1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Buddhismus kontrovers

Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?

  • JoJu91
  • 7. März 2026 um 08:50
  • Zum letzten Beitrag
  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 7. März 2026 um 08:50
    • #1

    Bezug nehmend auf die Ausgabe No. 135 von Ursache & Wirkung diese zugegeben provokante Frage:


    "Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?"


    Gerät er in eine tiefe Sinnkrise ?

    Versucht er die Leute von der Verdorbenheit des Schlaraffenlandes zu überzeugen ?

    ... ?


    Wenn ich achtsam meinen eigenen Aktivismus betrachte ?

    Also die Achtsamkeit nicht auf das durch meinen Aktivismus zu lösende Thema lenke,

    sondern auf die unbewussten Kräfte, die meinen Aktivismus in Gang setzen ?


    :?

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation
    Reaktionen
    2.200
    Punkte
    13.124
    Beiträge
    1.953
    Termine
    2
    Mitglied seit
    16. Mai 2022
    Buddh. Richtung
    säk. Buddhismus
    • 7. März 2026 um 10:29
    • #2
    JoJu91:

    Bezug nehmend auf die Ausgabe No. 135 von Ursache & Wirkung diese zugegeben provokante Frage:


    "Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?"


    Gerät er in eine tiefe Sinnkrise ?

    Versucht er die Leute von der Verdorbenheit des Schlaraffenlandes zu überzeugen ?

    ... ?


    Wenn ich achtsam meinen eigenen Aktivismus betrachte ?

    Also die Achtsamkeit nicht auf das durch meinen Aktivismus zu lösende Thema lenke,

    sondern auf die unbewussten Kräfte, die meinen Aktivismus in Gang setzen ?


    :?

    Alles anzeigen


    Hast Du reingelesen?

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.658
    Punkte
    61.650
    Beiträge
    10.679
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 7. März 2026 um 11:58
    • #3

    Bei dem unbewussten Kräften handelt es sich vielleicht nicht um etwas individuelles, sondern die ganze Idee eines Schlaraffenlandes, wo alles spontan entsteht, nur eine Illusion ist, die darauf beruht, dass der größte Teil des Bildes unbewußt gemacht - also ausgeblendet wird.


    So sieht man Zentrum, den Ort wo all die Waren hinfließen, aber diese funktioniert nur, weil es wo anders Jammertäler gibt - periphere Orte von wo alles kommt. Orte der Ausbeutung. Schlachtbetriebe wie Tönnies, wo die Menschen in unwürdigen Bedingungen im Akkord arbeiten, die Massentierhaltung wo die "gebratenen Hühner" aufwachsen, die Plantagen des globalen Südens


    Es ist so, als wäre man mit lauter Geschichten aufgewachsen, wo die ungute Hälfte fehlt.


    Ich muß anden Kinderfilm "Wickie und die starken Männer" denken, wo der kleine Wickie mit seinem Eltern Ylva und Halvar, dem Dorfhäuptling, im kleinen Wikingerdorf Flake lebt. Er ist stolz, dass sein Vater Halvar mit seinen starken Männern zu Abenteuern auszieht und von dort Sachen mitbringt. Halt so eine Kinderserie die für viele von uns eine schöne Kindheit heraufbeschwört.


    Was wäre , wenn auch dies ein verzerrte und unvollständige Geschichte wäre und wenn sich da herausstellen würde, dass dieses Idyll geschönt ist, die Reichtümer einem typischen Wikingerweg gingen. Sie also aus Raubzügen, aus Sklavenhandel, aus der Vernichtung anderer Dörfer verbunden mit Brandschatzung und Vergewaltigung stammen. Wie geht man damit um, in einer Auschnittsvergrößerung von Samsara zu sein, die wie ein Idyll aussieht?


    Ich fand den Beitrag von Mark Beneke ( Erzähl deine Ausreden deinem Spiegelbild) interessant.

  • Qualia
    Reaktionen
    2.807
    Punkte
    19.707
    Beiträge
    3.328
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 7. März 2026 um 12:06
    • #4
    KarmaHausmeister:
    JoJu91:

    Bezug nehmend auf die Ausgabe No. 135 von Ursache & Wirkung diese zugegeben provokante Frage:


    "Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?"


    Gerät er in eine tiefe Sinnkrise ?

    Versucht er die Leute von der Verdorbenheit des Schlaraffenlandes zu überzeugen ?

    ... ?


    Wenn ich achtsam meinen eigenen Aktivismus betrachte ?

