1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Der Buddha als Mensch?

  • Igor07
  • 23. Februar 2026 um 19:00
  • Zum letzten Beitrag
  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 25. Februar 2026 um 22:47
    • #26
    void:

    Aber so ein idealer Mensch ist doch nur ein Wunsch wie der Mensch idealerweise sein sollte. Auch der "Mensch" des Humanismus ist doch eher ein metahysisches Konstrukt.

    Ja, das ist echt ein Konstrukt, man, .. Niemand eher.

    void:

    Von daher sollte doch der Mensch zunächst der durchschnittliche Mensch - das "nette Egoschwein" zwischen den Extremen von Altruist und Bösewicht sein. Statt den Extremfall des guten Menschen zum Wesen des Menschen zu erklären.

    Also, ich denke, wir sollten die höhere Latte stellen, denn der Mensch von heute wird im „Man“, nach Martin Heidegger, herabgestuft und degradiert, als bloßer Konsument in der Leistungsgesellschaft, wo KI und Algorithmen bald das Leben des Einzelnen bestimmen, wie es in den düstersten Dystopien geschildert wurde.

    Der historische Buddha, dieser junge Prinz, hatte dem Tod ins Gesicht gesehen, für ihn war es die Frage des Lebens, es koste, was es wolle.

    Wer von uns heute könnte so sehen?


    Er hatte absolut alles verlassen, den Palast, das Reich, die Familie, alles.


    Können wir das? Wenn nicht, dann können wir uns als Buddhisten" etikettieren", mehr aber nicht.

    Es geht um das radikale Loslassen; das wäre der erste Schritt, scheint mir.


    Ansonsten.. hm.. konsumieren wir den Buddhismus als Produkt wie alle anderen Waren, aber sie alle sind nicht wahr, nicht die Wahr-heit.

    So war die Sichtweise des jungen Prinzen von damals. Scheint mir..


    Aber wir leben in einer Gesellschaft, in der dieser "durchschnittliche Mensch"/man/ als Norm akzeptiert und anerkannt ist.

    Und der echte Mensch bleibt auf der Strecke. Tja.


    P.S.


    Im seltenen und echt tollen Buch von Hellmuth Hecker über das Leben des Buddha gibt es das sehr lange Gespräch zwischen dem jungen Prinzen und dem Vater, der ihn anfleht zu bleiben. Dann sagt Siddhartha, wenn der Vater ihm garantieren könne, dass er ewig jung und gesund bleibe, niemals krank würde und niemals sterbe. Aber der Vater sagt, das sei unmöglich.

    In der Nacht, als alle schon schliefen, hatte Siddhartha die Leute gesehen, die wie Leichen ausgesehen hatten, mit geöffneten Mündern, und bei einer schönen Kurtisane lief die Spucke weg.

    Können wir uns alle in diese Situation innerlich versetzen? Ha, das ist eine gute Frage.:?

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (25. Februar 2026 um 23:05)

  • Samadhi1876
    Reaktionen
    701
    Punkte
    4.591
    Beiträge
    767
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 26. Februar 2026 um 00:13
    • #27
    Igor07:

    Können wir das? Wenn nicht, dann können wir uns als Buddhisten" etikettieren", mehr aber nicht.

    Es geht um das radikale Loslassen; das wäre der erste Schritt, scheint mir.


    Ansonsten.. hm.. konsumieren wir den Buddhismus als Produkt wie alle anderen Waren, aber sie alle sind nicht wahr, nicht die Wahr-heit.

    So war die Sichtweise des jungen Prinzen von damals. Scheint mir..

    Loslassen…


    Erscheint als erster Schritt…

    „Was nur“…


    Hält davon ab…

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 27. Februar 2026 um 20:36
    • #28
    Samadhi1876:

    „Was nur“…


    Hält davon ab…

    Als der junge kerngesunde Prinz Siddhartha den Tod gesehen hatte, war es sein eigener Tod, es war seine eigene Leiche. Das war kein MAN da draußen. Es war er selbst. Und das unterscheidet uns von ihm. Der normale Mensch verdrängt die Gedanken über den Tod, alle herum können sterben, aber nicht ich. Er rationalisiert diese Angst oder entwickelt die Symptomatik der Übertragung, so etwa kleine Phobien, als Schutzmechanismus.

    Der Prinz wollte es nicht, und ich denke, das ist normal, aber nicht das, was in der modernen Gesellschaft als Norm akzeptiert ist.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Wetering
    Reaktionen
    159
    Punkte
    2.414
    Beiträge
    433
    Mitglied seit
    1. April 2011
    • 28. Februar 2026 um 09:33
    • #29

    Es gibt eine Geschichte von Buddha, in der er von jemandem gefragt wird "Bist du ein Gott?", "Bist du ein Zauberer?" und er das jeweils verneint.

    Auf die Frage, was er denn dann sei, antwortet Buddha: "Ich bin erwacht."

  • Qualia
    Reaktionen
    2.805
    Punkte
    19.700
    Beiträge
    3.327
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 28. Februar 2026 um 09:49
    • #30
    Beitrag

    RE: Der Buddha als Mensch?

    […]

    Als der junge kerngesunde Prinz Siddhartha den Tod gesehen hatte, war es sein eigener Tod, es war seine eigene Leiche. Das war kein MAN da draußen. Es war er selbst. Und das unterscheidet uns von ihm. Der normale Mensch verdrängt die Gedanken über den Tod, alle herum können sterben, aber nicht ich. Er rationalisiert diese Angst oder entwickelt die Symptomatik der Übertragung, so etwa kleine Phobien, als Schutzmechanismus.

    Der Prinz wollte es nicht, und ich denke, das ist normal, aber nicht…
    Igor07
    27. Februar 2026 um 20:36

    Da sind mal eben etliche Jahre der Entwicklung übersprungen. Erst im ersten Gespräch mit seinen Freunden wird ihm wirklich klar, was er in den letzten Monaten der Abgeschiedenheit erfahren hatte. Ab da hat er erst etwas zu erzählen über das Leiden der Menschen, das Entstehen, Vergehen und den Weg zu ihrem Vergehen. Denn erst jetzt gibt es überhaupt Menschen, mit denen er sich austauschen und mit denen er zusammen systematisieren kann. Bis zu diesem Treffen waren es Selbstgespräche, Kommunikation mit Mara.


    Das ist wie die Geschichte des Jesu: Die Entwicklung bis zu seinem ersten Auftritt wird einfach mal vergessen.


    So werden Heilige gemacht, die ihr auch nur Mensch-Sein durch die Heiligmacher verloren haben.


    So werden Götter geschaffen und als Menschen verkleidet.

    Heilige sind Götter, die sich als Menschen verkleiden.

    Man belächelt die Kleidung, denn man weiß, dass sie Götter sind.

    Perfekte Selbstverblendung, das nennt Buddha Verblendung, und ich Glauben wollen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 28. Februar 2026 um 12:27
    • #31
    Wetering:

    Es gibt eine Geschichte von Buddha, in der er von jemandem gefragt wird "Bist du ein Gott?", "Bist du ein Zauberer?" und er das jeweils verneint.

