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Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

  • biophil
  • 22. August 2026 um 19:03
  • Zum letzten Beitrag
  • biophil
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    • 22. August 2026 um 19:03
    • #1

    1. Suche
    Das Ich hat den Kontakt zu seinen eigenen inneren Grundlagen verloren. Es lebt nur noch im Denken.


    2. Spuren
    Erste Signale aus dem Unterbewussten werden wahrgenommen: Gefühle, Impulse, Unruhe.


    3. Finden
    Ein Moment unmittelbarer Erfahrung: Das Ich tritt zurück und erlebt für einen Augenblick direkt die tiefere Schicht der Psyche.


    4. Fangen
    Das Ich versucht, seine Handlungen an diesem inneren Kern auszurichten.


    5. Zähmen
    Gewohnheiten, Triebe und Charakter werden bewusst geformt.


    6. Heimkehr
    Innere Versöhnung. Das Leben wird nicht mehr als innerer Konflikt erlebt.


    7. Vergessen
    Der Gegensatz zwischen Ich und Unterbewusstem löst sich auf. Das Handeln wird selbstverständlich.


    8. Enso
    Neue Falle: Konzepte, Traditionen, spirituelle Vorstellungen. Die Idee der „Leere” wird selbst zur größten Illusion. Gefangen im Kreis, Kreisdenken und Bewerten.


    9. Rückkehr zum Ursprung
    Radikales Durchschauen auch dieser Illusion. Kein spirituelles System bleibt übrig.


    10. Marktplatz
    Alltag.

  • Hotte
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    • 23. August 2026 um 16:47
    • #2

    Mir scheint, dass du die gebräuchlichen Begriffe „Buddha-Natur“ und „Leere“ letztlich ersetzt durch die Vorstellung eines „Unterbewusstseins“ bzw. eines tieferen und besseren Ichs, in dem das leidende Ich gewissermaßen zur Ruhe kommen kann.


    Hier sehe ich einen grundlegenden Unterschied zum Buddhismus, wie ich ihn verstehe: Das Problem ist dort nicht primär, dass das Ich den Kontakt zu seinem besseren Kern verloren hat, sondern gerade das Anhaften an der Vorstellung eines eigenständigen Ichs.


    Ich würde insofern auch nicht zwischen "unheiliger" und "heiliger" Version unterscheiden, sondern eher zwischen einer psychologischen und buddhistischen Sicht.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • biophil
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    • 23. August 2026 um 17:49
    • #3

    Stimmt. So hätte ich es auch nennen können.


    Wobei: Egal, wie man es nennt, die wirklichen Unterschiede liegen in 8-10.

    Einmal editiert, zuletzt von biophil (23. August 2026 um 18:07)

  • biophil
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    • 23. August 2026 um 21:35
    • #4
    Hotte:

    eines tieferen und besseren Ichs, in dem das leidende Ich gewissermaßen zur Ruhe kommen kann.

    Nicht besser. Das ist deine bestehende Konditionierung, letztlich dein Körper mit all seinen Trieben, Greifen/Stossen und Automatisierungen. Das Ding, das den Mülleimer an die Strasse stellt, während du mit Handy telefonierst. Unterbewusst meint, es agiert einfach ohne dich. Du kannst nur die Spuren im Nachinein sehen. Den Mülleimer an der Strasse.


    Diese Spuren bewusst aufzunehmen und sich klar machen, was da eben passierte finde ich eine gute Übung, Kontakt aufzunehmen und sich kennenzulernen. Mit Aufmerksamkeit kannst du das nicht, weil du immer hinterher läufst. Es bringt dir gar nichts, wenn du bewusst den Mülleimer rausbringst, weil das ist ja dann nicht der Ochse sondern das Ich.


    Und da man nur aus Konditionierungen besteht, kann man das ändern, eben durch andere Konditionierungen, und so läuft der Ochse dann irgendwann neue Pfade. Ganz von alleine.


    Dass da aber eine glänzende Buddhanatur innewohnt, die man nur entdecken muss und dann ist es vorbei, ist eine Illusion, die sehr lange Halbwertzeit hat.

