Ich habe auf YouTube ein Video von einer Nonne gesehen die anscheinend 40 Jahren ihr Haus nicht verlassen hat, um unermüdlich das Om Mani Padme Hum zu rezitieren. Anscheinend hat sie gesagt dass man keine komplizierte Praxis braucht, einfach nur das Mantra. Diese Hingabe und gleichzeitige Einfachheit sind einfach wunderschön.
Braucht es wirklich nicht mehr?
Ich habe mich gefragt, ob das ihr Weg ist zu große Anhaftung an den Dharma zu reduzieren. Indem man sagt ich mache einfach nur noch das Mantra. Denn es geht ja darum ALLE Anhaftungen des Geistes zu vermindern. Das schließt für mich den Dharma, nachdem die wichtigen Grundsätze verinnerlicht wurden, mit ein.
Oder geht das zu weit?
Anhaftung an den Dharma?
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ShrillHall14312 -
3. März 2026 um 21:09
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Ich dachte in den letzten Tagen etwas Ähnliches: Einfach nur noch bei der Meditation den Atem begleiten und alles andere weg.
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Hab ich gemacht, funktioniert nicht. Das ist Askese und leid erzeugend, auch wenn man im siebten Himmel schwebt.
Es hilft auch nicht, das Ergreifen einzustellen. Das einzig das hilfreich ist, nichts mehr festzuhalten und das Anhaften zu lösen. Aber das hat Buddha tausendmal gesagt und selbst Buddhisten können nicht den Unterschied erkennen zwischen Ergreifen und Festhalten. Pech gehabt.
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Hab ich gemacht, funktioniert nicht. Das ist Askese und leid erzeugend, auch wenn man im siebten Himmel schwebt.
Es hilft auch nicht, das Ergreifen einzustellen. Das einzig das hilfreich ist, nichts mehr festzuhalten und das Anhaften zu lösen. Aber das hat Buddha tausendmal gesagt und selbst Buddhisten können nicht den Unterschied erkennen zwischen Ergreifen und Festhalten. Pech gehabt.
Hiermit hast du irgendwie den Nagel auf den Kopf getroffen.
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Ich habe auf YouTube ein Video von einer Nonne gesehen die anscheinend 40 Jahren ihr Haus nicht verlassen hat, um unermüdlich das Om Mani Padme Hum zu rezitieren. Anscheinend hat sie gesagt dass man keine komplizierte Praxis braucht, einfach nur das Mantra. Diese Hingabe und gleichzeitige Einfachheit sind einfach wunderschön.
Braucht es wirklich nicht mehr?Die Begeisterung verstehe ich nicht so recht. Wozu braucht man Praxis, wenn es kein Leben ohne Mantra-Rezitation und außerhalb des eigenen Hauses gibt? Da fehlt mir dann die Aufgabe des Floßes wegen Anhaftung an das Floß.
Gut finde ich die Untersuchung, wie einfach Praxis sein kann. Da gibt es IMHO nur persönliche Antworten nach längerer und immer wiederkehrender Prüfung. Meine individuelle Antwort wäre "Metta geht immer!" Das ist aber auch ein Zustand, keine Übung (mehr).
Liebe Grüße,
Aravind.
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Ich habe mich gefragt, ob das ihr Weg ist zu große Anhaftung an den Dharma zu reduzieren. Indem man sagt ich mache einfach nur noch das Mantra.
Da frage ich mich, geht es hier um Dharma
oder die Selbstbetäubung, so auch wie "Hare Krishna" kann man rund um die Uhr hinmurmeln und in tranceähnlichen Zustand zu verfallen.
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Es hilft auch nicht, das Ergreifen einzustellen. Das einzig das hilfreich ist, nichts mehr festzuhalten und das Anhaften zu lösen. Aber das hat Buddha tausendmal gesagt und selbst Buddhisten können nicht den Unterschied erkennen zwischen Ergreifen und Festhalten. Pech gehabt.
Wieso soll es nicht von Nutzen sein ,um "Meinhaftigkeit" zu vermeiden, das Ergreifen zu unterbinden Qualia ?
Upadhānā bedeutet sowohl: ergreifen, festhalten, anhaften, aneignen.
Wenn ich Thanā nicht "bediene", und z.b. dem angenehmen Gefühl nicht folge, sondern es nur betrachte ,dann erübrigt sich doch das "Loslassen", weil gar nichts ergriffen wurde.
Es ist nicht leicht zu unterscheiden, feine Nuancen, aber wieso "Pech gehabt "?
Pech wäre es doch nur, wenn die leiderzeugende "Aneignung" der 5 Skandhas überhaupt nicht unterbrochen werden kann, aber sowohl Ergreifen, als auch Festhalten, Anhaften und Aneignen, kann unterbunden oder beendet werden.
Edith: zum Thema "Mantra" : 40 Jahre Mantra rezitieren sind eine komplizierte Praxis ,aber wenn dadurch jegliche "Meinhaftigkeit" verloren geht, funktioniert es vielleicht und sie leidet nicht mehr.
