Die harte Fassung von Edward Sapir und Benjamin Whorf ist schon seit den 50ern wiederlegt.
Die weiche Fassung (Dan I Slobin - Thinking for Speaking, John Lucy, relative Linguistik generell) stimmt, Miss Gloy liegt da vollkommen richtig und das in einem Ausmaß - Sie werden staunen. Ich kann das auch beweisen. Aber das sollten wir in einen separaten Thread tun, das derailed hier das eigentliche Thema.
Beiträge von neodyme
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Ja, das ist eher verwunderlich, weil man so ein Denken im Kopf hat, dass "östliche Philosophie" danach strebt in Harmonie mit der Welt zu zu kommen und dort ein gelungenes Leben zu führen. Während man die westliche Philosophie damit assoziiert, nach einem abstrakten Logos zu streben.
Das ist recht simpel begründet, es hängt mit verschiedenen Sprachfamilien zusammen. Eine volle Ausarbeitung würde hier den Rahmen sprengen. Aber kurz gesagt indoeuropäischen Sprachen haben einen starken Hang zu Kausalität und Genealogie. Sino-tibetische Sprachen weisen das nicht auf, sie sind eher relational geprägt. Selbiges gilt für afroasiatische Sprachen (Ägyptisch, Hebräisch, Arabisch). Faszinierend dabei ist, das der Buddha vermutlich Pakrit(Maghadi) sprach(Pali entstand später) Teil seiner Erkenntnis/Erleuchung ist eben dieses Überwinden dieses sprachlichen Gegensatzes. Denn Pakrit kommt aus dem indoeuropäischen(Vedisch) und ist ebenfalls vom Hang zu Kausalität und Genealogie geprägt. Es wäre interessant zu wissen, wieviel Einfluss da aus dem sino-tibetischen kam. Siddharta dürfte als Angehöriger der oligarchischen Oberschicht für die damalige Zeit vermutlich ziemlich gebildet gewesen sein und das Territorium der Shakya Republik lag genau an der Schnittstelle zwischen indoeuropäischen und sino-tibetischen Sprachraum. Er dürfte also mit beidem in Berührung gekommen sein.
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Wenn du dem Buddha auf dem Weg begegnest, dann töte ihn. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
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Ich würde es sogar auf "ich bin" herunterkürzen - Sunyata und Anatta.
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Aber ist man dann nicht auch gleichzeitig ein nichts ? Ich wünschte ich könnte loslassen. Aber ab und zu möchte ich doch etwas darstellen etwas sein. Wie geht es euch damit.
Ich kann Schauspieler meines Lebens sein, wenn ich um das Geheimnis im Hintergrund weiss.
Oder um mit Rudolph Mooshammer zu sprechen, jeder spielt sein Lebens-Spiel, für das er allein und voll verantwortlich ist.
Dann ist es auch in Ordnung, im Rahmen des Spiels in meiner Rolle etwas darstellen zu wollen.
Dann ändert dukkha seine Qualität.
Nur deine Vorstellung vom Dukkha ändert sich. Es ist was es ist.
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Danke, so entfernt ist das leider alles garnicht, trotz meines Alters, es ist halt ein(mein) Versuch damit umzugehen.
Es ist ein schwieriges Thema in dem es kein "oder" gibt, kein richtig, kein falsch. Manchmal sind Dinge einfach was sie sind. Sich nicht vor den eigenen Emotionen verschliessen und gleichzeitig das Gegenüber nicht darüber übersehen ist mitunter unendlich schwer. Das ist ok.
Ich glaub im Buddhismus redet man da von Dukkha, von Leid und dessen Vermeidung, aber die Vermeidung besteht aus meiner Sicht nicht darin vor dem Leid wegzurennen oder sich davor zu verschliessen, das holt einen nur später wieder ein. Sondern Mensch sollte es als immamenten Bestandteil des Lebens zu akzeptieren.
Wir stellen ja gerne die Frage nach Kausalität, Dinge sollen einen Grund haben. Aber ich weiss garnicht, ob es den überhaupt braucht oder gibt. Manchmal ja, manchmal nein und manchmal jain.
Ich denke, man sollte Menschen auch sagen, das man etwas nicht gut findet, aber im gleichen Moment sollte man auch vermitteln, "ich will nicht das du das tust, aber ich will auch nicht das du leidest". Es ist ehrlich und respektiert dennoch die Grenzen und erkennt an, dass das Gegenüber eben seine eine Wahrnehmung und Gefühle dazu hat. -
Ich heisse sie nicht gut, weil ich glaube man sollte nie aufgeben. Aber ich verstehe auch, das ist eben nur meine Meinung geprägt durch meine Erfahrung.
Der Große Weg ist nicht schwierig für den, der nicht wählt und verwirft. -
Hi,
ich finde es verwirrend, es kommt mir vor als ob hier gutheißen mit akzeptieren gleich gesetzt wird. Das erscheint mir ein wenig undifferenziert.
Ich kann den Wille und Entscheidung akzeptieren und respektieren, aber ich heiße Sie nicht gut, im Gegenteil ich halte sie für traurig.
Aber loslassen bedeutet auch einem Menschen nicht krampfhaft in seinem Unglück gefangen zu halten. Die Frage ist doch, sehe ich dann noch den Menschen vor mir und habe Mitgefühl oder sehe ich nicht vorallem meine Wünsche und stelle sie über sein Leid? -
Ein Weiser hob eine Blume hoch,
da schwiegen hundert Zungen.
„Was will er sagen?“, fragte man,
und tausend Deutungen sprangen.Der eine sprach vom Sein an sich,
der zweite von dem Werden,
der dritte sah im welken Blatt
den Sinn von Tod und Erden.Da lächelte ein einziger Mann.
„Er hat es wohl verstanden!“
Und sofort schrieb man sein Lächeln
auf Tafeln und Girlanden.Da kam ein Spötter, klug und scharf,
und lachte über alle:
„Ihr Narren! Seht die Blume an,
nicht eures Denken Falle!“Doch während er dies höhnisch sprach,
bemerkte er mitnichten,
dass er — um zu lachen über jene —
selbst begann zu dichten.So stand die Blume, wie sie stand,
ganz ohne Lehr' und Gaben.
Und alle klugen Männer rings herum
hatten sie doch längst begraben.Nur einer sah sie irgendwann.
Doch auch dieser blickt' nicht lange.
Er schrieb darüber ein Gedicht.Und ward nunmehr nur selbst Gespött.