    Also die Achtsamkeit nicht auf das durch meinen Aktivismus zu lösende Thema lenke,

    sondern auf die unbewussten Kräfte, die meinen Aktivismus in Gang setzen ?


    :?

    Alles anzeigen


    Hast Du reingelesen?

    Alles anzeigen

    Das ist kein Kommentar auf die gestellte Frage.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation
    Reaktionen
    2.200
    Punkte
    13.124
    Beiträge
    1.953
    Termine
    2
    Mitglied seit
    16. Mai 2022
    Buddh. Richtung
    säk. Buddhismus
    • 7. März 2026 um 12:49
    • #5
    Qualia:
    KarmaHausmeister:
    JoJu91:

    Bezug nehmend auf die Ausgabe No. 135 von Ursache & Wirkung diese zugegeben provokante Frage:


    "Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?"


    Gerät er in eine tiefe Sinnkrise ?

    Versucht er die Leute von der Verdorbenheit des Schlaraffenlandes zu überzeugen ?

    ... ?


    Wenn ich achtsam meinen eigenen Aktivismus betrachte ?

    Also die Achtsamkeit nicht auf das durch meinen Aktivismus zu lösende Thema lenke,

    sondern auf die unbewussten Kräfte, die meinen Aktivismus in Gang setzen ?


    :?

    Alles anzeigen


    Hast Du reingelesen?

    Alles anzeigen

    Das ist kein Kommentar auf die gestellte Frage.

    Alles anzeigen


    Hätte er die Ausgabe gelesen, hätte er eine Antwort auf seine Frage. Darum wollte ich das wissen.

    Man sollte aufhören, sich Meinungen auf der Grundlage von Headlines zu bilden. Das scheint mir hier eine Variante davon zu sein.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.658
    Punkte
    61.650
    Beiträge
    10.679
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 7. März 2026 um 13:09
    • #6

    wir könnten dich als Herausgeber ja bitten, den Artikel ausnahmsweise in einem nicht öffentlichen. Bereich einzustellen. Dann sind wir nicht nur auf Headlines angewiesen.

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation
    Reaktionen
    2.200
    Punkte
    13.124
    Beiträge
    1.953
    Termine
    2
    Mitglied seit
    16. Mai 2022
    Buddh. Richtung
    säk. Buddhismus
    • 7. März 2026 um 15:17
    • #7
    void:

    wir könnten dich als Herausgeber ja bitten, den Artikel ausnahmsweise in einem nicht öffentlichen. Bereich einzustellen. Dann sind wir nicht nur auf Headlines angewiesen.


    Wenn es um einen einzelnen Artikel ginge, dann könnte ich das schon machen. Es geht aber um die ganze Ausgabe.


    Vielleicht kurz zur Einordnung: Wir stellen Aktivismus als spirituelle Praxis vor. Dukkha ist nicht nur ein individuelles Problem sondern auch ein strukturelles. Es gibt strukturelles dukkha: ungerechte Verteilung von Reichtum, Klima, Tierwohlthemen etc. In hohem Masse. Sich also für gesellschaftlich relevante Themen zu engagieren, kann dukkha lindern und ist deshalb spirituelle Praxis.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 9. März 2026 um 08:35
    • #8
    KarmaHausmeister:

    Vielleicht kurz zur Einordnung: Wir stellen Aktivismus als spirituelle Praxis vor.

    Das ist klar, ich wollte aber auf die individuelle Seite raus, auf den Aktivisten selbst.


    Aus persönlicher Erfahrung in meinen aktivistischen Jugendjahren kann Aktivismus tatsächlich eine spirituelle Praxis sein, allerdings ganz paradox.

    Ich unterscheide dabei drei Phasen:


    1) Die Phase der Begeisterung: Ich habe ein zu lösendes Problem identifiziert, das ich gemeinsam mit meinen Mit-Aktivisten lösen kann, denn wir wissen, wo es in dieser Sache lang geht ...

    2) Die Phase der Ernüchterung: Ich stelle fest, dass ein nicht geringer Teil meiner Mitmenschen das Problem als solches entweder nicht anerkennt, an dem Problem gar nicht interessiert ist, oder meine / unsere Lösung als persönlichen Übergriff empfindet und aggressiv reagiert.

    3) Die Phase der Verzweiflung: Ich erlebe die Schattenseiten meines Aktivismus. Wie unsere Lösungen Probleme an anderen Orten verursachen, wo wir sie nicht vermutet hätten, wie andere unter den Kollateralschäden unserer Lösungen leiden. Ich erlebe, wie meine Mit-Aktivisten, ggf. einschliesslich meiner selbst, sich persönlich exakt so verhalten - oder noch schlimmer - als unsere Gegner, das berühmte "Wasser predigen und Wein trinken".


