu tun ist-- Wie ein tiefes Gefäß auf eine tiefe Weise und ein flaches Gefäß auf eine flache Weise, ohne Widerstand des Denkens- das ist die Zähmung des Ochsen.

    -Quelle wie oben

    Alles anzeigen

    Hier erscheint es so, als als steht der Ochse für den Geist, was aber dann für beide Lesarten offen ist. Einerseits wird gesagt, dass der Geist von seiner Grundlage her spiegelgleich ist - also nicht verblendet - Buddhanatur. Und mit dieser soll man sich nicht nur in der Meditation vertraut machen sondern sie uns Leben holen. Aber wenn es heißt "Lass Peitsche, noch Leine, keinen Augenblick fallen, damit der Ochse nicht zu Staub und Begierde zurückwandert" dann ist hier ja eben ein verblendet Geist gemeint und dies passt dann zu wiederum eher zu biophil Sicht.

  • biophil
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    • 26. August 2026 um 07:47
    • #40
    void:

    also nicht verblendet

    Richtig. Aber Greifen und Stoßen ist da. Konditioniert eben.


    Ganz ehrlich, was soll denn da auch sonst sein? Etwas unkonditioniertes etwa?


    Es kann doch letztendlich nur darum gehen, seine Illusionen, Unwissen genannt, abzulegen. Und der Weg dorthin ist zu sehen wie es wirklich ist und wirkt. Erst wenn ich das erkenne, kann ich doch erst effektiv gestalten. Sonst bin ich wie ein Flummi, den man in einen Raum schleudert und an allen Wänden abprallt. Total verwirrt.


    Deshalb: Hinschauen, Durchschauen, Linie reinbringen. Dann fängt die Übung an.


    Ich finde es hochinteressant, welche Abwehrreaktionen es erzeugt, statt Buddhanatur den passenderen Begriff Unterbewusstes zu nehmen. Da werden alle möglichen Beispiele aus den Tiefen des Kanons rausgeholt, Kapriolen geschlagen etc, nur um sich weiter an diesem Begriff zu klammern, der letztlich nichts bedeutet ausser Hoffnung an die man sich krallt.

  • Matthie
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    • 26. August 2026 um 07:50
    • #41

    Den Ochsen zähmen.

    Sehr interessant habe ich so noch nie gesehen.

    Ich kann gut nachvollziehen was da nicht ganz stimmig erscheint.

    Ob es sich um einen Übersetzungsfehler des Wortes „zähmen“

    handelt oder ob tatsächlich mehr der Geist gemeint ist, der gezähmt werden muss um die Buddhanatur zu erkennen bzw. sich damit vertraut zu machen, kann ich nicht beurteilen.

    Wenn man das Wort zähmen benutzt passt das mit dem Geist auch nur bedingt.

    Um den Geist ruhig werden zu lassen muss ich ja nichts tun.

    Die Idee im Zen/Zazen ist doch einfach still zu sitzen um den Geist sich selbst klären zu lassen.

    Zähmen muss ich doch eher meine Triebe, Begierden etc.

    Also meine vorhandenen Geistesgifte, die mir das vertraut machen oder das wahrnehmen vernebeln.


    Vertraut machen mit der Buddhanatur klingt wieder sehr aktiv .

    Vertraut werden…. Verwachsen … ?


    Die Version der 10 Ochsenbilder von Biophil ist eine sehr interessante neue Sichtweise für mich . 🙏

  • biophil
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    • 26. August 2026 um 08:07
    • #42

    Matthie


    Ich persönlich kann mich da gut dran lang hangeln. Deshalb habe ich es ja auch gemacht. Für mich. Und wenn man dann die eine Übung der Spurensuche macht (Mülleimer), steht man im Prinzip in Kontakt mit sich, auch wenn das Werk dann schon getan ist.


    Manchmal kann man dem auch direkt zuschauen, beim Autofahren zB. Einfach mal hinschauen, was der Körper alles von selbst macht. Blinker setzen, bremsen. Aber auch wütend werden. Da kann man dann ansetzen, falls erforderlich. Manchmal ist Wut auch berechtigt, aber erkennen warum und wieso ist wichtig.

    Einmal editiert, zuletzt von biophil (26. August 2026 um 08:12)

  • Samadhi1876
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    • 26. August 2026 um 09:29
    • #43
    Matthie:

    Um den Geist ruhig werden zu lassen muss ich ja nichts tun.

    Die Idee im Zen/Zazen ist doch einfach still zu sitzen um den Geist sich selbst klären zu lassen.

    Zähmen muss ich doch eher meine Triebe, Begierden etc.

    Also meine vorhandenen Geistesgifte, die mir das vertraut machen oder das wahrnehmen vernebeln.

    „Nichts tun“ kann aber sehr anstrengend sein. Oder werden, je länger man „nichts tun soll“. Außer zb sitzen und atmen. Wer schon mal länger Za Zen gesessen hat weiß was das heißt. Der Geist meldet sich irgend wann und möchtet aber jetzt lieber dies oder das.


    Und den unruhigen Geist kann man in dem Moment sehr gut mit dem Ochsen vergleichen der von einem selbst (Hirten) gezähmt werden muss.


    Die „Peitsche“ ist man selbst, der eigene Körper, der aufrecht bleibt. Oder der Kyosaku des Meisters, der den Körper schlägt wenn man darum bittet (manche Meister schlagen auch ohne das man vorher bittet).


