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Gibt es inzwischen nonduale Zenklöster?

  • wichtelwiese
  • 26. August 2026 um 22:58
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  • wichtelwiese
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    • 26. August 2026 um 22:58
    • #1

    Hallo,


    diese Frage mag verwerflich klingen, knüpft aber unmittelbar an jenen hier thematisierten Zen-Koan an:


    Thema

    Bodhi-Baum, Ständer-Spiegel, Staub

    […]


    Quelle: http://www.zenbuddhismus.de/zen-meister.html

    Wieso gleicht der Geist dem Ständer-Spiegel?

    Warum ist da ursprünglich kein (einziges) Ding?
    Was ist der Staub?

    Zum diskutieren.

    Sagt bitte einfach eure Meinung. Kann man sich da auf Buddha stützen?
    gbg
    20. Januar 2016 um 19:09


    Vielleicht kurz zu meiner Person und als Vorstellung:


    Die buddhistische Zuflucht und eine tibetische Namensgebung erhielt ich als junger Mann 1997 in München von Lopön Tsechu Rinpoche und Shamar Rinpoche von der grünen Tara Linie. Kurze Zeit später habe ich mich auch mit Advaita, Sufismus, Zen ... und anderen nondualen Richtungen beschäftigt und konnte mich auch z. T. beruflich mit recht vielen Menschen über erwachte Bewusstseinszustände austauschen. Im Buddhismus werden diese Zustände zumeist Erleuchtung genannt bzw. im Zen meines Wissens klugerweise als Kensho (körperlose Erfahrung) und Satori (geistesgegenwärtige Menschwerdung) differenziert.


    Wie allseits bekannt sein dürfte, finden sich derartig erwachte Bewusstseinszustände nicht nur in nahezu allen Religionen oder spirituellen Richtungen, sondern können auch Menschen (oder vor allem jene) ohne jegliche spirituelle Vorbildung gleichermaßen treffen. Im Zen (vor allem in der chinesischen Dynastie) sind diese Erfahrungen und Vorgeschichten auch recht gut belegt und zeichnen doch ein ähnliches Bild wie in der Neuzeit.


    Um es klar und direkt anzusprechen, würde ich gerne wissen, ob es inzwischen Zentren oder Klöster gibt, die wie im Koan arbeiten und ob der damalige Vertriebene sozusagen auch dementsprechend ein Kollektiv gründen konnte. Ich habe mir dazu nun einige Zeneinrichtungen im Internet angeschaut und alle diese Orte scheinen nur dual mit Menschen arbeiten zu können. Mit dual meine ich jene Annahme im Buddhismus, die Upaya (geschickte Mittel) genannt wird und grundlegend von einem ungeschulten Geist bzw. einer spirituellen Unterschicht ausgeht. Überall sind nur Angebote wie Techniken und Methoden platziert, die von außen das Innen im Menschen bilden wollen und im Grunde der inneren Annahme von Buddha nur widersprechen können.


    Mir ist das Argument durchaus bekannt: Man sagt, der suchende Mensch braucht zuerst ein Floß, um an das andere Ufer zu gelangen, und erst danach wird das Floß unnötig. Im Advaita formulierte es Ramana Maharshi ähnlich mit seinem Stock-Beispiel und legitimierte darüber seine Schülerschaft. Für mich steht das jedoch in einem absoluten Gegensatz zu besagtem Koan und auch zu Bodhidharma, was besagt, dass schon alles im Menschen innen manifestiert und realisiert ist.