  • Hotte
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    • 24. August 2026 um 06:59
    • #5

    Jetzt verstehe ich deine Idee vom Ochsen besser: kein besserer Kern, sondern Konditionierungen und Automatismen, die man zähmen muss?

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • biophil
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    • 24. August 2026 um 07:46
    • #6
    Hotte:

    Jetzt verstehe ich deine Idee vom Ochsen besser: kein besserer Kern, sondern Konditionierungen und Automatismen, die man zähmen muss?

    So ungefähr. Wer dann wen zähmt ist dann die Frage. Vielleicht ist der Ochse ja auch schon auf dem besseren Weg. Dann muss man es nur kapieren. Andersrum, wenn man sich ändern will, ist das üblicherweise ein langer Weg.

  • Qualia
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    • 24. August 2026 um 09:21
    • #7

    Übersehen wird das mit Bild 7 nur noch der Mensch da ist, sitzend mit der Hütte im Rücken. In der sind Hirte, Ochse, Seil, Flöte.


    Bild 8 enthält alle Gedankengebäude und Gedankengestrüpp. Sie werden nicht vernichtet, sondern vom Ich, das keine Person ist, betrachtet.


    Bild 9 enthält alle Leerheiten, alles Nichtwissen können, als Erkenntnis das es da ist und keinen Zugriff des Geistes zulässt.


    Bild 10 zeigt, dass der sich befreit habende immer in Samsara (Marktplatz) lebt, doch ohne Anhaftung. Seine inneren Anhaftungen, die unbedingt notwendig sind, um im Samsara zu leben, hat er in seinem Beutel (ehemals Hütte), den er am Stock in seinem Rücken hält, das Zeichen, dass er nur innere Anhaftungen im Ansehen der ihn Sehenden hat. Im Beutel ist, Hirte, Ochse, Seil, Flöte, die Hütte, die Gedankengebäude und Leerheiten.


    Die Tarotkarte „Der Narr“ bedeutet all das, was die anderen Marktbesucher in ihm erkennen wollen und dürfen. Der Narr an sich interessiert sich nur für das Leben im Jetzt. Sein „Besitz“ ist auch verborgen in dem Beutel, der nicht von seiner Hand festgehalten wird. Der Narr kommt mit allem klar, und zwar dann, wenn es eintrifft. Erst dann wird er handeln und wird den Stock loslassen, damit er beide Hände zum Handeln frei hat.


    Das Floß der Lehren ist der Beutel, der Stock ist das Halten des Floßes, wissen, wo es ist. Das andere Ufer ist erreicht, das Floß wird der Beutel und alles ist klar, kann jederzeit aufgegeben werden, denn im Sterben ist nichts mehr nötig, denn das Leben vergeht.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (24. August 2026 um 09:36)

  • Beitrag von biophil (24. August 2026 um 10:27)

    Dieser Beitrag wurde von KarmaHausmeister aus folgendem Grund gelöscht: Beleidigung. Bitte um wertschätzende und freundliche Kommunikation. (24. August 2026 um 21:12).
  • Qualia
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    • 24. August 2026 um 11:45
    • #9

    Deine Reduktion hinterlässt leider nur das, was die Ochsenbildern vermeiden wollen: Leiden über Leiden.

    Du hast mich tatsächlich verwirrt. Aber ich habe dann doch meinen Text von einer KI ontologisch prüfen lassen.

    Damit hat mein jahrelanges Beschäftigen mit den Ochsenbildern ein Ergebnis gebracht, das widerspruchsfrei ist.

    Vielen Dank für deine Antwort._()__()_

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  • Beitrag von biophil (24. August 2026 um 11:59)

    Dieser Beitrag wurde von KarmaHausmeister aus folgendem Grund gelöscht: Wie oben. (24. August 2026 um 21:13).
  • Matthie
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    • 24. August 2026 um 12:35
    • #11

    Hallo Biophil,

    mir gefällt Deine psychologische (unheilige) Version der Ochsenbilder.

    Kann ich gut nachvollziehen. Habe mich aber dann doch gefragt ob es nicht ein bisschen zu vereinfacht dargestellt ist.

    Grundsätzlich begrüße ich aber Einfachheit.


    Mich würde interessieren was für eine Kritik (Schwäche) Du an den Original 10 Ochsenbildern im Zen siehst.?

