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  1. Buddhaland Forum
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Unterschiede

  • Elliot
  • 10. Juli 2023 um 04:45
  • Zum letzten Beitrag
  • Elliot
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    • 10. Juli 2023 um 04:45
    • #1

    Sind die edlen vier Wahrheiten für Dich alle vier gleichermaßen nachvollziehbar? Oder gibt es Unterschiede? Falls Ja: Welche der edlen vier Wahrheiten ist Dir am einleuchtendsten, welche am am wenigsten nachvollziehbar?

    Viele Grüße

    Elliot

  • eitelpfuetze
    Gast
    • 10. Juli 2023 um 09:29
    • #2

    Alle gleichermassen nachvollziehbar

    Die vier edlen Wahrheiten 199-212

    aber nicht vollständig durchdrungen bzw nur im Ansatz.


    Ein schöner Gruss :sunny:

  • Noreply
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    • 10. Juli 2023 um 11:06
    • #3

    Wirklich nachvollziehbar wurden sie erst durch das Erarbeiten von annica, anatta und dukkha. (Reihenfolge ist wichtig.)

    Mit meinem Lebensweg das festhalten wollen von Sinneslust und Sinnesleid erkennen und vermindern. (Den mittleren Weg erkennen.)

    Die Sila immer bedenken, sie nie als Verbote oder Gebote sehen.

    Die 4 Wahrheiten an allen Vorgängen bedenkend, einbeziehen.

    (Heißt sie immer weiter relativieren. Immer kompakter und von Glauben und Vermutungen befreien.)

  • fotost
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    • 10. Juli 2023 um 11:11
    • #4

    Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden. Kurz, die fünf Anhaftungen sind Leiden.

    Das ist für mich die am einfachsten zu verstehende der Wahrheiten. Vielleicht auch der häufigste Grund, weshalb jemand aus einem nicht buddhistisch geprägten Kulturkreis zur Lehre finden. Die Erfahrung des Leidens ist elementar, selbst einfache Tiere empfinden Leiden.

    Und dieses ist die edle Wahrheit vom Ursprung von Leiden: das Verlangen, welches zu weiterem Werden treibt, begleitet von Begierde und Erfreuen, genösse nun hier und nun dort, d. h. Verlangen nach Sinnesvergnügen, Verlangen nach Werden, Verlangen nach Nicht-Werden.

    Ist vielleicht die schwierigste der Wahrheiten (am schwersten zu verstehen). Während im normalen Alltag meist erlebt wird, daß andere, daß Situationen am Leiden verantwortlich sind, sollen wir akzeptieren, daß die eigene Einstellung, der eigene Mindset die Ursache von Leiden sind. Begriffe wie Anhaftung sind schwer im Alltag zu durchdringen.

    Durch das Erlöschen (nirodha) der Ursachen erlischt das Leiden: Das restlose Vergehen bzw. Enden, Abkehren, Abtreten, Aufgeben und Loslassen genau dieses Verlangens

    Was? Es soll so einfach sein? Ohne ewig neues Brennmaterial geht irgendwann die Flamme aus? Ein Leben ohne Leiden ist möglich? Beinahe bin ich geneigt zu schreiben: her damit!

    Und dieses ist die edle Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der zur Beendigung von Leiden führt: genau dieser edle achtfache Pfad, rechte Ansicht, rechte Entschlossenheit, rechte Sprache, rechte Handlung, rechtes Leben, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Meditation.

    Damit habe ich meine Probleme. Dies ist vielleicht die schwächste der Wahrheiten. Ich kann die grundlegende Idee dahinter verstehen. Wenn irgendwo ein Zimmer brennt, reicht es nicht, daß ein Feuerlöscher da ist - man muss auch wissen, wie dieser zu benutzen ist; man braucht eine Einweisung oder eine Bedienungsanleitung. Ich denke aber, daß die spezifische Formulierung und Erklärung der vierten Wahrheit stark zeitabhängig (Entstehungszeit und Umgebung der Lehre) ist.

    In anderen Kulturen wären es vielleicht 6 oder 11 Elemente des Pfades gewesen, in weniger linear denkenden Kulturen wären einige Umwege im Pfad integriert gewesen.