    Trotzdem scheinen auch alle oder die meisten Zen-Klöster von einem ungeschulten Geist auszugehen. Sie wollen den Menschen von außen über Techniken und Methoden im Innen dahingehend bilden. Beschäftigt man sich jedoch mit der spirituellen Geschichte und der Nondualität an sich, findet man recht viele Mystiker, die dem widersprachen. Jiddu Krishnamurti oder U.G. Krishnamurti sind dafür bekannte Beispiele. Nach meinem Wissen gingen sie dagegen davon aus, dass der Geist allein durch diese stetige Fremdeinwirkung zu jenem scheinbar ungeschulten Geist wurde und jeglicher weitere Lerninhalt von außen noch weiter die innere Vollkommenheit im Menschen überdeckt. Das alles macht auch für mich Sinn, da jegliche Lerninhalte für das Innen ja nur authentisch im Innen zu finden wären und alles dafür im Außen nur eine schlechte Kopie oder ein Zusatz sein kann. Oder anders formuliert: Was für das Innen von außen kommt, kann keine echte Quelle sein und nicht der inneren Anbindung entsprechen oder gar dienlich sein.


    In dieser Hinsicht gibt es ja auch das Gerücht, dass in buddhistischen Klöstern nur unerwachte Menschen zu finden sind und dort die Suche sich in dieser Verrücktheit im Kreis dreht. Meine eigenen Beobachtungen decken sich mehr oder weniger damit. Menschen werden zu „Upaya-Opfern" gemacht, um später selbst sich zum Täter zu legitimieren, und in dem gemeinsamen Einbildungskreis, anderen Menschen etwas von außen für das Innen geben zu können, kann vermutlich die geistige Wachheit individuell und kollektiv nur auf der Strecke bleiben.


    Auch wenn man sich die jeweilige Geschichte des Erwachens anschaut, war es wohl immer ein destruktiver Prozess und ein nach innen gerichtetes Minus. Nach meinem Wissen waren für das Erwachen all jegliche Techniken und Methoden nie erfolgreich bzw. erst in der Umkehr konnte die Geistesgegenwart an Raum gewinnen. Alles in allem scheint mir Upaya in den Klöstern nicht zu funktionieren und zudem den ganzen Klosteralltag zu bestimmen. Die Frage wäre daher berechtigt zu stellen, weshalb überhaupt Upaya ausgeübt wird und warum man nicht, wie vermutlich Buddha, lediglich nur die Vollkommenheit der Menschen im Innern vertritt. Wie gesagt, schaut man sich die alten Zen-Geschichten oder auch neuere Berichte an, sieht man: Es war immer eine totale Desillusionierung, ein destruktiver Prozess und ein radikales Nach-innen-Gehen, unabhängig davon, ob das für Kensho und Satori gelten möge. Techniken oder Vorbildungen waren dazu nicht nötig und die eigene Wachheit wurde vielmehr erst im Zusammenbruch all solcher erdachten Konzepte erfahren; Eckhart Tolle auf der Parkbank ist in der Neuzeit dafür nur ein Beispiel unter vielen.


    Von dem her dürfte es auch gut bei Rinpoches, Lamas oder anderen Meistern gewesen sein, die eine wie auch immer geartete Erleuchtung erfuhren. Aber anscheinend gehen da alle im Buddhismus nach wie vor von einer spirituellen Unterschicht aus und vergessen hierbei, dass ihr eigenes Erlebnis gerade nicht durch die Techniken kam und im Prinzip doch nur für alle gelten kann. Zudem wird über diesen möglichen Irrglauben die klassische Lehrer-Schüler-Beziehung und die klösterlichen Hierarchien begründet. Ich frage mich hierbei schon ernsthaft, ob es daher wirklich Sanghas auf Augenhöhe in Klöstern gibt und ob sich da überhaupt wache Menschen ebenbürtig begegnen können.


