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  1. Buddhaland Forum
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Buddhistische Ethik und BDSM

  • GermanViking
  • 2. Juli 2026 um 09:12
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    • 2. Juli 2026 um 09:12
    • #1

    Hallo zusammen,


    ich bin Alex, 40 Jahre alt und lebe seit ein paar Jahren in Dänemark. Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit buddhistischer Praxis (v. a. Achtsamkeit, Selbstreflexion und der Frage nach Leid und Anhaftung) und bin gleichzeitig ein sexuell sehr dominant veranlagter Mann, der BDSM aktiv mit mehreren Partnerinnen lebt.


    In meiner Praxis gibt es klare Machtdynamiken, Kontrolle, Unterwerfung und intensive körperliche wie mentale Erfahrungen. Das bereichert mein (Sex-)Leben sehr, gleichzeitig frage ich mich immer wieder, wie gut das mit buddhistischer Ethik vereinbar ist.

    Konkret beschäftigen mich folgende Punkte:

    • Wie vereinbart sich bewusste Demütigung, Schmerz und Machtübernahme mit dem Prinzip des Nicht-Schädigens und Mitgefühl?
    • Ist die bewusste Erzeugung starker Anhaftung (auch wenn sie temporär und einvernehmlich ist) ein Problem im Sinne der Lehre von der Leidverursachung durch Begierde?
    • Kann BDSM unter bestimmten Bedingungen sogar eine Form von Achtsamkeitspraxis oder tantrischer Arbeit sein, oder ist das eher eine Verharmlosung?
    • Gibt es buddhistische Lehrer oder Traditionen (z. B. im Tantra oder Zen), die sich dazu geäußert haben?
    • Ich bin kein Theoretiker, sondern frage aus eigener Erfahrung. Ich möchte weder BDSM verherrlichen noch verteidigen oder bewerben, sondern verstehen, ob und wie sich diese beiden Welten sinnvoll verbinden lassen oder ob sie letztlich im Widerspruch stehen.


    Freue mich über eure Gedanken, Erfahrungen oder Hinweise auf Texte/Lehrer.

    Einmal editiert, zuletzt von GermanViking (2. Juli 2026 um 10:07)

  • KarmaHausmeister 2. Juli 2026 um 10:14

    Hat das Thema freigeschaltet.
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    • 2. Juli 2026 um 11:55
    • #2

    Wenn beim BDSM kein Mitgefühl ist, dann ist es ein Verletzen der Sila:

    „Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens von sexuellem Fehlverhalten an.“


    Sexuelles Fehlverhalten sind alle Handlungen, die nicht im gegenseitigen Einverständnis geschehen. Ein Paar ist in seinem privaten Raum keiner äußeren Moral unterworfen.


    BDSM gehört nicht dazu, das ist Privatsache und die wird ohnehin vor der Gesellschaft verborgen. Die unwissende Gesellschaft hat Vorstellungen davon, da können BDSM‑Auslebende nur mit dem Kopf schütteln. Keiner von ihnen würde es wagen, ein zweites Mal die „Freunde“ aufzuklären. Einmal in eine solche Falle der Offenbarung treten, reicht vollkommen aus, um zu schweigen.


    Der Dom hat Mitgefühl mit dem Sub und der Sub hat Mitgefühl mit dem Dom.


    Der Dom passt also darauf auf, dass er den Sub nicht so behandelt das er dauerhaften Schaden nimmt. Der Sub hat Mitgefühl mit dem Dom, weil sie sich beide bewusst sind, BDSM anzuwenden.


    Wenn ich so manche sexuelle Beziehungen sehe, erkenne ich, dass diese einfache Regel nicht eingehalten wird. Einer der Partner wird meist dominiert, ohne dass der Dominierende erkennt, dass der Partner es nicht will. Es sind sehr viele Frauen und auch wenige Männer, die mir gesagt haben das sie nicht nur Turnübungen machen wollen, aber es doch tun, weil sie glauben das der andere das braucht oder ihn ohne seine Unterwerfung sonst verlässt.

    Liebe kann großes Leid erzeugen. Menschen können sich sehr tief lieben, ohne an Sex zu denken.


    Was Buddha betrifft: Er hat nicht in die Räume gesehen, in denen einvernehmliche sexuelle Handlungen geschehen. Nur Buddhisten, Christen, Muslime usw. sehen in allen sexuellen Handlungen einen Verstoß gegen die Sila. Jedenfalls öffentlich, zu Hause fällt das unter den Tisch.


    Kein Bekannter würde glauben, dass ich nicht schwul bin. Ich kann nur mit Frauen nichts anfangen und ich liebe es, Schmerzen und Sex mit einem Mann zu haben. Mein Dom ist „hetero“. Keiner würde jemals vermuten das wir eine BDSM-Beziehung haben. Interessiert sie nur Minuten, dann sind wir wieder nur Freunde. „Das kann ja nicht sein.“


    Ich habe von Buddha gelernt das nur das absolut verwerflich ist:

    Sexuelle Handlungen ausführen, die nicht gegenseitig gewollt sind.

    Einen Menschen so begehren, dass seine familiären Beziehungen zerstört werden.

    Einen Menschen dazu zwingen, seine Familie aufzugeben, oder ihn herausreißen.


    Falls sich jemand für Sex interessiert ohne die westlichen Konventionen, sollte er „Shogun“ lesen oder anhören, nicht sehen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (2. Juli 2026 um 12:25)

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    • 2. Juli 2026 um 12:48
    • #3

    Einvernehmlichkeit ist aus moderner rechtlicher und ethischer Sicht natürlich der entscheidende Maßstab. Wenn beide Seiten wirklich frei und bewusst zustimmen und niemand dauerhaften Schaden nimmt, dann ist es kein Problem. Viele ältere Vorstellungen von Recht und Moral sehen das aber anders. Man denke nur daran, wie viele Frauen in Ehen zu Sex gedrängt wurden oder wie sehr Homosexualität verfehmt wurde. Hat der Buddhismus hier wirklich so eine moderne, liberale Einstellung?


    Auch wenn etwas einvernehmlich klingt, ist die Qualität der Einwilligung in BDSM oft komplexer als bei „normalem“ Sex. Machtunterschiede, emotionale Abhängigkeit, Subspace oder der Wunsch, dem Dom zu gefallen, können die Fähigkeit zur echten Zustimmung stark beeinflussen. Deshalb tragen vor allem Doms eine sehr hohe Verantwortung, nicht nur körperlich, sondern auch mental und emotional. Es reicht nicht, dass die Sub „ja“ sagt. Gerade im hohen Erregungszustand kommen Subs manchmal auf so einige unvernünftige Ideen. Es geht darum, wirklich hinzuschauen, ob die Zustimmung frei und informiert ist und ob die Dynamik langfristig nicht schadet. Da muss man als Dom sehr aufmerksam und achtsam sein.


    Sub und Dom sollen Mitgefühl und Einfühlsamkeit füreinander haben. Das ist idealerweise so. In der Realität gibt es jedoch auch andere Fälle, gerade wenn man es mit „richtigen“ Sadisten und Masochisten zu tun hat. Gerade weil BDSM so intensiv sein kann, ist die Verantwortung des Dominanten eigentlich höher als in vielen „vanilla“ Beziehungen.


