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Hilfe, zu viel meditiert ? Was ist rückwärts meditieren ?

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  • 15. November 2024 um 10:05
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    • 15. November 2024 um 10:05
    • #1

    Hallo, das hier geht eher an die geübten im Samatha/ Zazen ( ich gehöre nicht dazu ) ,

    ich habe eben noch einen Faden von mir gesucht, da ich so etwas ähnliches schon mal gefragt habe, aber ich konnte den Faden nicht mehr finden. Qualia hatte mir damals etwas dazu geantwortet.

    Meine Frage betrifft die Zustände und Erkenntnisse durch das Zazen und die Frage, ob man sie loslassen soll oder an ihnen anknüpfen. Wenn ja wie geht das ?

    Neulich hatte ich einen Zustand mit ein wenig Karuna, das haben ja manche mitbekommen.

    Das Karuna bezog sich nur auf einen Menschen.

    Ich habe über ihn eine neue Sicht gehabt, eine Erkenntnis.

    Gestern habe ich wieder einen ganz anderen Zustand gehabt.

    Ich konnte mich heute an beide Zustände erinnern, durch das Erinnern an die beiden Zustände habe ich ein wohliges Gefühl gehabt.

    Heute habe ich dann wieder versucht formal in die Stille zu gehen. Was schwierig war, da ich nich wusste, ob ich an meinen Erinenrungen anknüpfen soll, oder sie loslassen. Aber ich ließ sie los, da ich mich leer machen wollte.

    Ich habe den Eindruck gehabt, ich habe zurück meditiert. Aus einem wonnigen Gefühl, wieder zurück in die Sorgen, Ängste, Erschüttbarkeit. Das was ich sonst hatte. Dieses wie mit einem Bein auf Watte zu stehen, ist weg.


    Könnt ihr mit meiner Beschreibung etwas anfangen ? Was meint zurück meditieren ? Was meint vorwärts meditieren ?

    ( Die beiden Begriffe habe ich mal von einem bekannten Lehrer :heart: der tahilandischen Waldtradition aufgeschnappt, doch er hatte nicht erklärt was es meint, nur dass das nicht der richtige Weg sei ).


    LG :oops:

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

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    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    14 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (15. November 2024 um 10:58)

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    • 15. November 2024 um 11:16
    • #2
    Hingabe:

    Könnt ihr mit meiner Beschreibung etwas anfangen ?

    Nicht wirklich.

    Du wolltest Dich leer machen, aber es gelang nicht, stattdessen bist Du in Sorgen u.s.w. geraten ?

    Was meinst Du mit "formal in die Stille gehen", wie machst Du das ?

    :) :?

  • Hingabe
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    • 15. November 2024 um 11:26
    • #3

    Danke.

    JoJu91:

    Du wolltest Dich leer machen, aber es gelang nicht, stattdessen bist Du in Sorgen u.s.w. geraten ?

    Ja, es gelang mir nicht. :grinsen:

    JoJu91:

    Was meinst Du mit "formal in die Stille gehen", wie machst Du das ?

    Also sich hinsetzen, ein Objekt zum Üben ( der Atem ) hernehmen, versuchen in die Gedankenstille zu gleiten. Die Übung. Das was man macht, um in die Versenkung zu gehen.

    Es ist echt etwas kompliziert, muss ich zugeben. Aber ich habe es nur nicht raus, wie man übt, wenn man schon ein wenig was erkannt hat ( ok war nicht so viel ) , so dass man darauf anknüpft.

    Doch, da ich es nicht weiß, nicht wusste, ging ich wieder von vorne los, von unten den Berg hoch.

    :D

    Tatsächlich hat mich heute dieses nicht wissen, was zu tun ist, wie ich weiter üben soll, stark verunsichert. Ich habe dann das gemacht/ geübt, was ich sonst immer mache ( Atem beoachten ), versuchen leer zu werden- keine Gedanken. Fallen lassen. In sich fallen lassen.

    Bei raus gekommen ist nur, dass ich mich so fühle wie vorher, ehe ich die beiden Zustände kannte. Also klarer, aber auch die wohligen Gefühle mit weg sind. Es ist schwer zu verstehen, ich weiß.

    Meine Vermutung ist, dass wenn man es falsch macht ( das Haben wollen zu groß ist ), kann man aus einem forgeschrittenen Weg ( Zustand ) raus fallen, macht es selbst wieder zunichte. So erging es mir mal vor ein paar Jahren,

    Es ist wohl wichtig, wie man dann weiter übt. Nicht mit haben wollen.