    Will sagen, ich erlebe meinen Aktivismus als verkappte Form von Anicca, Anatta, Dukkha.

    Ich bin einer Fata Morgana hinterhergerannt und habe am Ende nur Sand, der mir zwischen den Fingern zerrinnt.

    Das Erleben der Ernüchterung und Verzweiflung kann in die Depression führen, in die Aggression oder in eine tiefgreifende Erkenntnis im Sinne der Lehre des Buddha.


    Am "ungefährlichsten" ist Aktivismus meiner Erfahrung nach, wenn er jede Unterstützung von aussen ablehnt, die Aktivisten alle tatsächlich aktiv sind (keine passiven Beitragszahler) und ihren Aktivismus ausschliesslich selbst finanzieren.

    Solche Gemeinschaften gibt es durchaus.

    Einmal editiert, zuletzt von JoJu91 (9. März 2026 um 08:53)

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation
    Reaktionen
    2.200
    Punkte
    13.124
    Beiträge
    1.953
    Termine
    2
    Mitglied seit
    16. Mai 2022
    Buddh. Richtung
    säk. Buddhismus
    • 9. März 2026 um 14:26
    • #9
    JoJu91:
    KarmaHausmeister:

    Vielleicht kurz zur Einordnung: Wir stellen Aktivismus als spirituelle Praxis vor.

    Das ist klar, ich wollte aber auf die individuelle Seite raus, auf den Aktivisten selbst.


    Aus persönlicher Erfahrung in meinen aktivistischen Jugendjahren kann Aktivismus tatsächlich eine spirituelle Praxis sein, allerdings ganz paradox.

    Ich unterscheide dabei drei Phasen:


    1) Die Phase der Begeisterung: Ich habe ein zu lösendes Problem identifiziert, das ich gemeinsam mit meinen Mit-Aktivisten lösen kann, denn wir wissen, wo es in dieser Sache lang geht ...

    2) Die Phase der Ernüchterung: Ich stelle fest, dass ein nicht geringer Teil meiner Mitmenschen das Problem als solches entweder nicht anerkennt, an dem Problem gar nicht interessiert ist, oder meine / unsere Lösung als persönlichen Übergriff empfindet und aggressiv reagiert.

    3) Die Phase der Verzweiflung: Ich erlebe die Schattenseiten meines Aktivismus. Wie unsere Lösungen Probleme an anderen Orten verursachen, wo wir sie nicht vermutet hätten, wie andere unter den Kollateralschäden unserer Lösungen leiden. Ich erlebe, wie meine Mit-Aktivisten, ggf. einschliesslich meiner selbst, sich persönlich exakt so verhalten - oder noch schlimmer - als unsere Gegner, das berühmte "Wasser predigen und Wein trinken".


    Will sagen, ich erlebe meinen Aktivismus als verkappte Form von Anicca, Anatta, Dukkha.

    Ich bin einer Fata Morgana hinterhergerannt und habe am Ende nur Sand, der mir zwischen den Fingern zerrinnt.

    Das Erleben der Ernüchterung und Verzweiflung kann in die Depression führen, in die Aggression oder in eine tiefgreifende Erkenntnis im Sinne der Lehre des Buddha.


    Am "ungefährlichsten" ist Aktivismus meiner Erfahrung nach, wenn er jede Unterstützung von aussen ablehnt, die Aktivisten alle tatsächlich aktiv sind (keine passiven Beitragszahler) und ihren Aktivismus ausschliesslich selbst finanzieren.

    Solche Gemeinschaften gibt es durchaus.

    Alles anzeigen


    Ja, gut beobachtet. Das liegt daran, dass dukkha, anicca und anatta Daseinsmerkmale sind. Egal was du tust, es beinhaltet diese drei unsere Existenz beschreibenden Faktoren: Familie sein, einen Beruf ausüben, sich engagieren, sogar herkömmliche buddhistische Praxis ist dem unterworfen. Anfänglich ist man voller Begeisterung, schließt sich einer Sangha an, beginnt das Meditieren, liest buddhistische Bücher u.s.w.


    Dieser Prozess spricht nicht dagegen, sich gegen strukturelles dukkha einzusetzen. Es zeigt lediglich auf, dass auch hier ein mittlerer Weg empfehlenswert ist.


