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Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 4. September 2026 um 07:03
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  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 4. September 2026 um 07:03
    • #1

    „Es gibt, ihr Mönche, einige Asketen und Priester, die der Zukunft anhängen, der Zukunft nachsinnen, über die Zukunft mancherlei Glaubenslehren verkünden. ‚Bewusst ist die Seele, genesen nach dem Tode‘ – das verkünden die einen. ‚Unbewusst ist die Seele, genesen nach dem Tode‘ – das verkünden die anderen. ‚Weder bewusst noch unbewusst ist die Seele, genesen nach dem Tode‘ – das verkünden die einen.“


    Ich versuche das ganze Sutta aus meinem Verständnis heraus zu erklären:


    In diesem Sutta geht es um die ganzen wilden Spekulationen, die sich die Leute über die Vergangenheit und die Zukunft zusammenreimen. Da wird über das Selbst nach dem Tod geredet – bewusst, unbewusst, weder noch, oder es wird behauptet, die Welt sei ewig oder nicht ewig. Die einen sagen so, die anderen genau gegenteilig.


    Der Buddha zählt diese ganzen Ansichten auf, und da sind es mal fünf Stück über die Zukunft und drei über die Vergangenheit. Aber das Entscheidende kommt danach.

    Mir wird klar, worin alle diese Meinungen eigentlich wurzeln. Es ist das Anhaften an den fünf Dingen, die wir im Alltag greifen: der Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die gedanklichen Regungen und das Bewusstsein. Sobald man eines dieser Dinge nimmt und denkt "Das bin ich" oder "Das gehört mir", fängt das Kopfzerbrechen an. Was passiert mit diesem Ich, wenn der Körper zerfällt? Dann strickt man sich eine Theorie zurecht, um sich selbst zu beruhigen.


    Der Haken ist nur: All diese Standpunkte entstehen aus der Berührung mit der Welt. Wenn das Auge sieht, das Ohr hört, der Geist einen Gedanken fasst, und man daran Freude oder Ablehnung empfindet, dann greift man diesen Eindruck auf. Aus diesem Zugreifen wachsen dann die festen Ansichten. Sie sind nichts weiter als abhängige Gebilde, die kommen und gehen, sobald die Umstände sich ändern.

    Wer das deutlich sieht, der steigt aus diesem Spiel aus. Er braucht sich nicht mehr festzulegen, ob es ein Selbst gibt oder nicht, ob es nach dem Tod weitergeht oder aufhört. Das ist alles nur ein Gewirr von Gedanken, das einen festhält. Der Buddha hat diesen ganzen Dschungel hinter sich gelassen. Er sieht genau, wie diese Vorstellungen entstehen, wie sie sich auflösen, welches Leid sie im Schlepptau haben und wo der Ausweg liegt.


    Deshalb hält er sich an keiner dieser Lehren fest. Er freut sich nicht über die eigene Meinung und ärgert sich nicht über die Meinung der anderen. Genau das ist der Ausweg. Man muss diese ganzen philosophischen Schubladen nicht durchdenken, um zur Ruhe zu kommen. Es reicht, die sechs Sinnestore zu verstehen und zu erkennen, dass alles, was man dort aufgreift, vergänglich ist. Darin liegt die echte Freiheit, nicht im Gewinnen einer theoretischen Debatte. 🙏

  • Qualia
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    • 4. September 2026 um 10:09
    • #2

    Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft haben eine Realität als Phänomene, also ausschließlich im Geist.

    Erkennt der Geist, dass es Phänomene seiner eigenen Schöpfung sind, kann er sich ganz auf das nur Erscheinen der Bedingungen und Wirkungen im Augenblick konzentrieren. Recht handeln, ohne die Phänomene zu missachten, die seine Erfahrungen aus seiner Vergangenheit und denen der Gegenwart, für eine „wohle“ Zukunft enthalten.


    Vergangenes ist nicht mehr und hat Erfahrungen (Phänomene) hinterlassen. Gegenwart ist Vergehen des Vergangenen und Erscheinen des Zukünftigen. Das noch mögliche Zukünftige kann nicht erkannt oder bestimmt werden. Prophezeiungen sind immer unmöglich, ihr Eintreffen ist immer zufällig: Interpretation des Geistes und Glaube an Fähigkeiten.


    Alles erscheint jetzt. Vergehen oder entstehen, kann nur vom Geist als Phänomen erkannt werden, doch Phänomene haben außer Erscheinen keine Realität als objektive Erscheinungen. „Baum“ erscheint nur im Geist. Kein Problem, das Problem erscheint nur, wenn der Geist überzeugt ist, dass das „Objekt“ ein Baum ist, weil er es so benennt.


