Im alten ( hinduistischen) Indien gab es traditionell vier Lebensziele:
- Dharma: Mit Dharma ist in Hinduismus hauptsächlich Rechtschaffenheit im Sinne der Kastenregeln gemeint .
- Artha: Wohlstand, Erfolg, Einfluß.
- Kama: Sinnesvergnügen.
- Moksha: Spirituelle Befreiung
Und für jeden Bereich gab es die passenden Sutras. Für Moksha natürlich die religiösen Sutras. Für den Bereich Artha so etwas wie das Arthashastra, wo Fürsten gesagt wird wie sie Macht bekommen und für Kama gab es eine Kategorie von Werken denen das Kamasutra entstammt. Ein Sutra für das Ziel Kama ist, werden eben die verschiedenen Optionen Kama (Lust) zu erzeugen aufgezählt. Es gibt einfach Unterkapitel zu Genital, Oral, Anal, Küssen,Rollentausch, Kratzen, Beißen und Schlagen und da betont der Autor dass dies nur dazu dienen soll Lust zu erzeugen und nicht in Gewalt umschlagen soll. Auch damals ( 200-300 n Chr) gab es also so die ganze Klaviatur der Lusterzeugung.
Die Harmonisierung der Lebensziele erfolgte durch eine zeitliche Schichtung. Erstmal muß man als Schüler die Kastenregeln lernen, dann wird es in Ehe und Beruf wichtig Kama und Artha so zu leben, dass es anderen nicht schadet und schließlich - wenn man sozusagen "den Hof übergeben hat" hat man seine Pflicht getan und widmet sich dem Spirituellen ( Moksha).
Während es eben spirituelle Adepten gibt, die aus dem Weltlichen ( Dharma, Kama, Artha) heraustreten und nicht nur Moksha widmen.
Diese Kategorisierung zeigt einerseits, wie Kama und Moksha als unterschiedliche und auch als such widerstrebende Ziel wahrgenommen wurden, aber trotzdem nicht polar sondern so dass alles irgendwo seinen Platz hat.
Es würde mich interessieren, ob der Buddhismus damals analog dachte, oder da andere Prioritäten setzte.