    Auf die Frage, was er denn dann sei, antwortet Buddha: "Ich bin erwacht."

    Es war ein wandernder Asket, Upaka, aber der Buddha hatte ihn nicht überzeugt, also war er dann echt schlau geworden und hatte bei den fünf ehemaligen Gefährten schon eine analytische und ausdifferenzierte, gezielte Methode der Darlegung der Lehre benutzt.


    Zitat

    „Wer bist du Freund? Dein Gesicht ist klar und rein, deine Haltung
    eindrucksvoll und gelassen. Sicher hast du eine große Wahrheit
    entdeckt. Wer ist dein Lehrer, Freund, und was hast du entdeckt?“
    Der gerade erwachte Buddha antwortete: „Ich bin ein Allesüberwinder,
    ein Allwissender. Ich habe keinen Lehrer. In der ganzen Welt bin ich
    allein vollkommen erleuchtet. Es gibt keinen, der mich das gelehrt
    hätte – durch eigene Anstrengung habe ich es erreicht.“
    „Willst Du behaupten, dass du Geburt und Tod besiegt hast?“
    „Tatsächlich bin ich ein Sieger; und nun gehe ich nach Benares um in
    der blind gewordenen Welt die Trommel der Todlosigkeit zu schlagen.“
    „Möge es so sein“, sagte der Asket Upaka, schüttelte den Kopf, nahm
    einen Seitenweg und ging fort.“
    ~ MV 1.6

    Alles anzeigen

    Ha … „Möge es so sein“, aber dann ging er einfach so fort.

    Für mich hier ist echt bemerkenswert, dass der Buddha keine übernatürlichen Kräfte benutzt hätte, um diesen Asketen zu überzeugen. Gut zu wissen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.754
    Punkte
    11.732
    Beiträge
    1.757
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 28. Februar 2026 um 16:49
    • #32
    Igor07:

    Was ist für euch Buddha? Der Heilige, wie Jesus, oder der Mensch, der wie wir alle sterben wird?

    Sowohl Buddha, als auch Jesus, waren natürlich Menschen, aber solche, die sich durch besondere Veranlagungen, sowie ihr Leben im Dienst einer lebensverändernden und sinnstiftenden Sache - Befreiung vom psychisch-geistigen Leiden - stark von der "Masse" abhoben.


    Für viele "Westler", so auch für mich, ist der Buddha ein verehrungswürdiger Mensch, Vorbild und Wegweiser eines (Lebens-)Weges, der als heilsam erfahren und gelebt wird.


    Für, weltweit gesehen, sicherlich die Mehrzahl der Buddhisten, mag er

    darüber hinaus noch eine Art "Retter in der Not", der "Zuflucht" bietet, repräsentieren, wodurch er zum gottähnlichen Wesen avanciert und damit entsprechende Verehrung erfährt.

    Igor07:

    War er ein Mensch? Und der Mensch macht Fehler. Warum hat der Buddha, der übernatürliche Kräfte besaß, diesen Massenmord nicht gesehen?

    Ja, Menschen machen Fehler, auch besonders kluge, weise und - anscheinend - sogar "Erwachte"/Erleuchtete.

    Wobei man selbstverständlich berücksichtigen muss, dass diese "Fehler" von anderer Perspektive aus, als solche bewertet wurden/werden, nämlich aus dem Blickwinkel Unerleuchteter

    (die obendrein noch aus einer gänzlich anderen Zeitepoche heraus urteilen).


    Findest du es, lieber Igor07 , nicht auch bemerkenswert, dass im Palikanon diese, teilweise (aus heutiger Sicht) fatalen, "Fehler" (Frauenfeindlichkeit, Nicht-Voraussehen eines Massensuizids, etc.) so ausführlich geschildert werden und nicht etwa vertuscht wurden, um z.B. Buddhas Ansehen als "Unfehlbarer mit magischen Fähigkeiten", nicht zu schaden? :?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
    Reaktionen
    2.805
    Punkte
    19.700
    Beiträge
    3.327
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 28. Februar 2026 um 16:53
    • #33

    Erst als ich meine Verehrung für Jesus oder Buddha endlich aufgegeben hatte, wurden sie zu Helfern. Keine Zuflucht, denn ich nehme auch keine Zuflucht zu meiner toten Mutter. Zuflucht nehme ich zu lebendigen Mitmenschen!

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 28. Februar 2026 um 17:19
    • #34
    Anna Panna-Sati:

    Findest du es, lieber Igor07 , nicht auch bemerkenswert, dass im Palikanon diese, teilweise (aus heutiger Sicht) fatalen, "Fehler" (Frauenfeindlichkeit, Nicht-Voraussehen eines Massensuizids, etc.) so ausführlich geschildert werden und nicht etwa vertuscht wurden, um z.B. Buddhas Ansehen als "Unfehlbarer mit magischen Fähigkeiten", nicht zu schaden?

    Ha, liebe Anna Panna-Sati ,wahrscheinlich war es einfach nicht möglich, so viel zu vertuschen, wenn enorm viele Menschen Suizid begangen haben. Aber der Buddha hat alles verschlafen – ach, Entschuldigung, weg-meditiert. Findest du nicht?

    Ernsthaft gesagt, ich finde keine Logik.

    Zum Beispiel diese 32 besonderen Merkmale im Körper.

    Aber es war nicht für alle ersichtlich, für die anderen aber schon.

    Es kommt immer darauf an, wer interpretiert, wer und wie übersetzt, und in welcher Zeit.

    Es wäre sowieso besser, keine Idole zu erschaffen, denn dann als die Folge bekamen wir die Religion als Opium für das Volk, ohne es weiter auszuführen.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.754
    Punkte
    11.732
    Beiträge
    1.757
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 1. März 2026 um 16:06
    • #35
    Igor07:

    ,wahrscheinlich war es einfach nicht möglich, so viel zu vertuschen,

    Lieber Igor07 ,

    das mag stimmen, in Bezug auf diesen Massen-Suizid (obwohl Menschen bekanntlich große Meister im Verheimlichen, Kaschieren, Verdecken usw. sind - siehe z.B. Naziverbrechen, die z.T. erst um die Jahrtausendwende ans Licht kamen...), aber es existieren ja auch Suttas, die den Buddha wie eine relativ machtlose, gar unscheinbare, Gestalt aussehen lassen.


    Beispiel: Majjhima Nikaya 128 (Upakkilesa Sutta), wo er sich vergeblich bemühte, einen Streit unter den Mönchen zu schlichten:

    Zitat

    ...Zum dritten Mal sagte der Erhabene:

    "Genug, ihr Bhikkhus, es soll keinen Streit, keinen Zank, keinen Zwist und keine Streitgespräche geben."


    Zum dritten Mal sagte jener Bhikkhu zum Erhabenen:

    "Warte, ehrwürdiger Herr. Der Erhabene, der Herr des Dhamma lebe unbeschwert und widme sich dem angenehmen Verweilen hier und jetzt. Wir sind diejenigen, die für diesen Streit, diesen Zank, diesen Zwist und diese Streitgespräche verantwortlich sein werden." .......