    Ich denke, daß ich die Erklärungen zu den einzelnen Teilen ganz gut verstehe, daß bedeutet nicht, daß ich sie so in dieser Zusammenstellung als die einzige denkbare Form sehe. Bei indigenen Völkern in Nordamerika wäre vielleicht ein Buddha auf die Idee gekommen, rechte Trance als Element mit aufzunehmen etc.

    Euch allen eine gute Woche 8)

  • eitelpfuetze
    Gast
    • 10. Juli 2023 um 11:41
    • #5

    Das rechte Betrachten und danach Handeln heisst ja: mehr und mehr von den Handlungen abstehen die man aus reiner Gier oder reinem Egoismus ausübt/dass man schädliche Handlungen und enstprechendes Gefühl meidet. Und das heisst auf Dauer: Abschwächung bis Überwindung von Gier und Egoismus und Neigung sich und anderen zu schaden.

  • Monikamarie
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    • 10. Juli 2023 um 12:24
    • #6

    Guten morgen Elliot, ich freue mich, dass Du Dich mal wieder "meldest" :heart:

    Ja, für mich sind alle gleich stimmig. Ich habe sie von Anfang an intuitiv verstanden und war verblüfft über die klare Formulierung. Sie haben mir noch mehr Kraft gegeben.

    _()_

  • jianwang
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    • 12. Juli 2023 um 19:43
    • #7

    vergesst nicht, das die 4 edlen Wahrheiten jeweils aus drei Bereichen bestehen ...

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Monikamarie
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    • 12. Juli 2023 um 19:44
    • #8
    jianwang:

    vergesst nicht, das die 4 edlen Wahrheiten jeweils aus drei Bereichen bestehen ...

    :?

  • jianwang
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    • 13. Juli 2023 um 10:26
    • #9

    werte @Monikadie4.

    Kennst Du Ajahn Sumedho? Er hat sich intensiv mit den 4 Edlen Wahrheiten beschäftigt und 2004 wurde eine Übesetzung vom BGM veröffentlicht.

    „The Four Noble Truths” von Ajahn Sumedho

    Ins Deutsche übersetzt von Désirée Schoen 2002

    Nicht redigierte Vorabversion mit freundlicher Genehmigung von

    Ajahn Sumedho

    © Amaravati Publications 1992

    Amaravati Publications

    Amaravati Buddhist Monastery

    Great Gaddesden

    Hemel Hempstead

    Hertfordshire HPI 3BZ

    England

    Amaravati Buddhist Monastery | UK | Thai Forest Tradition of Ajahn Chah
    Amaravati Buddhist Monastery Latest News Latest Dhamma videos
    www.amaravati.org

    Dies war die erste Abhandlung ( neben dem Pali-Kanon ), mit welchem wir damals in Russland begannen.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Hingabe
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    • 29. Juli 2024 um 13:26
    • #10

    Hallo Elliot,

    so richtig verstehen kann ich momentan keine der vier. Ich habe mich aber eben über ein Video bei Youtube, was in einem Faden gestern verlinkt wurde ( Videotitel : "Unser Geist ist kein Freund" ) , mit Aussagen zu der ersten beschäftigt ( alles ist unbeständig ). Ich verstehe diese Wahrheit nicht.

    Zitat

    Gedanken und Gefühle sind unbeständig, das ist die erste Einsicht zu der wir kommen.

    Alles ist in ständiger Veränderung.

    Wenn er gesagt hätte die Gedanken und die Gefühle sind in ständiger Veränderung, würde ich das verstehen. Aber nicht das alles ist ständiger Veränderung ist.

    Das mit dem ständig in Veränderung sein, erinnert mich an einen Fluß der fließt.

    Doch Materie zB sieht man ja oft nicht an, dass sie in Veränderung ist. Ein fertig gebautes Haus sieht für die nächsten 50 Jahre schätze ich, gleich aus ( auf den ersten Blick zumindest ).

    Generell Gegenstände sehen für viele Jahre manchmal hunderte gleich aus ( auf den ersten Blick ). Na gut es findet aber eine Veränderung statt, ein Abbau meistens, doch das sehen wir nicht auf den ersten Blick oder gar nicht, weil wir nicht Mikroskop- Augen haben.

    :) Oder wenn man zB Streit mit jemanden hatte oder jemand enttäuscht wurde und der andere/ die andere ist seit Monaten oder Jahren wütend auf einen wegen etwas.

