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Was ist Zeit

  • Monikamarie
  • 25. August 2024 um 15:08
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    • 28. August 2024 um 14:29
    • #26
    Qualia:
    pano:

    Qualia habe nicht behauptet dass diese Definition für dich hilfreich sein muss.

    Ich habe mit „meinem Leben“ mich als alle Menschen gemeint, die „meinem“ verwenden. Bei „unserem“ wärst du genauso empört.

    Ich habe auch nicht behauptet, dass ich deinen Beitrag auf der technischen Ebene nicht verstanden habe.

    Hier ist kein technisches Forum!

    Ich bin ja auch garnicht empört 😅

    Wir sind kein technisches Forum aber auch kein anthroposophisches, kein medizinisches Forum und doch wird allerhand diskutiert.


    Die einsteinsche Definition ist aber auf den zweiten Blick eine sehr ergiebige. Es impliziert ja, dass Zeit ein banales Phänomen ist. Ohne Essenz, also śunya, abhängig entstanden. Die Uhr weist aufs hier und jetzt.

  • Qualia
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    • 28. August 2024 um 15:44
    • #27

    pano oder wer auch immer. mukti ??

    Als ich Einstein endlich einigermaßen verstanden habe. Prüfte ich es. Ich entschied mich, eines der relativ zueinander seienden Objekte zu sein. Beobachterstandpunkt wechsel. Von ich beobachte, zu ich bin.

    Dann erscheinen plötzlich die drei Zeiten. Die sind nicht existent, wenn ich nicht ein Objekt bin, das relativ ist.

    Ich und ein Objekt meiner Umwelt, in drei Zeiten. Da gibt es kein relativ. Betrachte ich zwei Objekte meiner Umwelt, dann sind sie relativ zueinander, in meinem Verstehen, Jetzt. Die haben keine Zeiten.

    Beobachterort wechsel: Diese Skandha und Ich, als „Bewusstsein??“ betrachtend, dann ist nur Jetzt.

    Aus dieser Beobachtung kann ich schließen, dass auch ich und ein Objekt immer relativ sind. Wenn ich Einstein und Buddha nicht verstehe, fällt mir das nicht auf und ich bleibe in den Zeiten, die nicht real sind, weil ich die unüberwindbare Relativität nicht erkennen will. Erhalte meine Welt, dem Objekt der Umwelt und mir in den Zeiten und Ursache und Wirkung.

    Ich kann nicht erkennen, dass dieses eine Gedankenwolke/Samsara ist.

    Aber auch nicht die vier Unermesslichkeit anwenden, um mit Menschen umzugehen, die glauben in den Zeiten und Ursache /Wirkung (Matrix) zu leben. Es ist mir ohne diese Erkenntnis unmöglich, ihnen zu helfen, ihr Leiden selbst zu vermindern.

    Mir ist es durch Prüfen von Einstein und Buddha an meinem Leben möglich, jederzeit in Relativität zu sein. Ein Objekt mit einem Objekt ohne Raum, ohne Zeit. Selbst und Bewusstsein.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Helmut
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    • 29. August 2024 um 16:30
    • #28

    Wir benutzen das Konzept von Zeit, um Veränderungen zu beschreiben. Nur mit Zeit können wir die Unbeständigkeit der Phänomene beschreiben.

    Zusammengefasst sprechen wir von den drei Zeiten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese drei Zeiten gibt es nicht als etwas aus sich heraus Existierendes, sondern sie sind abhängig von den Phänomenen der Welt.

    Deshalb ist die Vergangenheit eines Phänomens das Vergangensein eines vorher abhängig entstanden Phänomens.

    Die Zukunft eines Phänomens besteht darin, dass es noch nicht entstanden ist, weil noch nicht alle Bedingungen für sein Entstehen gegeben sind.

    Die Gegenwart eines Phänomens besteht darin, dass es entstanden ist, aber noch nicht vergangen ist.

    Die Gegenwart einer Vase beginnt in dem Moment wo die Vase fertig produziert ist und dauert so lange an bis die Vase zerfallen ist. Diese Zeitspanne kann kurz, aber auch recht lange andauern.