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m128z.html

    Alles anzeigen

    Interessant, wie der Vorfall im folgenden Absatz bewertet wird

    (Der Begriff "angewidert" für den Buddha, erscheint mir etwas unangebracht, da er Ekel und Widerwillen ausdrückt - wie passt das zum angeblich andauernden Gleichmut-"Modus" eines Erwachten?):

    Zitat

    ...Durch das Gebaren der Mönche wurden die Einwohner von Kosambī verärgert und der Streit nahm noch mehr zu.


    Buddha versuchte erneut Frieden zu stiften und erzählte die Geschichte vom König Dīghiti von Kosala, aber seine Bemühungen blieben ohne Erfolg,


    einer der Mönche besaß sogar die Frechheit und sagte, er solle sie alleine lassen, damit sie den Streit ohne seine Einmischung beilegen können.


    Angewidert verließ Buddha Kosambī und durch Bālakalonakāragāma und Pācīnavamsadaya wandernd, zog er sich alleine in den Pārileyyaka Wald zurück.


    https://www.palikanon.com/namen/ku/kosambii.htm

    Alles anzeigen

    :shrug:

    Später erkennt ein Parkwächter offensichtlich auch nicht, wen er vor sich hat und will dem Buddha den Zutritt zum Park verweigern:

    Zitat

    (MN 128).....Der Parkwächter sah den Erhabenen in der Ferne kommen und sagte zu ihm:

    "Betritt diesen Park nicht, Mönch. Hier sind drei Männer aus guter Familie, die nach dem Guten streben. Störe sie nicht."


    Der ehrwürdige Anuruddha hörte den Parkwächter zum Erhabenen sprechen und sagte zu ihm:

    "Freund Parkwächter, laß den Erhabenen nicht draußen bleiben. Es handelt sich um unseren Lehrer, den Erhabenen, der da gekommen ist."

    Dann ging der ehrwürdige Anuruddha zum ehrwürdigen Nandiya und zum ehrwürdigen Kimbila und sagte: "Kommt heraus, Ehrwürdige, kommt heraus! Unser Lehrer, der Erhabene ist gekommen." .....

    Alles anzeigen

    Es geht in dieser Lehrrede vorrangig um den Umgang mit Geistestrübungen und das Geschehen drumherum wird quasi nebenbei erwähnt, legt aber recht anschaulich nahe, dass der Buddha (auch rein äußerlich) eben keine auffällige "Lichtgestalt" war, die jedem Menschen gleich Ehrfurcht einflößte....:?

    Igor07:

    Es kommt immer darauf an, wer interpretiert, wer und wie übersetzt, und in welcher Zeit.

    _()_Ja, da hast du m.E. absolut Recht, das sollte man immer berücksichtigen, ggf. zusätzlich noch, warum genau und in welcher Absicht manchmal "Korrekturen" erfolgen...

    Igor07:

    Es wäre sowieso besser, keine Idole zu erschaffen, denn dann als die Folge bekamen wir die Religion als Opium für das Volk,

    Wie alles, hat auch die Schaffung von Vorbildern/Idolen Vor- und Nachteile:

    Machtstrategen können sie zu eigennützigen Manipulationen missbrauchen, sie können aber auch als Orientierungspunkte und Inspirationsquellen - gerade in "unsicheren Zeiten"/"Zeitenwenden" - dienen, um es zu erleichtern, sich in eine heilsame Richtung hin zu entwickeln.


    Grundsätzlich empfiehlt es sich, Idolen gegenüber, immer wachsam zu bleiben, zu hinterfragen und zu prüfen und nicht in blinde Verehrung zu verfallen, die schlimmstenfalls zu unheilsamen Taten motiviert und damit alles Gute, Positive, konterkariert.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 1. März 2026 um 17:09
    • #36
    Anna Panna-Sati:

    (Der Begriff "angewidert" für den Buddha, erscheint mir etwas unangebracht, da er Ekel und Widerwillen ausdrückt - wie passt das zum angeblich andauernden Gleichmut-"Modus" eines Erwachten?):

    Na ja, liebe Anna Panna-Sati , das ist das Problem mit dem Begriff „Erwachen“, wie ich es sehe.

    Es bedeutet nur, dass es kein Anhaften und keine Identifikationen mit den Skandhas gibt, mehr aber nicht, eigentlich.

    Nach dem Erwachen war der Buddha nicht imstande, die moderne Physik zu erklären; er hatte weiter so gesprochen, wie es in der damaligen Zeit üblich war.

    Und wie hätte er also heute gesprochen?

    Wir wissen es einfach nicht.

    Ich denke, Kay Zumwinkel kann sehr gut übersetzen, denn er beherrscht Pali einwandfrei, und es war sein Projekt.


    Anna Panna-Sati:

    Grundsätzlich empfiehlt es sich, Idolen gegenüber, immer wachsam zu bleiben, zu hinterfragen und zu prüfen und nicht in blinde Verehrung zu verfallen, die schlimmstenfalls zu unheilsamen Taten motiviert und damit alles Gute, Positive, konterkariert.

    Also, wenn ich davon ausgehe, dass der Buddha wie ein "normaler" Mensch war, aber kein Gott, warum sollte er dann nicht so starke Emotionen ausdrücken? ( "angewidert", usw..)

    Er hat sehr harte und manchmal derbe Sprache benutzt; sehr viele Beispiele kann man im Buch „Der Buddha und sein Orden“ von F. Schäfer finden.

    So denke ich etwa.:?

    LG.

    Igor.


    P.S.


    Entschuldigung: „Es wäre besser für dich, törichter Mann, du hättest dein männliches Glied in den Rachen einer schwarzen Schlange eingeführt oder in eine glühende Kohle als in eine Frau …“ usw.(S.109) Der arme Mönch war sehr niedergedrückt. Also sollten wir daraus schlussfolgern, dass er kein Mitgefühl besaß? Aber dann messen wir den Buddha nach den Maßstäben der heutigen Zeit, oder?

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 3. März 2026 um 12:17
    • #37
    Anna Panna-Sati:

    Ja, Menschen machen Fehler, auch besonders kluge, weise und - anscheinend - sogar "Erwachte"/Erleuchtete.

    Wobei man selbstverständlich berücksichtigen muss, dass diese "Fehler" von anderer Perspektive aus, als solche bewertet wurden/werden, nämlich aus dem Blickwinkel Unerleuchteter

    (die obendrein noch aus einer gänzlich anderen Zeitepoche heraus urteilen).

    Was mir noch einfällt, wenn ich darüber mehr und mehr nachdenke, liebe Anna Panna-Sati .

    Wie sollten wir den Begriff „Erwachen“ bestimmen oder auch den Begriff „Nibbana“? Da gibt es keine einheitliche, für alle gültige Definition.