    Mit der Zeit wenn man nichts tut außer Sitzen, und den Bullen (Geist) mit sich selbst im Grunde nur kämpfen lässt, bis er erschöpft von sich selbst zur Ruhe kommt. Der Geist sich beginnt von selbst zu klären.

    Wie ein Glas Wasser in dem man Erde hinein schüttet und umrührt, setzt sich die Erde erst mit der Zeit auf den Grund und das Wasser wird von selbst klar…


    Und auch alles andere was man vorher nicht erblicken konnte wird nun klar (Subjekt und Objekt sind verschwunden, Hirte und Bulle sind im Meer verschwunden).


    Bis dahin ist es anfangs ein langer schwieriger Weg, bis zum Bild 5.

    Das aufrecht halten des Körpers schafft später mehr Kraft und Konzentration im Alltag. Man wird nicht mehr so schnell zum Spielball seiner Gedanken, und kommt deshalb nicht mehr so schnell ins Schleudern wie zuvor.


    Der Geist reinigt sich durch Za Zen mit der Zeit von selbst. Es hat nichts mit sich bestimmten Vorstellungen machen zu tun. Oder darüber zu lesen „wie der Geist sein sollte“.


    Solange der Hirte noch da ist, ist auch der Hirte aber noch da. Dann ist der Bulle vielleicht nun ruhig geworden. Wie ein wildes Pferd das man zuvor zugeritten hat. Der Hirte muss selbst nun auch noch verschwinden.

    Bis dahin denkt der Hirte: „ich“ habe den Bullen endlich gezähmt.

    Anfangs muss es einen Hirten geben. Sonst kein zähmen des Bullen möglich. Kein sich hinsetzten wollen zum Za Zen.


    Wie kann nun der Hirte sich nun auch selbst noch vergessen?

    Denn der Bulle (in ihm selbst) ist ja nun gezähmt, und daran muss nun nicht mehr gedacht werden…


    Der Hirte denkt aber immer noch er sei Hirte…

    Bis der Hirte sich im Za Zen selbst vergessen hat…


    Das käme aber einem Sterben gleich…

    Was wird sein, wenn ich mich selbst vergesse?
    Wo wird „ich“ (Ego) dann sein…


    Vielleicht wird es erst mal plötzlich ganz schwarz vor Augen.

    Die Dunkelheit ist erschienen obwohl eben noch alles hell erschien…


    Bis dahin ist es ein noch weiterer Weg…


    Und bis auch die Dunkelheit nicht mehr ist und Nichts mehr ist…

    Ein noch längerer Weg…


    Atmen ins Hara, den Atem dort halten, langsamer ausatmen als einatmen, und dadurch mehr aus den Kopf in den Bauch zu kommen…


    Dort länger bleiben können als im Kopf…
    Hilft dabei…

    Einmal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (26. August 2026 um 09:50)

  • Qualia
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    • 26. August 2026 um 10:16
    • #44

    Was muss man zähmen, von dem man nicht weiß, was es ist? Was muss erst gefunden werden, um überhaupt zu erkennen das es da ist?


    Die eigene Verblendung, den Ochsen, der sich erst zeigt, wenn man auf die Suche geht nach der Leidensursache, und rigoros bei dem Suchen und nach dem Finden beim Zähmen bleibt. Bis er in der Hütte ist. Sicher verwahrt und immer erkennbar für den Hirten.


    Was ist diese Verblendung, die so widerspenstig ist und auch, wenn sie in der Hütte ist, immer wieder erscheint?


    Bei Buddha geht es immer um das Festhalten Wollen, der Prozess, der aus einem „Ich bin.“ ein „Ich bin dies und das.“ macht, es ist ein zu Eigen Machen.

    Buddha: sakkāya‑diṭṭhi:

    sakkāya = „eigener Körper, eigene Anhäufung, eigene Person“

    diṭṭhi = „Ansicht, Behauptung, Glaube“


    „Ich bin.“ ist eine Person oder ein Puggala.

    „Ich bin dies und das.“ ist der Persönlichkeitsglaube, der meint, ein stabiles Ich zu sein, und weil er das meint, kann er etwas als mein Ich / Ich bin ich / die Person bin Ich, festhalten. Nur der Persönlichkeitsglaube nimmt die Skandha als: „Das bin ich.“ Ein Puggala arbeitet damit.


    Bild 8 und 9 zeigen das Durchschauen seines Gedankengestrüpps und sein immer wieder in die Fata Morgana der Leerheit fallen. Bild 10 zeigt: Alle 9 Ochsenbilder kommen in den Beutel und an die Stange in den Rücken, damit sie nicht mehr im Denken sind. Die linke Hand ist immer frei für Geben und Annehmen, die rechte hat was zu greifen und festzuhalten. So bleibt der Marktplatz ein Marktplatz der Möglichkeiten und kein Minenfeld der eigenen Meinung, Glauben und Prinzipien ohne dass man die des Marktplatzes außer Acht lässt. Diese kann man an den eigenen, die im Beutel griffbereit sind, prüfen.


    Buddhanatur ist eine Möhre, vor den Augen gehalten von anderen, damit auch diese Verblendung nicht erkennbar ist.


    „Hat der Hund Buddhanatur?“

    Lass es, folge nicht dieser Möhre.

    Leb jetzt mit dem, was du mit deinen Sinnen erkennst. Da ist nur Hund.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    5 Mal editiert, zuletzt von Qualia (26. August 2026 um 10:36)

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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