    Naja gut, gemeint ist wohl, das der andere / die andere oder man selbst, nicht monatelang nur über eine bestimmte Situation nachdenkt und sich an diese erinnert. Zwischendurch kommen auch andere Gedanken und Gefühle und verdrängen die vorherigen. Ist sicher so gemeint.

    Und mit der Zeit verzeihen wir anderen oft auch. Denn Gefühle verändern sich meistens mit der Zeit- werden schwächer ( zB Wut, Hass, Trauer ). Und die Gedanken verändern sich, das kann zuerst geschehen und dann dadurch die Gefühle anders werden oder auch umgekehrt.

    Ach, ich habe diese Wahrheit mit den Drei Daseinsmerkmalen verwechselt fiel mir gerade auf.

    Da in den vier Edlen Wahrheiten auch die Wahrheit von Dukkha vorkommt. Warum kommen in den vier Edlen W. nicht gleich die drei Daseinsmerkmale vor ?


    Hier eine gute Erklärung von Unbeständigkeit :

    Zitat
    • Vergänglichkeit (annica)
      Die Vergänglichkeit ist eine Grundeigenschaft aller bedingten Vorgänge, seien sie körperlich oder geistig, grob oder fein, in der Innen- oder Außenwelt. Als Vergänglichkeit gelten das Entstehen, Vergehen und Anderswerden, oder das Schwinden der gewordenen, entstandenen materiellen und geistigen Phänomene.

    Deutsche Buddhistische Union e.V. – Buddhistische Religionsgemeinschaft

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    11 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (29. Juli 2024 um 14:14)

  • Online
    Helmut
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    • 29. Juli 2024 um 14:12
    • #11
    Hingabe:
    Zitat

    Gedanken und Gefühle sind unbeständig, das ist die erste Einsicht zu der wir kommen.

    Alles ist in ständiger Veränderung.

    Wenn er gesagt hätte die Gedanken und die Gefühle sind in ständiger Veränderung, würde ich das verstehen. Aber nicht das alles ist ständiger Veränderung ist.

    Das mit dem ständig in Veränderung sein, erinnert mich an einen Fluß der fließt.

    Doch Materie zB sieht man ja oft nicht an, dass sie in Veränderung ist. Ein fertig gebautes Haus sieht für die nächsten 50 Jahre schätze ich, gleich aus ( auf den ersten Blick zumindest ).

    Generell Gegenstände sehen für viele Jahre manchmal hunderte gleich aus ( auf den ersten Blick ). Na gut es findet aber eine Veränderung statt, ein Abbau meistens,

    Alles anzeigen

    Dass alles in ständiger Veränderung ist, trifft nicht zu. Der Veränderung unterliegen nur die durch Ursachen und mitwirkende Bedingungen entstandenen Phänomene. Sie unterliegen der steten Veränderung, deshalb sind sie unbeständig. Es gibt aber auch Phänomene, die beständig sind, sich nicht von Moment zu Moment verändern wie die unbeständigen Phänomene. Ein Beispiel für ein beständiges Phänomen wäre die Selbstlosigkeit der Person.

    Bei der Unbeständigkeit gibt es zwei Ebenen:

    • Eine Ebene ist die grobe Unbeständigkeit. Diese können wir durchaus mit unseren Sinneswahrnehmungen erfassen wie zum Beispiel der Wandel unserer Gefühle und Gedanken.
    • Die andere Ebene ist die subtile Unbeständigkeit. Dieses können wir nicht mit den Sinnesorganen wahrnehmen.

    Ein Haus ist ein unbeständiges Phänomen, weil es durch Ursachen und mitwirkende Bedingungen entstanden ist. Wenn wir uns das Haus in Abständen von jeweils zehn Jahren anschauen würden, dann stellen wir Veränderungen auch mit den Augen fest. Es ist ja nun nicht so, dass das Haus neun Jahre und 364 Tage unveränderlich ist und am ersten Tag des zehnten Jahres verändert es sich plötzlich schlagartig.

    Die Veränderung, die wir nach zehn Jahren feststellen, ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Prozesses, der aufgrund seiner Subtilität nicht direkt wahrgenommen werden kann, sondern nur durch Schlussfolgerung erfasst werden kann. Ohne diese subtile Ebene der Unbeständigkeit könnten wir die Veränderungen am Haus nicht erklären.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • void
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    • 29. Juli 2024 um 15:11
    • #12

    Annica rein als "vergänglichkeit" interpretiert, macht wenig Sinn. Denn dann würde es ja reichen, etwas - wie diesen 4.38 Milliarden Jahre alten Stein - der sich lange nicht verändert hat, als Gegenbeispiel zu präsentieren.

