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  1. Buddhaland Forum
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Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

  • Matthie
  • 16. April 2026 um 07:25
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    Matthie
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    • 19. April 2026 um 23:19
    • #26

    Danke Void für die Klarstellung.

    Das macht für mich alles Sinn.

    Es gibt verschiedene Mythen über Meditation.


    Die Entstehung des Buddhismus ist meiner Meinung nach aber durchaus mit der Meditation verknüpft.

    Das habe ich gefunden :


    Einige Schlüsselmomente in der Entwicklung der Meditation im Buddhismus:

    • Buddhas Erleuchtung: Unter einem Bodhi-Baum fand Siddhartha Gautama, durch tiefgreifende Meditation, den Weg zur Erleuchtung.
    • Erste Lehren: Nach seiner Erleuchtung begann Buddha, seine Einsichten und Meditationspraktiken mit anderen zu teilen, was zur Gründung der buddhistischen Gemeinschaft (Sangha) führte.
    • Verbreitung: Über die Jahrhunderte hinweg verbreitete sich der Buddhismus (und mit ihm die Meditationspraktiken) von Indien nach Tibet, China, Japan und schließlich in den Westen.



    • Allerdings ging es in meinem Thema ja nicht um die Entstehung sondern um die buddhistische Praxis.

      Punkt 8. Rechte Sammlung….da muss ich wohl nochmal in mich gehen. Interessanter Aspekt.🙏

  • Monikamarie
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    • 20. April 2026 um 09:11
    • #27

    Moin Matthie,

    Danke für Deine Argumente.

    Die Meditation ist natürlich sehr wichtig.

    Aber sie ist zunächst einmal ein Werkzeug, denn bevor der Buddha unter dem Bodhibaum meditierte, hatte er ja schon einen vorbereiteten Geist, ein entsprechendes gutes Karma, also einen guten Boden.


    Deshalb beginnt der 8fache Pfad mit der "Rechten Ansicht", geht weiter über all das, was mit unserem Alltagsleben zu tun hat.


    Die Meditation schließt das ab.


    Durch die Meditation begreifen wir, dass wir sehr achtsam werden müssen, um Gier, Hass und Verblendung überwinden zu können.

    Deshalb ist sie immer wieder wichtig.


    Das geht in Fleisch und Blut über. Ich nenne das in die Stille gehen, z.B. auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn, im Wartezimmer etc.


    Später kann die Stille sofort abgerufen werden, denn Du bist mit dem inneren Ort verbunden, so dass Du innerhalb von Sekunden aufkommende unheilsame Gedanken und Gefühle verabschieden kannst.


    Das ist m.E. der Sinn der Meditation "die Dinge sehen wie sie sind".


    _()_Monika

  • Monikamarie
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    • 20. April 2026 um 10:11
    • #28

    Hi Matthie , ich hatte in den 90ern Probleme mit einzelnen dominanten Arbeitskollegen und täglich Angst - und fühlte Hass.

    So habe ich auf dem Weg zur Arbeit im Bus ununterbrochen ein Mantra rezitiert.


    Wenn ich im Büro ankam, war ich völlig entspannt. Im Laufe der Zeit änderte sich das gesamte Betriebsklima in eine respektvolle, freudvolle Arbeitsatmosphäre.


    _()_Monik :heart:

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    • 20. April 2026 um 10:18
    • #29
    Monikamarie:

    Aber sie ist zunächst einmal ein Werkzeug, denn bevor der Buddha unter dem Bodhibaum meditierte, hatte er ja schon einen vorbereiteten Geist, ein entsprechendes gutes Karma, also einen guten Boden.

    Buddha hat ja schon viele Jahre meditiert, das ist Bestandteil der asketischen Übung. Doch es half nicht, die Zweifel zu überwinden. Es fehlte etwas, es befreite nicht. Dann hatte er die Schnauze gestrichen voll und setzte sich unter den Baum, egal welchen, und sagte zu sich: Ich werde erst wieder aufstehen, wenn ich das gefunden habe, das angeblich nicht zu finden ist, auch wenn ich hier sterbe."