    Wenn ich eine Beleidigung auf mich beziehe, wird die Beleidigung mein Leiden werden, der Beleidigende hat einen großen Erfolg mit seiner Tat.


    Auch: „Du bist ein Befreiter“ ist so ein Ding, das zu einem Glauben führen kann, ein Besonderer zu sein. Ein Befreiter ist nur jetzt und schon vergangen, könnte wiedererscheinen. Könnte, wenn er sich nicht einbildet, ein Befreiter zu sein.


    Werden Phänomene als objektiv existierend behandelt und mit ihnen gehandelt, erscheint immer dukkha, außer der Täter weiß das seine Phänomene subjektiv sind. Weiß er das nicht, kommt es zur Trennung des Selbst in „Ich bin dies und das“ und den Vorwurf „Da kann ich nichts für“: Nicht-Ich.


    Ich, Skandha, Körper ist immer eines und das Nicht-Ich das andere.

    Nondualität ist unmöglich.


    SN 12.15

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    4 Mal editiert, zuletzt von Qualia (4. September 2026 um 10:18)

  • JoJu91
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    • 5. September 2026 um 08:11
    • #3
    Upasaka Dhammavicayo:

    In diesem Sutta geht es um die ganzen wilden Spekulationen, die sich die Leute über die Vergangenheit und die Zukunft zusammenreimen.

    Das erinnert mich an eine (Scherz-?)Frage, die mir ein weiser Mentor meiner jüngeren Jahre öfter stellte, wenn ich Horror-Szenarien für die Zukunft entwickelte.


    "Was sind die zwei unwichtigsten Tage im Leben ?"


    "Gestern und morgen"

  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 5. September 2026 um 08:46
    • #4
    JoJu91:
    Upasaka Dhammavicayo:

    In diesem Sutta geht es um die ganzen wilden Spekulationen, die sich die Leute über die Vergangenheit und die Zukunft zusammenreimen.

    Das erinnert mich an eine (Scherz-?)Frage, die mir ein weiser Mentor meiner jüngeren Jahre öfter stellte, wenn ich Horror-Szenarien für die Zukunft entwickelte.


    "Was sind die zwei unwichtigsten Tage im Leben ?"


    "Gestern und morgen"

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    Der Spruch ist klasse, um den Kopf freizubekommen, wenn man sich verrennt.

    Aber ganz unwichtig sind sie eigentlich nicht. Das Heute wird morgen zum Gestern, und was ich jetzt tue, wirkt eben genau in diese Tage hinein. Nur das Sorgen darum oder das Festhalten dran, das ist wirklich unnütz. Die Tage selbst sind einfach das, was sie sind.

  • JoJu91
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    • 5. September 2026 um 08:49
    • #5
    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Spruch ist klasse, um den Kopf freizubekommen, wenn man sich verrennt.

    Richtig, so hat der weise Herr das wohl gemeint.:)

  • Online
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    • 5. September 2026 um 10:10
    • #6
    Upasaka Dhammavicayo:

    Das Heute wird morgen zum Gestern, und was ich jetzt tue, wirkt eben genau in diese Tage hinein. Nur das Sorgen darum oder das Festhalten dran, das ist wirklich unnütz. Die Tage selbst sind einfach das, was sie sind.

    Für mich ist der Gedanke an die Zukunft schon eine wesentliche Motivation für rechtes Handeln - wenn ich jetzt etwas Unrechtes tue, werde ich nachher leiden. Wenn ich in der Gegenwart leide, habe ich in der Vergangenheit unrecht gehandelt. Wenn ich mich jetzt an den achtfachen Pfad halte, werde ich allmählich von Leid befreit werden.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Buddha zählt diese ganzen Ansichten auf, und da sind es mal fünf Stück über die Zukunft und drei über die Vergangenheit. Aber das Entscheidende kommt danach.

    Mir wird klar, worin alle diese Meinungen eigentlich wurzeln. Es ist das Anhaften an den fünf Dingen, die wir im Alltag greifen: der Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die gedanklichen Regungen und das Bewusstsein. Sobald man eines dieser Dinge nimmt und denkt "Das bin ich" oder "Das gehört mir", fängt das Kopfzerbrechen an. Was passiert mit diesem Ich, wenn der Körper zerfällt? Dann strickt man sich eine Theorie zurecht, um sich selbst zu beruhigen.

