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Missbrauch in Plum Village

  • KarmaHausmeister
  • 13. Januar 2026 um 10:39
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  • KarmaHausmeister
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    • 13. Januar 2026 um 10:39
    • #1

    Ein Offener Brief als letzter Ausweg: Wie Plum Village beim Schutz vor Missbrauch versagte und was sich nun ändern muss.

    Missbrauch in Plum Village
    Ein Offener Brief als letzter Ausweg: Wie Plum Village beim Schutz vor Missbrauch versagte und was sich nun ändern muss.
    www.ursachewirkung.com

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • verrückter-narr
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    • 13. Januar 2026 um 12:25
    • #2

    Es ist bedauerlich, dass die betroffene Frau mit ihrem Anliegen nicht so ernst genommen wurde und sie als Mitschuldige an den Vorfällen behandelt wurde. Aus Sicht des Vinaya, der monastischen Ordensregeln, liegt aber beim sexuellen oder zärtlichen Austausch zwischen 2 Frauen und/oder Nonnen kein Vergehen vor. Der Vinaya reglementiert nur den Kontakt und Austausch, wenn einer der Beteiligten ein Mann wäre, d.h. wenn ein Mönch sexuellen Kontakt zu einer anderen Person männlichen oder weiblichen Geschlechts oder mit einem Tier hat, wäre dies ein Vergehen. Bei Nonnen ist der sexuelle Kontakt nur zu einer männlichen Person oder einem männlichen Tier ein Vergehen, nicht aber mit einer weiblichen Person oder weiblichen Tier.

    Vinaya-Piṭaka IV - Bhikkhuni-Vibhanga

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    • 13. Januar 2026 um 12:52
    • #3

    Lieber verrückter Narr,


    verrückter-narr:

    Aus Sicht des Vinaya, der monastischen Ordensregeln, liegt aber beim sexuellen oder zärtlichen Austausch zwischen 2 Frauen und/oder Nonnen kein Vergehen vor.


    ich verstehe Deinen Beitrag leider nicht. Es geht ja eben nicht um einvernehmliche Sexualität, sondern um Missbrauch.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • verrückter-narr
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    • 13. Januar 2026 um 13:55
    • #4
    Aravind:

    Lieber verrückter Narr,


    ich verstehe Deinen Beitrag leider nicht. Es geht ja eben nicht um einvernehmliche Sexualität, sondern um Missbrauch.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Liebe/r Aravind, Jam hat die Situation als Missbrauch empfunden, aber da wir hier ein buddhistisches Forum sind, sollte man auch die buddhistische Perspektive berücksichtigen, und hierauf bezieht sich mein Kommentar. Nach den monastischen Vinaya Regeln liegt wahrscheinlich kein Vergehen vor, weshalb vielleicht die Verantwortlichen in Plum Village so gehandelt haben. Soweit ich die Geschichte verstanden habe, hat die andere Nonne auch keine körperliche Gewalt usw. angewendet. Auch ist es leider fraglich, ob sich strafrechtlich der Missbrauchsvorwurf so vor Gericht vertreten lässt.

  • KarmaHausmeister
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    • 13. Januar 2026 um 15:54
    • #5
    verrückter-narr:
    Aravind:

    Lieber verrückter Narr,


    ich verstehe Deinen Beitrag leider nicht. Es geht ja eben nicht um einvernehmliche Sexualität, sondern um Missbrauch.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Liebe/r Aravind, Jam hat die Situation als Missbrauch empfunden, aber da wir hier ein buddhistisches Forum sind, sollte man auch die buddhistische Perspektive berücksichtigen, und hierauf bezieht sich mein Kommentar. Nach den monastischen Vinaya Regeln liegt wahrscheinlich kein Vergehen vor, weshalb vielleicht die Verantwortlichen in Plum Village so gehandelt haben. Soweit ich die Geschichte verstanden habe, hat die andere Nonne auch keine körperliche Gewalt usw. angewendet. Auch ist es leider fraglich, ob sich strafrechtlich der Missbrauchsvorwurf so vor Gericht vertreten lässt.