    Zur klärenden Verdeutlichung könnte ich auch das Beispiel Vipassana und die dort vermittelten Bodyscans anführen. Den Leitern vor Ort scheint wohl nicht klar zu sein, dass Buddha selbst keine solchen erlernten Techniken hatte und einfach nach innen ging, wodurch er wache Selbstautonomie erlangte. Buddha sagte meines Wissens auch, dass alle Wesen bereits Buddhas sind und seine Erleuchtung auch für alle anderen Menschen gelten würde. Bei aller Liebe kann ich diesen Satz nur so verstehen, dass jeder Mensch in der Heimkehr nach innen vollkommen ist und ihm dafür nichts an Wissen fehlen wird. Was Buddha erlebte, war also wohl lediglich der absolut autonome Weg nach innen, und bezogen auf die Körperarbeit wäre ja auch der Bodyscan gleichsam nur im eigenen Inneren authentisch manifestiert. Für mich wäre auch das erst stimmig, da der Körper einer wissenden Schatzkarte gleicht und über ein bereits intelligentes Nervensystem verfügt. In dem Kontext gab und gibt es ja auch das Uryoga mit spontanen Asanas ohne jegliche Lehrer und Inhalte, die gleichsam unkonditioniert ihre meditativen Bewegungen aus dem Innen generieren und darüber ihren körperlichen Weisungen und seinem Wohlbefinden entsprechen.


    Das Vipassana-Prinzip passt für mich jedoch ohnehin in die heutige Zeit, in der die innere Kopie wie nie zelebriert wird und vermutlich sich als kollektiver Lernprozess von selbst desillusionieren bzw. als sich nicht bewährend entlarven wird. Es gibt unzählige psychologische Berater und Therapeuten wie nie zuvor, die alle Ratschläge erteilen, und zugleich gefühlt so viele suchende und unzufriedene Menschen wie nie zuvor. Der ganze spirituelle Markt scheint von Menschen besetzt zu sein, die einem sagen: Atme und bewege dich so und so oder mache für dich dieses oder jenes. Realistisch betrachtet dürfte aber genau dieser Ansatz mit erdachten Techniken und Methoden nicht für das Wohlbefinden der Menschen funktionieren, da die eigene Vollkommenheit sich nicht mit einer überdeckten Kopie zufriedengeben kann und dementsprechend nicht zu einer inneren Stabilität führt.


    Alles in allem kann ich Buddha nicht als jenen Lehrer erkennen, den viele gerne hätten und über deren Interpretation sich nahezu alle Buddhisten und ihre Einrichtungen gerne über Mitmenschen erhöhen möchten. Aber nicht nur für mich war Buddha das Gegenteil, und er hat diesen Realitätsumstand in seiner Erleuchtung erkannt. Man könnte auch sagen, es gibt im Grunde keine klügeren Menschen zwischen den Menschen, und die menschlichen Wertigkeiten untereinander wurden schlichtweg erfunden. Jeder Mensch kennt (zumeist nur kurze) Momente im Hier und Jetzt und ist daher von Natur aus zur Geistesgegenwart ausgebildet. Buddha dürfte demnach im Endeffekt nur erkannt haben, dass es schlichtweg keine höhere Bewusstseinsebene als das allseits bekannte Hier und Jetzt gibt und sich diese Geistesgegenwart auf dem inneren Weg nur wissentlich von selbst ausbreiten und realisieren kann.


    Nach dieser These wäre dafür nur eines vonnöten: Der Mensch sollte mit der Verrücktheit aufhören, sich das eigene Innen über Techniken und Methoden von außen zu überdecken, wodurch er den fremdbesetzten Fiebertraum einer höheren Klugheit gegenüber seinen Mitmenschen natürlich nur verlieren kann. In dem Kontext würde ich auch das Bodhidharma verstehen, was besagt: Jeder kennt den Weg und doch gehen diesen Weg nur wenige. Es stellt sich für mich daher die Frage, inwiefern der Satz aktuell auf Klöster und Einrichtungen im Zen zu beziehen ist und ob es da doch Ausnahmen für mich zu finden gibt.