    Oder ob es eher um eine Ergänzung geht.?

    Heilig - Unheilig

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  • biophil
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    • 24. August 2026 um 13:07
    • #12

    Mir ging es um Nachvollziehbarkeit und den praktischen Nutzen. Wenn ich die Mechanismen dieses Körpers durchschaue (Unterbewusstsein, Ich sind ja lediglich Begriffe spezieller Mechanismen), dann komme ich letztlich auf Konditionierung. Mehr ist das nicht. Und das kann ich halt durch neue Konditionierung ändern. Wer Sport macht, weiß wie das geht.


    Bei den ersten 7 Bildern habe ich keine große Kritik. Ochse finde ich bildlich ganz passend, Synonym für schwerfällig.


    Die ersten Versionen der Ochsenbilder endete beim leeren Kreis, dem Thron der Erleuchtung. Kuoan (chin. Chanmeister) hat die letzten beiden Bilder hinzugefügt. Und damit ändert sich auch die Interpretation. Denn während des Weges konditioniert man sich natürlich auch, ersetzt sein Weltbild durch ein anderes und sieht die Welt durch diese Brille.


    Der Übergang von 8 nach 9 ist dann das Abwenden und 9 das Ende dieser Illusion. Ein harter Brocken, wie ich finde. Denn zunächst muss man das erstmal merken und dann von dem abwenden, das einen jahrzehntelang definiert hat. Wahrscheinlich ist dann auch der Freundeskreis weg. Aber so ist das nun mal, wenn man dem Floss einen Schubs geben muss. Diesen Prozess schliesse ich gerade ab, mehr oder weniger.


    Das 10. Bild ist der typische Bodhisattva. An dem kann ich allerdings auch nichts finden, so dass das für mich der schnöde Alltag ist.


    Für mich sind die Ochsenbilder etwas, was den Zenweg als Weg zeichnet, und ihn am Ende entsorgt. Es widerlegt Samsara = Nirvana (es gibt nichts zu tun) und damit die zentralen Lehren dieser Schulen.


    Das ist natürlich alles meine Interpretation, die man nicht übernehmen muss.

    2 Mal editiert, zuletzt von biophil (24. August 2026 um 13:23)

  • Qualia
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    • 24. August 2026 um 13:32
    • #13

    Doch es gibt was zu tun. Das ist nicht ein Bodhisattva sein, der immer wieder scheitert beim „Erwecken, Belehren“ von anderen. Auch nicht dumm und untätig, in der Gegend herumzusitzen. Meditation ist keine Tätigkeit.


    Es ist den Alltag leben mit all seinen Freuden und Schrecken. Das geht jetzt, denn alle Dinge, die dafür nötig sind, habe ich griffbereit in meinem Beutel an der Stange, die ich in meiner Hand halte. Vorteil: Weil alle meine Erfahrungen, Erlebnisse und Vorstellungen, die Gier und der Hass in meinem Beutel sind, habe ich das Hirn frei für den Anfängergeist und Alltagsgeist. Das bedeutet, dass ich für andere ein Dummkopf, ein Heiliger, ein Verbrecher, ein Hofnarr sein kann, ohne dass mich das noch berühren kann. Ihre Vorstellungen von mir sind doch nicht mein dukkha.

    Die Ochsenbildern sind auch nur Hinweise, keine Wegweiser, denn sie decken alle Wege ab und alle Wege führen zu Mir.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • biophil
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    • 24. August 2026 um 14:41
    • #14

    Es geht hier nicht um DICH! (alter Muho Spruch)😉

  • Qualia
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    • 24. August 2026 um 16:19
    • #15

    :nohear::nosee::nospeak:

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • void
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    • 24. August 2026 um 17:21
    • #16

    Der Unterschied ist nicht so sehr der zwischen "heilig" und "unheilig" sondern ein anderer.


    Der Witz an den Ochsenbildern ist ja dass sie versuchen, möglichst einfach zu sein - ohne den Rückgriff auf komplexe Begriffe und Unterscheidungen aufzukommen. Dies entspricht einer Zen Herangehsweise die eben nicht analytisch/zerlegen sondern einfach und integrierend ist.


