So ist auch der Verlust beim Tod etwas Natürliches. Wenn jemand stirbt erleiden die Hinterbliebenen einen Verlust, der lässt sich betrauern. Die buddhistischen Praktiken, besonders beim Zen-Buddhismus sind ideal geeignet um die Trauer zu erleben. Was gibt es Besseres als eine Zazen-Meditation um der Trauer Ausdruck zu verleihen? Aber auch ein Schweigen, oder ein Fasten sind optimal geeignet. Alles, was dem Überschwang Einhalt gebietet, dient der Trauer in unserer Kultur. Es hat etwas mit Leid überwinden zu tun und das praktiziert der Buddhist.
Selbstbestimmt sterben
-
-
Nach dem Vinaya gehört Selbstmord zu den geringsten Vergehen (dukkata). Demnach ist das keine große Sache, wenn wir nur diesen einen Fehler machen würden, wären wir schon beinahe Heilige.
-
Hi,
ich finde es verwirrend, es kommt mir vor als ob hier gutheißen mit akzeptieren gleich gesetzt wird. Das erscheint mir ein wenig undifferenziert.
Ich kann den Wille und Entscheidung akzeptieren und respektieren, aber ich heiße Sie nicht gut, im Gegenteil ich halte sie für traurig.
Aber loslassen bedeutet auch einem Menschen nicht krampfhaft in seinem Unglück gefangen zu halten. Die Frage ist doch, sehe ich dann noch den Menschen vor mir und habe Mitgefühl oder sehe ich nicht vorallem meine Wünsche und stelle sie über sein Leid? -
Ich kann den Wille und Entscheidung akzeptieren und respektieren, aber ich heiße Sie nicht gut, im Gegenteil ich halte sie für traurig.
Traurig in Bezug auf die Suizid-Absicht per se, weil du einen "natürlichen" Tod favorisieren würdest?
Deine Perspektive (du bist noch ziemlich jung...
) ist sicherlich eine andere - nämlich eher von außen betrachtend - als die der meisten Poster hier, welche überwiegend in einem Alter sind, wo man sich naturgemäß vermehrt auch mit dem eigenen Tod und Sterben befasst/auseinandersetzt.
Für diejenigen, bei denen bereits ein (persönlicher) Kontakt mit einem oder mehreren der 3 "Götterboten" (Alter, Krankheit,Sterben/Tod) stattgefunden hat, ist es nicht traurig, sondern beruhigend, ggf. die Möglichkeit, selbstbestimmt sterben zu können, nutzen zu können - der Tod ist ja eh gewiss/todsicher...

Die Frage ist doch, sehe ich dann noch den Menschen vor mir und habe Mitgefühl oder sehe ich nicht vorallem meine Wünsche und stelle sie über sein Leid?
Genau, wenn Angehörige und Freunde nicht loslassen wollen, akzeptieren sie den Wunsch des Sterbewilligen nicht wirklich, sondern verfolgen im Grunde eigene Interessen.
Dies macht es nicht leichter für den Betroffenen....
Liebe Grüße, Anna
-
Ich heisse sie nicht gut, weil ich glaube man sollte nie aufgeben. Aber ich verstehe auch, das ist eben nur meine Meinung geprägt durch meine Erfahrung.
Der Große Weg ist nicht schwierig für den, der nicht wählt und verwirft. -
Es gefällt mir, dass Du differenzierst.
-
Danke, so entfernt ist das leider alles garnicht, trotz meines Alters, es ist halt ein(mein) Versuch damit umzugehen.
Es ist ein schwieriges Thema in dem es kein "oder" gibt, kein richtig, kein falsch. Manchmal sind Dinge einfach was sie sind. Sich nicht vor den eigenen Emotionen verschliessen und gleichzeitig das Gegenüber nicht darüber übersehen ist mitunter unendlich schwer. Das ist ok.
Ich glaub im Buddhismus redet man da von Dukkha, von Leid und dessen Vermeidung, aber die Vermeidung besteht aus meiner Sicht nicht darin vor dem Leid wegzurennen oder sich davor zu verschliessen, das holt einen nur später wieder ein. Sondern Mensch sollte es als immamenten Bestandteil des Lebens zu akzeptieren.
