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Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

  • Hans-Günter Wagner
  • 30. März 2026 um 14:47
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  • Hans-Günter Wagner
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    • 30. März 2026 um 14:47
    • #1

    Die Ökologie ist heute neben einem Teilgebiet der Biologie zugleich ein neues Denken und eine gesellschaftliche Bewegung. Vernetzung und Ganzheitlichkeit stehen gegen isolierende Sichtweisen und methodischen Reduktionismus. Das zeigt eine große Nähe zu paṭicca-samuppāda, der Idee von der Verbundenheit aller Lebensformen, wie in den Beitrag von Hans-Günter Wagner

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.
    gezeigt wird. Was die politischen Dimensionen eines ökologischen Buddhismus betrifft, so hat das Ökosattva-Ideal jedoch auch einige problematische Seiten, die Fabian Völker in seinem Beitrag herausarbeitet. Fabian Völker: Dharmischer Diktator

    An dieser Stelle soll eine Diskussion über ausgewählte Aspekte der Beziehung von Buddhismus und Ökologie in ihren philosophischen und lebenspraktischen Dimensionen stattfinden. Erwünscht sind Beiträge unter Klarnamen, die sich auf die beiden Ausgangsartikel in irgendeiner Weise beziehen oder daran anknüpfen. Auch kritische Rückmeldungen sind willkommen. Gerne auch mit Quellenangaben und Literaturhinweisen zur weiteren Vertiefung des Themas.

  • JoJu91
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    • 2. April 2026 um 08:20
    • #2

    Versetzen wir uns in die Perspektive von Mr. Spock, einem ausserirdischen Wissenschaftler, der das Leben auf dem Planeten Erde untersucht.

    Käme er am Ende wie Nietzsche zu dem Schluß, dass der homo sapiens sich dadurch von den anderen Tieren unterscheidet, dass er in einem Akt von Hochmut und Verblendung das Denken erfunden hat ?

    Käme er zu dem Schluss, dass die Ökologie mit der evolutorischen "Erschaffung" des Menschen sich selbst ein Bein gestellt hat ?

    ... ?


    :?

  • pano
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    • 2. April 2026 um 10:59
    • #3

    Mr spock ist ja erstmal halb Mensch halb vulkanier. Und weil er logisch denkt weiß er dass die Evolution kein Ziel verfolgt. Vielleicht erkennt er ja nach längerer Studie dass das unterdrücken der Emotionen garnicht zielführend ist und sucht Zuflucht in den drei Juwelen.

  • Monikamarie
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    • 2. April 2026 um 13:08
    • #4

    Ich befürchte nur, dass Mr. Spock Emotionen nicht unterdrückt :erleichtert:

  • pano
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    • 2. April 2026 um 13:37
    • #5
    Monikamarie:

    Ich befürchte nur, dass Mr. Spock Emotionen nicht unterdrückt :erleichtert:

    Als Trekkie bin ich mir ganz sicher dass er es tut. Und alle 7 Jahre hat er eine Brunftzeit.

    Hans-Günter Wagner:

    Die Ökologie ist heute neben einem Teilgebiet der Biologie zugleich ein neues Denken und eine gesellschaftliche Bewegung. Vernetzung und Ganzheitlichkeit stehen gegen isolierende Sichtweisen und methodischen Reduktionismus. Das zeigt eine große Nähe zu paṭicca-samuppāda, der Idee von der Verbundenheit aller Lebensformen, wie in den Beitrag von Hans-Günter Wagner

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    gezeigt wird. Was die politischen Dimensionen eines ökologischen Buddhismus betrifft, so hat das Ökosattva-Ideal jedoch auch einige problematische Seiten, die Fabian Völker in seinem Beitrag herausarbeitet. Fabian Völker: Dharmischer Diktator

    An dieser Stelle soll eine Diskussion über ausgewählte Aspekte der Beziehung von Buddhismus und Ökologie in ihren philosophischen und lebenspraktischen Dimensionen stattfinden. Erwünscht sind Beiträge unter Klarnamen, die sich auf die beiden Ausgangsartikel in irgendeiner Weise beziehen oder daran anknüpfen. Auch kritische Rückmeldungen sind willkommen. Gerne auch mit Quellenangaben und Literaturhinweisen zur weiteren Vertiefung des Themas.

