1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Anfängerbereich

Alt werden

  • Sodann
  • 1. August 2026 um 17:57
  • Zum letzten Beitrag
  • Sodann
    Themenautor
    Reaktionen
    4
    Punkte
    59
    Beiträge
    8
    Mitglied seit
    21. Juli 2026
    Buddh. Richtung
    jede
    • 1. August 2026 um 17:57
    • #1

    Ist ja, wie ich es gelesen habe, im Buddhismus immer mit Leid verbunden.


    Es gibt Zipperlein und Krankheiten, die Kinder sind aus dem Haus und melden sich nicht mehr, man geht in Rente und es fehlt die Bestätigung, die man im Job erfahren konnte, man denkt dass man nicht mehr gebraucht wird, die alten Freunde ziehen weg oder sterben und man sitzt vergrätzt in seinem Lehnstuhl und wartet auf den Tod?


    Wie ich es oft im Bekanntenkreis sehe, kann alt werden auch eine Erleichterung sein. Man hat viel Freizeit, ist nicht mehr so stark auf die Bestätigung von aussen angewiesen, viele Verpflichtungen fallen weg und man kann sich endlich seinen Hobbys widmen.


    Ich finde wenn ich mich so umsehe, verschiedene Formen des Altwerdens. Manche hängen an ihrer Jugend nach, sehen nur was sie nicht mehr können und werden unzufrieden. Andere erleben ihre nachlassende körperlich Kraft und die Verkleinerung ihres Aktionsradius positiv, gehen spazieren, statt Joggen und entdecken jeden Käfer auf dem Weg. Haben Zeit fremden Kindern zuzuwinken und endlich alle ihre Bücher zu lesen, die schon lange darauf warten. Da denke ich oft, dass das Alter ein Segen ist und freue mich darauf.


    Habt ihr auch solche Beobachtungen gemacht, oder eigene Erfahrungen mit Altwerden, die ihr hier teilen mögt?


    Gibt es buddhistische Texte über den Wert des hohen Alters? Oder wird das immer als leidvoll betrachtet?


    Würde mich mal interessieren. Danke!

    _()_

  • void 1. August 2026 um 18:52

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • pano
    Reaktionen
    1.848
    Punkte
    9.443
    Beiträge
    1.445
    Blog-Artikel
    2
    Mitglied seit
    4. Dezember 2022
    • 1. August 2026 um 19:03
    • #2

    Ist die Einsicht des Buddhismus nicht eher so, dass unser Umgang mit dem Altwerden die Quelle des Leids ist, nicht per se das altern. Wenn wir nicht Einsicht in anatta haben (die Wahrheit dass alles Vergänglich ist), dann hängen wir der Idee nach, dass da etwas verlustig gegangen ist, und aus diesem Bedauern entsteht unnötiges Leid.


    Ich will damit sagen: der Buddhismus eröffnet die Möglichkeit positiv aufs Altwerden zu blicken, weil man sich von konventionellen Vorstellungen befreien kann.

  • Samadhi1876
    Reaktionen
    804
    Punkte
    5.434
    Beiträge
    915
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 1. August 2026 um 19:40
    • #3

    Im Alter


    Verschwinden manche Möglichkeiten die man zuvor hatte

    Man blickt automatisch mehr zurück auf sein eigenes Leben als nach vorne


    Weil man weiß

    Die Lebenszeit wird immer kürzer


    In gewisser Weise

    Zieht man aus seinem vergangenen Leben und allen gemachten Erfahrungen, eine gewisse Lebensweisheit


    Auch ganz ohne „Buddhismus“


    Erkennt man das Vergängliche

    Und das was man ewig gesucht und begehrt hat aber nie erreichen oder ewig festhalten konnte


    Manche sind glücklich und zufrieden mit ihrem vergangenem Leben

    Andere weniger


    Je nachdem was man im Leben erfahren durfte


    An Leid und Freud

    An Liebe und Mitgefühl

    An Gemeinschaft

    An Begegnung mit dem Universum selbst

    Seiner eigenen Seele und Herzen (Innere Mitte)


    Dankbarkeit und Demut für Augenblicke

    Ganz Egal wie sie einem erschienen…

  • Monikamarie
    Reaktionen
    6.517
    Punkte
    47.222
    Beiträge
    8.088
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 1. August 2026 um 20:37
    • #4

    Ich bin alt, mir geht's gut.

