Nach der Vorstellung psychologischer und philosophischer Natur und dem dialogoffenen Hinweis, dass der auch im Buddhismus herrschende Upaya-Opfer-Täter-Kreislauf für Menschen wie mich nicht nur eine Illusion sein kann, sondern jenes fremdbestimmte Prinzip alleinige Ursache für den scheinbar ungeschulten Geist der Menschen ist, kann ich auf die gesellschaftliche Intention meiner Klostersuche vollumfänglich eingehen.
Motiviert dazu haben mich auch hier einige Beiträge von buddhistischen Initiativen, die über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen und eine zufriedene Welt gestalten wollen, wie auch zu Ökoaktivismus was zu lesen ist. Das ist alles gut und recht, dreht sich für mich aufgrund der Upaya-Verblendung aber gleichermaßen im Kreis und es wird nicht erkannt, dass die Empfänger grundlegend die Falschen sind und der eigentlichen Konfrontation bis heute noch nicht entsprochen wurde.
Das folgende gesellschaftliche Thema ist daher sicherlich nicht leicht für viele und ich kann es leider nur so ausführlich und diesmal auch ein wenig provokant formuliert von mir geben. Auch hier will ich mit meinen Ausführungen buddhistische Institutionen nicht verletzten und hier vielmehr um dialogoffene Prüfung bitten.
In meiner Wahrnehmung wollen alle Menschen, dass endlich Frieden und Harmonie auf der Welt ist. Und der buddhistische Satz „Mögen alle Wesen glücklich sein“ wird von allen Gesellschaftsschichten auf verschiedene Weise mitgetragen und unterschiedlich angestrebt. Ich denke jedoch auch im Buddhismus wurde die Bodhisattva-Symbolik noch gar nicht erfüllt, und ich sehe dabei, welche Gesellschaftsschichten zudem gar nicht richtig aufeinander zugegangen sind und ihre jeweilige Ausrichtung gegeneinander geprüft und als Menschenbild vernetzt haben. Da ist noch ein unentdecktes Feld. Man könnte auch sagen, dass das Buch „Haben oder Sein“ von Erich Fromm nur untereinander herumgereicht wurde und man versuchte sich darin gegenseitig zu bilden, obwohl es dieser Schicht theoretisch ohnehin klar ist und ein zufriedener Geist kognitiv verstanden wurde. Und daher, in dieser gegenseitigen Einbildung, ist wohl auch dieses Buch nur Theorie geblieben, da ein Zusammentreffen von gelebten Räumen nur bedingt in der Praxis geschehen ist bzw. die Verknüpfung der eigentlich zueinander zu findenden Gesellschaftsschichten bisher nur bedingt gewagt wurde.
Wenn jedoch die Illusion von Upaya erkannt wird , und das ist das eigentliche vergessene Kernproblem unserer Gesellschaft, zählen nur noch die jetzigen Räume für das Wohlbefinden und die darin herrschenden Strukturen können erst richtig, auch über den eigenen Tellerrand hinaus, erkannt und akzeptiert werden. Das, was viele Menschen sich erhoffen in der Selbstoptimierung zu erreichen, und was Wohlbefinden oder Zufriedenheit genannt wird, findet sich jedoch aus der Geistesgegenwart resultierend allein in gesunden Räumen und seinen Verbindungen wieder und wie diese jeweiligen Einflüsse das ganzheitliche Glück von jedem einzelnen Menschen bestimmen. Und dieses gesellschaftliche Leid der Menschen, vorallem kollektiv heutzutage, setze nicht nur ich gleich mit dem Raum der kommerziellen Welt und seiner erzwungenen Selbstbezogenheit in einem gesellschaftlich toxischem Wirtschaftswachstum.
In der kommerziellen Welt kann trotzallem ehrliches Handwerk gut aufgehoben sein und der Mensch kann dort als selbstbezogene Rolle leicht mitspielen, was ich immer wieder jungen Menschen anrate. Aber an sich ist die kommerzielle Welt mit ihren vorgegebenen Strukturen der eigentliche toxische Raum, der vom Menschen verlangt, beschleunigt und fremdbestimmt zu handeln. Man kann da gewiss relativ gut mitmachen, wenn man gleichzeitig einen privaten, unkommerziellen und entschleunigten Raum pflegt und auch das sage ich den jungen Leuten, die mich fragen. Ich finde jedoch darüber hinaus schon seit der Jugend alles abseits vom ehrlichen Handwerk als ziemlichen geistigen Menschheitsbetrug und als den vergeblichen Versuch, dass doch nicht alle Menschen auf unserer Erde glücklich werden.