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    Nun, zunächst: Missbrauch fängt nicht erst da an, wo körperliche Gewalt gebraucht wird und wo strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen. Er beginnt bereits bei Manipulation auf psychologischer Ebene.


    Die buddhistische Perspektive kann nicht nur von den Ordensregeln ausgehen. Sie geht ganz allgemein von der Forderung nach Nicht-Schädigung, das Abstehen von unheilsamen Handlungen aus.


    Abgesehen davon sind die Vinaya schon etwas älter, was sich unzweifelhaft in der geschlechtsspezifischen Beurteilung von Sexualität ausdrückt - weshalb sie schon allein deshalb hier nicht als alleinige Beurteilungsgrundlage taugt. Es ist auch nicht besonders buddhistisch, blind an Überkommenem festzuhalten und aktuelle Erkenntnisse zu ignorieren, hier in der Frage, was als Missbrauch zu werten ist und was nicht.

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    • 14. Januar 2026 um 19:33
    • #6

    Artikel berichtet leider sehr einseitig, die Darstellung der Lehrerin fehlt komplett. Dafür wird gleich ein Notstand in Plum-Village ausgerufen. Ich persönlich kenne die Organisation nicht und kann mit dieser Information keine Meinung bilden.

    Vielleicht ist die Situation dort nicht anders als sonst wo auch: allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann?

    ...seid euch selbst die Zuflucht ... die Lehre sei euch Zuflucht, habt keine andere Zuflucht (DN16)

  • pano
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    • 15. Januar 2026 um 06:52
    • #7

    Buddhistische Sangha brauchen denke ich unabhängige erfahrene Ombudsstellen. Das wäre gut für Opfer von Missbrauch wie auch die von missbrauch Beschuldigten.


    Unabhängig um Interessenskonflikte zu vermeiden. Erfahren weil mit einer gewissen Routine weniger schief läuft.

  • Qualia
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    • 15. Januar 2026 um 08:43
    • #8

    Demnächst ist Missbrauch schon, wenn man eine Meinung sagt, die einem als Missbrauch der Sprache von irgendeinem verwirrten Egoisten vorgeworfen werden kann. Oh ist ja schon so.

    Kulturelle Aneignung.

    Benennungen aus Jahrhunderten sind ein Verbrechen. Schweinefleischverbot, weil es eine nicht zur Mehrheit der Bevölkerung gehörende Religionsgemeinschaft verletzen könnte. Juden haben nie dem Volk, in dem sie leben, koscheres Leben aufzuzwingen versucht.

    Einer in oder von außen einer Gemeinschaft braucht nur zu behaupten, dass die Berührung eines anderen Missbrauch ist, und schon ist die ganze Gemeinschaft diskreditiert.


    Kommt doch bitte mal auf den Boden der Gesetze und deren Schutz durch Gerichte zurück. Zu dem von mir genannten gibt es kein Urteil von einem Gericht. Alles nur persönliche Meinungen über Verbrechen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 15. Januar 2026 um 09:31
    • #9

    Danke Qualia, auch ich habe sofort gedacht, was denn noch?


    Als vor Jahren der Missbrauch an Kindern publik wurde, fürchtete der Sohn meines Mannes, dass es schon bedenklich ist, einem kleinen Kind über den Kopf zu streichen.


    Es ist ein "Naturgesetz", dass sich entsprechende Maßnahmen sowohl in die eine als auch die andere Richtung verselbständigen.

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    • 15. Januar 2026 um 10:12
    • #10

    OT

    David Seven Deers ist stolz, Indianer zu sein. Dass wir das Wort nicht mehr benutzen dürfen, hält er für Quatsch.


    David Seven Deers hat letztes Jahr in Lübeck im Museum gearbeitet, vor vielen Jahren in Hamburg und eine Hamburgerin geheiratet. Sie leben in seiner Heimat Kanada.