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 20. April 2026 um 11:58
    • #30

    Die" rechte Sammlung"(8) kann nur dann Sinn machen, wenn man die Dinge so sehen und wahrnehmen kann(7)/" rechte Achtsamkeit"/, wie sie sind – und nicht so, wie sie uns er-schein-en. Und genau das stellt die echte Kunst dar und läuft gegen den Strich, -gegen den "Strom" denn wir brauchen es für das reine Überleben nicht.


    Was ist damit gemeint?


    Zitat
    • Vergängliches für unvergänglich halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
    • Leiden für Glück halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
    • Was ichlos ist, für ein Ich halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
    • Was widerlich ist, für lieblich halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, in Gedanken und in Ansichten.

    A.IV.49 Die vier Verkehrtheiten - 9. Vipallāsa Sutta

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 20. April 2026 um 13:29
    • #31
    Monikamarie:

    Deshalb beginnt der 8fache Pfad mit der "Rechten Ansicht", geht weiter über all das, was mit unserem Alltagsleben zu tun hat. Die Meditation schließt das ab...


    Das geht in Fleisch und Blut über. Ich nenne das in die Stille gehen, z.B. auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn, im Wartezimmer etc.


    Später kann die Stille sofort abgerufen werden, denn Du bist mit dem inneren Ort verbunden, so dass Du innerhalb von Sekunden aufkommende unheilsame Gedanken und Gefühle verabschieden kannst.


    Obiges wird in der Regel nicht unter rechte Sammlung, dem achten Pfadglied, verstanden. Typischerweise, aber nicht ausschließlich, wird die rechte Sammlung verstanden als die vier Vertiefungen. Und die vier Vertiefungen sind übermenschliche Erreichungszustände - kaum etwas für die U-Bahn oder das Wartezimmer.


    Aufkommende unheilsame Gedanken - Gefühle (vedanā) sind nie unheilsam - verabschieden fällt unter das sechste Pfadglied rechte Anstrengung.

    void:

    Und da ist es ja der letzte Punkt "Rechte Sammlung" die mit Meditation assoziiert wird. Aber es ist halt nur ein Punkt von 8.


    Rechte Anstrengung finde ich ist vorbereitende Geistesarbeit, rechte Achtsamkeit ist tatsächliche Meditationspraxis und rechte Sammlung, dann die Frucht von allem, was davor kam.

  • Monikamarie
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    • 20. April 2026 um 15:14
    • #32

    Hab ich auch nicht behauptet, Mahasi.


    Aufmerksam und unvoreingenommen lesen gehört, auch zur Achtsamkeit.

    _()_

  • Igor07
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    • 20. April 2026 um 16:00
    • #33
    Mahasi:

    Und die vier Vertiefungen sind übermenschliche Erreichungszustände - kaum etwas für die U-Bahn oder das Wartezimmer.

    Ja, das kann stimmen, aber dann stellt sich die Frage, wozu ich das überhaupt für das normale Leben brauche, + das alles war schon in der Yoga-Tradition.


    Mahasi:

    rechte Achtsamkeit ist tatsächliche Meditationspraxis

    Und genau das kann ich als Sati nach Bhikkhu Analayo sowohl in der U-Bahn als auch im Wartezimmer praktizieren.


