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Achtsamkeit: Auf was?

  • pano
  • 15. Februar 2026 um 20:15
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    Qualia
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    • 24. Februar 2026 um 12:56
    • #51

    Es wird immer nur der Geist/Verstand/Willen herangezogen, wenn man einen Sterbenden doch alleingelassen hat.

    Warum glaubt man immer, dass es der Geist ist, der diese Art der Trennung vollzieht? Warum nicht, das der Körper des Sterbenden dem Körper des Lebenden mitteilt, das er gehen soll?


    Der Mensch ist vor allem Körper, und wenn Körper im Sterben liegt, trennt er sich von der Welt des Geistes. Die Welt seiner Sinneswahrnehmungen verfällt und damit auch die des Geistes. Körper kehrt zurück in den Zustand vor seiner Geburt, hin zu seinem Zustand vor der Zeugung, dem Zerfallenen.


    Ich weiß, dass es Unsinn ist, denn das würde bedeuten, das weder Körper noch Skandha der Geist sein können. Und Trost spende ich auch nicht.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Monikamarie
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    • 24. Februar 2026 um 17:08
    • #52

    Doch, Qualia, das tröstet mich, weil ich nämlich nicht den Eindruck hab, dass ich hätte anders handeln können, obwohl mein ICH das im Nachhinein lieber gehabt hätte.


    Und durch diese Erfahrung weiß ich, dass es Situationen gibt, die unsere Grenzen aufzeigen. Da "handelt" etwas anderes.


    Vielleicht sogar immer ...

    _()_

  • Railex
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    • 27. Februar 2026 um 13:51
    • #53
    Monikamarie:

    Doch, Qualia, das tröstet mich, weil ich nämlich nicht den Eindruck hab, dass ich hätte anders handeln können, obwohl mein ICH das im Nachhinein lieber gehabt hätte.


    Und durch diese Erfahrung weiß ich, dass es Situationen gibt, die unsere Grenzen aufzeigen. Da "handelt" etwas anderes.


    Vielleicht sogar immer ...

    _()_

    Alles anzeigen

    Monikamarie , wie würde es R.S. Balsekar formulieren?


    Vielleicht: "Das individuelle Ich war nie ein eigenständig Handelnder". ;)

    (Advaita Vedanta :om:)


    Im Buddhismus ist die Willensbildung bedingt ohne Selbstkern.


    "ich habe entschieden " wird oft erst nachträglich konstruiert, nachdem der Prozess: Impuls taucht auf, Bewertung geschieht, Entscheidung formt sich ->Handlung geschieht, bereits vollzogen ist.


    Auch hier entscheidet kein unabhängiges Ich, sondern ein Bedingungsprozess kulminiert in Intention und Handlung. :rad:


    Schuldgefühle sind also unangebracht, sondern mittels Einsicht und Achtsamkeit heilsame Absichten zu kultivieren.

  • Anna Panna-Sati
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    • 27. Februar 2026 um 14:26
    • #54
    Monikamarie:

    Ich bin bis heute sprachlos, was mit mir und meiner Achsamkeit war

    Liebe Monikamarie ,


    das kann ich gut nachvollziehen, weil mir vor einem Jahr - im Zusammenhang mit meiner lebensbedrohlichen Erkrankung - so ungefähr dasselbe widerfuhr. "Ich" war abwesend, wie im Nebel, irgendwie funktionierte das Leben zwar noch, aber es fühlte sich an wie schlafwandeln, von Bewusstheit/Achtsamkeit keine Spur...


    Heute denke ich, dass dies eine Schutzwirkung der Psyche war, eine automatische Überlebensreaktion in dieser traumatischen Situation, eine Art "Abschaltung", die ein Weiterleben ermöglichte, ohne zu großen psychischen Schaden zu nehmen.


    Vermutlich wurde bei dir, in der Situation, als dein Mann von dir ging, auch vom psychischen System, die Achtsamkeit "abgeschaltet" und das "Unerträgliche" ins Unterbewusstsein verdrängt, wodurch du gewisse "Anzeichen" nicht mehr so deutlich wahrnehmen konntest.


    Es gibt jedenfalls keinen Grund, sich irgendwelche Vorwürfe zu machen, im Gegenteil - "du" hattest keine Chance, das zu kontrollieren - wie du schon schriebst:

    Monikamarie:

    Da "handelt" etwas anderes.

    Es ist ein unbewusster Abwehrmechanismus des Gehirns, dem sicherlich auch Erleuchtete/Erwachte in entsprechender Lage "unterworfen" sind, genauso, wie sie auch körperlich erkranken können.


    Vielen Dank, lieber Railex , für deine Erläuterungen aus buddhistischer Perspektive:

    Railex:

    Auch hier entscheidet kein unabhängiges Ich, sondern ein Bedingungsprozess kulminiert in Intention und Handlung

    Und manchmal, besonders in Extremsituationen, werden die Bedingungen eben komplett vom Körper "diktiert", der "Geist" hinkt dann sozusagen hinterher, kann allerdings, wenn sich alles beruhigt hat, (achtsam) "aufarbeiten" ...


    Stichwort: "Traumasensible Achtsamkeit" (Traditionelle Achtsamkeitsübungen werden angepasst und der Fokus mehr auf Erdung, Sicherheit und Gegenwärtigkeit, statt tiefe Innenschau gerichtet.)

    Railex:

    "ich habe entschieden " wird oft erst nachträglich konstruiert, nachdem der Prozess: Impuls taucht auf, Bewertung geschieht, Entscheidung formt sich ->Handlung geschieht, bereits vollzogen ist.

    Bei komplexen Entscheidungen, die längeres Nachdenken und Abwägen erfordern, kommt der "freie Unwille", das "Veto" des (bedingten) Willens, stärker zum Tragen, was natürlich das Gefühl (die Illusion) eines frei handelnden "Ichs" unterstützt.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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