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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von void

  • "Die Himalaya Rasse stinkt" Nydahl und Sebastian Lipp

    • void
    • 1. Mai 2026 um 00:09

    Von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey gibt es das Buch "Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus" in dem die Autoren versuchen nachzuzeichnen, dass Autoritarismus nicht unbedingt aus einer sehr konservativen,"spießigen Haltung" erwachsen muß, sondern dass auch eine ganz bestimmte Sicht auf individuelle Freheit - wenn gekränkt - in Autoritarismus umschlägen kann


    Denn normalerweise sah man das ja umgekehrt: Hier der autoritäre, bevormundende Staat, der alle zu bloßen "Zahnräder in der Maschine" reduzieren will und dort, dass unkonventionelle, aufmüpfige Individuum, das eben aus den Konventionen ausbrechen will und für individuelle Freheit und Selbstverwirklichung steht für Rebellentum und Selbstständigkeit. Aber da gab es schon immer so Fragezeichen: Nietzsche setzte heroische Herrenmoral gehen christliche Sklavenmoral, Mussolini war ein ehemaliger Anarchist und vor einiger Zeit outet sich der Sex Pistols Sänger Johnny Rotten als Trump Fan - weil letztere ja durchaus "unkonventionell" und "Individualistisch" agiert.


    Ole Nydahl ist ein gutes buddhistisches Beispiel für die These der Autoren. Er pflegte ja genau den Habitus des "souveränen Individuums" - derjenige der sich vom "braven Bürger" abgrenzt und das Risiko sucht: Grenzerfahrungen durch Drogen, Risikosportarten, polyamoröse Beziehungen und auch religiös bereit zum äußersten zu gehen. Einer vermeintlich verlogenen, moralisierenden Gesellschaft wird Authenzität entgegen gehalten. Sich nicht verbiegen, sich nicht unterwerfen.


    Der Kern ist eine bestimmtes Konzept von Freheit, das Freheit primär als Abwesenheit von äußeren Einschränkungen empfindet. Und wenn diese dann durch Fremde und Andere bedroht wird, schwingt das Pendel und jedes Mittel wird Recht um die Freheit zu bewahren.


    Dies führt dann auch zu einer Umwertung des Buddhismus. Der eben nicht als Weg zu Demut und Anpassung gesehen wird sondern als ein heroischer Weg für starke Geister, die sich von der Masse der drögen Schlafschafe abheben.


    Von daher ist es für Ole Nydahl vielleicht ein schreckliches Karma, jetzt eben kein heroischer Individuum, kein stärker Geist zu sein, sondern schwach, dröge und abhängig von anderen zu sein.


    Ich kann auch viele seiner Anhänger verstehen, die seine positiven Qualitäten - Mut Unabhängigkeit, Charisma und "Wille zur Freiheit" schätzen und es ist tragisch, dass das dann zu so viel Intoleranz und Abwertung mit sich brachte. Aber so lange die Anhaftung an ersteres aufrecht erhalten wird, folgt ihr letzteres wie ein Schatten.


    Wir müssen eine Freheit die die nur Freheit ist sich durchzusetzen aufgeben.

  • Das Leid der Anderen

    • void
    • 28. April 2026 um 18:54

    Mir hat es geholfen, den Blick von der Person auf die Situation zu verschieben. Wenn man den Blick auf die Person richtet, dann kann man sich diese ja in ganz unterschiedlichen Situationen vorstellen und das führt dann dazu dass das Leid "sehr beleibig" und von daher sehr unnötig erscheint. Eine "Tante" mit 54 kann man sich ja auch ganz gesund, oder in Thailand oder so vorstellen. Während die Situation "tödliches Pankreaskarzinom" ja schon gegeben ist und man gar nicht mehr die Wahl hat. Und sich vielleicht noch jemand vorstellen kann, der Unterstüzung und Geduld hat und wer dem es an einen oder anderen mangelt. Von daher ist vielleicht die Phantasie, die vorschnell etwas weg denkt, das was da so einen schrecklichen Kontrast erzeugt. Buddhistisch gesehen also vielleicht das Anhaften an falschen, unvollständigen Bildern.


    Für dich ist es bestimmt ja dein ganzes Bild das du von dir hattest zerbrochen. Das ist ja fast wie bei Kafkas "Die Verwandlung". Auf einmal wacht man auf und sieht sich in etwas verwandelt, was enorme Kraft braucht um es anzunehmen.

  • Das Leid der Anderen

    • void
    • 25. April 2026 um 10:38
    Anna Panna-Sati:

    Zum Schluss möchte ich noch eine Erfahrung schildern, die ich selbst letzten Sommer machte, als es mir ziemlich mies ging (also aus der Perspektive des/der Leidenden) und die veranschaulicht, wie schädlich "Mitleid" sein kann:


    Anfang letzten Jahres erhielt ich, mit 62 Jahren, die Diagnose einer schweren, unheilbaren Autoimmunerkrankung ("GPA") und wurde wochenlang im Krankenhaus immunsuppressiv behandelt (Cortison ohne Ende + Chemotherapie).

    Die Auswirkung: Ich überlebte :D, allerdings mit zunächst stark verändertem Körper, das Gesicht aufgedunsen vom Cortison, welches sehr langsam reduziert wurde.


    Drei Monate später besuchten mich meine Eltern und meine Brüder zu Hause. Ich musste - wegen Infektionsgefahr - eine FFP 2-Maske tragen, nahm diese aber auf Wunsch der Familie ganz kurz ab, als wir uns begrüßten....