    Zitat

    Gewöhnlich bringen diese drei in den Lehrreden die passenden
    Umstände für die formale Meditationspraxis zum Ausdruck39 und stellen
    das geeignete Maß der für die Übung der Atemachtsamkeit (oder anderer
    Meditationspraktiken) erforderlichen Abgeschiedenheit dar.40 Modernen
    Meditationslehrern zufolge kann jedoch die Atemachtsamkeit in jeglicher
    Situation entwickelt werden, sogar dann, wenn jemand zum Beispiel Schlange
    steht oder in einem Wartezimmer sitzt.41

    Alles anzeigen

    41 Gunaratana (1981, S. 10), Khantipâlo (1986, S. 11).


    S.147


    https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/pdf/5-personen/analayo/direkte-weg.pdf

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    • 20. April 2026 um 16:58
    • #34
    Monikamarie:

    Hab ich auch nicht behauptet, Mahasi.


    Aufmerksam und unvoreingenommen lesen gehört, auch zur Achtsamkeit.

    _()_


    Und ich habe nicht behauptet, dass du das behauptet hast :angel: Du kannst das ja nochmal aufmerksam und unvoreingenommen lesen. Ich habe deinen, dahingehend unkonkreten, Beitrag kommentiert, damit andere nicht denken, dies wäre ein repräsentatives Beispiel für rechte Sammlung. Ich habe aber nirgendwo behauptet, dass du dein Beispiel als rechte Sammlung dargestellt hast.

  • Helmut
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    • 20. April 2026 um 17:12
    • #35
    Igor07:
    Mahasi:

    Und die vier Vertiefungen sind übermenschliche Erreichungszustände - kaum etwas für die U-Bahn oder das Wartezimmer.

    Ja, das kann stimmen, aber dann stellt sich die Frage, wozu ich das überhaupt für das normale Leben brauche, ...

    Wenn man dies nicht fürs normale, samsarische Leben braucht, dann braucht man auch die Dharmapraxis nicht, wenn es nur darum geht, sich im normalen,samsarischen Leben so gut es geht einzurichten.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Igor07
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    • 20. April 2026 um 17:32
    • #36
    Helmut:

    Wenn man dies nicht fürs normale, samsarische Leben braucht, dann braucht man auch die Dharmapraxis nicht, wenn es nur darum geht, sich im normalen,samsarischen Leben so gut es geht einzurichten.

    Das kann ich aber sehr gut inhaltlich kontern.


    Der erste Punkt:
    Bei sehr langer Praxis von sati kommt irgendwann die Erkenntnis, dass es kein festes „Ich“ oder „Mein“ gibt – dass es sich also als Illusion entpuppen kann. Als Folge davon nimmt man vieles nicht mehr so persönlich wahr, sondern wird gelassener. Dadurch erscheint es auch weniger" schlimm" und "unangenehm", sich im Samsara einzurichten.


    Der zweite Punkt:
    Es kommt darauf an, wie jemand den Begriff „Nirvana“ versteht. Im säkularen Buddhismus wird es oft als ein Prozess des Erwachens beschrieben, der immer im Hier und Jetzt geschieht – jedoch ohne ein endgültiges Nibbana, wie es im traditionellen Theravāda gelehrt wird.


    Noch ein Punkt:
    Der Dharma kann niemandem schaden, denn er verkörpert echte, zeitlose Weisheit – akālika (Pali: zeitlos, nicht von Zeit abhängig). _()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 21. April 2026 um 00:18
    • #37
    Helmut:

    im normalen,samsarischen Leben so gut es geht einzurichten.

    Kleine Ergänzung. Tschuldigung..

    Ist es überhaupt möglich, stellt sich die Frage, in samsarischen Leben so gut "einzurichten"?

    Ich bezweifle es.


    Zitat

    (1) "'(Das Leben in) jeglicher Welt ist instabil, es wird hinweggefegt': dies ist die erste Zusammenfassung des Dhamma, (2) "'(Das Leben in) jeglicher Welt ist ohne Schutz und ohne Beschützer': dies ist die zweite Zusammenfassung des Dhamma,"'(Das Leben in) jeglicher Welt hat nichts von wirklich eigenem Besitz; man muß alles zurücklassen und weitergehen': dies ist die dritte Zusammenfassung des Dhamma 4) "'(Das Leben in) jeglicher Welt ist unvollständig, unersättlich, von Begehren versklavt': dies ist die vierte Zusammenfassung des Dhamma

    MN 82.