    Naturkundemuseum Karlsruhe:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Ich verstehe annica in erster Linie so, dass alles was uns umgibt "bedingt" ist, es hat bestimmte Bedingungen unter denen es entsteht und unter denen es vergeht. Wegen dieser Bedingtheit ist es "potentiell vergänglich". Ob jemand diesen Stein morgen zertrümmert oder ob er nochmal so viele Milliarden macht, ist irrelevant.

  • JoJu91
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    • 29. Juli 2024 um 16:54
    • #13

    Mein kleiner Krämergeist erkennt überall Vergänglichkeit (anicca) und Absurdität (Anatta), was ihn in tiefste Verwirrung und Verzweiflung (dukkha) treibt.

    Wenn mein kleiner Geist bei nichts verweilt, erscheint in der entspannten und wachen Lücke zwischen zwei Gedanken der Grosse Geist.

    Der Grosse Geist erkennt die Einfachheit und Leichtigkeit des Seins: Zeit, Bewegung, Veränderung, Sinn und Unsinn, ... alles ist Illusion, die göttliche Komödie.

    :angel:

  • Online
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    • 30. Juli 2024 um 08:22
    • #14
    JoJu91:

    die göttliche Komödie

    Die Komödie bleibt, wenn ich mein Beiwerk, das Göttliche, als mein Hinzufügen zum Drama sehe.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 31. Juli 2024 um 10:54
    • #15

    Hallo Hingabe ,

    Hingabe:

    Warum kommen in den vier Edlen W. nicht gleich die drei Daseinsmerkmale vor ?

    Das habe ich mich auch schon gefragt, liebe Hingabe (schöner Name übrigens... :heart:), zumal ja im Palikanon berichtet wird, dass es Menschen gab, die allein durch das vollständige Durchdringen der Vergänglichkeit/Unbeständigkeit, Befreiung erlangen konnten.

    (MN 74)

    Zitat

    11. "Angenehmes Gefühl, Aggivessana, ist vergänglich, gestaltet, bedingt entstanden, der Vernichtung unterworfen, dem Verschwinden, Verblassen und Aufhören unterworfen. Schmerzhaftes Gefühl ist auch vergänglich, gestaltet, bedingt entstanden, der Vernichtung unterworfen, dem Verschwinden, Verblassen und Aufhören unterworfen. Weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl ist auch vergänglich, gestaltet, bedingt entstanden, der Vernichtung unterworfen, dem Verschwinden, Verblassen und Aufhören unterworfen."

    12. "Indem ein wohlunterrichteter edler Schüler so sieht, wird er ernüchtert gegenüber angenehmem Gefühl, ernüchtert gegenüber schmerzhaftem Gefühl, ernüchtert gegenüber weder-schmerzhaftem-noch-angenehmem Gefühl. Wenn er ernüchtert wird, wird er begierdelos. Durch Begierdelosigkeit ist sein Geist befreit. Wenn er befreit ist, kommt das Wissen: 'Er ist befreit.' Er versteht: 'Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.'"

    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m074z.html

    Vielleicht wollte man die Merkfähigkeit der Praktizierenden nicht überfordern? :?

    (Das ist -zugegebenermaßen- reine Spekulation...)

    So bleibt es besser im Gedächtnis haften:

    3 Daseinsmerkmale:...

    4 Edle Wahrheiten:...

    5 Khandha:....

    7 Erleuchtungsfaktoren:...

    8 - facher Pfad:... usw.

    Hingabe:

    Wenn er gesagt hätte die Gedanken und die Gefühle sind in ständiger Veränderung, würde ich das verstehen. Aber nicht das alles ist ständiger Veränderung ist.