    Nur, wenn man sich an einen Zustand erinnert, oder noch in einem ist, weiß ich nicht, wie man dann weiter übt. Merke gerade, dass ich mir die Frage doch beantwortet habe. Nicht mit Haben wollen. Also weiter leer werden, noch leerer. Aber ob das geht, wenn man den Atem beobachtet. Oder ist es dann Zeit was neues zu beobachten ?

    Wie Ayya Khema mal meinte: " Der Sinn ist nicht für immer den Atem zu beobachten ".

    Das ist aber sicher anders gemeint, Den Atem nehmen zu Beginn ist nicht falsch, nur die Einstellung muss stimmen. Und dann ist es egal, ob man in einem Zustand ist. Oder sich Erinnern kann. Das muss man loslassen ? Und sich auf was neues einlassen. Immer, oder ?

    Leer werden von Erinnerungen. Aber ginge es nicht auch anders ?

    Nur, wenn man in der Versenkung ist, sollte man was neues beobachten statt den Atem, so meinte Ayya Khema das. Also zB die Freude oder was sonst noch auftaucht.

    Ich war noch nicht bereit was neues zu beobachten, ich wusste nicht was ich üben soll, womit, welches Objekt, daher habe ich es so gemacht wie sonst auch.

    Einfach weiter ausprobieren. :P

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    5 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (15. November 2024 um 11:52)

  • Qualia
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    • 15. November 2024 um 12:19
    • #4

    Wenn du nichts mehr durch Sitzen erreichen willst, also auch nicht formales Sitzen, dann kommst du automatisch in eine „Welt“, die irgendwie nicht wahrnehmbar ist. Da kannst du mit deinen Gedanken alles erreichen, Freude oder Bedrückung. Wie du es bemerkt hast.

    Buddha meint mit Samadhi etwas anderes, nämlich das Ziel hinter Freude oder Bedrückung. Die „Welt“, in der man nichts mehr wahrnehmen möchte. Diese kennst du schon.

    Der „Fehler“ ist, dass du sie erreichen wolltest, durch formales Sitzen. Das ist unmöglich, du musst die Welt des Wollens verlassen, schon vor dem Sitzen.

    Die buddhistischen Schulen sind voll davon, von formalem Sitzen. Das ist gut so, denn es schafft den großen Zweifel an dieser Art des Übens. Sie nicht mehr als Ritual und nicht mehr als Gebot/Gesetz zu sehen erfordert den großen Willen, dieses zu leben erfordert großen Mut. Auch bei mir, denn das real auszusprechen vor Buddhisten brachte mich in große Schwierigkeiten mit Buddhisten.

    Mir reichen schon wenige Sekunden, um da zu sein. Sitzen nutze ich nur, wenn mich weltliche Sorgen, Trauer, überbordende Glückseligkeit bedrücken, damit ich sie loslassen kann.

    :grinsen: Ganz einfach:

    Das nur Sitzen und Erfahren der „leeren“ Welt ist keine Übung. Das macht man einfach.

    Der Erfolg zeigte sich dir nach dem Sitzen in Karuna, scheinbar nur kurz, ein Erlebnis der Freude beim Erkennen.

    Leider ist Erleuchtung vergänglich. Einmal erlebt, stellt sie sich bei Karuna jedenfalls nicht mehr ein. Und doch wird Karuna irgendwie normal. Diese erste erfahrene Unermesslichkeit löst eine andere der Vier Unermesslichen aus, bis alle vier vollkommen normal sind und keine Beachtung mehr benötigen und keine Freude mehr erzeugen.

    Wie kann das unterbrochen werden? Ganz einfach so wie du es gemacht hast: durch Festhalten und Wiedererwecken wollen, dieser Freude.

    Das ist eines der größten Hindernisse zur Befreiung: An einer Sinnesfreude oder einem Sinnesleiden festhalten, entweder durch Wiederhaben wollen oder durch nie wiederhaben wollen.

    Setz dich einfach hin, sei leer und wenn du wieder aufstehst, wird sich etwas Freudiges oder nicht Freudiges zeigen und dann kannst du dich darum kümmern, aber niemals im Sitzen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    • 15. November 2024 um 12:26
    • #5

    Ok danke Qualia. Es hat mich heute echt gehemmt, das ich nicht wusste wie ich weiter üben soll. Aber da ich sie schweren Herzens losgelassen habe, die Erinnerung, stehe ich so wie wieder bei 0.