    Mit der Anhaftung an diese fünf Dinge bin ich auf die Welt gekommen, ohne zu wissen dass ich das nicht bin oder besitze. Das habe ich erst später gehört, erwogen und für richtig befunden. Das hat aber die Anhaftung, das "Ich und Mein" nicht beendet, es ist nur die rechte Ansicht, die Grundlage für die Bemühung, rechte Gesinnung, Sittlichkeit, Achtsamkeit und Sammlung zu entwickeln, um das am Ende des Weges vollkommen zu durchschauen.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Haken ist nur: All diese Standpunkte entstehen aus der Berührung mit der Welt. Wenn das Auge sieht, das Ohr hört, der Geist einen Gedanken fasst, und man daran Freude oder Ablehnung empfindet, dann greift man diesen Eindruck auf. Aus diesem Zugreifen wachsen dann die festen Ansichten. Sie sind nichts weiter als abhängige Gebilde, die kommen und gehen, sobald die Umstände sich ändern.

    Wer das deutlich sieht, der steigt aus diesem Spiel aus. Er braucht sich nicht mehr festzulegen, ob es ein Selbst gibt oder nicht, ob es nach dem Tod weitergeht oder aufhört. Das ist alles nur ein Gewirr von Gedanken, das einen festhält. Der Buddha hat diesen ganzen Dschungel hinter sich gelassen. Er sieht genau, wie diese Vorstellungen entstehen, wie sie sich auflösen, welches Leid sie im Schlepptau haben und wo der Ausweg liegt.

    Das sehe ich nicht deutlich genug, um aus diesem Spiel auszusteigen. Ich erfahre mich als Selbst und es interessiert mich, was nach dem Tod mit mir passiert. Der Buddha hat in vielen Lehrreden beschrieben, wo man überall hingeraten kann und dass erst der Stromeintritt vor dem Fall in niedrigere Daseinsformen bewahrt und dereinst zum vollständigen Erwachen führt.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Deshalb hält er sich an keiner dieser Lehren fest. Er freut sich nicht über die eigene Meinung und ärgert sich nicht über die Meinung der anderen. Genau das ist der Ausweg. Man muss diese ganzen philosophischen Schubladen nicht durchdenken, um zur Ruhe zu kommen. Es reicht, die sechs Sinnestore zu verstehen und zu erkennen, dass alles, was man dort aufgreift, vergänglich ist. Darin liegt die echte Freiheit, nicht im Gewinnen einer theoretischen Debatte. 🙏

    Wenn die Vergänglichkeit nur ganz klar wäre, dann wäre alles gut. Manche Lehrreden enden ja mit dieser Einsicht der Hörer: "Da ging ihm das Auge der Weisheit auf: Alles Entstandene muss vergehen". Durchdenken und debattieren philosophischer Theorien wird nicht zu dieser Einsicht führen. Wenn die Unreinheiten, die aus Gier, Hass und Verblendung stammen, schon weitgehend beseitigt sind, kann das klare, direkte Erkennen der Vergänglichkeit stattfinden. Da gibt es für mich noch eine Menge zu tun.

    Mit Metta, mukti.


  • Leonie
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    • 5. September 2026 um 11:47
    • #7
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    wenn ich jetzt etwas Unrechtes tue, werde ich nachher leiden.

    Ich tue - Ich leide - damit hast du bereits automatisch Ich, mein und Selbst ergriffen - und es ist gleich, ob da noch eine Zeitzuschreibung hinzukommt.

    mukti:

    Ich erfahre mich als Selbst und es interessiert mich, was nach dem Tod mit mir passiert.

    Aber du weißt das ja auch - und da ist es schon fraglich, ob die willens bist, das Selbstbewusstsein los zu lassen. Dann gilt es aber auch die Neugier los zu lassen, was nach dem Tod passiert - mit dir oder dem Selbst.

    :zen:

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    • 5. September 2026 um 12:12
    • #8
    Leonie:
    mukti:

    wenn ich jetzt etwas Unrechtes tue, werde ich nachher leiden.

    Ich tue - Ich leide - damit hast du bereits automatisch Ich, mein und Selbst ergriffen - und es ist gleich, ob da noch eine Zeitzuschreibung hinzukommt.

    Ich kann das Selbst nicht augenblicklich loslassen, aber ich kann so handeln, dass das Ergreifen weniger wird.

    Leonie:
    mukti:

    Ich erfahre mich als Selbst und es interessiert mich, was nach dem Tod mit mir passiert.

    Aber du weißt das ja auch - und da ist es schon fraglich, ob die willens bist, das Selbstbewusstsein los zu lassen. Dann gilt es aber auch die Neugier los zu lassen, was nach dem Tod passiert - mit dir oder dem Selbst.