    Das mit dem ständig in Veränderung sein, erinnert mich an einen Fluß der fließt

    Selbst Gedanken, Gefühle usw. sind auch gegenwärtig, d.h. temporär vorhanden/anhaltend, bevor sie wieder verschwinden: (MN 123)

    Zitat

    22. "Nachdem das so ist, Ānanda, behalte auch dies als eine wunderbare und erstaunliche Eigenschaft des Tathāgata im Gedächtnis: Ānanda, da sind dem Tathāgata Gefühle bekannt, wie sie erscheinen, wie sie gegenwärtig sind [6], wie sie verschwinden; Wahrnehmungen sind ihm bekannt, wie sie erscheinen, wie sie gegenwärtig sind, wie sie verschwinden; Gedanken sind ihm bekannt, wie sie erscheinen, wie sie gegenwärtig sind, wie sie verschwinden. Ānanda, behalte auch dies als eine wunderbare und erstaunliche Eigenschaft des Tathāgata im Gedächtnis."

    [6] Diese schlichte Äußerung hat weitreichende Konsequenzen. Der Buddha bestätigt, daß es ein Gegenwärtigsein gibt, also, daß nicht alles immer und zu jeder Zeit in Veränderung begriffen ist. Letzteres wird durch die Geistmoment-Theorie des Kommentarwerks Visuddhimagga vertreten. Das Problem bei dieser Theorie ist, daß es das Bemühen, Vergänglichkeit als Natur von allem Entstandenen zu verstehen, in die falsche Richtung lenkt, und außerdem dem Ungewissheitsaspekt der Vergänglichkeit widerspricht.


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m123z.html

    Dennoch ist alles, am Fließen, "im Fluss", das Meiste für uns nicht (oder nur mit großem Abstand) mit unseren Sinnen wahrnehmbar (wie z.B. der sehr langsam fortschreitende Alterungsprozess eines Hauses oder die Erosion eines Felsens).

    Der Schriftsteller Wilhelm Busch drückte einen Aspekt von Vergänglichkeit so aus:

    Einszweidrei, im Sauseschritt

    Läuft die Zeit; wir laufen mit. -

    Zum (eigentlichen) Thread-Thema:

    Das folgende YT-Video erklärt die "Vier Edlen Wahrheiten", in knapp 11 Minuten, gut verständlich (aus Zen-Sicht):

    Externer Inhalt youtu.be
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    Für mich sind alle 4 Edlen Wahrheiten nachvollziehbar und wichtig, aber besonders beschäftigen mich die zweite und die vierte, weil sie die Ursachen des Leides (das mir bereits vorher, wenn auch nicht in Gänze, bewusst war) konkret benennen (diese mir einleuchten) und die heilende "Therapie", den Edlen Achtfachen Pfad, aufzeigen.

    Die drei Glieder des Edlen Achtfachen Pfades - Sila/Ethik, Samadhi/Sammlung und Panna/Weisheit decken das Spektrum des menschlichen Lebens vollständig ab und ermöglichen einen Wandel des Bewusstseins hin zur Befreiung...

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • void
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    • 31. Juli 2024 um 11:37
    • #16
    Anna Panna-Sati:

    Hallo Hingabe ,

    Hingabe:

    Warum kommen in den vier Edlen W. nicht gleich die drei Daseinsmerkmale vor ?

    Das habe ich mich auch schon gefragt, liebe Hingabe (schöner Name übrigens... :heart:), zumal ja im Palikanon berichtet wird, dass es Menschen gab, die allein durch das vollständige Durchdringen der Vergänglichkeit/Unbeständigkeit, Befreiung erlangen konnten.

    (MN 74)

    Buddha ging es um die Ursachen des Leidens und um deren Überwindung.

    Führt Vergänglichkeit zu Leiden? Nicht zwangsweise. Wir freuen uns wenn Schmerz aufhört, wenn sich das Fernsehprogramm ändert, wenn Kinder größer werden. Viele Veränderungen haben mit Leid nichts zu tun.

    Hat es dann was mit der Überwundung zu t? Kann man gegen Vergänglichkeit was tun? Manchmal - bei bestimmten Krankheit - ja, manchmal nein.

    Vergänglichkeit an sich ist also für das Problem und die Lösung nicht sehr relevant. Vergänglichkeit ist nur insofern relevant , als es durch das Festhalten am Selbst zum Problem wird. Dadurch, dass wir nicht mit dem Strom der Vergänglichkeit schwimmen, sondern dagegen ankämpfen.

    Von daher hat Buddha für mich Recht daran getan, dass es da nicht vorkommt.

