1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Anna-Lyse Dhamma

Beiträge von Anna-Lyse Dhamma

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. März 2026 um 16:55

    Vielen Dank, lieber Helmut , für deinen erhellenden Beitrag, der etwas Ordnung und Klarheit im Wirrwarr der Begriffe schafft. _()_

    Helmut:

    Mit dem Begriff der Person grenzen wir uns als Menschen von den anderen Phänomen, die keine Menschen sind.

    Eine sprachliche Abgrenzung - z.B. von Tieren - ....

    Es geht somit bei dieser Bezeichnung nicht um ein festes, unveränderliches, unbedingtes Selbst, bzw. eine "Persönlichkeit".

    Helmut:

    Mit dem Begriff Individuum betonen wir die Person als Einzelwesen mit ihren besonderen Qualitäten und Tugenden

    Da könnte man beim Buddha eben konstatieren, dass er eine Person (und entsprechend auch ein Individuum) mit außergewöhnlichen Veranlagungen, Begabungen und Tugenden war.

    Helmut:

    Jeder Mensch ist gleichzeitig eine Person als auch ein Individuum. Beide Begriffe betonen nur verschiedene Aspekte des Menschen und stehen nicht in irgendeinem Gegensatz zueinander.

    So verstehe ich das auch.

    Helmut:

    Meines Erachtens ist es deshalb nicht angemessen,

    den Begriff der Person Paramatthasacca und

    den Begriff des Individuums Voharasacca zuzuordnen.

    _()_ Ja, so eine trennende Zuordnung der beiden Begriffe macht auch in meinen Augen keinen Sinn.


    ----


    Lieber Igor07 ,

    Igor07:

    Ñāṇavīra verspottet regelrecht diese sogenannte absolute Ebene, denn sie existiert einfach nicht.

    ich denke, man sollte vielleicht besser, wie es Helmut empfahl, von der "Wahrheit im höchsten Sinne" sprechen?

    Woher "wusste" Bhikkhu Nanavira Thera, dass diese nicht existiert?


    Bei Wikipedia las ich über Bhikkhu Nanavira Thera u.a. Folgendes:

    Zitat

    Am 5. Juli 1965 beendete Nanavira Thera durch Suizid sein Leben. Vorher hatte er bereits mindestens einen Selbstmordversuch unternommen (1962).

    Er war gerade mal 45 Jahre jung und als Begründung für den Suizid gab er in seinem Abschiedsbrief seine schlechte gesundheitliche Verfassung an...

    Zitat

    Für Nanavira war ein Leben, welches keine Fortschritte im Dhamma mehr ermöglichte, wertlos.

    Das klingt nicht nur nach hartem Urteil sich selbst gegenüber, sondern auch nach starker (ev. übermäßiger?) Anhaftung an seiner Art der Dharmapraxis - mutmaßlich u.a. sowohl bedingt durch depressive Gemütsverfassung, als auch durch sein starkes körperliches Leid.


    Bei allem Mitgefühl und Respekt vor seiner überragenden Lebensleistung/seinen Verdiensten, widerstrebt es mir irgendwie, diesen Menschen (obwohl -nach eigenem Dafürhalten- ein "Sotapanna") als "Orientierungshilfe auf dem Pfad" zu sehen...:?:shrug:


    Seine Ansichten und (Um-) Interpretationen vieler Suttas im Palikanon, die er in dem von dir empfohlenen Buch veröffentlichte, müssen davon ja nicht berührt sein - auch Arthur Schopenhauer verwies, bzgl. seiner "menschlichen Schwächen", darauf, dass man ihn an "seiner Philosophie, seinem Werk, messen" solle, nicht an seiner Person und seiner Lebensweise...


    Werde also mal in die "Notizen zu Dhamma" reinlesen..._()_:)


    Zurück zum Thread-Thema:

    Igor07:

    1*. Der Buddha war der reale Mensch, so sehe ich das.

    2*. Er hatte Fehler gemacht, und er konnte auch „betrübt“ sowie „angewidert“ werden.


    (*Die Nummern sind eine Hinzufügung von mir, um gezielter auf die Aussagen eingehen zu können.)

    1. Ein realer Mensch, der allerdings in der Lage war, sich selbst von "Befleckungen" und nachfolgenden Leiden zu befreien, ja.


    2. "Fehler" liegen m.E. oft im Auge des (späteren) Betrachters und resultieren letztendlich häufig aus Ursachen, die nicht direkt mit dem Dhamma zu tun haben.


    Die Frage, ob der Buddha als (erwachter, erleuchteter, befreiter) Mensch noch Emotionen wie "Betrübtsein", "Angewidertsein" hatte/erlebte, würde ich deshalb verneinen, weil es sich um aversive Emotionen (aus dem "Hass"-Bereich) handelt und der Buddha - per definitionem - von allen unheilsamen Geisteszuständen befreit war.


    Es ist demnach nicht nur die Nicht-Identifikation, die jenes Aufhören leidhafter Geisteszustände bewirkt, sondern bestimmte Emotionen kommen nicht mehr auf, wenn ihre

    Wurzeln abgeschnitten/entwurzelt wurden.


    Die Kette von Kontakt-Gefühl-Begehren/Tanha-Ergreifen/Anhaften

    ist beim Erwachten durchtrennt.

    (Gefühle, also "angenehm", "unangenehm", "neutral",

    treten - als Folge von Sinnesreizen - u.U. auf,

    werden aber nicht mehr "weitergeführt" hin zu Begehren/Aversion, Festhalten,...)


    Was allerdings weiterhin beim Buddha vorhanden war, sind heilsame Geisteszustände

    (lieb. Güte/Metta, Mitgefühl/Karuna, Gleichmut/Upekkha, Achtsamkeit/Sati, Weisheit,..- diese natürlich ohne Identifizieren, Anhaftung, "Ich-Machen")


    Nachfolgend einige Zitate aus dem Palikanon, welche diese Einschätzung m.M.n unterstützen:

    Zitat

    A.VI.63 - Nibbedhika Sutta


    ....Was aber ist das Ergebnis der Gefühle?

    Diese oder jene Art der Daseinsform, die man als ein Fühlender zum Entstehen bringt, sei es eine verdienstvolle, sei es eine schuldvolle.

    Das, ihr Mönche, nennt man das Ergebnis der Gefühle. -


    Was aber ist die Aufhebung der Gefühle? In der Aufhebung des Sinneneindrucks, ihr Mönche, besteht die Aufhebung der Gefühle. -


    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung der Gefühle führende Weg, nämlich: Rechte Erkenntnis . . .


    Insofern nun, ihr Mönche, der edle Jünger solcherart die Gefühle erkennt, sowie ihre bedingte Entstehung, ihre Verschiedenartigkeit, ihr Ergebnis, ihre Aufhebung und den zu ihrer Aufhebung führenden Weg, insofern kennt er diesen durchdringenden Heiligen Wandel, die Aufhebung der Gefühle. Wurde also gesagt, daß man die Gefühle zu erkennen hat . . ., so wurde es eben deshalb gesagt.


    https://www.palikanon.com/angutt/a06_061-064.html#a_vi63

    Alles anzeigen
    Zitat

    S.12.23. Voraussetzung - 3. Upanisa Sutta


    ...2. "Bei dem Wissenden, behaupte ich, ihr Bhikkhus, bei dem Schauenden tritt die Vernichtung der weltlichen Einflüsse [63] ein, nicht bei dem Nichtwissenden, Nichtschauenden.


    3. Was aber, ihr Bhikkhus, muß man wissen, was muß man schauen, damit Vernichtung der weltlichen Einflüsse eintritt? -


    So ist Form, so der Form Ursprung, so der Form Untergang; so ist Empfindung usw. -; so ist Wahrnehmung usw. -; so sind die Gestaltungen usw. -; so ist Bewußtsein, so des Bewußtseins Ursprung, so des Bewußtseins Untergang.


    Das, ihr Bhikkhus, muß man wissen, das muß man schauen, damit Vernichtung der weltlichen Einflüsse eintritt. ....

    Alles anzeigen
    Zitat

    S.12.23. Voraussetzung - 3. Upanisa Sutta


    ...19. Welches ist aber, ihr Bhikkhus, für das Erfassen die Voraussetzung?

    Der Durst, muß man hierauf erwidern.

    Aber auch der Durst, behaupte ich, ihr Bhikkhus, hat seine Voraussetzung, ist nicht ohne Voraussetzung.


    20. Welches ist aber, ihr Bhikkhus, für den Durst die Voraussetzung?

    Die Empfindung, muß man hierauf erwidern.

    Aber auch die Empfindung, behaupte ich, ihr Bhikkhus, hat ihre Voraussetzung, ist nicht ohne Voraussetzung.


    21. Welches ist aber, ihr Bhikkhus, für die Empfindung die Voraussetzung?

    Die Berührung, muß man hierauf erwidern. Aber auch die Berührung, behaupte ich, ihr Bhikkhus, hat ihre Voraussetzung, ist nicht ohne Voraussetzung.

    ......


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam12_30.html#s12_23

    Alles anzeigen


    Zitat

    S.36.6 Durch einen Pfeil - 6. Salla Sutta

    ....Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein Mann von einem Pfeil angeschossen würde, aber kein zweiter Pfeil würde nach ihm geschossen.

    Dieser Mensch, ihr Mönche, wird also nur das Gefühl von e i n e m Pfeil empfinden.


    Ebenso nun auch, ihr Mönche,

    wenn der belehrte edle Jünger von einem Wehgefühl getroffen wird,

    dann ist er nicht traurig, beklommen, jammert nicht, schlägt sich nicht stöhnend an die Brust, gerät nicht in Verwirrung:


    Nur EIN Gefühl empfindet er, ein körperliches, kein gemüthaftes.


    Ist er von einem Wehgefühl getroffen worden, da leistet er keinen Widerstand.

    Dann wird in ihm, der dem Wehgefühl keinen Widerstand leistet, beim Wehgefühl kein Hang zum Widerstand angelegt.

    Wird er nun von einem Wehgefühl getroffen, so genießt er nicht das Sinnenwohl. Und warum?


    Es kennt ja der erfahrene edle Jünger, ihr Mönche, eine andere Entrinnung vor dem Wehgefühl als sinnliches Wohl.

    Dann wird in ihm, der Sinnenwohl nicht genießt, kein Hang zum Reiz angelegt.

    Er kennt ja der Wirklichkeit gemäß der Gefühle Aufgang und Untergang, Labsal, Elend und Entrinnung.


    Und weil er der Gefühle Aufgang und Untergang, Labsal, Elend und Entrinnung der Wirklichkeit gemäß kennt, wird von ihm beim Weder-wehe-noch-wohl-Gefühl kein Hang zum Unwissen angelegt.


    Fühlt er nun ein Wohlgefühl, so fühlt er es als Entfesselter;

    fühlt er ein Wehgefühl, so fühlt er es als Entfesselter;

    fühlt er ein Weder-weh-noch-wohl-Gefühl, so fühlt er es als Entfesselter.