    Aber das ist nicht selbstverständlich.


    So wie zu Buddhas Zeiten müssen heutzutage immer noch Millionen, wenn nicht gar Milliarden Menschen leben.


    Das ist also nicht auf uns Menschen mit Rente, Bürgergeld, Gesundheitssystem, Aquagymnastik, Wellnessurlaub, elektrischem Rollstuhl, Betreutem Wohnen etc. anzuwenden.


    Freitags werden "wir Alten" vom ASB für 3 € mit dem Kleinbus zum Schwimmbad gefahren. Der Fahrer holt uns wieder ab, wann wir wollen - ca. nach 2 Stunden.

    Nach dem Schwimmen gehen wir noch ins Bistro, naschen Pommes und klönen.


    Ich bin eine der wenigen, die nicht über alles Mögliche jammert. Das ist bedauerlich, und hin und wieder "muss ich das korrigieren", kann das Gejaule nicht einfach so stehen lassen.;)


    Deshalb plädiere ich (hier) für einen wachen Geist und grundsätzlich für Dankbarkeit.

    Wenn ich mich beim Klagen erwische, erinnere ich mich daran, wieviel Glück ich hatte und immer noch habe.


    _()__()__()_:heart::heart::heart:

  • Sodann
    Themenautor
    Reaktionen
    4
    Punkte
    59
    Beiträge
    8
    Mitglied seit
    21. Juli 2026
    Buddh. Richtung
    jede
    • 2. August 2026 um 07:27
    • #5

    Danke für eure Antworten.


    Ich dachte daran, dass der Buddha der Legende nach bei seiner ersten Ausfahrt einen Greis sah und darüber entsetzt war. (Mich hatte eigentlich schon immer gewundert, warum er vorher noch nie einen Greis gesehen haben sollte.) Danach einen Kranken, einen Toten und einen Mönch.


    Folglich erklärte er in der 1. Edlen Wahrheit Geburt, Alter, Krankheit und Tod als leidvoll.


    Kennt jemand einen Text, in dem das Alter auch als wertvoll betrachtet wird?

    _()_

  • Monikamarie
    Reaktionen
    6.517
    Punkte
    47.222
    Beiträge
    8.088
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 2. August 2026 um 10:20
    • #6

    Hallo Sodann,

    mir fällt dazu kein Text ein, aber es ging ja auch nicht darum, dass das Alter entsetzlich ist. Denn das ist es nur, wenn ich an der Jugend hänge, an Erfolg und schönen Körpern ...


    Mit dieser Aufzählung wollte der Buddha nur darauf hinweisen, dass das ganze Leben Leiden enthält. Leiden, das durchaus vermieden werden kann.


    Es geht um die Wahrnehmung von dem was ist und nicht von dem, was wir durch Gewohnheit, Voreingenommenheit und Gedankenkarussell aus ihm machen.


    Deshalb meine Erfahrungen dazu.


    Seit ich mich z B. intensiv mit dem Tod beschäftige, hat er seine Schrecken verloren. Das Leid besteht darin für die Hinterbliebenen, also der Verlust ...

    Als mein Mann unerwartet starb, war ich erschüttert und habe lange getrauert. Aber für ihn habe ich mich gefreut, denn er hat nicht gelitten.


    Viele Leiden entstehen durch Egoismus. Geburt ist nicht Leid, weil das Geschehen körperliche Schmerzen auslöst, sondern weil damit Ängste, Wünsche, Enttäuschung usw. ausgelöst werden ( ich will kein Kind, ich will ein Kind, ich will einen Sohn, ich will kein behindertes Kind ...)


    _()_Monika ❤️

  • Qualia
    Reaktionen
    3.020
    Punkte
    22.005
    Beiträge
    3.719
    Blog-Artikel
    12
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (72)
    • 2. August 2026 um 10:21
    • #7
    Beitrag

    RE: Alt werden

    Danke für eure Antworten.