  • Igor07
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    • 31. Juli 2024 um 12:39
    • #17
    Anna Panna-Sati:

    So bleibt es besser im Gedächtnis haften:


    3 Daseinsmerkmale:...

    4 Edle Wahrheiten:...

    5 Khandha:....

    Hi, liebe Anna Panna-Sati ,

    Der Kern der Problematik wird von E. Conze im Buch "Buddhistisches Denken" geschildert. Auf Seite 53 lese ich, dass unsere Art der Wahrnehmung so stark pervertiert ist, dass wir, um zu überleben, nicht adäquat erkennen können, dass alles, absolut alles, unbeständig, leidvoll und nicht Selbst ist. Wenn man die Welt der Phänomene so fließend wahrnimmt, dann möchte der Praktizierende nur die Welt überwinden, denn alles Dasein stellt den Ausdruck des Todes dar. So ähnlich schreibt auch Alfred Weil in seinem Werk "Tod und Transzendenz in der Lehre des Buddha". Alle Skandhas gehören mir nicht, vielmehr bleibt am Ende nur das Etikett "Ich". Man sollte aufmerksam das Milindapanha lesen.

    Deshalb bedeutet geboren werden gleichzeitig auch sterben und Tod, denn es geht um abhängige Phänomene. Daher zweifle ich manchmal, ob man sich überhaupt freuen oder das Leben genießen kann, denn die Befriedigung, das Vergnügen, sind die Wurzeln des Leidens (MN1).

    Abschließend möchte ich bemerken, dass ich eine sehr tolle Schilderung bei Ajahn Dtun gefunden habe. Er wollte, wie es im Theravada korrekt betrachtet wird, nur Nibbana erlangen. Er hatte keine Familie und keine Freunde, wie die meisten Menschen hier im Westen. Er wollte immer abgeschieden (viveka) meditieren; alles andere spielte für ihn keine Rolle – nichts!

    Ich denke, man sollte die Texte und Kommentare sehr kritisch lesen. Ansonsten könnte man Samsara als entsetzlichen Schrecken empfinden, ein beklemmendes Gefühl des Ausgeliefertseins, um M. Heidegger ein wenig zu zitieren. Klar, es ist nur meine persönliche Meinung, aber alle Quellen gehen genau in diese Richtung, wenn man gründlich darüber nachdenkt, also meditiert.

    P.S. Genau so hat auch Prinz Siddhartha empfunden. Daher kann man nachvollziehen, warum er seine Familie, den Palast und das ganze Reich verlassen hat. Ansonsten macht es (nicht nur für mich) keinen Sinn. Das hat nichts mit dem Wellness-Buddhismus oder seiner Vermarktung im Westen zu tun, scheint mir. _()_ :taube: :)

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Frei
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    Buddh. Richtung
    frei von Richtungen
    • 31. Juli 2024 um 13:36
    • #18
    Igor07:

    Der Kern der Problematik wird von E. Conze im Buch "Buddhistisches Denken" geschildert. Auf Seite 53 lese ich, dass unsere Art der Wahrnehmung so stark pervertiert ist, dass wir, um zu überleben, nicht adäquat erkennen können, dass alles, absolut alles, unbeständig, leidvoll und nicht Selbst ist. Wenn man die Welt der Phänomene so fließend wahrnimmt, dann möchte der Praktizierende nur die Welt überwinden, denn alles Dasein stellt den Ausdruck des Todes dar

    Die Welt der Phänomene besteht aus einer rhythmischen Ordnung; man betrachte nur einmal eine Pflanze, wie sie - meist im Jahrestakt - rhythmisch kommt und vergeht.

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    Helmut
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    • 31. Juli 2024 um 14:06
    • #19
    Igor07:

    Ich denke, man sollte die Texte und Kommentare sehr kritisch lesen.

    Die Suttas sollte man sehr genau lesen; sich bewusst sein, in welchem Kontext die Lehrrede steht: Wem wird die Lehrrede gegeben; einem Haushälter, einem Laien, einem Bhikkhu, einem Bodhisattva und was genau ist die Fragestellung auf die Buddha Sakyamuni antwortet.

    Insbesondere wenn Buddha Sakyamuni in den Lehrreden etwas verneint, muss man genau lesen: Was verneint der Buddha, was verneint er aber durch die Verneinung nicht. Das ist nicht immer leicht festzustellen, weil die Suttas oft sehr knapp formuliert sind, insbesondere die Suttas des Samyutta Nikaya.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

    Einmal editiert, zuletzt von Helmut (31. Juli 2024 um 14:28)

  • JoJu91
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    • 31. Juli 2024 um 15:30
    • #20
    Igor07:

    Daher zweifle ich manchmal, ob man sich überhaupt freuen oder das Leben genießen kann, denn die Befriedigung, das Vergnügen, sind die Wurzeln des Leidens (MN1).