    Ökosattva ist ja einputziger Begriff.

  • KarmaHausmeister
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    • 2. April 2026 um 13:56
    • #6
    pano:

    Ökosattva ist ja einputziger Begriff.


    Der Begriff „Ökosattva“ wurde von der US-amerikanischen Zen-Lehrerin und Umweltaktivistin Joanna Macy geprägt.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • pano
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    • 2. April 2026 um 19:42
    • #7

    Also was mich an der Arbeit von Völker etwas verwundert oder erstaunt ist folgendes: Völker baut in gewisser Weise einen Strohmann auf. In den er auf historischen intolerante Herrschaftssysteme verweist kann er buddhistich motivierten Aktivismus diskreditieren ohne dass solche Aktivisten in irgend einer Form einen öko Faschismus gefordert hätten.


    Völker hast einen Punkt beim Stichwort der geschickten Mittel. Damit lässt sich so einiges rechtfertigen aber mir fehlen die Belege dass der ökologische Buddhismus so argumentiert oder droht so zu argumentieren. Ich würde auch behaupten, dass gerade im progressiveren Buddhismus das Problem-Bewusstsein bzgl der geschickten Mittel hoch ist, denn im Kontext von „me too“ Debatten hat der Progressive Buddhismus ja ausdauernd gegen missbräuchliche Verwendung von geschickte Mittel bzw „2 Wahrheiten“ argumentieren müssen. Insofern ist Völker in diese Punkt vor allem Theoretiker.


    Dabei rührt er noch sehr im Both-Sides Topf so als sei das mit dem Klimawandel noch garnicht abgemachte Sache, als ob nicht so ganz klar wäre obs wirklich schlimm wird. Ich halte das aus naturwissenschaftlicher Perspektive für mumpitz. Wir wissen wie der Treibhauseffekt funktioniert und wir messen ihn in der Praxis und wir spüren schon die negativen Konsequenzen (Dürren im nahen Osten etc).


    Wer Ökologie fordert und sich dabei auf das bodhisattva Ideal bezieht kann das nur empathisch tun, und damit ist ein Öko-Faschismus aus dieser Perspektive ausgeschlossen.


    Der Faschismus droht uns wenn die Ökologische Krise kommt und wir unvorbereitet in Verteilungskämpfe geraten. Dann ists aber nicht das Werk von Ökosattvas.


    Übrigens erinnert mich der Ansatz über Empathie an weitere Denker: nicht Buddhist aber jemand der von der Empathie her argumentiert ist ja etwa Jeremy Rifkins.

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    • 3. April 2026 um 10:39
    • #8

    Ein zentrales Problem ist ja, dass die Demokratie darauf aufgebaut ist dass unterschiedliche Gruppen gleichberechtigt ihre Interessen vertreten und sich dann daraus ein allgemeiner Wille als Kompromiß destilliert wird.


    Aber die Belange des Ökosystems ist eben kein so ein Partikularintetesse sondern es ist ja sogar umgekehrt so, dass die ganze Sphäre des Menschen ein Teil des Ökosystems ist das wiederum in die Atmosphäre eingebunden ist. Wenn jetzt aber eine Gruppe - die Ökos - versuchen suchen im Namen des Ganzen zu sprechen und ein Primat des Ganzen vor Partikularinterssen einfordern, dann wird das als Anmaßung empfunden. Als ein Podest ( ich spreche für das Ganze ihr seit nur partikular) dass droht den pluralistischen Rahmen zu sprengen. Der ganze Begriff des "Öko-Faschismus" im Namen des Ganzen entmündigt zu werden kommt ja aus genau dieser Furcht und also Antwort wird das Ganze neben das Totalitäre gestellt. Allerdings kann es natürlich auch nicht angehen die Belange des Ganzen wie ein Partikularinterssen zu behandeln.


    Es handelt es sich also um ein strukturelles Problem die demokratisch bestimmten Interessen der Menschen mit dem was die Aufrechterhaltung des Ökosystems erfordert gleichermaßen gerecht zu werden. Und die Idee, dass politische Konzepte im Buddhismus tendentiell autoritär wären, ist eher eine Ablenkung von diesem strukturellen Problem.