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    • 21. April 2026 um 10:23
    • #38
    Mahasi:
    Monikamarie:

    Hab ich auch nicht behauptet, Mahasi.


    Aufmerksam und unvoreingenommen lesen gehört, auch zur Achtsamkeit.

    _()_


    Und ich habe nicht behauptet, dass du das behauptet hast :angel: Du kannst das ja nochmal aufmerksam und unvoreingenommen lesen. Ich habe deinen, dahingehend unkonkreten, Beitrag kommentiert, damit andere nicht denken, dies wäre ein repräsentatives Beispiel für rechte Sammlung. Ich habe aber nirgendwo behauptet, dass du dein Beispiel als rechte Sammlung dargestellt hast.

    Alles anzeigen

    Guten Morgen Mahasi ,

    Danke nochmal für die Erklärung. Ich war voreingenommen.

    Die Begründung für Deinen Beitrag entspricht auch meiner Verhaltensweise in der Vergangenheit, nämlich, dass ja auch andere mitlesen und bestimmte Aussagen ergänzt werden sollten - und gehen nicht gegen den Schreiber.


    Auch hier wird wieder deutlich, wie sehr noch "mein, ICH ..." noch an mir kleben ;)


    Alles Gute für Dich - und EUCH ALLEN.

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    • 21. April 2026 um 12:20
    • #39
    Monikamarie:

    Auch hier wird wieder deutlich, wie sehr noch "mein, ICH ..." noch an mir kleben


    Unbehagen (Dukkha) ist nicht zu vermeiden. Dein „Kleben“ ist nur das Erbe deiner vergangenen Taten. Das ist vollkommen normal. Prüfe deine vergangenen Taten an den Positionen im achtfachen Pfad und du wirst dein Kleben an Unbehagen verlieren und sicherer tun.


    Kein Mensch kann Dukkha verhindern! Aber er kann erkennen, dass er nicht an Vergangenem hängen muss. Erst durch Hängen an scheinbar Existierendem: Vergangenem oder möglicher Zukunft erscheint Leiden an ....

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    • 21. April 2026 um 13:47
    • #40

    Genau, vorhin fiel mir ein, wie oft wir "früher" darauf hingewiesen haben, dass lediglich das Anhaften Leid verursacht.


    :heart::heart::heart:

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    • 21. April 2026 um 15:55
    • #41
    Monikamarie:

    Genau, vorhin fiel mir ein, wie oft wir "früher" darauf hingewiesen haben, dass lediglich das Anhaften Leid verursacht.

    Das musste ich genauer fassen. Es erscheint immer das Begehren, das für die Lebenserhaltung notwendig ist, als Gegenargument. Festhalten an Ernährung, Nahrungsmitteln usw.
    Hat lange Zeit gebraucht, bis ich das durchschaut habe.
    Leid erzeugt nicht das Anhaften, das kann passieren, und Loslassenmüssen macht es schwierig.


    Buddha sieht das sehr klar: Es ist die Überzeugung und das Sich‑Identifizieren mit dem Festgehaltenen, das Leiden erzeugen.
    Wenn ich sicher bin, dass ich das Festgehaltene bin, dass es zu mir gehört und meine Person ausmacht.
    Festhalten an meiner Meinung, an meinem Auto, an meinem „Ich“, weil ich glaube, dass ich das bin.

    Es ist also nicht das Festhalten allein. Festhalten ist für Menschen sogar notwendig.
    Leiden entsteht erst durch die Überzeugung und das Sich‑Identifizieren mit dem Festgehaltenen.
    Wenn ich diese Personifizierung von Dingen als „das bin ich“ oder „so bin ich“ usw. bei mir nicht erkenne und abstelle, ist sich von Dukkha befreien unmöglich.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    • 23. April 2026 um 07:51
    • #42

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Da waren für mich ein paar tolle Anregungen dabei, die ich aber noch nicht hundertprozentig erfassen kann.