    Du schreibst, dass ihr eure Beziehung vor der Außenwelt komplett verbergt und dass „niemand jemals vermuten würde“, dass ihr eine BDSM-Beziehung habt. Das ist bei vielen so und manchmal ist es auch notwendig. Ich gehe auch nicht damit hausieren, aber ich verheimliche oder verstecke es jetzt auch nicht aufwendig. Ich denke aber auch, dass die soziale Toleranz in den letzten Dekaden stark gestiegen ist. Skandinavien ist eh nochmal liberaler. Zu starke Geheimhaltung kann auch ein Hinweis sein, dass da was nicht ganz so unproblematisch ist. Kein Vorwurf oder Verdacht an dich, aber allgemein.

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    • 2. Juli 2026 um 14:29
    • #4

    Wir haben versucht, andere zu treffen, aber aufgegeben. Meistens waren es Menschen, die sich an Fremden austoben wollten. Nach dem Motto: Die sind ja dann wieder weg.

    Das sind aber Menschen, die keine Achtung vor dem anderen haben, und denen kann ich ausweichen, oder ich nutze die Polizei, da habe ich keine Probleme mit. Gesetzesbrecher müssen vor den Richter.


    Wir vertrauen uns vollkommen und wechseln auch mittendrin die Rollen. BDSM ist für uns nur ein Begriff, den andere fast so verstehen wie wir.


    Was die Buddhisten angeht, die ich getroffen habe: Sie sind nichts Besonderes. In einer Gruppe in einem Gespräch über Persönliches sage ich nur das mein Mann verstorben ist, und nach wenigen Sekunden ist da ein Schleier und beim nächsten Treffen eine Mauer. Da wissen sie, dass ich schwul bin, und fragen nicht danach. Dann könnten sie erfahren das mein Mann und ich nicht schwul waren, sondern nur Menschen, die sich lieben. Aber wer will sich schon seine lieb gewordenen Meinungen verderben? Lieber nicht nachfragen.


    Die Lehre Buddhas hat mir geholfen, ohne Gruppendynamiken auszukommen. Nahe Menschen (Familie, die ich selbst gefunden habe) sind genug. Da bin ich ganz sicher als das, was ich bin. BDSM spielt da keine Rolle. Als Paar sehr wohl.

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    • 2. Juli 2026 um 14:37
    • #5

    Das Thema Sexualität kann schnell in Sackgassen führen


    Ich fange mal von einer ganz anderen Seite an: Unser normales Leben ist ja meistens recht eingeschränkt - wir müssen die funktionieren und uns zusammenreißen.


    Es gibt aber Situationen, wo wir aus dem normalen Zustand heraustreten:

    1. In unseren Träumen tauchen ganz tiefe archaische Seiten auf.
    2. Manchmal wenn wir die kognitive Kontrolle schmählern - wenn wir betrunken sind oder psychedelische Drogen haben taucht das auf.
    3. Es gibt "Spiele": Ich kenne Leute die LARP machen und da dann ganz andere Rollen einnehmen und sich als Wikinger ausleben.

    Für mich sind "sexuelle Spiele" eine Variante. In ihnen drücken sich tiefe Kräfte aus,die normalerweise unter der zivilisierten Oberfläche sind.


    Ich habe den Eindruck, dass der Theravada Buddhismus allen den Situationen - in denen das Unterbewußte sich äußert - kritisch gegenüber steht:

    1. Schon der Begriff des "Erwachens" ist eine Zurückweisung des "Träumens".
    2. Buddha verurteilt den Alkoholgenuß.
    3. Buddha äußerte sich öfter mal gegen Schauspiel und sogar Musik.

    Während ja z.B C.G. Jung ganz anders denkt. Für ihn führt der Weg dazu den "inneren Elefanten" zu bändigen darüber die archaischen Kräfte erstmal gut kennenzulernen und genau das dazu führt, frei von ihnen zu werden.

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    • 2. Juli 2026 um 15:08
    • #6

    Qualia mit Gruppendynamiken kenne ich mich nur eingeschränkt aus. Die Erlebnisse, die ich in die Richtung hatte, waren eigentlich ziemlich über das Intensitätsspektrum, das ich kenne, verteilt. Das waren allerdings auch nie völlig fremde Menschen. Ich finde weder für BDSM noch für Gruppendynamiken eignen sich One Night Stands oder Ähnliches sonderlich gut.


    Praktiken an anderen Personen vorzunehmen, die dazu nicht klar eingewilligt haben oder sich auch der Tragweite ihrer Einwilligung nicht ganz bewusst waren, geht gar nicht aus meiner Sicht. Das hat für mich auch nichts mit BDSM oder Sex zu tun, sondern geht in die Richtung einer Straftat.


    void es stimmt schon, dass bei sexuellen Dingen oft die primal energies freigelegt werden und oft auch gerade jene die man im Alltag nicht zeigen kann.

  • void
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    • 2. Juli 2026 um 22:55
    • #7

    Gerade weil Sexualität viele Jahrhunderte lang so unterdrückt wurde, wurde ja gerade in den letzten Jahrzehnten sehr betont, dass Sexualität etwas Positives, Bereicherndes, Gleichberechtes und Erheben des sein kann. Dies hat sicher seine Berechtigung und ist nicht falsch.


    Vielleicht hat man dabei aber in die andere Richtung übertrieben und dunklere Aspekte ausgeblendet. Dass Sexualität neben freudvoller Innigkeit ja auch mit Macht, Besessenheit, Fetisch, Ausgeliefertsein zu tun haben kann - dass es dreckig, irrational, tierisch, triebgesteuert, archaisch und dunkel sein kann.


    Aber ich denke Sex war immer schon beides und Vanilla und Missionarstellung waren immer schon nur die Spitze eines Eisbergs.

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    • 3. Juli 2026 um 09:58
    • #8

    Erst Kultur, Gesellschaft und institutionelle Religionen bestimmen, durch Tratsch und Beichten (Bekennen) die Art, wie Sexualität ausgelebt oder praktiziert wird.


    Als Jugendlicher habe ich begriffen, dass das Eindringen in einen Körper immer im Einvernehmen geschehen muss, eben weil mein Vater sich nicht an diese Norm gehalten hat. Gier hat mich schon immer mehr angeekelt als Hass.


    Verlangen führt zu Gier, und wenn diese nicht erfüllt wird, zu Hass. (Natur)

    Verblendung ist das Relativieren und Rechtfertigen der eigenen gierigen Handlungen.


    Sadismus/Masochismus sind die Extrempunkte und werden durch die Einigung auf BDSM-Regeln ausgeschlossen. Die Würde des Menschen wird nicht verletzt. Wenn sich alle Paare auf diese Regeln einigen würden, gäbe es keine Vergewaltigungen in der Beziehung.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (3. Juli 2026 um 10:09)

  • void
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    • 3. Juli 2026 um 10:18
    • #9

    Für Freud ist die Libido beim kleinen Kind noch etwas, was sich auf alles mögliche richten kann aber auch dann beim Erwachsenen auf die korrekte erwachsene Sexualität verengt. Sexuelle Fetische sah er als eine Art Versehen innerhalb dieses Prozesses. Statt das man auf Frauen steht steht man auf einmal auf Lederstiefel. Und wenn eine Frau die anhat ist sie "begehrenswert" und ohne die "langweilig". Solche Fälle offenbaren viel darüber wie total beliebig Begehren sein kann.


    Da ist vielleicht die Verbindung zur Achtsamkeit. Indem man die Fetischisierung ( die Überwertung) von bestimmten Objekten wieder abzieht, gelangt man vielleicht wieder zu der Welt des Kindes wo das ganz alltägliche ( ein Windhauch, eine Blume) ein Wunder sein kann?