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    • 3. April 2026 um 17:47
    • #9

    Ja, und wenn im demokratischen System jemand eine Regelung einführen will, dann ist das ja erst mal etwas ganz normales. Wer das kapitalistische System schützen will und dafür Gesetzgebung einbringt ist ja auch kein Wirtschafts-Faschist.


    Was sagt also der Öko-Faschismus-Vorwurf über diejenigen die den Vorwurf vorbringen?

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    • 3. April 2026 um 21:03
    • #10
    pano:

    Ja, und wenn im demokratischen System jemand eine Regelung einführen will, dann ist das ja erst mal etwas ganz normales. Wer das kapitalistische System schützen will und dafür Gesetzgebung einbringt ist ja auch kein Wirtschafts-Faschist.


    Was sagt also der Öko-Faschismus-Vorwurf über diejenigen die den Vorwurf vorbringen?

    In der Demokratie gibt es Themen die verhandelbar -sind die einen machen eine wirtschaftsfreundliche Politik, die anderen eine soziale, der eine förderte Autos der andere Klimamassnahmen - und solche die es nicht sind. Z.B Grundrechte, Memschenwürde.


    Und da wurde 2002 der Klimaschutz zum Staatsziel:

    20 a:

    Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

    Es ist ein großer Unterschied zwischen einer Regelung und einem Staatsziel. Ein Staatsziel gehöt zum Rahmen. Und damit kann sich dann das Verfassungsgericht darauf beziehen. Und es ist. Und im März 2025 wurde die Aufnahme der Klimaneutralität bis 2045 in das Grundgesetz beschlossen. Künftige Parlamente hätten keinen Weg das zu stoppen


    Das das Klima so über der Demokratie bei den Grundrechten verortet wird, ist für ökologisch denkende ein Ausdruck von Vernunft


    Mulmig wird einem, wenn andere das mit ihren Werten und zielen auch täten. Das Analogon zum "Klimaziel" wäre z.B wenn ein neoliberaler verankern wurde, dass es nur dann neue Sozialgesetzgebung geben darf, wenn die Staatsschulden halbiert sind. Wäre da "Wirtschafts-Faschist" Passend? Oder was wäre wenn jemand wie Orban die christlichen Werte zum Staatsziel machen würde?


    Das Schlagwort "Ökofaschismus" drückt als ein Gefühl der Entmündigung aus, wenn der Schutz des Ökosystems der Arena der Politik enthoben wird und zum darüber thronenden Staatsziel erklärt wird.


    Aber vielleicht ist es eine Frage des Konsens. Bei anderen Sachen finden wir es ja inzwischen normal, dass dieses "gesetzt" ist. Es also keinen Gesetzesentwurf zur Einführung der Prügelstrafe gibt.

  • pano
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    • 3. April 2026 um 23:06
    • #11

    Für die Bezeichnung Faschismus sollte es doch zumindest Merkmale des Faschismus geben. Z.B. hetze/ schuldzuschreibung gegen Minderheiten. Eine schuldenbremse hat es ins Grundgesetz geschafft (zur Verwunderung des globalen wirtschaftswissenschaftlichen establishments). Also soweit sind wir garnicht von dem von dir postulierten Szenario.


    Ich bemerke allgemein eine gewisse dünnhäutigkeit bzgl des Klimawandels und den durch ihn begründeten Sachzwängen. Es ist relativ klar dass gehandelt werden muss und verzögertes handeln den zu erwartenden Schaden in die Höhe treibt. Ich hab den Eindruck nicht die Ökologie ist das Problem, sondern das geknickte Ego derer die heute nicht in Maßnahmen investieren wollen.

    There is no glory in prevention.

  • mukti
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    • 4. April 2026 um 10:28
    • #12

    Zitat aus dem Artikel Buddha und Natur:


    "Bhikkhu Payutto, ein thailändischer Mönch, hat drei Wahrnehmungen skizziert, die er als Quelle der sozialen und ökologischen Probleme der Menschheit ansah:

    Da ist einmal die Wahrnehmung, dass der Mensch von der Natur getrennt sei und dass er die Natur nach seinen Wünschen kontrollieren kann und das Recht hat, sie zu erobern und zu manipulieren.

    Die zweite irreführende Wahrnehmung ist, dass die Mitmenschen nicht unsere Mitmenschen, sondern Rivalen sind und die Neigung, sich auf die Unterschiede zwischen uns und nicht auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, wodurch Angst, Neid und Missgunst geschürt werden.

