1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Der Buddha als Mensch?

  • Igor07
  • 23. Februar 2026 um 19:00
  • Zum letzten Beitrag
  • Samadhi1876
    Reaktionen
    721
    Punkte
    4.741
    Beiträge
    793
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 16. März 2026 um 22:13
    • #76

    „Und was es bedeutet, wenn der Mensch dem Tod gerade ins Gesicht sieht?

    Nur der, denke ich, der das aushalten kann, ist imstande, die Lehre zu verstehen“


    Beim Tod denkt man selbst meist an das große Ungewisse was danach kommt. Niemand möchte auch gerne Schmerzen leiden beim Sterben. Oder seine Liebsten vorzeitig verlassen.


    Und die liebsten möchte nicht das man vorher schon geht.


    Somit ist das endgültige Sterben des Körpers (denn der Körper altert ja bereits seit Geburt schon dem Sterben hin) auch immer mit Gefühlen verbunden. Im Totenbuch der Tibeter gibt es auch ein Kapitel zur Begleitung Sterbender (s.a. kübler Ross glaube ich).


    Meist ist es eher ein geistiger Kampf gegen das Sterben.


    Aber diesen geistigen Kampf kann man bereits zu Lebzeiten lernen umzuwandeln in völlige Hingabe und Vertrauen.


    Und Aufheben der Dualität…


    Sich wieder Eins zu fühlen mit dem ganzen Universum:


    Denn wo so soll man sonst auch sein, vor Geburt, während des Lebens, nach dem Sterben…

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 17. März 2026 um 02:41
    • #77
    Samadhi1876:

    Beim Tod denkt man selbst meist an das große Ungewisse was danach kommt. Niemand möchte auch gerne Schmerzen leiden beim Sterben. Oder seine Liebsten vorzeitig verlassen.

    Nein, wie ich es verstehe, es geht um das, was der Buddha im Pali-Kanon sagt: Man sollte so praktizieren, als ob dieser Atemzug mein letzter wäre, genau dieser Augenblick. Über das Leben danach, im Sinne von dem Buch der Tibeter, wäre das eine andere Einstellung.

    Gerade deswegen sagt Nanavira, dass diese Wiedergeburt, wie auch das Leben danach, keine Rolle mehr spielt. Bei solcher verinnerlichten Grund-stimmung ist der Mensch bereit, der Lehre zu folgen, aber nicht darüber zu viel zu grübeln.

    Interessant finde ich, wie kalt und ohne Rücksicht auf irgendwelche Schmerzen, seelische oder körperliche, Nanavira den Selbstmord begangen hat. Nur zwei Tage davor hatte er einen sehr klugen und raffinierten Brief geschrieben.

    Memento mori bedeutet, jetzt zu sterben, bereit zu sein. Das wussten schon alle Stoiker.

    Danke für deine Kommentare._()_


    Zitat

    Der Ausdruck Memento mori ist ein Symbol der Vergänglichkeit (Vanitas) aus dem antiken Rom, das bis heute verwendet wird. Er entstammt dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „Sei dir der Sterblichkeit bewusst“ oder „Bedenke, dass du sterben musst“.[1]

    Wikipedia.


    So:


    Zitat

    Von demjenigen Mönche aber, der die Betrachtung über den Tod übt, indem er denkt: 'Ach, daß es mir doch vergönnt sei, solange am Leben zu bleiben, wie das Zusammenballen und Hinunterschlucken von einem einzigen Bissen Reis dauert! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!'

    -Oder der denkt: 'Ach, daß es mir doch vergönnt sei, noch während der Zeitspanne am Leben zu bleiben, die zwischen einer Ein- und Ausatmung oder einer Aus- und Einatmung liegt! Ich möchte des Erhabenen Weisung noch überdenken. Viel, wahrlich, könnte ich dann noch erwirken!'-

    Von einem solchen Mönche sagt man, ihr Mönche, daß er vollen Ernstes lebt und eifrig die Betrachtung über den Tod übt, um der Triebe Versiegung zu erreichen.

    Darum, ihr Mönche, habt ihr danach zu streben: 'Vollen Ernstes wollen wir leben und eifrig die Betrachtung über den Tod üben, um der Triebe Versiegung zu erreichen!' Das, ihr Mönche, sei euer Streben!"

    A.VIII.73 Die Betrachtung über den Tod I - 3. Paṭhama-maraṇassati Sutta


    P.S. Das sollte nicht so missverstanden werden, dass ich für den Selbstmord plädiere oder ihn gutheiße.


    void


    Ich bitte, den ganzen Faden in den Theravada-Bereich zu verschieben. Danke._()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (17. März 2026 um 03:00)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 17. März 2026 um 11:48
    • #78

    Kurz wollte ich meinen ersten Eindruck schildern, was das verlinkte Buch betrifft. Der Autor hatte eine sehr schwere Kindheit, war von den Eltern weggeschmissen und nur auf sich selbst gestellt. Er war wie ein Drogendealer, auch Türvorsteher in etwa Diskotheken zweifelhafter Milieus, kam kaum dem Knast entfliehen, wo überall Zuhälter oder reine kriminelle Banden das Sagen haben. Es war mir sogar schmerzhaft, das zu lesen, denn der tief sitzende Wunsch, dass etwas Grundlegendes im Leben nicht stimmt, war wie diese treibende Kraft, die bei uns allen, scheint mir, anwesend zu sein scheint; so wie im Keim tragen wir das Potenzial zur Erwachung, was Mahayana später als Buddha-Natur etikettierte, im Theravada spricht man hier über den leuchtenden Geist, dazu gibt es sehr schöne und tolle Abhandlungen von Bhikkhu Anālayo.
    Also, der Autor war zuerst das erste Mal in Bangkok, aber dann, nach allem, was mit ihm passierte, hatte er alles hinter sich gelassen, um Mönch im Zentrum von Ajahn Chah zu werden.
    Abschließend wollte ich hier bemerken, dass die Kapitel, wo es um das Persönliche geht, abwechseln mit dem Leben des historischen Buddha, was ich sehr spannend finde.
    Morgen kommt das Buch, dann würde ich weiter etwas schreiben, hoffe ich. Für alle Theravada kann ich das Buch aber jetzt herzlich empfehlen, dazu geht es um die Waldklostertradition, die ich enorm schätze, wie auch Kay Zumwinkel (Mettiko Bhikkhu).

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.775
    Punkte
    11.828
    Beiträge
    1.772
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 17. März 2026 um 16:55
    • #79

    Vielen Dank, lieber Helmut , für deinen erhellenden Beitrag, der etwas Ordnung und Klarheit im Wirrwarr der Begriffe schafft. _()_

    Helmut:

    Mit dem Begriff der Person grenzen wir uns als Menschen von den anderen Phänomen, die keine Menschen sind.

    Eine sprachliche Abgrenzung - z.B. von Tieren - ....

    Es geht somit bei dieser Bezeichnung nicht um ein festes, unveränderliches, unbedingtes Selbst, bzw. eine "Persönlichkeit".

    Helmut:

    Mit dem Begriff Individuum betonen wir die Person als Einzelwesen mit ihren besonderen Qualitäten und Tugenden

    Da könnte man beim Buddha eben konstatieren, dass er eine Person (und entsprechend auch ein Individuum) mit außergewöhnlichen Veranlagungen, Begabungen und Tugenden war.

    Helmut:

    Jeder Mensch ist gleichzeitig eine Person als auch ein Individuum. Beide Begriffe betonen nur verschiedene Aspekte des Menschen und stehen nicht in irgendeinem Gegensatz zueinander.

    So verstehe ich das auch.

    Helmut:

    Meines Erachtens ist es deshalb nicht angemessen,

    den Begriff der Person Paramatthasacca und

    den Begriff des Individuums Voharasacca zuzuordnen.

    _()_ Ja, so eine trennende Zuordnung der beiden Begriffe macht auch in meinen Augen keinen Sinn.