    Ich dachte daran, dass der Buddha der Legende nach bei seiner ersten Ausfahrt einen Greis sah und darüber entsetzt war. (Mich hatte eigentlich schon immer gewundert, warum er vorher noch nie einen Greis gesehen haben sollte.) Danach einen Kranken, einen Toten und einen Mönch.



    Folglich erklärte er in der 1. Edlen Wahrheit Geburt, Alter, Krankheit und Tod als leidvoll.



    Kennt jemand einen Text, in dem das Alter auch als wertvoll betrachtet wird?
    Sodann
    2. August 2026 um 07:27

    Was sind Leiden?

    „Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden. Kurz, die fünf Anhaftungen sind Leiden.“

    Sodann:

    Folglich erklärte er in der 1. Edlen Wahrheit Geburt, Alter, Krankheit und Tod als leidvoll.

    Diese leidvollen Leiden (dukkha) sind unvermeidlich. Für alle Menschen ist das Erkennen der Leiden normal, jeder wird sie alle erleben, weil die Geburt der Eintritt in die Daseinsstrecke (Kreislauf?) und ihr Ende das Sterben ist. Das musste Buddha klarstellen, um das, an den unvermeidlichen Leiden schmerzhaft leiden zu zeigen.


    Jede Position der Erklärung „Was sind Leiden?“ kann als MEIN Leiden ergriffen und festgehalten werden, und dann erscheint das persönliche dukkha. Persönliches Dukkha ist die Verwechslung des unabwendbar Normalen mit einem persönlich genommenen Angriff: „Warum tut mir das, das Leben an!“

    Das Leben ist einfach Leben und es tut mir nie etwas anderes an als Leben. Aber meine Meinung „Warum tut mir das, das Leben an!“ ist mächtiger als die Wirklichkeit des Lebens.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.608
    Punkte
    63.003
    Beiträge
    10.950
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 2. August 2026 um 11:04
    • #8

    Das mit den vier Ausfahrten ist eher als eine spätere idealtypische Erzählung, die zunächst von einem früheren Buddha ( Vipassī ) handelte (Mahāpadāna Sutta ) dann aber auf Shakyamuni Buddha übertragen wurde. In frühen suttas erwuchs die Entscheidung aus logischer Reflektion (Ariyapariyesan Sutta).


    Ich denke es gab insofern durchaus eine positive Sicht auf das Älterwerden. Indien gab es ja die Praxis, dass man als Gutsbesitzer denkt, mit so 50 den Hof an den Sohn übergab und sich dann ein wenig unabhängig von weltlichen Sorgen spirituellen Dingen widmen konnte.


    Aber mit "Greis" ist kein solcher Aktivsenior gemeint, sondern eine jener Menschen die schon damals 80 oder 90 wurden. Während man heute das Alter an Jahren bemißt, war es in den meisten Kulturen unüblich Jahre zu zählen und man bemaß das Alter am Verfall. Die Haare werden weiß, jemand hat keine Zähne mehr, er braucht einen Stock, sein Geist läßt nach. Ein Greis ist jemand der vom körperlichen Verfall gezeichnet ist.

  • pano
    Reaktionen
    1.848
    Punkte
    9.443
    Beiträge
    1.445
    Blog-Artikel
    2
    Mitglied seit
    4. Dezember 2022
    • 2. August 2026 um 13:08
    • KI
    • #9

    Es gibt schon texte, mit einer KI Recherche habe ich mal einen gefunden (mehr KI steckt im rest meines Posts dann auch nicht):

    Strophen der altehrwürdigen Nonnen: Thig 5.2:

    (...)
    Heute bin ich um Almosen umhergezogen,
    mein Kopf ist geschoren, ich trage die äußere Robe.
    Ich habe mich zum Meditieren an den Fuß eines Baumes gesetzt
    und bin von Gedanken frei geworden.

    Alle Joche sind durchtrennt,
    himmlische und auch menschliche.
    Alle Befleckungen sind ausgelöscht,
    ich bin abgekühlt und verloschen.