    Allgemein geht es mir bei diesem Beitrag nicht um eine Diskussion, was richtig oder falsch sein mag. Ich würde hier vorrangig nur gerne wissen und abklären, ob es Klöster oder Zentren im Zen gibt, die diese Menschenliebe leben und die innere Vollkommenheit der Menschen anerkennen, vorallem auch, wenn der Mensch sich in einer suchenden Lebensphase als noch nicht wissend erkannte. Selbst der dümmste Bauer will andere belehren und sich über seine Mitmenschen stellen, und doch gibt es sicherlich auch Menschen, deren Hände dahingehend leer sind und die zugleich doch an die wahre Vollkommenheit des Menschen erinnern, was sich alles in allem an einem wachen Miteinander auf Augenhöhe zeigt.


    Meine Frage lautet daher, wie es sich da im Zen abspielt (es gibt ja auch unterschiedliche Richtungen) und ob der vertriebene Koch des besagten Koans, eine derartige Klostershanga gründen konnte.


    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald


    :):heart:_()_


    2 Mal editiert, zuletzt von wichtelwiese (26. August 2026 um 23:57) aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler

  • void 27. August 2026 um 07:31

    Hat das Thema freigeschaltet.
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    • 27. August 2026 um 08:48
    • #2
    wichtelwiese:

    In dieser Hinsicht gibt es ja auch das Gerücht, dass in buddhistischen Klöstern nur unerwachte Menschen zu finden sind und dort die Suche sich in dieser Verrücktheit im Kreis dreht.

    Es gibt dort - wie überall - wohl auch einige erwachte Menschen mit einem chaotischen, verwirrten und ungeschulten Geist.


    Das ist kein Widerspruch, Kensho oder Satori macht einen Menschen nicht automatisch zum "Meister im Leben" oder zum Lebenskünstler.


    Hui Neng etwa ging nach (!) seinem Erleuchtungserlebnis ins Kloster und wurde dort von Meister Konin mit den Worten empfangen "Ein Barbar aus dem Süden kann kein Buddha werden".

  • biophil
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    • 27. August 2026 um 09:01
    • #3
    JoJu91:

    Ein Barbar aus dem Süden kann kein Buddha werden

    Welch Bauchpinselei.

  • Wetering
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    • 27. August 2026 um 09:53
    • #4

    Und Hui-Neng antwortete, dass der gesellschaftliche Stand von Barbar und Meister nicht gleich sei, aber das Buddha- Wesen ist das Gleiche.

  • Christopher
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    • 27. August 2026 um 10:02
    • #5

    Oh boy. Wer solche ellenlangen Fragen stellt, braucht unbedingt ein Zen-Kloster. Ob "non-duale" oder sonstwie :)

  • biophil
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    • 27. August 2026 um 10:22
    • #6

    Um auf die Kernfrage einzugehen: Am nächsten kommt vielleicht Soto mit Shikantaza. Aber diese Leute fragen sich auch, warum sie das machen, wo sie doch schon Buddha sind. Na, um das zu erkennen natürlich! 🥱

  • Leonie
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    • 27. August 2026 um 14:49
    • #7

    Das Problem beginnt bereits mit der Frage: Gibt es ....?

    Damit fällt der Fragende zwangsläufig in die Dualität und zeigt seinen Geist - ungeschult, mehr oder weniger. Oder auch unwissend, was dasselbe ist.


    Gibt es ...? verweist immer auf ein fragendes Subjekt und ein zu suchendes Objekt.

    Die Koan, nicht nur das gatha von Huineng sind voll davon mit Fragen nach dem Buddha oder dem Weg.


    Die Geschichte von Huineng wird von seinen Nachfolgern oder Schülern im Platform-Sutra erzählt und ist als Autobiographie gestaltet mit jede Menge Unterweisungen.

    Im übrigen war Huineng kein Koch, sondern ist zum Reiswaschen in die Küche geschickt worden. Dabei ist das eine sehr interessante Übung, denn es gilt da sein Unterscheidungsvermögen und seine Sorgfalt zu schulen. Und außerdem kann der Abt und die Mönche unmittelbar erkennen, wer da in der Küche den Reis gewaschen hat, wenn da noch jede Menge Sand drin ist.