    Das Gesicht meines 90-jährigen (!) Vaters, als er mich ansah, werde ich wohl nie wieder vergessen: Schmerzlich verzogen, mühsam Tränen unterdrückend, wandte er sich (wie angeekelt) von mir ab und stieß dabei halblaut - mehr zu sich selbst - hervor: "Sie ist ENTSTELLT!".


    Leider konnte ich nicht verhindern, dass sich bei mir in diesem Moment (lange ungeweinte) Tränen lösten, ja, genau, ich war ENTSTELLT! :sick:

    Diese "Hamsterbacken" hatte ich bis dato einfach hingenommen, sogar darüber gewitzelt - erst durch den Schmerz im Gesicht meines Vaters wurde mir so richtig bewusst, wie es auf Andere wirkte (und dass es mir wohl DOCH auch etwas wehtat)....

    Mein Bruder "rettete" mich, indem er mich spontan in den Arm nahm (Mitgefühl!), wodurch ich mich schnell wieder "fing" und (nicht ohne einen gewissen trotzigen Triumph!) sagte: "Aber ich LEBE noch!!!"


    Am Ende versuchte ich dann, meinen Vater zu trösten (:, der sichtlich litt - auch unter der Tatsache, dass ich einige Zeit einen Rollstuhl benötigte - es sei "furchtbar" für IHN, SEINE "Tochter im Rollstuhl zu sehen"...

    (Während ich den Rolli als nützliches Werkzeug betrachtete und dankbar war, damit auch in die Natur hinauszukommen.)

    Alles anzeigen

    Oh, klingt ja schrecklich. Wenn sich Leute, von denen man eigentlich Liebe erwartet erstmal "angeekelt" weg drehen, dann multipliziert das ja das Leid noch. Daraus folgt dann dann, das man erstmal das Leid dass das "Leid des anderen" in einem auslöst,annehmen können sollte um ihm dann geduldig und freundlich gegenüber treten zu können.

  • Das Leid der Anderen

    • void
    • 23. April 2026 um 21:16

    Wenn ich an Dukkha denke, dann denke ich zunächst an mein Leiden und da hilft mir der Buddhismus damit umzugehen.


    Aber wenn es Leuten um mich herum auf einmal ganz schlecht geht - wenn ihre Welt zusammenbricht - dann habe ich zunächst den Impuls für sie da zu sein und ihnen zu helfen, was nur bis zu einem gewissen Punkt geht. Aber dann auszuhalten, dass ich Leute um mich zerbrechen und ich nichts tun kann. fällt mir schwer. Mir kommt es so vor als kommt da zu einem Mangel an Geduld noch etwas anderes dazu.

    Aber ich kann es nicht recht fassen.


    Es ist mehr die Hilflosigkeit. Denn für mich selber kann ich ja z.B "Widriges annehmen". Für den anderen nicht. Versteht ihr was ich meine?

  • Sinn des Zazen/eine Sammlung

    • void
    • 22. April 2026 um 20:53
    Qualia:
    Monikamarie:

    "Versuche Dein Dich jetzt Unangenehmes anzunehmen"

    Das Sichhingeben an das Unangenehme ist genau die falsche Einstellung, die das Leiden noch verstärkt. Das Unangenehme muss aktiv beendet werden, egal welche Folgen sich mein Verstand ausdenkt.

    Wenn Monikamarie von "versuchen" redet dann redet sie von einer Praxis der Geduld. Eine Praxis der Geduld ist eine in der Wünsche wie es sein soll, losgelassen werden. Das ist ja eine Praxis des aktiven Beenedens.


    Während du von einer Einstellung redest. Eine Einstellung ist keine Praxis sondern eine Haltung zu Objekten. Und da ist es doch so, dass wenn ich den Wunsch "Ich will eine Zigarette rauchen" den Wunsch "Ich will keine Zigarette rauchen wollen" ich dem einen Wunsch einen zweiten Wunsch wie alles zu sein hat oben drauf setzte.


    Für mich spricht Monikamarie aber von einer Praxis des Sichhingebens und nicht rein von einer Einstellung.

  • Sind Konvertiten fanatischer?

    • void
    • 22. April 2026 um 16:38

    Im Christentum ist ja Konversion das Wort für Bekehrung und diese hat eine zentrale Bedeutung weil schon die richige Bekenntnis zu Gott und Kirche oft als etwas gesehen wurde was über "ewige Seligkeit" oder "ewige Verdammnis" entscheidet.


    Es macht nicht unbedingt diese Idee von Bekehrung auf andere Religionen zu übertragen.

    Im Buddhismus sind es die Taten die über Heil oder Leid entscheidet und nicht so sehr das Bekenntnis. Wenn ein thailändischer Mafiachef zweimal im Jahr im buddhistischen Kloster ins Retreat geht,diesem Geld spendet und Buddha, Dharma und Sangha bekennt ist das reichlich egal, so lange er Leute umbringen lässt. Und umgekehrt kann ja jemand nie von Buddha gehörte haben, aber in seinen Taten viel vom edlen achtfachen Pfad abbilden - was auch ohne Bekenntnis heilsam ist.

  • Angststörungen durch Religionsverlust?

    • void
    • 21. April 2026 um 20:08
    mooncake:

    Mir erklärt sich hier nicht, wie man von aktuell zunehmenden Angststörungen bei Jugendlichen auf Religionsverlust schliessen kann.