    Aber frisch und ohne Bedauern.

    Es stimmt aber dennoch, dass ich etwas Schönes wieder erleben wollte. Da hast du recht.

    Und du hast auch recht, leer werden geht nicht mit etwas Haben, etwas erreichen wollen.

    Nur zu Beginn ein Ziel setzen, dieses Ziel aber wieder loslassen und dann anfangen mit der Übung. :)

    Ich lese deinen Beitrag nachher noch einmal. Denke, dass ich es irgendwann kapiere, wie man weiter übt, wenn man mal in einem Zustand war.

    Also immer loslassen. Das ist der Tipp, die Lösung.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (15. November 2024 um 12:36)

  • Qualia
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    • 15. November 2024 um 12:41
    • #6

    Das Sitzen unterbricht ganz bewusst das haben-nicht haben wollen. Die Geistesgifte. Man könnte behaupten, dass Schlaf das auch macht, ganz sicher macht er das sogar. Doch die Übung des sich hellwach zu versenken hat eine wesentlich stärkere Wirkung, bei der Bewältigung aller Konditionierungen durch das vergangene, nur aus dem Schlaf erwachte Handeln.

    „Erwachen“ ist das aus dem Sitzen Erwachen und nicht das aus einem Nickerchen oder Schlaf.

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    • 15. November 2024 um 13:12
    • #7

    Ja,

    Qualia:

    Das Sitzen unterbricht ganz bewusst das haben-nicht haben wollen

    und dann ist alles futsch, fließt den Bach runter, wenn man nicht achtsam ist. Also dann ist nichts mit Anknüpfen, könnte man so sagen. Anknüpfen ohne haben wollen, wäre möglich. Theoretisch. Also, weiter ausprobieren.

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    4 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (15. November 2024 um 13:47)

  • Qualia
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    • 15. November 2024 um 14:29
    • #8

    Ich beschreibe nur das Sitzen, nicht das nach oder vor dem Sitzen.

    Vor und nach dem Sitzen ist alles wieder da, nichts ist den Bach runter, dann ist Achtsamkeit.

    Alles nicht während des Sitzens.

    Das Sitzen ist der Weg in die Leere von alldem vor und nach dem Sitzen, das auch während des Sitzens existiert.

    Wohin solltest du denn wohl auftauchen aus der Versenkung, wo sollte die Leere sein, wenn nicht mitten in allem?

    Meditation, Mitte Leere sein.

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    • 16. November 2024 um 11:09
    • #9
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    Meine Frage betrifft die Zustände und Erkenntnisse durch das Zazen und die Frage, ob man sie loslassen soll oder an ihnen anknüpfen.

    Das ist eine komplexe Frage. Erstmal ist es ja so, dass Meditieren den Geist langweilt und er sich alle möglichen Beschäftigungen und Projekte sucht. Die Beschäftigungen mit bestimmten Zustanden und Erkenntnissen ( und die Jagd) kann leicht zu so einem Projekt werden. Man findet dann bestimmte Zustände als besonders gut, manche Erkenntnisse ans besonders wertvoll und möchte an sie anknüpfen & was natürlich Frustration bringt wenn es nicht klappt.

  • ewald
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    • 16. November 2024 um 14:36
    • #10

    Das Zazen hat alle diese Konflikte nicht, das Sitzen ist einfach nur eine Form der inneren Entspannung. Die Gedanken dabei rühren aus dem Alltag und der eigenen Persönlichkeit. Wer Ängste hat, im Alltag wird auch beim Zazen Gedanken der Ängstlichkeit entwickeln und so das erleben, was sonst auch passiert. Das Sitzen ist nicht unabhängig vom eigenen Gehirn und Geist. Deshalb empfiehlt Buddha das achtsame Verhalten im Alltag, das ist die Grundlage für ein entspanntes Zazen. Deshalb haben Japaner einen ganz bestimmten Lebenswandel mit ganz bestimmten Werten, damit sie dann im Zazen keine Gedanken brauchen, die sie ablenken. Es ist ein Irrglaube, dass das Zazen das Leben gut macht, es ist eine Wechselwirkung, gutes Leben bedeutet gutes Zazen und umgekehrt. Das Sitzen ist Teil des Lebens und weniger eine Sondermaßnahme zur Regulierung. Von vorwärts oder rückwärts meditieren habe ich noch nie gehört.