    Alles anzeigen


    hier interessant ist, dass verloschen hier im Pali Text durch das Adjektiv "nibbutā" ausgedrückt ist. Die Nominalform ist "Nibbana" (Nirvana). Es geht hier also nicht darum, dass die Nonne hier verwelkt und erlischt, sondern es geht um das erreichen von Nibbana.


    Es gibt im Pali Kanon zwei Sammlungen von Texten die älteren Nonnen und Mönchen zugeschrieben werden:

    • https://en.wikipedia.org/wiki/Ther%C4%ABg%C4%81th%C4%81 (Strophen der älteren Nonnen)
      auf Sutta Central: https://suttacentral.net/pitaka/sutta/minor/kn/thig?lang=de
      in 2 deutschen Übersetzungen zugänglich.
    • https://en.wikipedia.org/wiki/Theragatha (Strophen der älteren Mönche)
      suttacentral: https://suttacentral.net/thag?view=normal&lang=de

    In den texten gehts nicht unbedingt nur ums altern. Denn das altern, und das allein ist auch schon eine Aussage. Das Leben geht ja weiter.


    Dieser Inhalt wurde ganz oder teilweise mithilfe von KI erstellt.
  • Sodann
    Themenautor
    Reaktionen
    4
    Punkte
    59
    Beiträge
    8
    Mitglied seit
    21. Juli 2026
    Buddh. Richtung
    jede
    • 2. August 2026 um 15:28
    • #10

    Danke sehr pano für deine Recherche!

    Ich schau es mir mal an

    _()_

  • Sodann
    Themenautor
    Reaktionen
    4
    Punkte
    59
    Beiträge
    8
    Mitglied seit
    21. Juli 2026
    Buddh. Richtung
    jede
    • 2. August 2026 um 18:41
    • #11
    pano:

    Ist die Einsicht des Buddhismus nicht eher so, dass unser Umgang mit dem Altwerden die Quelle des Leids ist, nicht per se das altern. Wenn wir nicht Einsicht in anatta haben (die Wahrheit dass alles Vergänglich ist), dann hängen wir der Idee nach, dass da etwas verlustig gegangen ist, und aus diesem Bedauern entsteht unnötiges Leid.

    Das scheint mir der Knackpunkt beim Alt werden zu sein.

    pano:

    Ich will damit sagen: der Buddhismus eröffnet die Möglichkeit positiv aufs Altwerden zu blicken, weil man sich von konventionellen Vorstellungen befreien kann.

    Man sollte vielleicht Kurse in buddhistischer Geisteschulung in VHS Kursen oder Altenheimen anbieten, um es den Menschen einfacher zu machen.

    Samadhi1876:

    Manche sind glücklich und zufrieden mit ihrem vergangenem Leben

    Andere weniger


    Je nachdem was man im Leben erfahren durfte

    Ich habe es oft erlebt, dass die Alten, die Krieg und Verlust in ihren Leben erfahren haben, viel entspannter im Alter waren. Auch ohne Buddhismus haben sie Ruhe und Glück verbreitet und ihren Enkeln ein gutes Vorbild für das Altern gegeben weil sie das alles überlebt hatten und dankbar dafür waren.


    Monikamarie:

    Deshalb plädiere ich (hier) für einen wachen Geist und grundsätzlich für Dankbarkeit.

    Wenn ich mich beim Klagen erwische, erinnere ich mich daran, wieviel Glück ich hatte und immer noch habe.

    Das ist glaube ich der richtige Weg. Aber man muss sich wohl immer wieder selbst zurechtrücken wenn der Geist zu lamentieren beginnt.

    Qualia:

    Das Leben ist einfach Leben und es tut mir nie etwas anderes an als Leben. Aber meine Meinung „Warum tut mir das, das Leben an!“ ist mächtiger als die Wirklichkeit des Lebens.

    Der letzte Satz fällt für mich unter Verblendung. Als Buddhisten müssen wir dahinter schauen.

    void:

    Das mit den vier Ausfahrten ist eher als eine spätere idealtypische Erzählung, die zunächst von einem früheren Buddha ( Vipassī ) handelte (Mahāpadāna Sutta ) dann aber auf Shakyamuni Buddha übertragen wurde. In frühen suttas erwuchs die Entscheidung aus logischer Reflektion (Ariyapariyesan Sutta).