    Den nennt man, ihr Mönche, einen edlen Jünger:


    Entfesselt ist er von Geburt, Altern und Sterben, von Trauer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. Entfesselt ist er, sag' ich, vom Leiden.


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam36.html#s36_6

    Alles anzeigen

    Der Buddha wurde quasi von einem psychischen Pfeil getroffen, als er erleben musste, wie die Mönche von Kosambi sich stritten (siehe Zitat aus MN128 im Beitrag #35) . (der 1. Pfeil).


    Er versuchte vergeblich

    (ein Zeichen für seine menschliche "Ohnmacht" in diesem Moment!), den Streit zu schlichten und ging - nachdem er noch einige Verse zur Sache verkündet hatte - seiner Wege.

    (KEIN 2. Pfeil)!


    IMHO ohne Betrübnis, ohne Angewidertsein - diese Zuschreibung von Emotionen könnte von den Autoren des Palikanons möglicherweise (wenn es kein Übersetzungsfehler war) aus ihrer Empathie heraus oder ev. auch aus didaktischen Gründen erfolgt sein....? :?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    PS: Man beachte den Unterschied zwischen

    Gefühlen (Vedana)

    (angenehm, unangenehm, neutral) und

    Emotionen (weiterentwickelte, komplexere Geisteszustände, die durch körperliche Reaktionen, Bewertungen, Erinnerungen, Vorstellungen z.B. Wut, Zorn, Eifersucht, ...etc. erzeugen) im Buddhismus!


    PPS.: Sorry für den langen Beitrag....:shrug:;)

  • Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 14. März 2026 um 16:17
    Qualia:

    Den einzigen Aktivismus, den Buddha sich erlaubte, war: „Komm und sieh selbst.“

    Lieber Qualia , in meiner Wahrnehmung war der Buddha gewissermaßen ein "ethischer Aktivist", der z.B.


    - gegen die brahmanische Kastenhierarchie vorging, indem er lehrte, dass Befreiung von persönlicher spiritueller Praxis (und entsprechendem Handeln) abhängt, nicht von der Geburt


    - einen Sangha gründete und die daraus hervorgegangenen Arahants ermutigte, den Dharma zum Wohl der Wesen zu verbreiten


    - Menschen aller Kasten in seinen Sangha aufnahm

    (das war auch schon eine "politische" Entscheidung)


    - zu Gewaltlosigkeit/Ahimsa gegenüber allen Wesen aufforderte


    - versuchte, Konflikte/kriegerische Auseinandersetzungen zu schlichten

    ........


    Monikamarie:

    Mit Achtsamkeit und buddhistischer Praxis tun wir genug für unsere Umwelt, das Klima, die Mitmenschen.

    Da müssen wir uns nicht noch mit irgendwelchen Zwängen von "Unzufriedenen" abquälen.

    Liebe Monikamarie , warum sollte man nicht noch mehr tun, wenn man die nötige Kompetenz, Willensstärke, Achtsamkeit und - vor allem das Motiv "Mitgefühl" als Antrieb innehat ?

    Dies impliziert ja kein "Müssen", sondern wäre freiwillig....:)

    JoJu91:

    Ich vertrete die These, dass Aktivismus andere Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann.

    Da bin ich ganz bei dir, lieber JoJu91 , erzwingen würde in gewisser Weise Gewalt bedeuten und die ruft bekanntlich selten etwas Gutes hervor, erzeugt viel eher Widerstand und womöglich eine Art (kindlichen) Trotz, der (oft sogar), wider besseres Wissen, zu unvernünftigem Verhalten führt....


    Aktivismus, im besten Sinne, sollte gründlich informieren (u.a. Fake-News demontieren) und parallel dazu, u.a. durch vorbildliches Verhalten, die Alternative(n) aufzeigen, wie man in der Sache zielführender und besser vorgehen könnte.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 11. März 2026 um 16:08
    JoJu91:

    Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?"


    Gerät er in eine tiefe Sinnkrise ?

    Versucht er die Leute von der Verdorbenheit des Schlaraffenlandes zu überzeugen ?

    Das Schlaraffenland, verstanden als fiktives "Land des Überflusses", in dem Genießen/Vergnügen als Tugenden gelten und Arbeit/Fleiß als Sünde betrachtet werden, (: dürfte für Menschen mit aktivistischen Ambitionen - auf den ersten Blick - wenig Betätigungsmöglichkeiten bieten.:?


    Aber wir wissen ja alle, dass Dukkha, als Daseinsmerkmal, dennoch präsent sein wird und Anicca ebenfalls, auch, wenn man dort, durch "Jungbrunnen", dem Altern womöglich ein Schnippchen schlagen könnte. 8)


    Nicht zu vergessen: Die Präsenz des TODES, der dem "faulen Lotterleben" dereinst ein mehr oder weniger jähes Ende setzen wird.:!::kerze:


    Insofern bleiben dem geneigten Aktivisten mindestens 2 Optionen:


    a) Er rüttelt die trägen, schlaffen Schlaraffenländer mal so richtig auf, indem er ihnen vor Augen führt, wie sinnlos und begrenzt dieses dahindümpelnde Leben doch ist - Sitt-und Satt-Sein -allein- machen ja niemanden wirklich glücklich....


    b) Er "arbeitet" daran, kontemplativ zu werden...^^:mediw::medim: ......


    Das Land der Satten und Faulen ist ja nicht unbedingt ein Land der Zufriedenen, allein die Daseinsmerkmale fordern auch hier ihren Tribut und erzeugen (ev. unterschwelliges) Unbehagen. :shrug:


    JoJu91:

    Wenn ich achtsam meinen eigenen Aktivismus betrachte ?

    Also die Achtsamkeit nicht auf das durch meinen Aktivismus zu lösende Thema lenke,

    sondern auf die unbewussten Kräfte, die meinen Aktivismus in Gang setzen ?

    :like:Auch eine u.U. zeitintensive, aber sicher lohnende Praxis...;)

    KarmaHausmeister:

    Es gibt strukturelles dukkha: ungerechte Verteilung von Reichtum, Klima, Tierwohlthemen etc. In hohem Masse. Sich also für gesellschaftlich relevante Themen zu engagieren, kann dukkha lindern und ist deshalb spirituelle Praxis.

    Ja, sicher, und es kann leider auch Dukkha vermehren, bzw. neu hervorbringen, wenn - ohne Achtsamkeit und Mitgefühl (für alle Wesen) - in "blinden Aktionismus" verfallen wird.

    Das passiert leicht, wenn ein Thema hochemotional die Akteure aufwühlt (z.B. sex. Missbrauch, Misshandlungen/Töten wehrloser Menschen und Tiere, Vernichtung von Lebensräumen und -grundlagen, Ungerechtigkeiten aller Art, usw. ...)


    JoJu91 s zitierte 3 Phasen:

    Begeisterung, Ernüchterung, Verzweiflung widerfahren allzu vielen Aktivisten und führen oft zu resigniertem Rückzug ("Man kann ja doch nichts ändern/bewegen!").

    KarmaHausmeister:

    Ausgebrannt sein, weil man sich aktivistisch für eine gute Sache eingesetzt hat. Wie kann das verhindert werden, was kann man tun, wenn man diesen Punkt bedauerlicherweise bereits erreicht hat?

    Einfache Antwort, schwer umzusetzen:

    Man darf sich nicht zu sehr an das Projekt/die "Objekte", "hängen" /daran anhaften, daher hilft buddhist. Praxis, als -quasi- "Fundament", immer wieder in eine Haltung des Gleichmutes zurückzufinden..

    Befindet man sich bereits im Burnout-Stadium, hilft nur noch Rückzug und nachfolgende Selbstfürsorge (ev. mit prof. Hilfe).

    JoJu91:

    Das Ziel (fast) aller irdischen Aktivisten, gleich welcher politischen oder religiösen Richtung ist doch ein fernes Utopia, in dem sie selbst dann aber fatalerweise nicht mehr benötigt würden, das Urproblem aller karitativen Einrichtungen ?

    :erleichtert: Schöne Vorstellung, lieber JoJu91 ! :D

    Wenn die Aktivisten am Ziel sind/wären, such(t)en sie sich vermutlich neue Ziele - Samsara hat - leider oder Gottseidank - immer Probleme, Konflikte/Aufgaben zu bieten...:shrug:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Eine Bitte an die Neugier

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 10. März 2026 um 13:43

    Hallo, liebe Lassi ,

    suchst du speziell Unterweisungen für die Arbeit mit Mantras?

    In Hamburg würde ich vielleicht mal im Tibetischen Zentrum e.V. vorbeischauen:


    Tibetisches Zentrum e.V.: Zentrum


    Sie stellen auch wöchentlich Vorträge (Referent ist meist Oliver Petersen) und Meditationen bei YouTube ein.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Anhaftung an den Dharma?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 7. März 2026 um 17:06
    JoJu91:

    Gibt es nicht auch ein Ergreifen, das nicht von Begehren/Tanha ausgelöst ist ?

    Nein, nicht gemäß der Lehre Buddhas, weil das "Ergreifen" /Upadana eben nicht als "neutrales Tun", sondern als von Begehren gespeistes "Anhaften" begriffen wird.


    Ja, es gibt in der Lehre Buddhas auch das "reine" Handeln ohne Begehren, dies gilt aber aus obengenanntem Grund nicht als "Ergreifen"/Upadana (im buddhist. Sinne).


    Beispiel:

    Der Buddha ging täglich "um Almosen", diese nahm er an, ohne zu "ergreifen", d.h. da lag weder Begehren, noch Anhaftung vor, nur achtsames Essen, lediglich zum Zweck, den Körper zu erhalten.


    Atmen (ist eh ein Reflex, also quasi automatisiert), essen, meditieren,...usw. werden erst durch Danach-Begehren/Gieren zu Ergreifen, Festhalten und "Brennstoff". Z.B.

    - Das Begehren eines freien Atems bedingt Ergreifen und dadurch Leiden, etwa, wenn dieser durch eine Erkrankung eingeschränkt ist.

    -Beim Essen könnte dementsprechend dieses "Tun mit Ergreifen" so aussehen:

    -> Essen als Mittel zur Kompensation, als Status, Kleben an Geschmack und Menge,..


    Entscheidend ist dabei immer das Ich- und Mein-Machen, die Identifikation....


    Ach ja, und dann gibt es ja noch das sogenannte "WEISE Begehren" - kusala chanda- nämlich das Streben nach Befreiung und der Wunsch, anderen (Wesen) zu helfen, das sollte aber auch nicht in Tanha "kippen" und ergriffen werden (z.B. durch Identifikation als "edler, mitfühlender Mensch")....


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 7. März 2026 um 16:30
    Igor07:

    Die Person besteht aus vergänglichen und bedingten Skandhas, aber nicht das Individuum.

    Der Buddha war das unikale Individuum, aber keine Person.