  • Samadhi1876
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    • 3. Juli 2026 um 10:38
    • #10
    void:

    Da ist vielleicht die Verbindung zur Achtsamkeit. Indem man die Fetischisierung ( die Überwertung) von bestimmten Objekten wieder abzieht, gelangt man vielleicht wieder zu der Welt des Kindes wo das ganz alltägliche ( ein Windhauch, eine Blume) ein Wunder sein kann?

    Zum Einen „schmeckt einem nur etwas nicht so gut wie es ist“, zB Essen, und man würzt es deshalb, damit es einem besser schmeckt, obwohl man es auch ohne Würze essen könnte.


    Zum Anderen erregen einen gewisse Dinge mehr als andere Dinge. Zb auch in der Sexualität. Erregung an sich, die man auch nicht so einfach vermeiden kann. Wie Wut, Angst, Hass oder andere Gefühle.


    Sie erscheinen erst einmal. Und wie man dann damit weiter umgeht, ist eine andere Sache. Das Bedarf aber auch eines „Spielraumes“ dazwischen, zwischen dem Erkennen und darauf Handeln.

    Sich auf etwas einlassen oder nicht einlassen. Noch etwas hinzuzufügen wollen (wie zusätzlich Salz aufs Essen) oder wegnehmen zu wollen (Essen weg werfen).


    Primär alleine. Und wenn etwas zwei oder mehrere benötigt sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen.


    Der Buddhismus sieht auch an sich die Vermeidung von Gewalt und Töten etc. vor, gibt gewisse „Spielregeln“ vor.

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    GermanViking
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    • 3. Juli 2026 um 11:33
    • #11

    Ich möchte mich erstmal für die sachlichen und differenzierten Antworten hier bedanken. Ich habe die gleiche Frage auch auf anderen Kanälen gestellt und dort bin ich teilweise stark angegangen worden, bis hin zum Vergleich mit dem Kanibalen von Rothenburg und wilden Pathologisierungen.

    void Nicht jede Form von BDSM oder Fetisch ist gleichzusetzen mit einer ungesunden Fixierung auf ein Objekt (wie im Beispiel mit den Lederstiefeln). Bei vielen Menschen geht es weniger um die Überhöhung eines bestimmten Gegenstands oder einer einzelnen Handlung, sondern um die Dynamik selbst, hier also um Macht, Hingabe, Kontrolle, Vertrauen oder intensive körperliche und mentale Zustände. Das ist etwas anderes als das klassische fetischistische Ersatzobjekt.


    Außerdem frage ich mich, ob der Weg wirklich immer darin bestehen muss, die spezifische Ausrichtung des Begehrens wieder „abzuziehen“, um zu einer kindlich-ungefilterten Wahrnehmung zurückzukehren. Es kann auch eine Form von Achtsamkeit sein, ein bestimmtes Begehren bewusst und verantwortungsvoll zu leben, ohne sich davon vollständig bestimmen zu lassen. Manche Menschen erleben in intensiven, machtvollen sexuellen Kontexten sogar eine sehr starke Präsenz und Klarheit, nicht trotz, sondern teilweise durch die Intensität und die bewusste Auseinandersetzung mit ihren Impulsen.

    Einmal editiert, zuletzt von GermanViking (3. Juli 2026 um 11:40)

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    GermanViking
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    • 3. Juli 2026 um 13:11
    • #12

    Samadhi1876 Was mich bei deinem Beitrag besonders interessiert, ist der Punkt mit dem Spielraum zwischen dem Auftauchen eines Impulses und dem tatsächlichen Handeln. Genau hier sehe ich bei verantwortungsvollem BDSM einen großen Unterschied zu vielen anderen Formen von Sexualität.


    Gerade weil BDSM (wenn es gut gemacht wird) ein hohes Maß an Kommunikation, Verhandlung und laufender Achtsamkeit erfordert, entsteht fast zwangsläufig dieser Raum zwischen Impuls und Handlung. Man kann nicht einfach „machen“, ohne vorher abzuklären, was der andere will, wo die Grenzen liegen und wie es ihm geht. Das allein schon verhindert in vielen Fällen, dass man blind einem Trieb folgt.


    Natürlich kann auch hier Anhaftung entstehen, zum Beispiel an die Intensität selbst oder an die Dynamik. Aber die Struktur von gutem BDSM zwingt einen eher dazu, diesen Raum zwischen Erregung und Handeln aufrechtzuerhalten, als ihn zu verkleinern.

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    • 3. Juli 2026 um 14:38
    • #13

    Ich glaube das die meisten aus dieser Szene (BDSM) sich viele Gedanken über Grenzen, Spielregeln und auch Ur-Instinkte machen.

    Klar schwarze Schafe gibt es da ja auch und dass kann dann vorallem für Frauen gefährlich werden.

    Bin immer überrascht gewesen wie selbst stark feministische Frauen manche Praktiken genießen die doch eher männlich dominant daherkommen.


    Ich habe Sexualität immer als etwas sehr positives angesehen. Wo man sich erstmal selbst besser kennen lernt und dann auch seinen Partner.

    Ich würde sogar soweit gehen, dass für mich Vereinigung durchaus etwas Spirituelles ist.


    Habe mich mit meiner letzten Partnerin da wirklich befreien können und bin ihr dafür auch dankbar.

    Die Schattenseite ist, dass ich das befriedigen der Lust heute etwas kritischer sehe.

    So schön ich Sex ( auch Solosex ) finde, benutzte ich es aber auch oft um mich einfach nur besser zu fühlen.

    Ein Stück weit erlaube ich mir das auch heute.

    Aber ich achte mehr darauf ob es wirklich Lust ist die mich antreibt oder nur die Suche nach Ablenkung oder das Bedürfnis mich aus einem negativen Grundgefühl zu befreien.

    Für mich ist Sexualität etwas sehr intimes und achtsam mit sich und auch dem Partner umzugehen empfinde ich absolut notwendig.

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    GermanViking
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    • 3. Juli 2026 um 14:39
    • #14

    Auch klasse: Aus der Zen-Tradition ließ mir jemand vermeintlich von seinem Meister zukommen: BDSM ist eine Form von unnatürlich verstärktem Sex und damit abzulehnen. Auf die Frage hin, wie es denn mit Shibari/Kinbaku aussieht und wie es denn auch mit dem Kyosaku aussieht: Ja, das sind völlig normale intime Praktiken, da geht es um vertrauensvolle Hingabe je nach Kontext. Ganz was anderes als das perverse BDSM, das aus westlicher Dekadenz stammt.


    Kann man sich kaum ausdenken. Soll wirklich komplett unirionisch gemeint sein. Der Meister wüsste, wovon er spreche.

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    • 3. Juli 2026 um 15:20
    • #15

    Bei BDSM geht es um die Verbindung sexueller Energie und Schmerz, beides führt bei exzessiver Ausführung zu einer Abstumpfung. Genau diese Abstumpfung führt zu einem gewünschten Effekt, den auch Drogen ähnlich haben können. Gefühle werden betäubt und man kommt in einen Zustand der "ist mir alles scheiß egal"-Haltung, genau dieses Mindset, haben eben viele in hohen Positionen. Ähnlichen Effekt hat Kokain, deswegen nehmen es die Manager. In diesem Modus wird Müdigkeit und emotionales Empfinden unterdrückt und es wird eiskalt "gehustled".