    Hierzu habe ich ein Zitat eines bayerischen Guru gefunden, für den diese Frage ein Lebens-Thema war:

    "

    Die Lust und der Tod sind Geschwister.

    Im Glanz des Luxus und der Feiern spiegeln sich die Zeichen der Vergänglichkeit.

    Das Leben, gerade in seinen besten Momenten, ist nur ein Spiel.

    Der Tod steht im Hintergrund, wenn alle meinen, dass es irgendetwas zu feiern gibt.

    Die Tatsache, dass alles eitel und vergänglich ist, ist aber kein Grund, die Feiern abzusagen.

    Im Gegenteil werden sie dadurch nur noch intensiver.

    "

    :cry: :)

  • Frei
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    • 31. Juli 2024 um 16:22
    • #21
    JoJu91:

    Im Glanz des Luxus und der Feiern spiegeln sich die Zeichen der Vergänglichkeit.

    Das ist nur eine Behauptung. Wie kommt er denn dazu?


    JoJu91:

    Das Leben, gerade in seinen besten Momenten, ist nur ein Spiel.

    Auch das ist nur eine Behauptung. Ich kann die "besten Momente" des Lebens nicht diskreditierend als "nur ein Spiel" ansehen. Hier wird sich sträflich stark verallgemeinert ausgedrückt.

    Insgesamt scheint mir dem doch eine missmütige bis missachtende Einstellung gegenüber dem Leben zu bestehen.

  • Igor07
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    • 31. Juli 2024 um 16:31
    • #22
    JoJu91:
    Igor07:

    Daher zweifle ich manchmal, ob man sich überhaupt freuen oder das Leben genießen kann, denn die Befriedigung, das Vergnügen, sind die Wurzeln des Leidens (MN1).

    Hierzu habe ich ein Zitat eines bayerischen Guru gefunden, für den diese Frage ein Lebens-Thema war:

    "

    Die Lust und der Tod sind Geschwister.

    Im Glanz des Luxus und der Feiern spiegeln sich die Zeichen der Vergänglichkeit.

    Das Leben, gerade in seinen besten Momenten, ist nur ein Spiel.

    Der Tod steht im Hintergrund, wenn alle meinen, dass es irgendetwas zu feiern gibt.

    Die Tatsache, dass alles eitel und vergänglich ist, ist aber kein Grund, die Feiern abzusagen.

    Im Gegenteil werden sie dadurch nur noch intensiver.

    "

    :cry: :)

    Alles anzeigen

    Das ist aber total schön, ich bedanke mich. Das Spiel aber ist von Natur aus täuschend, also der Schein der Dinge blendet uns, und dann sind wir verstrickt, gefangen in der Verblendung. Das Feiern ist bestimmt nicht verboten, sogar lehrreich und erhellend, wenn ich das Leben, wie es ist, zulasse und dann alles loslasse.

    Also nehme es an, wie es ist. Das ist aber die echte Kunst der Einsicht. So sagt man manchmal: Der Mensch lebt als Tor und stirbt als Trottel, denn er klammert sich unbewusst an das, was immer vergänglich ist und ihm absolut nicht gehört.

    Liebe Grüße. :) _()_ :taube:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • JoJu91
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    • 31. Juli 2024 um 16:55
    • #23
    Frei:

    Insgesamt scheint mir dem doch eine missmütige bis missachtende Einstellung gegenüber dem Leben zu bestehen.

    "Schwermut und Leichtigkeit" - so hiess eine Dokumentation über Helmut Dietl.

    Seine starken Stimmungs-Schwankungen und seine persönlichen Dramen hat er in grandiose Filmwerke umgesetzt.

    "Er durfte kein asketisches, braves Leben führen, denn sonst hätte ihm der Rohstoff für seine Filme gefehlt", meinte seine Frau Tamara anlässlich der Ausstellung über sein Leben im Münchner Literaturhaus, ich glaube es war im Winter 2015/16.