  • KarmaHausmeister
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    • 16. November 2024 um 23:31
    • #11

    Meine Sicht dazu: Nicht an das „wohlige Gefühl“ anknüpfen, denn dann bist du voll in der Anhaftung, im Haben-Wollen. Dabei geht es bei der gesamten buddhistischen Praxis ums Loslassen.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

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    • 17. November 2024 um 05:29
    • #12

    Zazen selbst kann natürlich ein Stressor sein, das ist empirisch belegt.

    Es ist ja kein Geheimnis das viele in der spirituellen Szene den Bezug zur Realität verlieren. Das rührt meiner Meinung nach daher, dass sie überstresst sind, und dieser Stress sich, unter anderem auch ausgelöst durchs übermäßige oder "falsche" Meditieren sich verfestigt. Die Art des Gurus spielt dabei auch eine entscheidende Rolle.

    Derealisation ist eine mögliche Nebenwirkung, das verwechseln dann einige mit einer "besonderen" Erfahrung, davor wird auch in buddhistischen Schriften gewarnt, in einem solchen Zustand können sich realitätsferne Glaubenssätze manifestieren. Ist ja genauso bei den ganzen Psychedelischen Nutzern, die dir dann erzählen wie toll Pilze sind. Beim nachhacken erzählen sie dann plötzlich doch von etlichen Bad Trips, das gehöre dazu, daraus lerne man. Den gleichen Unfug hört man dann auch von den Meditanten.

  • Qualia
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    • 17. November 2024 um 07:51
    • #13

    Was Zazen angeht, stimme ich den Meinungen zu, aber ich schreibe nicht von Zazen oder Zen, auch nicht von anderen Methoden. Mein Versagen in den Methoden hat mich erst zu Sitzen gebracht, da ist keine Konditionierung nötig, auch keine Theorie. Das Sitzen befreit von und ändert das Handeln direkt.

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  • ewald
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    • 17. November 2024 um 15:01
    • #14

    Zazen ist die Sitzmeditation des Zen-Buddhismus. Man kann also nicht Zazen, als Methode anwenden, um sich zu heilen, wenn man alle anderen Lebensinhalte des Zen außen vor lässt. Dieses schweigende Sitzen auf den Atem lauschend hat nur dann eine positive Wirkung im Gehirn, wenn die Lebensumstände dementsprechend sind. Wer den ganzen Tag aufgeregt oder gestresst ist, gelingt die innere Versenkung in sich selbst beim Sitzen nicht, er wird stets nach außen schauen und auf Linderung hoffen. Die Lösung liegt im Inneren, das kann man beim Zazen erfahren, aber nur wenn eine Grundgelassenheit im Alltag vorhanden ist.

  • Qualia
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    • 17. November 2024 um 15:44
    • #15

    Mein vom Sitzen schreiben ist das Sitzen, das bleibt, wenn Zazen losgelassen wurde.

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    • 17. November 2024 um 17:35
    • #16
    Hingabe:

    Ich habe den Eindruck gehabt, ich habe zurück meditiert. Aus einem wonnigen Gefühl, wieder zurück in die Sorgen, Ängste, Erschüttbarkeit. Das was ich sonst hatte. Dieses wie mit einem Bein auf Watte zu stehen, ist weg.

    Was zurück meditieren heißen soll, weiß ich auch nicht. Aber Du hast Glück, Du konntest live und bewusst erleben, wie auch innerhalb der Praxis Anhaftungen eine große Rolle spielen. So wie KarmaHausmeister auch geschrieben hat.

    Was Du erlebst, sind Gier und Hass auf dem Kissen. Gier ("Ich will dieses wonnige Gefühl wieder haben, sonst weigere ich mich, glücklich zu sein.") und Hass ("Ich will dieses Scheiß-Gefühl wieder los werden, sonst weigere ich mich, glücklich zu sein.")

    Da Du an diesen Gefühlen im gegenwärtigen Moment nichts ändern kannst, bleibt nur: Weiter beobachten (auch Deine Reaktionen). Kann ja auch ganz spannend sein.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Qualia
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    • 18. November 2024 um 09:19
    • #17

    „Vorwärtsmeditieren“ sehe ich als das an, was Meditation machen soll: Mir klarmachen, wann ich Geistesgifte anwende, wann ich mich hindere, sie anzuwenden, wann ich sie vergessen habe.