    Danke vielmals, das hilft mir.

    _()_

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.547
    Punkte
    12.107
    Beiträge
    1.872
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 2. August 2026 um 21:07
    • #12
    Sodann:

    Habt ihr auch solche Beobachtungen gemacht, oder eigene Erfahrungen mit Altwerden, die ihr hier teilen mögt?

    Hallo, liebe(r) Sodann , :)

    Älter- und Altwerden sind quasi die "Alternative" zu frühem/vorzeitigen Tod (so sehe ich das ...;)) und daher einfach natürliche Lebensphasen, die - wie andere Lebensabschnitte auch - spezifische Schwierigkeiten und Herausforderungen mit sich bringen.

    Und natürlich auch viele gute Seiten haben, die du ja schon teilweise aufgeführt hast.


    Ansonsten wird (insbesondere) das hohe Alter durchgehend als Bürde, Plage und damit leidhaft betrachtet - auch vom Buddha, nur dass beim Buddha die Erkenntnis, dass alle Lebewesen Alter, Krankheit und Tod unterworfen sind, zur Aufgabe des "Jugendrausches" führte, also letztlich zu etwas Heilsamem:

    Zitat

    A.III.39a Dreierlei Rausch - I - 9. Sukhumāla Sutta

    ...'Wahrlich, der unkundige Weltling, selber dem Alter unterworfen, ohne dem Alter entrinnen zu können, ist bedrückt, entsetzt und ekelt sich, wenn er einen Gealterten sieht;

    sich selber aber läßt er dabei außer acht.


    Doch auch ich bin ja dem Alter unterworfen, kann dem Altern nicht entgehen.

    Würde ich nun, der ich dem Alter unterworfen bin, dem Altern nicht entgehen kann, beim Anblick eines Gealterten bedrückt sein, mich entsetzen und ekeln, so wäre das nicht recht von mir.' Indem ich, ihr Mönche, so dachte, schwand mir jeglicher Jugendrausch (yobbana-mada, ārogya-mada, jīvita-mada;


    https://www.palikanon.com/angutt/a03_031-040.html

    Alles anzeigen

    Wenn du noch mehr Erfahrungen über das Thema "Alter" lesen möchtest - vor drei Jahren wurde es hier schon mal ausführlich besprochen:


    Thema

    Alter - im Buddhismus

    Liebe Freunde,

    schon länger überlege ich, dieses Thema mal hier auf's Tapet zu bringen, denn Alter ist ja etwas, das alle betrifft (direkt und indirekt) und zusammen mit (Geburt), Krankheit und Tod unsere Existenz schmerzlich belastet.

    Siddhartha Gautama wurde - der Legende nach - erst nach den berühmten 4 Ausfahrten klar, was ihm und allen anderen Wesen bevorsteht und es bewog ihn zur radikalen Umstellung seines Lebens und der Suche nach einem Ausweg aus dem Leiden ....

    Klar ist: Er alterte,…
    Anna Panna-Sati
    3. Juni 2023 um 21:34
    Sodann:

    Gibt es buddhistische Texte über den Wert des hohen Alters? Oder wird das immer als leidvoll betrachtet?

    Leider sind mir keine bekannt...

    Gesundheit wird als das "höchste Gut" gerühmt und die geht im Alter meist irgendwann verloren....:shrug:

    (Man darf aber nicht vergessen, dass es zu Buddhas Zeiten noch keinerlei Möglichkeiten gab, Altersbeschwerden zu lindern, die körperlichen Gebrechen mussten 1:1 erduldet werden oder man griff notfalls zum Messer...)


    Es gibt aber z.B. Texte über Hochaltrige, die es "versäumten, Gutes zu tun". Diese werden vom Buddha ermahnt, die verbleibende Lebenszeit dazu zu nutzen, noch Gutes zu wirken, damit es ihnen wohlergehe.


