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DBU und KdöR-Status - wollen wir das?

  • crocus
  • 4. Februar 2026 um 10:38
  • Zum letzten Beitrag
  • crocus
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    Buddh. Richtung
    Mahayana, Vajrayana
    • 4. Februar 2026 um 10:38
    • #1

    Habe auf der DBU-Seite den Aufruf zur Unterstützung des Antrags zur Erlangung des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts gelesen. Nun bin ich hin- und hergerissen.

    Einerseits macht Institutionalisierung Sinn (die DBU gibt einige Gründe an), andererseits ahne ich finstere Schattenseiten. Ein Blick auf die Dramen in den evang./kath. Amtskirchen reicht mir.

    Ich habe wenig Bedarf an einer Art buddh. EKD, die mir erklärt, dass wir wieder kriegstüchtig werden müssen oder eine buddh. Bischofs-Synodalkonferenz, die einem buddh. Eugen Drewermann die Lehrbefugnis entziehen würde. Brauchen wir buddh. Kirchensteuer?

    Ich fühlte mich bisher ganz wohl mit dem Status Quo. In Diskussionen mit Nichtbuddhisten konnte ich punkten mit der Aussage, dass Buddhisten im Wesentlichen 'Einzelkämpfer' sind, die ihren Weg selbst bestimmen und verantworten und letztlich niemandem unterstehen. Wie steht ihr zum KdöR-Aufruf der DBU?

  • Monikamarie
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    • 4. Februar 2026 um 12:04
    • #2

    Danke für Deine Bewertung. Dem stimme ich zu.

    Keine Organisation!!!

    Liebe Grüße Monika

  • fotost
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    • 4. Februar 2026 um 16:45
    • #3

    Nun, kein einfaches Thema bei der vielfältigen Landschaft der Lehre in unserem Land.


    Ich sehe einige Vorteile bei einer öR Organisation, von der Teilhabe an der Gestaltung von Lehrplänen und einer gewissen Mitsprache bei Unterrichtsplänen bis zu besserem Zugang zu politischen Institutionen und Steuervorteilen.

    Auf der anderen Seite sollten vielleicht die Buddhisten hier erst ihre Hausaufgaben machen und zu einer einheitlichen Stimme kommen. Selbst im stark vorausgewählten Buddhaland ist das ja nicht immer einfach.


    Den Vergleich mit den Problemen der organisierten Mosaischen Kirchen halte ich für unangemessen. Die haben ihre Probleme nicht wegen der Organisationsform, sondern wegen Menschen und den zum Teil unnatürlichen Regeln, die ihre Kirchen ihnen auferlegen.

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 4. Februar 2026 um 20:38
    • #4

    Es gibt einen alten Thread zu dem Thema, wo z.B auf die Situation in Österreich hingewiesen wird:

    nyalaana:

    In Österreich ist der Buddhismus als Religion anerkannt. Es gibt dadurch eine Menge mehr Möglichkeiten. Jetzt nur mal ein ganz unwichtiges Beispiel:
    man kann nun in Österreich im Pass unter Religionszugehörigkeit Buddhismus eintragen. Wenn man diese staatliche Anerkennung nicht hat, muss man eintragen lassen "keine" oder es bei der alten zb römisch/katholisch belassen. Ich finde es schön wenn man die Möglichkeit hat dort Buddhist eintragen zu lassen. Inwie weit sich dann buddhistische Organisationen um öffentliche Gelder bemühen, das ist dann wieder eine Sache bei der ich mich raushalten kann, wenn ich das nicht möchte, sprich es betrifft mich nicht so sehr. Wenn ich nun an die große Gemeinschaft der Exilbuddhisten (Vietnamesen etc) denke, und die nun die Möglichkeit bekommen einen buddhistischen Friedhof zu schaffen, dann finde ich das nur recht und billig, denn man sollte in Deutschland seine Religion frei ausüben können, und wenn man dann halt so ein formelles Verfahren braucht, damit man seine Grundrechte wahrnehmen kann, dann ist es sicher der leichtere Weg dieses Verfahren einfach zu durchlaufen.