    Es geht doch um die obige Studie, die ja erstmal untersuchen wollte, ob es bei einer "unabhängigkeitsorientierter Sozialisation" mehr Ansstörungen gibt als bei eine "beziehungsorientiert Sozialisation. Das klingt doch erstmal logisch: Wenn man innige Beziehungen hat,neigt man vielleicht weniger Angst als wenn man allein gelassen wird. Und vielleicht eben auch bei Gesellschaften: Ein fiktives "Italien" mit Großfamilie, Kirchengemeinschaft, Vereinen und Festen hat mehr sozialen Kitt als so ein individualistische Land wo jeder seiner Wege stackst, nicht grüßt und keinen kennt.


    Und diese "beziehungsorintierte Sozialisation" wollten sie messen und ein naheliegender Weg für die Autoren war so Antworten auf die Frage, welche Werte Kinder mitgegeben werden sollte. Man nimmt manchmal halt das, was man wo findet.


    Und da war einer der Werte eben die Frage ob Religion wichtig ist und die haben da so eine "kleinen Effekt" gefunden, den es hat wenn die Mutter Religion als für wichtug genommenen Wert angibt. Allerdings haben sie damit nur bewiesen dass es einen Zusammenhang gibt, der allerdings so schwach ist, dass sie das kaum nachweisen können.


    Während es ja andere Faktoren ( Genetik, Angststörung der Eltern, Armut, Mobbing) oder auch soziale Isolation viel größen und von vielen belegten Effekt gibt.


    Die Aussage dass Angstörung auf Religionsverlust zurückzuführen ist wird nicht getroffen - dazu müßte man einen hammermäßig großen Einfluß messen. Und es wird auch nicht gesagt, dass Religion ein wichtiger Einfluss auf Angsstörung ist. Von daher ist die Überschrift "Angststörungen durch Religionsverlust?" die da einen engen Zusammenhang suggeriert eher als Diskussionsanregung zu verstehen. Die Autoren sind froh rausgefunden zu haben, dass es überhaupt irgendwie zusammenhängt.


    Aber vielleicht sind religiöse Mütter einfach häufiger Hausfrauen und verbringen etwas mehr Zeit mit ihren Kindern. Das Ganze ist ein eher fragiles Gebäude.

  • Angststörungen durch Religionsverlust?

    • void
    • 21. April 2026 um 15:30

    Von dem französischen Soziologen Alain Ehrenberg gibt es ja die interessante These des "erschöpften Selbsts".


    Sein Ausgangspunkt ist eben der Wandel der gesellschaftlichen Normen von einer Disziplinargesellschaft (geprägt durch Verbote und Gehorsam) hin zu einer Gesellschaft der Autonomie. Also genau oben genannter Übergang vom Starren und Hierarchischen hin zum Individuellen.


    Und da argumentiert er in seinem Buch "Das erschöpfte Selbst" , dass die moderne Forderung nach permanenter Initiative und Eigenverantwortung das Individuum überfordert.


    Er betrachtet die Depression von daher eben nicht rein als biologische Krankheit, sondern als sozialen Ausdruck dieser Überforderung - sozusagen als Kehrseite der Freiheit.


    Wer ständig "er selbst" sein muss und scheitert, reagiert mit depressiver Erschöpfung. Eine Ironie dabei ist, dass gerade dadurch dass Psychologie und Psychiatrie nicht als Ausdruck einer gesellschaftlichen Situation sehen sondern als Funktionsstörungen des Gehirns oder der Motivation - ist es wieder eine "Sache des Individuums" und der Druck auf dieses wird noch zusätzlich erhöht.

  • Angststörungen durch Religionsverlust?

    • void
    • 20. April 2026 um 21:43

    Die Studie vergleicht ja eine"unabhängigkeitsorientierte" Sozialisation, wo Menschen beigebracht wird sich als unabhängige Individuen zu sehen mit einer "beziehungsorientierte" Sozialisation, wo man die Beziehung zu anderen betont.


    Die Idee dass Individualismus, dem Individuum viel aufbürdet und dass zu psychischen Problemen führen kann, halte ich für plausibel


    Aber die Gleichsetzung Religion=Kollektivistisch und Moderne=Individualistisch fühlt sich für uns vielleicht nur deswegen naheliegend an, weil sich bei uns historisch eine individualistische säkulare Gesellschaft aus einer hierarchisch verbundenen religösen Gesellschaft entwickelt hat.


    Weil die Verbundenheit die wir verloren haben eine religiöse war, setzten wir das leicht gleich.


    Aber es stimmt nicht:

    • Kollektivismus ohne Religion: Zum Beispiel ist ja die chinesische Gesellschaft sehr beziehungsorientiert - Zusammenhalt ist wichtiger als das Individuum ohne dass sie deswegen religiös wäre.


    • Individualismus ohne Moderne: Und die Anthroplogin Mary Douglas gibt auch Beispiele für sehr individualistische und kompetetive traditionelle Gesellschaften wie z.B die melanesische Gesellschaft in Mt. Hagen wo das Ideal das war, ein "Big Man" zu werden und den Göttern möglichst viel Schweine zu opfern oder die Komantschen, wo jeder dauernd unter dem Druck stand der größere Krieger zu sein.

    Auch heute gibt es ja gerade in der USA eine Koexistenz zwischen Individualismus und Religion oftmals mit der kalvinistischen Idee, dass der E rfolgreiche von Gott gesegnet ist. Ich kann mir auch eine ganz gottlose, kollektivustische Anarcho-Kommune vorstellen.