    Lieber Igor07 , wir bewegen uns hier ja auf der konventionellen (Wahrheits-) Ebene und dort werden die Bezeichnungen "Person" und "Individuum" oft synonym gebraucht:

    (Danke für den Link :))

    Zitat

    puggala

    Individuum, Person, Individualität, sowie seine Synonyme: Wesen (satta), Persönlichkeit oder Selbst (attā) usw., haben nach dem Buddhismus alle eine bloß relative Gültigkeit und gelten lediglich als konventionelle Ausdrucksweisen (vohāra-vacana).

    Insofern finde ich deinen obigen (unterstrichenen) Satz irritierend....:shrug:


    Das Individuelle eines Individuums besteht ja in seiner spezifischen Kombination der Khandha ( + deren Zusammenspiel), die kein zweites Wesen in dieser speziellen Ausprägung/Form aufweist.


    Jedes Individuum ist also quasi etwas anders "zusammengesetzt" - andere/r Körper/DNA, andere Prägungen durch Gene und Umwelt, die sich auf Wahrnehmung, Gefühle und Geistesgestaltungen auswirken und zu verschiedenen Fähigkeiten und Potenzialen führen....


    Sariputta, Moggallana, Anuruddha, Maha Kassapa, der Buddha - alle waren Arahants und dennoch individuelle Menschen - nachzulesen z.B. im Mahagosinga Sutta.

    (Majjhima Nikaya 32 - https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m032z.htm)


    void:

    Ich denke an dieser Stelle ist der Unterschied zwischen dem Bestehen von Phänomenen in der Zeit und abstrakten Aussagen "Das Feuer ist erloschen" nicht klar.

    Igor07:

    Wenn ich weiter daraus schlussfolgere, dann wäre der lebendige Buddha erloschen.

    Also für mich ist das Beispiel mit dem Feuer sehr anschaulich, gut verständlich und damit als ein "geschicktes Mittel" nützlich, aber wir sind halt alle leicht verschieden...;):shrug:


    Natürlich ist bei seinem Erwachen nicht der "lebendige" Buddha erloschen, sondern dessen Geistesgifte.

    (Ist die Formulierung "wie ein Palmstumpf "ausgerodet" leichter nachvollziehbar?)


    Man könnte also folgendermaßen spekulieren:


    Wenn bei einem "Weltling" , im "normalen, samsarischen Leben, schon u.U. bestimmte Emotionen/Gefühle völlig erlöschen können, warum sollten bei einem Arahant noch, z.B. unangenehme, Emotionen aufkommen, die "ergriffen" werden könnten?

    Diese wären doch nur wie Windböen, welche die Asche eines ausgegangenen Feuers überwehen/verwehen...:?


    Im Indriyabhavana Sutta (Majjhima Nikaya152) wird der Unterschied zwischen einem "edlen Schüler" und einem Arahant vom Buddha jedoch wie folgt beschrieben:

    Zitat

    ...10. "Und wie, Ānanda, ist einer ein Schüler in höherer Schulung, einer, der den Weg betreten hat?


    Ānanda, wenn da ein Bhikkhu mit dem Auge eine Form sieht, entsteht in ihm Erfreuliches, es entsteht Unerfreuliches, es entsteht Erfreuliches-und-Unerfreuliches;

    er fühlt sich von dem entstandenen Erfreulichen, dem entstandenen Unerfreulichen und dem entstandenen Erfreulichen-und-Unerfreulichen geplagt, beschämt und angewidert [3]." ....

    Da taucht das Wort "angewidert" mal wieder auf, diesmal aber in Bezug auf den "edlen Schüler", ....;)


    Zitat

    11. "Und wie, Ānanda, ist einer ein Edler mit entfalteten Sinnen?


    Ānanda, wenn da ein Bhikkhu mit dem Auge eine Form sieht, entsteht in ihm Erfreuliches, es entsteht Unerfreuliches, es entsteht Erfreuliches-und-Unerfreuliches.


    Falls er wünschen sollte,

    'Möge ich verweilen, indem ich das Nicht-Abstoßende im Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Nicht-Abstoßende darin wahrnimmt.

    Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Abstoßende im Nicht-Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Abstoßende darin wahrnimmt.

    Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Nicht-Abstoßende im Abstoßenden und Nicht-Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Nicht-Abstoßende darin wahrnimmt.

    Falls er wünschen sollte, 'Möge ich verweilen, indem ich das Abstoßende im Nicht-Abstoßenden und Abstoßenden wahrnehme', so verweilt er, indem er das Abstoßende darin wahrnimmt.

    Falls er wünschen sollte, 'Möge ich in Gleichmut verweilen, achtsam und wissensklar, indem ich sowohl das Abstoßende als auch das Nicht-Abstoßende vermeide',


    so verweilt er in Gleichmut gegenüber jenem, achtsam und wissensklar [4]."


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m152z.html

    Alles anzeigen

    In den Fußnoten die Erklärung:

    Zitat

    [3] Der edle Schüler muß nicht mehr reflektieren und seine Reaktionen beobachten, um das Dukkha darin zu sehen.

    Für ihn ist das Dhamma bereits eine unmittelbar erfahrene Wahrheit; das Dukkha in seinen Reaktionen ist für ihn unmittelbar als Hindernis auf dem Weg spürbar.


    [4] Die Betrachtungsweise des Arahants ist

    nicht mehr durch Anhaftung an Gefühl gebunden.

    Er kann die Dinge aus beliebigen Blickwinkeln betrachten.

    Alles anzeigen

    (4) Hört sich für mich wie eine sachlich-nüchterne Betrachtung (ev. Analyse) von einer (Meta-) Ebene aus an....


    Igor07:

    diese rein orthodoxe Formulierung bringt mich manchmal auf die Palme, wenn nicht in ein anderes Universum.

    Etwas mehr Coolness 8) könnte sicher nicht schaden, man gewinnt den Eindruck, du seiest sehr stark mit deinen Ansichten, respektive denen, der von dir zitierten Autoren, identifiziert...- das erzeugt doch Leiden, oder genießt du gerne die schöne Aussicht von deiner Palme...?;))

    (Sorry, ist nett gemeint...:))


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Anhaftung an den Dharma?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 6. März 2026 um 16:25
    Qualia:

    Es hilft auch nicht, das Ergreifen einzustellen. Das einzig das hilfreich ist, nichts mehr festzuhalten und das Anhaften zu lösen.

    Verstehe ich nicht, lieber Qualia ,....

    Klar ist, dass bereits das - von Begehren/Tanha ausgelöste -

    Ergreifen unheilsam ist, insofern vertieft Festhalten es noch.

    Demnach müsste es doch schon hilfreich sein,

    "den Anfängen zu wehren"...:?


    So habe ich es irgendwo gelesen:

    Zitat

    Begehren ist der Funke, Ergreifen die Flamme, Festhalten das Lodern.

    Löschen am Funken ist am leichtesten.


    Im Kontext dieses Thread-Themas frage ich mich, ob die Nonne durch ihre zurückgezogene Lebensweise in Kombination mit dem ausdauernden Mantra-Rezitieren jegliche "Funken" gelöscht hat?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 6. März 2026 um 15:46

    Hallo, lieber Qualia ,

    Qualia:

    Weil wir nicht die Daseinsmerkmale als Tatsachen anerkennen wollen, glauben wir an: "- dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können..." und das ist nicht Freiheit!

    Der Glaube ist nicht = Freiheit, da bin ich ganz bei dir, aber die Erfahrung von Nibbana/Nirvana ist, gemäß der Lehre Buddhas, definitiv Befreiung/Freiheit.


    Nibbana wird (zumindest im Theravada-Buddhismus, dem ich mich derzeit größtenteils zugehörig fühle) als beständig angesehen, weil

    etwas erloschen ist.

    -> Ein erloschenes Feuer ist beständig in seiner Erloschenheit.

    Qualia:

    Es ist zu erkennen, dass es nichts Beständiges, Dauerhaftes und Befriedigendes geben wird. Das Streben nach dauerhafter Leidfreiheit ist eine der schädlichsten Illusionen eines sich als beständiges Ich wissenden Ichs.

    Das Streben nach dem leidfreien "Zustand" des Nibbana ist doch nichts anderes, als dem Edlen Achtfachen Pfad zu folgen, was sicherlich keine "schädliche Illusion" ist, wenn klar wird, dass es kein unabhängiges, beständiges "Ich" ist, welches diesen Weg geht.

    Qualia:

    Rechte Freiheit ist, das Leiden einfach als Leiden im Sinn der Daseinsmerkmale zu sehen und dafür zu sorgen, dass es mir Wohl geht.

    :doubt::?

    Was du hier als "rechte Freiheit"/Befreiung skizzierst, lebt wohl die Mehrheit der Menschen weltweit, ohne die Lehre Buddhas je gehört zu haben - ganz intuitiv (und leidet dabei - mehr oder weniger - ....):


    Nämlich 2 Daseinsmerkmale

    - Leidhaftigkeit/Dukkha und Vergänglichkeit/Anicca - wahrnehmen/beachten

    (nicht unbedingt akzeptieren, aber wer das - u.U. mit Hilfe eines Glaubens oder Spiritualität - tatsächlich schafft, lebt glücklicher...)

    und für das eigene Wohl sorgen.


    Den Unterschied macht u.a.:

    -die Erkenntnis von Substanzlosigkeit/Nicht-Selbst/Anatta, sowie das

    -durchdringende Verstehen von Anicca und Dukkha

    ->das bewusste Wissen um die letztliche Leidhaftigkeit auch freudvoller/glücklicher Zustände und

    -der erweiterte Fokus auf Berücksichtigung des Wohls anderer (Wesen).

    Qualia:

    Das Leiden, das Buddha beschreibt, ist die Verblendung, daran festzuhalten, dass es dauerhaft gleichmütige Zustände gibt, weil es ein beständiges Ich gibt.

    Ich verstehe es so, dass Ergreifen und Festhalten grundsätzlich unheilsam sind, egal um was es sich handelt, deshalb genügt (mir zumindest) eine "abgespeckte" Version deiner Aussage:


    "Das Leiden, das Buddha beschreibt, ist die Verblendung, daran festzuhalten, dass es ein beständiges Ich gibt."


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Anhaftung an den Dharma?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. März 2026 um 19:53

    Hallo, liebe(r) @Practitioner , :)

    danke für das interessante Thema. _()_

    Practitioner:

    Ich habe mich gefragt, ob das ihr Weg ist zu große Anhaftung an den Dharma zu reduzieren. Indem man sagt ich mache einfach nur noch das Mantra.

    Ehrlich gesagt, bezweifle ich etwas, dass es dieser Nonne ursprünglich darum ging, nicht zu sehr am Dharma anzuhaften, denn stattdessen scheint sie nun alternativ dem Mantra (-Zitieren) anzuhängen... :?


    (Intensives Rezitieren von Mantras kann wie "Gehirnwäsche" wirken, den Geist reinigen und Geistestrübungen entsprechend vermindern, aber die Gefahr einer Abhängigkeit besteht insofern, wenn diese "Routine" als beruhigend/stressabbauend erlebt und schließlich immer öfter "gebraucht" wird... - Eigene Erfahrung...)