    Wut, Ärger, Zweifel, Trauer, Freude, erkennen und loslassen.

    „Rückwärtsmeditieren“ geschieht, wenn man Verlangen nach Losgelassenem in der Meditation zulässt. Dieses Wiedererreichen wollen, des Schönen bewirkt schmerzhaftes Auftauchen der heftigeren Geistesgifte. Bringt die meisten Menschen dazu, Meditation nur noch als Entspannungsübung/Yoga/Autogenes Training zu sehen oder aufzugeben.

    Goethe lässt Faust sagen: Oh, Augenblick, du bist so schön, magst in Äonen nicht untergehen.

    Der wagemutige Faust besiegelt damit den Vertrag mit Blut, dass, wenn er das jemals sagen und fühlen wird, er getrost zur Hölle fahren kann. Das ist der Glaube eines vom Leben gemaßregelten Nihilisten.

    Buddha sagt das etwas anders: Das Festhalten des ach so schönen Augenblicks ist sofort auf dem Weg des Leidens sein, den mittleren Weg verlassen und sich an einem Ufer des Lebensstromes festzuhalten.

    Wer sich an einem Ufer festhält, setzt sich der Strömung und den Turbulenzen des Schicksals aus, er wird losgerissen und er kämpft verzweifelt um den Halt am Ufer.

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    • 19. November 2024 um 18:05
    • #18

    Kurz gesagt, nur tote Fische schwimmen mit dem Fluss.

  • Qualia
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    • 20. November 2024 um 00:28
    • #19

    Tote Fische schwimmen nicht, bestenfalls treiben sie im Fluss.

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  • ewald
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    • 20. November 2024 um 11:27
    • #20

    Wie auch immer, auf jeden Fall ist der Widerstand nötig, sonst gibt es kein erfülltes Leben.

  • Qualia
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    • 20. November 2024 um 12:26
    • #21

    Widerstand muss sein, sonst kommt es nicht zur Aktivität und damit zur Ernährung und Lebenserhalt. Zum Handeln und sei es nur atmen.

    Das Zerfallene oder Zusammengesetzte ohne Leben empfindet nie Widerstand.

    Als Mensch muss ich Widerstand nicht nur empfinden, sondern ausleben, aber darf Widerstand nicht als Last oder Freude glauben.

    Golas „Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst“

    Kein Widerstand, kein Widerstand. Ist nur der halbe Satz:

    Kein Widerstand dem Widerstand, den ich als Grenze meiner geglaubten Möglichkeiten glaube zu erkennen.

    Kein Widerstand gegenüber dem Leben. Leben ist auf diese Weise ein Kredit des Todes und den zahlen wir mit unserem Leben leben zurück, mit unserem Sterben ist alles bezahlt.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Hingabe
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    • 20. November 2024 um 14:01
    • #22
    ewald:

    Deshalb haben Japaner einen ganz bestimmten Lebenswandel mit ganz bestimmten Werten, damit sie dann im Zazen keine Gedanken brauchen, die sie ablenken. Es ist ein Irrglaube, dass das Zazen das Leben gut macht, es ist eine Wechselwirkung, gutes Leben bedeutet gutes Zazen und umgekehrt.

    Stimmt schon.

    Ole Guacamole:

    Den gleichen Unfug hört man dann auch von den Meditanten.

    Bezog deine Meinung oder Aussage sich auch auf mich ? :grinsen: Dann lieben Dank für diese Einschätzung.

    Qualia:

    mich erst zu Sitzen gebracht, da ist keine Konditionierung nötig, auch keine Theorie. Das Sitzen befreit von und ändert das Handeln direkt.

    Da stehen sich zwei gegensätzliche Ansichten gegenüber. Ewald meint, Zazen wird nur stattfinden, wird wahr, wenn man ein geordnetes/ ethisches und ruhiges Leben führt.

    ewald:

    nicht Zazen, als Methode anwenden, um sich zu heilen, wenn man alle anderen Lebensinhalte des Zen außen vor lässt.

    ewald:

    Wer den ganzen Tag aufgeregt oder gestresst ist, gelingt die innere Versenkung in sich selbst beim Sitzen nicht,

    Ich seh es zwar auch so, denke aber, dass es auch mit einem unruhigem Leben und nicht ethischem Verhalten möglich ist, aber das wird dann viel schieriger. So gut wie unmöglich.