    Die Idee die Moderne zu heilen in dem man mehr Kreuze an die Klassenzimmer nagelt ist leicht naiv.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • void
    • 19. April 2026 um 21:27
    Matthie:

    Ist die buddhistische Praxis nicht zwangsläufig verknüpft mit der Meditation?

    Wie das Beten der Christen ?

    Der Weg zur Befreiung ist der edle achtfache Pfad:

    1. Rechte Ansicht:
    2. Rechte Gesinnung:
    3. Rechte Rede:
    4. Rechtes Handeln:
    5. Rechter Lebenserwerb:
    6. Rechte Anstrengung:
    7. Rechte Achtsamkeit:
    8. Rechte Sammlung


    Und da ist es ja der letzte Punkt "Rechte Sammlung" die mit Meditation assoziiert wird. Aber es ist halt nur ein Punkt von 8.


    Sammlung lässt sich unterschiedlich erreichen. Sicher durch formale Meditation, aber eben auch durch andere achtsame Tätigkeiten. Aber umgekehrt muß "Sammlung" nicht per se "recht" sein. Ein fokussierter Geist ist nicht nur für Extremsportler hilfreich, sondern auch für Krieger oder Manager. Die Idee Meditation sei per se heilsam oder buddhistisch ist ein Mythos

  • Sind Konvertiten fanatischer?

    • void
    • 18. April 2026 um 17:20

    Wenn man sich mit einer anderen Religion beschäftigt, erstmal von deren Idealen ausgeht während wenn man mit etwas aufgewachsen ist, man dieses mehr mit der gelebten Realität identifiziert. Eine Freundin von mir ist Japanerin, und für die war der lokale buddhistische Priester ein eher dubiose und fauler Typ der mit dem Motorrad rumknatterte und Geschäfte mit der lokalen Yakuza machte. Das ernüchtert

  • Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

    • void
    • 18. April 2026 um 14:01

    Dukkha bezeichnet ja von seiner Etymologie her einen Zustand der Reibung - etwas läuft nicht glatt. Es ist die Reibung zwischen dem Streben und seiner Vereitelung durch die Welt. Auch dies ist für mich etwas, was ganz tief Eigenschaft des Lebendigen ist. Pflanzen drängen danach zu wachsen und zu wachsen aber die Welt "frustriert" ihren Drang durch Dürre, Tiere und Parasiten. Alle Lebewesen sind letztendlich von dem Drang getrieben am Leben zu bleiben und dieser Lebensdurst hat sie dazu gebracht sich anzupassen um nicht weggefegt zu werden. Jeder will sein trockenes Plätzchen des Gedeihens - wo es keine Feinde aber Futter im Überfluss gibt.


    Gerade bei Phänomenen wie dem Durst sieht man ja gut, wie die ganz basale Ebene des sich nach Wasser strecken der Pflanzen, zum Trinktrieb einfacher Tiere, oder zum Wunsch komplexeren Tiere wird. Und dann bei mir zu so etwas sprachlichen wie "Ich will mir ein Glas Wasser holen". Sowohl Dukkha als auch Anhaftung haben ganz tiefe Wurzeln.

  • Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

    • void
    • 18. April 2026 um 11:34
    Qualia:

    Darauf kann und darf ich nicht antworten, selbst diese Entscheidung bekanntzugeben, ist schon zu viel, aber notwendig. Danke!

    Als ich dich kennenlernt hast, warst du sehr von I Ching und Daoismus geprägt. Und da gibt es ja die Vorstellung, dass Tiere noch im Einklang mit dem Dao (dem natürlichen Fluss) leben, ohne zu streben oder zu urteilen. Und der Mensch sich gerade durch sein Planen und Herrschen aus dem müheloses, spontane Handeln verabschiedet hat. Dieser Gegensatz zwischen Natur und Künstlichkeit durchzieht ja die daoistische Literatur wie z.B Zhuangzi:

    Zhuangzi:

    Der Herr des Südmeeres war Hastewas, der Herr des Nordmeeres war

    Kannste, und der Herr der Mitte war Ungestalt. Hastewas und Kann-

    ste trafen sich oft im Land von Ungestalt, und Ungestalt begegnete

    ihnen stets äußerst zuvorkommend. Hastewas und Kannste wollten

    Ungestalt seine Freundlichkeit entgelten und sagten sich: »Alle Leute

    haben sieben Löcher zum Sehen, Hören, Essen und Atmen. Ungestalt

    allein hat keins. Wir wollen ihm ein paar Löcher bohren.« So bohrten

    sie jeden Tag ein Loch, und am siebten Tage starb Ungestalt. (7.7)

    Alles anzeigen

    Dieses Denken wurde dann ja eben auch im chinesischen Buddhismus aufgegriffen. So z.B in der "Hongaku-Lehre im Tiendai:

    encyclopedia.com:

    Die Lehre von der ursprünglichen Erleuchtung (japanisch: Hongaku) prägte den Tendai-Buddhismus vom etwa elften bis zum frühen siebzehnten Jahrhundert und beeinflusste die mittelalterliche japanische Religion und Kultur tiefgreifend. Diese Lehre besagt, dass Erleuchtung oder der ideale Zustand weder ein zu erreichendes Ziel noch ein zu verwirklichendes Potenzial ist, sondern der wahre Zustand aller Dinge. Nicht nur Menschen, sondern auch Ameisen und Grillen, ja sogar Gräser und Bäume, offenbaren die angeborene Buddhaschaft, so wie sie sind. In seiner wahren Erscheinungsform betrachtet, ist jeder Aspekt des täglichen Lebens – Essen, Schlafen, ja sogar die eigenen verblendeten Gedanken – das Verhalten des Buddha.