    Ein Artikel in der Ausgabe beschäftigt sich genau damit: Ausgebrannt sein, weil man sich aktivistisch für eine gute Sache eingesetzt hat. Wie kann das verhindert werden, was kann man tun, wenn man diesen Punkt bedauerlicherweise bereits erreicht hat?

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 10. März 2026 um 07:40
    • #10
    void:

    Wie geht man damit um, in einer Auschnittsvergrößerung von Samsara zu sein, die wie ein Idyll aussieht?

    Dein "Wickie-Szenario" und die anderen von Dir beschriebenen Szenarien sind natürlich kein echtes Schlaraffenland, weil es auf der materiellen Ebene ja noch Verbesserungsbedarf gibt, also Handlungsfelder für Aktivisten. Das Ziel (fast) aller irdischen Aktivisten, gleich welcher politischen oder religiösen Richtung ist doch ein fernes Utopia, in dem sie selbst dann aber fatalerweise nicht mehr benötigt würden, das Urproblem aller karitativen Einrichtungen ?


    Dem echten Schlaraffenland kommen wohl am nächsten die buddhistischen Deva-Bereiche, wo alle materiellen "dinglichen" Bedürfnisse befriedigt werden und es Probleme nur noch im zwischenmenschlichen Bereich gibt, wenn etwa zwei Deva-Männer sich in die gleiche Deva-Frau verlieben. Aktivisten hätten dann nur noch im Coaching-Bereich Chancen, aber wahrscheinlich würden sie sich so sehr langweilen oder wären so frustriert, dass sie den Deva-Bereich freiwillig wieder verlassen würden.


    Ist der Aktivist so gesehen ein Selbst-Saboteur, der sich den Weg in die Deva-Bereiche verbaut ?

    Die Frage hat durchaus ein ernsthaften Kern ...


    :angel:

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 10. März 2026 um 07:42
    • #11
    KarmaHausmeister:

    Ein Artikel in der Ausgabe

    Ich schau heute mal in unsere gut sortierte Bahnhofsbuchhandlung und verspreche Dir, eine Ausgabe zu kaufen, wenn es eine gibt ...


    _()_

  • Christopher
    Reaktionen
    298
    Punkte
    1.748
    Beiträge
    284
    Mitglied seit
    21. August 2012
    • 10. März 2026 um 15:44
    • #12

    Vielleicht kaufe ich mir ausnahmsweise auch eine Ausgabe.


    Aber hier eine provokante Antwort auf die provokante Ausgangsfrage: wenn der Klimawandel und die damit einhergehende Zerstörung unserer Lebensgrundlagen morgen wie ein Wunder plötzlich gestoppt wäre, könnte ich mein Leben endlich ohne großen Aktivismus weiterführen bzw. in Ruhe genießen.


    Denn alle andere gesellschaftliche Probleme, die es zu lösen gäbe, kann man noch in 5 oder 10 Jahren umkehren. Es geht ja nicht immer nur um sich selbst.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.658
    Punkte
    61.650
    Beiträge
    10.679
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 10. März 2026 um 16:46
    • #13

    Gerade im Zuge der 68iger hatten ja einige emanzipatorische Anliegen "Rückenwind". Weil man im Westen reicher wurde und sich die Gesellschaft individualisierte, zerbrachen ja einige Strukturen. Frauen mussten nicht mehr Hausfrauen sein, Arbeiterkinder könnten studieren, Schwule könnten aus dem Schatten treten.


    Viel davon passierte aber eben auch im Einklang mit dem Kapitalismus. Daraus entstand dann vielleicht eine unrealistische Hoffnungen, das es bei anderen Themen z.B dem Umweltschutz auch so gut geht und man dann zwar zuerst gegen Windmühlen ankämpft, aber dann irgendwann auf einer Welle des Fortschritts reitet. Viel von der Frustration kommt dann vielleicht daher, dass es dazu nicht kommt..

  • Qualia
    Reaktionen
    2.807
    Punkte
    19.707
    Beiträge
    3.328
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 10. März 2026 um 17:02
    • #14
    Christopher:

    Es geht ja nicht immer nur um sich selbst.

    Es geht immer um sich selbst.

    Will ich das, was ich da gerade anrichte?

    Wenn nein, warum mache ich damit weiter?

    Wenn ja, brauch’ ich mir keine Gedanken zu machen.


    Achtsamkeit zusammen mit Aufmerksamkeit bewirken Aktivität, entweder um eine Handlung nicht weiter zu begehen oder eben zufrieden zu sein mit dem, was man tut.