    Man tötet seine Emotionalität, seine Amygdala ab und wird damit zur funktionierenden Maschine, desto exzessiver und mehr Leistung gefordert ist, desto schlimmer die Methoden. BDSM, Drogen und co. Allesamt, die selbe Sorte. Selbst Achtsamkeit und Meditation, wird manchmal so missbraucht, das nennt man dann spiritual Bypassing.


    Es wird zu einem Ritual.

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    • 3. Juli 2026 um 15:47
    • #16
    Sayitingerman:

    Bei BDSM geht es um die Verbindung sexueller Energie und Schmerz, beides führt bei exzessiver Ausführung zu einer Abstumpfung. Genau diese Abstumpfung führt zu einem gewünschten Effekt, den auch Drogen ähnlich haben können. Gefühle werden betäubt und man kommt in einen Zustand der "ist mir alles scheiß egal"-Haltung, genau dieses Mindset, haben eben viele in hohen Positionen. Ähnlichen Effekt hat Kokain, deswegen nehmen es die Manager. In diesem Modus wird Müdigkeit und emotionales Empfinden unterdrückt und es wird eiskalt "gehustled".


    Man tötet seine Emotionalität, seine Amygdala ab und wird damit zur funktionierenden Maschine, desto exzessiver und mehr Leistung gefordert ist, desto schlimmer die Methoden. BDSM, Drogen und co. Allesamt, die selbe Sorte. Selbst Achtsamkeit und Meditation, wird manchmal so missbraucht, das nennt man dann spiritual Bypassing.


    Es wird zu einem Ritual.

    Die in deinem Modell behauptete Kausalkette lautet: BDSM führt zu Abstumpfung, Abstumpfung tötet Emotionalität ab, Ergebnis ist die eiskalte „ist-mir-egal"-Maschine. Das ist eine überprüfbare empirische Behauptung.

    Die heute vorliegenden Erhebungen (Richters et al., 2008, Journal of Sexual Medicine 5(7), S. 1660ff; Wismeijer & van Assen,2013, Journal of Sexual Medicine 10(8), S. 1943ff) zeigen das Gegenteil: BDSM-Praktizierende schneiden in mehreren großen Studien bei emotionaler Stabilität, Verträglichkeit und Wohlbefinden nicht schlechter, teils besser ab als der Durchschnitt. Wenn deine Kette stimmte, müssten sie emotional abgestumpfter sein. Sie sind es nicht.

    Dein Modell sagt also etwas voraus, das die Daten nicht bestätigen. Es ist also empirisch falsch.

  • Anna Panna-Sati
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    • 3. Juli 2026 um 16:12
    • #17
    GermanViking:

    In meiner Praxis gibt es klare Machtdynamiken, Kontrolle, Unterwerfung und intensive körperliche wie mentale Erfahrungen. Das bereichert mein (Sex-)Leben sehr, gleichzeitig frage ich mich immer wieder, wie gut das mit buddhistischer Ethik vereinbar ist.

    Offenbar regen sich in dir einige Zweifel und du bist innerlich nicht (mit dir) im Reinen, wenn diese Frage "immer wieder" in dir hochkommt?

    GermanViking:

    Wie vereinbart sich bewusste Demütigung, Schmerz und Machtübernahme mit dem Prinzip des Nicht-Schädigens und Mitgefühl?

    Im Buddhismus geht es um Geistesschulung und in der Folge Befreiung vom Leiden, das verursacht wird durch *Gier/Begierde, *Hass (Ablehnung, Widerwillen,..) und *Verblendung/Unwissenheit.


    -Grausamkeit ist die 2., dunkle, Seite der Empathie -"Medaille", denn ohne Einfühlungsvermögen (= Empathie) wäre BDSM letztlich für keinen der Beteiligten befriedigend.

    -(Buddhistisches!) Mitgefühl, die helle Seite des Einfühlungsvermögens, zeigt sich in dem Wunsch, dass "alle Wesen" vom Leid und seinen *Ursachen (s.o.) befreit sein mögen - und in ggf. entsprechendem, hilfreichen Handeln.

    -Nichtverletzen/Gewaltlosigkeit (Ahimsa) einzuhalten, bedeutet, die eigene Begierde, das Verlangen, zum Wohl des Anderen u.U. zu zügeln.


    Nach Buddha:

    Entscheidend sind immer die (tieferen) Absichten (cetana), mit denen Handlungen ausgeführt werden.

    Geht es um reine Machtausübung zur Ego-Bestätigung und -Erhöhung, auf Kosten einer anderen (erniedrigten) Person, konsumorientierten Nervenkitzel und Lustbefriedigung durch Quälen eines anderen Menschen (auch, wenn dieser -scheinbar- einverstanden ist), wäre das im buddhist. Sinne unheilsam.


    Sinnesgier, per se, bindet den Geist ohnehin, aber wenn Sexualität immer stärkere Reize braucht, Menschen zu Objekten gemacht werden, Aggression erotisiert wird und Mitgefühl abstumpft, dann befeuert sie die Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung massiv.


    Auch das Fördern von Heimlichkeiten und Lügen, welche die

    Ausübung dieser Praktiken oft zwangsläufig begleiten, ist eine unheilsame "Nebenwirkung".

    GermanViking:

    Ist die bewusste Erzeugung starker Anhaftung (auch wenn sie temporär und einvernehmlich ist) ein Problem im Sinne der Lehre von der Leidverursachung durch Begierde?

    Ja.

    Aber frag' dich doch mal selbst, ob

    - Anhaftung - tendenziell - eher kultiviert wird oder abnimmt?

    - Güte und Mitgefühl wachsen oder abnehmen?

    Oder wird da ein "Muster" trainiert, das Erregung/Lust/(weltliche) Glücksgefühle, an Kontrolle, Schmerz, emotionale Intensität, bindet?

    GermanViking:

    Ich bin kein Theoretiker, sondern frage aus eigener Erfahrung. Ich möchte weder BDSM verherrlichen noch verteidigen oder bewerben, sondern verstehen, ob und wie sich diese beiden Welten sinnvoll verbinden lassen oder ob sie letztlich im Widerspruch stehen.

    Meines Erachtens stehen sie im Widerspruch zueinander (aber ich bewerte das aus Sicht eines Theravadin) und sind unvereinbar, zumindest, wenn Buddhas Lehre ernsthaft praktiziert wird.


    Du kennst sicherlich die Parabel von den zwei Wölfen (falls nicht, hier nochmal ein Link zum Nachlesen:

    https://www.deutschunddeutlich.de/contentLD/DE/GT24zWoelfe.pdf):


    BDSM, insbesondere Sadismus, auszuleben, "füttert" quasi den "bösen" Wolf, weil, u.a. durch Belohnungseffekte im Gehirn, sich diese Neigungen (Andere zu dominieren und/oder zu quälen) und Tendenzen verstärken, , mindestens aber bestätigt und manifestiert werden.

    Früher oder später schlagen sie sich dann auch im Alltag - außerhalb des (Sex-) Lebens nieder....

    (Bei guter Achtsamkeitspraxis und Disziplin/Selbstbeherrschung vermutlich weniger, aber es könnte auch zu innerer Spaltung... führen.)


    GermanViking:

    Kann BDSM unter bestimmten Bedingungen sogar eine Form von Achtsamkeitspraxis oder tantrischer Arbeit sein, oder ist das eher eine Verharmlosung?

    Welche "Bedingungen" schweben dir da vor?