    Gerade im Zen ergibt sich ein Denkweise, bei der Natur und Buddhanatur zusammen gedacht werden. Während der "künstliche" Mensch im Erinnern und Planen irrt, ist das Tier näher am natürlichen Fließen des "Hier und Jetzt".


    Aber es gibt da einen großen Unterschied schied zu den von dir geäußerten Ideen. Für Zhuangzi ist nicht der Mensch als "Sapiens" aus der Natur herausgefallen, sondern der Mensch ist durchaus zunächst ein "natürlicher Mensch", der Teil der Natur ist - auch als Bauer der demütig dem Lauf von Yin und Yang folgt - und erst durch zu viel Kultur und zu viel Technik wird er zum künstlichen Menschen der das Unbewusste kaputt bohrt.


    Von daher ist vielleicht der zentrale Punkt an der Stelle der Gegensatz zwischen "Hier und Jetzt" und dem "Woanders und Wann anders" des planenden Denkens.

  • Sind Konvertiten fanatischer?

    • void
    • 17. April 2026 um 20:49
    catflap08:

    Geht es nur mir so oder ist das ein allgemeines Phänomen, dass auch jene die zum Buddhismus konvertieren, oftmals fanatischer ihren Glauben praktizieren – und auch andere davon überzeugen wollen, als jene die damit durch kulturelle Gegebenheiten aufgewachsen sind?

    Ich glaube das hat mit Religion selber gar nichts zu tun, sondern dass es erstmal eine starke Motivation braucht, nicht mit dem Strom zu schwimmen und was anders zu machen:


    Wenn ein Urbayer auf einmal FC Köln Fan ist, dann vermutlich meist ein starker. So wie es umgekehrt eher die "sehr begeisterten" Hamburger zum Wintersport in die Alpen treibt. Die weniger motivieren bleiben beim naheliegenden.

  • Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

    • void
    • 17. April 2026 um 20:03
    Qualia:

    Das macht wirklich Spaß, wie Menschen auf wunderbare Weise die Kernaussage umgehen und relativieren. Dabei kann meine Kernaussage noch auf einen weiteren Grundpunkt zurückgeführt werden. Als der Mensch Feuer beherrschte, trennte er sich von der allgemeinen Evolution und ging den Weg der Menschenevolution.

    Ich glaube unsere Diskussion wäre besser, wenn ich verstehen könnte, warum du diese krasse Trennung brauchst. Für mich korreliert die Idee von einem "entfremdeten Menschen" der es geschafft hat sich ganz starke außerhalb der Natur zu stellen sehr mit der Vorstellung eines "Autnomen Ichs" - einer Seele, einem Atman, das nicht mehr mit der Welt verbunden ist. Eine heimatlose "res cogitans" inmitten von "res extensa". Tränen im Regen. Und von daher ist das Anhaften an der Sonderstellung des Menschen für mich eine Spielart der Anhaften am Selbst. Tränen sind auch nur Salzwasser.


    Wenn ich verstehen würde, warum dir die Sonderstellung des Menschen so wichtig ist, würden wir weniger aneinander vorbei reden.


    National Geographic:

    In Interviews, Beobachtungen und Zeremonien aus über 100 Jahren finden sich Belege dafür, dass die Ureinwohner des Northern Territory in Australien eine Gruppe von Vögeln, die sie „Firehawks“ nennen, für diverse Brände verantwortlich machen. Diese Vögel würden die Flammen kontrollieren, indem sie brennende Zweige in ihrem Schnabel oder ihren Klauen davontragen und damit an anderen Stellen Brände verursachen.

    Angeblich nutzen die Greifvögel die Brände, um sich eine Mahlzeit zu ergattern – die Insekten und Kleintiere, die panisch vor den Flammen fliehen, sind für die aufmerksamen Vögel leichte Beute.

    Natürlich ist der Mensch eine sehr einzigartige und eigenartige Spezies. Wir haben Feuer und Lohnsteuer, Beton, Sprache und soziale Medien. Aber auch im klassischen Buddhismus gibt es ja die 6 Daseinsbereiche: Götter auf Wolken, waffenklirrende Asuras, darbende Geister und jede Menge Tiere. Aber am Ende des Tages sind wir alle samsarische Wesen. Fühlende Geschöpfe die wegen ihrer Gier und ihrem Hass leiden und wie Steinzeitmenschen und Feuer-Milane auch mal Brände legen um die lokale Fauna zum BBQ zu machen.


    Ich schätze die Breite des Buddhismus gerade gegenüber einem biblischen Bild wo der Mensch im Zentrum steht und alles andere nur Hintergrund und Requisite ist.

  • Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

    • void
    • 16. April 2026 um 22:48
    Qualia:

    Aber kein Tier hat die Macht, sich die Erde untertan zu machen, wozu auch: Für ein Tier ist alles so, wie es eben ist, nicht zu viel und nicht zu wenig. Macht euch die Erde untertan, aber versklavt sie nicht.

    Die Bibel denkt an einen Schöpfer der alles mit einem Plan konstruiert hat und auch der Mensch als sein Ebenbild ist ein Schöpfer - der nach seinem Plan Felder und Städte anlegt.