    Die Gemeinschaft kann ich dabei vernachlässigen, denn die Meinungen zu ihren Handlungen kann ich nicht beeinflussen, das wusste schon Buddha. „Komm her, sieh selbst, entscheiden kannst nur du.“

    Aktivismus raubt nur mir die Kraft und Stärke.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 11. März 2026 um 07:40
    • #15
    Christopher:

    wenn der Klimawandel und die damit einhergehende Zerstörung unserer Lebensgrundlagen morgen wie ein Wunder plötzlich gestoppt wäre, könnte ich mein Leben endlich ohne großen Aktivismus weiterführen bzw. in Ruhe genießen.

    Das ist exakt der Punkt.


    Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen:

    Jedes gelöste lebensbedrohende, existenzielle Problem macht nach kurzer Zeit einem neuen Problem Platz, das dann noch grösser und unlösbarer erscheint, und das alte Problem erscheint im Rückblick vergleichsweise lächerlich.


    Der Grosse Versucher und Zauberkünstler gibt sich niemals geschlagen.


    :cry:

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 11. März 2026 um 08:06
    • #16
    void:

    Frauen mussten nicht mehr Hausfrauen sein, Arbeiterkinder könnten studieren, Schwule könnten aus dem Schatten treten.

    Viel davon passierte aber eben auch im Einklang mit dem Kapitalismus.

    Hat sich wirklich etwas geändert, oder nur die Fassade ?


    Ich zitiere meine Mutter


    "

    Als Hausfrau und Mutter bin ich von meinem Ehemann abhängig.

    Als alleinerziehende Mutter bin ich vom Kita-Angebot und meinem Arbeitgeber abhängig, oder vom Sozialstaat.

    Auf meinen Ehemann habe ich mehr Einfluss als auf Kita, Staat und Arbeitgeber

    "


    Meine Mutter hatte die Wahl, Hausfrau und / oder arbeiten.

    Sie war priviliegiert wie viele Frauen der Mittelschicht ihres Jahrgangs.

    Mein Vater hatte ein Nettoeinkommen, mit dem er seine Familie allein ernähren konnte,

    wie viele Männer seines Jahrgangs.


    Meine Großmutter überließ die Hausarbeit ihrer Schwiegermutter.

    Sie war privilegierte Ehefrau eines wohlhabenden Bauern, und genoss den Glanz, den sein Wirken auf sie abstrahlte. Nach aussen war er der Patriarch, die wahre Chefin und Grande Madame im Hintergrund war sie.


    Meine andere Großmutter war alleinerziehende Mutter und musste (!) arbeiten.

    Sie hatte keine Wahl, denn sie hatte als Drama Queen bei der Wahl ihrer Männer ins Klo gegriffen.


    Mein Vater musste nicht studieren, um denselben Beruf auszüben, für den sein Enkel ein Masterstudium brauchte, und der damit inflationsbereinigt weniger zum Leben übrig hat.

    Damals studierte nur eine kleine Minderheit.

    Der reichste Mann meines Familienclans ist ein Selfmademan in den Achtzigern und hatte nie eine Berufsausbildung.


    Alles relativ.

  • Qualia
    Reaktionen
    2.807
    Punkte
    19.707
    Beiträge
    3.328
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 11. März 2026 um 09:27
    • #17

    Meine Mutter: Wir gelten als Asoziale. Das bedeutet nicht, dass wir uns auch so benehmen.


    Daher habe ich meinen Stolz auf mein Leben, das immer als das eines Asozialen gesehen wurde, auch heute noch.

    Danke Mutter!

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.756
    Punkte
    11.744
    Beiträge
    1.759
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 11. März 2026 um 16:08
    • #18
    JoJu91:

    Was macht der Aktivist im Schlaraffenland ?"


    Gerät er in eine tiefe Sinnkrise ?

    Versucht er die Leute von der Verdorbenheit des Schlaraffenlandes zu überzeugen ?

    Das Schlaraffenland, verstanden als fiktives "Land des Überflusses", in dem Genießen/Vergnügen als Tugenden gelten und Arbeit/Fleiß als Sünde betrachtet werden, (: dürfte für Menschen mit aktivistischen Ambitionen - auf den ersten Blick - wenig Betätigungsmöglichkeiten bieten.:?