    Zahlt man sich an Kirchensteuer kaputt? Nein es gibt eine einmalige Gebühr von 30€ der Rest wird über Spenden geregelt:

    www.buddhismus-austria.at:

    Die Mitgliedschaft zur ÖBR erwirbt man, indem man den entsprechenden schriftlichen Antrag um Aufnahme in die ÖBR stellt. Der Beitritt ist grundsätzlich kostenlos. Da sich die ÖBR jedoch vorwiegend aus Spenden finanziert und daher auf jede Unterstützung angewiesen ist, wird um eine einmalige Spende von € 30,– gebeten.

    Und es ist auch so, dass es eher ein loser Verbund ist. Es gibt keinen buddhistischen Papst der einen buddhistischen Drewermann verketzert. Aber dafür gibt es eben schon lange buddhistischen Religionsunterricht.

    https://www.buddhismus-austria.at/buddhismus-in-oesterreich:

    Es ist uns eine große Freude, nun schon seit mehr als 25 Jahren die buddhistische Lehre authentisch der nächsten Generation vorstellen zu können. Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind österreichweit und in allen Schulstufen tätig.


    Das Grundkonzept der Lehrinhalte ist Buddha, Dharma und Sangha und wird in allen Altersgruppen unterrichtet. Die Verinnerlichung buddhistischer Grundwerte – Verbundenheit, Achtsamkeit und Mitgefühl – ebenso wie die Begegnung mit anderen Anschauungen und Bekenntnissen lässt die Kinder und Jugendlichen erkennen, dass der Weg des Buddha die Wertschätzung anderer fordert und dazu anregt, eigene gedankliche Fixierungen sowie emotionale Muster zu überwinden. So wachsen sie zu weltoffenen und dialogfähigen Menschen heran.


    Da ein Teil der Schülerinnen und Schüler aus China, Thailand, Tibet, Mongolei, Vietnam, Österreich und anderen Ländern stammt, ist der buddhistische Religionsunterricht ein wertvoller Beitrag zur interkulturellen und integrativen Bildung.


    Religion hat auch was Soziales was sich eben auch in Riten ausdrückt, die das Leben begleiten. Wenn die Christen bei Taufe, Ehe oder beim Sterben Beistand brauchen, ist immer ein Pfarrer zur Hand. Aber wenn man sterbend im Krankenhaus rumliegt, dann ist es doch schön, wenn man bei der Aufnahme sein Kreuz unter "buddhistisch" macht und dann jemand da ist, der mit einem etwas rezitiert oder meditiert. Oder wenn ein buddhistisches Begräbnis etwas normales ist.


    Oder wenn für tibetischen Buddhisten eine 49 Tage Zeremonie abgehalten wird. Und auch wenn total am Ende und im Knast/Hegen Länder ist es doch toll wenn es da eine buddhistische Gefängnisbegleitung gibt und nicht nur einen Pfarrer, der einen nicht so recht versteht und einen womöglich bekehren will.


    Dies alles ist kein Muß. Auch in Österreich kann man ein Einzelkämpfer sein oder einfach einer buddhistischen Gruppe angehören. Aber ich kann mir vorstellen das all dies - gerade für den größten Teil der Buddhisten die aus anderen Ländern kommen - durchaus eine Bereicherung ist - man ist mit gemeint.


    Natürlich wohne ich nicht in Österreich und weis nicht, wie das alles konkret klappt.


    Bei der DBU sehe ich im Moment nicht, dass sie den österreichischen Weg geht. Sie ist sehr zersplittert und hat sich auch von den asiatischen Buddhisten entfernt.

  • Railex
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    • 4. Februar 2026 um 21:36
    • #5

    Danke für die Aufklärung zur Sache _()_


    Habe etwas gespendet, um dieses Anliegen zu unterstützen.

    Halte es für sinnvoll, wenn Buddhismus auch in Deutschland auf Augenhöhe mit anderen Religionen anerkannt und optional z.b auch buddhistischer Religionsunterricht angeboten wird.