    Während die Bibel in einer kargen Gegend entstand, in der Leben mühsam gehegt werden muß, wuchs Buddha Skakyamuni in einem Indien auf, das von dem mächtigen Monsun bestimmt ist und wo die Natur in vielen Teilen wild wuchert und auch gierig Bahn bricht .


    Und so wie der Dschungel - pflanzlich und tierisch - nach Mehr und Mehr wuchert und giert auch der Mensch nach mehr und mehr. Wie ein Pilz in einer Nährlösung wuchern auch die menschlichen Reiche, die menschlichen Ansiedlungen, die menschlichen Bedürfnisse.


    Das man da andere versklavt und auslöscht ist vielleicht im Ausmaß anders aber nicht von der Natur her. Wenn es Ratten auf eine Insel verschlägt wo es bisher nur Vögel gab, schwingen sie sich zur dominanten Macht auf und schaffen es vielleicht die Vögel auszulöschen. Als die Maori nach Neuseeland kamen, metzelten sie nach und nach die riesigen Moas nieder und löschten sie aus - so wie der Mensch schon lange vor der Sesshaftigkeit überall die Megafauna erlegte. Man folgt seinen Geistesgiften keinen göttlichen Ordnungsplan.


    Da einen Gegensatz zu sehen, kommt aus einem Weltbild dass eher vom biblischen Menschenbild geprägt ist, wo ein kluger Schöpfer den "klugen Menschen" als seinen Stadthalter einsetzt um klug zu walten. Wenn man so denkt, dann hat einem der Mensch versagt und sollte wieder zu seiner urspünglichen "Klugheit" zurückkehren. Ich würde sagen, nach Buddha gab es so etwas nie. We sah den Menschen immer als Sklaven von Gier, Hass und Verblendung und es als sehr schwer dieser Grundkonstitution zu entkommen.


    Eine buddhistische Ökologie braucht nicht dem biblischen oder aufklärerischen Menschenbild und der Rückkehr zum guten "Klugmensch" folgen. Man kann ihn als wiederlegten Mythos abtun und spart sich damit viel an Trauerarbeit um den gefallenen Sapiens.

  • Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

    • void
    • 16. April 2026 um 13:52
    Qualia:

    Sapiens hat sich mit seiner eigenen Evolution (Sesshaftigkeit, Besitz von Dingen und Menschen) von der Evolution abgekoppelt.

    Der Mensch fügt sich gut in die Katastrophengeschichte der Welt ein. Die Idee der "Abkopplung" ergibt sich nur weil der Mensch Teil von gleich zwei Sprüngen sind, die der Status Quo zersprengen.


    Solche Sprünge sind zwar selten, aber durchaus legitimer Teil der Evolution. Der Evolutionsbiolog Stephen Jay Gould hat ja die Idee des Punktulismus populär gemacht, nach sich Evolution sich zwar manchmal in stetigen kleinen Schritten vollzieht aber es auch kurze Phasen gibt, in denen zu großen Umbrüchen kommt. So hat ja z.B die Erfindung der Photosynthese dazu geführt, dass die ganze Atmosphäre mit Sauerstoff vergiftet wurde. Und der Landgang der Pflanzen hat dann noch einmal so eine Katastrophe ausgelöst.


    Für den Menschen gibt es zwei solche Sprünge. Erstens der Übergang zur Landwirtschaft und zweitens ser Übergang zu fossilen Energiequellen.


    Erstere Geschichte fing ja mit dem aufkommen der blühenden Pflanzen an, die statt wahllos Pollen herumzuwerfen, anfingen Tiere für ihre Vermehrung ( zur Bestäubung und zur Verbreitung durch Früchte) Dies führte zum Aufstieg von Insekten, Vögeln und Säugetieren. Und darauf dann zum Aufstieg von ultasozialen Insekten wie Bienen und Ameisen ( die ja seit 66 Millionen Jahren Pilze anbauen)


    Menschen als ultrasoziale Säugetiere sind da die logische Folge und wenn man die Geschichte aus der Sicht von Reis, Weizen und Mais betrachtet, haben sie mit der Domestikation des Menschen gerade hinsichtlich der Biomasse einen riesigen Erfolg eingefahren.


    Aber noch wichtiger war der Sprung mit der Nutzung fossiler Energie. Hätte auch wer anders machen können. Hätte auch ein Ölwurm entwickelt, der durch spezielle Bakterien gut Ol verdauen kann und auch super graben kann, dann hätte dieser die Ölfelder leergeschluckt und die Atmisphäre mit alten CO2 ruiniert. Vielleicht etwas langsamer als wir.

  • Reaktion auf Aussagen anderer

    • void
    • 14. April 2026 um 16:48
    Michael Haardt:

    Ich denke vor der Frage, was Du hättest besser machen können, steht die Frage, warum es dich so getroffen hat.

    Das erinnert mich an eine Stelle im Akkossa Sutta wo ein Mann Buddha hefti beleidigt dieser aber ruhig und gelassen bleibt.


    Buddha fragt den Mann, was mit einem Geschenk passiert, das der Empfänger nicht annimmt. Der Mann antwortet, dass das Geschenk dann beim Schenkenden bleibt.