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Ich habe auf YouTube ein Video von einer Nonne gesehen die anscheinend 40 Jahren ihr Haus nicht verlassen hat, um unermüdlich das Om Mani Padme Hum zu rezitieren.
Alle Achtung, das ist schon eine große Yogini. Ich denke, dass so ein Weg unbeirrbarer Hingabe zur Befreiung führen kann.
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Hallo, liebe(r) @Practitioner ,
danke für das interessante Thema.
Ich habe mich gefragt, ob das ihr Weg ist zu große Anhaftung an den Dharma zu reduzieren. Indem man sagt ich mache einfach nur noch das Mantra.
Ehrlich gesagt, bezweifle ich etwas, dass es dieser Nonne ursprünglich darum ging, nicht zu sehr am Dharma anzuhaften, denn stattdessen scheint sie nun alternativ dem Mantra (-Zitieren) anzuhängen...
(Intensives Rezitieren von Mantras kann wie "Gehirnwäsche" wirken, den Geist reinigen und Geistestrübungen entsprechend vermindern, aber die Gefahr einer Abhängigkeit besteht insofern, wenn diese "Routine" als beruhigend/stressabbauend erlebt und schließlich immer öfter "gebraucht" wird... - Eigene Erfahrung...)
Ihre Lebensgeschichte offenbart Flucht- (vor einem unerwünschten Verehrer) und Rückzugstendenzen, so dass ihre kontaktarme, fast eremitische Lebensweise womöglich einem inneren Bedürfnis entspringt und somit einer Art "Selbstverwirklichung" gleichkommt.
Es scheint für sie kein so großes "Opfer", bzw. "Selbstaufgabe", zu bedeuten, wie für einen geselligen Menschen (aber das ist natürlich reine Spekulation!).
Die arbeitende Bevölkerung versorgt sie offenbar mit allem Lebensnotwendigen und schenkt ihr zusätzlich großen Respekt, gar Verehrung - sicherlich nicht ohne Grund.
Geht es um die Nonne im folgenden Video?
(Matthieu Ricard, ein bekannter buddhistischer Mönch aus der tibet. Tradition, fungiert hier als Dolmetscher):
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Was meintest du mit der Formulierung
"Verinnerlichung der wichtigsten Grundsätze" genau?
Das Loslassen des "Floßes" (Dharma) macht doch erst dann Sinn, wenn man am "jenseitigen Ufer" angelangt ist oder sehe ich das falsch?
Ich dachte in den letzten Tagen etwas Ähnliches: Einfach nur noch bei der Meditation den Atem begleiten und alles andere weg.
Lieber Thorsten Hallscheidt , das kann ich gut nachvollziehen, nach dem, was speziell "in den letzten Tagen" (Wochen, Monaten, Jahren) alles so geschehen ist...
Einfach mal nur Samatha-Meditation praktizieren - zur Beruhigung des Geistes.
Liebe Grüße, Anna
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Was meintest du mit der Formulierung
"Verinnerlichung der wichtigsten Grundsätze" genau?
Das Loslassen des "Floßes" (Dharma) macht doch erst dann Sinn, wenn man am "jenseitigen Ufer" angelangt ist oder sehe ich das falsch?
Anna Panna-Sati Ja, das ist das Video. Naja, ich habe gedacht solche Grundsätze wie keinen fühlenden Wesen zu schaden, sollten ja bitte nicht vergessen werden. Aber vielleicht ist es gut zu versuchen alles nach und nach in eine Einfachheit zu übersetzen. Gemäß dem Grundsatz „Wenn du es einen 6-jährigen nicht erklären kannst, hast du es selbst nicht verstanden.“ Und vielleicht ist die Frau in dem Video schon bei so einer Einfachheit angelangt, dass da nur noch ein oder zwei Mantras übrig geblieben sind.
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Da frage ich mich, geht es hier um Dharma
oder die Selbstbetäubung, so auch wie "Hare Krishna" kann man rund um die Uhr hinmurmeln und in tranceähnlichen Zustand zu verfallen.
Ich glaube nicht, dass so jemand an irgendwelchen Trancezuständen interessiert ist. Umgekehrt ist es spannend…wenn sie es schafft so unermüdlich zu meditieren ohne in Trancezuständen zu verfallen. Aber das weiß man natürlich nicht.
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Es hilft auch nicht, das Ergreifen einzustellen. Das einzig das hilfreich ist, nichts mehr festzuhalten und das Anhaften zu lösen.
Verstehe ich nicht, lieber Qualia ,....
Klar ist, dass bereits das - von Begehren/Tanha ausgelöste -
Ergreifen unheilsam ist, insofern vertieft Festhalten es noch.
Demnach müsste es doch schon hilfreich sein,
"den Anfängen zu wehren"...
So habe ich es irgendwo gelesen:
ZitatBegehren ist der Funke, Ergreifen die Flamme, Festhalten das Lodern.
Löschen am Funken ist am leichtesten.
Im Kontext dieses Thread-Themas frage ich mich, ob die Nonne durch ihre zurückgezogene Lebensweise in Kombination mit dem ausdauernden Mantra-Rezitieren jegliche "Funken" gelöscht hat?