    Ihre Lebensgeschichte offenbart Flucht- (vor einem unerwünschten Verehrer) und Rückzugstendenzen, so dass ihre kontaktarme, fast eremitische Lebensweise womöglich einem inneren Bedürfnis entspringt und somit einer Art "Selbstverwirklichung" gleichkommt.

    Es scheint für sie kein so großes "Opfer", bzw. "Selbstaufgabe", zu bedeuten, wie für einen geselligen Menschen (aber das ist natürlich reine Spekulation!).

    Die arbeitende Bevölkerung versorgt sie offenbar mit allem Lebensnotwendigen und schenkt ihr zusätzlich großen Respekt, gar Verehrung - sicherlich nicht ohne Grund.


    Geht es um die Nonne im folgenden Video?

    (Matthieu Ricard, ein bekannter buddhistischer Mönch aus der tibet. Tradition, fungiert hier als Dolmetscher):


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Practitioner:

    Denn es geht ja darum ALLE Anhaftungen des Geistes zu vermindern. Das schließt für mich den Dharma, nachdem die wichtigen Grundsätze verinnerlicht wurden, mit ein.

    Was meintest du mit der Formulierung

    "Verinnerlichung der wichtigsten Grundsätze" genau?

    Das Loslassen des "Floßes" (Dharma) macht doch erst dann Sinn, wenn man am "jenseitigen Ufer" angelangt ist oder sehe ich das falsch? :?


    Thorsten Hallscheidt:

    Ich dachte in den letzten Tagen etwas Ähnliches: Einfach nur noch bei der Meditation den Atem begleiten und alles andere weg.

    Lieber Thorsten Hallscheidt , das kann ich gut nachvollziehen, nach dem, was speziell "in den letzten Tagen" (Wochen, Monaten, Jahren) alles so geschehen ist...:(:nosee:

    Einfach mal nur Samatha-Meditation praktizieren - zur Beruhigung des Geistes.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. März 2026 um 16:29

    Lieber Igor07 , ich bin mir nicht sicher, ob ich dich (richtig) verstehe, aber deine Einschätzung:

    Igor07:

    Nach meinen sehr langen Recherchen habe ich kein Wort „angewidert“ in diesem Zusammenhang gefunden.

    Es geht sehr wahrscheinlich um eine interpretierende Übersetzungsentscheidung, die nicht im Pali-Kanon steht.

    hatte ich doch schon hier, Beitrag # 40, bestätigt:

    Anna Panna-Sati:

    ...(das war kein Auszug aus einem Sutta):

    Nochmal der Link:

    Kosambī


    (Die Übersetzung stammt wohl von Santuttho Bhikkhu.)


    Es ging mir jetzt auch nicht so speziell um jenes Adjektiv "angewidert", sondern prinzipiell darum, ob der Buddha solche Emotionen noch "empfand" und mit sich "herumtrug" (festhielt), ebenso wie dein Zitat es auszudrücken scheint:

    Zitat

    .....er kehrte – tief betrübt – allein nach Savatthi zurück.

    Das glaube ich eben nicht, denn "tief betrübt" ist jeder Weltling, unter gewissen Umständen, mal - worin bestünde dann der Unterschied zu einem "Erwachten"?

    Er war "tief betrübt", litt aber nicht darunter?? - dazu hat die KI folgendes zu "sagen":

    Zitat

    Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie man "tief betrübt" definiert.

    Nach der buddhistischen Überlieferung konnte der Buddha nicht im Sinne von verzweifelter, leidvoller Trauer betrübt sein, aber er war durchaus in der Lage, Mitgefühl zu empfinden und die Vergänglichkeit zu spüren, ohne davon überwältigt zu werden.


    Hier sind die entscheidenden Punkte:


    • Der Unterschied zwischen Trauer und Gleichmut (Upekkhā): Der Gleichmut, den der Buddha erreichte, ist keine eiskalte Gleichgültigkeit oder emotionale Taubheit. Es ist eine tiefe innere Stabilität, die auf Weisheit basiert und es ermöglicht, sowohl Freude als auch Leid zu erleben, ohne daran anzuhaften (kein Greifen, kein Abstoßen).
    • Keine Überwältigung durch Emotionen: Nach der Erleuchtung (und besonders nach dem Erreichen des Paranirvana) war der Buddha frei von Dukkha (Leiden/Unzufriedenheit). Er erlebte unangenehme Situationen, reagierte aber nicht mit negativen Emotionen, die den Geist trüben.
    • Mitgefühl statt persönlicher Trauer: Wenn der Buddha Zeuge von Leid wurde, fühlte er tiefes Mitgefühl (Karunā), aber keine persönliche Trauer, die ihn "tief betrübt" (im Sinne von niedergeschlagen) gemacht hätte. Er verstand die Natur des Leidens und des Todes als untrennbare Bestandteile der Existenz.
    • Vergänglichkeit: Der Buddha sah die Vergänglichkeit aller Dinge (Tod, Verfall) und lehrte, dass Trauer aus dem Nicht-Akzeptieren dieser Realität entsteht.
    • Körperlicher Schmerz vs. Geistiges Leid: Es ist überliefert, dass der Buddha auch in seinen letzten Jahren körperlichen Schmerz empfand, diesen aber durch seine vollkommene Achtsamkeit nicht als psychisches Leid erlebte.

    Fazit: Der Buddha war im Dauerzustand des Gleichmuts, was bedeutet, dass er unerschütterlich war. Er konnte Mitgefühl empfinden, aber er war nicht "zu Tode betrübt" oder verzweifelt.


    (Quelle: KI (Google))

    Alles anzeigen

    Aha, da bin ich ja beruhigt (und du hoffentlich auch...). ;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. März 2026 um 15:53

    Danke für deinen humorigen Beitrag, lieber Railex . _()_:heart::D

    Railex:

    Die wichtigste Mahlzeit meines Tages z.b. ist der "Clown zum Frühstück" :clown:

    :erleichtert: Wohl bekomm's!

    (Ich frühstücke übrigens abwechselnd einen Clown und "Mara" - je nach Tagesform...;))


    Gegen Humor, auch in Form feiner Ironie, die sanfte (leicht stichelnde, aber liebevolle) Denkanstöße geben, versteckte Wahrheiten aufdecken und auch meistens auf/erheiternde Wirkung entfalten kann, ist m.E. auch im Buddhismus nichts einzuwenden.


    Anders sieht es dagegen bei Sarkasmus aus - dieser genügt wohl selten dem Anspruch "rechter Rede", allein weil er, oft aus unguten Motiven heraus (z.B. Kränkungs- oder Verletzungsabsicht aus Ärger/Abneigung), recht hart und verletzend ankommt.


    Wie stets, ist auch hier wieder die Absicht (Cetana) entscheidend - und deinem Zitieren des "zotigen" Witzes unterstelle ich mal direkt die gute Absicht, uns kurzfristig die Stimmung aufhellen zu wollen,....;):badgrin:


    Railex:

    Lässt allerdings Angesichts der Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens aller fühlenden Lebewesen, manchmal die erforderliche Ernsthaftigkeit vermissen.

    Im Bewusstsein des allgegenwärtigen Leide(n)s der fühlenden Lebewesen immer die Ernsthaftigkeit zu bewahren, nützt ja schlussendlich weder den leidenden Wesen, noch demjenigen, der versucht, stets ernst und gemessen durch's Leben zu schreiten...:?


    (Allgemein ist der Buddha ja für seine "heitere Gelassenheit" bekannt, die er auch in den schlimmsten Situationen "bewahrte"...^^)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 3. März 2026 um 16:14
    Igor07:
    Anna Panna-Sati:

    Der Begriff "angewidert", ist m.E. daher eine Fehl-Interpretation (vom Übersetzer?) oder einfach unzutreffend gebraucht. :shrug:


    Wo steht das Wort? Ich habe dreimal gelesen und es nicht gefunden. MN 128?

    -> In meinem zweiten Zitat des Beitrags # 35, unten (das war kein Auszug aus einem Sutta):


    ..."Angewidert verließ Buddha Kosambī und durch Bālakalonakāragāma und Pācīnavamsadaya wandernd, zog er sich alleine in den Pārileyyaka Wald zurück."


    Igor07:
    Anna Panna-Sati:

    Diese Ungereimtheiten im Palikanon:

    Mal verfügt der Buddha über ein "himmlisches Auge", mit dem er Überweltliches

    wahrnehmen kann,

    Ach, das ist kein sinnvolles Argument, liebe Anna-Lyse Dhamma , also wieder sollte ich blind vertrauen, dass der Buddha wie ein Übermensch ist, denn er hat ein "Himmlisches Auge", ich aber als Otto-Normaler keines.

    Lieber Igor07 , das sollte nur als ein Beispiel für die teilweisen Ungereimtheiten im Palikanon dienen - war wohl nicht gut gewählt, sorry.

    (Dennoch: Vielleicht kriegst du, als "Otto-Normaler", ja noch irgendwann ein "Himmlisches Auge"? ;) )


    Zu allen Zeiten gab es immer wieder auch Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, z.B. Autisten mit fotografischem Gedächtnis (Eidetiker), Mathe-Genies oder eben "Hellfühlende"/"Hellsehende" - natürlich misch(t)en sich da viele Scharlatane/Schwindler darunter, was Vorsicht und Skepsis begründet.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 3. März 2026 um 15:44

    Lieber Bernd ,


    ("Dürfen" Buddhisten eigentlich ironisch/sarkastisch sein? ;):erleichtert:)

    gerade Veganer dürften das Problem mit Lebensmittelmotten kennen, da diese ja bevorzugt vegane Nahrungsmittel, wie Mehl, Samen, Nüsse etc. befallen.

    Wie gehst du denn mit diesen und anderen, eher lästigen, Tierchen um?


    ------


    M.E. geht es für buddhistisch Praktizierende

    a) um das

    ERKENNEN

    dass jedes Lebewesen - eben auch Motten, Zecken, Flöhe, Läuse, Bandwürmer ....u.ä., als "schädlich" bewertete Tiere -

    leben will.


    Daraus folgt,

    b) dass der WILLE (Wunsch, das Verlangen) zu töten, zu vernichten,

    erlöschen sollte.

    (Im besten Fall zugunsten des Wunsches, dass alle Wesen glücklich und zufrieden leben mögen.)


    Dieses verinnerlicht habend, wird man vor/beim Auftauchen/Einnisten unangenehmer Tiere/Parasiten


    1. vorbeugende Maßnahmen treffen, dass sich z.B. erst gar keine "Vorratsschädlinge" einfinden

    (Nahrungsgrundlagen entziehen durch Vorratsbehälter aus Glas/Metall, Vorräte regelmäßig überprüfen, Schränke sauberhalten/Hygiene)

    2. befallene Lebensmittel auf dem Komposthaufen "entsorgen", dabei die Tiere nicht zerquetschen (Vermeidung direkter, absichtlicher Tötung)

    3. Abschreckung: Lorbeerblätter, Lavendelsäckchen, Zedernholz etc.


    Mit gesundem Menschenverstand, gepaart mit Güte/Metta und Mitgefühl/Karuna, wird man sicherlich (Lösungs-)Wege finden, die vernünftig und gewaltlos/ahimsa sind.