    ----


    Lieber Igor07 ,

    Igor07:

    Ñāṇavīra verspottet regelrecht diese sogenannte absolute Ebene, denn sie existiert einfach nicht.

    ich denke, man sollte vielleicht besser, wie es Helmut empfahl, von der "Wahrheit im höchsten Sinne" sprechen?

    Woher "wusste" Bhikkhu Nanavira Thera, dass diese nicht existiert?


    Bei Wikipedia las ich über Bhikkhu Nanavira Thera u.a. Folgendes:

    Zitat

    Am 5. Juli 1965 beendete Nanavira Thera durch Suizid sein Leben. Vorher hatte er bereits mindestens einen Selbstmordversuch unternommen (1962).

    Er war gerade mal 45 Jahre jung und als Begründung für den Suizid gab er in seinem Abschiedsbrief seine schlechte gesundheitliche Verfassung an...

    Zitat

    Für Nanavira war ein Leben, welches keine Fortschritte im Dhamma mehr ermöglichte, wertlos.

    Das klingt nicht nur nach hartem Urteil sich selbst gegenüber, sondern auch nach starker (ev. übermäßiger?) Anhaftung an seiner Art der Dharmapraxis - mutmaßlich u.a. sowohl bedingt durch depressive Gemütsverfassung, als auch durch sein starkes körperliches Leid.


    Bei allem Mitgefühl und Respekt vor seiner überragenden Lebensleistung/seinen Verdiensten, widerstrebt es mir irgendwie, diesen Menschen (obwohl -nach eigenem Dafürhalten- ein "Sotapanna") als "Orientierungshilfe auf dem Pfad" zu sehen...:?:shrug:


    Seine Ansichten und (Um-) Interpretationen vieler Suttas im Palikanon, die er in dem von dir empfohlenen Buch veröffentlichte, müssen davon ja nicht berührt sein - auch Arthur Schopenhauer verwies, bzgl. seiner "menschlichen Schwächen", darauf, dass man ihn an "seiner Philosophie, seinem Werk, messen" solle, nicht an seiner Person und seiner Lebensweise...


    Werde also mal in die "Notizen zu Dhamma" reinlesen..._()_:)


    Zurück zum Thread-Thema:

    Igor07:

    1*. Der Buddha war der reale Mensch, so sehe ich das.

    2*. Er hatte Fehler gemacht, und er konnte auch „betrübt“ sowie „angewidert“ werden.


    (*Die Nummern sind eine Hinzufügung von mir, um gezielter auf die Aussagen eingehen zu können.)

    1. Ein realer Mensch, der allerdings in der Lage war, sich selbst von "Befleckungen" und nachfolgenden Leiden zu befreien, ja.


    2. "Fehler" liegen m.E. oft im Auge des (späteren) Betrachters und resultieren letztendlich häufig aus Ursachen, die nicht direkt mit dem Dhamma zu tun haben.


    Die Frage, ob der Buddha als (erwachter, erleuchteter, befreiter) Mensch noch Emotionen wie "Betrübtsein", "Angewidertsein" hatte/erlebte, würde ich deshalb verneinen, weil es sich um aversive Emotionen (aus dem "Hass"-Bereich) handelt und der Buddha - per definitionem - von allen unheilsamen Geisteszuständen befreit war.


    Es ist demnach nicht nur die Nicht-Identifikation, die jenes Aufhören leidhafter Geisteszustände bewirkt, sondern bestimmte Emotionen kommen nicht mehr auf, wenn ihre

    Wurzeln abgeschnitten/entwurzelt wurden.


    Die Kette von Kontakt-Gefühl-Begehren/Tanha-Ergreifen/Anhaften

    ist beim Erwachten durchtrennt.

    (Gefühle, also "angenehm", "unangenehm", "neutral",

    treten - als Folge von Sinnesreizen - u.U. auf,

    werden aber nicht mehr "weitergeführt" hin zu Begehren/Aversion, Festhalten,...)


    Was allerdings weiterhin beim Buddha vorhanden war, sind heilsame Geisteszustände

    (lieb. Güte/Metta, Mitgefühl/Karuna, Gleichmut/Upekkha, Achtsamkeit/Sati, Weisheit,..- diese natürlich ohne Identifizieren, Anhaftung, "Ich-Machen")


    Nachfolgend einige Zitate aus dem Palikanon, welche diese Einschätzung m.M.n unterstützen:

    Zitat

    A.VI.63 - Nibbedhika Sutta


    ....Was aber ist das Ergebnis der Gefühle?

    Diese oder jene Art der Daseinsform, die man als ein Fühlender zum Entstehen bringt, sei es eine verdienstvolle, sei es eine schuldvolle.

    Das, ihr Mönche, nennt man das Ergebnis der Gefühle. -


    Was aber ist die Aufhebung der Gefühle? In der Aufhebung des Sinneneindrucks, ihr Mönche, besteht die Aufhebung der Gefühle. -


    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung der Gefühle führende Weg, nämlich: Rechte Erkenntnis . . .


    Insofern nun, ihr Mönche, der edle Jünger solcherart die Gefühle erkennt, sowie ihre bedingte Entstehung, ihre Verschiedenartigkeit, ihr Ergebnis, ihre Aufhebung und den zu ihrer Aufhebung führenden Weg, insofern kennt er diesen durchdringenden Heiligen Wandel, die Aufhebung der Gefühle. Wurde also gesagt, daß man die Gefühle zu erkennen hat . . ., so wurde es eben deshalb gesagt.


    https://www.palikanon.com/angutt/a06_061-064.html#a_vi63

    Alles anzeigen
    Zitat

    S.12.23. Voraussetzung - 3. Upanisa Sutta


    ...2. "Bei dem Wissenden, behaupte ich, ihr Bhikkhus, bei dem Schauenden tritt die Vernichtung der weltlichen Einflüsse [63] ein, nicht bei dem Nichtwissenden, Nichtschauenden.


    3. Was aber, ihr Bhikkhus, muß man wissen, was muß man schauen, damit Vernichtung der weltlichen Einflüsse eintritt? -


    So ist Form, so der Form Ursprung, so der Form Untergang; so ist Empfindung usw. -; so ist Wahrnehmung usw. -; so sind die Gestaltungen usw. -; so ist Bewußtsein, so des Bewußtseins Ursprung, so des Bewußtseins Untergang.


    Das, ihr Bhikkhus, muß man wissen, das muß man schauen, damit Vernichtung der weltlichen Einflüsse eintritt. ....

    Alles anzeigen
    Zitat

    S.12.23. Voraussetzung - 3. Upanisa Sutta


    ...19. Welches ist aber, ihr Bhikkhus, für das Erfassen die Voraussetzung?

    Der Durst, muß man hierauf erwidern.

    Aber auch der Durst, behaupte ich, ihr Bhikkhus, hat seine Voraussetzung, ist nicht ohne Voraussetzung.


    20. Welches ist aber, ihr Bhikkhus, für den Durst die Voraussetzung?

    Die Empfindung, muß man hierauf erwidern.

    Aber auch die Empfindung, behaupte ich, ihr Bhikkhus, hat ihre Voraussetzung, ist nicht ohne Voraussetzung.


    21. Welches ist aber, ihr Bhikkhus, für die Empfindung die Voraussetzung?

    Die Berührung, muß man hierauf erwidern. Aber auch die Berührung, behaupte ich, ihr Bhikkhus, hat ihre Voraussetzung, ist nicht ohne Voraussetzung.

    ......


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam12_30.html#s12_23

    Alles anzeigen


    Zitat

    S.36.6 Durch einen Pfeil - 6. Salla Sutta

    ....Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein Mann von einem Pfeil angeschossen würde, aber kein zweiter Pfeil würde nach ihm geschossen.

    Dieser Mensch, ihr Mönche, wird also nur das Gefühl von e i n e m Pfeil empfinden.


    Ebenso nun auch, ihr Mönche,

    wenn der belehrte edle Jünger von einem Wehgefühl getroffen wird,

    dann ist er nicht traurig, beklommen, jammert nicht, schlägt sich nicht stöhnend an die Brust, gerät nicht in Verwirrung:


    Nur EIN Gefühl empfindet er, ein körperliches, kein gemüthaftes.