    So lange es die Vase, also die Gegenwart der Vase, gibt unterliegt diese als abhängiges Phänomen der subtilen Unbeständigkeit.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Anna Panna-Sati
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    • 29. August 2024 um 16:56
    • #29

    Vielen Dank für den TV-Tipp, liebe @Monikadie4. ( und danke, liebe Amdap , für den Link!), habe mir die Doku angesehen und fand sie sehr interessant. _()_ :)

    Zeit ist ja der Raum zwischen "vorher" und "nachher" und die Vergänglichkeit ergibt sich damit aus der Abfolge von Wahrnehmungen, Empfindungen, Gedanken, Taten....

    Monikadie4.:

    Jedenfalls beobachte ich die Zeit bzw. das damit verbundene Gefühl schon seit der Jugend und kam irgendwann seit dem Ruhestand zu demselben Schluss wie in der Doku.


    Alles eben relativ.

    Genau. _()_ :)

    Die Aufmerksamkeit/Achtsamkeit scheint eine große Rolle für das Empfinden der Zeitlänge zu spielen, denn, sobald die Aufmerksamkeit auf etwas gelenkt ist, vergeht die Zeit - individuell gefühlt - viel schneller.

    Ich lag mal, vor etlichen Jahren, ziemlich angst-gespannt im MRT, weil ich dachte, ich könne nicht - "ewig lange" 20 Minuten - absolut still daliegen, ohne in Panik zu verfallen, aber dann begann ich zu zählen (Tipp meiner Therapeutin.. :luftkuss: ) und konzentrierte mich stark darauf (das Geschepper des Kernspintomographen störte irgendwann auch nicht mehr).

    Überraschend schnell hieß es auf einmal : "Das war's!"

    Real vergangene Zeit: 20 Minuten / Gefühlte Zeit: ca. 8 - 10 Minuten

    Faszinierend auch, dass die Körpertemperatur das Zeitempfinden verändert - bei niedriger Temperatur vergeht die Zeit schneller, als z.B. bei Fieber, wo sie sich zu dehnen scheint. (Also bei stressigen Situationen schön cool bleiben... ;) 8))

    Fehlen (Außen-) Reize kann (je nachdem) Langeweile oder Entspannung entstehen, die Zeit erscheint wesentlich länger, als bei Reizüberflutung.

    Amdap:

    Meditieren hin oder her - man kann ja dabei machen was man will, keiner kann einen kontrollieren, so kann man meinetwegen dabei auch in Urlaubserlebnissen schwelgen, um sich die Zeit zu vertreiben.

    So muss man nicht verzweifeln, wenn es mit einem Lehrer nicht klappt. Und in einem Kursus fällt man auch nicht auf, auch dem Lehrer nicht, so man immer schön die Augen zumacht und kerzengerade dasitzt. Keiner merkt, was für tolle Abenteuer sich hinter der Stirn abspielen, auch der Lehrer nicht.


    :lol: Ich erinnere mich dunkel an ein älteres YT-Video des Zen-Meisters (und ehemaligen Abts des Klosters Antaiji) Muho, der dort berichtete, dass - in der Anfangszeit - seine Zazen-Praxis im Kloster eine "24-Std.-Porno-Schau" gewesen sei... :eek:  :rofl:

    (Ich fiel fast vom Stuhl vor Lachen, als so meine Vorstellungen und Illusionen von Zazen zerplatzten, aber vermutlich/sicherlich war es eine scherzhafte Übertreibung - mit wahrem Kern...?)


    Auch in der ARTE- Doku zu erfahren:

    Tage mit langen untätigen Zeitperioden, z.B. viel "Warterei", erscheinen am Ende KURZ,

    Tage mit vielen Aktivitäten (geistige und/oder körperliche) erscheinen am Ende LANG. :)

    ("Zeit-Paradoxon")

    Mich würde mal interessieren, wie sich ein mehrtägiges Sesshin auf das Zeitempfinden auswirkt... :? (Kann es leider selbst nicht ausprobieren...)


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    P.S.: Noch'n Gedicht:

    Zitat

    Wenn ich mein Leben

    noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,

    würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.

    Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.

    Ich wäre ein bisschen verrückter als ich gewesen bin,

    ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.

    Ich würde nicht so gesund leben.

    Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,

    Sonnenuntergänge betrachten,

    mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.

    Ich war einer dieser klugen Menschen,

    die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;

    freilich hatte ich auch Momente der Freude,

    aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,

    würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.

    Falls Du es noch nicht weißt,

    aus diesen besteht nämlich das Leben;

    nur aus Augenblicken, vergiss nicht den jetzigen!

