Aber so ein idealer Mensch ist doch nur ein Wunsch wie der Mensch idealerweise sein sollte. Auch der "Mensch" des Humanismus ist doch eher ein metahysisches Konstrukt.
Ja, das ist echt ein Konstrukt, man, .. Niemand eher.
Von daher sollte doch der Mensch zunächst der durchschnittliche Mensch - das "nette Egoschwein" zwischen den Extremen von Altruist und Bösewicht sein. Statt den Extremfall des guten Menschen zum Wesen des Menschen zu erklären.
Also, ich denke, wir sollten die höhere Latte stellen, denn der Mensch von heute wird im „Man“, nach Martin Heidegger, herabgestuft und degradiert, als bloßer Konsument in der Leistungsgesellschaft, wo KI und Algorithmen bald das Leben des Einzelnen bestimmen, wie es in den düstersten Dystopien geschildert wurde.
Der historische Buddha, dieser junge Prinz, hatte dem Tod ins Gesicht gesehen, für ihn war es die Frage des Lebens, es koste, was es wolle.
Wer von uns heute könnte so sehen?
Er hatte absolut alles verlassen, den Palast, das Reich, die Familie, alles.
Können wir das? Wenn nicht, dann können wir uns als Buddhisten" etikettieren", mehr aber nicht.
Es geht um das radikale Loslassen; das wäre der erste Schritt, scheint mir.
Ansonsten.. hm.. konsumieren wir den Buddhismus als Produkt wie alle anderen Waren, aber sie alle sind nicht wahr, nicht die Wahr-heit.
So war die Sichtweise des jungen Prinzen von damals. Scheint mir..
Aber wir leben in einer Gesellschaft, in der dieser "durchschnittliche Mensch"/man/ als Norm akzeptiert und anerkannt ist.
Und der echte Mensch bleibt auf der Strecke. Tja.
P.S.
Im seltenen und echt tollen Buch von Hellmuth Hecker über das Leben des Buddha gibt es das sehr lange Gespräch zwischen dem jungen Prinzen und dem Vater, der ihn anfleht zu bleiben. Dann sagt Siddhartha, wenn der Vater ihm garantieren könne, dass er ewig jung und gesund bleibe, niemals krank würde und niemals sterbe. Aber der Vater sagt, das sei unmöglich.
In der Nacht, als alle schon schliefen, hatte Siddhartha die Leute gesehen, die wie Leichen ausgesehen hatten, mit geöffneten Mündern, und bei einer schönen Kurtisane lief die Spucke weg.
Können wir uns alle in diese Situation innerlich versetzen? Ha, das ist eine gute Frage.