    Es gibt ja einen Cartoon wo Geflügelzüchter ein Huhn mit Tofu Geschmack züchten, um den Vegetariermarkt zu gewinnen. Und so unternimmst du biophil den heroischen Versuch diese wichtige Zen-Gschichte nicht-zennig zu erzählen, sondern Begriffen und Unterscheidungen ( "das Ich", "das Unterbewusstsein", "die Psyche und ihre Schichten" , "innerer Kern" , "Triebe", "Charakter") hinzu zu fügen.

  • biophil
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    • 24. August 2026 um 17:21
    • #17

    Um das vielleicht nochmal ein wenig persönlich auszukleiden...


    Wenn man aus einer Position der Abwendung heraus argumentiert wie ich, bekommt man automatisch Stress mit anderen. Das mag noch so stimmig sein, aber stimmig ist es halt vor allen Dingen für mich. Evtl noch für andere Langzeitübende mit Stillstandssyndrom, die gegen die gleichen Poller laufen. Das betrifft Zen aber auch den orthodoxen Buddhismus, aus deren Sicht ich eine total verquere Sicht habe mit dem Körper, der aufs Leichenfeld gehört.


    Also das verstehe ich schon! :lol:


    Ich werde das auch nicht ewig machen, auch wenn ich mich gerne mal streite. Irgendwann sollte der Ablöseprozess auch mal beendet sein. Bis dahin: :luftkuss:

  • biophil
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    • 24. August 2026 um 17:27
    • #18
    void:

    Huhn mit Tofu Geschmack

    Der war gut!

  • void
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    • 24. August 2026 um 18:12
    • #19

    Im Dantabhūmi Sutta im Palikanon vergleicht Buddha den Weg zu Befreiung mit der Zähmung eines wilden Elefanten. Hier passen die Metaphern: Der Elefant steht für die tiefen, ungezähmten Schichten der Psyche - des Unterbewusstseins, und Buddha erklärt wie ein geschulter Elefantenzähmer vorgehen kann, um von "wild" zu "zahm" - von Samsara zu Nibbana zu kommen. Die rohe Natur muß durch Disziplin und ethische Zügelung (sila) umgeformt werden.


    biophil:

    Für mich sind die Ochsenbilder etwas, was den Zenweg als Weg zeichnet, und ihn am Ende entsorgt. Es widerlegt Samsara = Nirvana (es gibt nichts zu tun) und damit die zentralen Lehren dieser Schulen.

    Die Ochsenbilder erzählen jetzt nicht einfach diese Geschichte nach - halt mit Ochse statt Elefant sondern der Ochse steht hier eben nicht für die zu überwindenden tiefen Schichten ( wie der Elefant des Dantabhūmi Sutta sondern eben für die Buddhanatur.


    Zen ist ja nicht so sehr ein anderer Weg, sondern es ist der gleiche edle echtfache Pfad sondern in einer anderen Art und Weise erzählt.

  • biophil
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    • 24. August 2026 um 18:40
    • #20
    void:

    steht für die tiefen, ungezähmten Schichten der Psyche - des Unterbewusstseins,

    Das mag sein und zeigt ja auch den tiefen nekrophilen Touch dieser Lehre. Muss weg, ausrotten. Ungezähmt steht in dieser Analogie. Grässlich! Kein Mensch muss zähmen. Er kann die Differenz erkennen zwischen Innen und Aussen. Es kann ja auch sein, dass man in einem Beziehungsgeflecht steht, dass total konträr zu seiner Natur steht. Naturbursche lebt im Betonsilo. Stadtmensch wohnt auf Ökohof. Das kann man ändern, aber eben zur eigenen Natur und nicht dagegen. Woher kommen Zweifel? Genau dort entstehen sie.

    void:

    sondern eben für die Buddhanatur.

    So ist es. 😉


    Genau aus diesem Grund gibt es meine Alternativversion.

    2 Mal editiert, zuletzt von biophil (24. August 2026 um 18:47)

  • void
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    • 24. August 2026 um 20:34
    • #21

    Es vor drei Jahren einen sehr interessanten Thread zu den Ochsenbildern der Honin initiiert wurde:

    Honin:

    Was sind sie?