    Ist er von einem Wehgefühl getroffen worden, da leistet er keinen Widerstand.

    Dann wird in ihm, der dem Wehgefühl keinen Widerstand leistet, beim Wehgefühl kein Hang zum Widerstand angelegt.

    Wird er nun von einem Wehgefühl getroffen, so genießt er nicht das Sinnenwohl. Und warum?


    Es kennt ja der erfahrene edle Jünger, ihr Mönche, eine andere Entrinnung vor dem Wehgefühl als sinnliches Wohl.

    Dann wird in ihm, der Sinnenwohl nicht genießt, kein Hang zum Reiz angelegt.

    Er kennt ja der Wirklichkeit gemäß der Gefühle Aufgang und Untergang, Labsal, Elend und Entrinnung.


    Und weil er der Gefühle Aufgang und Untergang, Labsal, Elend und Entrinnung der Wirklichkeit gemäß kennt, wird von ihm beim Weder-wehe-noch-wohl-Gefühl kein Hang zum Unwissen angelegt.


    Fühlt er nun ein Wohlgefühl, so fühlt er es als Entfesselter;

    fühlt er ein Wehgefühl, so fühlt er es als Entfesselter;

    fühlt er ein Weder-weh-noch-wohl-Gefühl, so fühlt er es als Entfesselter.

    Den nennt man, ihr Mönche, einen edlen Jünger:


    Entfesselt ist er von Geburt, Altern und Sterben, von Trauer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Entfesselt ist er, sag' ich, vom Leiden.


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam36.html#s36_6

    Alles anzeigen

    Der Buddha wurde quasi von einem psychischen Pfeil getroffen, als er erleben musste, wie die Mönche von Kosambi sich stritten (siehe Zitat aus MN128 im Beitrag #35) . (der 1. Pfeil).


    Er versuchte vergeblich

    (ein Zeichen für seine menschliche "Ohnmacht" in diesem Moment!), den Streit zu schlichten und ging - nachdem er noch einige Verse zur Sache verkündet hatte - seiner Wege.

    (KEIN 2. Pfeil)!


    IMHO ohne Betrübnis, ohne Angewidertsein - diese Zuschreibung von Emotionen könnte von den Autoren des Palikanons möglicherweise (wenn es kein Übersetzungsfehler war) aus ihrer Empathie heraus oder ev. auch aus didaktischen Gründen erfolgt sein....? :?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    PS: Man beachte den Unterschied zwischen

    Gefühlen (Vedana)

    (angenehm, unangenehm, neutral) und

    Emotionen (weiterentwickelte, komplexere Geisteszustände, die durch körperliche Reaktionen, Bewertungen, Erinnerungen, Vorstellungen z.B. Wut, Zorn, Eifersucht, ...etc. erzeugen) im Buddhismus!


    PPS.: Sorry für den langen Beitrag....:shrug:;)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 17. März 2026 um 17:31
    • #80
    Anna Panna-Sati:

    Bei Wikipedia las ich über Bhikkhu Nanavira Thera u.a. Folgendes:

    Anna Panna-Sati:

    Er war gerade mal 45 Jahre jung und als Begründung für den Suizid gab er in seinem Abschiedsbrief seine schlechte gesundheitliche Verfassung an...

    Liebe Anna Panna-Sati ,

    da würde ich nicht weiter diskutieren, wenn man das buddhistische Wissen aus Wikipedia schöpft. Warum Kay Zumwinkel dasselbe wie Nanavira wiederholt, fast eins zu eins, bleibt jedem überlassen, der selbständig liest und darüber nachdenkt. Mehr kann ich hier nicht hinzufügen._()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Matthie
    Reaktionen
    43
    Punkte
    178
    Beiträge
    26
    Mitglied seit
    27. Februar 2026
    • 17. März 2026 um 18:13
    • #81

    Der Buddha als Mensch …. eine hitzige Diskussion.

    Meine Wurzeln liegen ja aus banalen Gründen (Kind des Westens) eher im Christentum. Daher weiß Ich das Religionswissenschaftler zwischen dem realen Jesus und den mystischen Jesus unterscheiden. Der reale Jesus kann historisch nachgewiesen werden und beschreibt Jesus als Menschen mit realen Fakten.Um den mystischen Jesus ragen sich alle möglichen Geschichten, dessen Wahrheitsgehalt leider nicht überprüft werden kann. Wer einmal mitbekommen hat wie Gerüchte entstehen, weiß wie schnell sich manche Geschichten verändern.


    Meine Frage an dieses Forum wäre, ob es auch im Buddhismus diese Religionswissenschaftliche Betrachtung des Buddha gibt ?


    Ich denke mir es sind ja alles nur Wörter. Beschreibt das Wort Mensch den Buddha oder Jesus richtig.? Hm … Heiliger,Erleuchteter, besser Erwachter ? Ja denke schon. Göttlich ?

    Alles Worte die nur versuchen etwas zu beschreiben, das nur schwer beschreibbar ist.Ist es ketzerisch zu sagen die Buddhanatur ist etwas ähnliches wie das göttliche Prinzip ?


    Tatsache ist das die Wirkung des Buddhas wie auch von Jesus riesig sind und über 2000 Jahre enorme Auswirkungen haben.

    Eigentlich egal ob als reale Menschen oder vermystifizierte Figuren .

    Ich glaube das beide Menschen mit Fehlern waren. Und doch finde Ich Jesus als Gottes Sohn zu betrachten (vielleicht Sohn des Göttlichen ) und Buddha als Inbegriff des Erwachten

    ( vielleicht auch nur Verwirklicher der Buddhanatur ) sehr passend.


    Ich fühle mich schon sehr lange dem Zen hingezogen. Kann aber meine Wurzeln nicht leugnen. Deshalb versuche Ich es auf diese Weise zu verstehen und zu übersetzen.

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 17. März 2026 um 18:40
    • #82
    Anna Panna-Sati:

    Die Kette von Kontakt-Gefühl-Begehren/Tanha-Ergreifen/Anhaften

    ist beim Erwachten durchtrennt.

    (Gefühle, also "angenehm", "unangenehm", "neutral",

    treten - als Folge von Sinnesreizen - u.U. auf,

    werden aber nicht mehr "weitergeführt" hin zu Begehren/Aversion, Festhalten,...)

    Ich wollte hier ein wenig über Pali-Begriffe sagen. Vedana bedeutet auch die Empfindung, so auch die Emotion, und kann auch als Gefühl übersetzt werden.
    Die Sache mit dem ersten Pfeil kann man aus dem sehr guten Buch des rein säkularen Zen-Buddhisten Christian Dillo „Der tiefe Wunsch nach Lebendigkeit“ erklären, und zwar auf reinem Deutsch, also ohne Übersetzungen.

    Der erste Pfeil ist dann der Schmerz, das ist einfach unvermeidlich, sowohl körperlich als auch seelisch.
    Aber unsere Reaktion darauf ist dann dieser zweite Pfeil.

    Dazu benutzt der Autor eine sehr klare Formel, die für alle möglichen Fälle verwendbar bleibt.
    Und zwar:
    Leiden = Schmerz × Widerstand
    Leiden = Wohlgefühl × Anhaftung

    Und insgesamt wird es:
    Leiden = gefühlte Intensität × Reaktivität.

    So kann der Buddha wie "ärgerlich" so auch" angewidert "sein, denn er kann sein eigenes Verhalten beeinflussen, klar, in dem möglichen Rahmen.


    Zitat

    »Der tiefe Wunsch nach Lebendigkeit ist ein wagemutiges und atemberaubendes Buch. Christian Dillo dekonstruiert und rekonstruiert den Buddhismus auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrung, seiner Praxis mit buddhistischen Lehrern und seiner Kenntnis der westlichen Phänomenologie und Psychologie.« Norman Fischer, Zen-Meister

    Der tiefe Wunsch nach Lebendigkeit Ein buddhistischer Wegweiser für das 21. Jahrhundert

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 17. März 2026 um 22:30
    • #83
    Matthie:

    Meine Frage an dieses Forum wäre, ob es auch im Buddhismus diese Religionswissenschaftliche Betrachtung des Buddha gibt ?