    Und die dritte verfängliche Wahrnehmung ist, dass unser Glück davon abhängt, dass wir einen Überfluss an materiellem Besitz haben.

    Wenn wir diese Wahrnehmungen betrachten, erkennen wir schnell Verblendung, Hass und Gier, um die stärksten Ausprägungen davon zu benennen.

    ....

    Nicht die Erde braucht letztendlich Heilung, sondern wir Menschen müssen wieder heil im Sinne von ganz werden. Der Weg, den der Buddha uns aufzeigt, kann dabei in höchstem Maße hilfreich sein."

    Mit Metta, mukti.


  • JoJu91
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    • 7. April 2026 um 08:47
    • #13
    void:

    Und im März 2025 wurde die Aufnahme der Klimaneutralität bis 2045 in das Grundgesetz beschlossen. Künftige Parlamente hätten keinen Weg das zu stoppen

    Das Problem ist, dass das Grundgesetz für um die 99% aller Menschen gar nicht gilt und die Frage der Klimaneutralität von Leuten beantwortet wird, die vielleicht ganz andere Interessen haben und die sich um Grundgesetze wenig scheren.


    :cry:

  • pano
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    • 7. April 2026 um 09:01
    • #14
    JoJu91:
    void:

    Und im März 2025 wurde die Aufnahme der Klimaneutralität bis 2045 in das Grundgesetz beschlossen. Künftige Parlamente hätten keinen Weg das zu stoppen

    Das Problem ist, dass das Grundgesetz für um die 99% aller Menschen gar nicht gilt und die Frage der Klimaneutralität von Leuten beantwortet wird, die vielleicht ganz andere Interessen haben und die sich um Grundgesetze wenig scheren.


    :cry:

    Du machst das zum Problem. China hat sich ja im Prinzip ähnliche Ziele gesetzt. (Bis 2060, in der Praxis mit beeindruckendem Tempo die könnten schneller klimaneutral sei ).


    da wir hier beim Buddhismus und Ökologie sind. Karma hat auch was mit Eigenverantwortung zu tun. In einer Marktwirtschaft muss man eben eine ökologische Transformation koordinieren wenn sie volkswirtschaftlich Sinn macht, aber betriebswirtschaftlich im Quartalsbericht nicht so hübsch aussieht.


    Die jüngsten spritpreis-Erhöhungen sollten demonstrieren wie volatil und unsicher dieses fossilen Energieträger sind. Im Prinzip zeigt die Praxis das Robert Habeck besser fürs Land war als Katharina Reiche.

  • JoJu91
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    • 8. April 2026 um 08:16
    • #15
    pano:

    China hat sich ja im Prinzip ähnliche Ziele gesetzt.

    China macht aber meines Wissens viele Dinge NICHT, die wir hier machen.


    Ich bin mir auch nicht sicher, ob Klimaneutralität wirklich das oberste Ziel der chinesischen Führung ist. Nach aussen zum Schein vielleicht ja. An oberster Stelle steht aber m.E. der Machterhalt der KP. Und die Führung dort ist sich sicher bewusst, dass sie sich - auch ohne Opposition und Grundgesetz - eine Politik nicht leisten kann, bei der sie eine Zustimmungsrate hat wie die politische Führung in Deutschland.


    Die ökologische Transformation macht übrigens in den Quartalsberichten sehr vieler Unternehmen grossen Sinn.

    In den Quartalsberichten der immer zahlreicher werdenden Unternehmen, die am staatlichen Subventionstropf hängen.

    Die ökologische Transformation ist auch ein grosses Geschäft mit Gewinnern und Verlierern.

    Auch hier wird die Welt nicht von der Moral gemacht.

    Von einer Marktwirtschaft würde ich in D inzwischen auch nicht mehr reden, eher von einem Etatismus französischer Art.


    Nichts gegen Klimaneutralität, aber gegen Schildbürgertum in der Umsetzung.


    :cry:

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    • 8. April 2026 um 09:25
    • #16

    China macht einfach das Sinnvolle: sich so weit wie irgend möglich von Importen fossiler Energieträger zu befreien. China kann auch einfach bestimmen: Hier wird das gebaut und fertig. Es ist eben nicht wie in den sogenannten Demokratien, die sich einbilden, sich von Minderheiten leiten lassen zu müssen, egal ob die Mehrheit darunter leidet.