    Sorry, aber das musste ich mal da mit reinbringen.;)

    _()_

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    • 15. Januar 2026 um 10:17
    • #11

    Kennt Ihr die Geschichte der 2 Mönche?

    Sie wanderten gemeinsam, kamen an einen Fluss. Dort stand eine junge Frau und bat um Hilfe, weil sie den Fluss nicht überqueren konnte.


    Der eine nahm sie auf seine Schultern und trug sie rüber, setzte sie ab und wanderte mit seinem "Bruder" weiter.


    Dieser sagte nach einiger Zeit "Du weißt doch, dass wir Frauen nicht berühren dürfen ..."

    Der andere antwortete "Ich habe sie vor 2 Stunden abgesetzt, Du trägst sie immer noch bei Dir".

    _()_Monika

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    • 15. Januar 2026 um 15:00
    • #12
    verrückter-narr:

    Es ist bedauerlich, dass die betroffene Frau mit ihrem Anliegen nicht so ernst genommen wurde und sie als Mitschuldige an den Vorfällen behandelt wurde. Aus Sicht des Vinaya, der monastischen Ordensregeln, liegt aber beim sexuellen oder zärtlichen Austausch zwischen 2 Frauen und/oder Nonnen kein Vergehen vor. Der Vinaya reglementiert nur den Kontakt und Austausch, wenn einer der Beteiligten ein Mann wäre, d.h. wenn ein Mönch sexuellen Kontakt zu einer anderen Person männlichen oder weiblichen Geschlechts oder mit einem Tier hat, wäre dies ein Vergehen. Bei Nonnen ist der sexuelle Kontakt nur zu einer männlichen Person oder einem männlichen Tier ein Vergehen, nicht aber mit einer weiblichen Person oder weiblichen Tier.

    https://www.palikanon.com/vinaya/4-bhi-v/bhi.htm

    Ok, lass uns das zu Ende denken. In der Tat, sexuelle Handlungen, bei denen nicht das Sexualorgan in eines der drei Tore eindringt, sind laut Vinaya kein pārājika, das (IR) zum Ordensausschluss führt.

    Heißt das, dass das dann ok ist?
    Wenn ja, es gibt leider auch den Missbrauch von Mönchen im Kinderalter. Wenn nun ein erwachsener Mönch ein Kind (das als Mönch im Kloster lebt) sexuell missbraucht und dabei "nicht das Sexualorgan in eines der drei Tore eindringt", dann ist das laut Vinaya kein pārājika und führt auch nicht zum Ordensausschluss.


    Ist deshalb das Verhalten ethisch korrekt oder nicht strafbar? Kann man es ignorieren, weil es ja nicht gegen die Ordensregeln verstößt? Ist es tolerierbar?

    Man muss bei allen Religionen / Orden zwischen den Regeln der Religion / des Ordens, der staatlichen Regulierungen und der Ethik im gesellschaftlichen Sinne bzw. im Sinne der zwischemenschlichen Beziehungen (nicht-schädigen) unterscheiden.


    Arte hatte im übrigen eine gute und schockierende Dokumentation aus Thailand veröffentlicht, wie dort in Klöstern pädophile Ringe entstanden sind und wegen der Vinaya Regelungen die missbräuchlichen Mönche nicht ausgeschlossen wurden!