    Darüber hinaus empfahl der Buddha die " 5 Betrachtungen" - logischerweise vor allem für Jüngere und "Mittelalte", die sich noch fern von Alter und Tod wähnen - eine davon betrifft das Alter:

    Zitat

    A.V.57 Fünf Betrachtungen für jedermann - 7. Abhiṇhapaccavekkhitabbaṭhāna Sutta

    ...Aus welchem Grunde aber, ihr Mönche, soll man öfters bei sich erwägen, daß man dem Altern unterworfen ist, dem Alter nicht entgehen kann?


    Die Wesen, ihr Mönche, sind während ihrer Jugend erfüllt vom Jugendrausch (*1), von dem betört sie in Werken, Worten und Gedanken einen schlechten Wandel führen.

    Wer aber jene Tatsache (*2) öfters bei sich erwägt, bei dem schwindet dieser Jugendrausch entweder ganz oder er wird abgeschwächt. Aus diesem Grunde, ihr Mönche, soll man öfters bei sich erwägen, daß man dem Altern unterworfen ist, dem Alter nicht entgehen kann.

    .....

    https://www.palikanon.com/angutt/a05_051-060.html#a_v57

    Alles anzeigen

    Humor ist übrigens m.E. ein gutes Mittel, um mit "Alterszipperlein", nachlassenden Sinnen und (leider auch) abnehmenden geistigen Fähigkeiten fertigzuwerden.

    Er schafft Distanz und fördert das Loslassen....


    Denke da unwillkürlich an "Sophia Petrillo" ( die Älteste der "Golden Girls" aus der amerikan. Serie), die einmal recht barsch zu ihrer, über das Älterwerden klagenden, (recht eitlen und "mannstollen") Freundin Blanche sagt:

    "Du bist alt, du verfällst, nimm es hin!"

    (Die Freundin war übrigens über 30 Jahre jünger als sie selbst...:erleichtert:)


    (Eine Kostprobe für Interessierte, das Alter wird hier nicht beschönigt, eher veralbert oder aber damit kokettiert :

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    )


    Liebe Grüße, Anna ;)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Reaktionen
    3.360
    Punkte
    34.450
    Beiträge
    6.164
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 2. August 2026 um 23:33
    • #13

    Na ja, wer geboren ist, ist dazu verdammt, alt zu werden, krank zu werden und zu sterben. Da hilft keine Philosophie. Das ist die klare Einsicht, mehr nicht.


    Zitat

    "Nein, Meister Raṭṭhapāla, jetzt bin ich alt, gealtert, gebeugt unter der Last der Jahre, in fortgeschrittenem Alter, im letzten Lebensabschnitt; ich bin achtzig geworden. Manchmal glaube ich, meinen Fuß hierhin zu setzten und dabei setze ich ihn woanders hin."

    "Großer König, in Anbetracht dessen sagte der Erhabene, der weiß und sieht, der verwirklicht und vollständig erleuchtet ist: '(Das Leben in) jeglicher Welt ist unbeständig, es wird hinweggefegt'; und als ich dies wußte, sah und hörte, zog ich vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit."

    "Es ist wunderbar, Meister Raṭṭhapāla, es ist erstaunlich, wie gut jenes vom Erhabenen, der weiß und sieht, der verwirklicht und vollständig erleuchtet ist, ausgedrückt worden ist: '(Das Leben in) jeglicher Welt ist unbeständig, es wird hinweggefegt.' So ist es in der Tat!"

    Da frage ich mich: Ist es immer notwendig, alt zu werden, um das wirklich zu verinnerlichen?:?


    Über Raṭṭhapāla - Raṭṭhapāla Sutta

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

Ähnliche Themen

  • Selbstbestimmt sterben

    • KarmaHausmeister
    • 17. Juni 2026 um 10:12
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Spontane Wachtrance über visuellen Fokus

    • Drehrumbum
    • 23. Juli 2026 um 17:52
    • Anfängerbereich
  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • KarmaHausmeister
    • 17. Juli 2026 um 14:37
    • Buddhismus kontrovers
  • Der Buddha als Mensch?

    • Igor07
    • 23. Februar 2026 um 19:00
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Das richtige Verständnis der Wiedergeburt im frühen Buddhismus.

    • Igor07
    • 19. Januar 2026 um 13:10
    • Theravada-Buddhismus
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.6
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download