    Was den historischen Buddha betrifft, ist es sehr schwierig, wenn kaum möglich, so viel Übernatürliches und Märchenhaftes von den Fakten zu unterscheiden: Der Buddha entfachte das Feuer, um den Nāga-König zu besiegen, er ließ das Wasser nach allen Seiten zurückgehen (vergleiche es mit Mose), er konnte das Feuerholz zerkleinern – also immer wieder geht es um übernatürliche Kräfte.

    Ich kann also schlussfolgern: Wenn hier im Spiel etwas als Fakt dargestellt wird, womit kein moderner Mensch von heute und bestimmt kein Wissenschaftler etwas anfangen kann, sollte ich das alles als das betrachten, was real damals passiert ist?

    Wir sollten nicht vergessen, dass wir es mit Religion zu tun haben, also mit sehr geschickten Konstrukten, um die Leute zu bekehren und sie zu überzeugen.

    Die andere Frage wäre: Sollten wir an das alles und noch mehr blind glauben? Wie an die Auferstehung von Jesus oder an das Leben nach dem Tod? Das kann trösten, aber es hat alles mit der historischen Wahrheit nichts zu tun.

    Und meine eigene Position: Ich brauche es nicht.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.754
    Punkte
    11.732
    Beiträge
    1.757
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 3. März 2026 um 14:48
    • #38
    Igor07:

    Also, wenn ich davon ausgehe, dass der Buddha wie ein "normaler" Mensch war, aber kein Gott, warum sollte er dann nicht so starke Emotionen ausdrücken? ( "angewidert", usw..

    Gute Frage, lieber Igor07 . _()_

    Ich denke, weil man gemeinhin erwarten würde, dass der Buddha - nach dem Erwachen - gewissermaßen "über" den Emotionen stand, d.h., infolge der Geistesschulung und "Befreiung", sollten ihn weder negative, noch positive Emotionen in bestimmten Situationen "belasten" können (mangels "Ergreifen"), andernfalls würde er ja zwangsläufig darunter gelitten haben müssen.


    Der Begriff "angewidert", ist m.E. daher eine Fehl-Interpretation (vom Übersetzer?) oder einfach unzutreffend gebraucht. :shrug:

    Igor07:

    das ist das Problem mit dem Begriff „Erwachen“, wie ich es sehe.

    Es bedeutet nur, dass es kein Anhaften und keine Identifikationen mit den Skandhas gibt, mehr aber nicht, eigentlich.

    ("Nur"? ;) - Ich wünschte, ich würde jemals so weit kommen....:roll:)


    Solange wir (noch) nicht - dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können, wissen wir nicht, welche Horizonte sich in der Folge öffnen, sprich, welche geistigen Potenziale unter diesen Umständen freigesetzt werden, wenn die allgegenwärtigen (Todes- und Alltags-) Ängste weggefallen sind...


    Damit ist selbstverständlich kein reines (intellektuelles) Fachwissen gemeint - der Buddha konnte nach seiner Erleuchtung sicherlich keine Antibiotika entwickeln, Kriege verhindern/Weltfriedenskonzepte erstellen oder irgendwelche komplexe naturwissenschaftliche Fragestellungen klären, usw. .

    Igor07:

    Der arme Mönch war sehr niedergedrückt. Also sollten wir daraus schlussfolgern, dass er kein Mitgefühl besaß? Aber dann messen wir den Buddha nach den Maßstäben der heutigen Zeit, oder?

    Diese Geschichte von Sudinna und der geschilderten heftigen Reaktion des Buddha auf dessen Fehlverhalten, hat mich (auch in diesem Forum) schon mehrfach beschäftigt, weil die Handlungsweise des Buddha nicht nur, nicht gerade von Mitgefühl und Güte zu zeugen (nach heutigen, wie damaligen, Maßstäben!) scheint, sondern obendrein den Anschein erweckt, er habe - negative - Emotionen Wut, Zorn) und diese nicht recht im Griff...


    Praktisch angewandtes Mitgefühl ist jedoch oft eine diffizile Sache:

    In diesem Fall hatte der Buddha wohl das Mitgefühl mit der Sangha, die den Dhamma künftig an viele leidende Menschen weitergeben sollte, offensichtlich gegenüber dem Mitgefühl mit einem Einzelnen priorisiert.


    Diese Ungereimtheiten im Palikanon:

    Mal verfügt der Buddha über ein "himmlisches Auge", mit dem er Überweltliches

    wahrnehmen kann, mal scheint er völlig ahnungslos (Massensuizid der Mönche)

    könnten auf vielerlei Ursachen zurückzuführen sein, u.a. z.B. der Tatsache geschuldet, dass viele Autoren - während eines längeren Zeitraumes - im Palikanon ihren "Senf" dazugegeben haben...:?

    Igor07:

    Wenn hier im Spiel etwas als Fakt dargestellt wird, womit kein moderner Mensch von heute und bestimmt kein Wissenschaftler etwas anfangen kann, sollte ich das alles als das betrachten, was real damals passiert ist?

    Meiner Meinung nach: Bestimmt nicht, lieber Igor07 .

    Irgendwie bastelt sich wohl fast jeder Übende, auch Dharmalehrer, letztlich sein Bild vom Buddha so zusammen, dass es konsistent wird, Sinn macht...

    (Wenn alles sonnenklar wäre, gäbe es nur EINE Richtung im Buddhismus und hier im Forum würde vermutlich vielfach nur "Edles Schweigen" herrschen...;))

    Igor07:

    Sollten wir an das alles und noch mehr blind glauben? Wie an die Auferstehung von Jesus oder an das Leben nach dem Tod? Das kann trösten, aber es hat alles mit der historischen Wahrheit nichts zu tun.

    Blinder Glaube dürfte - von Ausnahmen abgesehen - immer von

    Nachteil sein und ist im Buddhismus (Weisheitslehre, "Erfahrungsreligion") sowieso i.d.R. nicht gefragt.


    Dr. Eugen Drewermann (Theologe, ehem. kath. Priester und Psychoanalytiker) - der "Rebell", den die kath. Kirche hinauswarf, weil er diverse Dogmen, z.B. die Jungfrauengeburt Jesu, bestritt - interpretiert die Bibelerzählungen psychoanalytisch - das macht Sinn und, so verstanden, sind die Botschaften auch heute noch nachvollziehbar und heilsam.


    Wo bleibt der "buddhistische Drewermann", der uns den Palikanon analog psychoanalytisch aufbereitet und erklärt?

    Erfahrungsreligion hin oder her - ich denke, es könnte nützlich sein, viele Geschichten mal von dieser Warte aus zu betrachten.

    (Die "historische Wahrheit" wird dahinter verblassen....;))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 3. März 2026 um 15:37
    • #39
    Anna Panna-Sati:

    Ich denke, weil man gemeinhin erwarten würde, dass der Buddha - nach dem Erwachen - gewissermaßen "über" den Emotionen stand, d.h., infolge der Geistesschulung und "Befreiung", sollten ihn weder negative, noch positive Emotionen in bestimmten Situationen "belasten" können (mangels "Ergreifen"), andernfalls würde er ja zwangsläufig darunter gelitten haben müssen.

    Aha...