Als Beispiel dafür, dass in der kommerziellen Welt alles Psychische nur minderwertig, illusionär und kontraproduktiv für das Wohlbefinden des Menschen sein kann, zeigt sich in der Psychotherapie, bei der inzwischen einheitlich nur noch das Upaya-Prinzip angewandt wird und auch da die selbstbezogene Optimierung das Zepter in der Hand hält. Das Buch „Haben oder Sein“ von Erich Fromm ist da unlängst ohne Gewichtung vergessen. Die Studienlage, nicht nur bei der Kinder- und Jugendpsychologie, ist demgegenüber verheerend und da die Ursache nicht angegangen werden kann und darf, werden zunehmend vermehrt Drogen und Betäubungsmittel für alle Altersklassen verschrieben. Und auch da ist von Selbstkritik keine Spur bzw. es fehlt die freie Möglichkeit zu Handeln und daher auch die Kompetenz. Die Psychotherapie kann in keinster Weise gesunde Räume bieten und das Buch von Erich Fromm „Haben oder Sein“ nicht einmal ansatzweise prüfen oder gar erfüllen. Es zählt da nur die Anpassung an den toxischen Raum der kommerziellen Welt, in dem sich auch Psychologen als Gewinner der kommerziellen Welt zu erkennen vermeint und daher nur befangen sein kann. Und auch in der Psychologie sieht man bei aller Vernunft klar und deutlich, dass Upaya nicht funktioniert, den Menschen nur weiter fremdbestimmt und konditioniert und nicht an die Ursache des Leidens geht, dafür aber weitläufig Psychopharmaka verschreibt.
Ich habe das mit den Grenzen der kommerziellem Welt Ende der 90er-Jahre selbst erleben und erfahren dürfen und wie alle Herzensthemen dort verschenkt sind. Damals war ich einer der Ersten, der sich gesellschaftlich sichtbar mit der Thematik der essbaren Wildpflanzen auseinandergesetzt hat; dazu war ich auch im Fernsehen und habe angefangen, Workshops und Seminare zu geben. Mir war aber damals schon nicht wohl und dieser unüberwindbare Zwiespalt bestätigte sich auch. Man vermittelt den Menschen da ja nur das, was der Mensch sich eigentlich aus Respekt vor der Natur selber aneignen sollten und man ist da vielmehr auch unweigerlich allein in einer Upaya-Projektionsrolle. Zugleich unterliegt man notgedrungen den Gesetzen der kommerziellen Welt und daher einem ungesunden Raum, in dem man fremdbestimmt wird, sich der Beschleunigung anpassen muss und nur auf sich selbstbezogen als einzelne Rolle agieren kann. Auch im Bereich der Natur brauchen die Menschen jedoch keine anderen Menschen, die ihnen Informationen zutragen und vielmehr wären auch hier gemeinsame Interaktionen auf Augenhöhe angedacht. Das, was eigentlich wichtig ist, die sinnliche Verbindung mit der Natur, kann ohnehin nicht von Menschen gelehrt werden, da sie dem Menschen bereits zugrunde liegt und man in so einer Unterhaltungsrolle dementgegen nur im Wege steht.
