Viele religiöse Konzepte ziehen nur aus der Praxis in der sie eine Rolle spielen ihre Bedeutung. So wie bestimmte Begrifflichkeiten wie "Strafraum" "Abseits" nur innerhalb des Fussballspiels eine Bedeutung haben -ohne Spiel ist da nur Rasen.
In der Zen Praxis ist es eben so dass Befreiung nicht als etwas Fernes zu dem man erst hingelangen muß, gesehen wird. Sondern hier ist die Herangehensweise die, dass Befreiung quasi schon da ist, und man bei ihr verweilt, statt jeden Moment Verblendungen entstehen zu lassen. Im Endeffekt ist das nichts anderes als überall im Buddhismus eine Praxis die der Entstehung von Gier, und Hass entgegenwirkt.
Und im Kontext dieser Praxis haben dann Begriffe wie "Buddhanatur" ihren Sinn und diese wiederum drückt dich dann in Erzählungen wie den Ochsenbildern aus.
Jenseits dieser konkreten Praxis macht das alles wenig Sinn. Man kann die Herangehensweise "Befreiung ist schon da" für sich ablehnen, und denken, dass es zu einer Faulheit verführt, oder "Buddhanatur" zu sehr nach Atman aussieht. Dann sollte man eben eine andere Praxis wählen - ohne Zen, Buddhanatur und Ochsen dran. Aber da der "Ochse" eine Metapher Buddhanatur ist, macht die Metapher ohne das Konzept und die zugehörige Praxis keinen Sinn.