    Aber wir wissen ja alle, dass Dukkha, als Daseinsmerkmal, dennoch präsent sein wird und Anicca ebenfalls, auch, wenn man dort, durch "Jungbrunnen", dem Altern womöglich ein Schnippchen schlagen könnte. 8)


    Nicht zu vergessen: Die Präsenz des TODES, der dem "faulen Lotterleben" dereinst ein mehr oder weniger jähes Ende setzen wird.:!::kerze:


    Insofern bleiben dem geneigten Aktivisten mindestens 2 Optionen:


    a) Er rüttelt die trägen, schlaffen Schlaraffenländer mal so richtig auf, indem er ihnen vor Augen führt, wie sinnlos und begrenzt dieses dahindümpelnde Leben doch ist - Sitt-und Satt-Sein -allein- machen ja niemanden wirklich glücklich....


    b) Er "arbeitet" daran, kontemplativ zu werden...^^:mediw::medim: ......


    Das Land der Satten und Faulen ist ja nicht unbedingt ein Land der Zufriedenen, allein die Daseinsmerkmale fordern auch hier ihren Tribut und erzeugen (ev. unterschwelliges) Unbehagen. :shrug:


    JoJu91:

    Wenn ich achtsam meinen eigenen Aktivismus betrachte ?

    Also die Achtsamkeit nicht auf das durch meinen Aktivismus zu lösende Thema lenke,

    sondern auf die unbewussten Kräfte, die meinen Aktivismus in Gang setzen ?

    :like:Auch eine u.U. zeitintensive, aber sicher lohnende Praxis...;)

    KarmaHausmeister:

    Es gibt strukturelles dukkha: ungerechte Verteilung von Reichtum, Klima, Tierwohlthemen etc. In hohem Masse. Sich also für gesellschaftlich relevante Themen zu engagieren, kann dukkha lindern und ist deshalb spirituelle Praxis.

    Ja, sicher, und es kann leider auch Dukkha vermehren, bzw. neu hervorbringen, wenn - ohne Achtsamkeit und Mitgefühl (für alle Wesen) - in "blinden Aktionismus" verfallen wird.

    Das passiert leicht, wenn ein Thema hochemotional die Akteure aufwühlt (z.B. sex. Missbrauch, Misshandlungen/Töten wehrloser Menschen und Tiere, Vernichtung von Lebensräumen und -grundlagen, Ungerechtigkeiten aller Art, usw. ...)


    JoJu91 s zitierte 3 Phasen:

    Begeisterung, Ernüchterung, Verzweiflung widerfahren allzu vielen Aktivisten und führen oft zu resigniertem Rückzug ("Man kann ja doch nichts ändern/bewegen!").

    KarmaHausmeister:

    Ausgebrannt sein, weil man sich aktivistisch für eine gute Sache eingesetzt hat. Wie kann das verhindert werden, was kann man tun, wenn man diesen Punkt bedauerlicherweise bereits erreicht hat?

    Einfache Antwort, schwer umzusetzen:

    Man darf sich nicht zu sehr an das Projekt/die "Objekte", "hängen" /daran anhaften, daher hilft buddhist. Praxis, als -quasi- "Fundament", immer wieder in eine Haltung des Gleichmutes zurückzufinden..

    Befindet man sich bereits im Burnout-Stadium, hilft nur noch Rückzug und nachfolgende Selbstfürsorge (ev. mit prof. Hilfe).

    JoJu91:

    Das Ziel (fast) aller irdischen Aktivisten, gleich welcher politischen oder religiösen Richtung ist doch ein fernes Utopia, in dem sie selbst dann aber fatalerweise nicht mehr benötigt würden, das Urproblem aller karitativen Einrichtungen ?

    :erleichtert: Schöne Vorstellung, lieber JoJu91 ! :D

    Wenn die Aktivisten am Ziel sind/wären, such(t)en sie sich vermutlich neue Ziele - Samsara hat - leider oder Gottseidank - immer Probleme, Konflikte/Aufgaben zu bieten...:shrug:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.170
    Punkte
    47.154
    Beiträge
    7.948
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 11. März 2026 um 18:43
    • #19

    Ich finde, dass wir im Gegensatz zur Vergangenheit im Schlaraffenland leben.


    Aber die wenigsten scheinen sich dessen bewusst zu sein. Stattdessen wird nach unglaublich viel Ablenkung (u.a. Aktivismus) gesucht, um die Freizeit "totzuschlagen", anstatt sie zu genießen.


    Selbst alte Menschen "dürfen" nicht einfach ihren Lebensabend genießen. Ständig wird uns irgendein 100jähriger vorgeführt, der/die ja noch sooo fit und aktiv ist.


    Mit Achtsamkeit und buddhistischer Praxis tun wir genug für unsere Umwelt, das Klima, die Mitmenschen.

    Da müssen wir uns nicht noch mit irgendwelchen Zwängen von "Unzufriedenen" abquälen.