    Ich habe mich deshalb auf die Suche nach dem Geistesgift der Verblendung gemacht und folgendes gefunden :


    3. Verblendung (Unwissenheit)

    Die Unwissenheit wird als Grundlage für die Entstehung aller anderen „Übel” gesehen. Nur im „verblendeten Geisteszustand” verbinden wir uns mit Gier und Hass und nähren sie. Ein klarer Geist erkennt die destruktiven geistigen Faktoren, nimmt sie wahr, aber „lässt sie dann sitzen”, d.h. man identifiziert sich nicht mit ihnen und springt nicht hinein.

    Im geistigen Zustand der Unwissenheit blenden wir (meist unbewusst) Faktoren, die wir nicht sehen wollen, aus. Das führt dazu, dass uns „Stücke der Realität” fehlen. Die Verblendung entsteht, weil wir zu sehr um uns selbst rotieren. Wir nehmen uns selbst zu wichtig, fokussieren zu sehr auf unsere eigenen Schwächen oder auch Stärken und gestehen anderen nicht die gleiche Wertigkeit zu. Unsere eigene Realität ist mehr wert als die der anderen. Deshalb ist es uns nicht möglich, das ganze Bild mit all seinen Facetten wahrzunehmen. Wir sprechen daher in der buddhistischen Psychologie auch manchmal von „Ich-Wahn”, anstelle von Verblendung. Wir erzeugen in der Konstellation von Befriedigung oder Nicht-Befriedigung ein Gefühl von Ich-Identität, z.B. wertig oder nicht-wertig. Aber wir sind viel mehr als dieses Gefühl – dennoch nehmen wir es als Wirklichkeit wahr und verbinden es mit der Vorstellung eines Ichs.

    Egal ob der Schwerpunkt in unserem subjektiven Erleben auf der Gier (Unsicherheit), den destruktiven Emotionen wie Hass und Unzufriedenheit oder der Verblendung (Unwissenheit, Ich-Wahn) basiert, wir erzeugen uns durch das Verstärken der Dualität eine Ich-Identität und fühlen uns dadurch vermeintlich sicher. Wenn wir in uns häufig Gefühle von Frieden und Harmonie verspüren, ist die Notwendigkeit zur Abgrenzung von anderen und damit die Anhaftung an das Ich nicht so stark ausgeprägt. Wir leben im Einklang mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst, daher benötigen wir keine Schutz- und Abwehrmechanismen. Wir müssen nicht mehr unterscheiden zwischen Du und Ich und können die Gleich-Gültigkeit allen Seins in der Tiefe unseres Herzens erfahren.


    Es stammt aus der Seite vom buddhistischen Kloster am Main Pagode Phat Hue


    Finde ich sehr auf den Punkt gebracht.

    Ein klarer Geist ist also ein Schlüssel Verblendung zu erkennen.

    Die Methode des einfachen Sitzens und damit den Geist zu klären ist für mich sehr hilfreich.

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    • 23. April 2026 um 09:21
    • #43

    Matthie Verblendung ist Leiden an etwas, das ich nicht sehe, wie es ist, und darum an meiner vergangenen, nicht jetzt realen Erfahrung festhalte.


    Unwissenheit ist die Unwissenheit: Wie wird Unangenehmes zu Leiden?


    Man erkennt die Schnittstelle nicht, an der das geschieht. Die Schnittstelle ist Vedana = Gefühl.

    Es gibt nur drei Gefühle, die bewusst werden: Wohlgefühl, weder Wohl- noch Unwohlgefühl und Unwohlgefühl.

    In Wahrheit kann ich das Erscheinen von Unangenehm nicht erkennen, weil es nicht bewusst erscheint, es ist einfach da.