    Mir persönlich fehlt zwar nichts, seit ich aus der Kirche ausgetreten bin und später Zuflucht genommen habe, aber für die Bewusstmachung in der Gesellschaft, zur Pflege des Dharmas und um Menschen, wie void es geschildert hat, in verschiedenen Situationen des sozialen Miteinanders eine angemessene Berücksichtigung zu bieten, halte ich es für unterstützenswert.

  • KarmaHausmeister
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    • 5. Februar 2026 um 17:02
    • #6

    Der Wunsch danach, dass Buddhismus in Deutschland eine anerkannte Religion ist, ist laut Umfragen bei den DBU-Einzelmitgliedern recht weit verbreitet. Warum, wurde nicht abgefragt.


    Es geht um die Anerkennung als "Körperschaft des öffentlichen Rechts", kurz KdöR.


    Das sind die wichtigsten Rechte als KdöR:

    • Möglichkeit der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen in Kirchensteuerart: über Finanzämter
    • Recht, Religionsunterricht zu geben, Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen
    • Möglichkeit der Einmischung z.B. bei Rundfunkräten, Ethik‑Gremien, Beratung bei Gesetzgebung


    Es gibt einige kritische Punkte:


    Das deutsche Partnerschaftsmodell von Staat und Religionsgemeinschaften mit KdöR‑Status privilegiert bestimmte Religionen (Kirchensteuer, Einfluss in Gremien) und widerspricht damit dem Ideal einer strikten Trennung von Staat und Religion.


    Der Staat „adelt“ problematische Strukturen religiöser Organisationen durch Verleihung des KdöR‑Status und gibt ihnen zusätzliche Legitimität, obwohl interne Machtmissbräuche oder Intransparenz bestehen können (in der Debatte z.B. prominent am Beispiel der Zeugen Jehovas diskutiert). Die mitgliederstärksten Gruppen in der DBU sind probelmatische Gemeinschaften: Rigpa, Shambhala, Triratna, Karma Kagyü.


    Benötigen wir wirklich auch noch einen buddhistischen Religionsunterricht? Ich denke nicht! Was wir benötigen, ist ein offener Ethik-Unterricht, der sich aus einer Außenperspektive die Religionen kritisch ansieht. In ihm könnten Vertreter der Religionen ihre Glaubensinhalte vorstellen.


    Innerbuddhistische Machtbalance: Ein KdöR‑Status würde der DBU zusätzliche Anerkennung und Zugang zu Ressourcen (z.B. bei Dialogen mit Staat, Religionsunterricht, öffentlichen Gremien) ermöglichen, was die Stellung der angeschlossenen Gruppen deutlich stärkt. Dabei vertritt die DBU lediglich gerade einmal 5% der Buddhisten in Deutschland. Mit der Anerkennung der DBU als KdöR entsteht eine langfristige Hierarchisierung, bei den Fördermitteln, der öffentliche Aufmerksamkeit und den politischen Ansprechpartner, während andere buddhistische Gemeinschaften marginalisiert werden. Dies hat die DBU mit ihren 5% nicht verdient. Das wäre eine Schieflage.


    Dass die DBU schon wieder um Mittel bettelt, um das KödR-Verfahren anzuschieben, macht mich fassungslos. Es ist ganz offensichtlich der Wunsch vieler Mitglieder, gehört also zum Kernauftrag der DBU. Da diese mit ihren Mitteln aber verschwenderisch umgeht, muss für diesen Kernauftrag extra Geld eingesammelt werden. Um den normalen Betrieb aufrecht zu erhalten, hat die DBU erst zum Jahresende um 50.000,- € Spenden gebeten. Die Damen und Herren sollten doch erstmal ihre Strukturen und Finanzen in den Griff bekommen, meine ich.