    Wenn ich noch einmal leben könnte,

    würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.

    Und ich würde mehr mit Kindern spielen,

    wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

    Aber sehen Sie... ich bin 85 Jahre alt und weiß,

    dass ich bald sterben werde.

    Jorge Luis Borges

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    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Monikamarie
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    • 29. August 2024 um 18:31
    • #30

    Na, dem Zitat zufolge habe ich ja alles richtig gemacht :lol:

  • Qualia
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    • 8. September 2024 um 10:32
    • #31
    Monikadie4.:

    Meine Empfehlung ARTE Mediathek.

    Hab ich heute durch Zufall gesehen. :shrug: :hug:

    Die der Sonnen-Sternenzeiten und die der Uhrzeiten.

    Unser Dasein als fühlende Lebewesen ist bestimmt durch die Sonnen-Sternenzeit.

    Der Lebensablauf des organisierten und besonders des industriellen Menschen ist bestimmt durch die Uhrenzeit.

    Für uns persönlich individuell sind Zeiten etwas ganz anderes als die Uhrenzeit, sind wir oft außerhalb der Uhrenzeit kommt sie uns befehlend, fesselnd vor. Leben wir in der Uhrenzeit kommt sie und ordnend, leitend, führend vor.

    Als berufstätiger Mensch war die Uhren-Zeit bestimmend in dem, wann ich nach der Sonnen-Sternenzeit leben konnte, Freizeit.

    Als Ruheständler falle ich aus der Uhrenzeit ohne zu wissen, was mich so verunsichert.

    Schließlich habe ich nur in der Vorschulzeit länger nach der Sonnenzeit gelebt, wurde aber schon in frühen Jahren an die Uhrenzeit herangeführt. Ich habe also keine bewusste Erfahrung der Sonnenzeit. Freizeit, Urlaub ist nur eine Pause von der Uhrenzeit und das auch nur, wenn ich sie wirklich nur dazu benutze als Regler für soziales Leben.

    Die Menschen, die nach der Sonnen-Sternenzeit leben, sind uns fremd in ihrem Lebensablauf und wir sind denen, die nicht Uhrzeit organisiert leben unverständlich.

    Greenwich Mean Time [ˌgrenɪtʃ ˈmiːn taim; -ɪdʒ] (kurz GMT; englisch für „mittlere Greenwich-Zeit“) ist die mittlere Sonnenzeit am Greenwicher Nullmeridian. Die Greenwich Mean Time war von 1884 bis 1928 Weltzeit; in dieser Funktion wurde sie 1972 von der Koordinierten Weltzeit (UTC) abgelöst. Wiki

    Davor galt die Ortszeit, die an dem Höchststand der Sonne, Mittag, orientiert war. Jeder Ort hatte seine eigene Zeitmessung, seine eigene Sonnenuhr, an der die Turmuhr orientiert wurde.

    Vor der organisierten Uhrzeit war es uns völlig fremd, nicht nach der natürlichen Zeit der Sonne und der Sterne zu leben. Heute haben wir die Sonnen-Sternenzeit vergessen, es ist ein Märchen, dass Menschen der Voruhrenzeit nach der Sonnen-Sternzeiten lebten, das wird als unmöglich und vor allem als unwirtschaftlich, ineffizient, Zeit verschwendend angesehen.

    Alle heiligen Texte sind in dieser Zeit aufgeschrieben worden. Einer uns vollkommen unbekannten, ganz der Sonnenzeit angepassten Lebensweise. Damals gab es Vergangenes, Gegenwärtiges, Zukünftiges, wobei Buddha erkannte, dass man nicht an vergangenen oder zukünftigem festhalten darf. Ergreifen muss man es sogar, um überhaupt handelnd leben zu können. Ohne Erinnern von Vergangenem im Jetzt gibt es kein Ziel erreichen morgen. Menschen wäre nichts weiter als fühlende Wesen ohne Geist.

    Verstand glaubt das Vergangenes, weil jetzt erinnert, jetzt ist und wendet Technik an, die nicht achtsam ist und leidet an den selbst geschaffenen Versuch und Irrtum.

    Weisheit, Ich, Geist nimmt Vergangenes, dass der Verstand findet, als Vergangenes und prüft es mit der Jetzt-Situation, ob eine Technik noch wirksam ist. Der Mensch handelt mit dem Bewusstsein von Wahrscheinlichkeit, nur bei unbekanntem, nach Versuch und Irrtum als fühlende Wesen.