    Bezüglich der schädigenden Dynamiken in Beziehungen mit Machtgefälle zitiere ich die Psychologin Dr. Maya Schuppli-Delpy:

    »Grundsätzlich ist nicht die Sexualität als solche oder die sexuellen Handlungen an sich das Traumatische, sondern die Ausbeutung der Abhängigkeit und des Vertrauens. … Rat- und hilfesuchende Menschen … sind a priori in einer unterlegenen, verletzlichen und abhängigen Position. Sie sind auf die persönliche Integrität, die Uneigennützigkeit und die Kompetenz der hilfeleistenden Person angewiesen. Es besteht eine Asymmetrie in diesen Beziehungen … das Ausnutzen dieser Machtposition zugunsten eigener zB sexueller Bedürfnisse [ist] ein Missbrauch des Vertrauens, welcher nicht nur die Patientin traumatisiert, sondern auch die Essenz unseres Berufs verrät. Risikofaktor, ob ein Mensch in einer abhängigen Position sexuell ausgebeutet wird, ist nicht die Persönlichkeitsstruktur oder die Psychopathologie des Betroffenen, sondern diejenige des Therapeuten, Pflegers etc.«

    Siehe auch meine Gedanken und Analysen zum Thema auf meinem Blog:

    Buddhistische Lehrer können ruhig Sex mit ihren SchülerInnen haben, oder?
    Im Grenzbereich der Lehrer-Schüler-Beziehung: Sex, Liebesbeziehungen, sexualisierte Gewalt

  • TenzinP
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    • 15. Januar 2026 um 15:06
    • #13
    Monikamarie:

    Kennt Ihr die Geschichte der 2 Mönche?

    Sie wanderten gemeinsam, kamen an einen Fluss. Dort stand eine junge Frau und bat um Hilfe, weil sie den Fluss nicht überqueren konnte.


    Der eine nahm sie auf seine Schultern und trug sie rüber, setzte sie ab und wanderte mit seinem "Bruder" weiter.


    Dieser sagte nach einiger Zeit "Du weißt doch, dass wir Frauen nicht berühren dürfen ..."

    Der andere antwortete "Ich habe sie vor 2 Stunden abgesetzt, Du trägst sie immer noch bei Dir".

    _()_Monika

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    Kennt ihr die Worte vom Buddha bezüglich Lob und Tadel?

    Lob und Tadel aussprechen


    Mit fünf Dingen behaftet, ihr Mönche, gelangt der im Kloster lebende Mönch, wie er sich’s erwirkt, zur Hölle. Welches sind diese fünf? (l) Ohne verstanden und geprüft zu haben, lobt er den Tadelnswerten, (2) tadelt den Lobenswerten; (3) ohne verstanden und geprüft zu haben, billigt er, was man missbilligen sollte, und (4) missbilligt, was man billigen sollte; und (5) das aus Vertrauen Gegebene macht er zunichte. Mit diesen fünf Dingen behaftet, ihr Mönche, gelangt der im Kloster lebende Mönch, wie er sich’s erwirkt, zur Hölle.


    Mit fünf Dingen ausgestattet, ihr Mönche, gelangt der im Kloster lebende Mönch, wie er sich’s erwirkt, in himmlisches Dasein. Welches sind diese fünf? (l) Nachdem er verstanden und geprüft hat, tadelt er den Tadelnswerten, (2) lobt den Lobenswerten; (3) weil er verstanden und geprüft hat, missbilligt er, was man missbilligen sollte, und billigt (4), was man billigen sollte; und (5) das aus Vertrauen Gegebene macht er nicht zunichte. Mit diesen fünf Dingen ausgestattet, ihr Mönche, gelangt der im Kloster lebende Mönch, wie er sich’s erwirkt, in himmlisches Dasein.

    (aus A 5:236)

    Was der Buddha über Lob, Kritik und Tadel sagte


    Der Buddha hat Fehlverhalten nicht ignoriert, sondern Vorwürfe (auch wenn sie mit starker Wut an ihn herangetragen wurden) von Nicht-Ordinierten und Ordinierten immer ernst genommen, zugehört und den (mutmaßlichen) Täter damit konfrontiert. Fehlverhalten hat er nicht toleriert und auch nicht gesagt, man soll Fehlverhalten einfach ignorieren oder loslassen.


