1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Lehren/Philosophien = Narrative

  • Qualia
  • 14. März 2026 um 11:32
  • Zum letzten Beitrag
  • Online
    Helmut
    Reaktionen
    2.761
    Punkte
    16.611
    Beiträge
    2.708
    Blog-Artikel
    4
    Mitglied seit
    7. Mai 2018
    • 27. März 2026 um 17:49
    • #51
    ewald:

    .. haftet ein dementer Mensch nicht an? Die Anhaftung und die Illusionen in seinem Leben haben ihn dement werden lassen, eine psychische Störung als Ergebnis der Lebensentwicklung.

    Wenn also Anhaftung und Illusionen die Ursache für Demenz sind, dann würde dies ja bedeuten, wer nicht dement wird, besaß keine Anhaftungen und Illusionen.


    Da wir alle, auch die wir hier auf Buddhaland aktiv sind, von Geburt an Anhaftungen und Illusionen haben, warum sind wir nicht dement?


    Können unsere Anhaftungen überhaupt die Ursache für Demenz sein? Demenz ist eine Veränderung unseres materiellen Gehirns. Da Anhaftungen Geistesfaktoren sind, können sie nicht die Ursache für Demenz sein, weil Geistesfaktoren keine materiellen Wirkungen hervorbringen.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Igor07
    Reaktionen
    3.356
    Punkte
    33.516
    Beiträge
    5.982
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 27. März 2026 um 18:37
    • #52
    Helmut:

    Demenz ist eine Veränderung unseres materiellen Gehirns. Da Anhaftungen Geistesfaktoren sind, können sie nicht die Ursache für Demenz sein, weil Geistesfaktoren keine materiellen Wirkungen hervorbringen.

    Aber diese Anhaftungen beeinflussen materielles Substrat, also das Gehirn. Alle Geistesgifte oder Kilesa wirken schädigend. Einige können einen Schlaganfall bekommen, noch andere Albträume, warum nicht Demenz?
    Ich habe über ein Experiment mit den Nonnen gelesen. Als sie gestorben waren, wurde das Gehirn präpariert und die Forscher haben alle Anzeichen von Alzheimer gesehen. Also diese stofflichen Veränderungen in den Nervenzellen. Aber niemand hatte es bemerkt, denn diese Nonnen hatten bis zum Ende das geistige Training praktiziert, sie waren immer bei klarem Verstand, bis zum letzten Augenblick. Hat mich total beeindruckt.


    Zitat

    Ein auffälliges Ergebnis war die Unabhängigkeit des pathologischen Gehirnbefunds (multiple Alzheimer-Plaques) von der wiederholt erhobenen intellektuellen Leistungsfähigkeit derselben Personen zu Lebzeiten. Das heißt: Auch Personen, bei denen bei der Sektion stark veränderte Gehirnbefunde festgestellt wurden, konnten bis zu ihrem Tod geistig anspruchsvolle Aufgaben ausführen. Die Nonnenstudie wurde zwischenzeitig an der University of Minnesota und wird seit dem Jahr 2021 an der Northwestern University in Evanston (Illinois) unter der Leitung von Dr. Margaret Flanagan fortgeführt.[1]

    Nonnenstudie

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.259
    Punkte
    47.543
    Beiträge
    8.007
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 27. März 2026 um 19:26
    • #53

    Diese Studie habe ich auch gelesen. Und sie leuchtet mir auch total ein.


    Wenn der Geist völlig von den Geistesgiften bereinigt ist, heißt das nicht, dass das Gehirn nicht von Krankheit befallen werden kann. Das ist nichts Anderes als die Rückenbeschwerden des Buddha, obwohl er schließlich erleuchtet war. Er wurde alt, aber offenbar nicht behindert, konnte bis zuletzt lehren.


    Genauso verhält es sich wohl bei den untersuchten Nonnen. Wobei es schon sehr beeindruckend ist, dass Alzheimer nicht die Wirkung zeigte.


    Sorry für mein stümperhaftes Geschreibe.

    _()_ Monika

  • Igor07
    Reaktionen
    3.356
    Punkte
    33.516
    Beiträge
    5.982
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 27. März 2026 um 19:45
    • #54
    Monikamarie:

    Wenn der Geist völlig von den Geistesgiften bereinigt ist, heißt das nicht, dass das Gehirn nicht von Krankheit befallen werden kann.

    Nein, Monika. Hast recht.


    Na ja, ich wollte nur aufzuzeigen, dass die positiven Emotionen, die Meditation oder Beten, also alles was auf die Psyche einwirkt, auch auf das Substrat, also Materie, ein-wirkt. Wenn ich Yoga praktiziere, habe ich weniger Chancen, Rückenschmerzen zu bekommen. Wer Ausdauertraining treibt, kann sich gut gegen Herzkrankheiten schützen. Es gibt die abhängige und reziproke Beziehung zwischen Gehirn und Geist. Das ist so eine allgemeine Sache in der Wissenschaft, das braucht nicht weiter bewiesen zu werden.
    Der Geist hängt nicht in der Luft, er beeinflusst den Gehirnstoffwechsel. Wenn jemand rund um die Uhr intellektuelle Arbeit leistet, hat er weniger Chancen, die Alzheimer zu bekommen, aber es bedeutet keine todsichere Garantie, denn es ist notwendig, sehr viele andere Faktoren zu berücksichtigen, wie die Ernährung, Erziehung, Klima, Gene, usw. usf. Mehr war nicht drin._()_


    P.S. Heißt "Psychosomatik", so der Begriff in der Medizin.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.807
    Punkte
    62.439
    Beiträge
    10.803
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. März 2026 um 13:17
    • #55

    Der Begriff "Narrativ" vermengt zwei Sachen miteinander:

    • Einerseits erstmal die reine Narration: Etwas wird erzählt.