    Ich denke mir es sind ja alles nur Wörter.

    Danke für den Beitrag. Klar, ich habe auch zigmal schon Professor Michael Zimmermann zitiert und verlinkt, der ohne Umschweife sagt, dass alles, was im Pali-Kanon steht, eigentlich Interpretationssache ist, aber keine endgültige Wahrheit in letzter Instanz.

    Aber warum brauchen die Menschen Märchen? Ich denke, es ist diese Furcht vor der Freiheit, um Erich Fromm zu erinnern. Die Furcht vor der FreiheitEntweder das Brot und Show, wie im alten Rom, oder das Leben, wie es ist, das Abenteuer, das Tod-sicher ist, und man bekommt keine Garantie.

    Wenn der Buddha ein Mensch war, dann hat er sehr viele Mönche echt verflucht, und das sollte ohne irgendwelche Emotionen vonstattengehen?

    Sollte sich der lebendige Mensch dann selbst transzendieren, also was bleibt dann übrig?

    Wenn der lebendige Mensch alles in sich abtötet, soll das dann als Gelassenheit und Gleichmut gelten?

    Da habe ich dann berechtigte Zweifel.

    Und darum geht es mir hier. Ich wollte den echten lebendigen Menschen rekonstruieren, aber keinen Gott, da haben wir schon genug.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 19. März 2026 um 19:09
    • #84

    Ich wollte kurz meinen ersten Eindruck von dem Buch über die Katze ausdrücken.
    Was mich wirklich erschüttert hatte, war die innere Atmosphäre oder das Klima in den Klöstern dort in Thailand. Die Schlägerei zwischen den Mönchen, die Erniedrigung der Tiere, die Äbte mischen sich einfach nicht ein, und das ist, nehme ich an, nur die Spitze des Eisbergs.
    Der Buddha hat im Pali-Kanon bestimmt recht gehabt, als er sagte, seid ihr selbst die eigene Leuchte, denn im realen Leben lässt die Sangha viel zu wünschen übrig.
    Aber alle grundlegenden Begriffe im Theravada sind so prägnant und klar erklärt, dass ich es schon viele Male einlesen würde. Für die beste Orientierung ist, wie ich finde, die Übersetzung dieses Autors von Buddhadhamma das Beste, was ich überhaupt gelesen habe.
    Ich verlinke das englische Original noch.


    https://buddhadhamma.com/books/book-file/Buddhadhamma.pdf

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 20. März 2026 um 12:31
    • #85

    Das ist eine sehr spannende Szene im Buch, über die ich kurz sprechen wollte. Nach dem Erwachen des Buddha trifft er Upaka, der ein Asket war. Diese Stelle gilt in vielen Übersetzungen als gesichert, merkt der Autor.
    Na gut, dann sagt dieser Upaka, wie der Buddha auf ihn wirkt, also er ist verdammt beeindruckt, so kann man es hier verstehen, nicht anders. Das war die echte innere Ausstrahlung in der Gestalt des Erwachten, und klar, es gibt solche Leute, die so auf uns wirken, dass wir ihnen sofort vertrauen.
    Ha, aber wie geht es weiter?
    Der Buddha erklärt einfach, dass er keinen Lehrer hatte und dass er erwacht ist. Und so weiter.
    Hier kommt aber die überraschende Wendung, die auf mich total bestechend wirkt.
    Denn dieser Upaka sagt einfach: „Ach, so kann das sein“, und geht einfach weiter, also seinen eigenen Weg.
    Auf der Seite 156 im Buch zitiert der Autor dazu die Meinung von Ajahn Sumedho:

    Zitat

    "Ich bezeichne dies gerne als seine erste Predigt. Sie war ein Fehlschlag, weil sein Gegenüber dachte, der Buddha habe zu hart praktiziert und überschätze sich selbst. Wenn jemand diese Worte zu uns sagen würde, würden wir sicherlich ähnlich reagieren. Wie hätten Sie getan, wenn ich gesagt hätte: ‚Ich bin der vollkommene Erleuchtete?‘"

    Ha, und das war die erste Predigt eigentlich. Keine Gottheit hatte sich eingegriffen, nicht absolut passierte.
    Verdammt interessant, wenn ich darüber nachdenke.
    Was würde den Buddha erwarten, wenn er heute in der modernen Welt die ganze Lehre darstellen würde?
    Kann sein, er könnte auch als geistgestörte Person einfach in der Klappmühle eingesperrt sein, wie dazu sehr treffend woanders Thanissaro Bhikkhu schreibt.
    Tja, das Lesen solcher Passagen kann sehr viel geben, wenn man darüber echt kontempliert, finde ich.:?

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
    Reaktionen
    2.889
    Punkte
    20.344
    Beiträge
    3.444
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 20. März 2026 um 12:32
    • #86

    Er hätte die erste Rede vielleicht mal ganz selbst lesen sollen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.775
    Punkte
    11.828
    Beiträge
    1.772
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 20. März 2026 um 14:40
    • #87
    Igor07:

    da würde ich nicht weiter diskutieren, wenn man das buddhistische Wissen aus Wikipedia schöpft.

    Lieber Igor07 , ich habe lediglich das biographische Wissen über Bhikkhu Nanavira Thera aus Wikipedia zitiert, was ja bezüglich Wahrheitsgehalt leicht zu überprüfen ist.

    Die Anmerkung, dass mir dieser Lehrer aus den skizzierten Gründen, als "Orientierungshilfe auf dem Pfad", eher suspekt wäre, bedauere ich, weil sie überflüssig war und vielleicht sogar als kränkend empfunden werden könnte, sorry. :shrug:

    Igor07:

    Der Buddha erklärt einfach, dass er keinen Lehrer hatte und dass er erwacht ist. Und so weiter.

    Aber WIE er das erklärt.....:

    Zitat

    „Allüberwinder bin ich und allwissend,
    in allen Dingen unbeschmutzt.
    Hab alles aufgegeben, befreit durch Durstvernichtung.
    Erkannte selbst. Nach wem sollte ich mich richten? [33] 


    Für mich gibt es keinen Lehrer.
    Keiner gleicht mir.
    Einschließlich der Götterwelt,
    gibt’s keinen mir Ebenbürtigen.


    Ich bin der Heilige in der Welt.
    Ich bin der unübertroffene Meister.
    Ich bin der einzige vollkommen Erwachte.
    Kalt geworden bin ich, erloschen.

    .......

    https://www.palikanon.com/vinaya/1-mvg/m…-06.html#mv01_6

    Alles anzeigen

    .....wirkt etwas überheblich, zumindest auf "Weltlinge" (Puthujjanas), die vermutlich bestimmte Vorstellungen vom Benehmen eines Erleuchteten in sich tragen, z.B. ein - bei aller Weisheit - bescheidenes Auftreten. :?

    Igor07:

    Hier kommt aber die überraschende Wendung, die auf mich total bestechend wirkt.
    Denn dieser Upaka sagt einfach: „Ach, so kann das sein“, und geht einfach weiter, also seinen eigenen Weg.

    :erleichtert: Diese Stelle beeindruckt mich auch immer wieder, weil hier der Asket Upaka ruhig und abgeklärt, gewissermaßen "weiser", erscheint, als der Buddha in diesem Moment....


    Der Tonfall, mit dem obige Verse vom Buddha gesprochen wurden, wäre natürlich aufschlussreich: "Löwen-Ruf"-ähnlich - mit Triumph - deklamiert, ruhig dahingesagt oder etwas dazwischen? (Leider ist das nicht überliefert...;))


    Jedenfalls steht wohl fest, dass Upakas erster Eindruck vom Buddha nicht dazu reichte, dass er sich dem Buddha anschließen und von ihm belehrt werden wollte...:shrug:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.775
    Punkte
    11.828
    Beiträge
    1.772
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 20. März 2026 um 16:56
    • #88
    Igor07:

    Die orthodoxe Einstellung ist eindimensional und auch irreführend:


    Der Buddha sollte keine menschlichen Emotionen haben, und es wäre besser, da oben im Gleichmut hinter allem zu stehen und zu beherrschen.