Ich habe dann Anfang 2000 zum Glück Abstand davon genommen, mich zumeist nur noch im privaten Umfeld mit anderen Naturfreunden verbunden und auf dieser Ebene weiter geforscht. Um sich wirklich mit der Natur zu verbinden, braucht man ohnehin alle Zeit und allen Raum und das ist in der kommerziellen Welt nicht einmal im Ansatz möglich. Ich kann mit Garantie sagen: Diejenigen, die wirklich Ahnung von der Natur haben und tagtäglich in der Natur sammeln oder Gärtnern und für die Einklang mit der Natur kein abstrakter Begriff geblieben ist, die haben auf den privaten Rahmen gesetzt, da es anderweitig nicht möglich wäre und sich die Qualität und Tiefe zur Natur auch für einen selbst dadurch nur mindern kann. Die meisten wichtigen Forschungen und Entdeckung in der Botanik und Mykologie finden da vorrangig nicht in der kommerziellen Welt statt, wie auch zudem in der kommerziellen Welt die Wissenschaft dahingehend nur unseriös sein kann, dass sie mit ihrem Wissen und Möglichkeiten nur das fördern und unterstützen darf, was gezwungenermaßen kommerziellen Gewinn bringt und daher fatalerweise die kostenlose Natur ignorieren muss. Die gesunden Räume können daher auch dort nicht integriert und berücksichtigt werden, obwohl die Natur nicht nur unsere Lebensgrundlage ist, sondern auch elementar entscheidend für das sinnliche und ganzheitliche Glück der Menschen.
Alles in allem würde ich daher die individuellen Krisen von Menschen gänzlich mit der gesellschaftlichen Krise gleichsetzen und sehe die Erfüllung der Bodhisattva-Symbolik in der Praxis gesunde Räume zu öffnen und diesen vorallem mit der elitären Gesellschaftsschicht zu teilen. Diese Praxis der Zufriedenheit und zwischenmenschlichen Verbindung kann natürlich nicht kommerzieller und selbstbezogener Natur sein und daher habe ich einen Blick auf die Klöster geworfen und darauf, wie man sich dort verbinden und gesellschaftlich wirken könnte. Solche abstrakten Begriffe wie Spiritualität können nur wahr werden, wenn für alle Menschen sichtbar Zufriedenheit gelebt wird und es kein theoretisches Gebilde mehr ist. Was nicht nur für mich heißt, dass da keiner oben allein ein Hichariegeflecht leitet und alles für alle verstanden hat, sondern dass wirklich zufriedene Menschen sichtbar Augenhöhe leben und dann kann vermutlich Zufriedenheit auch in der Gesellschaft erst richtig ankommen.
Wie beschrieben, brauche es aber daher einen natürlichen Gegenentwurf zu der Psychotherapie und auch zu allen kommerziellen buddhistischen Angeboten, die auch alle auf sich selbst bezogen, mit Inhalten von außen, den Menschen versuchen Innen zu bilden und sich schlichtweg selbst nur toxisch auf psychischer Ebene der Leistungsgesellschaft angepasst haben. Nicht nur für mich dürfte darüber hinaus aber die Gleichung klar sein, dass Menschen, die nicht mehr in sich selbst gefangen sind und versuchen sich psychisch selbst aufzuwerten, materiell ebenfalls nicht mehr stetig mehr wollen und im Natürlichen wirklich zufrieden sind. Das Problem, das ich dabei sehe, ist, dass diese Menschen sich verständlicherweise mehr oder weniger von der kommerziellen Welt abgewendet haben, obwohl sie eigentlich die Antwort auf die gesellschaftlichen Krisen und das auf diktierte Wirtschaftswachstum wären.
Dementgegen herrscht das psychische Prinzip der Leistungsgesellschaft und der aufgezwungenen Struktur der kommerziellen Welt mehr als die Zufriedenheit zu wollen, was sich Wirtschaftswachstum nennt und wie eine heilige Kuh die Geschicke der Welt bestimmen darf. Und diese gelebte Unzufriedenheit kann, für jeden der rechnen kann, und die Grundlagen der Erde mit ihre Ressourcen nicht leugnet, für den einzelnen Menschen und auch die Gesellschaft nur in weiter zunehmende ökologische und ökonomische Katastrophe führen. Und daher braucht es gesunde Räume wie nie zuvor, in denen Menschen zeigen, dass es in einem Miteinander möglich ist, nicht immer mehr zu wollen und Wirtschaftswachstum nicht die Natur des Geistes ist. Meiner begrenzten Beobachtung nach gibt es schon einzelne Menschen, die psychisch nicht dem Wirtschaftswachstum unterliegen und immer mehr wollen, sondern mit der Wenigkeit der Natur um sich herum jene Zufriedenheit realisiert haben, nach denen sich doch die ganz Reichen sehnen dürften. Ganz tatsächlich gibt es ja eine Armut der Reichen und das auf sinnlicher und gesundheitlicher Ebene zugleich.