    "Tantrische Arbeit" sollte man den dafür speziell geschulten Mönchen/Dharmalehrern im Vajrayana überlassen (und da gibt es - laut Statement des Dalai Lama - nur sehr wenige, die in Frage kämen) - die Gefahr des Missbrauchs ist immer gegeben.....

    GermanViking:

    Es kann auch eine Form von Achtsamkeit sein, ein bestimmtes Begehren bewusst und verantwortungsvoll zu leben, ohne sich davon vollständig bestimmen zu lassen.

    Das hört sich für mich nach einem unrealistischen Ideal an, sozusagen eine Art "Hohe Schule", die nur Wenigen offensteht....


    Fazit:

    Die Kompatibilität von BDSM und buddhistischer Ethik scheint - aus meiner Sicht - nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich zu sein.

    Eine tiefere buddhistische Praxis zielt auf Schwächung der Geistesgifte, was durch jene sexuellen Praktiken konterkariert wird, deren "Motor" Sinnesgier und Verstrickung sind, welche Geistesgifte letztlich anheizen/fördern.


    (Eine wichtige Anmerkung noch, lieber GermanViking :

    Als Angehörige eines Menschen, der BDSM intensivst in der Rolle der "Sub" , 24/7, lebte und dadurch schwere psychische Traumatisierungen/Schäden erlitt (vom Leid der restlichen Familie ganz zu schweigen...) bin ich natürlich nicht ganz unvoreingenommen, habe mich aber bemüht, neutral und nach bestem buddhist. Gewissen, auf deine Fragen zu antworten.)


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 3. Juli 2026 um 16:37
    • #18
    GermanViking:
    Sayitingerman:

    Bei BDSM geht es um die Verbindung sexueller Energie und Schmerz, beides führt bei exzessiver Ausführung zu einer Abstumpfung. Genau diese Abstumpfung führt zu einem gewünschten Effekt, den auch Drogen ähnlich haben können. Gefühle werden betäubt und man kommt in einen Zustand der "ist mir alles scheiß egal"-Haltung, genau dieses Mindset, haben eben viele in hohen Positionen. Ähnlichen Effekt hat Kokain, deswegen nehmen es die Manager. In diesem Modus wird Müdigkeit und emotionales Empfinden unterdrückt und es wird eiskalt "gehustled".


    Man tötet seine Emotionalität, seine Amygdala ab und wird damit zur funktionierenden Maschine, desto exzessiver und mehr Leistung gefordert ist, desto schlimmer die Methoden. BDSM, Drogen und co. Allesamt, die selbe Sorte. Selbst Achtsamkeit und Meditation, wird manchmal so missbraucht, das nennt man dann spiritual Bypassing.


    Es wird zu einem Ritual.

    Die in deinem Modell behauptete Kausalkette lautet: BDSM führt zu Abstumpfung, Abstumpfung tötet Emotionalität ab, Ergebnis ist die eiskalte „ist-mir-egal"-Maschine. Das ist eine überprüfbare empirische Behauptung.

    Die heute vorliegenden Erhebungen (Richters et al., 2008, Journal of Sexual Medicine 5(7), S. 1660ff; Wismeijer & van Assen,2013, Journal of Sexual Medicine 10(8), S. 1943ff) zeigen das Gegenteil: BDSM-Praktizierende schneiden in mehreren großen Studien bei emotionaler Stabilität, Verträglichkeit und Wohlbefinden nicht schlechter, teils besser ab als der Durchschnitt. Wenn deine Kette stimmte, müssten sie emotional abgestumpfter sein. Sie sind es nicht.

    Dein Modell sagt also etwas voraus, das die Daten nicht bestätigen. Es ist also empirisch falsch.

    Alles anzeigen

    😂Bruder, bitte. Also, das Problem an diesen Ais ist doch, das sie Informationen unreflektiert wiedergeben.


    Deine Studie belegt nicht was du sagst. Das eine ist eine Online-Umfrage, die ist ungefähr so repräsentativ, wie eben eine Online-Umfrage. Da sagt natürlich keiner "oh ne ich bin unreflektiert", weil unreflektiertheit, ja eben nicht von einem selbst wahrgenommen wird. Das sind keine quantitativen Messungen, da wurden keine Elektroden an deine Amygdala geheftet, die die Funktionsweise protokollieren.... Mal als Beispiel, wie falsch solche Aussagen sein können, wenn man z.B. einen Drogenabhängigen fragt, ob ihm die Drogen gut tun, würde er auch nicht selten ja sagen. Eine Umfrage ist genauso, du fragst, und hinterfragst nicht. Was für einen Wert hat das?


    Die tatsächliche Studienlage, abseits von Ki-Wahnsinn, sieht so aus:


    These findings suggest that being in the submissive role during BDSM practice weakens female individuals' empathic responses

    https://www.researchgate.net/publication/312647691_Empathy_in_Female_Submissive_BDSM_Practitioners


    Hier wurde gemessen, an Individuen. Das ist qualitativ hochwertig.


    Ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen, dass du hier gerade versuchst zu sagen, dass Gewaltausübung, zu mehr Empathie führen würde. Das ist nicht nur falsch, sondern auch irreführend und hochgefährlich! Das alles noch ziemlich billig mit einer Ki, die hier ganz gut aufzeigt, warum sie eben noch so nutzlos ist, indem sie gezielt Studien auslässt, weil sie ebend selbst, auf "submissive" programmiert ist, eben dir zu gefallen in deinen Meinungen, die sie bestätigen soll. Das ist auch eine eigene Art von BDSM. Hier sieht man auch, wie sowas Empathie abtötet, denn sie nimmt keine Rücksicht, auf irreführende und potentiell schädliche Aussagen und lässt gezielt Inhalte aus.


    Meine Meinung ist, das man mit den meisten fetischen und exzessiven Handlungen, vor Problemen wegrennt, die sollte man erstmal klären, dann kann man wieder klarer Denken. Wenn man dann immer noch Interesse, an harmlosen, einfachen, einvernehmlichen und kontrollierten BDSM hat, dann ist mir persönlich das egal. Ich lass dich aber nicht mit sowas billigen davonkommen, weil es ja meinen Punkt, einfach nur bestätigt. 😁🤷

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    • 3. Juli 2026 um 16:48
    • #19

    Hey Anna Panna-Sati zunächst einmal danke ich dir, dass du deine persönliche Geschichte mit einbringst. Das macht nachvollziehbar, warum dich das Thema so stark bewegt, und ich kann mir vorstellen, wie belastend es sein muss, wenn ein nahestehender Mensch durch eine solche Dynamik Schaden nimmt.


    Zu deiner Einschätzung: Du siehst vor allem die Gefahr, dass BDSM die drei Geistesgifte nährt. Das kann ich verstehen, wenn man die Praxis vor allem als Machtausübung und Intensitätssteigerung betrachtet. In meiner eigenen Erfahrung sieht es jedoch etwas anders aus.

    Ich lebe BDSM nicht als 24/7-Dynamik. Im Gegenteil: Meine Partnerinnen und ich lehnen solche totalen Machtverhältnisse bewusst ab. Für uns ist es wichtig, dass jede von uns ein eigenständiges Leben führt, mit eigenen Entscheidungen, Freiheiten und Verantwortung. Die intensiveren, machtvollen und manchmal harten sexuellen Begegnungen finden in klar abgegrenzten Räumen statt mit vorheriger Absprache, laufender Kommunikation und der Möglichkeit, jederzeit innezuhalten. Danach kehren wir in unser normales, gleichberechtigtes Miteinander zurück.