    Minderheiten und NGOs haben einfach nur das lauteste Geschrei und denen ist die Mehrheit scheißegal, hauptsache, sie bekommen das, was sie wollen. Demokratie war mal Mehrheitsentscheidungen unter Berücksichtigung von Minderheiten und nicht Minderheitsentscheidungen und minimale Berücksichtigung der Mehrheit, die ist nur noch Stimmvieh. In Deutschland sieht man das an der AfD, die bei der nächsten Bundestagswahl so stark wird, dass die CDU nur noch mit ihr eine Regierung bilden kann, weil sie zusammen mit anderen noch gewählten Parteien keine Regierung bilden kann.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 8. April 2026 um 09:40
    • #17
    JoJu91:

    Von einer Marktwirtschaft würde ich in D inzwischen auch nicht mehr reden, eher von einem Etatismus französischer Art.

    Wie wurde denn die Atomkraft eingeführt ? Marktwirtschaft oder „etatistisch“? Infrastruktur ist Staatliche Aufgabe. Privatwirtschaftlich führte zur Verrottung (siehe Post-thatcher England).


    was wir tatsächlich brauchen in Europa ist eine staatliche Industriepolitik. Und damit meine ich nicht Subventionen mit der Gießkanne sondern eine ausrichtende Lenkung hin zu Zukunftstechnologie. Sonst wird in 10 Jahren schickt im Schacht sein denn niemand wird mehr unsere verbrenner kaufen .

  • pano
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    • 8. April 2026 um 09:49
    • #18
    Qualia:

    Minderheiten und NGOs haben einfach nur das lauteste Geschrei und denen ist die Mehrheit scheißegal, hauptsache, sie bekommen das, was sie wollen. Demokratie war mal Mehrheitsentscheidungen unter Berücksichtigung von Minderheiten und nicht Minderheitsentscheidungen und minimale Berücksichtigung der Mehrheit, die ist nur noch Stimmvieh.

    A: „Man darf hier nix mehr sagen“

    B: „Gut ich fang mal an, diese umweltverpestung muss ein Ende haben. Sie führt zu Leid überall. Lasst uns Mitgefühl haben mit unsrer Umwelt“

    A: „wenn ich Meinungsfreiheit fordere meine ich doch nicht deine Meinung!“


    Ich erinnere mich an die Abstimmung zum Rauchverbot in Bayern. Über Jahre meinte die CSU dass man sich von dieser Minderheit der militanten Nichtraucher nicht das Rauchen in Speisegaststätten verbieten lassen wolle. Die ÖDP strengte die Volksabstimmung an und siehe da: es gab eine Mehrheit für dieses Rauchverbot.

    Ich glaube es gibt durchaus Mehrheiten für ökologische Politik. Das Problem ist: wenn es konkret wird erklärt eben die Springer Presse dass die wärmepumpe nicht funktioniert (komplett Gaga), und verunsichert die Leute. Zahlreiche Haushalte haben sich unter rot grün noch eine Ölheizung einbauen lassen. Das wird teuer werden

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    • 8. April 2026 um 11:28
    • #19

    Diese Narrheit mit "wir dürfen nicht mehr die Meinung sagen" ist ein typisches Argument von Menschen, die rücksichtslos jedem ihre Meinung um die Ohren hauen.


    Es geht um Respekt und Unterscheidungsvermögen. Wenn ich einen gläubigen Christen für einen Idioten halte, warum auch immer - oder einen friedlichen gläubigen Moslem für einen Islamisten, dann ist das keine Meinung, sondern Gewalt.


    _()_Monika

  • Hans-Günter Wagner
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    • 11. April 2026 um 20:52
    • #20

    Ich kann der an Fabian Völkers Beitrag zum „dharmischen Diktator“ vorgebrachten Kritik in einigen Teilen nicht zustimmen, insbesondere wo sie mit einem Framing des Verfassers als bloßem „Theoretiker“ einhergeht. Das Problem des Führungsanspruchs von erleuchteten Avantgarden, ob es sich nun um solche marxistischer oder buddhistischer Provenienz handelt, liegt im Glauben, man wisse alles stets besser als die anderen und der damit verbundenen Überzeugung, andere Menschen im Dienst eines höheren Ziels (zu deren vermeintlich eigenem Nutzen) durch geschickte Mittel (upāya) auch manipulieren zu dürfen. Dabei ist es ziemlich gleichgültig, ob diese Superiorität mit empathischer Innensicht auf das Ganze oder dem tiefen Studium lehrdogmatischer Texte begründet wird.