    Ich wünsche Euch ein entspanntes Leben - wer weiß, wie lange ...

    Monika ❤️

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.658
    Punkte
    61.650
    Beiträge
    10.679
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 11. März 2026 um 19:28
    • #20
    JoJu91:

    Hat sich wirklich etwas geändert, oder nur die Fassade ?


    Ich zitiere meine Mutter


    "Als Hausfrau und Mutter bin ich von meinem Ehemann abhängig.

    Als alleinerziehende Mutter bin ich vom Kita-Angebot und meinem Arbeitgeber abhängig, oder vom Sozialstaat.

    Auf meinen Ehemann habe ich mehr Einfluss als auf Kita, Staat und Arbeitgeber"

    Alles anzeigen

    Wenn man eine "tollen Mann" hat, der Geld randschafft, einen auf Händen trägt und einem ganz viel an Denken und Organisation abnimmt, kann Unmündigkeit ein behaglicher Ort sein, der einen vor Unbill schützt. Man muß sich aber nur einen bösen Ehemann vorstellen. Da ist dann die Vorstellung, dass dieser über das Vermögen, den Job und über den Körper seiner Frau verfügen kann zum Alptraum.

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 12. März 2026 um 07:44
    • #21
    void:

    Man muß sich aber nur einen bösen Ehemann vorstellen.

    Absolut korrekt.


    Deshalb ist die Partnerwahl die wichtigste Wahl im Leben.

    Und die Ehe die herausfordernste Tantra-Praxis.

    Hinter jedem erfolgreichen Mann steht angebliche eine starke Frau, die ihn in der Spur hält.

    Bei meinen Eltern war es ein mehr als sechzigjähriger Stellungskrieg ohne Sieger und Besiegten.

    Für uns Kinder war es verstörend und aufregend zugleich.

    Etwa wenn mein Vater frustriert die Tür zuknallte, zwei Nächte weg blieb, um dann mit einem Blumenstrauss wiederzukommen. Worauf sich die beiden jungverliebt wie Romeo und Julia in den Armen lagen und knutschten.

    Die beiden brauchten das, vielleicht führte mein Vater als Sohn einer Drama-Queen einfach nur das Muster seiner Eltern fort, nur beruflich wesentlich erfolgreicher als sein Vater, der ein Luftikus war.


    :cry::taenzerin::taenzer:

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.658
    Punkte
    61.650
    Beiträge
    10.679
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 12. März 2026 um 13:51
    • #22
    JoJu91:
    void:

    Man muß sich aber nur einen bösen Ehemann vorstellen.

    Absolut korrekt.


    Deshalb ist die Partnerwahl die wichtigste Wahl im Leben.

    Und die Ehe die herausfordernste Tantra-Praxis.

    Hinter jedem erfolgreichen Mann steht angebliche eine starke Frau, die ihn in der Spur hält.

    Bei meinen Eltern war es ein mehr als sechzigjähriger Stellungskrieg ohne Sieger und Besiegten.

    Für uns Kinder war es verstörend und aufregend zugleich.

    Etwa wenn mein Vater frustriert die Tür zuknallte, zwei Nächte weg blieb, um dann mit einem Blumenstrauss

    Etwa wenn mein Vater frustriert die Tür zuknallte, zwei Nächte weg blieb, um dann mit einem Blumenstrauss wiederzukommen. Worauf sich die beiden jungverliebt wie Romeo und Julia in den Armen lagen und knutschten.

    Alles anzeigen

    Das große Thema hier ist Aktivismus. Meine These war die, dass bestimmte emanzipatorische Bewegungen dadurch Rückenwind bekamen, dass sie einer liberalen/kapitalistischen Tendenz zur Individualisierung entgegenkamen. Dadurch Entstand der Eindruck, dass auch andere aktivistische Projekte solch eine. Rückenwind bekommen würden.


    Dieser Argumentation gegenüber hast du entgegengehalten, dass deiner Meinung nach auch viel an der Fauenemanzipation Fassade sei - bei dieser Argumentation hast du auf deine Mutter verwiesen die ihre Abhängigkeit von einer nem Ehemann als besser sah als Alternativen. Jetzt sabotiert du aber dein Argument dadurch, dass du das Resultat ihrer Haltung als zermürbenden Stellungskrieg bezeichnest.

  • JoJu91
    Themenautor
    Reaktionen
    928
    Punkte
    5.453
    Beiträge
    899
    Mitglied seit
    20. Juni 2024
    • 13. März 2026 um 08:13
    • #23
    void:

    Jetzt sabotiert du aber dein Argument dadurch, dass du das Resultat ihrer Haltung als zermürbenden Stellungskrieg bezeichnest.