    Was sollte man also auf deine Frage antworten?

    Ja - Nein - Mu - WOW ........


    Buddha ist ja keine Entität - ist also nicht als Form aufzufassen.

    Man kann sich dem nicht zuwenden, schließlich ist ES bereits DA und zwar in Gänze.

    Wie soll man also etwas werden, das man bereits ist?


    Für das diskursive Denken und den dualen, gewöhnlichen Geist ist das ein Paradoxon.

    Sieht man aber die Identität von Buddha und gewöhnlichem Menschen, was der Identität von Form und Leere entspricht, dann durchschaut man die Form(en) und haftet nicht am Sichtbaren oder Vorgestelltem.

    Gewöhnliche Menschen unterscheiden sich in ihrer Form, doch sie sind alle (ein) Buddha.

    Diesem Gedanken liegt das Konzept des bedingten Entstehens zugrunde - weil alles in wechselseitiger Abhängigkeit entsteht ( und vergeht) gibt es keine Entität sondern nur ein immerwährender Prozess. Dies ist das, was Leere genannt wird, die Wesenlosigkeit aller Form(en) und dies auch wird mit Buddha bezeichnet.

    :zen:

  • wichtelwiese
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    • 27. August 2026 um 16:11
    • #8
    biophil:

    Um auf die Kernfrage einzugehen: Am nächsten kommt vielleicht Soto mit Shikantaza. Aber diese Leute fragen sich auch, warum sie das machen, wo sie doch schon Buddha sind. Na, um das zu erkennen natürlich! 🥱


    Danke für die Antwort, ich würde gerne daran anknüpfen und mein Anliegen konkretisieren.


    Es ist tatsächlich so, dass ich mich mit den buddhistischen Einrichtungen die letzten Jahre so gut wie gar nicht beschäftigt habe, weshalb meine Frage auch ernst gemeint war. Bei uns im Schwarzwald gibt es ein relativ bekanntes Zen Dhamma-Sangha Zentrum, und doch würde ich mich da nur bedingt wohlfühlen. Die Äbtin ist relativ jung und arbeitet stark mit Körperarbeit sowie diversen Methoden, gleichsam wie man es vom Yogalehrer oder Körpertherapeuten um die Ecke kennt. Auch die Lehrenden, die zuletzt dorthin kamen, sind alle fest in der therapeutischen Körperarbeit verankert und wahrscheinlich nicht bereit für ein waches Miteinander, sondern wohl vielmehr vorrangig auf Klientenfang.


    Ich wiederum habe daran kein Interesse und auch keine Resonanz, wenn derartig mit Techniken und Methoden gearbeitet wird und sich das für mich nur im Kreis drehen kann. Wie angesprochen, war ich in den letzten Jahren auf Reisen stark im Sufismus (Grüne Hermetik) oder in der Nondualität (Advaita) unterwegs und fühlte mich dort auch relativ gut aufgehoben. Das, was dort gesprochen wurde, kenne ich von mir selber gut, und ich kann mich dadurch spiegeln und in Resonanz gehen. Da wäre für mich prinzipiell ein waches Miteinander auf Augenhöhe möglich, aber es gibt wohl keine solchen Advaita Zentren auf Augenhöhe, da dort wohl leider alles auf eine Einzelperson zugeschnitten ist.