    Die Ochsenbilder sind historisch überlieferte Zentexte die von Kakuan Shion geschrieben wurden, die historischen Bilder fügte sein Enkelschüler Gion dazu.

    Dies ist die Geschichte der Zähmung eines Ochsen, sie erzählt davon, wie ein wilder Ochse gefangen und gezähmt wird. Das Fangen und Zähmen des wilden Ochsen wird in der Praxis mit dem Prozess einer Person auf ihren Weg verglichen. Warum ein Ochse? Warum ist die Geschichte der Zähmung eines Ochsen? In Indien galten Ochsen als sehr wertvoll und wurden sorgfältig gepflegt. Sie werden als Boten Gottes gesehen, und überall gehen Ochsen und Kühe frei und mischen sich mit Menschen, als Gleichberechtigte. In Indien wurde ein Ochse als Vertreter eines Ideals als Metapher für das Training benutzt. Aber in China wurden die Idee und die Sache nicht als getrennt angesehen. Vielmehr repräsentierte in China ein Ochse den Geist selbst direkt – keine Vorstellung vom Geist, sondern den Geist, wie er ist. Für uns heute sind Ochsen Tiere, sie sind wild. Aber in dieser Wildnis gibt es auch eine Qualität, die über den Dualismus hinausgeht.

    In der Zen Tradition geht es um um die Überwindung von Trennung hin zu dem einen Geist. Es ist ein Weg der Integration in das Ganze, in dem Subjekt und Objekt aufgehoben sind.


    Während deine Deutung ganz andere Denkweisen und Begriffe einführt: Den einer "inneren Grundlage", eines "Unterbewussten", "tiefere Schichten der Psyche" , ein "innerer Kern". Dies entspricht am ehesten dem Ansatz von C.G.Jung, wo man sich mit dem Schatten der unterdrückten Anteile konfrontiert und diese dann zu einem ganzheitlichen balancierte Selbst zusammenfügt und ein Hinausgehen über den Menschen - die Auflösung des Gegensatzes von Subjekt und Objekt nicht anstrebt und "Leere" sogar als destruktive Auflösung fürchtet. Nicht das selbst wird in den Ochsen integriert, sondern der Ochse in das Selbst.

    Dein Denken scheint mir nahe bei Jung und Hesse und weit weg von dem was die Autoren der Ochsenbilder sagen wollten.

  • biophil
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    • 24. August 2026 um 21:06
    • #22
    void:

    Es ist ein Weg der Integration in das Ganze, in dem Subjekt und Objekt aufgehoben sind.

    Das „Ganze“, wie du es nennst, ist nichts weiter als Wahrnehmung ohne Wahrnehmenden, abstrakt gesagt. Praktisch: Ein Ton, ohne jemanden, der hört. Es ist nur Ton. Das erkenne ich auch im Bild 3 an. Üblicherweise wird dies durch Kollaps erzeugt, aber nicht nur. Lässt sich alles wunderbar über den Körper erklären. Eine Buddhanatur ist nicht erforderlich.


    Das bringt dir letztlich aber nichts, denn es vergeht, verblasst. Und wo eben noch der Buddha gesessen hat, sitzt wieder Karl-Heinz. Und nichts hat sich geändert, außer, dass er ab dem Zeitpunkt komplett abgehoben ist. 20 Jahre später hört er auf.


    Klar benutze ich C. G. Jung et al. Das sind anerkannte Methoden und Einsichten. Ich habe aber noch nie eine Therapie gemacht. Immer auf dem Weg..,

  • Samadhi1876
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    • #23
    biophil:

    Ein Ton, ohne jemanden, der hört. Es ist nur Ton.