    Lieber Igor07 ,


    vor kurzem bin ich auf ein YouTube - Video gestoßen, das mir insofern zum Thema passend erscheint, als es die gleichmütige Haltung eines theravadischen Abtes/Lehrers gegenüber seinem - gerade sehr emotionalen - Schüler zeigt.


    Beim Schüler handelt sich um den Ven. Bhikkhu Pannakara, der in den USA durch den von ihm initiierten "Walk for Peace", zusammen mit vielen anderen Mönchen sehr bekannt wurde.

    (siehe folgenden Thread im Buddhaland:

    Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA)


    Das Video zeigt den Empfang/die Feier am Heimattempel, wo Ven. Bhikkhu Pannakara eine emotionale Ansprache hält, sich schließlich etwa ab Minute 2.00 vor seinem Lehrer niederwirft, unter Tränen bedankt und seine Hoffnung ausdrückt, ihn nicht enttäuscht zu haben...usw, .


    Der Abt bleibt - dem Anschein nach - völlig ungerührt sitzen, sein Gesicht strahlt Ruhe und Gleichmut aus. Ab etwa Minute 4:47 wendet er sich mit kurzem Lächeln dem Bhikkhu zu und tätschelt ihn etwas an der Schulter....

    (Ich musste irgendwie an Buddha und Ananda denken....so in etwa stelle ich mir Buddhas Reaktion auf Anandas Trauer um Sariputta oder auch den Buddha selbst vor, als dieser seinen baldigen Tod/Eintritt ins Parinibbana ankündigte.)


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Der Text unter dem Video erklärt das Verhalten des Abtes, weil dieses die anwesenden Amerikaner irritierte ("Warum umarmte er Ven. Bhikkhu Pannakara nicht?!")

    Zitat

    In der klösterlichen Tradition des Theravāda sind Zuneigungsbekundungen von Disziplin und Zurückhaltung geprägt.

    Das bedeutet nicht, dass zwischen Lehrer und Schüler keine Liebe besteht. Im Gegenteil, die Verbindung kann sehr tief sein.

    Diese Liebe drückt sich jedoch eher durch Beständigkeit, Anleitung und Präsenz aus als durch körperliche Berührungen.


    Mönche leben nach dem Vinaya, dem klösterlichen Kodex, der das Verhalten regelt. Zwar ist eine kurze Umarmung zwischen Mönchen nicht in jeder Situation kategorisch verboten, doch werden öffentliche Bekundungen körperlicher Zuneigung im Allgemeinen vermieden. Die Ausbildung legt Wert auf Gelassenheit, Würde und Losgelöstheit. Selbst in Momenten starker Emotionen wird ein Mönch dazu angehalten, ausgeglichen und zentriert zu bleiben.


    Für viele in der westlichen Kultur steht eine Umarmung für Trost und Geborgenheit.

    In der Theravāda-Kultur hat ruhige Präsenz oft dieselbe Bedeutung.

    Wenn ein Lehrer still dastellt, während sich ein Schüler verbeugt und weint, ist das keine Gleichgültigkeit.

    Es ist eine stille Form der Unterstützung.

    Der Lehrer verkörpert Upekkhā – Gleichmut – und ermöglicht es dem Schüler, die Tiefe von Dankbarkeit, Loslassen und Demut zu erfahren, ohne diesen Moment zu unterbrechen.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 20. März 2026 um 17:24
    • #89
    Anna Panna-Sati:

    Der Abt bleibt - dem Anschein nach - völlig ungerührt sitzen, sein Gesicht strahlt Ruhe und Gleichmut aus. Ab etwa Minute 4:47 wendet er sich mit kurzem Lächeln dem Bhikkhu zu und tätschelt ihn etwas an der Schulter....

    (Ich musste irgendwie an Buddha und Ananda denken....so in etwa stelle ich mir Buddhas Reaktion auf Anandas Trauer um Sariputta oder auch den Buddha selbst vor, als dieser seinen baldigen Tod/Eintritt ins Parinibbana ankündigte.)

    Na ja, liebe Anna Panna-Sati was der Autor des Buches über die Äbte dort schreibt, hat nichts mit der Gelassenheit zu tun. NULL!
    Diese ganze Organisation dort in Thailand ist eher innerlich korrupt; für viele ist alles absolut egal. Sie schlagen sich ins Gesicht, die anderen malträtieren die Tiere wie echte Sadisten, und das sind alles Mönche. Es war sogar schockierend, das Ganze zu lesen.

    Und er konnte es nicht mehr aushalten, scheint mir.

    Das ist die Wahrheit. Sie ist echt bitter.

    P.S. Ich benutze "smileys" sehr selten, die alle irritieren mich total.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 20. März 2026 um 18:04
    • #90

    Na ja, ich wollte nur noch eine Episode aus dem Buch erzählen, die mich sehr nachdenklich gemacht hat.
    Also, der Buddha wollte zuerst nicht lehren, das steht fest. Der Autor präzisiert die Schärfe der Situation, er schreibt, es war das Resultat des klaren Erwägens, wie der Begriff heißt, es spielt keine Rolle. Er wollte weiter zurückgezogen leben, und apropos, so etwas wie Leben im Sutta-Nipata, sehr dichterisch, finde ich.
    Dann erscheint diese Gottheit, aber es stellt sich die Frage, war es wirklich so, oder der Buddha zweifelte zuerst, aber dann hat er alles anders überlegt. Am Ende, wir wissen es nicht. Diese Gottheit sollte sogar dreimal den Buddha bitten, und dann hat er nachgegeben.
    Ist es ein Kunstgriff oder rein stilistischer Trick? Gute Frage.
    Das passt wieder zum Thema hier, über den Buddha und seine Menschlichkeit.

    Und wenn nicht diese Gottheit?

    Ha, kein Buddhismus?:?

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 21. März 2026 um 18:07
    • #91

    Heute wollte ich wieder eine Episode aus dem Buch präsentieren, die mich sehr bewegt, und ich sehe alles wie vor meinen eigenen Augen.
    Der Buddha sollte sterben, und Ananda ist so tief verzweifelt, dass er weint. Damit sehe ich, dass der Buddhismus keine kühle Gelassenheit zulässt, die für mich persönlich an kalter Gleichgültigkeit grenzt. Nein, Ananda wollte den bevorstehenden Tod des Buddha einfach nicht akzeptieren.

    Der Buddha sagt dann etwas, das so kraftvoll ist, dass es in mir immer wieder nachhallt. Er sagt sehr einfache Worte, die jeder von uns verstehen und nachvollziehen kann. Er sagt einfach, wie könnte es anders sein (S. 345 im Buch), denn alles, was entsteht, sollte vergehen. Das ist einfach ein unerbittliches Gesetz, oder man kann es als den Lauf der Natur betrachten. Alles, was geboren wird, ist verdammt, oder eher verurteilt, zu sterben. An anderer Stelle merkt der Autor an, dass der Tod auch die Geburt voraussetzt, was nicht sofort ersichtlich ist, sondern eher subtil.

    Darüber habe ich sehr lange kontempliert, denn Geburt und Tod kann man eigentlich wie zwei Seiten derselben Medaille sehen. Der normale Mensch sieht nur den Tod. Das ist eher normal in unserer Konsum-Leistungsgesellschaft, wo das Sterben in Hospize und Pflegeheime verbannt ist. Aber überall sieht man Werbung von schönen, ewig jung wirkenden Frauen mit glatter Haut und jungen Männern, die alles in der Welt erobern können. Na gut, es ist klar, was ich sagen wollte, scheint mir.

    Ich komme aber zurück zu der Episode hier. Der Buddha, der enorm unter körperlichen Schmerzen leidet, tröstet Ananda und sagt, dass er weiter üben sollte, und bald würde er frei von den Trieben sein.