    Er handelt nach dem, was er jetzt glaubt, dass richtig Handeln ist. Nach handeln prüft er das Ergebnis und kann entscheiden, ob es für ihn hilfreich war oder nicht.

    Als fühlende Wesen entscheidet danach, ob sein Unwohl, das zum Handeln zwingt, verschwunden ist. Bleibt das unwohl, kommt es zu neuer Handlung nach Versuch und Irrtum.

    Meditation mit Augen, Ohren, Haut, Nase auf vergeht genauso schnell wie mit Augen, Ohren, Haut, Nase zu.

    Das Zeitmaß beim Meditieren ist der Atem, später der Herzschlag. Das ist die Zeit der natürlichen Welt, denn nur ich bin natürlich und meine Natur passt sich der Zeit der Umwelt an.

    Aber so wie ich es schreibe, heißt es Unsinn. Meditation ist die Übung, Zeit vollkommen auszuschalten, nicht nur ignorieren, sondern nicht mehr wahrnehmen. Das ist meiner Meinung nach der Gedanke hinter dem Sterben auf dem Kissen. Denn zeitlos sein ist wie verstorben sein.

    Der letzte Satz der Doku widerspricht allem vorher gesagten:

    Unsere Zeit ist begrenzt, nutzen wir sie gut.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

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  • Wetering
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    • 2. August 2026 um 13:06
    • #32

    Bei Einstein ist die Zeit abhängig vom Bezugssystem: ob jemand am Bahnsteig ist oder im fahrenden Zug ist.


    Ebenso die Gleichzeitigkeit, da lässt es sich recht einfach begründen und verstehen.


    Dies spielt aber erst bei Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit eine Rolle.

  • Werner Stepan
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    • 2. August 2026 um 18:57
    • #33

    Nagarjunas Vers 19.6 aus den Mūlamadhyamakakārikā (MMK, Kapitel 19 über die Zeit) besagt im Sanskrit-Original: „bhāvam pratītya kālaś cet kālo bhāvād ṛte kutah / na ca kaś cana bhāvo 'sti kutah kālo bhaviṣyati“. Auf Deutsch lautet die Kernbotschaft: Wenn Zeit von etwas Seiendem abhängt, woher sollte sie ohne dieses Seiende sein? Da aber kein Seiendes an sich (absolut) existiert, wie kann es dann Zeit geben?


    Tut mir leid, hab es der Einfachheit halber von Wikipedia abgekupfert 🤭 und im MMK nachgelesen.


    Und hier beginnt für mich das Dilemma...ist es jetzt NICHTS oder LEERHEIT...wie kann man diese Diskrepanz verständlich erklären ???

  • Qualia
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    • 2. August 2026 um 20:04
    • #34
    Werner Stepan:

    Wenn Zeit von etwas Seiendem abhängt, woher sollte sie ohne dieses Seiende sein? Da aber kein Seiendes an sich (absolut) existiert, wie kann es dann Zeit geben?

    Antwort auf Frage 1.

    Das Seiende ist die Ursache/Bedingung.

    Ist eine Ursache gegeben, bewirkt sie eine Erscheinung.

    Weder die Ursache noch die Erscheinung können Zeit sein.

    Zeit entsteht nicht aus einem Seienden, sie ist eine „Form“ durch das Bewirken einer Erscheinung. Zeit ist der Übergang von Ursache/Bedingung zu Erscheinung. Sobald etwas erscheint, hat es: Beginn, Dauer, Ende.


    Antwort auf Frage 2.

    Wenn kein Seiendes absolut existiert, heißt das nur: Auch Erscheinung existiert nicht absolut, aber wurde bewirkt. Und wo „Erscheinen“ bewirkt wird, ist automatisch Zeit. Zeit existiert, weil Erscheinen aus Bedingung existiert.

    Absolutes Sein ist dafür nicht nötig.

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  • Werner Stepan
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    • 2. August 2026 um 23:31
    • #35

    Qualia zu 1. Aber dieses beginnen, dauern, und enden negiert Nagarjuna im oben genannten Kapitel.

    zu 2. Wenn Erscheinung aus Bedingung bewirkt wird, was bewirkt dann die Bedingung aus der Zeit existiert. Nagarjuna sagt, so wie ich es verstanden habe, wenn eines nicht ist kann das andere auch nicht sein.