    Also: Vorbeugen und Vertreiben statt Bekämpfen und Vernichten- wenn es praktikabel ist.


    Traurigerweise ist der Mensch anscheinend stets viel kreativer, wenn es um die Herstellung von Zerstörungs- und Vernichtungsarten/waffen geht, als im Ersinnen anderer, konstruktiver, humaner/gewaltloser Methoden, um Unliebsame(s) loszuwerden....


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    P.S. Vor die (rein hypothetische) Frage gestellt: Motte oder Mensch? würde der Buddha sicherlich auch Verständnis für den "Selbsterhaltungstrieb" des Menschen zeigen, insbesondere, wenn dieser sein "wertvolles menschliches Dasein" zum Praktizieren des edlen achtfachen Pfades nutzt. ;)

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 3. März 2026 um 14:48
    Igor07:

    Also, wenn ich davon ausgehe, dass der Buddha wie ein "normaler" Mensch war, aber kein Gott, warum sollte er dann nicht so starke Emotionen ausdrücken? ( "angewidert", usw..

    Gute Frage, lieber Igor07 . _()_

    Ich denke, weil man gemeinhin erwarten würde, dass der Buddha - nach dem Erwachen - gewissermaßen "über" den Emotionen stand, d.h., infolge der Geistesschulung und "Befreiung", sollten ihn weder negative, noch positive Emotionen in bestimmten Situationen "belasten" können (mangels "Ergreifen"), andernfalls würde er ja zwangsläufig darunter gelitten haben müssen.


    Der Begriff "angewidert", ist m.E. daher eine Fehl-Interpretation (vom Übersetzer?) oder einfach unzutreffend gebraucht. :shrug:

    Igor07:

    das ist das Problem mit dem Begriff „Erwachen“, wie ich es sehe.

    Es bedeutet nur, dass es kein Anhaften und keine Identifikationen mit den Skandhas gibt, mehr aber nicht, eigentlich.

    ("Nur"? ;) - Ich wünschte, ich würde jemals so weit kommen....:roll:)


    Solange wir (noch) nicht - dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können, wissen wir nicht, welche Horizonte sich in der Folge öffnen, sprich, welche geistigen Potenziale unter diesen Umständen freigesetzt werden, wenn die allgegenwärtigen (Todes- und Alltags-) Ängste weggefallen sind...


    Damit ist selbstverständlich kein reines (intellektuelles) Fachwissen gemeint - der Buddha konnte nach seiner Erleuchtung sicherlich keine Antibiotika entwickeln, Kriege verhindern/Weltfriedenskonzepte erstellen oder irgendwelche komplexe naturwissenschaftliche Fragestellungen klären, usw. .

    Igor07:

    Der arme Mönch war sehr niedergedrückt. Also sollten wir daraus schlussfolgern, dass er kein Mitgefühl besaß? Aber dann messen wir den Buddha nach den Maßstäben der heutigen Zeit, oder?

    Diese Geschichte von Sudinna und der geschilderten heftigen Reaktion des Buddha auf dessen Fehlverhalten, hat mich (auch in diesem Forum) schon mehrfach beschäftigt, weil die Handlungsweise des Buddha nicht nur, nicht gerade von Mitgefühl und Güte zu zeugen (nach heutigen, wie damaligen, Maßstäben!) scheint, sondern obendrein den Anschein erweckt, er habe - negative - Emotionen Wut, Zorn) und diese nicht recht im Griff...


    Praktisch angewandtes Mitgefühl ist jedoch oft eine diffizile Sache:

    In diesem Fall hatte der Buddha wohl das Mitgefühl mit der Sangha, die den Dhamma künftig an viele leidende Menschen weitergeben sollte, offensichtlich gegenüber dem Mitgefühl mit einem Einzelnen priorisiert.


    Diese Ungereimtheiten im Palikanon:

    Mal verfügt der Buddha über ein "himmlisches Auge", mit dem er Überweltliches

    wahrnehmen kann, mal scheint er völlig ahnungslos (Massensuizid der Mönche)

    könnten auf vielerlei Ursachen zurückzuführen sein, u.a. z.B. der Tatsache geschuldet, dass viele Autoren - während eines längeren Zeitraumes - im Palikanon ihren "Senf" dazugegeben haben...:?

    Igor07:

    Wenn hier im Spiel etwas als Fakt dargestellt wird, womit kein moderner Mensch von heute und bestimmt kein Wissenschaftler etwas anfangen kann, sollte ich das alles als das betrachten, was real damals passiert ist?

    Meiner Meinung nach: Bestimmt nicht, lieber Igor07 .

    Irgendwie bastelt sich wohl fast jeder Übende, auch Dharmalehrer, letztlich sein Bild vom Buddha so zusammen, dass es konsistent wird, Sinn macht...

    (Wenn alles sonnenklar wäre, gäbe es nur EINE Richtung im Buddhismus und hier im Forum würde vermutlich vielfach nur "Edles Schweigen" herrschen...;))

    Igor07:

    Sollten wir an das alles und noch mehr blind glauben? Wie an die Auferstehung von Jesus oder an das Leben nach dem Tod? Das kann trösten, aber es hat alles mit der historischen Wahrheit nichts zu tun.

    Blinder Glaube dürfte - von Ausnahmen abgesehen - immer von

    Nachteil sein und ist im Buddhismus (Weisheitslehre, "Erfahrungsreligion") sowieso i.d.R. nicht gefragt.


    Dr. Eugen Drewermann (Theologe, ehem. kath. Priester und Psychoanalytiker) - der "Rebell", den die kath. Kirche hinauswarf, weil er diverse Dogmen, z.B. die Jungfrauengeburt Jesu, bestritt - interpretiert die Bibelerzählungen psychoanalytisch - das macht Sinn und, so verstanden, sind die Botschaften auch heute noch nachvollziehbar und heilsam.


    Wo bleibt der "buddhistische Drewermann", der uns den Palikanon analog psychoanalytisch aufbereitet und erklärt?

    Erfahrungsreligion hin oder her - ich denke, es könnte nützlich sein, viele Geschichten mal von dieser Warte aus zu betrachten.

    (Die "historische Wahrheit" wird dahinter verblassen....;))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Tod und Vergänglichkeit

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. März 2026 um 16:39
    Railex:

    Andersherum?

    Warum sollte ich den Dharma praktizieren, um kürzer zu leben? :?

    Fällt mir kein Argument ein..

    Ich glaube, mit " andersherum" war hier gemeint, lange zu leben, um möglichst lange den Dharma praktizieren zu können. :)

    Warum?


    Darum:

    Zitat

    (S.N.4.5)....prediget, ihr Bhikkhus, die wahre Lehre, die

    am Anfang schön ist, die in der Mitte schön ist, die am Ende schön ist, inhaltsreich und formvollendet [393]. .......


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam04_10.html

    Statt mit "schön", könnte man auch mit "heilsam" übersetzen, denn ein ernsthaft Praktizierender bewirkt Gutes/Heilsames nicht nur für sich, sondern auch für sein Umfeld.

    Im Theravada beginnt man mit Einhaltung der 5 Ethikregeln/Sila, es folgen Ruhe-/Einsichtsmeditation (Samatha/Vipassana), welche den Geist beruhigen und Erkenntnisse vermitteln, die irgendwann in Nibbana/Nirvana münden (können)....

    Railex:

    Da die Stunde des Todes ungewiss ist und Befreiung sich bei rechter Praxis zügig einstellt, ist es am besten nicht weiter zu zögern und loszulegen. :) :rad:

    :like::)

    (..."Befreiung sich bei "rechter Praxis zügig einstellt" -

    Nun ja, lieber Railex , da braucht es i.d.R. doch viel Geduld, denn gewisse Bedingungen müssen erfüllt, Voraussetzungen "reif" sein, um wirklich (vollständige) Befreiung/Nibbana zu erlangen...

    Zumindest im Theravada reicht ein Leben dafür selten aus. :shrug:

    Wobei ich das gerne wie L.A. Seneca sehe:

    "Fang jetzt zu leben an und ZÄHLE JEDEN TAG ALS EIN LEBEN FÜR SICH.";))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. März 2026 um 17:23
    Anandasa:

    Es hilft, wenn man den Menschen gegenüber allgemein eine freundliche Geisteshaltung hat. Dann fallen einzelne Menschen nicht so sehr ins Gewicht.

    Ja, eine Haltung von liebender Güte und Mitgefühl für alle "Wesen", ist heilsam und hilfreich, kann aber oft nicht "von jetzt auf gleich" verwirklicht werden.

    Für das aktuelle Problem ist sie jedoch eine günstige Voraussetzung, ein gutes, offenherziges Gespräch zu führen, das eine Versöhnung ermöglicht - auch, wenn sich im Verlauf herausstellen sollte, dass es sich für beide besser anfühlt, die Freundschaft etwas zu lockern oder künftig getrennte Wege zu gehen.

    Anandasa:

    Nein, jemanden auszulachen wegen etwas, das man überhaupt nicht versteht, sollte man nicht in vorauseilendem Gehorsam salomonisch entschuldigen.

    Es geht nicht darum, es zu entschuldigen, sondern darum, es zu verstehen, u.a., um - (weitgehend) unbelastet durch störende Kränkungsgefühle oder gar Groll - wieder in einen fruchtbaren Dialog eintreten zu können.

    Anandasa:

    Es war ein schlechtes Verhalten.

    Daran besteht kein Zweifel, lieber Anandasa , das ist unstrittig.

    Anandasa:

    ich finde Gründe, warum das okay ist,

    Nein, das ist ein Missverständnis und spiegelt wohl eher deine Vorstellung/Phantasie, deine gedankliche Hinzufügung, wider, denn davon steht nichts im zitierten Text.

    (Oder handelt es sich um ein (vermeintliches) "Zwischen-den Zeilen-Lesen"? ;) )


    Das Verhalten der Freundin wurde von Lotoslara als respektloses AUSlachen und damit als "tiefe Verletzung" empfunden, es bleibt jedoch unklar, ob es sich - aus Sicht der Anderen - nur um ein "harmloses", "amüsiertes" Lachen, aufgrund der "Überraschung", handelte.

    Buddhistisch gesehen, ist das Kränkungsgefühl hauptsächlich das Problem Lotoslaras, weil es aus Anhaftung resultiert und indem sie die Verantwortung für ihr Gefühl übernimmt, kann sie es auch alleine (auf)lösen/loslassen.

    Erst danach macht eine klärende Aussprache wirklich Sinn, ansonsten bestünde die Gefahr, dass, wegen der negativen Emotionen, weitere (gegenseitige) Verletzungen zugefügt werden....