    Das ist wieder ein sehr interessantes Detail. Ich stelle mir vor, dass ich selbst im Sterben liege. Finde ich dann die innere Kraft, meiner Familie etwas zu sagen, damit sie weiter mit dem Verlust leben kann?

    So viele Leute in dieser herzlosen Gesellschaft sterben verbittert und klammern sich mit der letzten Kraft ans Leben. Sie können einfach nicht loslassen, aber bei dem sterbenden Buddha ist es genau umgekehrt.

    Er schafft es sogar, noch den letzten persönlichen Schüler zu ordinieren, Subhadda, aus der letzten Kraft. Tolle Leistung, oder?:like:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 21. März 2026 um 22:02
    • #92
    Anna Panna-Sati:

    Der Buddha wurde quasi von einem psychischen Pfeil getroffen, als er erleben musste, wie die Mönche von Kosambi sich stritten (siehe Zitat aus MN128 im Beitrag #35) . (der 1. Pfeil).


    Er versuchte vergeblich

    (ein Zeichen für seine menschliche "Ohnmacht" in diesem Moment!), den Streit zu schlichten und ging - nachdem er noch einige Verse zur Sache verkündet hatte - seiner Wege.

    (KEIN 2. Pfeil)!


    IMHO ohne Betrübnis, ohne Angewidertsein - diese Zuschreibung von Emotionen könnte von den Autoren des Palikanons möglicherweise (wenn es kein Übersetzungsfehler war) aus ihrer Empathie heraus oder ev. auch aus didaktischen Gründen erfolgt sein....? :?

    Alles anzeigen

    Hi, Anna Panna-Sati .


    Ich habe diesen Beitrag im Gedächtnis gehalten, denn ich hatte so wie eine ähnliche Frage.


    Ich komme zur Sache.


    Arahat nimmt die Welt anders wahr. Also: Kontakt, Gefühl, Wahrnehmung und Bewusstsein entstehen zugleich und sofort. Ich benutze die deutschen Wörter, um diese besch*** Pali-Begriffe zu vermeiden.


    Also, der Arahat kann auch, egal von wem oder was, "angewidert" sein oder sogar etwas wie "Zorn" empfinden, aber warum?, wenn er nicht anhaftet?:?:

    Der springende Punkt besteht darin, dass er die Dinge ohne mentale Ausuferung wahrnimmt, also mit innerer Weisheit; deswegen klebt er nicht an ihnen, aber entsprechend der Situation reagiert er.


    Wenn ich angenommen im Schaufenster ein gutes Buch sehe, laufen sofort sehr viele rein automatische Prozesse ab, die ich nicht einmal merke. Ich denke: Was ist das Buch? Ich erinnere mich an alles Mögliche, was zum Thema gehört und was ich dazu gelesen oder gehört habe, mit wem ich darüber irgendwann diskutiert habe. Dann erinnere ich mich an alle Bücher zu einem ähnlichen Thema usw. Das ist der gewöhnliche Wahn, in dem wir alle meistens leben.


    Noch mal anders.


    Beim Arahat entsteht das Gefühl, das sollte logisch sein, aber ohne diese Ausschweifung ohne Ende, wie in der bekannten Geschichte von Paul Watzlawick, wo der Held zum Nachbarn stürmt und ihn ausschimpft, weil er sich schon sehr lange eine Geschichte ausgedacht hatte.


    Und noch einmal anders. Das Gefühl entsteht, es kann auch "widerlich" sein, aber wenn diese mentale Ausuferung nicht passiert, dann kann kein Ergreifen entstehen, also kein Anhaften plus dem ganzen Paket des resultierenden Leidens, das uns alle im Samsara bindet.

    Das ist ein wenig anderes Modell; ich habe es bei Payutto im „Buddhadhamma“ nachgeschaut.


    Hoffe, man kann verstehen, was ich damit meine.


    Wenn nicht, kann ich sagen, an welcher Seite im PDF du das Ganze nachlesen kannst.

    Aber ohne meine eigenen Beispiele, das habe ich versucht , so klar und auch einfach zu erklären.

    LG, Igor.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 22. März 2026 um 20:39
    • #93

    Heute wollte ich über die letzte Mahlzeit des Buddha sprechen. Ich weiß alle diese Stellen, aber ich wollte es mit eigenen Wörtern erzählen. Auch egal, denn egal welche besc*** KI kann hier etwas fabulieren.


    Was mich persönlich wieder sehr bewegt: Der Schmiedsohn Gunda hatte das Essen für die ganze Gemeinde vorbereitet. Der Buddha wusste, dass es sich um echtes Gift handelt, aber willigte ein, es zu essen, und der Rest sollte in der Grube landen.

    Dann entsteht eine interessante Frage: Was motivierte den Erwachten eigentlich, Selbstmord zu begehen? Gute Frage. Weiter lese ich, dass er blutigen Durchfall bekam, S. 343. Und wie er die tödlichen Schmerzen ertrug.

    Auch einige Forscher betrachten den Tod des Buddha als Suizid, er hatte selbst den Zeitpunkt bestimmt.

    Was steckt aber dahinter?
    Bei dieser Krankheit bekommt man sehr schwere entzündete Eingeweide, die Schmerzen sind schier unerträglich, plus Sepsis, also keine Chance.

    Dann wollte der Buddha trinken, der Organismus kämpft mit der letzten Kraft. Das Wasser war schmutzig, aber der Buddha bat Ananda dreimal, und plötzlich war es hell.

    Der Autor merkt an, dass diese Stellen in allen möglichen Versionen als absolut gesichert gelten.


    Interessant finde ich, denn der Buddha sagt Ananda, es sollte keine Vergeltung folgen, keine Vorwürfe sollten erhoben werden, denn es war der echte Gewinn für diesen Gunda, dass es so genau passiert ist:?::?::?:für diesen Gunda, aber warum doch? Na ja, ich war nicht dabei.

    Erinnert mich an die Geschichte mit Jesus, also er wusste auch alles, was ihn erwartet.

    Interessant, aber bestimmt nicht durchsichtig, scheint mir.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
    Reaktionen
    2.889
    Punkte
    20.344
    Beiträge
    3.444
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 22. März 2026 um 22:03
    • #94

    Ich habe die KI angewiesen, das Wesentliche dieser Ereignisse zusammenzufassen. Selbstverständlich Korrektur gelesen, denn eine KI ist kein Mensch, nur ein Datenspeicher.


    Text:

    Nach den ältesten überlieferten Quellen, insbesondere (also auch andere Quellen einbezogen) dem Mahāparinibbāna‑Sutta (DN 16), starb der Buddha im Alter von etwa achtzig Jahren in Kuśinārā, einem kleinen Ort der Malla. Der Text schildert keinen übernatürlichen Tod, sondern das Ende eines alten, erschöpften Menschen, der bis zuletzt lehrt und ordnet.

    Der Buddha war auf seiner letzten Reise bereits deutlich geschwächt. Dennoch wanderte er weiter, begleitet von einer kleinen Gruppe Mönche, und gab unterwegs Anweisungen zur Stabilität der Gemeinschaft. Eine zentrale Episode dieser letzten Reise spielt in Pāvā, wo der Schmied Cunda den Buddha und die Mönche zum Essen einlädt. Cunda bereitet zwei Arten von Speisen zu: gewöhnliche Speisen für die Gemeinschaft und eine besondere, empfindliche Speise namens sukara‑maddava, deren genaue Natur unklar ist, aber frühbuddhistisch weder mystisch noch symbolisch aufgeladen. Sie war also nicht speziell für den Buddha bestimmt. Der Buddha weist Cunda jedoch an, nur ihm selbst diese besondere Speise zu geben und den Rest anschließend zu vergraben – eine pragmatische Vorsichtsmaßnahme, vermutlich wegen der Verderblichkeit oder Schwere des Gerichts.

    Nach dieser Mahlzeit erleidet der Buddha eine schwere Darmerkrankung, im Pāli als „blutiger Durchfall“ bezeichnet – medizinisch plausibel als Dysenterie oder akute Lebensmittelvergiftung.