Wir stellen ja gerne die Frage nach Kausalität, Dinge sollen einen Grund haben. Aber ich weiss garnicht, ob es den überhaupt braucht oder gibt. Manchmal ja, manchmal nein und manchmal jain.
Ich denke, man sollte Menschen auch sagen, das man etwas nicht gut findet, aber im gleichen Moment sollte man auch vermitteln, "ich will nicht das du das tust, aber ich will auch nicht das du leidest". Es ist ehrlich und respektiert dennoch die Grenzen und erkennt an, dass das Gegenüber eben seine eine Wahrnehmung und Gefühle dazu hat. -
Passt zum Thema:
Wie geht gutes Sterben?Alle Menschen auf der Welt haben etwas gemeinsam: Sie werden irgendwann sterben. Doch obwohl er uns alle betrifft, ist der Tod noch immer ein Tabuthema. Ein…www.n-tv.deWie sieht die Zukunft des Sterbens aus? - Sternstunde Philosophie - Play SRFIhre Arbeit veränderte den Umgang mit dem Tod grundlegend: Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Diese Tage hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Und…www.srf.ch -
Es gibt in den Medien sehr viele Bespiele, die zum Thema passen, denn bei allem Tabu in der Gesellschaft ist Leben und Tod das Hauptthema der Philosophie und deshalb ist die Frage, ob das Verlinken hier im Forum von Medienvideos ein persönlicher Beitrag ist? Das Sterben bleibt ein offenes Thema, es gibt keine allgemeine Definition, so ist es und man kann keinen Toten fragen wie es war. Das Sterben ist eine einmalige Erfahrung und eine Überraschung für jeden. Selbst bei einem freiwillig gewählten Suizid weiß niemand wie der Sterbeprozess innerlich abläuft. Nur ein Umgang damit mit den Attributen ja, nein, vielleicht hilft auch nicht weiter. Es sollte schon einen gefestigten Glauben an Leben und Tod geben, um eine stabile Haltung einzunehmen. Durch Vergiftung sterben so wie Buddha mit 80 Jahren ist eine Möglichkeit, es gibt noch so viele andere.
-
und deshalb ist die Frage, ob das Verlinken hier im Forum von Medienvideos ein persönlicher Beitrag ist?
Es gibt bestimmte physiologische Mechanismen, die das Sterben kennzeichnen. Darum finde ich diese Videos aufschlussreich. Mein Vater hatte in den letzten Monaten sehr viel geschlafen, kaum gegessen und überhaupt kein Interesse mehr an Dingen gehabt, die ihn früher immer berührt hatten. Das alles sind Zeichen aufseiten des Körpers, die auf den baldigen Tod hinweisen.
Suizid richtig zu begehen ist heutzutage das echte Problem. Wenn etwas schiefläuft, landet man in der geschlossenen Psychiatrie und kann dort behandelt werden, was ich persönlich pervers finde.
Ein interessantes Beispiel liefert Ñāṇavīra Thera, der unter einer heimtückischen und unheilbaren Krankheit gelitten hatte und es nur dank der Hilfe eines Arztes beim zweiten Mal geschafft hat.
Ich habe dann recherchiert, was er hatte. Diese Krankheit wurde überhaupt erst im Jahr 2001 zum ersten Mal von Wissenschaftlern beschrieben. Was es genau war, möchte ich hier nicht weiter ausführen.
Was ich persönlich zu diesem Thema denke, würde ich niemals öffentlich schreiben. Das ist meine Entscheidung.
Abschließend: Ob der Buddha absichtlich vergiftet wurde oder nicht, darüber kann man spekulieren. Es fehlen konkrete historische Quellen dazu.
-
Lieber Igor , es ging m.E. nicht darum, ob der Buddha absichtlich getötet wurde, sondern darum, dass der Buddha die Speise bewusst ass, obwohl sie giftig war. Er bat darum, sie seinen Schülern nicht anzubieten, eben weil sie vergiftet war.
Leider kann ich die Quelle nicht nennen.
Monika
-
Lieber Igor , es ging m.E. nicht darum, ob der Buddha absichtlich getötet wurde, sondern darum, dass der Buddha die Speise bewusst ass, obwohl sie giftig war. Er bat darum, sie seinen Schülern nicht anzubieten, eben weil sie vergiftet war.