    Jetzt beginnt Verblendung: Ich will das Unangenehme nicht, ich will Wohl oder wenigstens kein Gefühl. Da beginnt das Leiden am Unangenehmen, denn es wird zum Unwohlseingefühl gemacht.

    Dabei müsste ich nur das Unangenehme, das mich direkt betrifft, sehen und beenden.

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    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (23. April 2026 um 09:29)

  • Ochse
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    • 23. April 2026 um 11:33
    • #44

    Hallo Matthie,


    Meditation spielt für den Laien-Buddhisten in den traditionell buddhistischen Ländern kaum eine Rolle, auch in den Schulen, in denen hier jeder glaubt, meditieren zu müssen. Die in Japan am weitesten verbreiteten Schulen des Buddhismus, die Reines-Land-Schulen, halten Meditation eher für ein Hindernis (und nein, das Rezitieren von Namo Amida Butsu wird nicht als eine Form der Meditation betrachtet...). Fünfzehn Jahre Forums-Beiträge über 'richtige' und 'falsche', 'genügend' lange und häufige, überhaupt 'erfolgreiche' Meditation scheinen mir diese Haltung nicht ganz unglaubwürdig zu machen.


    Der Vergleich mit dem Beten bei Christen hinkt etwas. Besser wäre ein Vergleich mit christlicher Meditation oder Kontemplation: Auch das wird ja nur von einer sehr kleinen Minderheit von Christen praktiziert und niemand würde behaupten, es sei zentraler Bestandteil des Christentums.


    Lieben Gruß vom Ochsen

  • Online
    Matthie
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    • 23. April 2026 um 11:58
    • #45

    Danke für den Beitrag Ochse, da hast Du wohl Recht.

    Ich habe beten wohl zu allgemein betrachtet.

    Das katholische Rosenkranzgebet hat mich immer an das Mantren rezitieren erinnert.

    Kontemplation wie Sie in den Christlichen Klöstern praktiziert wird kommt der buddhistischen Meditation vielleicht am Nächsten.

    Und klar das sind ja auch keine Laien.


    Ochse Warum halten die Reines-Land Schulen die Meditation für ein Hindernis?

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    • 23. April 2026 um 12:19
    • #46

    Weil es die Tendenz des Ego, etwas 'erreichen' zu wollen und den damit oft verbundenen Stolz eher verstärkt als sie zu verringern, aber auch das Gefühl befördern kann, ständig machen und tun zu müssen, ständig an der eigenen Selbst-Optimierung arbeiten zu müssen. Es ist ja kein Zufall, dass so mancher Konzern, aber auch kleinere Firmen ihre Angestellten zur Meditation schicken, es aber auch in 'buddhistischen' Kreisen gerne vergessen wird, dass Meditation ohne Einhaltung der Jugendregeln eine nicht ungefährliche Sache ist.


    Traditionell sind die japanischen Schulen des Reinen Landes als Reformbewegung der Bauern, Ausgestoßenen, Marginalisierten entstanden, Menschen, die keine Zeit hatten, stundenlang zu meditieren und auf die auch sonst vom buddhistischen 'Establishment' der Zeit eher herabgeblickt wurde.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ochse (23. April 2026 um 12:33)

  • Ochse
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    • 23. April 2026 um 12:23
    • #47

    Natürlich 'Tugendregeln' und nicht 'Jugendregeln'...:grinsen:

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    Matthie
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    • 23. April 2026 um 12:31
    • #48

    Danke das leuchtet mir ein.

    Und dann sind wir wieder beim Thema Rechte Sammlung gelandet.


    Zitat Void :


    Und da ist es ja der letzte Punkt "Rechte Sammlung" die mit Meditation assoziiert wird. Aber es ist halt nur ein Punkt von 8.