    Völker baut m.E. weder einen „Strohmann“ auf noch entschwebt er in fernliegende und abwegige theoretische Erwägungen.

    Dazu nur ein Beispiel: Der bhutanesische Meister Dzongsar Jamyangn Khyentse ist neben seiner Unterstützung des Rigpa-Missbrauch-Gurus Sogyal Rinpoche auch dafür bekannt, dass er den „wohlmeinenden Diktator“ wiederholt zur besten Regierungsform erklärte, wofür ihm die Zeitschrift „Buddhismus aktuell“ mehrfach ein breites Forum bot. Khyentse beließ es nicht mit rein hypothetischen Erwägungen. Buddhistische Machtpolitik gehört ebenfalls zu seinem Tagesgeschäft. Praktisch sieht das z.B. so aus, dass er Aung San Suu Kyi, der Staatsrätin und de facto Regierungschefin von Myanmar in den Jahren von 2016 bis zum Militärputsch 2021, in einem Offenen Brief vom 24.11.2018 sein Vertrauen aussprach und seine ausdrückliche Unterstützung zur einer Zeit bekundete, als sie wegen ihrer Politik hinsichtlich der Unterdrückung, Vertreibung und des Massenmordes an den Rohingyas international kritisiert wurde. (https://www.facebook.com/djkhyentse/pos…20135831345213/).

    Im September 2018 hatte das kanadische Parlament ihr die 2007 verliehene Ehrenbürgerschaft aberkannt und kurz darauf Amnesty International den Ehrentitel „Botschafter des Gewissens“ wieder entzogen. Der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation, Kumi Naidoo, warf zur gleichen Zeit Aung San Suu Kyi in einem Brief vor, Gräueltaten des Militärs zu dulden und die Meinungsfreiheit nicht ausreichend zu schützen. So ließ sie u.a. Journalisten, nachdem sie über Erschießungen an den Rohingya berichtet hatten, wegen Landesverrats inhaftieren.

    Unter engagierten Buddhisten in Thailand hat Khyentses Offener Brief, der den stattgefundenen Völkermord an den Rohingyas aus Gründen bloßer Gunstbuhlerei in Frage stellt, bzw. relativiert, großes Befremden ausgelöst. In der Zeitschrift „Seeds of Peace“ wurde er dafür kritisiert.

    Neben einer Religion war der Buddhismus in Asien auch stets eine politische Bewegung, die nicht nur Positives bewirkt hat. So hat, um nur zwei weitere, historisch gut belegte Beispiele zu nennen, der 5. Dalai Lama (1617-1682) die Dienste des mongolischen Herrschers Gushri Khan in Anspruch genommen, um mit seiner Hilfe die rivalisierenden Mönchsarmeen der Kagyü-Schule zu besiegen. Um seine Gunst zu gewinnen, erklärte der Dalai Lama Gushri Khan zur Emanation Vajrapāṇis, einer Verkörperung vollkommener yogischer Kräfte und schmückte damit den Khan mit der Aura eines heiligen Kämpfers zum Schutz des Buddhismus im Land.

    Die japanische Nichiren-Schule, deren Schulgründer einst als herrschende Doktrin seiner Zeit eine „Interdependenz von Herrschergesetz und Buddhadharma“ verkündete, hat in der Zeit der Meiji-Restauration dieses Prinzip so formuliert, dass dem Staat die Aufgabe zukomme, die Lehre überall im Land durchzusetzen. Einer der modernen Hauptvertreter des Nichiren war Tanaka Chigaku (1861-1939), ein aktiver Unterstützer des japanischen Imperialismus. In der Verbindung des Dharma mit der absoluten Macht des Kaisers sah er die ideale Manifestation des Lotus Sutras. Der Krieger-Zen verband sich in dieser Zeit mit dem Kult um den vergöttlichten Kaiser, in dessen Dienst sich bedingungslos zu stellen auch zum höchsten Ziel buddhistischer Übung erklärt wurde. Ein Beispiel für diese Ideologie lieferte der Offizier und Zen-Praktizierende Sugimata Gorō (1900-1937), der auf dem Schlachtfeld starb und die Nicht-Existenz eines Selbst in Verbindung mit der absoluten Natur des Kaisers lehrte: „Zen ist der fundamentale Geist der Einheit von Herrscher und Untergebenen.“ (zit. nach Daizen Brian Victoria, 2010: A Buddhological Critique of “Soldier-Zen” in Wartime Japan, in: Michael K. Jerryson/ Mark Juergensmeyer (Hg (Hg.) (2010): Buddhist Warfare. New York, S. 108 (übers. v. mir).