    Spirituelle Lehrer im Neo-Advaita wie Mooji sagen zum Beispiel, dass "nur das Ego am Ego arbeiten will" (im Grunde gibt es natürlich bei keinem Mensch sowas wie ein Ego und es ist vielmehr eine gelebte Einbildung) und ich kann das schon gut fühlen bzw. kenne ich als Paradoxon aus meinem eigenen Leben. Oder nehmen wir den bekanntesten Advaita-Lehrer Eckhart Tolle, der nie sagen würde „Macht dies“ oder „Macht das" mit deinem Schmerzkörper, wie es anscheinend in den buddhistischen Klöstern demgegenüber angeleitet wird, sondern er spricht vielmehr nur von der reinen Akzeptanz und dass dafür nichts zusätzlich zu tun ist. Ich könnte noch zig andere Namen aufzählen, wie Karl Renz oder weitere Vertreter, die alle ihre Berechtigung und ihre Erfahrungen haben. Nun habe ich das besagte Zen-Koan in dem Forum nicht umsonst herausgesucht und ich ging davon aus, dass das mit dem „Staub-Wegwischen“ genauso gemeint ist wie die mir bekannten Ansätze im Neo-Advaita.


    Zum einen ist aber da das Advaita-Feld für mich uninteressant, weil ich ja verstehe, was diese "Anti-Lehrer" immer wieder als Monolog sagen und ausdrücken wollen. Es ermüdet mich, sowas immer wieder zu hören, und dreht sich daher für mich auch irgendwo im Kreis. Zum anderen gibt es wohl, im Gegensatz zum Buddhismus, bei der Advaita Szene keine richtige Gemeinschaft oder gar Shanga auf Augenhöhe. Ich verstehe aber auch gut, dass fast alle Advaita-Lehrer, da ihr eigenen Ding machen und kommerziell tätig als Einzelperson für den Lebensabend vorsorgen wollen.


    Was ich aber integrieren würde und bei mir ansteht, wäre so etwas wie eine Sangha oder Kloster. Dahingehend ging ich wohl dummerweise davon aus, dass jenes beschriebene geistige Niveau der inneren Autarkie für mich anscheinend nirgends in buddhistischen Klöstern zu finden ist und die für mich erdachten Techniken und Dogmen stark den Klosteralltag prägen. Das alles ist für mich ziemlich verzwickt und bezogen auf die Örtlichkeiten teilweise verständlich.


    Ich bin Frührentner, glücklich verheiratet, habe keine Kinder und habe finanziell gut ausgesorgt, wie wir auch gut erben werden. In der Lage darf man sich schon fragen, wo man mit der Frau in der zweiten Lebenshälfte hinkommt und was man gerne im Herzen unterstützen darf.


    Meine Hofftznung und Anliegen war daher schon ernst gemeint, und ich hätte mich gern mit meinen Kapazitäten in ein buddhistisches Kloster oder eine Shanga integriert. Und da ich auch Brad Warner gelesen habe, schien mir da der Zen recht lebendig und undogmatisch, wobei ich mich in dem Fall, bezogen auf den deutschsprachigen Raum, wohl geirrt habe.


    Trotzallem bleibe ich am Ball, da damals alles mit der buddhistischen Zuflucht angefangen hat und werde weiter mich informieren, ob es nicht doch Klöster und Shangas ohne Techniken oder Methoden gibt bzw. wenigstens jene beschriebene innere Autarkie im Nebenbei zugelassen wird, was mir ja auch schon als Feld reichen würde.


    :oops:

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    • #9

    wichtelwiese


    Ich kann dir da leider nicht weiterhelfen. Mir sind keine Wellnesstempel bekannt, wo sich Erleuchtete ohne Mühe gegenseitig die Klöten kraulen.


    Wenn du richtig Kohle hast, buch dich im Landserhof auf Sylt ein. Die arbeiten auch mit solchen Sachen.