    Doch, egal welche Emotionen, so wie positive, so auch negative, können entstehen, denn das ist einfach menschlich, ansonsten könnten wir als Homo sapiens nicht überleben. Aber wir können lernen, sie nicht zu ergreifen, dann haben sie keine Kraft mehr, uns zu versklaven, so scheint es mir.

    Ich kann mir kaum den Menschen vorstellen, der immer in Gelassenheit und Gleichmut verweilt, das wäre wie ein Roboter.

    Der Buddha zeigt sehr viele Emotionen auf, sehr tiefe, innere Ergriffenheit, als er drei Himmelsboten entgegentrat, als er mit Māra sprach, als er sehr viele Aspekte der Lehre erklärte. Das alles macht ihn menschlich aus, aber nicht rein steril, wo keine Emotionen mehr ablaufen, weil er über das alles steht oder alles beherrscht.


    Anna Panna-Sati:

    Der Begriff "angewidert", ist m.E. daher eine Fehl-Interpretation (vom Übersetzer?) oder einfach unzutreffend gebraucht. :shrug:


    Wo steht das Wort? Ich habe dreimal gelesen und es nicht gefunden. MN 128?

    Anna Panna-Sati:

    Diese Ungereimtheiten im Palikanon:

    Mal verfügt der Buddha über ein "himmlisches Auge", mit dem er Überweltliches

    wahrnehmen kann,

    Ach, das ist kein sinnvolles Argument, liebe Anna Panna-Sati , also wieder sollte ich blind vertrauen, dass der Buddha wie ein Übermensch ist, denn er hat ein "Himmlisches Auge", ich aber als Otto-Normaler keines.

    Na ja, das sind meine ersten Gedanken. Danke für den Beitrag, LG.


    P.S.


    Zitat

    Wo bleibt der "buddhistische Drewermann", der uns den Palikanon analog psychoanalytisch aufbereitet und erklärt?

    Doch, Ñāṇavīra Thera passt hier echt gut, mit enorm vielen Querhinweisen zu allen möglichen Bereichen, wie von moderner Physik, so auch zur existenziellen Philosophie und auch zur Psychologie. Mettiko Bhikkhu geht hier noch tiefer, denke ich.

    Aber es ist meine eigene Meinung.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (3. März 2026 um 15:44) aus folgendem Grund: Korrigiert und ergänzt.

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.754
    Punkte
    11.732
    Beiträge
    1.757
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 3. März 2026 um 16:14
    • #40
    Igor07:
    Anna Panna-Sati:

    Der Begriff "angewidert", ist m.E. daher eine Fehl-Interpretation (vom Übersetzer?) oder einfach unzutreffend gebraucht. :shrug:


    Wo steht das Wort? Ich habe dreimal gelesen und es nicht gefunden. MN 128?

    -> In meinem zweiten Zitat des Beitrags # 35, unten (das war kein Auszug aus einem Sutta):


    ..."Angewidert verließ Buddha Kosambī und durch Bālakalonakāragāma und Pācīnavamsadaya wandernd, zog er sich alleine in den Pārileyyaka Wald zurück."


    Igor07:
    Anna Panna-Sati:

    Diese Ungereimtheiten im Palikanon:

    Mal verfügt der Buddha über ein "himmlisches Auge", mit dem er Überweltliches

    wahrnehmen kann,

    Ach, das ist kein sinnvolles Argument, liebe Anna Panna-Sati , also wieder sollte ich blind vertrauen, dass der Buddha wie ein Übermensch ist, denn er hat ein "Himmlisches Auge", ich aber als Otto-Normaler keines.

    Lieber Igor07 , das sollte nur als ein Beispiel für die teilweisen Ungereimtheiten im Palikanon dienen - war wohl nicht gut gewählt, sorry.

    (Dennoch: Vielleicht kriegst du, als "Otto-Normaler", ja noch irgendwann ein "Himmlisches Auge"? ;) )


    Zu allen Zeiten gab es immer wieder auch Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, z.B. Autisten mit fotografischem Gedächtnis (Eidetiker), Mathe-Genies oder eben "Hellfühlende"/"Hellsehende" - natürlich misch(t)en sich da viele Scharlatane/Schwindler darunter, was Vorsicht und Skepsis begründet.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 3. März 2026 um 17:11
    • #41
    Anna Panna-Sati:

    ..."Angewidert verließ Buddha Kosambī und durch Bālakalonakāragāma und Pācīnavamsadaya wandernd, zog er sich alleine in den Pārileyyaka Wald zurück."

    Aber es geht um die bestimmte Gegend, oder?:?

    Egal …


    Zitat

    . Aus diesem Grund werden [aber] im Orden Streit, Zank, Zwist, Auseinandersetzung, Ordensspaltung, Ordensdifferenzen, Ordensstillstand und Verschiedenheit im Orden entstehen.’ Ihr Mönche, ein zur Spaltung neigender Mönch, soll vertraulich den anderen Mönchen sein Vergehen bekennen.“ Nachdem der Erhabene diesen Sachverhalt den Mönchen, die dem sus­pendierten Mönch folgten, dargelegt hatte, stand er vom Sitz auf und ging fort.

    271. Der Streit von Kosambi

    Anna Panna-Sati:

    (Dennoch: Vielleicht kriegst du, als "Otto-Normaler", ja noch irgendwann ein "Himmlisches Auge"? ;) )

    Ach, ja , das brauche ich nicht.;) LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 5. März 2026 um 11:41
    • #42
    Anna Panna-Sati:

    ..."Angewidert verließ Buddha Kosambī und durch Bālakalonakāragāma und Pācīnavamsadaya wandernd, zog er sich alleine in den Pārileyyaka Wald zurück."

    Hi, Anna.


    Nach meinen sehr langen Recherchen habe ich kein Wort „angewidert“ in diesem Zusammenhang gefunden. Es geht sehr wahrscheinlich um eine interpretierende Übersetzungsentscheidung, die nicht im Pali-Kanon steht. Es wäre besser, wenn man, wenn es um den konkreten Text oder die Stelle geht, das direkt sieht, um was es hier geht. Und wenn egal welche bescheuerte KI oder Suchmaschine benutzt wird, im Klaren zu sein. Ich entschuldige mich, wenn es hart klingt. Aber wie viele User verwenden heutzutage diese Tools, kann man echt nur raten._()_


    P.S.


    Das zum Beispiel gibt es auch etwa als "freie" Übersetzung, aber was ist die Quelle, ist niemals ersichtlich. Die ganze Angelegenheit kann echt sehr peinlich werden, denn die Pali-Sprache funktioniert nach eigenen Gesetzen, aber nicht wie die westlichen Sprachen wie Englisch oder Deutsch. Wir sagen etwa: Die Schlange hat mich gebissen, aber dort sagt man: „Dank mir hat die Schlange den Biss durchgeführt.“ Und deswegen ist eine enorme Freiheit der Übersetzungen möglich, was den Sinn oder die Bedeutung verschleiert und verzerrt.