    Qualia:

    „Vorwärtsmeditieren“ sehe ich als das an, w

    Das Vorwärtsmeditieren sah der Bikkhu genauso wie das Rückwärtsmeditieren nicht als etwas Hilfreiches an.

    Hm, also ich glaube der Bikkhu meinte es so, wenn man meditieren übt, aber dabei mit dem Kopf woanders ist, man will etwas vom Meditieren haben, macht es ohne Achtsamkeit. Es läuft so wie ein Automatismus ab, wo man mit den Gedanken hier und dort ist ( die Übung auch achtsam macht aber dann wieder schnell woander ist ), und der Körper kommt evt in eine Ruhe ( weil er das einfach abspielt oder schon gut kennt ) aber der Geist ist nicht dabei. Was dann dabei raus kommt, weiß ich nicht. Man könnte es so nennen, dass man sich einbildet man würde üben in Meditation zu gehen. Doch der Geist ist in Wirklichkeit garnicht dabei, nicht bei der Sache. es ist ein gedachtes Üben. :grinsen:

    Qualia:

    „Rückwärtsmeditieren“ geschieht, wenn man Verlangen nach Losgelassenem in der Meditation zulässt. Dieses Wiedererreichen wollen, des Schönen bewirkt schmerzhaftes Auftauchen der heftigeren Geistesgifte.

    Könnte damit gemeint sein, oder aber, das jemand ständig die Aufmerksamkeit verliert und von zB fast in Sammlung des Geistes, immer wieder zurück fällt zum Anfang der Übung.


    Meine Frage war auch ( aber unglücklich ausgedrückt ), wenn man eine Einischt hatte ( sei sie noch so klein gewesen ) irgendwas befreiendes erkannt hat, ob man sie loslassen sollte.

    Ich meine, wenn jemand schon sehr weit wäre ( meine nicht mich ), die Drei Daseeinsmerkmale fast erkannt hat, oder eine davon fast komplett und das wieder vergisst, dadurch dass er wieder wie ganz am Anfang übt ( alles loslassen, eben auch das Erkannte ), dann würde er ja nie fertig werden. Es würde kein Erwachen möglich sein. Es sei denn es passiert bei nur einer Übung.

    Oder ist das nicht möglich, solche Erkenntnise wieder zu vergessen, bzw loszulassen ? :)

    Bei den kleinen Erkenntnissen scheint es möglich zu sein ( das sagt meine Erfahrung ).

    Also ich sage euch jetzt aus Erfahrung, dass man auch sehr große Einsichten wieder vergessen kann durch wegmeditieren. Das kann dadurch zustande gekommen sein, dass man ( ich ) angehaftet hat.

    Es kann sein, das schon das kleinste Anhaften / etwas erreichen zu wollen, wieder zurück zum Start führt ( egal wie viel man schon erkannt hat ).

    Das habe ich damals nicht verstanden wie das passieren konnte.

    Das kann mit rückwärts meditieren auch gemeint sein. :)

    Liebe Grüße

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    16 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (20. November 2024 um 15:00)

  • Qualia
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    • 20. November 2024 um 17:10
    • #23

    :like:  Hingabe heißt, dass es mir gefällt.

    Aber es ist mir nicht möglich, darauf zu antworten, weil jede Antwort in ein Gestrüpp führt, das inzwischen aufgebaut ist. Ich möchte meine Hammelhörner nicht in den Dornenbusch verhaken, um geopfert zu werden auf meinem Altar meiner Wahrheiten. Heißt etwas zu verteidigen, von dem ich weiß, dass es nichts mehr dazu zu sagen gibt, ohne mich dem Messer des Zweifels anderer ausgeliefert zu sehen.

    Auf klare Fragen immer, die sich aus meinem Text ergeben, aber nicht darauf.

    _()_

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • ewald
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    • 25. November 2024 um 14:34
    • #24
    Qualia:

    Ich ist nicht Körper. Selbst ist temporäre Erscheinung. Körper ist nicht Ich. Subjektiv

    Bewusstsein ist nicht Körper, Leben ist temporär, Körper ist nicht Bewusstsein. Objektiv

    Das klingt ja nach verhaken im Geist und dann laut nach Hilfe rufen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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