Leider kann ich die Quelle nicht nennen.
Monika
Doch, das ist eine echt interessante Stelle im Pali-Kanon. Ob diese Speise absichtlich verdorben war oder ob sie mit der abschließenden Erkrankung zusammenhing, lässt sich bis heute nicht eindeutig klären.
Das ist die Quelle:
Zitat19. Und es sprach der Erhabene den Schmied Cunda an: "Das übriggebliebene 'Schweineweich', Cunda, vergrabe in einem Erdloch. Nicht sehe ich einen, Cunda, in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras, Brahmas, Asketen und Brahmanen, mit Menschheit und Gottheit, der, wenn er dieses gegessen hat, es verdauen könnte, ausgenommen der Vollendete." - "So sei es, Verehrungswürdiger." Nachdem der Schmied Cunda dies dem Erhabenen geantwortet hatte, das übriggebliebene vorhandene 'Schweineweich' genommen hatte, es in einem Erdloch vergraben hatte, ging er zum Erhabenen zurück. Dort, nachdem er den Erhabenen verehrt hatte, setzte er sich beiseite nieder. Den beiseite sitzenden Cunda hat der Erhabene durch ein Lehrgespräch unterwiesen, ermahnt, ermutigt, ermuntert. Dann stand er vom Sitz auf und ging fort.
Und danach kam ein sehr gewaltiger Ausbruch der Krankheit.
Zitat20. Da entstand bei dem Erhabenen, nachdem er das Essen des Schmieds Cunda gegessen hatte, eine schwere Krankheit, eine Blutabsondernde [3], mit starken Schmerzen, zum Tode führend. Sie erduldete der Erhabene achtsam, klarbewusst und unirritiert...
Einige Kommentatoren merken an, dass es nicht möglich ist, die genaue Speise eindeutig zu bestimmen. Der Buddha war aber früher schon sehr krank; es kann sein, dass es der letzte Tropfen war.
Faszinierend finde ich, dass er sich gegenüber dem Gastgeber so mitfühlend und freundlich verhält. Das stellt für mich einen echten Beweis für die Menschlichkeit des Buddha dar.
16. 4-6 Die große Lehrrede von der vollkommenen Erlöschung Kapitel 4
P.S.
Die ganze Annahme, ob das Gericht absichtlich oder nicht vergiftet war, ist berechtigt. Denn der Buddha sagt später zu Ānanda, niemand sollte dem Schmied Cunda Vorwürfe machen.
Zitat42. Dann sprach der Erhabene den ehrwürdigen Ānanda an: "Es könnte sein, Ānanda, dass jemand dem Schmied Cunda ein schlechtes Gewissen verursacht: Das, Bruder Cunda, ist für dich ein Nachteil, das ist für dich ein Makel, dass der Vollendete, nachdem er (gerade) dein Essen gegessen hatte, in das vollkommene Nibbana eingetreten ist. Der Schmied Cunda, Ānanda, soll dieses schlechte Gewissen vertreiben. Dies, Bruder, ist ein Vorteil, dies, Bruder, ist makellos, dass der Vollendete, nachdem er (gerade) dein Essen gegessen hatte, in das vollkommene Nibbana eingetreten ist.
-
es ging m.E. nicht darum, ob der Buddha absichtlich getötet wurde, sondern darum, dass der Buddha die Speise bewusst ass, obwohl sie giftig war. Er bat darum, sie seinen Schülern nicht anzubieten, eben weil sie vergiftet war.
Also, wie ich es verstehe, liebe Monika, kündigte der Buddha sein Ableben Monate zuvor an, was den Schluss nahelegt, dass er zu diesem Zeitpunkt einen Suizid plante:
ZitatAlles anzeigenDīgha-Nikāya, die Sammlung der langen Reden
16. 1-3 Die große Lehrrede von der vollkommenen Erlöschung [1]
Kapitel 3
48. ..." Der Vollendete hat auf diese definitive Rede Folgendes gesagt: "In nicht langer Zeit wird des Vollendeten vollkommenes Erlöschen eintreten. Von heute ab in drei Monaten wird der Vollendete vollkommen erlöschen.
Nicht ist es möglich, dass der Vollendete des Lebens zuliebe diese Worte wieder zurücknimmt.