    Zitat

    Angesichts dieser Verbohrtheit und Dummheit sah der Buddha, dass für ihn hier nichts mehr zu tun war, und er kehrte – tief betrübt – allein nach Savatthi zurück.

    Geschichten aus dem Palikanon

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (5. März 2026 um 12:33) aus folgendem Grund: Korrigiert und ergänzt.

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.754
    Punkte
    11.732
    Beiträge
    1.757
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 5. März 2026 um 16:29
    • #43

    Lieber Igor07 , ich bin mir nicht sicher, ob ich dich (richtig) verstehe, aber deine Einschätzung:

    Igor07:

    Nach meinen sehr langen Recherchen habe ich kein Wort „angewidert“ in diesem Zusammenhang gefunden.

    Es geht sehr wahrscheinlich um eine interpretierende Übersetzungsentscheidung, die nicht im Pali-Kanon steht.

    hatte ich doch schon hier, Beitrag # 40, bestätigt:

    Anna Panna-Sati:

    ...(das war kein Auszug aus einem Sutta):

    Nochmal der Link:

    Kosambī


    (Die Übersetzung stammt wohl von Santuttho Bhikkhu.)


    Es ging mir jetzt auch nicht so speziell um jenes Adjektiv "angewidert", sondern prinzipiell darum, ob der Buddha solche Emotionen noch "empfand" und mit sich "herumtrug" (festhielt), ebenso wie dein Zitat es auszudrücken scheint:

    Zitat

    .....er kehrte – tief betrübt – allein nach Savatthi zurück.

    Das glaube ich eben nicht, denn "tief betrübt" ist jeder Weltling, unter gewissen Umständen, mal - worin bestünde dann der Unterschied zu einem "Erwachten"?

    Er war "tief betrübt", litt aber nicht darunter?? - dazu hat die KI folgendes zu "sagen":

    Zitat

    Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie man "tief betrübt" definiert.

    Nach der buddhistischen Überlieferung konnte der Buddha nicht im Sinne von verzweifelter, leidvoller Trauer betrübt sein, aber er war durchaus in der Lage, Mitgefühl zu empfinden und die Vergänglichkeit zu spüren, ohne davon überwältigt zu werden.


    Hier sind die entscheidenden Punkte:


    • Der Unterschied zwischen Trauer und Gleichmut (Upekkhā): Der Gleichmut, den der Buddha erreichte, ist keine eiskalte Gleichgültigkeit oder emotionale Taubheit. Es ist eine tiefe innere Stabilität, die auf Weisheit basiert und es ermöglicht, sowohl Freude als auch Leid zu erleben, ohne daran anzuhaften (kein Greifen, kein Abstoßen).
    • Keine Überwältigung durch Emotionen: Nach der Erleuchtung (und besonders nach dem Erreichen des Paranirvana) war der Buddha frei von Dukkha (Leiden/Unzufriedenheit). Er erlebte unangenehme Situationen, reagierte aber nicht mit negativen Emotionen, die den Geist trüben.
    • Mitgefühl statt persönlicher Trauer: Wenn der Buddha Zeuge von Leid wurde, fühlte er tiefes Mitgefühl (Karunā), aber keine persönliche Trauer, die ihn "tief betrübt" (im Sinne von niedergeschlagen) gemacht hätte. Er verstand die Natur des Leidens und des Todes als untrennbare Bestandteile der Existenz.
    • Vergänglichkeit: Der Buddha sah die Vergänglichkeit aller Dinge (Tod, Verfall) und lehrte, dass Trauer aus dem Nicht-Akzeptieren dieser Realität entsteht.
    • Körperlicher Schmerz vs. Geistiges Leid: Es ist überliefert, dass der Buddha auch in seinen letzten Jahren körperlichen Schmerz empfand, diesen aber durch seine vollkommene Achtsamkeit nicht als psychisches Leid erlebte.

    Fazit: Der Buddha war im Dauerzustand des Gleichmuts, was bedeutet, dass er unerschütterlich war. Er konnte Mitgefühl empfinden, aber er war nicht "zu Tode betrübt" oder verzweifelt.


    (Quelle: KI (Google))

    Alles anzeigen

    Aha, da bin ich ja beruhigt (und du hoffentlich auch...). ;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 5. März 2026 um 17:00
    • #44
    Anna Panna-Sati:

    Es ging mir jetzt auch nicht so speziell um jenes Adjektiv "angewidert", sondern prinzipiell darum, ob der Buddha solche Emotionen noch "empfand" und mit sich "herumtrug" (festhielt), ebenso wie dein Zitat es auszudrücken scheint:

    Ach ja, angewidert, tief betrübt, usw..

    Anna Panna-Sati:

    Er war "tief betrübt", litt aber nicht darunter?? -

    Bitte, können wir KI in Ruhe lassen?

    Der Buddha war als Mensch weitergeblieben, so lebte er auch als Mensch nach dem Erwachen.

    Also, sollte es bedeuten, dass er keine Emotionen mehr empfunden hatte?

    Nur Gelassenheit, also wie ein Roboter?

    KI kann auch keine Emotionen empfinden, sie kann sie alle simulieren. Mehr nicht.

    Wenn der Mensch keine normalen Emotionen spürt, also fühlt, dann geht es um keinen Menschen mehr.

    Sogar Jesus war tief betrübt und echt verzweifelt, warum aber sollte der Buddha so steril und fade sein?

    Ananda hatte geweint, der Buddha hatte ihn getröstet, der Buddha wachte selbst beim ruhrkranken Mönch, und das alles ohne Gefühle?

    Na ja, kann sein, aber ich kann mir das kaum vorstellen, liebe Anna.:shrug:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (5. März 2026 um 17:06)

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.657
    Punkte
    61.644
    Beiträge
    10.678
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 5. März 2026 um 17:37
    • #45
    Anna Panna-Sati:

    Es ging mir jetzt auch nicht so speziell um jenes Adjektiv "angewidert", sondern prinzipiell darum, ob der Buddha solche Emotionen noch "empfand" und mit sich "herumtrug" (festhielt), ebenso wie dein Zitat es auszudrücken scheint:

    Der Buddha hatte eine Doppelrolle. Einerseits war er ein Arhat - ein vollständig Erleuchter, der von daher ganz frei ist. Aber zweitens kamen dann Menschen die ihn baten zu lehren, und dadurch dass er da aus Mitgefühl zusagte, nahm er eine große Verantwortung auf sich. Ein Oberhaupt des Ordens ist derjenige der für die Durchsetzung des Vinaya zuständig ist.


    Und wenn ein Streit ausbricht, der das Bestehen des Sangha und damit den Weg zur Befreiung für viele gefährdet, dann hat die Rolle des Ordensoberhaupt betrübt zu sein. Dies hat nichts mit dem Arhat zu tun.


    Wir denken ja oft, dass Gefühle etwas waren, dass man fühlt. Oft sind sie aber Teil der Rolle. Reicht man eine grottiges Paper ein, reagieren die Reviewer genervt. Bei einem brillianten, sind sie begeistert. Nichts davon muß "gefühlt" sein. Es gehört zur Aufgabe zurückzuweisen oder Antrag nehmen, zu ermutigen oder einen Schuss vor den Bug zu geben.