    • Andererseits ist ein Narrativ eine Erzählung, die Sinn und Identität stiftet.

    Von daher muß man die Aussage "Lehren/Philosophien = Narrative" differenzieren. Stützt und bestätigt eine Narration eine Identität und einen Sinn - wie es z.B bei Propaganda der Fall ist, oder ist es das Gegenteil - so bringt ja z.B Sokrates seine Gesprächspartner dazu ihre gewohnten Identitäten und ihren gewohnten Sinn zu hinterfragen und zu rekonstruieren.


    Der Buddhismus hat viele Lehren, deren Ziel die Dekonstruktion von Ich/ Identität/ Sinn ist

  • Qualia
    Themenautor
    Reaktionen
    2.957
    Punkte
    20.752
    Beiträge
    3.505
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 30. März 2026 um 13:50
    • #56

    void Ich möchte „Narrativ“ auf alle Erzählungen, Vorstellungen, Meinungen bezogen wissen. Denn das ist das Hauptproblem von dukkha. Nicht erkennen, dass Daten und Tatsachen existieren und daraus Narrative gebildet werden, die Tatsachen verwässern, verschleiern.


    Die Meinung gewinnt immer gegenüber der Realität, weil die Meinung als mein und das bin Ich, das ist meine Identität, vertreten wird.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.807
    Punkte
    62.439
    Beiträge
    10.803
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. März 2026 um 13:59
    • #57
    Qualia:

    void Ich möchte „Narrativ“ auf alle Erzählungen, Vorstellungen, Meinungen bezogen wissen. Denn das ist das Hauptproblem von dukkha. Nicht erkennen, dass Daten und Tatsachen existieren und daraus Narrative gebildet werden, die Tatsachen verwässern, verschleiern.

    Ich glaube die Unterscheidung klappt so nicht.


    Nur weil etwas eine Narration ist, sagt das erstmal nichts. Etwas man eine Narration sein und ein verschleierndes Narrativ sein, das eine uerige Identität zementiert. Aber auch die vier edlen Wahrheiten oder der edle echtfache Pfad sind Narration.


    Etwas was zwar auf sprachlicher Ebene sondern dadurch dass es auf eine Praxis verweist die funktioniert. Nur weil etwas eine Narration ist,sagt das also erstmal nicht so viel aus, ob es verschleiert oder aufdeckt.


    In es ein Schild zum Ausgang ist oder eines der zahlreichen, ablenkenden Schilder.

  • ewald
    Reaktionen
    416
    Punkte
    2.131
    Beiträge
    342
    Mitglied seit
    21. Juli 2023
    Buddh. Richtung
    Zen Buddhismus
    • 30. März 2026 um 18:35
    • #58

    Das lässt sich doch so allgemein nicht sagen, es kommt doch auf das Individuum an. Buddha hat solche allgemeinen Gesetze nicht verfasst, sie wurden auch im Buddhismus erst später als Dogmen charakterisiert. Ob eine Lehre, eine Philosophie ein Narrativ ist im Sinne von bloß eine Erzählung, eine Sage aber keine Tatsache, kann doch nur der Einzelne für sich entscheiden. Ist die Biografie von Buddha ein Narrativ? Ja, im Sinne von Erzählung, aber nicht im Sinne von Verfälschung von Tatsachen. Ich habe die Biografie gelesen und weiß nun um das Leben von Buddha. Das beeinflusst mich enorm auf die Sicht vom Buddhismus und da können Schriftgelehrte im Nachhinein Regeln verfasst haben und eine Religion begründet haben, ich bleibe beim Ursprung was Buddha meinte mit seinem Verhalten. Ein Narrativ ist grundsätzlich nichts Schlechtes, es steht jedoch dem bewiesenen Fakt der Wissenschaft gegenüber. Die Philosophie des Buddhismus kommt meiner Ansicht nach der Wissenschaft der Psychologie am nächsten. Buddha war der erste Psychotherapeut der seine Ansichten veröffentlichte, so wie Freud der erste Psychoanalytiker war der über seine Arbeit Bücher schrieb. Die Wissenschaft vom Menschen lässt sich in beiden Arbeiten nicht leugnen, aber das Individuum Mensch ist individuell und da funktioniert Allgemeinplätze nicht. Narrative in diesem Sinn sind pure Unterhaltung.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.807
    Punkte
    62.439
    Beiträge
    10.803
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. März 2026 um 21:12
    • #59