    Anandasa:

    löst keine Probleme und behindert die eigene Entwicklung.

    M.E. ganz im Gegenteil:

    Sich mit der Perspektive der Anderen (möglichst mit neutraler oder "Metta"-Haltung) auseinanderzusetzen, kann sehr wertvoll für Problemlösung und auch die eigene Entwicklung sein.


    Wir werden ja, hier in diesem Fall, nicht näher über die Freundin (oder Lotoslara selbst) informiert, nur, dass die Freundin eine "enge" war.

    Anandasa:

    Man lässt sich dann von solchen Leuten begrenzen.

    Inwiefern lässt "man" das?

    Wenn ja, wäre es doch eigene Verantwortung....:?

    Übrigens: Die Formulierung "Solche Leute" klingt irgendwie ein wenig abfällig, abwertend...


    Wenn sich während einer Aussprache zeigen würde, dass die Freundin keinerlei Verständnis für die buddhist. Praxis aufbringen kann - erst dann - wäre zu überlegen, ob und wie die Beziehung aufrechterhalten werden sollte.


    Ich habe ähnliches mit einer langjährigen Freundin erlebt, sie lachte mich zwar nicht direkt aus, als ich ihr erzählte, dass ich Buddhas Lehre folgen wolle, konnte allerdings kein rechtes Verständnis aufbringen. Wir haben den Kontakt nun einvernehmlich reduziert, aber nicht ganz beendet, weil er seit 38 Jahren besteht und weiterhin ein Verbundenheitsgefühl vorhanden ist.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. März 2026 um 16:06
    Igor07:

    ,wahrscheinlich war es einfach nicht möglich, so viel zu vertuschen,

    Lieber Igor07 ,

    das mag stimmen, in Bezug auf diesen Massen-Suizid (obwohl Menschen bekanntlich große Meister im Verheimlichen, Kaschieren, Verdecken usw. sind - siehe z.B. Naziverbrechen, die z.T. erst um die Jahrtausendwende ans Licht kamen...), aber es existieren ja auch Suttas, die den Buddha wie eine relativ machtlose, gar unscheinbare, Gestalt aussehen lassen.


    Beispiel: Majjhima Nikaya 128 (Upakkilesa Sutta), wo er sich vergeblich bemühte, einen Streit unter den Mönchen zu schlichten:

    Zitat

    ...Zum dritten Mal sagte der Erhabene:

    "Genug, ihr Bhikkhus, es soll keinen Streit, keinen Zank, keinen Zwist und keine Streitgespräche geben."


    Zum dritten Mal sagte jener Bhikkhu zum Erhabenen:

    "Warte, ehrwürdiger Herr. Der Erhabene, der Herr des Dhamma lebe unbeschwert und widme sich dem angenehmen Verweilen hier und jetzt. Wir sind diejenigen, die für diesen Streit, diesen Zank, diesen Zwist und diese Streitgespräche verantwortlich sein werden." .......


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m128z.html

    Alles anzeigen

    Interessant, wie der Vorfall im folgenden Absatz bewertet wird

    (Der Begriff "angewidert" für den Buddha, erscheint mir etwas unangebracht, da er Ekel und Widerwillen ausdrückt - wie passt das zum angeblich andauernden Gleichmut-"Modus" eines Erwachten?):

    Zitat

    ...Durch das Gebaren der Mönche wurden die Einwohner von Kosambī verärgert und der Streit nahm noch mehr zu.


    Buddha versuchte erneut Frieden zu stiften und erzählte die Geschichte vom König Dīghiti von Kosala, aber seine Bemühungen blieben ohne Erfolg,


    einer der Mönche besaß sogar die Frechheit und sagte, er solle sie alleine lassen, damit sie den Streit ohne seine Einmischung beilegen können.


    Angewidert verließ Buddha Kosambī und durch Bālakalonakāragāma und Pācīnavamsadaya wandernd, zog er sich alleine in den Pārileyyaka Wald zurück.


    https://www.palikanon.com/namen/ku/kosambii.htm

    Alles anzeigen

    :shrug:

    Später erkennt ein Parkwächter offensichtlich auch nicht, wen er vor sich hat und will dem Buddha den Zutritt zum Park verweigern:

    Zitat

    (MN 128).....Der Parkwächter sah den Erhabenen in der Ferne kommen und sagte zu ihm:

    "Betritt diesen Park nicht, Mönch. Hier sind drei Männer aus guter Familie, die nach dem Guten streben. Störe sie nicht."


    Der ehrwürdige Anuruddha hörte den Parkwächter zum Erhabenen sprechen und sagte zu ihm:

    "Freund Parkwächter, laß den Erhabenen nicht draußen bleiben. Es handelt sich um unseren Lehrer, den Erhabenen, der da gekommen ist."

    Dann ging der ehrwürdige Anuruddha zum ehrwürdigen Nandiya und zum ehrwürdigen Kimbila und sagte: "Kommt heraus, Ehrwürdige, kommt heraus! Unser Lehrer, der Erhabene ist gekommen." .....

    Alles anzeigen

    Es geht in dieser Lehrrede vorrangig um den Umgang mit Geistestrübungen und das Geschehen drumherum wird quasi nebenbei erwähnt, legt aber recht anschaulich nahe, dass der Buddha (auch rein äußerlich) eben keine auffällige "Lichtgestalt" war, die jedem Menschen gleich Ehrfurcht einflößte....:?

    Igor07:

    Es kommt immer darauf an, wer interpretiert, wer und wie übersetzt, und in welcher Zeit.

    _()_Ja, da hast du m.E. absolut Recht, das sollte man immer berücksichtigen, ggf. zusätzlich noch, warum genau und in welcher Absicht manchmal "Korrekturen" erfolgen...

    Igor07:

    Es wäre sowieso besser, keine Idole zu erschaffen, denn dann als die Folge bekamen wir die Religion als Opium für das Volk,

    Wie alles, hat auch die Schaffung von Vorbildern/Idolen Vor- und Nachteile:

    Machtstrategen können sie zu eigennützigen Manipulationen missbrauchen, sie können aber auch als Orientierungspunkte und Inspirationsquellen - gerade in "unsicheren Zeiten"/"Zeitenwenden" - dienen, um es zu erleichtern, sich in eine heilsame Richtung hin zu entwickeln.


    Grundsätzlich empfiehlt es sich, Idolen gegenüber, immer wachsam zu bleiben, zu hinterfragen und zu prüfen und nicht in blinde Verehrung zu verfallen, die schlimmstenfalls zu unheilsamen Taten motiviert und damit alles Gute, Positive, konterkariert.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. Februar 2026 um 16:49
    Igor07:

    Was ist für euch Buddha? Der Heilige, wie Jesus, oder der Mensch, der wie wir alle sterben wird?

    Sowohl Buddha, als auch Jesus, waren natürlich Menschen, aber solche, die sich durch besondere Veranlagungen, sowie ihr Leben im Dienst einer lebensverändernden und sinnstiftenden Sache - Befreiung vom psychisch-geistigen Leiden - stark von der "Masse" abhoben.


    Für viele "Westler", so auch für mich, ist der Buddha ein verehrungswürdiger Mensch, Vorbild und Wegweiser eines (Lebens-)Weges, der als heilsam erfahren und gelebt wird.


    Für, weltweit gesehen, sicherlich die Mehrzahl der Buddhisten, mag er

    darüber hinaus noch eine Art "Retter in der Not", der "Zuflucht" bietet, repräsentieren, wodurch er zum gottähnlichen Wesen avanciert und damit entsprechende Verehrung erfährt.

    Igor07:

    War er ein Mensch? Und der Mensch macht Fehler. Warum hat der Buddha, der übernatürliche Kräfte besaß, diesen Massenmord nicht gesehen?

    Ja, Menschen machen Fehler, auch besonders kluge, weise und - anscheinend - sogar "Erwachte"/Erleuchtete.

    Wobei man selbstverständlich berücksichtigen muss, dass diese "Fehler" von anderer Perspektive aus, als solche bewertet wurden/werden, nämlich aus dem Blickwinkel Unerleuchteter

    (die obendrein noch aus einer gänzlich anderen Zeitepoche heraus urteilen).


    Findest du es, lieber Igor07 , nicht auch bemerkenswert, dass im Palikanon diese, teilweise (aus heutiger Sicht) fatalen, "Fehler" (Frauenfeindlichkeit, Nicht-Voraussehen eines Massensuizids, etc.) so ausführlich geschildert werden und nicht etwa vertuscht wurden, um z.B. Buddhas Ansehen als "Unfehlbarer mit magischen Fähigkeiten", nicht zu schaden? :?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 27. Februar 2026 um 16:20

    Hallo, liebe Lotoslara :)


    das Problem, im Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis keine Praktizierenden der Buddhalehre vorzufinden, ist wohl weit verbreitet, weil der Buddhismus hierzulande leider nur vergleichsweise wenige Anhänger hat...:shrug:


    In meinem Umfeld bin ich auch die Einzige und mein Mann liebte es früher(!), mich gelegentlich aufzuziehen, wenn z.B. meine Achtsamkeit zu wünschen übrig ließ oder ich mal wütend wurde und es "rausließ" ("So benehmen sich aber keine Buddhisten!" :badgrin:).

    Mittlerweile würde ich mitlachen, weil ich kaum noch mit dem Etikett "Buddhistin" identifiziert bin und außerdem letztlich von diesen Sticheleien profitieren konnte....(Er hatte ja - meistens - Recht. :grinsen:) ;)


    Zum Problem mit deiner Freundin fiel mir auf, dass du sie als "enge Freundin" bezeichnet hast (und dich ihr "Auslachen" daher umso mehr verletzte).


    Allerdings machte das Folgende stutzig:

    Lotoslara:

    ich bin seit fast zwei Jahren praktizierende Buddhistin

    Soo lange hattest du das für dich behalten? :eek:

    (Gab es einen besonderen Grund dafür?)

    Lotoslara:

    Meine Freundin reagierte jedoch sehr überrascht und fragte: „Du bist etwa buddhistisch?“

    Hier vermute ich die Erklärung:

    Deine Freundin war möglicherweise ihrerseits gekränkt/verletzt, dass du deine buddhistische Gesinnung nicht mit ihr geteilt hast....? :?


    Der Anspruch, dass "enge" Freundinnen über (fast) alles, was sie umtreibt und (auch innerlich) bewegt, sprechen sollten, steht ja oft unausgesprochen im Raum...

    Lotoslara:

    Ich habe ruhig erklärt, wie ich zu meinem Weg gefunden habe und auch von einer sehr persönlichen spirituellen Erfahrung berichtet, die für mich eine tiefe Bedeutung hat.

    Leider - in den Augen deiner Freundin - wohl etwas spät und am falschen Ort....

    Lotoslara:

    Meine Freundin machte sich gemeinsam mit den anderen über mich lustig und ahmte mich nach. Das hat mich tief verletzt – vor allem, weil es von einer Freundin kam und weil ich etwas sehr Persönliches und Wichtiges geteilt hatte.