    Ich sehe da keinen Widerspruch, auch nicht zu Deiner These "dass bestimmte emanzipatorische Bewegungen dadurch Rückenwind bekamen, dass sie einer liberalen/kapitalistischen Tendenz zur Individualisierung entgegenkamen".


    Was meine Eltern betrifft, es gibt Paare, für die ist der Ehekrieg das Lebenselixier, wie bei Liz Taylor und Richard Burton in "Wer hat Angst vor Virgina Woolfe ?".


    Ich vertrete die These, dass Aktivismus andere Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann.


    Wenn es in meiner Ahnenkette einen unabhängigen Mann gab, dann war das am ehesten der Vater meines Vaters, der zeitweise Ehemann meiner Drama-Queen-Grossmutter.

    Der lebte in den Tag hinein, dem Alkohol und seinen zahlreichen Affären huldigend, das Erarbeiten des Einkommens für den Unterhalt seines Sohnes seiner Frau überlassend, die ihn relativ bald an die frische Luft gesetzt hat, um seltsamerweise im reiferen Alter nochmal mit ihm zusammenziehen.


    Alle anderen waren, wenn auch durchaus erfolgreich im Leben, materiell abhängig, von ihren Ehepartnern, Arbeitgebern, von der Obrigkeit.

    Ich denke auch, Du unterschätzt die Macht der Waffen der Frauen.

    "Wir Frauen haben keine Macht ausser unserer sexuellen, aber die kann Kriege auslösen".

    Abhängigkeit und Unmündigkeit zeigt sich nicht nur in finanzieller Hinsicht.

    Hinter dem formal mächtigen König kann eine Madame de Pompadour stehen, die die Fäden in der Hand hat.

  • Qualia
    Reaktionen
    2.807
    Punkte
    19.707
    Beiträge
    3.328
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 13. März 2026 um 08:52
    • #24

    Den einzigen Aktivismus, den Buddha sich erlaubte, war: „Komm und sieh selbst.“ Zeigen konnte er! Die Meinung des zu ihm gekommenen konnte er nicht ändern.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.756
    Punkte
    11.744
    Beiträge
    1.759
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 14. März 2026 um 16:17
    • #25
    Qualia:

    Den einzigen Aktivismus, den Buddha sich erlaubte, war: „Komm und sieh selbst.“

    Lieber Qualia , in meiner Wahrnehmung war der Buddha gewissermaßen ein "ethischer Aktivist", der z.B.


    - gegen die brahmanische Kastenhierarchie vorging, indem er lehrte, dass Befreiung von persönlicher spiritueller Praxis (und entsprechendem Handeln) abhängt, nicht von der Geburt


    - einen Sangha gründete und die daraus hervorgegangenen Arahants ermutigte, den Dharma zum Wohl der Wesen zu verbreiten


    - Menschen aller Kasten in seinen Sangha aufnahm

    (das war auch schon eine "politische" Entscheidung)


    - zu Gewaltlosigkeit/Ahimsa gegenüber allen Wesen aufforderte


    - versuchte, Konflikte/kriegerische Auseinandersetzungen zu schlichten

    ........


    Monikamarie:

    Mit Achtsamkeit und buddhistischer Praxis tun wir genug für unsere Umwelt, das Klima, die Mitmenschen.

    Da müssen wir uns nicht noch mit irgendwelchen Zwängen von "Unzufriedenen" abquälen.

    Liebe Monikamarie , warum sollte man nicht noch mehr tun, wenn man die nötige Kompetenz, Willensstärke, Achtsamkeit und - vor allem das Motiv "Mitgefühl" als Antrieb innehat ?

    Dies impliziert ja kein "Müssen", sondern wäre freiwillig....:)

    JoJu91:

    Ich vertrete die These, dass Aktivismus andere Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann.

    Da bin ich ganz bei dir, lieber JoJu91 , erzwingen würde in gewisser Weise Gewalt bedeuten und die ruft bekanntlich selten etwas Gutes hervor, erzeugt viel eher Widerstand und womöglich eine Art (kindlichen) Trotz, der (oft sogar), wider besseres Wissen, zu unvernünftigem Verhalten führt....


    Aktivismus, im besten Sinne, sollte gründlich informieren (u.a. Fake-News demontieren) und parallel dazu, u.a. durch vorbildliches Verhalten, die Alternative(n) aufzeigen, wie man in der Sache zielführender und besser vorgehen könnte.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download