    Klingt nach „Nee…“ (der Ton) für mich

    Denn Du redest allein nur von Ton:


    Ton und der hört sind aber eins geworden im Erwachen und nicht mehr augenblicklich verschieden


    Ton ist man selbst

    Und man selbst ist Ton geworden


    Genauso wie das ganze Universum augenblicklich mit einem selbst „verschmilzt“


    Auch wenn es gleichzeitig Ton und Ohr gibt


    (Herz Sutra)


    Für mich klingt dein Satz mehr nach:


    “ich“ hat nur einen Ton gehört

    Aber er gehört mir nicht und auch schon wieder vorbei


    Wir sind „getrennt“

    Wir waren „immer getrennt“


    Genauso schnell:


    Wie man sich im Alltag wieder vom eigenen Atem trennt und sich wieder mehr den trennenden Gedanken hingibt


    Die Achtsamkeit schon wieder woanders liegt…


    Aber nun gut:


    Wenn es dein Weg halt ist und Du meinst…


    Es steht Dir frei…


    Und niemand kann Dich auch davon abhalten können…


    Außer Du selbst allein…


    Aber solche Diskussionen helfen auch


    Um Unterschiede wieder zu erkennen


    🙏


    „Onkel“ Dogen sagte oft nur:


    Du musst dich selbst vergessen


    Oder denke auf Grund von Nicht Denken


    Oder Wo willst Du die ganze Wahrheit finden, wenn nicht dort wo auch immer Du gerade bist…


    Egal wie auch immer:


    Letztendlich wünsche ich jedem Lebewesen innere Befreiung….


    Von noch innerem ungelöstem unerkannten unbekannten…


    Und somit auch:


    Vom falschen Selbst


    Denn solange das noch nachhängt


    Hängt immer noch was nach


    Auch wenn man Krankheit, manches Leid oder andere Menschen nie ändern sondern manchmal nur akzeptieren kann:


    Das wiederum auch Kraft, Mut, Vertrauen, Ausdauer braucht


    Sonst gerät man früher oder später auch wieder mehr ins Schleudern


    Den perfekten und alles ist immer gut Weg gibt es nie…


    Aber man kann immer versuchen und lernen am besten mit Allem umzugehen


    Auch ohne tiefer gehende Spiritualität:


    Vielleicht hast Du mehr das gemeint…


    🙏

  • biophil
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    • 25. August 2026 um 02:56
    • #24
    Samadhi1876:

    Für mich klingt dein Satz mehr nach:


    “ich“ hat nur einen Ton gehört

    Aber er gehört mir nicht und auch schon wieder vorbei

    Interessant, was du da so rein interpretierst, um zu zeigen, dass du es besser weißt bzw ich es nicht wissen kann, wegen meiner schrägen Ansichten.


    Wer vor dem Schreiben liest, ist klar im Vorteil: Wahrnehmung ohne Wahrnehmenden. Es ist nur Ton bzw klack. Sonst würde ich ja sagen, ich habe einen Ton gehört.


    Physiologisch ist es nur Hörbewusstsein ohne einen der hört. Das gibt dieses Gefühl des Einsseins, denn in dem Moment gibt es keinen Zweiten, der hört.


    Erinnern kannst du dich, weil es Bewusstsein gab. Hörbewusstsein. Das wird gespeichert und zwar langfristig, weil du da soviel rein interpretierst. Es bekommt das Label „wichtig“ und in rot blinkend „Erleuchtung“, damit man es augenblicklich vorzeigen kann. Sonst würdest du es einfach vergessen. Wer merkt sich schon jeden Klack?


    Physikalisch hat eine Schallwelle dein Ohr getroffen und du nennst es Erwachen? 🤣

    6 Mal editiert, zuletzt von biophil (25. August 2026 um 03:26)

  • Samadhi1876
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    • 25. August 2026 um 08:11
    • #25
    biophil:

    Physiologisch ist es nur Hörbewusstsein ohne einen der hört. Das gibt dieses Gefühl des Einsseins, denn in dem Moment gibt es keinen Zweiten, der hört.

    Vielleicht ist es (für Dich) „verständlicher“, wenn man auch den Sender der Schallwelle dabei „mit beachtet“, also Subjekt (Sender) und Objekt (Empfänger)


    Wenn die Stimme der Amsel deine eigene Stimme geworden ist…


    Das Bewusste (ich) hört nur etwas (anderes):


    Erster Nen: keine Trennung von Subjekt und Objekt

    Zweiter Nen: Selbstreflexion (Wahrnehmung, Trennung beginnt)

    Dritter Nen: Bewertung kommt hinzu (Die Amsel singt schön, die Mülltonne ist schwer)

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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