    „Wenn die Zeit von einem Ding (bhāva) abhängt, wie kann es dann Zeit ohne ein Ding geben? Da es überhaupt kein Ding gibt, wie soll es da Zeit geben?“ Quelle Wikipedia, tut mir leid war wieder zu bequem im MMK nachzuschlagen.

  • Qualia
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    • 3. August 2026 um 09:57
    • #36
    Werner Stepan:

    Qualia zu 1. Aber dieses beginnen, dauern, und enden negiert Nagarjuna im oben genannten Kapitel.

    zu 2. Wenn Erscheinung aus Bedingung bewirkt wird, was bewirkt dann die Bedingung aus der Zeit existiert. Nagarjuna sagt, so wie ich es verstanden habe, wenn eines nicht ist kann das andere auch nicht sein.

    „Wenn die Zeit von einem Ding (bhāva) abhängt, wie kann es dann Zeit ohne ein Ding geben? Da es überhaupt kein Ding gibt, wie soll es da Zeit geben?“ Quelle Wikipedia, tut mir leid war wieder zu bequem im MMK nachzuschlagen.

    Nagarjuna negiert alles an Zeiten. Es gibt kein Erscheinen, kein Dauen, kein Vergehen. Da fragt man sich: Was bleibt dann von Zeit übrig?


    Zeit = jetzt. Alles ist nur jetzt. Erscheinen, Andauern, Vergehen sind Phänomene, und die existieren nur im Geist und niemals in der Wirklichkeit des Samsara.

    Phänomene sind atta, Samsara ist immer anatta. Ein atta (Person) glaubt (Phänomene), dass auch Samsara atta ist. Das erzeugt Dukkha des Geistes.

    Nur ein Übersetzer, der das erkennt, erfahren hat, kann ihn wirklich übersetzen, welcher kann das schon.


    Alles, was wir „jetzt“ wahrnehmen, ist schon nicht mehr jetzt, das muss so sein. Wenn wir im Denken keine Zeiten hätten, wären Menschen keine Menschen. Nagarjuna ist ein Mensch, der das Jetzt erkennt, ohne seine Persönlichkeit zu verlieren. Sie wird zu einer Rolle, bei der er nur verhindert: Das meinige bin ich, ich bin dieses Ich, ich bin diese Person.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (3. August 2026 um 10:03)

  • Werner Stepan
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    • 3. August 2026 um 11:41
    • #37

    Qualia Zwischen SEIN und NICHTSEIN, einen mittleren Weg zu finden, der zwischen beiden Zuständen agieren kann, ist denke ich mit dem erkennen/erfahren des JETZT /ZEIT ein sehr guter Ansatz.

    MfG Werner

  • Qualia
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    • 3. August 2026 um 12:24
    • #38
    Werner Stepan:

    Qualia Zwischen SEIN und NICHTSEIN, einen mittleren Weg zu finden, der zwischen beiden Zuständen agieren kann, ist denke ich mit dem erkennen/erfahren des JETZT /ZEIT ein sehr guter Ansatz.

    MfG Werner

    Der mittlere Weg im achtfachen Weg ist karma, das Handeln, das im Infinitiv der Tätigkeitsworte benannt wird, Zeitworte sind unbedeutend.


    Nagarjuna Kapitel 2.
    Gehen ist nicht gegangen oder werde gehen, nur der Geher geht. Bleibt der Geher stehen, ist er kein gegangener Steher. Ein Geher kann nur gehen, ansonsten ist er ein Steher, der steht, Liegender der liegt.


    „reden“ der mittlere Weg im achtfachen Weg.

    Rechte Rede ist sich an die Sila halten, Unrechte Rede die Sila verbieben oder brechen.


    Rechte Rede | reden | Unrechte Rede.

    Reden ist ausschließlich Handeln, Karma.

    Rechte Rede und Unrechte Rede sind lediglich schicksalhafte Erscheinungen, Phänomene.

    Reden ist bewirken aufgrund von Bedingungen, um eine Erscheinung zu bewirken, wobei nie vor reden bestimmt werden kann, welche Erscheinung bewirkt wird.