    Es geht uns also nicht darum, eine dauerhafte Hierarchie oder Besitzverhältnisse zu etablieren, sondern darum, in bestimmten Momenten bewusst Macht und Hingabe zu erleben, ohne dass dies das gesamte Beziehungsgefüge bestimmt. Gerade weil wir das so handhaben, fühlen wir uns alle drei relativ frei und nicht in einer Rolle gefangen. Daraus entstehen dann oft erst die interessanten Kontraste.


    Ich bin von Deutschland in eines der egalitärsten Länder der Welt gezogen (Dänemark) und habe einen ziemlich technischen Beruf, in dem ich meist eher froh bin, nicht in irgendwelche geschäftlichen oder politischen Gerangel hineingezogen zu werden. Meine Partnerinnen sind auch alles andere als unterwürfige Frauen, zwei von ihnen sind sogar sehr direkt und offensiv, die andere ist aber klassisch femininer, was aber, glaube ich, auch mit ihrem eher fürsorglichen Beruf zu tun hat. Inwiefern wir also unsere sexuellen Rollen im Alltag leben würden, kann ich nicht so wirklich sehen.


    Das heißt natürlich nicht, dass keine Anhaftung entstehen kann. Aber für uns ist es wichtig, dass diese Praktiken nicht zu einer umfassenden Identität oder Lebensform werden, sondern ein bewusster, begrenzter Teil unseres Lebens bleiben.

    Du schreibst, dass ich offenbar nicht im Reinen mit mir sei, weil ich die Frage immer wieder stelle. Ich sehe das etwas anders. Ich stelle sie nicht, weil ich innerlich zerrissen bin, sondern weil ich zwei Dinge, die mir wichtig sind (buddhistische Praxis und eine bestimmte Form von Sexualität), für mich in Einklang bringen möchte. Für mich ist das eher ein Zeichen von Verantwortung als von schlechtem Gewissen.

    Du argumentierst, dass BDSM vor allem Gier, Hass und Verblendung nährt, besonders durch Macht, Kontrolle und die Erzeugung intensiver Zustände. Das kann ich verstehen, wenn man die Praxis vor allem als Ego-Bestätigung oder Luststeigerung auf Kosten eines anderen sieht. In meiner Erfahrung ist das aber nicht die ganze Wahrheit. Für meine Partnerinnen und mich geht es oft um bewusste Hingabe, Vertrauen und Präsenz, auch wenn Macht und Intensität dabei eine Rolle spielen. Natürlich kann es auch hier egoistische oder unheilsame Motivationen geben. Aber ich erlebe es nicht als grundsätzliches „Füttern des bösen Wolfs“, sondern eher als ein Feld, in dem man sehr genau hinschauen muss, welche Motivation gerade wirkt.


    Zu Anhaftung: Hier stimme ich dir teilweise zu. Es besteht durchaus die Gefahr, dass man sich an die Intensität, die emotionale Tiefe oder die Machtdynamik anhaftet. Das ist ein valider buddhistischer Einwand. Allerdings sehe ich das nicht als BDSM-spezifisches Problem, sondern als etwas, das bei vielen intensiven Erfahrungen auftreten kann (romantische Beziehungen, spirituelle Hochgefühle, Erfolge etc.).

    Du schreibst, dass bewusste Demütigung, Schmerz und Machtübernahme dem Prinzip des Nicht-Schädigens widersprechen. Auch hier kommt es für mich stark auf die Intention und die tatsächliche Auswirkung an. Wenn Schmerz oder Macht bewusst und einvernehmlich eingesetzt werden, um dem anderen eine gewünschte Erfahrung zu ermöglichen, und wenn dabei keine nachhaltige Schädigung entsteht, dann sehe ich das nicht automatisch als Verstoß gegen Ahimsa. Natürlich kann es auch hier missbräuchlich werden. Genau wie in jeder anderen Form von Intimität.

    2 Mal editiert, zuletzt von GermanViking (3. Juli 2026 um 17:36)

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    • 3. Juli 2026 um 16:57
    • #20

    Ich habe die Lehre des Buddha immer so verstanden: Loslassen. Vor allem alles, was einen an das Samsara bindet und hält. Das versuche ich, seit fast 40 Jahren zu leben.

    Ich stelle mir gerade vor, man hätte dem Buddha dieses Thema vorgebracht. Was er wohl gesagt hätte? (Ist eine ernstgemeinte Frage)

    W.

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    • 3. Juli 2026 um 17:03
    • #21
    Sayitingerman:
    GermanViking:
    Sayitingerman:

    Bei BDSM geht es um die Verbindung sexueller Energie und Schmerz, beides führt bei exzessiver Ausführung zu einer Abstumpfung. Genau diese Abstumpfung führt zu einem gewünschten Effekt, den auch Drogen ähnlich haben können. Gefühle werden betäubt und man kommt in einen Zustand der "ist mir alles scheiß egal"-Haltung, genau dieses Mindset, haben eben viele in hohen Positionen. Ähnlichen Effekt hat Kokain, deswegen nehmen es die Manager. In diesem Modus wird Müdigkeit und emotionales Empfinden unterdrückt und es wird eiskalt "gehustled".


    Man tötet seine Emotionalität, seine Amygdala ab und wird damit zur funktionierenden Maschine, desto exzessiver und mehr Leistung gefordert ist, desto schlimmer die Methoden. BDSM, Drogen und co. Allesamt, die selbe Sorte. Selbst Achtsamkeit und Meditation, wird manchmal so missbraucht, das nennt man dann spiritual Bypassing.


    Es wird zu einem Ritual.

    Die in deinem Modell behauptete Kausalkette lautet: BDSM führt zu Abstumpfung, Abstumpfung tötet Emotionalität ab, Ergebnis ist die eiskalte „ist-mir-egal"-Maschine. Das ist eine überprüfbare empirische Behauptung.

    Die heute vorliegenden Erhebungen (Richters et al., 2008, Journal of Sexual Medicine 5(7), S. 1660ff; Wismeijer & van Assen,2013, Journal of Sexual Medicine 10(8), S. 1943ff) zeigen das Gegenteil: BDSM-Praktizierende schneiden in mehreren großen Studien bei emotionaler Stabilität, Verträglichkeit und Wohlbefinden nicht schlechter, teils besser ab als der Durchschnitt. Wenn deine Kette stimmte, müssten sie emotional abgestumpfter sein. Sie sind es nicht.

    Dein Modell sagt also etwas voraus, das die Daten nicht bestätigen. Es ist also empirisch falsch.

    Alles anzeigen

    😂Bruder, bitte. Also, das Problem an diesen Ais ist doch, das sie Informationen unreflektiert wiedergeben.


    Deine Studie belegt nicht was du sagst. Das eine ist eine Online-Umfrage, die ist ungefähr so repräsentativ, wie eben eine Online-Umfrage. Da sagt natürlich keiner "oh ne ich bin unreflektiert", weil unreflektiertheit, ja eben nicht von einem selbst wahrgenommen wird. Das sind keine quantitativen Messungen, da wurden keine Elektroden an deine Amygdala geheftet, die die Funktionsweise protokollieren.... Mal als Beispiel, wie falsch solche Aussagen sein können, wenn man z.B. einen Drogenabhängigen fragt, ob ihm die Drogen gut tun, würde er auch nicht selten ja sagen. Eine Umfrage ist genauso, du fragst, und hinterfragst nicht. Was für einen Wert hat das?