    Die Spendenfalle – neueR Hilferuf der DBU
    Ein neuer Spendenaufruf der Deutschen Buddhistischen Union ist im Umlauf. Wieder bittet die DBU um Geld – um sehr viel Geld, genauer: um 50.000 Euro. Wieder…
    www.frank-hendrik-hortz.de


    Ich bin skeptisch, dass die DBU den KdöR-Status erreichen kann:


    1. Die DBU ist ein Dachverband mit vielen sehr unterschiedlichen Mitgliedsgemeinschaften. Ob eine solche Dachstruktur überhaupt hinreichend religiöse Homogenität und organisatorische Kohärenz besitzt, um als einheitliche Religionsgemeinschaft im Sinn des KdöR‑Rechts gelten zu können, ist die Frage.
    2. Der Staat will verhindern, dass problematische islamische Gruppen den KdöR-Status erhalten und sind deshalb gegenüber den Buddhisten eher zurückhaltend. Sollten die Buddhisten den KdöR-Status erhalten, wäre das ein Präzedenzfall, der die Türen für islamische Gruppen öffnen könnte.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • Railex
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    • 5. Februar 2026 um 18:16
    • #7

    Danke KarmaHausmeister für die Darlegung deiner Argumente.


    Es verdeutlicht mMn. wie komplex weltliche Strukturen, speziell in Organisationen sind und wie vielfältig in ihren Auswirkungen.

    Vieles davon ist mir persönlich absolut unbekannt und ich hab in guter Absicht gespendet, mit dem Wunsch für eine gute Verwendung der Mittel.


    Ein offener Ethikunterricht wäre natürlich auch sehr zu begrüßen._()_

  • catflap08
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    • 7. Februar 2026 um 17:22
    • #8

    Wenn eine Sekte wie Soka Gakkai den Status als KdöR anerkannt bekommen hat und quasi damit auf Werbetour geht drehe ich die Frage um und frage. „Wollt ihr das“? Die DBU repräsentiert zumindest sehr viele buddhistische Richtungen … bei der Soka Gakkai habe ich sehr große Zweifel sie überhaupt als buddhistisch anzusehen.

  • Railex
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    • 7. Februar 2026 um 18:49
    • #9

    Ich kenne die DBU nur deshalb, weil ich das von ihr verfasste "Buddhistische Bekenntnis" in der Küche hängen habe und war im Rahmen der Spende jetzt das erste Mal auf deren Webseite.


    Ich war aber erstaunt, dass lt. KarmaHausmeister ,die DBU angeblich nur 5% aller Buddhisten in Deutschland repräsentiere.


    "Soka Gakkai" habe ich noch nie gehört, wie so vieles nicht und kann nichts weiter dazu sagen.

  • void
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    • 7. Februar 2026 um 18:54
    • #10
    catflap08:

    Wenn eine Sekte wie Soka Gakkai den Status als KdöR anerkannt bekommen hat und quasi damit auf Werbetour geht drehe ich die Frage um und frage. „Wollt ihr das“? Die DBU repräsentiert zumindest sehr viele buddhistische Richtungen … bei der Soka Gakkai habe ich sehr große Zweifel sie überhaupt als buddhistisch anzusehen.

    Ich sehe es so, dass ein KdöR dazu dient

    Weltanschauungsgemeinden zu organisieren. Landeskirchen ebenso wie Freikirchen sind KDör - die Zeugen Jehovas oder auch Christian Science. In Hessen haben auch moslemische Gemeinden und Bahai diesen Status.


    Und auch säkulare Organisationen wie der Bund für Geistesfreiheit Bayern - eine säkulare Gemeinschaft die für die Trennung von Kirche und Staat eintritt ist ein KdöR.

  • KarmaHausmeister
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    • 8. Februar 2026 um 11:16
    • #11
    Railex:

    Ich kenne die DBU nur deshalb, weil ich das von ihr verfasste "Buddhistische Bekenntnis" in der Küche hängen habe und war im Rahmen der Spende jetzt das erste Mal auf deren Webseite.


    Ich war aber erstaunt, dass lt. KarmaHausmeister ,die DBU angeblich nur 5% aller Buddhisten in Deutschland repräsentiere.


    "Soka Gakkai" habe ich noch nie gehört, wie so vieles nicht und kann nichts weiter dazu sagen.