Liebe Grüße, Anna
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Klar ist, dass bereits das - von Begehren/Tanha ausgelöste -
Ergreifen unheilsam ist, insofern vertieft Festhalten es noch.
Sieh hier:
ZitatAlles anzeigenAls Begriff taucht upàdàna in den Lehrreden öfters und in einer Reihe von sinngemäß übereinstimmenden
Zusammenhängen auf. Er hat eine eigentümliche und tiefgründige Doppelbedeutung,
über die, wiewohl beide Bedeutungen bestens dokumentiert sind, oft hinweggelesen
wird. In seiner ersten Bedeutung wird er in deutscher Übertragung wahlweise mit
,Ergreifen, Erfassen, Festhalten, Anhaften‘, wiedergegeben.2 Seine zweite Bedeutung ist jene
von ,Brennstoff‘. Keine der obigen deutschen Übertragungen kann dieser Doppelbedeutung
gerecht werden und es ist auf den ersten Blick auch nicht einleuchtend, wie diese unter
einen Hut zu bringen sind. Ein Schlüssel zur Ergründung dieser zwei Bedeutungen von
,Brennstoff‘ und ,Ergreifen‘ mag in einer Textstelle3 zu finden sein, wo der Buddha davon
spricht, daß, so wie Feuer von Brennstoff abhängt, auch Wiedergeburt von upàdàna abhängt.
Der Analogie liegt das Verhalten einer Flamme zugrunde. Stellen wir uns ein flammendes
Holzscheit vor: solange das Scheit der Flamme Brennstoff bietet, erfaßt diese nach und nach das
ganze Scheit. Bei jedem Luftzug scheint sich die Flamme zudem förmlich an ihrem Scheit
festzuhalten, in dem Maße, wie ihr dieses Brennstoff bietet. Aus dieser Analogie heraus wäre
upàdàna also als jene Kraft zu verstehen, die sowohl die Flamme nährt als auch jene, mit der
sich diese Flamme an ihren Brennstoff klammert. -
Klar ist, dass bereits das - von Begehren/Tanha ausgelöste -
Ergreifen unheilsam ist, insofern vertieft Festhalten es noch.
Gibt es nicht auch ein Ergreifen, das nicht von Begehren/Tanha ausgelöst ist ?
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Klar ist, dass bereits das - von Begehren/Tanha ausgelöste -
Ergreifen unheilsam ist, insofern vertieft Festhalten es noch.
Gibt es nicht auch ein Ergreifen, das nicht von Begehren/Tanha ausgelöst ist ?
Selbstverständlich nicht, was für eine Idee.
Buddhisten haben noch niemals davon gehört, dass man Nahrung, Atem, Wasser und Meditation ergreifen muss, um es zu tun.
Eigentlich wundert mich, das Buddhisten überhaupt überleben, wenn sie doch angeblich niemals ergreifen oder es vernichten wollen. Keine Satire.
Das liegt daran, dass sie am Nichtergreifen festhalten, ohne dass es ihnen bewusst wird.
Ja, sie klammern sich an Interpretationen der einen Lehre, als ob ihr Leben davon abhängt, wenn sie einen Blitz der Eine erkennen sollten. -
Gibt es nicht auch ein Ergreifen, das nicht von Begehren/Tanha ausgelöst ist ?
Nein, nicht gemäß der Lehre Buddhas, weil das "Ergreifen" /Upadana eben nicht als "neutrales Tun", sondern als von Begehren gespeistes "Anhaften" begriffen wird.
Ja, es gibt in der Lehre Buddhas auch das "reine" Handeln ohne Begehren, dies gilt aber aus obengenanntem Grund nicht als "Ergreifen"/Upadana (im buddhist. Sinne).
Beispiel:
Der Buddha ging täglich "um Almosen", diese nahm er an, ohne zu "ergreifen", d.h. da lag weder Begehren, noch Anhaftung vor, nur achtsames Essen, lediglich zum Zweck, den Körper zu erhalten.
Atmen (ist eh ein Reflex, also quasi automatisiert), essen, meditieren,...usw. werden erst durch Danach-Begehren/Gieren zu Ergreifen, Festhalten und "Brennstoff". Z.B.
- Das Begehren eines freien Atems bedingt Ergreifen und dadurch Leiden, etwa, wenn dieser durch eine Erkrankung eingeschränkt ist.
-Beim Essen könnte dementsprechend dieses "Tun mit Ergreifen" so aussehen:
-> Essen als Mittel zur Kompensation, als Status, Kleben an Geschmack und Menge,..
Entscheidend ist dabei immer das Ich- und Mein-Machen, die Identifikation....
Ach ja, und dann gibt es ja noch das sogenannte "WEISE Begehren" - kusala chanda- nämlich das Streben nach Befreiung und der Wunsch, anderen (Wesen) zu helfen, das sollte aber auch nicht in Tanha "kippen" und ergriffen werden (z.B. durch Identifikation als "edler, mitfühlender Mensch")....
Liebe Grüße, Anna