    Mal abgesehen davon. Die von dir zitierte Regel dreht sich darum, Frauen nicht aus Anhaftung oder Begehren zu berühren. Das war in dem Fall nicht gegeben. Hier berichtet aber eine Nonnen-Anwärterin von Manipulation, Ausnutzen der Lehrer-Schüler-Beziehung usw. Eine völlig andere Situation…

    Einmal editiert, zuletzt von TenzinP (15. Januar 2026 um 15:34) aus folgendem Grund: ReFehler korr

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    • 15. Januar 2026 um 15:11
    • #14
    Rimi Dalv:

    Artikel berichtet leider sehr einseitig, die Darstellung der Lehrerin fehlt komplett. Dafür wird gleich ein Notstand in Plum-Village ausgerufen. Ich persönlich kenne die Organisation nicht und kann mit dieser Information keine Meinung bilden.

    Vielleicht ist die Situation dort nicht anders als sonst wo auch: allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann?

    Sicherlich ist und wäre es hilfreich eine Stellungnahme von PV einzuholen. Andererseits, die betroffene Person von sexualisierter Gewalt ist immer in der schwächeren Position. Deshalb finde ich es erstmal völlig ok. ihr einen Lautsprecher zu geben.

    Ich bin im Übrigen mit "Jam" in Kontakt. Vor ca. 2 Jahren habe ich einer Person aus PV unterstützt eine Missbrauchssituation einzuordnen und zu verarbeiten. Jams Geschichte ist also auch aus meiner Perspektive heraus kein Einzelfall. Insgesamt erscheint sie mir sehr glaubwürdig.

  • Online
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    • 15. Januar 2026 um 15:17
    • #15

    Danke TenzinP, mein Beitrag bezieht sich auf Qualias.

    Mit meinem Beitrag meine ich all jene hier im Forum, die nur des Geschwätzes wegen "die Frau noch auf den Schultern tragen".


    Der Missbrauch in Klöstern oder sonstwo ist natürlich zu ahnden und gehört bestraft.


    Mir fehlt hier das Unterscheidungsvermögen und das Nichtherausreissen aus dem Kontext - und somit Verdrehen ...

    _()_

  • KarmaHausmeister
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    • 15. Januar 2026 um 15:22
    • #16

    Zur Info für alle Mitlesenden und Interessierten: Ich habe mich heute an die Pressestelle von Plum Village gewandt und nach einer Stellungnahme zu dem Bericht gefragt. Mir wurde auch umgehend und freundlich der Eingang meiner Anfrage bestätigt und mitgeteilt, dass man sie an die zuständige Dharmalehrer:in weitergeleitet habe.

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  • TenzinP
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    • 15. Januar 2026 um 15:30
    • #17
    Monikamarie:

    Danke TenzinP, mein Beitrag bezieht sich auf Qualias.

    Mit meinem Beitrag meine ich all jene hier im Forum, die nur des Geschwätzes wegen "die Frau noch auf den Schultern tragen".


    Der Missbrauch in Klöstern oder sonstwo ist natürlich zu ahnden und gehört bestraft.


    Mir fehlt hier das Unterscheidungsvermögen und das Nichtherausreissen aus dem Kontext - und somit Verdrehen ...

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    Oh, entschuldige bitte, das hatte ich missverstanden! Hatte gedacht, das bezieht sich darauf, dass überhaupt über die (mutmaßlichen) Übergriffe diskutiert wird. Danke für die Richtigstellung Monikamarie 🙏

  • Aravind
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    • 17. Januar 2026 um 13:56
    • #18
    verrückter-narr:

    Liebe/r Aravind, Jam hat die Situation als Missbrauch empfunden, aber da wir hier ein buddhistisches Forum sind, sollte man auch die buddhistische Perspektive berücksichtigen, und hierauf bezieht sich mein Kommentar.

    Danke für die Erläuterung. Das gibt dem Fall völlig unabhängig vom konkreten Wahrheitsgehalt noch eine andere Dimension, finde ich. (so wie es auch KarmaHausmeister und TenzinP anklingen lassen.)