    Hier kann man die 5% nachlesen:

    Deutsche Buddhistische Union – Wikipedia

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • flaneur
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    • 8. Februar 2026 um 16:01
    • #12

    Ich sehe das Ansinnen der DBU eher skeptisch. Manches geht mir für meinen Geschmack heute schon zu sehr in Richtung klassische „Vereinsmeierei“… das wird in einer Körperschaft nicht besser. Mir schwebt mehr eine Begegnungsstätte freier Buddhisten sowie Buddhistischer Organisationen vor als eine weitere deutsche Behörde 😂

  • Railex
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    • 8. Februar 2026 um 18:08
    • #13

    Ich finde die 5% der DBU ernüchternd und das deutet ja auch darauf hin, dass viele ihr "eigenes Süppchen kochen", bzw. gar kein Interesse an einem Dachverband haben, der sie in der Öffentlichkeit präsentiert.


    Das mag an der Natur des Buddhismus liegen, Stichwort "Einzelkämpfer", oder "meine Sangha reicht mir" oder an der möglichen kontemplativen Ausrichtung des Buddhismus, im Gegensatz zu extrovertierteren oder missionarischen Bewegungen.


    Ich bedaure es trotzdem etwas, weil ja in Österreich z.b. sehr gute Erfahrungen damit gemacht wurden(#4) und es grundsätzlich der Verbreitung und dem Erhalt des Dharmas und dem sozialen Miteinander dienen könnte.


    Wenn andere Kleinstgruppen diesen Status für sich in Anspruch nehmen, sollte es eine Weltreligion allemal.


    Die 5% könnten ja mehr werden unter einer Körperschaft und ebenso könnten Einigkeit und Dialog wachsen, wenn man nur mal anfängt......

  • catflap08
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    • 10. Februar 2026 um 20:57
    • #14

    Vereinsmeierei hin oder her. Die Soka Gakkai ist die einzige "buddhistische" KdöR in Deutschland - "Wollt ihr das"? Der Buddhismus ist m.E. durch Vielfalt und Einigkeit in der Uneinigkeit geprägt. Das Herz der Soka Gakkai ist das Streben nach Absolutheit ... und natürlich Ikeda.

  • KarmaHausmeister 14. Februar 2026 um 13:41

    Hat das Thema aus dem Forum Allgemeines zum Buddhismus nach Buddhismus kontrovers verschoben.
  • KarmaHausmeister
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    • 17. Februar 2026 um 17:22
    • #15

    DBU weiter im Krisenmodus – Wieder bettelt sie um zusätzliche finanzielle Mittel

    DBU weiter im Krisenmodus – Wieder bettelt sie um zusätzliche finanzielle Mittel
    Die Deutsche Buddhistische Union (DBU) hat erneut ihre Mitglieder um Geld gebeten. Dieses Mal geht es um zusätzliche 25.000 Euro, um eine Anwaltskanzlei mit…
    www.frank-hendrik-hortz.de

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

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  • OldMike
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    • 19. Februar 2026 um 17:57
    • #16

    Ich bin mir nicht sicher, ob ein Status als KdÖR für die DBU erstrebenswert und passend ist.

    Die verschiedenen buddhistischen Richtungen, die es in Deutschland und auch als Mitglieder der DBU gibt, scheinen mir zu unterschiedlich zu sein. Was haben denn tibetische Buddhisten, Zen-Buddhisten, Theravada-Anhänger, säkulare Buddhisten und Reine-Land-Buddhisten wirklich gemeinsam? Und würde die meiner Ansicht relativ kleine Schnittmenge ausreichen, um die DBU hinreichend homogen erscheinen zu lassen?

    Ich kann mir eher vorstellen, dass einzelne Mitgliedsorganisationen eine KdÖR bekommen könnten. Aber das ist nur eine Einschätzung aus dem Bauch heraus, wirklich Ahnung habe ich von der Materie nicht (musste aber unbedingt meinen Senf dazugeben ;-))

  • Railex
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    • 19. Februar 2026 um 20:22
    • #17

    OldMike , sind nicht allen buddhistischen Richtungen die 4 edlen Wahrheiten und das Dharma Mudra gemeinsam?

    Das ist doch eine große Schnittmenge bzw. gemeinsame Grundlage.


    Ich vermute ,dass das Buddhistische Glaubensbekenntnis der DBU durchaus für die meisten buddhistischen Strömungen gelten kann:


    Deutsche Buddhistische Union e.V. – Buddhistische Religionsgemeinschaft https://share.google/ga12RQHGZIti4rxwq


    Allerdings sind mit nur 5% nicht alle buddhistischen Strömungen in der DBU vertreten.