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    • 3. August 2026 um 15:13
    • #39

    Auf die Kernfrage zurück zu kommen, denke ich persönlich : Es gibt keine Zeit. Zeit ist ein Konstrukt des Menschen ( Seiend 😉 ) Dem Universum / der Feldenergie ist Zeit "egal“ bzw. keine Einheit die maßgeblich wäre. Genauso wie es eigentlich keine Materie gibt, aus meiner Sicht. Es sind nur verschieden geladene Feldenergien. Also sind wir und alles um uns herum Feldenergie - alles Eins.

  • Qualia
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    • 3. August 2026 um 15:29
    • #40
    Marterra:

    Auf die Kernfrage zurück zu kommen, denke ich persönlich : Es gibt keine Zeit. Zeit ist ein Konstrukt des Menschen ( Seiend 😉 ) Dem Universum / der Feldenergie ist Zeit "egal“ bzw. keine Einheit die maßgeblich wäre. Genauso wie es eigentlich keine Materie gibt, aus meiner Sicht. Es sind nur verschieden geladene Feldenergien. Also sind wir und alles um uns herum Feldenergie - alles Eins.

    Sag ich ja: Ich bin ein mathematischer Punkt und doch bin ich das, was ich bin. Denn selbst in der Feldenergie eines Protons kann ich Teilchen messen. Was natürlich nicht aussagt das ein Teilchen existiert, nur gemessen.

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    • 3. August 2026 um 15:34
    • #41
    Qualia:
    Marterra:

    Auf die Kernfrage zurück zu kommen, denke ich persönlich : Es gibt keine Zeit. Zeit ist ein Konstrukt des Menschen ( Seiend 😉 ) Dem Universum / der Feldenergie ist Zeit "egal“ bzw. keine Einheit die maßgeblich wäre. Genauso wie es eigentlich keine Materie gibt, aus meiner Sicht. Es sind nur verschieden geladene Feldenergien. Also sind wir und alles um uns herum Feldenergie - alles Eins.

    Sag ich ja: Ich bin ein mathematischer Punkt und doch bin ich das, was ich bin. Denn selbst in der Feldenergie eines Protons kann ich Teilchen messen. Was natürlich nicht aussagt das ein Teilchen existiert, nur gemessen.

    Selbst das Teilchen ist nur Energie…

    Eigentlich ist alles verbunden miteinander , alles aus der selben Quelle.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 3. August 2026 um 20:25
    • #42

    Einserseits ein Hilfsmittel der Menschen um Vorgänge zu synchronisieren (alle fangen um 8:00 mit der Arbeit an), Oder um genau zu messen wie schnell sich etwas verändert, oder relativ zu etwas anderem.


    Die Natur orientiert sich mehr an das Licht, Wärme. Alterungsprozesse (Verfall) laufen automatisch ab, auch beim Tier Mensch.


    Die (Uhr)Zeit, Kalender, etc. sind Erfindungen der Menschen um besser planen zu können zb., denke da auch an Stonehenge, wo man besser sehen konnte wo man sich (viel mehr die Position der Erde zur Sonne) gerade befindet.

    Ansonsten hat man sich auch an die Sternenbilder orientiert.


    Und ich glaube die Menschen haben früher weniger an „Zeit“ gedacht sondern speziell im Hier und Jetzt zu leben. Wenn das Klima sich änderte oder die Felder und Tiere für Nahrung weniger wurden, sind sie weiter gezogen: die Natur hat die Richtung vorgegeben.


    Das macht sie heute immer noch genauso. Aber der Mensch hätte es manchmal lieber anders, und bestimmter, mehr nach seinen Vorstellungen.


    Wenn ich träume, dann träume ich manchmal irgendwelche Geschichten, die eine bestimmte Dauer haben, weil man sich an die Bilder vorher erinnert. Würde man sich immer nur an ein Bild erinnern, würde man sagen mein Traum dauerte 1s zB. Erinnert man sich an 10 Bilder dann zb 10s.

    Wacht man auf, bemerkt man das war nur ein Traum, bzw. das was das Bewusstsein oder Unterbewustsein im Schlaf generiert hat.


    Das was genau vor 1s war können wir aber nicht mehr anfassen. Auch wenn es im Moment noch genauso aussieht.


    Da sich alles beständig verändert.

    Vor der Leinwand des großen ewigen endlosen Einen, das eine Bühne bietet, worauf sich alles nur abspielt, das so wenig zu fassen ist, wie der Mond der im Wasser erscheint.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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