    Der Text betont ausdrücklich, dass Cunda keine Schuld trifft; seine Gabe sei verdienstvoll und solle nicht negativ ausgelegt werden. Die Episode bleibt vollständig im Bereich des Menschlichen und Alltäglichen.

    Trotz der Erkrankung setzt der Buddha die Reise fort, mehrfach geschwächt zusammenbrechend, aber geistig klar. Schließlich erreicht er Kuśinārā, wo er weiß, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht. Dort gibt er einige letzte, nüchterne Anweisungen: Die Gemeinschaft solle sich künftig am Dhamma und an der Vinaya orientieren; es gebe keinen persönlichen Nachfolger. Er betont die Selbstverantwortung der Übenden: „Seid euch selbst eine Insel, euch selbst eine Zuflucht.“ Außerdem legt er Kriterien fest, wie man die Authentizität von Lehren prüfen solle.

    Als der Tod naht, legt er sich zwischen zwei Salbäume auf die rechte Seite, in der klassischen Ruhehaltung. Der Text beschreibt, wie er die meditativen Vertiefungen durchläuft und schließlich im vollständigen Erlöschen (parinibbāna) stirbt – ohne kosmische Zeichen, ohne Wunder. Die Reaktionen der Anwesenden sind menschlich: Einige bleiben gefasst, andere weinen.


    Qualia:
    Nach meinem Erkennen hat er sich nicht umgebracht; er hat sein Zerfallen nur beschleunigt, denn er wusste genau, was ihm den Rest geben würde. Wichtig war ihm nur, dass die Mönche nicht glaubten, er habe sich selbst getötet oder sei ermordet worden. Ein Akt der Gnade gegenüber sich selbst.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (22. März 2026 um 22:10)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 22. März 2026 um 22:41
    • #95

    Qualia


    Er war schon vor dem Vergiften sehr krank. Das war wie der letzte Akkord, sozusagen.
    Auf Seite 338 im Buch, also es heißt „Krankheit von Beluva“, zitiert der Autor einfach:
    „Da, als der Erhabene die Regenzeit angetrtet hatte, entstand ihm eine schwere Krankheit, heftige Schmerzen treten auf, todnah. Diese erträgt der Erhabene achtsam und wissend, ohne gequält zu sein.“
    Das Zitat spricht für sich selbst.
    Ich benutze keine KI, aber lese die Quellen; das ist echt bedauerlich, was diese Maschine uns alles verblödet.

    Wenn du weiter Maschine zitieren wolltest, wozu dann ich das Buch lese und meine Gedanken dazu schildere? Bitte mach mir den Faden hier nicht kompliziert.

    Danke.


    Zitat

    Text:

    Nach den ältesten überlieferten Quellen, insbesondere (also auch andere Quellen einbezogen) dem Mahāparinibbāna‑Sutta (DN 16),

    Das alles kann ich zitieren; aber ich mache es nicht:

    Bitte es sollte schon reichen, was gestern passiert war.

    Ich zitiere nur das Buch.

    Wenn dich etwas nicht gefällt, mach dann den eigenen Faden und schreibe alles, was du willst, mit KI oder ohne. Danke!


    Zitat

    Qualia:
    Nach meinem Erkennen hat er sich nicht umgebracht

    Deine Erkenntnisse sind für den Blog oder die Chronik geeignet, Qualia


    Ich beziehe mich auf die konrete Quellen. Sehr klar ausgedrückt.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    2 Mal editiert, zuletzt von Igor07 (22. März 2026 um 23:01)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 22. März 2026 um 23:49
    • #96
    Zitat

    Sie war also nicht speziell für den Buddha bestimmt. Der Buddha weist Cunda jedoch an, nur ihm selbst diese besondere Speise zu geben und den Rest anschließend zu vergraben – eine pragmatische Vorsichtsmaßnahme, vermutlich wegen der Verderblichkeit oder Schwere des Gerichts.

    KI lügt hier, aber du zitiert die sehr fleißig. Moment mal:

    Zitat

    1. Cunda. Ein Metallverarbeiter (kammāraputta) aus Pāvā. Als der Buddha auf seinem Weg nach Kusinārā in Pāvā ankam, rastete er in Cunda's Mangohain. Dort besuchte ihn Cunda und lud ihn und die Mönche für den nächsten Tag zum Mittagessen ein. Die Mahlzeit bestand aus süßem Reis, Kuchen und Sūkaramaddava. Bei der Mahlzeit gab der Buddha die Anweisung, nur ihn mit Sūkaramaddava zu versorgen und den Rest in einer Grube zu vergraben. Das war des Buddhas letzte Mahlzeit und bald darauf bekam er Durchfall (D.16.4.3; Ud.viii.5). Kurz vor seinem Tod gab der Buddha spezielle Anweisung an Ānanda, er solle Cunda besuchen und ihm versichern, dass ihm kein Vorwurf gemacht werden kann, weil er dem Buddha die letzte Mahlzeit gespendet hatte, im Gegenteil, er könne sehr darüber erfreut sein, dass er diese Möglichkeit hatte, denn der daraus resultierende Gewinn ist viel größer als alles andere (D.16.4.8).

    Das war also die eigene Entscheidung des Buddha, es war nicht extra für ihn gestimmt.

    Diese blöde KI macht immer Fehler, sorry.

    Weiß nur der Himmel, was die noch ausspuckt?


    Aha:


    Zitat

    Da hörte dies der Laienanhänger Cunda und ging zum Erhabenen. Nachdem der
    Erhabene ihn mit einem Lehrgespräch unterwiesen, ermahnt, ermutigt und ermuntert hatte, lud
    Cunda den Erhabenen mit dem Sangha zum morgigen Essen ein. Da bereitete der Schmied
    Cunda über Nacht feste und flüssige Speisen vor, darunter auch viel ‚Sukaramaddava‘, was
    vielleicht so etwas wie Schweinetrüffel war. Als der Erhabene mit seinem Sangha am Morgen
    zum Essen kam, sprach er zu Cunda: „Mit dem Sukaramaddava, das von dir vorbereitet ist,
    versorge mich, die anderen flüssigen und festen Speisen gibt dem Sangha. Und das übrige
    Sukaramaddava, Cunda, vergrabe in der Erde. Ich wüßte niemanden in dieser Welt, der das
    verdauen könnte, ausgenommen der Vollendete.“ Das tat Cunda, der Schmied. Und nachdem
    der Erhabene gegessen hatte, unterwies er Cunda mit einem weiteren Lehrgespräch, ermahnte,
    ermutigte und ermunterte ihn.
    Doch nach diesem Essen überfiel den Erhabenen wieder diese schwere und zum Tode führende
    Krankheit mit heftigen Schmerzen, die er jedoch achtsam, klarbewusst und unirritiert erduldete

    Alles anzeigen

    Die waren alle eingeladen, aber der Buddha hatte es anders entschieden.

    :?: steht dann alles bei dieser bescheurten KI?

    Bitte nicht weiter, danke.


    Die Quelle:


    Des Buddhas letzte Reise
    Das
    Mahāparinibbāna Sutta
    aus dem Pāḷi nacherzählt
    von
    Raimund Hopf


    Des Buddhas letzte Reise.pdf
    Shared with Dropbox
    www.dropbox.com


    Edition Suttanta
    Um den Buddha-Dhamma als Buchform frei anbieten zu können, haben wir uns entschlossen, einen Dhammadāna Verlag zu beginnen, um eigene und andere freie Bücher…
    www.suttanta.de


    Zitat

    Das 'Schweineweich', Cunda, das von dir vorbereitet wurde, damit versorge mich. Mit den anderen vorbereiteten festen und weichen Speisen versorge die Mönchsgemeinde." - "So sei es, Verehrungswürdiger." Nachdem der Schmied Cunda dies dem Erhabenen geantwortet hatte, versorgte er den Erhabenen mit dem vorbereiteten 'Schweineweich', das es gab. Mit den anderen festen und weichen vorbereiteten Speisen versorgte er die Mönchsgemeinde.