    Deine tiefe Enttäuschung kann ich verstehen, wahrscheinlich hat sie dich bisher noch nie so "hängenlassen".


    Für eine positive Wiederannäherung (und, nicht zuletzt, deinen inneren Frieden) könntest du versuchen, mal ihre Perspektive einzunehmen:

    Lotoslara:

    Meine Freundin reagierte jedoch sehr überrascht....

    Sie war demnach total "überrumpelt", gleichzeitig ev. auch frustriert und dadurch in diesem Moment vielleicht (leicht) sauer auf dich.


    Hinzu kamen wohl noch falsche Vorstellungen vom Buddhismus

    (da kursieren ja viele Vorurteile und Missverständnisse, z.B. von stets lächelnden und gelassenen Meditierenden, die weltfern dem Nirvana entgegensitzen, fest an Wiedergeburt - im hinduistischen Sinne - und Karma glauben etc. ..),

    so dass dieser schlussendlich von der Gruppe der Lächerlichkeit preisgegeben wurde.


    Alles Gute für deinen (buddhistischen) Weg und die "Aussöhnung" mit deiner Freundin! :klee::heart::buddha:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Achtsamkeit: Auf was?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 27. Februar 2026 um 14:26
    Monikamarie:

    Ich bin bis heute sprachlos, was mit mir und meiner Achsamkeit war

    Liebe Monikamarie ,


    das kann ich gut nachvollziehen, weil mir vor einem Jahr - im Zusammenhang mit meiner lebensbedrohlichen Erkrankung - so ungefähr dasselbe widerfuhr. "Ich" war abwesend, wie im Nebel, irgendwie funktionierte das Leben zwar noch, aber es fühlte sich an wie schlafwandeln, von Bewusstheit/Achtsamkeit keine Spur...


    Heute denke ich, dass dies eine Schutzwirkung der Psyche war, eine automatische Überlebensreaktion in dieser traumatischen Situation, eine Art "Abschaltung", die ein Weiterleben ermöglichte, ohne zu großen psychischen Schaden zu nehmen.


    Vermutlich wurde bei dir, in der Situation, als dein Mann von dir ging, auch vom psychischen System, die Achtsamkeit "abgeschaltet" und das "Unerträgliche" ins Unterbewusstsein verdrängt, wodurch du gewisse "Anzeichen" nicht mehr so deutlich wahrnehmen konntest.


    Es gibt jedenfalls keinen Grund, sich irgendwelche Vorwürfe zu machen, im Gegenteil - "du" hattest keine Chance, das zu kontrollieren - wie du schon schriebst:

    Monikamarie:

    Da "handelt" etwas anderes.

    Es ist ein unbewusster Abwehrmechanismus des Gehirns, dem sicherlich auch Erleuchtete/Erwachte in entsprechender Lage "unterworfen" sind, genauso, wie sie auch körperlich erkranken können.


    Vielen Dank, lieber Railex , für deine Erläuterungen aus buddhistischer Perspektive:

    Railex:

    Auch hier entscheidet kein unabhängiges Ich, sondern ein Bedingungsprozess kulminiert in Intention und Handlung

    Und manchmal, besonders in Extremsituationen, werden die Bedingungen eben komplett vom Körper "diktiert", der "Geist" hinkt dann sozusagen hinterher, kann allerdings, wenn sich alles beruhigt hat, (achtsam) "aufarbeiten" ...


    Stichwort: "Traumasensible Achtsamkeit" (Traditionelle Achtsamkeitsübungen werden angepasst und der Fokus mehr auf Erdung, Sicherheit und Gegenwärtigkeit, statt tiefe Innenschau gerichtet.)

    Railex:

    "ich habe entschieden " wird oft erst nachträglich konstruiert, nachdem der Prozess: Impuls taucht auf, Bewertung geschieht, Entscheidung formt sich ->Handlung geschieht, bereits vollzogen ist.

    Bei komplexen Entscheidungen, die längeres Nachdenken und Abwägen erfordern, kommt der "freie Unwille", das "Veto" des (bedingten) Willens, stärker zum Tragen, was natürlich das Gefühl (die Illusion) eines frei handelnden "Ichs" unterstützt.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • DBU und KdöR-Status - wollen wir das?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. Februar 2026 um 20:26

    Hallo, lieber crocus ,


    ich befürworte das Ansinnen der DBU, weil

    a) offenbar viele Mitglieder der DBU dies unterstützen und schon jahrelang an dem Vorhaben gearbeitet wird und mich

    b) die Argumente pro KdöR-Status überzeugen.


    Jetzt, kurz vor Erreichen des Zieles, fehlt nur noch eine - vergleichsweise - geringe Summe, um den Antragsweg erfolgreich abzuschließen.

    Zitat

    Die Deutsche Buddhistische Union ist seit vielen Jahren auf dem Weg, den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) zu erlangen.


    Dieser Weg war lang, anspruchsvoll und von intensiver inhaltlicher Arbeit geprägt.

    Nun stehen wir an einem entscheidenden Punkt: Wir wollen und können diesen begonnenen Antragsweg erfolgreich finalisieren.

    Zitat

    Warum ist der KdöR-Status für die DBU so wichtig?


    Die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts bedeutet für die DBU:

    • Stärkung der religiösen Selbstbestimmung und Organisationsfreiheit
    • Langfristige rechtliche und strukturelle Stabilität
    • Anerkennung des Buddhismus als Religionsgemeinschaft auf Augenhöhe mit anderen großen Religionsgemeinschaften in Deutschland
    • Eine verlässliche Grundlage, um die Interessen buddhistischer Gemeinschaften dauerhaft und wirksam zu vertreten
    • Ein starkes Signal nach innen und außen für die Reife, Vielfalt und Verantwortung der buddhistischen Gemeinschaft in Deutschland.


    Kurz gesagt: Der KdöR-Status ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Schritt für die nachhaltige Zukunft der DBU.

    Unterstützt die DBU auf dem Weg zum KdöR-Status
    Die Deutsche Buddhistische Union ist seit vielen Jahren auf dem Weg, den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) zu erlangen. Dieser Weg war…
    buddhismus-deutschland.de


    crocus:

    Einerseits macht Institutionalisierung Sinn (die DBU gibt einige Gründe an), andererseits ahne ich finstere Schattenseiten. Ein Blick auf die Dramen in den evang./kath. Amtskirchen reicht mir.

    Warum so pessimistisch? Zwar sind Buddhisten letztlich auch nur Menschen, können irren und machen Fehler, aber sie sind ja auch gewarnt durch besagte "Dramen" in den christl. Amtskirchen...


    Einen "buddhistischen "Drewermann", der als "Häretiker" verunglimpft und ausgeschlossen wird, kann ich mir nicht recht vorstellen - Stephen Batchelor, der mit seiner Abkehr von zentralen dogmatischen Konzepten, wie Karma und Wiedergeburt, ja im Widerspruch zu den traditionellen Lehren der meisten in der DBU vertretenen Schulen steht, wird jedenfalls als Vertreter eines "säkularen Buddhismus" ("Buddhismus 2.0") akzeptiert und anerkannt:


    https://buddhismus-aktuell.de/autor/stephen-…hen%20Batchelor.


    Wer Probleme mit Institutionen hat, muss ja dort nicht Mitglied werden, aber die Vorteile einer Anerkennung als KdöR - wie sie auch void für Österreich anführte (# 4) - liegen auf der Hand...:)


    Wenn die Mutmaßung von KarmaHausmeister eintrifft, dass der Staat den KdöR-Status letztlich verweigert, um keinen Präzedenzfall zu schaffen, wäre das wohl für viele eine Enttäuschung.

    KarmaHausmeister:

    Der Staat will verhindern, dass problematische islamische Gruppen den KdöR-Status erhalten und sind deshalb gegenüber den Buddhisten eher zurückhaltend. Sollten die Buddhisten den KdöR-Status erhalten, wäre das ein Präzedenzfall, der die Türen für islamische Gruppen öffnen könnte.


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Achtsamkeit: Auf was?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. Februar 2026 um 17:02

    Hallo, lieber pano ,

    danke für dieses immer wieder aktuelle, weil (nicht nur im Buddhismus) elementare Thema. _()_:heart:

    pano:

    Wenn man den Aspekt des Sich-Erinnerns nicht ignoriert und bei der Übersetzung wegfallen lässt, wie ist dann smṛti zu verstehen?

    Immer wieder mit Bewusstheit wahrzunehmen, impliziert m.E. auch, es erinnernd ins Gedächtnis zu rufen, dass alles sich in steter Veränderung befindet und demzufolge alles, was entsteht, auch wieder vergeht/vergehen muss.

    Im Grunde also erkennendes Erleben der 3 Daseinsmerkmale - insbesondere von Anicca.

    pano:

    er also mindful Türklinken runterdrückt, übt sich – aber worin? Vielleicht in etwas Konzentration und auch Geduld, alles heilsame Dinge. Nur ist die Praxis dann ggf. sehr eng gefasst, und der Übende sollte sich überlegen, ob die Übungspraxis nicht etwas zu eng ist.

    Diese "weltliche" Achtsamkeit ist ja im Alltag unumgänglich nötig, um zu überleben - wer z.B. unaufmerksam/gedankenabwesend eine Straße überquert, verliert allzu leicht Gesundheit oder gar das Leben.

    Und unachtsam (heftig) eine Türklinke herunterzudrücken, könnte ev. den Menschen hinter der Tür erschrecken...:shock:;)

    Also wäre es schon mal ein guter Anfang, sich in dieser alltäglichen Achtsamkeit zu üben, was heutzutage, u.a. durch ständig zunehmende, vielfältige Ablenkungen (Handy-Nutzung !) vermutlich schwerer fällt, als in früheren Zeiten.


    Die "buddhistische" Achtsamkeitspraxis/Satipatthana gründet tiefer und geht weit über jene weltliche hinaus.

    pano:

    Ich glaube, allzu oft ist die Achtsamkeit, wie sie uns vermittelt wird, unvollständig. Vermittelt wird sie als Gegenmittel gegen die Ablenkung, was sie auch ist. Was fehlt, ist ihre Eigenschaft als Werkzeug zur Hinlenkung und zur Richtigen Sicht (sammā diṭṭhi/samyak-dṛṣṭi).

    Von wem wird sie denn so "unvollständig" vermittelt?? :?

    Ayya Khema erwähnte in ihren Vorträgen regelmäßig BEIDE Achtsamkeitsformen und machte die Unterschiede deutlich.

    Die "rechte" Achtsamkeit wird jeweils auf den Körper, die Gefühle, Gedanken und Dhammas gerichtet und lenkt, mit der Zeit, fortschreitend zur rechten Einsicht hin.

    pano:

    Was ist euer Verhältnis zum Begriff der Achtsamkeit?