    Der “dharmische Diktator” ist eine historische Realität und kein akademisches Hirngespinst.

  • JoJu91
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    • 13. April 2026 um 08:16
    • #21
    pano:

    was wir tatsächlich brauchen in Europa ist eine staatliche Industriepolitik. Und damit meine ich nicht Subventionen mit der Gießkanne sondern eine ausrichtende Lenkung hin zu Zukunftstechnologie. Sonst wird in 10 Jahren schickt im Schacht sein denn niemand wird mehr unsere verbrenner kaufen .

    Auf der sachlichen Ebene sind wir uns vielleicht sogar weitgehend einig.


    Nur glaube ich nicht, dass die Deutschen dazu in der Lage sind.

    Die Deutschen sind nach meiner Wahrnehmung ein Volk, das aus allem eine Ideologie macht, sie sind vom Charakter her Glaubenskrieger mit missionarischem Eifer und mit einem wiederkehrenden Drang zur Selbstvernichtung.

    Am besten wäre es, sie würden weiter Autos und Maschinen bauen und was mit Chemie machen, und die Exportüberschüsse dann meinetwegen an andere Länder spenden, die dann mit Sachverstand das Klima retten.

    Die Deutschen sind wie der Hausteufel aus dem bekannten Zen-Gleichnis.

    Wenn sein Meister ihm nicht für jede Stunde am Tag exakt vorgibt, was er zu arbeiten hat, wird er zur Gefahr für die Menschheit.


    Mal wieder etwas provokant und zugespitzt formuliert.

  • pano
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    • 13. April 2026 um 08:52
    • #22
    JoJu91:

    Am besten wäre es, sie würden weiter Autos und Maschinen bauen und was mit Chemie machen, und die Exportüberschüsse dann meinetwegen an andere Länder spenden, die dann mit Sachverstand das Klima retten.

    und dieses Klima das nichts mit Chemie, Autos und Maschinen zu tun hat die Deutschland fertigt, wo finde ich das denn?

  • JoJu91
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    • 14. April 2026 um 07:43
    • #23
    pano:

    und dieses Klima das nichts mit Chemie, Autos und Maschinen zu tun hat die Deutschland fertigt, wo finde ich das denn?

    Was ich meinte, jeder macht das, was er am besten kann, und lässt das sein, was er nicht kann.

    Autos, Maschinen, "Chemie" bauen, vergleichsweise umweltschonend, das war etwas, was Deutschland konnte. Der Zug ist abgefahren. Jetzt wird woanders gebaut, aber sicher nicht umweltschonender.


    Und dass Deutschland beim Welt-Retten nur Katastrophen verursacht, hat es mehrfach bewiesen.

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    • #24

    Ein Ideologe sieht nur noch seine Ideologie und nicht mehr, ob sie real in der Anwendung, hilfreich für die Umwelt und den Menschen ist.


    Der Ideologe übersieht einfach, dass alle seine Handlungen immer auf die Umwelt und Menschen wirken. Er will sein Ziel erreichen und sieht nicht, dass er mit seinen Dogmen die Versuch-und-Irrtum-Wirkungen verhindert, die einzig eine Besserung erreichen könnten: Unsicherheit.


    Ein Ideologe will ein Scheitern schon im Voraus verhindern, und damit zerstört er das Lebenswert-Werden des Lebens der Menschen. Ein Ideologe verlangt Fortschritt, doch seine Ideologie verhindert ihn. Weil die anderen nie auf ihn hören, sind sie selbst schuld an ihrem Leid. (Das deutsche Volk hat mich nicht verdient.)

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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