  • Anna Panna-Sati
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    • 20. Februar 2026 um 20:26
    • #18

    Hallo, lieber crocus ,


    ich befürworte das Ansinnen der DBU, weil

    a) offenbar viele Mitglieder der DBU dies unterstützen und schon jahrelang an dem Vorhaben gearbeitet wird und mich

    b) die Argumente pro KdöR-Status überzeugen.


    Jetzt, kurz vor Erreichen des Zieles, fehlt nur noch eine - vergleichsweise - geringe Summe, um den Antragsweg erfolgreich abzuschließen.

    Zitat

    Die Deutsche Buddhistische Union ist seit vielen Jahren auf dem Weg, den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) zu erlangen.


    Dieser Weg war lang, anspruchsvoll und von intensiver inhaltlicher Arbeit geprägt.

    Nun stehen wir an einem entscheidenden Punkt: Wir wollen und können diesen begonnenen Antragsweg erfolgreich finalisieren.

    Zitat

    Warum ist der KdöR-Status für die DBU so wichtig?


    Die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts bedeutet für die DBU:

    • Stärkung der religiösen Selbstbestimmung und Organisationsfreiheit
    • Langfristige rechtliche und strukturelle Stabilität
    • Anerkennung des Buddhismus als Religionsgemeinschaft auf Augenhöhe mit anderen großen Religionsgemeinschaften in Deutschland
    • Eine verlässliche Grundlage, um die Interessen buddhistischer Gemeinschaften dauerhaft und wirksam zu vertreten
    • Ein starkes Signal nach innen und außen für die Reife, Vielfalt und Verantwortung der buddhistischen Gemeinschaft in Deutschland.


    Kurz gesagt: Der KdöR-Status ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Schritt für die nachhaltige Zukunft der DBU.

    Unterstützt die DBU auf dem Weg zum KdöR-Status
    Die Deutsche Buddhistische Union ist seit vielen Jahren auf dem Weg, den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) zu erlangen. Dieser Weg war…
    buddhismus-deutschland.de


    crocus:

    Einerseits macht Institutionalisierung Sinn (die DBU gibt einige Gründe an), andererseits ahne ich finstere Schattenseiten. Ein Blick auf die Dramen in den evang./kath. Amtskirchen reicht mir.

    Warum so pessimistisch? Zwar sind Buddhisten letztlich auch nur Menschen, können irren und machen Fehler, aber sie sind ja auch gewarnt durch besagte "Dramen" in den christl. Amtskirchen...


    Einen "buddhistischen "Drewermann", der als "Häretiker" verunglimpft und ausgeschlossen wird, kann ich mir nicht recht vorstellen - Stephen Batchelor, der mit seiner Abkehr von zentralen dogmatischen Konzepten, wie Karma und Wiedergeburt, ja im Widerspruch zu den traditionellen Lehren der meisten in der DBU vertretenen Schulen steht, wird jedenfalls als Vertreter eines "säkularen Buddhismus" ("Buddhismus 2.0") akzeptiert und anerkannt:


    https://buddhismus-aktuell.de/autor/stephen-…hen%20Batchelor.


    Wer Probleme mit Institutionen hat, muss ja dort nicht Mitglied werden, aber die Vorteile einer Anerkennung als KdöR - wie sie auch void für Österreich anführte (# 4) - liegen auf der Hand...:)


    Wenn die Mutmaßung von KarmaHausmeister eintrifft, dass der Staat den KdöR-Status letztlich verweigert, um keinen Präzedenzfall zu schaffen, wäre das wohl für viele eine Enttäuschung.

    KarmaHausmeister:

    Der Staat will verhindern, dass problematische islamische Gruppen den KdöR-Status erhalten und sind deshalb gegenüber den Buddhisten eher zurückhaltend. Sollten die Buddhisten den KdöR-Status erhalten, wäre das ein Präzedenzfall, der die Türen für islamische Gruppen öffnen könnte.


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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