Von daher würde ich da gerne den Gegenentwurf der unkommerziellen Welt unterstützen, der ja natürlicher Natur ist und nicht ideologischer Art der kommerziellen Welt und gesunden Räumen nahelegen, sich auch der oberen Schicht bewusst unkommerziell zu öffnen. Das konnte natürlich nicht funktionieren, wenn man sich dieser kommerziellen Welt anpasst und die gesunde Lebensgrundlage, also den privaten Raum, endgültig verkennt. Denn alles in allem dürften auch diese Menschen in den oberen gesellschaftlichen Schichten sehr getrieben sein und eigentlich die ganzheitliche Zufriedenheit, wie wahrscheinlich fast alle Menschen, im zwischenmenschlichen Bereich vermissen.
Ich bin mir relativ sicher, dass die ganz reichen Menschen offen dafür wären, da in eine Konfrontation zu gehen und sich zum Beispiel zwei Wochen mit erwachten Menschen in einem Kloster oder Wald zu umgeben, um da auch mal zu schauen, ob man sozusagen etwas verpasst hat und was verbundene Sinnlichkeit und der unkommerzielle Raum für das eigene Herz bedeuten könnten. Solche Menschen geben ja auch Unmengen an Geld aus, um auf den Mount Everest oder andere Achttausender hochzugehen, oder sind, wie hingehend bekannt, zumeist auf Drogen wie Kokain, die das Selbstvertrauen immer wieder illusionär erhöhen.
Auch wenn wir da im Jetzt in der Zufriedenheitspraxis noch nicht sind, glaube ich trotzallem, dass Zufriedenheit stärker ist und da diese elitären Menschen Zufriedenheit derartig gar nicht kennen und nur die erfolglose Psychotherapie meinen um sich zu wissen, wird zugleich da gedacht, dass jeder Mensch sich allgleich selbstbezogen aufwerten sollte und dadurch auch materiell jeder Mensch immer mehr wollen wird. Diese Menschen dürften darüber hinaus auch davon ausgehen, Zufriedenheit funktioniere nicht im natürlichen Sinne für alle Menschen und es sei ihnen auch gegeben, wenn die starken spirituellen Einzelpersonen des öffentlichen Lebens bisher da nicht richtig den Abgleich und Konfrontation integrierten. Ich würde mir da, für die Welt und ihre Menschen, mehr ein praktisches Wirken nach Oben wünschen und weniger ein theoretisches Ausbilden nach Unten. Man kann sich da gerne auch mal in die Eliten hineindenken: Die werden sicher irgendwo über die ganzen Workshops und Seminare schmunzeln und sehen, dass da jeder in der sogenannten Spiritualität auf kommerzieller Ebene nur sein eigenes Ding macht und dementsprechend zwischenmenschlich Zufriedenheit da auch oder gar noch weniger funktioniert. Bei gesunden Räumen hingegen wäre es anders, und es wäre eine direkte und vernachlässigte Konfrontation, auch da die Zeit der Bücher und der Theorie gesellschaftlich endgültig vorbei zu sein scheint.
Es wird ja auch im Buddhismus oft von einem zukünftigen Buddha (Namen habe ich vergessen) gesprochen, und ganz ehrlich: Ich gehe davon aus, dass dürfte keine Einzelperson sein und auch die Bodhisattva-Symbolik dürfte vielmehr erst als Feld von zufriedenen Menschen erwachen.
Das wäre nun die gesellschaftliche Intention von meinem Klostergesuche und eine derartige Ehrlichkeit könnte dem schon entgegenstehen. Ehrlichkeit besitzt aber auch die Gabe, sich stetig und im Dialog anderer Ansichten zu prüfen und liebend sich drr Kritik zu stellen.
Mein liebster Satz ist, ich irre mich gern und der kann sich nur auf alle Menschen beziehen, ansonsten würde ja nur ein Mensch auf der Erde wandeln.
In dem Sinne bitte ich um Berichtigung und etwaige Widerworte