    Der Daseinstrieb wird in diesem Leben wohl nicht vollkommen versiegen. Je mehr ich mich aber um Befreiung bemühe, desto bessere Voraussetzungen schaffe ich, um im nächsten Leben weitermachen zu können.

    Mit Metta, mukti.


  • Igor07
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    • 5. September 2026 um 12:31
    • #9
    Upasaka Dhammavicayo:

    Man muss diese ganzen philosophischen Schubladen nicht durchdenken, um zur Ruhe zu kommen. Es reicht, die sechs Sinnestore zu verstehen und zu erkennen, dass alles, was man dort aufgreift, vergänglich ist. Darin liegt die echte Freiheit, nicht im Gewinnen einer theoretischen Debatte. 🙏

    Sehr gut ausgedrückt … Was mich im nächsten Leben erwartet? Schaffe ich das Ganze oder nicht? So entsteht die Dicksicht von den Ansichten, also diese mentale Ausuferung ohne Ende. Aber es geht nur um das direkte und unmittelbare Erkennen, dass alles, was ich sehe, höre usw., vergänglich ist. Wirkt echt ernüchternd. Danke für die klaren Worte. 🙏

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Leonie
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    • 5. September 2026 um 13:40
    • #10
    mukti:

    Ich kann das Selbst nicht augenblicklich loslassen, aber ich kann so handeln, dass das Ergreifen weniger wird.

    Wenn du erkennst, dass es nur eine Vorstellung von einem Selbst gibt und der Daseinstrieb nur auf diesen Vorstellungen und Ansichten eines vorgestellten Daseins beruht, dann fragt sich doch, weshalb du Vorstellungen und Ansichten ergreifst und an diesen "mehr oder weniger" fest hältst - worin besteht denn da der Sinn?

    :zen:

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    • 5. September 2026 um 14:51
    • #11
    Leonie:
    mukti:

    Ich kann das Selbst nicht augenblicklich loslassen, aber ich kann so handeln, dass das Ergreifen weniger wird.

    Wenn du erkennst, dass es nur eine Vorstellung von einem Selbst gibt und der Daseinstrieb nur auf diesen Vorstellungen und Ansichten eines vorgestellten Daseins beruht, dann fragt sich doch, weshalb du Vorstellungen und Ansichten ergreifst und an diesen "mehr oder weniger" fest hältst - worin besteht denn da der Sinn?

    Die Erkenntnis reicht eben nicht tief genug.

    Mit Metta, mukti.


  • Leonie
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    • 5. September 2026 um 15:27
    • #12
    mukti:

    Die Erkenntnis reicht eben nicht tief genug.

    Aber diese Erkenntnis ist schon mal da -


    Und für das Weitere:

    Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

    :zen:

  • Qualia
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    • 5. September 2026 um 16:20
    • #13

    Der Buddha sieht in sich klar, wie alle Zustände entstehen und vergehen, und wie jedes „Ich bin“ aus Berührung, Gefühl und Greifen entsteht. Diese innere Klarheit ist nicht etwas, das er den Menschen „gibt“. Er weiß, dass jeder nur das sehen kann, was er selbst sieht. Deshalb kommuniziert er nicht aus einem Zustand heraus, sondern aus der Struktur: Er zeigt, wie Ansichten entstehen, wie sie sich verfestigen und wie man aus ihnen aussteigt. Er spricht nicht, um zu überzeugen, sondern um die Funktionsweise sichtbar zu machen. Die Menschen hören ihn durch ihre eigenen Muster, und er lässt das so stehen.


    Genauso reagiere ich gegenüber der Menschenwelt: Ich nehme Menschen nicht nur über ihre Worte, Meinungen oder Geschichten wahr, sondern auch über die Funktion, Aufgabe, den Zweck, und die Rolle, die im Hintergrund laufen, weil ich meine erkannt habe.

    Ich sehe, wie Ansichten aus Berührung und Greifen entstehen, und deshalb versuche ich nicht, sie zu korrigieren oder zu bewegen. Ich sage nur das, was ich sehe, und wenn es nicht verstanden wird, lasse ich es fallen. Meine Kommunikation ist kein Versuch, jemanden zu erreichen, sondern ein Ausdruck dessen, was erkannt ist. Die Reaktion ist für mich kein Bezugspunkt, meiner Identifikation mehr. Damit bleibe ich frei von dem letzten „Ich bin“, das sich an Zustimmung oder Ablehnung bindet.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 5. September 2026 um 22:09
    • #14
    Leonie:
    mukti:

    Die Erkenntnis reicht eben nicht tief genug.

    Aber diese Erkenntnis ist schon mal da -


    Und für das Weitere:

    Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

    So ist es und der Weg ist der achtfache Pfad.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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