    Dass heißt, wenn es sich um einen männlichen ordinierten Lehrer und einen männlichen Schüler gehandelt hätte, dann wären beide nach den Ordensregeln wegen Ausübung des Geschlechtsverkehrs bestraft worden, und der Missbrauch der Lehrerposition würde nach den Ordensregeln keine Rolle spielen? Klingt für mich so, als müssten diese Regeln dringen erweitert werden.


    verrückter-narr:

    Auch ist es leider fraglich, ob sich strafrechtlich der Missbrauchsvorwurf so vor Gericht vertreten lässt.

    Da hast Du sicher recht, das scheint nicht nur fraglich, sondern das halte ich für praktisch praktisch ausgeschlossen. Es würde nicht einmal zu einem Verfahren kommen.


    Deshalb sollten für buddhistische Lehrer unabhängig von diesem Fall endlich die gleichen Regeln gelten, die für andere Personen mit einem besonderen Vertrauensverhältnis gelten, die ihre Position missbräuchlich nutzen, wie Lehrer, Therapeuten, Ärzte und ähnliche Berufsgruppen.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • pano
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    • 17. Januar 2026 um 16:51
    • #19

    Es ist auch total sinnvoll dass wir im Strafrecht hohe Hürden für eine Verurteilung haben. Eine Organisation muss aber auch Entscheidungen treffen wenn keine Strafbarkeit besteht.

  • KarmaHausmeister
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    • 17. Januar 2026 um 17:39
    • #20
    Aravind:

    Deshalb sollten für buddhistische Lehrer unabhängig von diesem Fall endlich die gleichen Regeln gelten, die für andere Personen mit einem besonderen Vertrauensverhältnis gelten, die ihre Position missbräuchlich nutzen, wie Lehrer, Therapeuten, Ärzte und ähnliche Berufsgruppen.


    DAS ist die richtige Forderung!


    Wenn sich ein Therapeut mit einem Patienten einlässt, verliert er seinen Job. Das muss bei spirituell Lehrenden ebenso der Fall sein.

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  • crocus
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    • 18. Januar 2026 um 10:53
    • #21

    Vorsicht mit mutigen Verallgemeinerungen:
    Zwischen Aravind: "...ihre Position missbräuchlich nutzen" und
    KarmaHausmeister: ...sich mit einer Vertrauensperson "einlassen"
    ist ein Unterschied: der Missbrauch. Es könnte ja einvernehmlich sein.


    Wenn Padmasambhava sich nicht mit Yeshe Tsogyal und Mandarava "eingelassen" hätte, würden Dakinis und Überlieferungen (z.B. Termas) fehlen. Wahrscheinlich würden sämtliche Yoginitantras fehlen (Hevajra, Chakrasamvara, Vajrayogini etc. Und ohne diese wären Naropa und Milarepa wohl kleine Schriftgelehrte geblieben.
    Es ist halt die bekannte Frage: Soll man etwas generell verbieten, nur weil einige ihre Position missbrauchen?

  • Aravind
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    • 19. Januar 2026 um 14:51
    • #22
    crocus:

    ist ein Unterschied: der Missbrauch. Es könnte ja einvernehmlich sein.

    Tatsächlich gilt im Bereich der Therapie etc eine Art "Beweisumkehr". Wegen des Machtgefälles geht man von einer missbräuchlichen Beziehung aus. Was nicht heißt, dass man dann eine Beziehung auf Augenhöhe nicht glaubhaft machen kann.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • KarmaHausmeister
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    • 19. Januar 2026 um 16:23
    • #23

    Die Ursache\Wirkung-Redaktion bat Plum Village um Stellungnahme zu den Missbrauchsvorwürfen. Plum Village hat umgehend reagiert:


    Monsieur Hortz, Rédacteur en chef,

    Nous avons bien reçu votre message relatif au message envoyé par Jam. Merci de nous l’avoir envoyé. Veuillez trouver en pièce attachée notre déclaration sur l’intégrité et la protection de tous.tes les pratiquant·es au Village des Pruniers.