    KI:

    "nur ihm selbst diese besondere Speise zu geben"


    Das ist subtil, aber stellt die ganze Sache in einem anderen Licht dar.

    Ich benutze niemals KI, Punkt.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (23. März 2026 um 00:06)

  • Qualia
    Reaktionen
    2.889
    Punkte
    20.344
    Beiträge
    3.444
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 23. März 2026 um 00:45
    • #97

    Das habe ich hier schon in einigen Beiträgen zu diesem Thema aufgeschrieben und gepostet. Hat nie jemanden interessiert. Jetzt habe ich es mal mit KI versucht, die genau in meinen Worten schreibt, weil ich das umschreibe und mit meinem Wissen überprüfe, und nun das. Mit dir macht Buddhismus mir keine Freude am Studieren, nur Frust und Vergeblichkeit.

    Danke für diese tiefe Erfahrung!

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
    Reaktionen
    721
    Punkte
    4.741
    Beiträge
    793
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 23. März 2026 um 06:56
    • #98
    Igor07:

    http://www.dropbox.com


    Edition Suttanta Um den Buddha-Dhamma als Buchform frei anbieten zu können, haben wir uns entschlossen, einen Dhammadāna Verlag zu beginnen, um eigene und andere freie Bücher… http://www.suttanta.de

    Sieht aus wie „Theologie zu studieren“…


    Dabei haben Jesus und. Shakky doch gar nicht so viel gesagt…

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.338
    Punkte
    33.443
    Beiträge
    5.971
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 23. März 2026 um 07:03
    • #99
    Qualia:

    Mit dir macht Buddhismus mir keine Freude am Studieren, nur Frust und Vergeblichkeit.

    Danke für diese tiefe Erfahrung!

    Was ist das?:?:

    Was hat das mit dem Thema hier zu tun?

    Warum wiederholt es sich?


    Zitat

    Sieht aus wie „Theologie zu studieren“…


    Dabei haben Jesus und. Shakky doch gar nicht so viel gesagt…

    Genug ! -gesagt:


    Fußspuren im Staub. Shravasti Dhammika. Theravadanetz 2025.
    Fußspuren im Staub
    Das Leben des Buddha nach den ältesten Quellen

    Aus dem Englischen von Wolfgang Neufing

    Theravadanetz 2025
    Paperback, 361 Seiten


    Theravādanetz - Angebote


    https://wiswo.org/books/_resources/book-downloads/GERMAN/footprints/footprintsDE.pdf

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    2 Mal editiert, zuletzt von Igor07 (23. März 2026 um 07:21)

  • Benderson2
    Reaktionen
    26
    Punkte
    521
    Beiträge
    95
    Mitglied seit
    19. März 2026
    • 23. März 2026 um 15:28
    • #100
    Igor07:
    Anna Panna-Sati:

    Der Buddha wurde quasi von einem psychischen Pfeil getroffen, als er erleben musste, wie die Mönche von Kosambi sich stritten (siehe Zitat aus MN128 im Beitrag #35) . (der 1. Pfeil).


    Er versuchte vergeblich

    (ein Zeichen für seine menschliche "Ohnmacht" in diesem Moment!), den Streit zu schlichten und ging - nachdem er noch einige Verse zur Sache verkündet hatte - seiner Wege.

    (KEIN 2. Pfeil)!


    IMHO ohne Betrübnis, ohne Angewidertsein - diese Zuschreibung von Emotionen könnte von den Autoren des Palikanons möglicherweise (wenn es kein Übersetzungsfehler war) aus ihrer Empathie heraus oder ev. auch aus didaktischen Gründen erfolgt sein....? :?

    Alles anzeigen

    Hi, Anna Panna-Sati .


    Ich habe diesen Beitrag im Gedächtnis gehalten, denn ich hatte so wie eine ähnliche Frage.


    Ich komme zur Sache.


    Arahat nimmt die Welt anders wahr. Also: Kontakt, Gefühl, Wahrnehmung und Bewusstsein entstehen zugleich und sofort. Ich benutze die deutschen Wörter, um diese besch*** Pali-Begriffe zu vermeiden.


    Also, der Arahat kann auch, egal von wem oder was, "angewidert" sein oder sogar etwas wie "Zorn" empfinden, aber warum?, wenn er nicht anhaftet?:?:

    Der springende Punkt besteht darin, dass er die Dinge ohne mentale Ausuferung wahrnimmt, also mit innerer Weisheit; deswegen klebt er nicht an ihnen, aber entsprechend der Situation reagiert er.


    Wenn ich angenommen im Schaufenster ein gutes Buch sehe, laufen sofort sehr viele rein automatische Prozesse ab, die ich nicht einmal merke. Ich denke: Was ist das Buch? Ich erinnere mich an alles Mögliche, was zum Thema gehört und was ich dazu gelesen oder gehört habe, mit wem ich darüber irgendwann diskutiert habe. Dann erinnere ich mich an alle Bücher zu einem ähnlichen Thema usw. Das ist der gewöhnliche Wahn, in dem wir alle meistens leben.


    Noch mal anders.


    Beim Arahat entsteht das Gefühl, das sollte logisch sein, aber ohne diese Ausschweifung ohne Ende, wie in der bekannten Geschichte von Paul Watzlawick, wo der Held zum Nachbarn stürmt und ihn ausschimpft, weil er sich schon sehr lange eine Geschichte ausgedacht hatte.


    Und noch einmal anders. Das Gefühl entsteht, es kann auch "widerlich" sein, aber wenn diese mentale Ausuferung nicht passiert, dann kann kein Ergreifen entstehen, also kein Anhaften plus dem ganzen Paket des resultierenden Leidens, das uns alle im Samsara bindet.

    Das ist ein wenig anderes Modell; ich habe es bei Payutto im „Buddhadhamma“ nachgeschaut.


    Hoffe, man kann verstehen, was ich damit meine.


    Wenn nicht, kann ich sagen, an welcher Seite im PDF du das Ganze nachlesen kannst.

    Aber ohne meine eigenen Beispiele, das habe ich versucht , so klar und auch einfach zu erklären.

    LG, Igor.

    Alles anzeigen

    Das mit dem wütend sein und gleich wieder nicht geht mir auch so 😅


    Ein Freund hat mich beim Umzug versetzt weil er am Tag davor gesoffen hat Es mir aber nicht mitgeteilt ich bin extra bei ihm vorbeigefahren um ihn abzuholen wie ausgemacht und der hat aus dem Fenster einfach nur lapidar gesagt dass er andere Probleme hat hat als mir zu helfen anstatt sich zu entschuldigen dass es ihm an dem Tag wegen Kater nicht gut geht..


    Habe mich gegenüber einem gemeinsamen Freund in WhatsApp übelst du ihn ausgelassen dann war alles gut. in meiner nächsten Nachricht eine Minute später habe ich angeboten ein altes Handy für ihn abends mitzubringen da er sein aktuelles verloren hatte. Die Leute einfach so annehmen wie sie sind, sachen nicht anhaften lassen und helfen wo man kann ohne sich ausnutzen zu lassen. 👍

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

Ähnliche Themen

  • Sich gut fühlen

    • RobertNesta
    • 17. Februar 2026 um 10:02
    • Buddhistische Praxis
  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Helmut
    • 17. Dezember 2025 um 15:20
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Ist der Mahayana-Buddhismus überhaupt buddhistisch?

    • Rolf82
    • 17. August 2025 um 13:52
    • Buddhismus kontrovers
  • "Schwierige Menschen"....

    • Anna Panna-Sati
    • 23. August 2023 um 17:16
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Welche Rolle spielt Glaube(n) im Buddhismus?

    • Anna Panna-Sati
    • 21. Oktober 2025 um 00:25
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Übergänge: Altes/Vertrautes l o s lassen - auf Neues/Unbekanntes e i n lassen...

    • Anna Panna-Sati
    • 26. Januar 2025 um 19:11
    • Allgemeines zum Buddhismus
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download