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 5. März 2026 um 17:44
    • #46

    Der erwachte Mensch kann alle möglichen Gefühle erfahren, das wäre dann der erste Pfeil, aber er identifiziert sich nicht mit ihnen, denn alle Skandhas sind Nicht-Ich, anatta, also keinen zweiten Pfeil.
    Aber wenn wir also den ersten Pfeil einfach so weglassen, dann würde der erwachte Mensch nichts empfinden. Wenn ich recht erinnere, hatte Anālayo Ñāṇavīra deswegen sehr scharf kritisiert, also Nibbāna als das Ende der Wahrnehmung:?: überhaupt.
    Aber der Arahat bleibt nach dem Erwachen sehr aktiv, gesprächig und kommunikativ, die ganze Angelegenheit besteht eher darin, dass keine mentale Ausuferung mehr stattfindet, also technisch gesprochen: Papañca.


    P.S.


    Zitat

    Papañca – Das zerstörerische Denken

    Eine zentrale Ursache des Leidens ist das Konzept Papañca, das sich grob als „konzeptuelle Vermehrung“ oder „gedankliche Ausuferung“ übersetzen lässt. Der Buddha beschrieb papañca als eine Form des Denkens, die Konflikte erschafft, sowohl innerlich als auch zwischen Menschen. Dabei geht es nicht nur um die Menge der Gedanken, sondern um die Art, wie wir uns selbst und die Welt kategorisieren.

    Warum unser Geist am Leiden festhält – Die Illusion des „Ich bin“

    Der Kern von papañca liegt in der Wahrnehmung Ich bin. Sobald das Denken beginnt, sich um das „Ich“ zu drehen, entstehen unweigerlich Fragen und Zweifel: „War ich in der Vergangenheit? Werde ich in der Zukunft sein? Bin ich gut oder schlecht?“ Diese gedanklichen Konstruktionen führen zu immer neuen Formen des Leidens, da sie das Selbst als etwas Festes begreifen, obwohl es in Wirklichkeit ein fließender Prozess ist.

    Quelle

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (5. März 2026 um 17:52)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 5. März 2026 um 22:32
    • #47
    Anna Panna-Sati:

    Solange wir (noch) nicht - dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können, wissen wir nicht, welche Horizonte sich in der Folge öffnen, sprich, welche geistigen Potenziale unter diesen Umständen freigesetzt werden, wenn die allgegenwärtigen (Todes- und Alltags-) Ängste weggefallen sind...

    Ha, schaue bitte hier, das lese ich gerade, und der ganze Text wirkt auf mich sehr ernüchternd, aber menschlich, und das war mein Gedanke, oder?


    Zitat

    Die naive Psychologie des Theravāda setzt Loslösung mit einem leeren, starren Blick, ohne Lächeln gleich. Es ist nicht entspanntes Selbstbewusstsein, das auf Tugend hinweist, sondern Unflexibilität gegenüber belanglosen Regeln. Erhöhte Empfindungsfähigkeit und Offenheit sind kein Beweis für meditativen Fortschritt, sondern verärgerter Rückzug von der Welt. Die Theravādins glauben, ein Arahat müsste genau so sein, und so versuchen sie, das zu werden, oder wenigstens so vor ihren Verehrern zu erscheinen. Diese Kontrolle und Unterdrückung, verbunden mit der Anstrengung, andauernd jemand zu sein, der sie nicht sind, raubt den Theravāda-Mönchen die Menschlichkeit und Wärme...

    Es lohnt sich, darüber nachzudenken, von einem anderen Blickwinkel, scheint mir.


    Zerbrochener Buddha 20


    Und vergleiche mit dem:


    Zitat

    "Zu dieser Zeit litt ein bestimmter Mönch unter Diarrhöe und lag in seinen eigenen Exkrementen. Als der Buddha und ānanda die Unterkünfte der Mönche besuchten, kamen sie zu der Stelle, wo der kranke Mönch lag. Der Buddha fragte ihn: 'Mönch, was ist mit dir?' - 'Ich habe Diarrhöe, Erhabener'. - 'Ist hier niemand, der sich um dich kümmert?' - 'Nein, Erhabener'. - 'Warum kümmern sich die anderen Mönche nicht um dich?' - 'Weil ich so nutzlos für sie bin'. Dann sagte der Buddha zu ānanda: 'Geh, und hol' Wasser und dann werden wir diesen Mönch waschen'. So brachte ānanda Wasser und der Buddha kippte es über den kranken Mönch und ānanda wusch ihn am ganzen Körper. Anschließend trugen der Buddha und ānanda den Mönch zu einer Lagerstätte. Später rief der Buddha die anderen Mönche zusammen und fragte sie: 'Warum, ihr Mönche, habt ihr euch nicht um diesen kranken Mönch gekümmert?' - 'Weil er uns nicht von Nutzen war, Erhabener'. Dann sagte der Buddha: 'Mönche, ihr habt weder Vater noch Mutter, die sich um euch kümmern, wer, wenn nicht ihr selbst, soll sich um euch kümmern? Lass den, der mich pflegen würde, die Kranken pflegen'"(Vin, IV, 301).

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (5. März 2026 um 22:40)

  • Qualia
    Reaktionen
    2.805
    Punkte
    19.700
    Beiträge
    3.327
    Blog-Artikel
    9
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 6. März 2026 um 09:38
    • #48
    Anna Panna-Sati:

    Solange wir (noch) nicht - dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können, wissen wir nicht, welche Horizonte sich in der Folge öffnen, sprich, welche geistigen Potenziale unter diesen Umständen freigesetzt werden, wenn die allgegenwärtigen (Todes- und Alltags-) Ängste weggefallen sind...

    Weil wir nicht die Daseinsmerkmale als Tatsachen anerkennen wollen, glauben wir an: "- dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können..." und das ist nicht Freiheit!

    Es ist zu erkennen, dass es nichts Beständiges, Dauerhaftes und Befriedigendes geben wird. Das Streben nach dauerhafter Leidfreiheit ist eine der schädlichsten Illusionen eines sich als beständiges Ich wissenden Ichs.


    Das Leiden, das Buddha beschreibt, ist die Verblendung, daran festzuhalten, dass es dauerhaft gleichmütige Zustände gibt, weil es ein beständiges Ich gibt. Rechte Freiheit ist, das Leiden einfach als Leiden im Sinn der Daseinsmerkmale zu sehen und dafür zu sorgen, dass es mir Wohl geht.

    Zitat

    Rechte Freiheit ist, das Leiden einfach als Leiden im Sinn der Daseinsmerkmale zu sehen und dafür zu sorgen, dass es mir Wohl geht.