    Ein Narrativ ist eine Narration die einen Sinn und Identität vermitteln. Oftmals ist es etwas, was sonst sehr kompliziert zu erklären wäre, auf den Punkt bringt:

    Religion in Japan:

    Auf diese Weise trachtete König Shuddhodana, seinen Sohn vor der Welt außerhalb des Palastes abzuschirmen und so die durch Wahrsager bereits angedeutete Weltabkehr des Buddha (und damit seinen Verzicht auf die weltliche Nachfolge seines Vaters) zu verhindern. In seinem 29. Jahr aber drängte es Siddhartha, die reale Welt kennen zu lernen und er unternahm die legendären Vier Ausfahrten. Dabei gewahrte er Vier Ansichten, die ihm bisher verborgen geblieben waren. Er sah erstmals einen Greis (das Alter), einen Fieberkranken (die Krankheit), einen Leichnam (den Tod), und schließlich einen Asketen (die Religion).

    Diese Erlebnisse veranlassten Siddhartha, sein Haus zu verlassen, sich das Haupt zu scheren und sich auf die Suche nach einem Weg zu machen, um Alter, Krankheit und Tod zu überwinden.

    Diese Erzählung,wo jedesmal ein anderes wichtiges Element von Dukkha aufgezeigt wird, klingt konstruiert. Aber als Erzählung die ganz viel an Sinn komprimiert auf den Punkt bringt, ist es sehr wirkungsvoll. Bestimmt könnte man damals auch ungebildeteren Leuten komprimiert den Schritt zur Askese ( und die Gestalt des Asketen als Identifikationsfigur) näherbringen. Das es keine historische Wahrheit ist, dass Buddha vielleicht Dukkha bei unterschiedlichen, weiter auseinander liegenden Gelegenheiten begegnet ist, ist vielleicht nicht unbedingt relevant


    Sondern damals war die erhoffte heilsame Wirkung das ausschlaggebende.

  • Samadhi1876
    Reaktionen
    727
    Punkte
    4.772
    Beiträge
    798
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 31. März 2026 um 10:43
    • #60

    Narrative (Erzählungen) können unterschiedlich benutzt werden. Manchmal ganz einfach um Grundlegendes Wissen einfacher zu vermitteln, aber auch, um Intrigen zu spinnen, Gemeinschaften zu spalten. Also es ist eher ein Mittel „zu einem Zweck“. Erfordert aber auch vom Zuhörer selbständiges Weiter Denken, bzw. Erzählungen selbst zu überprüfen:


    “Geschichten vermitteln Wissen, sorgen für tiefes Verstehen und ermöglichen es dem Kind Ableitungen zu treffen, Sachverhalten allein auf den Grund zu gehen und so selbst Wissen zu entwickeln“


    Aus diesem Artikel entnommen:

    Die Bedeutung der Narrative in der sozialen Interaktion

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.807
    Punkte
    62.439
    Beiträge
    10.803
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 31. März 2026 um 13:14
    • #61

    Es gibt Situationen wo Narrative funktionieren. Dann schaffe sie es z.B Menschen zu einer Gemeinschaft zu machen und sie auf ein Ziel z.B die Praxis hinzuführen.


    Warum das "diskursive Denken" im Mahayana so in Verruf geraten ist, hat ja viel mit der Situation zur Zeit Nagārjunas zu tun. Wo eben die 18 philosophischen Schulen ganz unterschiedliche Deutungen hatten. Es gab Kontroversen im Bezug auf Ontologie, Epistemologie, Ideen von Kausalität usw. Und erst dieses Durcheinander von Narrativen die in unterschiedliche Richtungen deuten, brachte Nagarjuna dazu den gordischen Knoten dadurch zu zerschlagen, dass man die ganze diskursiven Ebene mit ihren Narrativen als nicht zielführend abtut und den Fokus hin zur Praxis zu lenken. Qualia schließt an Nagārjuna an.

  • ewald
    Reaktionen
    416
    Punkte
    2.131
    Beiträge
    342
    Mitglied seit
    21. Juli 2023
    Buddh. Richtung
    Zen Buddhismus
    • 1. April 2026 um 15:35
    • #62

    Halte nichts davon zwischenmenschliche Beziehung die oft kompliziert sind, so sehr zu vereinfachen, dass nur noch ein plumper Ausdruck entsteht, das ist primitiv. Wie wäre es, wenn das Erklären zu schwierig ist, die Sehnsucht zu wecken. Denn mit einer Sehnsucht nach etwas nehme ich die Strapaze des Lernens ganz freiwillig auf mich und kann so auch das Komplizierte begreifen. Das Leben von Buddha ist kompliziert, wie die meisten Biografien und auch der daraus entstandene Buddhismus ist nicht so ganz einfach. Mit plumper Oberflächlichkeit wird man ihm nicht gerecht und mit dem Versuch Kindergartenkinder zu belehren auch nicht. Die Erfahrungen Buddhas sind nicht so einfach zu verstehen, da braucht es Jahre der Übung. Narrative helfen die Geschichte zu begreifen, wenn sie Kunstwerke sind, aber nicht, wenn sie einem Unwissenden etwas einträufeln wollen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.19
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download