Komm, Ānanda, lass uns zum großen Wald zur Halle von Kutāgāra gehen." - "So sei es, Verehrungswürdiger" antwortete der ehrwürdige Ānanda dem Erhabenen.
.....
51. Dann sprach der Erhabene die Mönche an: "Hier, ihr Mönche, spreche ich euch an - alle Gebilde haben die Natur des Vergehens, strebet ohne Unterlass.
In nicht langer Zeit wird des Vollendeten vollkommenes Erlöschen eintreten.
Von heute ab in drei Monaten wird der Vollendete vollkommen erlöschen."
Dies sagte der Erhabene, als der Wohlgegangene dies gesagt hatte sagte der Meister Folgendes:
"Meine Lebenszeit ist zur Reife gekommen, kurz nur ist mein Leben.
Euch verlassend werde ich gehen, zu meiner eigenen Zuflucht.
Oh Mönche, seid nicht nachlässig, seid achtsam, sittenrein.
Mit wohlbehüteten Gedanken schützet euer Gemüt,
dass ihr in dieser Lehre und Zucht nicht nachlässig verweilt.
Verlassend den Kreislauf der Geburten setzt er ein Ende dem Leiden."Letzte Gewissheit wird es wohl nie geben, aber ein Suizid ist m.E. ziemlich wahrscheinlich.

Liebe Grüße, Anna
-
Buddha wusste das die Speise giftig war, der Gastwirt nicht. Buddha benutzte einfach seine Sinne und seine lange Erfahrung mit Lebensmitteln. Er ließ die Speise vergraben, also nicht einfach wegwerfen. Der Gastwirt wusste nicht warum, aber das wies der Erwachte an, was gibt es da zu zweifeln?
Buddh schützte also nicht nur Menschen, sondern auch Haustiere und Wildtiere.
Lest doch einfach, was da im Palikanon steht! Was benötigt ihr Interpreten, wenn doch alles da steht???
Google hilft: Was waren die letzten Worte des Buddha? Meine Eingabe vor über zehn Jahren und beim Lesen kommt man automatisch zum: Was war vorher? Und man findet es, ganz ohne jeden Weismacher. Was geht mich der Glaube und die Meinung anderer an, wenn ich mir eine bilden kann, die ich an meinem Leben überprüfe?
-
kündigte der Buddha sein Ableben Monate zuvor an, was den Schluss nahelegt, dass er zu diesem Zeitpunkt einen Suizid plante:
Hm, zuerst war da ein sehr interessanter Moment, in dem Ānanda den Tod des Buddha hätte verhindern können. Über diese Stelle kann man nur spekulieren, denn alles ist vergänglich. Sollte das bedeuten, dass der Buddha wie ein Gott war – "für diese Weltperiode?" So etwas kann doch kein normaler Mensch zustande bringen, oder?
Und der Buddha beschuldigt noch Ānanda … Ich weiß nicht, aber diese Stelle kann man nicht einfach wegmachen. Sie bleibt ein Geheimnis, ein Rätsel, oder?
Zitat40.....Verbleibe, verehrungswürdiger Erhabener, für eine Weltperiode, verbleibe, Wohlgegangener, für eine Weltperiode, zum Heile vieler, zum Wohle vieler, zum Zweck der Fürsorge für die Welt, zum Nutzen, zum Heil und zum Wohl von Göttern und Menschen.' Wenn du, Ānanda, den Vollendeten gefragt hättest, würde der Vollendete zwei Mal ablehnen, aber beim dritten Mal annehmen. Daher, Ānanda, ist es von dir schlecht getan, du selbst hast es verfehlt.
Interessant, dass der Buddha das früher
so sagt:
Zitat37. Daraufhin, sagte ich Māra, dem Bösen, Folgendes: 'Bemühe dich nicht, Böser, in nicht langer Zeit wird des Vollendeten vollkommenes Erlöschen eintreten. Von heute ab in drei Monaten wird der Vollendete vollkommen erlöschen.' Gerade jetzt, Ānanda, hat der Vollendete in der Cāpāla-Gedenkstätte achtsam und klarbewusst die Lebenskraft aufgegeben."
Klingt echt widersprüchlich, eigentlich … Herumrätseln bringt nicht weiter …
-