  • Samadhi1876
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    • 27. August 2026 um 17:21
    • #10
    wichtelwiese:

    ob es nicht doch Klöster und Shangas ohne Techniken oder Methoden gibt

    Vielleicht mal im Ausland schauen, du hast ja jetzt genug Zeit und Geld…


    Kenne da aber persönlich auch nix, außer Zen Antai Ji. Da wird auch auf dem Feld gearbeitet. Nicht nur meditiert und geputzt. Ist aber hart. Früh aufstehen. Beim Essen nicht quatschen. Sesshins, …


    Falls es heute noch so ist…

  • Leonie
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    • 27. August 2026 um 18:30
    • #11
    Das Kloster Ryumon Ji | Zen-Meditation
    meditation-zen.org

    :zen:

  • wichtelwiese
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    • 28. August 2026 um 10:57
    • #12

    Hallo,


    danke für eure Antworten und auch das naturverbundene Kloster in Frankreich habe ich mir notiert, danke für den Hinweis an dieser Stelle.


    Auch das hier von der Einheit Form und Formlosigkeit gesprochen wird, berührt mich und ich fühle mich da daheim. Für mich ist Form und Formlosigkeit auch absolut eins. Da ist die Liebe zur Welt und natürlich ist Liebe ewig. Das mit der Anhaftung beziehe ich daher ganz nur auf gelebte selbstbezogene Aufwertung und nicht auf die Einheit von Innen- und Außenwelt.


    Es gibt ja auch Buddhisten, die sagen, dass Samsara und Nirvana eins sind, und doch scheint mir auch diese geistesgegenwärtige Erkenntnis noch nicht ganz in der Praxis realisiert. Nach meinem Verständnis ist die Ewigkeit des Menschen nicht ein leeres Nirvana, sondern nur jene Welt, die wir tagtäglich vor unseren Augen sehen und die sich Natur nennt. Dort ist auch die natürliche Intelligenz vor unserer Zeit und aus dieser sind wir erschaffen worden. Und sich mit ihr zu verbinden, steht jedem frei und ist für jene, die sich darauf einlassen, vielleicht sogar voller lebendiger Synchronizitäten.


    Zudem (und das ist der springende Punkt) erfüllt die universelle Materie zugleich jegliche göttlichen Attribute, die der leeren Transzendenz zugeschrieben werden und doch dürften da die meisten Buddhisten in ihrer Weltanschauung Himmel und Erde noch trennen.


    Wenn man jedoch Himmel und Erde als untrennbare ewige Realität erkannte, so würde sich auch im Angesicht des Todes, Form und Formlosigkeit nicht voneinander trennen und demnach der menschliche Körper, wie von der Materie aufgezeichnet, nur seine Einzelform ablegen und in alle Formen eingehen.


    Dieser Prozess, im Buddhismus Bardo genannt, kann jedoch recht schmerzhaft sein und das ganze Leben mit seinen oftmals verpassten Momenten zieht an einem vorbei, wie es ja auch von der Sterbebegleitung berichtet wird. Meiner Meinung nach ist aber genau diese Reinigung jenes, was Menschen gerne Wiedergeburt nennen und vielleicht wohl doch nicht über ein Leben hinausgehen könnte.


    Mir ist zwar Brad Warner alles in allem auch manchmal ein wenig zu chaotisch, aber ich bin mit ihm eins, wenn er sagt, es gibt nichts, was wiedergeboren werden könnte und zwar für keinen Menschen. Er scheint mir mit dieser Aussage aber ziemlich allein im Zen dazustehen und fand doch zugleich Beachtung bei einigen Buddhisten. Das mit der Wiedergeburt könnte ja die gleich verzweifelte und selbstbezogene Flucht vor der Realität sein, wie bei den Christen, die doch lieber gerne alle ihren eigenen Platz im Himmel hätten.


    Aber genau diesen abgetrennten Himmel scheint es nicht zu geben bzw. ist die Erde und könnte uns daher schon im Leben eine gewisse Vorahnung mitgeben. Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass jeder zwingend Kensho nach dieser Bardo-Spiegelung erlebt und von dem her Kensho zwar eine durchaus reale Nahtoderfahrung im Leben ist und doch zugleich auch eine neurologische Störung, die sich in der Zeit geirrt hat und zum Leben ankommem jetzt nur losgelassen werden kann.