    Die tatsächliche Studienlage, abseits von Ki-Wahnsinn, sieht so aus:


    These findings suggest that being in the submissive role during BDSM practice weakens female individuals' empathic responses

    https://www.researchgate.net/publication/31…M_Practitioners


    Hier wurde gemessen, an Individuen. Das ist qualitativ hochwertig.


    Ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen, dass du hier gerade versuchst zu sagen, dass Gewaltausübung, zu mehr Empathie führen würde. Das ist nicht nur falsch, sondern auch irreführend und hochgefährlich! Das alles noch ziemlich billig mit einer Ki, die hier ganz gut aufzeigt, warum sie eben noch so nutzlos ist, indem sie gezielt Studien auslässt, weil sie ebend selbst, auf "submissive" programmiert ist, eben dir zu gefallen in deinen Meinungen, die sie bestätigen soll. Das ist auch eine eigene Art von BDSM. Hier sieht man auch, wie sowas Empathie abtötet, denn sie nimmt keine Rücksicht, auf irreführende und potentiell schädliche Aussagen und lässt gezielt Inhalte aus.


    Meine Meinung ist, das man mit den meisten fetischen und exzessiven Handlungen, vor Problemen wegrennt, die sollte man erstmal klären, dann kann man wieder klarer Denken. Wenn man dann immer noch Interesse, an harmlosen, einfachen, einvernehmlichen und kontrollierten BDSM hat, dann ist mir persönlich das egal. Ich lass dich aber nicht mit sowas billigen davonkommen, weil es ja meinen Punkt, einfach nur bestätigt. 😁🤷

    Alles anzeigen

    Das sind die beiden maßgeblichen großangelegten Studien, die du auch vielfach zitiert finden wirst:

    Demographic and psychosocial features of participants in bondage and discipline, "sadomasochism" or dominance and submission (BDSM): data from a national survey - PubMed
    Our findings support the idea that BDSM is simply a sexual interest or subculture attractive to a minority, and for most participants not a pathological…
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
    Psychological characteristics of BDSM practitioners - PubMed
    We conclude that BDSM may be thought of as a recreational leisure, rather than the expression of psychopathological processes.
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov


    Selbstauskunfts-Umfragen messen Selbstbild, nicht neuronale Funktion. Wobei Richters et al. auch gezielt nach Missbrauchsgeschichte abgefragt haben, nicht nur nach Wohlbefinden.

    Die von dir zitierte Studie Luo & Zhang,Empathy in Female Submissive BDSM Practitioners trägt deine These aber nicht. Die Autoren selbst ziehen sogar die entgegengesetzte Schlussfolgerung. Ich zitiere sinngemäß aus ihrer eigenen Diskussion: Die Ergebnisse legten nahe, dass die Beteiligung an einer BDSM-Beziehung nicht notwendig mit verminderter Empathiefähigkeit verbunden sei. Und der Vergleich, den sie ziehen, ist nicht der zum Psychopathen, sondern der zum Arzt: Chirurgen und Ärzte zeigen dieselbe gedämpfte Schmerz-Empathie-Reaktion, weil sie regelmäßig mit Schmerz konfrontiert sind. Das ist eine Gewöhnungsanpassung an Schmerzexposition, kein moralischer Defekt.

    Reduzierte neuronale Schmerzresonanz beim Anblick von Schmerzausdrücken ist nicht dasselbe wie „Empathie abgetötet", „zur Maschine geworden", „Emotionalität getötet". Das ist ein spezifischer perzeptiver Habituationseffekt, gemessen in Millisekunden-Reaktionen im EEG. Von dort zu „diese Menschen werden gefühllose Hustler wie kokainschnupfende Manager" ist ein gewaltiger Sprung, den die Studie an keiner Stelle deckt.


    Eine einzige Studie zum Thema, die du dann inhaltlich nur verzerrt wiedergibst, ist auch nicht die allgemeine Studienlage zum Thema.

    Die ICD-11 (2022) hat den alten Sadomasochismus als Diagnose gestrichen, zusammen mit vielen anderen Themen aus dem Bereich Fetischismus und Transsexualität. Der Grund war kein politischer, sondern ein methodischer Paradigmenwechsel. Die zuständige Arbeitsgruppe der WHO begründete es so: Eine sexuelle Vorliebe allein hat keinen Krankheitswert. Krankheitswert entsteht erst durch Leidensdruck, Funktionseinschränkung oder Schaden für andere. Konsensuelle Praktiken zwischen zustimmungsfähigen Erwachsenen erfüllen das nicht und haben keine Relevanz für die öffentliche Gesundheit. Das war derselbe Schritt wie zuvor bei der Homosexualität: Die reine Abweichung von einer Norm ist kein Krankheitsmarker. Neu eingeführt wurde die „Coercive Sexual Sadism Disorder", die sich ausdrücklich nur auf Sadismus gegenüber nicht-einwilligenden Personen bezieht. Die WHO hat die Grenze also exakt dort gezogen, wo ich sie die ganze Zeit ziehe: nicht bei Schmerz, Kontrolle oder Unterwerfung als solchen, sondern bei Konsens und Fremdschädigung.

    Übrigens lebe ich BDSM jetzt auch nicht gerade mal so zufällig uninformiert aus einer Laune heraus aus, sondern habe mir da durchaus meine Gedanken drum gemacht, inklusive intensiver Beschäftigung und das seit fast zwei Dekaden. Wenn ich da nichts reflektieren würde, wozu dann etwa die Frage hier?

    Was mir an deinen Beiträgen auffällt, ist dein ziemlich aggressiver, abwertender und pathologisierender Tonfall. Wozu dient der? Hast du hier eine wohlwollende Intention?

    3 Mal editiert, zuletzt von GermanViking (3. Juli 2026 um 17:42)

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    • 3. Juli 2026 um 18:02
    • #22
    GermanViking:

    Dein Modell sagt also etwas voraus, das die Daten nicht bestätigen. Es ist also empirisch falsch.


    Sayitingerman sprach ja davon dass "exzessiver Ausführung" zu einer Abstumpfung führen kann. Jemand kann ja sexsüchtig oder pornosüchtig sein und immer mehr und stärkere Reize brauchen. Und wie bei anderen Drogen wird dadurch ja der Alltag grauer.


    Es ist nachvollziehbar, dass man BDSM mit übersteigerter Sexualität assoziiert: : "Ein Paar fängt harmlos an und steigert sich in in seiner Sexsucht in immer extremere Praktiken rein" und landet irgendwann mal bei Peitschen, Gasmasken und Gummistiefeln.


    Dem gegenüber steht eine Idee von BDSM als schlichte Prägung. Nach dieser Deutung ist es einfach eine Präferenz ( wie hetero/homo) die nicht mit dem Grad des Begehrens korreliert ist. Ob ein Opa auf Hiebe, Frauen oder Gummistiefel steht ist nach dieser Hypothese nicht damit korreliert wie wichtig ihm Sex ist oder wie stark sein Begehren.

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    • #23

    Du kannst niedrigere Empathie durch Amygdala-Erschöpfung nicht individualisieren. Es ist immer der selbe Effekt. Nur die Qualität variiert.


    Ich habe keine These gemacht, nur mich der Fakten bedient, bitte hör endlich auf diese billige Ki zu benutzen...

    Das ist ein Zitat aus der Studie, was hat das mit mir zu tun, die Interpretation in der Studie selbst sagt genau das:

    "These findings suggest that being in the submissive role during BDSM practice weakens female individuals' empathic responses"

    Du kannst nicht sinngemäß zitieren, weil ChatGPT das nicht kann.