    Nous souscrivons entièrement à ce que vous avez écrit. Nous avons pleinement conscience du fait que cette situation n’aurait jamais dû se produire au sein d’une communauté spirituelle. Nous savons bien entendu qu’une réponse à posteriori ne peut ni effacer ni réparer les blessures subies.

    Depuis 2022, nous avons mis en place des mesures de protection (safeguarding) afin de mieux protéger toutes les personnes qui participent à nos retraites. Nous nous engageons à continuer de faire évoluer et d'améliorer ces mesures.

    Nous prenons en considération avec sérieux tous ceux et toutes celles qui nous font part de situations d’abus au sein de nos communautés. Vous évoquez des cas passés : ils ont été traités de manière ouverte et, selon le cas, avec des annonces publiques. Nous sommes déterminés à agir en toute transparence, tout en garantissant la discrétion et la protection de la vie privée auxquelles les parties concernées ont droit.

    Nous vous prions d’agréer, Monsieur, l’expression de nos salutations distinguées.

    Les sœurs de l'Hameau du Bas
    Représentants du Village des Pruniers

    Déclaration sur l’intégrité et la protection de tous.tes les pratiquant·es au Village des Pruniers


    Übersetzung mit Deepl:


    Sehr geehrter Herr Hortz, Chefredakteur,

    wir haben Ihre Nachricht bezüglich der von Jam gesendeten Nachricht erhalten. Vielen Dank dafür. Anbei finden Sie unsere Erklärung zur Integrität und zum Schutz aller Praktizierenden in Plum Village.

    Wir stimmen dem, was Sie geschrieben haben, voll und ganz zu. Wir sind uns voll und ganz bewusst, dass diese Situation in einer spirituellen Gemeinschaft niemals hätte auftreten dürfen. Wir wissen natürlich, dass eine nachträgliche Antwort die erlittenen Verletzungen weder auslöschen noch heilen kann.

    Seit 2022 haben wir Schutzmaßnahmen (Safeguarding) eingeführt, um alle Personen, die an unseren Retreats teilnehmen, besser zu schützen. Wir verpflichten uns, diese Maßnahmen weiterzuentwickeln und zu verbessern.

    Wir nehmen alle Personen, die uns Missbrauchsfälle innerhalb unserer Gemeinschaften melden, ernst. Sie erwähnen Fälle aus der Vergangenheit: Diese wurden offen behandelt und je nach Fall öffentlich bekannt gegeben. Wir sind entschlossen, in voller Transparenz zu handeln und gleichzeitig die Diskretion und den Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten, auf die die betroffenen Parteien Anspruch haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Schwestern von Hameau du Bas
    Vertreter des Dorfes Pruniers

    Erklärung zur Integrität und zum Schutz aller Praktizierenden in Plum Village

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • pano
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    • 19. Januar 2026 um 23:01
    • #24

    KarmaHausmeister sehr gut dass ihr Plum Village um Stellungnahme gebeten habt aber wäre das nicht journalistisch geboten gewesen vor der Besprechung des offenen Briefs ? Also für eine differenzierte Berichterstattung?

  • Tim1
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    Zen
    • 20. Januar 2026 um 08:01
    • #25

    Missbrauch scheint ein Dauerthema aller Kulturen, Völker und Religionen zu sein.


    Es ist zu verurteilen, nur dadurch wird es nicht aufhören.


    Der Missbrauch findet überall statt, in allen sozialen Schichten, Ländern, in den hochzivilisierten Ländern wie in weniger hoch entwickelten Ländern.


    Er betrifft mehrheitlich Frauen, leider auch Männer und Kinder.


    Bedauerlicherweise sehe ich hier keine wirkliche Verbesserung für die Zukunft.


    Ich kann nur für mich sprechen als Buddhist, aber vor allem als Mensch wäre es undenkbar!

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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