    Das würde für mich passen und könnte ich so unterstreichen. In der Hinsicht würde jeder Mensch in jenes Paradies kommen, was er tagtäglich vor seinen Augen sieht und nur im Garten Eden die Seite ins Überall wechselt.


    Zudem würde verneinen, dass für Satori Kensho notwendig ist und es in irgendeiner Weise für die spirituelle Inkarnation auf Erden von Sinnhaftigkeit wäre oder gar eine menschliche Wertigkeit begründen könnte.


    Von dem her könnte ich meine Kloster oder Sanghasuche auch von der philosophischen Seite angehen und direkt fragen, ob es Buddhisten gibt, für die ihr imaginärer Buddha ganz tatsächlich die Erde wurde und dahingehend stark die Verbindung der Natur den Klosteralltag prägt?


    Ich weiß, dass es in der spirituellen Szene da die Richtung Pantheismus gibt und ich habe mich von dem her letztens auch gefragt, ob da vielleicht inzwischen Buddhisten eher in die Richtung von Brad Warner gehen und ob es vielleicht derartige naturverbundene Klöster oder Zentren gibt. Zwei oder drei wurden mir hier ja schon genannt und das Felsentor in der Schweiz als Zen-Kloster scheint da auch recht geerdet zu sein, auch wenn langfristig die Schweiz für mich als Deutscher keine Option ist.


    Ansonsten bin ich mir bewusst, dass meine drei Postings mehr oder weniger nur von mir gehandelt haben und sowas keine Grundlage für eine Community ist. Das ist nicht gut und von Dauer. Es war aber zeitlich ein wenig Not am Mann und ich schreibe derzeit ja auch einige Emails an buddhistische Einrichtungen, daher bitte ich um Verständnis.


    Entgegen meinem bisherigen Auftreten, wäre ich jedoch sicherlich gerne ein Teil eurer Community und durchaus auch zu Dialogen fähig. Ich bin zwar immer mal wieder auf Reisen und habe da bewusst mein Wischkasterl aus, aber ich wäre sicher dankbar für so ein Forum. Dafür sollte ich mir aber auch die Zeit nehmen, auch mal eure Beiträge anzuschauen und mich näher mit dem Forum und Profilen beschäftigen, was ich die Tage sicherlich tun werde.


    Es ist auf jeden Fall schön zu wissen, dass es so ein Forum gibt und ihr seid sicher alle wunderbare Menschen.


    Schönes Wochenende und vielleicht bis bald

    2 Mal editiert, zuletzt von wichtelwiese (28. August 2026 um 11:05) aus folgendem Grund: Rechtschreibung

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    • #13

    Inzwischen haben wir 3 Rückmeldungen als Absagen bekommen. Ich habe in der E-Mail nur meinen buddhistischen Namen genannt, meine Zuflucht erwähnt und um einen kurzen und persönlichen Abgleich abseits der angebotenen Seminare und Workshops gebeten. Das waren 2 oder 3 Sätze und mehr nicht, gespendet hätte ich ohnehin gütlich und wollte ich bei aller Achtung nicht vorab erwähnen. Die Absagen waren aber alle freundlich gehalten und die jeweiligen Äbte scheinen schlichtweg fest in ihrer Arbeit zu stecken.


    Der nächste Plan von uns wäre nun beim Felsentor und später beim Kloster in Frankreich direkt hinzufahren. Vielleicht schaffen wir es die Tage, Vanja Palmer persönlich abzufangen und so an einen direkten Austausch auf Augenhöhe zu kommen. Wir haben dieses Jahr gut Zeit und Raum, wie auch kein Zeitdruck oder anderen Mangel.


    Eine Frage habe ich aber noch:


    Trefft ihr euch als Forengruppe auch so 1 x im Jahr analog oder kennt ihr euch nur digital?


    Ganz liebe Grüße aus dem nun Schwarzwald

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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