    Sein Meisterwerk Rossini hat mir "das Leben gerettet", sonst wäre ich Anfang der Zehnerjahre "an meinen Frauen verzweifelt".

    :)

  • Anna Panna-Sati
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    • 31. Juli 2024 um 17:05
    • #24
    void:

    Buddha ging es um die Ursachen des Leidens und um deren Überwindung.

    Ja, aber dazu muss "Leiden" zunächst einmal definiert und erkannt werden, was schon die erste Hürde darstellt, denn wir "Weltlinge" betrachten viele - in Wahrheit u.a. durch das Daseinsmerkmal "Vergänglichkeit" schlussendlich leidhafte - Dinge, wie Sinnesgenüsse, Beziehungen, Besitztümer, usw., als freudvoll und Glück (verheißend)...

    Genaugenommen beinhalten die 4 Edlen Wahrheiten alle 3 Daseinsmerkmale:

    1. Vergänglichkeit/Anicca (Unbeständigkeit/Wechsel) ist im Begriff "Dukkha" (1. Edle Wahrheit) ja inhärent, denn es werden 3 Hauptformen von Dukkha unterschieden, darunter

    - körperliche und geistige Leiden ("dukkha-dukkha")

    - das Leiden der Geistesformationen/Daseinsgebilde ("sankhara-dukkha")

    - das in der Unbeständigkeit/Vergänglichkeit bestehende Leiden ("viparinama dukkha")

    2. Dukkha (1. Edle Wahrheit)

    3. Nicht-Ich/Anatta (2. Edle Wahrheit: Ursache des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung - Letztere bezeichnet ja das Unwissen über die wahre Natur der Dinge, nämlich ihre Unpersönlichkeit, Substanzlosigkeit, Bedingtheit und wechselseitige Abhängigkeit....)

    void:

    Vergänglichkeit an sich ist also für das Problem und die Lösung nicht sehr relevant. Vergänglichkeit ist nur insofern relevant , als es durch das Festhalten am Selbst zum Problem wird. Dadurch, dass wir nicht mit dem Strom der Vergänglichkeit schwimmen, sondern dagegen ankämpfen.

    Wir kämpfen einen (aussichtslosen) Kampf gegen Unbeständigkeit/Vergänglichkeit und haben (Anpassungs-)Schwierigkeiten mit zu schnellem Wandel, anstatt dieses Daseinsmerkmal zu akzeptieren und "mitzuschwimmen".

    Meines Erachtens ist die Vergänglichkeit, also vor allem die Tatsache des Vergehens/Sterbens, das, worunter die Menschen mit am meisten leiden, sozusagen das "Haupt-Dukkha".


    Andererseits funktioniert das Leben nur durch steten Wandel/Wechsel und man ist ja auch froh, wenn Unangenehmes/Unerwünschtes sich ändert...


    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • JoJu91
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    • 1. August 2024 um 08:31
    • #25
    Igor07:

    Abschließend möchte ich bemerken, dass ich eine sehr tolle Schilderung bei Ajahn Dtun gefunden habe. Er wollte, wie es im Theravada korrekt betrachtet wird, nur Nibbana erlangen. Er hatte keine Familie und keine Freunde, wie die meisten Menschen hier im Westen. Er wollte immer abgeschieden (viveka) meditieren; alles andere spielte für ihn keine Rolle – nichts!

    Er war offensichtlich zu 100% auf sein Ziel fokussiert, Hut ab.

    Ich vermute, nachdem er Nibbana "erlangt" hat, hat er erkannt, dass keine Familie und Freunde haben und nur abgeschieden zu meditieren, nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

    "

    Der höchste WEG ist nicht schwer

    ...

    Jage nicht äußeren Erscheinungen nach

    verharre auch nicht in der Erfahrung der Leere

    ...

    Stellst Du das Tätigsein ein

    um zur Ruhe zurückzukehren

    ist dieses Bemühen auch nur eine Tätigkeit

    ...

    Weist Du das Dasein zurück, verlierst Du Dich im Dasein

    Folgst Du der Leerheit, wendest Du ihr den Rücken zu

    "

    (Shinjinmei, Übersetzung von Dr. Günther Endres)

    Sat-Chit-Ananda (Bewusste Präsenz, Weisheit und Freude) nimmt unendlich viele Formen an.

    Nicht nur die Form "drei Jahre auf einem Bein am Ufer des Ganges stehen".

    :angel:

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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