    Das ist der einzige Dhamma der zu praktizieren ist. Den Buddha nach seinem Sitzmarathon praktiziert hat. Nie zum Ende gekommen ist. Da er wusste, das es Menschen nicht möglich ist, aber Rechte Freiheit jenseits jeder Rechten Weisheit im Entscheiden, was er zu seinem Unwohlsein beseitigen tun kann, ist immer möglich.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (6. März 2026 um 09:50)

  • Anna Panna-Sati
    Reaktionen
    2.754
    Punkte
    11.732
    Beiträge
    1.757
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 6. März 2026 um 15:46
    • #49

    Hallo, lieber Qualia ,

    Qualia:

    Weil wir nicht die Daseinsmerkmale als Tatsachen anerkennen wollen, glauben wir an: "- dauerhaft - in diesem leidfreien, gleichmütigen Zustand verweilen können..." und das ist nicht Freiheit!

    Der Glaube ist nicht = Freiheit, da bin ich ganz bei dir, aber die Erfahrung von Nibbana/Nirvana ist, gemäß der Lehre Buddhas, definitiv Befreiung/Freiheit.


    Nibbana wird (zumindest im Theravada-Buddhismus, dem ich mich derzeit größtenteils zugehörig fühle) als beständig angesehen, weil

    etwas erloschen ist.

    -> Ein erloschenes Feuer ist beständig in seiner Erloschenheit.

    Qualia:

    Es ist zu erkennen, dass es nichts Beständiges, Dauerhaftes und Befriedigendes geben wird. Das Streben nach dauerhafter Leidfreiheit ist eine der schädlichsten Illusionen eines sich als beständiges Ich wissenden Ichs.

    Das Streben nach dem leidfreien "Zustand" des Nibbana ist doch nichts anderes, als dem Edlen Achtfachen Pfad zu folgen, was sicherlich keine "schädliche Illusion" ist, wenn klar wird, dass es kein unabhängiges, beständiges "Ich" ist, welches diesen Weg geht.

    Qualia:

    Rechte Freiheit ist, das Leiden einfach als Leiden im Sinn der Daseinsmerkmale zu sehen und dafür zu sorgen, dass es mir Wohl geht.

    :doubt::?

    Was du hier als "rechte Freiheit"/Befreiung skizzierst, lebt wohl die Mehrheit der Menschen weltweit, ohne die Lehre Buddhas je gehört zu haben - ganz intuitiv (und leidet dabei - mehr oder weniger - ....):


    Nämlich 2 Daseinsmerkmale

    - Leidhaftigkeit/Dukkha und Vergänglichkeit/Anicca - wahrnehmen/beachten

    (nicht unbedingt akzeptieren, aber wer das - u.U. mit Hilfe eines Glaubens oder Spiritualität - tatsächlich schafft, lebt glücklicher...)

    und für das eigene Wohl sorgen.


    Den Unterschied macht u.a.:

    -die Erkenntnis von Substanzlosigkeit/Nicht-Selbst/Anatta, sowie das

    -durchdringende Verstehen von Anicca und Dukkha

    ->das bewusste Wissen um die letztliche Leidhaftigkeit auch freudvoller/glücklicher Zustände und

    -der erweiterte Fokus auf Berücksichtigung des Wohls anderer (Wesen).

    Qualia:

    Das Leiden, das Buddha beschreibt, ist die Verblendung, daran festzuhalten, dass es dauerhaft gleichmütige Zustände gibt, weil es ein beständiges Ich gibt.

    Ich verstehe es so, dass Ergreifen und Festhalten grundsätzlich unheilsam sind, egal um was es sich handelt, deshalb genügt (mir zumindest) eine "abgespeckte" Version deiner Aussage:


    "Das Leiden, das Buddha beschreibt, ist die Verblendung, daran festzuhalten, dass es ein beständiges Ich gibt."


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
    Themenautor
    Reaktionen
    3.271
    Punkte
    32.841
    Beiträge
    5.872
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 7. März 2026 um 10:25
    • #50
    Anna Panna-Sati:

    Nibbana wird (zumindest im Theravada-Buddhismus, dem ich mich derzeit größtenteils zugehörig fühle) als beständig angesehen, weil

    etwas erloschen ist.

    -> Ein erloschenes Feuer ist beständig in seiner Erloschenheit.

    Liebe Anna Panna-Sati, diese rein orthodoxe Formulierung bringt mich manchmal auf die Palme, wenn nicht in ein anderes Universum.

    Die Sache hier ist sehr einfach. Die Person besteht aus vergänglichen und bedingten Skandhas, aber nicht das Individuum.

    Der Buddha war das unikale Individuum, aber keine Person.

    Ich zitiere mal aus dem Buch, bitte einmal das Ganze zu lesen, das ist Theravāda, aber mit kritischem Verstand:


    Zitat

    Die einzigartige Entdeckung, die der Buddha machte, war genau
    dies: Es kann die fünf Gruppen ohne Ergreifen geben. Mit
    anderen Worten, es kann ein Individuum geben, das ohne die geringste
    Vorstellung eines „Selbst“, „Ich“ und „Mein“ ist. So ein
    Individuum wird Arahat genannt. Der Arahat betrachtet rein gar
    nichts als „Mein“. Der Buddha hat diesen Zustand in sich selbst
    erfahren. Damit war er der erste Arahat , der in der Welt unserer
    Zeit erschienen ist.

    Alles anzeigen

    S.35, PDF


    Die Wahrnehmung eines Arahat funktioniert ohne diese Verzerrungen wie bei uns.

    Er lässt sich einfach nicht verarschen, er sieht das Leidliche im scheinbaren Glück, er sieht das Vergängliche im Als-ob-von-etwas-Festem, und er sieht alle Dinge ohne den inneren Kern, plus er sieht das Eklige und Abstoßende unter der schön aussehenden Oberfläche.

    Und genau deswegen kann er nicht angreifen/ festhlaten/, aber er kann sehr gut handeln, besitzt unermessliches Mitgefühl und ist aktiv, was das normale Leben in der Gesellschaft betrifft.

    Wenn wir hier über puggalapuggala sprechen, dann töten wir einfach das lebendige Individuum ab. Das war von mir woanders geschrieben, und ich wurde deswegen sehr scharf angegriffen. Kein Problem.


    https://www.dhamma-dana.de/files/Dhamma%20Dana/Buecher/wettimuny/Die_Lehre_des_Buddha_und_ihre_wesentliche_Bedeutung.pdf

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

Ähnliche Themen

  • Sich gut fühlen

    • RobertNesta
    • 17. Februar 2026 um 10:02
    • Buddhistische Praxis
  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Helmut
    • 17. Dezember 2025 um 15:20
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Ist der Mahayana-Buddhismus überhaupt buddhistisch?

    • Rolf82
    • 17. August 2025 um 13:52
    • Buddhismus kontrovers
  • "Schwierige Menschen"....

    • Anna Panna-Sati
    • 23. August 2023 um 17:16
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Welche Rolle spielt Glaube(n) im Buddhismus?

    • Anna Panna-Sati
    • 21. Oktober 2025 um 00:25
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Übergänge: Altes/Vertrautes l o s lassen - auf Neues/Unbekanntes e i n lassen...

    • Anna Panna-Sati
    • 26. Januar 2025 um 19:11
    • Allgemeines zum Buddhismus
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download