    Für mich repräsentiert der Begriff die Bewusstheit, das bewertungsfreie Gewahrsein, dessen, was gerade geschieht, sowohl in mir (Gedanken, Gefühle, Impulse, körperliche Re-Aktionen,...), als auch in der direkten Umgebung, vor allem auch meinem Gegenüber (nonverbale und verbale Äußerungen).


    Wie du schon schriebst, reicht Achtsamkeit (man könnte sie auch Vergegenwärtigung nennen) alleine nicht aus, sie wird in der sozialen Interaktion mit Anderen i.d.R. ergänzt durch Empathie/Mitgefühl, sowie "rechte Anstrengung", d.h. beispielsweise das bewusste Unterbinden "eigener" unheilsamer Impulse (reden, handeln), die zuvor achtsam wahrgenommen wurden.


    Wie Hotte so treffend formulierte:

    Hotte:

    Achtsamkeit ist für mich, den inneren Impuls zu bemerken, bevor er zur Handlung wird.

    :like:_()_


    In der (Vipassana-) Meditation betrachte ich vor allem das Entstehen und Vergehen von Bewegungen/Re-Aktionen im Körper, Gedanken, Emotionen, Gefühlen,...), denn Anicca wirklich zu verstehen, zu akzeptieren und zu durchdringen wäre eine Grundvoraussetzung, um (Geistesgifte) loszulassen....


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Sich gut fühlen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. Februar 2026 um 15:09

    Hallo und willkommen, lieber RobertNesta , :)

    RobertNesta:

    mich beschäftigt schon gefühlt seit einer Ewigkeit die Frage, ob es wirklich eine "höhere" Motivation im Menschen gibt, als sich gut zu fühlen.

    Man könnte ja prinzipiell schon das "Sich-gut-Fühlen" in ein "niederes/primitiveres" Gut-Fühlen, im Sinne von satt, sitt, sauber, warm/geborgen, ohne körperliches Unwohl, mit gelegentlichen, meist sinnlichen, freudvollen Empfindungen -

    und ein "höheres"/mehr geistiges Gut-Fühlen, wie "im Reinen/Frieden mit sich selbst und der Welt sein" (Verbundenheitsgefühl mit allen Wesen und diesen, nach Kräften, hilfreich zur Seite stehen) ... unterteilen.

    (Wobei beides natürlich bei den meisten Menschen grundsätzlich zusammengehört.)


    Wem es individuell schlecht geht, wer leidet, der sucht i.d.R. nach Linderung oder Befreiung von diesem Leiden und sehnt sich danach, sich besser zu fühlen.


    Da gibt es ja diese "Maslow'sche Bedürfnispyramide":


    Maslowsche Bedürfnishierarchie – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Demnach entwickeln sich jeweils weitere (höhere) Bedürfnisse, sobald die elementareren gestillt sind.

    Unzufriedenheit/"Dukkha" entsteht schließlich durch die Erfahrung (und Nicht-Akzeptanz!), dass alles unbeständig und vergänglich ist, leidhaft und substanzlos.


    Als leidhaft (u.a. wegen der Identifikation) erweist sich zusätzlich, dass

    andere (geliebte) Wesen ebenfalls leiden und oftmals keine Möglichkeiten existieren, diesen anderen Wesen irgendwie zu helfen.

    Railex:

    Als Buddhist nach meinem Verständnis, geht es mir aber als Hauptmotivation darum, dass erlebte Leiden für mich und alle fühlenden Wesen in meinem Wirkungskreis zu vermindern.

    Das ist mein ganzes Interesse; nur "gut fühlen" für mich allein, wäre zwar schon viel Wert, aber da ich in Wechselbeziehung zu meinem Umfeld stehe, kann und möchte ich mein Sein nicht nur auf mich beziehen.

    _()_:heart:

    Danke, lieber Railex , dies dürfte auch RobertNesta s folgende Frage beantworten:

    RobertNesta:

    aber das Ziel ist doch immer dasselbe: Sich gut fühlen. Ist das Suchen nach Erleuchtung irgendwas anderes?

    Sicherlich mag es auch individuelle Unterschiede geben, beispielsweise Menschen, die schon von Natur aus relativ anspruchslos, geduldig und schnell zufrieden (zu stellen) sind, Unangenehmes schnell vergessen und vertrauensvoll-zuversichtlich der Zukunft entgegensehen.

    Häufig verfügen sie über einen "Anker" im Leben, etwa eine Form des Glaubens, wie Gottesglauben....

    Diese Art Menschen sucht eher nicht nach "Erleuchtung", solange sie durch gravierende Ereignisse nicht aus der Bahn geworfen werden.


    Für andere Menschen repräsentiert das "überweltliche Glück" von Nibbana/Nirvana noch mal eine andere, höhere, Qualität des Wohlbefindens, weil dieses unabhängig/unbedingt und daher dauerhaft ist.

    Des Weiteren geht es dabei nicht nur um die eigene "Erlösung", sondern schlussendlich die Befreiung ALLER leidenden Wesen (was natürlich utopisch ist, aber als Ziel eine gleichmütige Haltung offener Weite entstehen lässt, die allen Wesen gleichermaßen liebende Güte und Mitgefühl entgegenbringt.).

    RobertNesta:

    Die Zweifel, die mich plagen, bestehen vor allem darin, dass es am Ende völlig egal ist, was man tut, und das zieht mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weg. Im Sinne von: es lässt mich vollkommen orientierungslos.

    Der Edle Achtfache Pfad wäre z.B. eine gute Orientierung, eine Richtschnur und ein Weg, der beschritten werden kann und auch den Gedanken, dass es "am Ende völlig egal ist, was man tut" dadurch eliminiert, dass die erlebten (ersten, vorläufigen) Erkenntnisse viele Zweifel minimieren, wenn nicht sogar ganz beseitigen.

    RobertNesta:

    Was wäre, wenn man den Leuten, die von sich sagen, dass sie Erleuchtung haben wollen, anbieten würde, dass sie sich für den Rest ihres Lebens gut fühlen würden? Hätten sie überhaupt noch irgendein Interesse an Erleuchtung?

    Kommt darauf an... :?

    Nur in erwachtem/erleuchteten "Zustand" (= Nibbana/Nirvana) wäre ja das Gut-Fühlen durchdringend und von Dauer, alle anderen "Angebote" unterliegen stets Anicca, der Vergänglichkeit.....

    (Eigentlich erübrigt sich diese hypothetische Frage, wenn man "gut fühlen" und "Erleuchtung" quasi gleichsetzt - man würde wohl vorrangig den einfacheren, bequemeren Weg wählen. ;)8))


    Erleuchtung/Erwachen/Befreitsein (von den Geistesgiften Gier, Hass und Verblendung) impliziert ein Wohlfühlen auf höchster Ebene, durch

    anhaltenden inneren Frieden, der sich außerdem auch heilsam auf die Umgebung und damit andere Wesen auswirkt.


    Gewissermaßen zeugt der Wunsch nach Erleuchtung von höheren Ansprüchen - vor allem an sich selbst...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Rechte Rede

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 14. Februar 2026 um 20:47

    Hallo, lieber Igor07 :),

    Igor07:

    Wenn jemand dich beleidigt oder bewusst und absichtlich provoziert, dann wäre es die Feigheit, mich nicht zu verteidigen.

    Das ist eine Wertung, die ich - gerade im buddhistischen Kontext - nicht teile, denn hier geht es nicht um "Feigheit" oder "Heldentum", sondern darum, letztlich so frei und unabhängig (auch von Zuschreibungen Anderer) zu sein, dass nicht reagiert werden "muss", sondern Gleichmut ermöglicht, entweder sachlich zu korrigieren oder zu schweigen, also Provokationen schlicht zu ignorieren.


    Klar ist das schwer (und "Kämpfen" hat ja so etwas "Männlich-Ritterliches" ;)), aber man kann es üben...und für viele zeugt es von wahrer (innerer) Größe, wenn jemand gelassen mit Beleidigungen und Schmähungen umgehen kann.

    Igor07:

    wie kann man sonst mit Verschwörungstheoretikern oder mit Leuten, die für rechte Parteien stimmen, diskutieren?

    Nüchtern, sachlich - oder lieber gar nicht....


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Zweifel

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 14. Februar 2026 um 20:25
    KarmaHausmeister:

    Wann ist Zweifel ein Zeichen von Reife und wann ein Versteck – vielleicht um etwas zu kompensieren oder sich nicht einlassen zu müssen?

    Ich würde sagen, dass Zweifel dann von Reife zeugt, wenn er sich bei einem "Wissenden" meldet, der auf dem (buddhistischen/spirituellen) Weg bereits weiter fortgeschritten (und damit innerlich entschlossen und stabil) ist, d.h. Ängste und Unsicherheiten weitgehend ausgeräumt sind.


    Entsprechend kann Zweifel bei Unsicheren, Ängstlichen, Schwankenden/Strauchelnden als Schutz ("Versteck") dienen, um vor (ev. befürchtet falschen!) Entscheidungen und damit Übernahme von Verantwortung zu schützen.

    pano:

    Eine gesunde Skepsis schadet nicht, aber im Übermaß ist die Verzweiflung unheilsam.

    Ja, gesunde Skepsis und Überprüfung/"Auf-den-Zahn-fühlen" empfiehlt der Buddha u.a. im Kesamutti Sutta (Rede an die Kalamer); wenn Zweifel auftauchen und man alleine nicht weiterkommt, bleiben noch "Verständige", die beratend weiterhelfen können.


    "VERzweiflung" würde ich auch vom Zweifel abgrenzen wollen, denn jene ist ein Zustand absoluter Hilf- und Hoffnungslosigkeit, während der Zweifel meist noch offen für (Auf-)Klärung und Veränderung bleibt....

    pano:

    Das Gegenstück (rein ethnologisch) ist die Einfalt.

    Du meintest hier sicherlich "etymologisch"? ;)

    Heutzutage hat der Begriff "Einfalt" ja keine so positive Konnotation (früher bedeutete er auch Schlichtheit/Einfachheit, im Sinne von Aufrichtigkeit), wird eher mit dümmlicher Naivität und (geistiger) Beschränktheit gleichgesetzt.


    Ich würde als Gegenteil von Zweifel die Gewissheit nennen wollen, wobei einem da dieser Ausspruch von B. Russell einfallen könnte:

    Zitat

    »Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.«

    :?:shrug:

    Railex:

    Der "lähmende Zweifel" gehört zu den 5 Hindernissen auf dem Weg zur Befreiung aus buddhistischer Sicht,....

    _()_Ja, genau, ich kenne jedoch eher (von Ayya Khema) die Bezeichnung als "skeptischer Zweifel", der sich vor allem auf Zweifel am Lehrer/Buddha, dem Dharma und der Sangha, sowie auf die eigene Fähigkeit, den Weg gehen zu können, bezieht.


    Hier kann er natürlich u.U. absolut hemmende und lähmende Auswirkungen auf die buddhist. Praxis, das Beschreiten des Edlen Achtfache Pfades, entfalten....


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    (häufig zweifelnd...;))

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.6
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download