    Buddha erklärt, dass er die Beleidigungen nicht annimmt, sie also beim Absender bleiben. Ich finde da ist viel dran. Wenn mich jemand als "Giraffe" oder "Kippschalter" bezeichnen würde, wäre ich wohl nicht beleidigt, weil das so absurd ist dass ich das nicht auf mich beziehe


    Wenn dagegen jemand so tut als wäre ich voll das Arschloch oder komplett blöd, dann würde mich das deswegen mehr stören, weil das was daran stimmt größer 0 ist. Im Gegensatz zum Kippschalter.

  • Reaktion auf Aussagen anderer

    • void
    • 13. April 2026 um 14:32
    Gylfie:

    Wie kann ich auf Aussagen reagieren, die im totalen Gegensatz zu meiner Meinung und meiner Wertvorstellung stehen?

    Ich glaube man findet nicht so sehr andere Meinungen und Wertevorstellungen schlimm sondern die Infragestellung der eigenen Meinung und der eigenen Wertevorstellung.


    Kann man ja testen, wie man auf den Satz "Deine Meinung und deine Wertevorstellungen sind total egal!" reagiert. Er löst so eine gewisse Hilflosigkeit aus.

  • Wie geht ihr damit um? Was würde Buddha sagen, oder uns raten?

    • void
    • 8. April 2026 um 17:01
    Aravind:

    Du könntest vielleicht noch mitfühlender schreiben, wenn es um Mitgefühl geht. :)8)


    Der Punkt von Monikamarie war es doch "echtes Mitgefühl" von Sentimentalität abzugrenzen:

    Wikipedia:

    Sentimentalität (von französisch le sentiment = „Gefühl“, „Stimmung“) ist eine Gemütsverfassung, die durch Rührung gekennzeichnet ist. Sie nimmt ihren äußeren Anlass zum Vorwand, um sich dann in sich selbst hineinzusteigern; also ein Schwelgen in meist wohligen, sehnsüchtigen, romantischen und leidenschaftlichen Gefühlen, aber auch Melancholie. Sentimentalität ist somit eine Form der emotionalen Selbststimulation ohne Handlungsantrieb.

    In gewisser Weise ist Sentimentlität ja eine Lösung für unsere emotionalen Probleme der Hilflosigkeit gegenüber einer kalten und chaotischen Welt. In den Nachrichten tauchen hungernde, ausgebombte Kinder auf , ich schicke ihnen "warme, emotionale Energie" und habe damit dann nicht nur mein Gewissen beruhigt sondern kann mich auch noch an meiner Güte freuen.


    Das kann es doch nicht sein?

  • Wie geht ihr damit um? Was würde Buddha sagen, oder uns raten?

    • void
    • 8. April 2026 um 10:57
    JoJu91:

    Die Menschen glauben, durch zielgerichtetes Handeln die Welt ohne Kollateralschäden verbessern zu können.

    Manchmal zeigen sich "gute" Ergebnisse, und sie führen die Ergebnisse auf ihr Handeln zurück. Zeigen sich "schlechte" Ergebnisse, führen sie die Ergebnisse auf die bösen Gegner zurück.


    Langfristig scheitern alle, keiner erreicht sein Ziel.

    Trump nicht, Putin nicht, Xi nicht, die Rechten nicht, die Linken nicht, die Ökos nicht, die Guten nicht, die Gerechten nicht, die Kapitalisten nicht, die Mafiosi nicht, die Islamisten nicht, die Christen nicht und auch die Buddhisten nicht.


    Wenn man ein Bauer ist, dann muß man ja seine Felder in Schuss halten. Man muß Büsche ausreissen, schauen dass die Bewässerungsgräben nicht verschlammen und aufpassen, dass nicht irgendwelche Wildschweine alles auffressen. Genauso erfordert auch ein Gemeinwesen eine Beständige "Sorge". Gerechtigkeit muß halbwegs gewahrt werden, Korruption und Kriminalität in Schach gehalten werden, Bürgerkrieg und Extremisten müssen verhindert werden.


    Utopische Ideen wie "totale Gerechtigkeit", "stetiges Wachstum", "Ausmerzen der Korruption für immer" , "Null Kriminalität" können da als Motivation dienen auch wenn sie nicht erreichbar sind. Und die Alternative - das "Sorgen" zu unterlassen weil die Ziele nicht hundertprozentig zu erreichen sind, macht auch keinen Sinn.

  • Wie geht ihr damit um? Was würde Buddha sagen, oder uns raten?

    • void
    • 7. April 2026 um 21:39

    Oft tuen viele ja so, als hätte Buddha zu einer Zeit ohne Chaos und Verwerfungen gelebt. Das war aber nicht so.


    Er lebte aber zu einer sehr unruhigen Zeit. Ursprünglich waren die Verhältnisse gut: Der König von Maghada - Bimbisara - war ja ein Laienanhänger Buddhas.

    Wikipedia:

    Die Beziehung des Königs zum Buddha war eng. Bimbisara besuchte den Buddha schon einige Jahre vor dessen Erwachen (Bodhi), als der Buddha sich in Rajagriha aufhielt.[13] Als der Buddha nach dem Bodhi-Erlebnis erneut in Rajagriha erschien, nahm der König die Buddha-Lehre an, bewirtete den Buddha eigenhändig und beschenkte ihn großzügig. Bimbisara soll damals 31 Jahre alt gewesen sein.[14] Eine seiner Frauen namens Khema wurde sogar buddhistische Nonne

    Aber Machtverhältnisse können schnell kippen:

    Wikipedia:

    Alle Quellen stimmen darin überein, dass Ajatasattu den Tod seines Vaters nicht abwarten wollte, sondern ihn aus Machtgier stürzte bzw. zur Abdankung veranlasste und gefangensetzte, und dass Bimbisara in der Haft starb. Den buddhistischen Quellen zufolge soll dabei der Mönch Devadatta als Ratgeber Ajatasattus eine maßgebliche Rolle gespielt haben. In der buddhistischen Überlieferung bildet die Erzählung von dem Umsturz einen Teil der Devadatta-Legende.[8]

    Folgt man der Darstellung der buddhistischen Quellen, die in manchen Einzelheiten voneinander abweichen, so ergibt sich folgender Hergang. Devadatta beeindruckte Ajatasattu mit seinen magischen Fähigkeiten, wurde sein Ratgeber und ermunterte ihn, den König zu stürzen.[9] Ajatasattu begab sich zum Palast des Königs, um ihn mit einem Dolch zu töten, wurde aber entweder schon vor der Ausführung seines Plans oder nach einem gescheiterten Attentat festgenommen.[10] Bimbisara entschied sich jedoch gegen den Rat eines Teils seiner Minister, seinem Sohn zu verzeihen. Er dankte zugunsten des Thronfolgers ab oder – nach anderen Versionen – erhob ihn zum Mitregenten bzw. überließ ihm vorerst einen Teil des Reichs. So oder so riss Ajatasattu die ganze Macht an sich und warf Bimbisara ins Gefängnis. Er ließ seinen Vater in der Haft foltern und ermorden bzw. verhungern

    Einige Zeit nach Buddhas Tod wurde sogar der Shakya Adelsstaat vom König von Kosala erobert und die Elite getötet.


    Von daher wären ein Nero, ein Putin ein Assad oder auch Trump ihm nicht fremd vorgekommen. Sondern eben wie die nicht so fähigen Könige seiner Zeit erschienen, die ihre Interessen statt auf anderem Weg (Diplomatie, Heirat) durch Gewalt und Drohungen erreichen.


    Machen könnte er aber auch nichts dagegen. Ob jetzt Ajatasattu oder ein fähigerer Sohn Bimbisaras durchsetzten, entzog sich seiner Kontrolle.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • void
    • 4. April 2026 um 22:52

    ( ich habe das Thema geändert um es besser einzugrenzen )

    Kannst du vielleicht genauer angeben um welches Werk und welche Stelle es dir da genau geht. Das würde helfen, genauer nachzuvollziehen um was es dir da genau geht.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • void
    • 4. April 2026 um 22:05
    Igor07:

    Ich wollte Hans-Günter Wagner fragen, denn ich habe hier Bedenken. Im Artikel aus dem neuen Buch steht, dass alle Dinge aus der Leere hervorgegangen sind und über kein substantielles Wesen verfügen. Daraus kann man so schlussfolgern, dass sie wie eine erste Ursache sein sollte.

    Als Autor ist es doch schon eine große Verantwortung, dass das was man schreibt korrekt ist. Wenn man dann verlangt, dass man nicht nur korrekt formuliert sondern niemand aus dem Gesagten falsche Schlußfolgerungen ziehen darf, dann ist das doch schwer zu erfüllen.


    Ich dachte, du fühlst dich jetzt dem Theravada verbunden. Ist da dann nicht schon Nagārjuna ein Schritt in Richtung einer Verdinglichung von Leerheit, die zu einer Interpretation als "kosmischer Ursprung" einlädt?

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • 4. April 2026 um 09:53
    Tim1:

    Keine Wahl mehr!


    In letzter Zeit denke ich öfter über eine Entwicklung nach, die für mich immer deutlicher spürbar wird:
    Nicht die Digitalisierung selbst ist das Problem, sondern dass man ihr im Alltag nicht mehr ausweichen kann.

    Dies erinnert mich an das Buch "Situation und Konstellation" von Hartmut Rosa:

    Books:

    Nur wo wir handeln, fühlen wir uns lebendig, und nur im Handeln gewinnen wir soziale Energie.«

    Die Lehrerin, die Noten nicht zur Ermutigung vergeben kann, die Ärztin, die Bildschirme statt Patienten behandelt, der Schiri, dessen Augenmaß vom VAR verdrängt wird: Unmerklich verändert sich in der Gegenwartsgesellschaft der Charakter unseres Handelns. Insbesondere im Berufsleben, aber zunehmend auch in der Freizeit zeichnen uns Richtlinien und Formulare, Algorithmen und Apps die Wege zur Entscheidungsfindung minutiös vor. An die Stelle situationssensiblen Überlegens und Urteilens tritt die konstellationsbasierte Vollzugslogik der Maschinen, mit denen wir tagein, tagaus hantieren. »Stimme zu« / »Stimme nicht zu« – so werden Handelnde zu Vollziehenden.

    Diese Entwicklung, sosehr sie der Gerechtigkeit und Transparenz dienen mag, hat einen hohen Preis, den Hartmut Rosa in seinem neuen Augenöffner auf anschauliche Weise beziffert. Denn wenn Ermessensspielräume verschwinden und die Kreativität menschlichen Handelns aus den alltäglichen Praxisvollzügen eliminiert wird, wächst das Gefühl der Ohnmacht. Und mit der Urteilskraft verkümmert die Handlungsenergie als solche. Doch wie können wir diesem individuellen und kollektiven Energieverlust der Gesellschaft entgegenwirken? Indem wir, so Rosa, die menschliche Handlungsfähigkeit stärken, und zwar auf allen Ebenen der sozialen Existenz.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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