Hallo zusammen,
ich bin Alex, 40 Jahre alt und lebe seit ein paar Jahren in Dänemark. Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit buddhistischer Praxis (v. a. Achtsamkeit, Selbstreflexion und der Frage nach Leid und Anhaftung) und bin gleichzeitig ein sexuell sehr dominant veranlagter Mann, der BDSM aktiv mit mehreren Partnerinnen lebt.
In meiner Praxis gibt es klare Machtdynamiken, Kontrolle, Unterwerfung und intensive körperliche wie mentale Erfahrungen. Das bereichert mein (Sex-)Leben sehr, gleichzeitig frage ich mich immer wieder, wie gut das mit buddhistischer Ethik vereinbar ist.
Konkret beschäftigen mich folgende Punkte:
- Wie vereinbart sich bewusste Demütigung, Schmerz und Machtübernahme mit dem Prinzip des Nicht-Schädigens und Mitgefühl?
- Ist die bewusste Erzeugung starker Anhaftung (auch wenn sie temporär und einvernehmlich ist) ein Problem im Sinne der Lehre von der Leidverursachung durch Begierde?
- Kann BDSM unter bestimmten Bedingungen sogar eine Form von Achtsamkeitspraxis oder tantrischer Arbeit sein, oder ist das eher eine Verharmlosung?
- Gibt es buddhistische Lehrer oder Traditionen (z. B. im Tantra oder Zen), die sich dazu geäußert haben?
- Ich bin kein Theoretiker, sondern frage aus eigener Erfahrung. Ich möchte weder BDSM verherrlichen noch verteidigen oder bewerben, sondern verstehen, ob und wie sich diese beiden Welten sinnvoll verbinden lassen oder ob sie letztlich im Widerspruch stehen.
Freue mich über eure Gedanken, Erfahrungen oder Hinweise auf Texte/Lehrer.