    Sammlung lässt sich unterschiedlich erreichen. Sicher durch formale Meditation, aber eben auch durch andere achtsame Tätigkeiten. Aber umgekehrt muß "Sammlung" nicht per se "recht" sein. Ein fokussierter Geist ist nicht nur für Extremsportler hilfreich, sondern auch für Krieger oder Manager. Die Idee Meditation sei per se heilsam oder buddhistisch ist ein Mythos

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    • 30. April 2026 um 06:59
    • #49

    Ich habe noch etwas weiter nachgeforscht und fogendes gefunden. Das beantwortet meine Frage wirklich gut :




    Die Rolle der Migration: Wie der Buddhismus in den Westen kam

    Die Etablierung des Buddhismus in westlichen Gesellschaften wie Europa, den USA und Australien ist das Ergebnis zweier weitgehend getrennter, aber paralleler Migrationsströme, die zu unterschiedlichen Formen buddhistischer Praxis geführt haben.

    1. „Immigrant Buddhism“ (Einwanderer-Buddhismus): Dieser Strom begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Ankunft chinesischer Arbeiter während des kalifornischen Goldrauschs, die ihre religiösen Traditionen mitbrachten und erste Tempel gründeten. Nach der Lockerung der Einwanderungsgesetze in den USA 1965 und durch Fluchtbewegungen (z. B. aus Vietnam) kamen verstärkt Buddhisten aus Südost- und Ostasien in den Westen. Diese Gemeinschaften gründen Tempel, die nicht nur religiöse, sondern auch wichtige soziale und kulturelle Zentren sind.
    2. „Convert Buddhism“ (Konvertiten-Buddhismus): Dieser zweite Strom besteht aus im Westen geborenen Menschen, die sich aus einem philosophischen, spirituellen oder psychologischen Interesse heraus dem Buddhismus zuwenden. Diese Entwicklung gewann durch die Gegenkultur der 1960er-Jahre, die wachsende Popularität von Zen und tibetischem Buddhismus sowie die zunehmende Präsenz charismatischer asiatischer Lehrer im Westen an Fahrt. Westliche Konvertiten legen typischerweise den Schwerpunkt auf Meditation, das Studium philosophischer Texte und die psychologischen Aspekte der Lehre, während traditionelle Rituale und kosmologische Vorstellungen oft eine untergeordnete Rolle spielen.

    Diese doppelte Entwicklung hat zu einer Situation geführt, die oft als die „zwei Buddhismen“ im Westen beschrieben wird.

    In einer einzigen westlichen Metropole können ein traditioneller vietnamesischer Tempel, der primär der vietnamesischen Gemeinschaft dient, und ein von westlichen Konvertiten geprägtes Zen-Meditationszentrum mit kaum Berührungspunkten nebeneinander existieren.

    Die Bedürfnisse und Ausdrucksformen beider Gruppen sind fundamental verschieden: Die einen suchen die Bewahrung von Kultur und Tradition in der Diaspora, die anderen eine spirituelle Alternative zu den vorherrschenden westlichen Weltanschauungen.

    Diese interne kulturelle und praktische Kluft stellt eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung einer kohärenten „westlichen buddhistischen Identität“ dar.



    schatztruhe-palikon.net

  • mukti
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    • 30. April 2026 um 09:57
    • #50

    Der Buddhismus wird immer eine kleine Minderheit im Westen sein und nie kulturbestimmend. Einiges daraus setzt sich auf breiterer Basis durch, etwa die Achtsamkeit. Das ist aber auch nur eine Befruchtung und gelegentliche Ergänzung von bereits Vorhandenem, wie das halt in allen Dingen so ist in einer globalisierten Welt.


    Man sieht es ja gut in diesem Forum, schreibe was über Wiedergeburt oder Devas und du landest in der kleinen Ecke traditionalistischer Sonderlinge. Meditation ja, aber höhere Geisteskräfte? Metaphysische Spekulation. Im Westen ist alles anders gelaufen, wir können uns natürlich nicht dem Buddhismus anpassen und picken uns nur raus, was zu uns passt.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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