    Die Studie hat klar gezeigt, dass es bei Frauen zu einer verminderten Empathie kommt, wenn sie die unterwürfige Rolle einnehmen. Was nicht weiter verwunderlich ist.

    Entweder du zitierst selbst, oder ich lese mir das erst gar nicht mehr durch und werde dich blocken. Wenn ich mit ChatGPT diskutieren will, geh ich auf ChatGPT, und nicht ins Buddhaland. Meine Güte.


    Ich habe auch nie gesagt, dass jemand zu einem "kokainschnupfenden Manager" wird, dass sind nur grobe Vergleiche, um diesen Effekt in seiner Wirkung einzuordnen, wie gesagt, dort gibt es unterschiedliche Qualitäten, aber die exzessiven, die diesen Fetisch ins radikale treiben, sind eben meist genau die. Diese kontextbezogene Flexibilität zu erkennen, kann ChatGPT nicht, schön aber, dass du weiterhin Wasser verschwendest, davon haben wir ja gerade in Deutschland genug.


    BDSM sorgt in den Konsumenten für eine veränderte Schmerzschwelle, das zeigt, das klar die Amygdala involviert ist. Da die Amygdala keinen Prozess hat, der einzelnd allein nur den Schmerz betrifft, nicht aber auch die Emotionen und anderen Gefühle, kommt eine geringer Schmerzsensitivität, immer auch mit einer minderen Gefühlsintensität einher. Das ist dann der abstumpfende Effekt. So hat selbst Ibuprofen, einen solchen antidepressiven Effekt. Das interessante ist ja eben nur, dass hierbei oft verschwiegen wird, dass es sich auch um die positiven Emotionen handelt, die auch gemeint sind. Das ist lustigerweise auch auf zeitgeistliche Nirvana-Vorstellungen zu übernehmen.


    Ich meine auch nicht nur exzessive Beispiele, ich meine, dass sowas allgemein eine solche Wirkung hat, aber in seiner Qualität massiv variieren kann. So gibt es leider viele, die es gar nicht mehr unter Kontrolle haben.


    Wer meint, dass Schmerz und sexuelle Lust, keine Wirkung auf die Amygdala haben, der mag das zwar glauben, aber es ist doch recht offensichtlich, dass sie sie hat, genau so, wie das Ausüben eine haben wird. Diese Sachen beeinflussen dein Belohnungssystem auf überreizte Weise, alleine das, hat einen unvermeidbaren Einfluss auf die Amygdala.


    Im Grunde hast du hier meinen Punkt ja selbst bestätigt:


    "Und der Vergleich, den sie ziehen, ist nicht der zum Psychopathen, sondern der zum Arzt: Chirurgen und Ärzte zeigen dieselbe gedämpfte Schmerz-Empathie-Reaktion, weil sie regelmäßig mit Schmerz konfrontiert sind. Das ist eine Gewöhnungsanpassung an Schmerzexposition, kein moralischer Defekt."


    Ob man das jetzt einen moralischen Defekt nennt, ist einem selbst überlassen, Fakt ist, dass Amygdala Abstumpfung maßgeblich das Empathie-Bewusstsein beeinflusst. Es gibt in jüngerer Zeit ja vermehrt Berichte von Arzthelferinnen oder Medi-Studis, die von ihren Erlebnissen mit ihrem Chefarzt berichten, da kannst du dir ja ein Bild machen, inwiefern ein moralischer Defekt als Begriff anwendbar ist. 😁


    "Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung sind ein relevantes Problem im Klinikalltag. Das zeigt eine bundesweite Mitgliederbefragung des Marburger Bundes, an der 9.073 angestellten Ärztinnen und Ärzten teilgenommen haben, die zu 90 Prozent in Krankenhäusern arbeiten."


    Da gibt es leider etliche Beispiele... Ich finde so eine oberflächliche Schönrederei nicht hilfreich. Ich habe persönlich kein Problem damit, wenn Leute in harmloser Weise, so etwas meinen machen zu müssen, aber warum muss man es so geschönigt darstellen?


    Der abwertende Tonfall kommt daher, weil mich es tierisch aufregt, mit einer Ki zu diskutieren und die Leute ihr Denken abschalten. Das ist langweilig und die Ki ist auch unglaublich dumm.

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    • #24
    void:
    GermanViking:

    Dein Modell sagt also etwas voraus, das die Daten nicht bestätigen. Es ist also empirisch falsch.

    Hier geht es zwischen den Unterschied BDSM und normal. Sayitingerman ging es um etwas leicht anderes. Er sprach davon dass "exzessiver Ausführung" zu einer Abstumpfung führen kann.

    Jemand kann ja sexsüchtig oder pornosüchtig sein und immer mehr und stärkere Reize brauchen. Und wie bei anderen Drogen wird dadurch ja der Alltag grauer.


    Hier kann man sich zwei Unterschiedliche Suchten vorstellen.


    1. BDSM als übersteigerte Sexualität: "Ein Paar fängt harmlos an und steigert sich in in seiner Sexsucht in immer extremere Praktiken rein".
    2. Oder BDSM als schlichte Prägung. Nach dieser Deutung ist es einfach eine Präferenz ( wie hetero/homo) die nichts mit dem Grad des Begehrens oder Sucht zu tun hat.
    Alles anzeigen

    So kann man seinen Beitrag sicher lesen, ich hatte aber von Anfang an einen anderen Eindruck und ich meine das dieser sich dann in seinem zweiten Beitrag bestätigt hat.


    Für wie viele Menschen sich BDSM als Ergänzung oder Steigerung zum “normalen” Sex eignen ist auch nicht klar. In Umfragen sind ja BDSM-Neigungen ja bei 2 bis 62 Prozent im Anklang. Die Gründe für diese Abweichung sind verschieden und komplex.


    Ich bin ja bekennender BDSM-Fan und würde gerade deswegen raten das Leute sich vorher genau informieren sollten bevor sie mal eben BDSM in ihr Sexleben einbauen, gerade auch wenn sie auf der Suche nach einem Kick sind.

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    • #25
    Sayitingerman:

    Ich habe keine These gemacht, nur mich der Fakten bedient

    Nein, wie ich auch schon belegt habe.

    Sayitingerman:

    Entweder du zitierst selbst, oder ich lese mir das erst gar nicht mehr durch und werde dich blocken. Wenn ich mit ChatGPT diskutieren will, geh ich auf ChatGPT, und nicht ins Buddhaland. Meine Güte.

    Niemand zwingt dich hier im Forum, in diesem Thread oder im Gespräch mit mir aktiv zu sein. Wenn du über LLMs diskutieren willst mach dazu seinen eigenen Thread auf und zerfleddere hier nicht meinen damit.

    Sayitingerman:

    Da gibt es leider etliche Beispiele... Ich finde so eine oberflächliche Schönrederei nicht hilfreich. Ich habe persönlich kein Problem damit, wenn Leute in harmloser Weise, so etwas meinen machen zu müssen, aber warum muss man es so geschönigt darstellen?

    Das ist nur kein Beispiel, sondern eine unsinnige Zusammenführung von zwei Themen. Das eine ist BDSM und das andere ist Missbrauch im medizinischen Bereich. Wo genau war hier die Schönigung? Und du bist von Anfang an provokativ hier in das Thema eingetreten. Was soll das also?


    Wenn du deinen Ton nicht in den Griff bekommst ist die Diskussion übrigens auch gleich beendet.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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