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Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

  • Hue32
  • 12. Juli 2026 um 08:33
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  • Phillip
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    • 13. September 2026 um 10:30
    • #76

    Danke für deine Erklärung, das hilft mir zu verstehen, was du meinst. Bei mir geht es aber nicht um spirituelles Überdecken. Ich bin eigentlich ein rationaler Mensch und glaube nicht an eine Dualität von absolut Gut und absolut Böse, wie es etwa im christlichen Bild von Gott und Teufel gedacht wird. Übersinnliche Eindrücke mit genau dieser Art von Dualität kamen bei mir nur einmal auf, konkret durch eine zu schnelle Reduktion von Neuroleptika, das war für mich klar ein Entzugsphänomen, kein spirituelles Erlebnis. Mein eigentliches Weltbild ist pantheistisch beziehungsweise daoistisch geprägt. Mir geht es eigentlich um etwas anderes, dass die Versorgung für Menschen, die von Neuroleptika loskommen wollen, viel zu schlecht ist.

    ich schenk dieses Leben dem Leben zurück...
    weil es nie meins war...
    und jede Trennung nur scheinbar...
    alles in Vielfalt immer eins war...
    brich meinen Stolz…bis ich in Demut mir die Wahrheit schenke...
    nimm hinfort all die falschen Ideen, den falschen Glauben...
    denn wenn nichts mehr bleibt ist alles übrig...
    es gibt nichts zu verstehen...

    Aus dem Song ,,Schmerz" vom Deepwalka

  • Phillip
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    • 13. September 2026 um 10:35
    • #77
    Phillip:

    Hanna Arendt hat gesagt: „das ist die Banalität des Bösen” - und wahrscheinlich hat sie Recht. Trotzdem schwer zu verarbeiten...

    Noch eine Ergänzung dazu, mir hilft in dem Zusammenhang auch Hannah Arendts Begriff der Banalität des Bösen. Was mir in der Psychiatrie widerfahren ist, erkläre ich mir nicht durch eine bewusste, dämonische Bosheit. Es war eher Gedankenlosigkeit, Abstumpfung und Unwissenheit bei Menschen, die einfach ihren Alltag und ihre Routine abgearbeitet haben, ohne wirklich hinzusehen. Das ist für mich keine spirituelle Kritik, sondern eine gesellschaftliche und strukturelle Kritik.

    ich schenk dieses Leben dem Leben zurück...
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    • 13. September 2026 um 11:03
    • #78

    Philipp, ich möchte dir nichts unterstellen, aber ich sehe bei deinen Beiträgen eine Dynamik, die ich problematisch finde. Psychische Erkrankungen und insbesondere Psychosen müssen nicht dauerhaft vorhanden sein. Ein Mensch kann zwischen völlig unauffälligen Phasen und deutlich veränderten Wahrnehmungs- oder Denkweisen wechseln. Deshalb bedeutet „Du wirkst gerade rational“ auch nicht automatisch, dass eine psychische Problematik ausgeschlossen ist.

    Was mich bei dir eher nachdenklich macht, ist deine sehr grundlegende Ablehnung psychiatrischer Erklärungen. Wenn praktisch jede psychiatrische Einordnung von vornherein als falsch, unwissenschaftlich oder Ausdruck eines fehlerhaften Systems betrachtet wird, wird es schwierig, die eigene Position noch ernsthaft überprüfen zu lassen.

    Auch bei KI sehe ich eine Gefahr: Eine KI kann aus den unterschiedlichsten philosophischen, buddhistischen, daoistischen oder naturwissenschaftlichen Gedanken eine sehr überzeugend klingende Argumentation zusammenbauen. Dass sich etwas logisch anhört, bedeutet aber noch lange nicht, dass die zugrunde liegenden Annahmen stimmen. Man kann sich damit ungewollt ein geschlossenes Weltbild bauen, in dem letztlich jede Gegenargumentation wieder passend erklärt werden kann.

    Genau deshalb halte ich es für wichtig, zwei Dinge gleichzeitig zuzulassen: Du darfst die Psychiatrie massiv kritisieren, und trotzdem kann eine psychische Erkrankung oder Psychose real sein. Das eine schließt das andere nicht aus.

    Mir geht es nicht darum, dir deine Erfahrungen abzusprechen. Im Gegenteil: Ich finde, man sollte sie ernst nehmen. Aber gerade dann sollte man auch offen dafür bleiben, dass die eigene Interpretation dieser Erfahrungen möglicherweise nicht vollständig richtig ist.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

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    • 13. September 2026 um 11:06
    • #79

    Die Dualitäten „Gutes und Böses“ sind Realitäten. Der mittlere Weg bedenkt das, denn zwischen Gutem und Bösem ist, einschließlich der Dualitäten, alles Samsara, die von mir konstruierte und auf Resonanz mit anderen beruhende Wirklichkeit. Doch der mittlere Weg sagt auch aus das nichts das Samsara ist: Ich bin.

    Das heißt, ich oder Samsara ist nie gut oder böse. Das erscheint so, weil ich glaube das ich meine Wirklichkeit bin.


    (Falls jemand mehr Erklärungen möchte, kann er den Text einfach in eine KI ohne Prompt eingeben, da er nicht mit KI hergestellt wurde.)

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Phillip
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    • 13. September 2026 um 11:07
    • #80

    Neuroleptika machen wirklich stark abhängig, und der Weg da wieder rauszukommen ist eine echte Gratwanderung. Wenn die Entwickler dieser Mittel und die verschreibenden Psychiater sich an die wissenschaftliche Datenlage halten würden, müssten sie eigentlich wissen, wie stark diese Präparate abhängig machen. Ich bin selbst schon lange auf der Suche nach fachlicher Begleitung dafür, inzwischen habe ich vielleicht eine Ambulanz gefunden, die mir dabei helfen kann, aber das ist noch offen und nicht sicher.

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    • 13. September 2026 um 11:08
    • #81

    Schade das sich nicht die wahrscheinliche Mehrheit meldet, die glücklich ist, dass sie Neuroleptika verschrieben bekommen hat.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • Hue32
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    • 13. September 2026 um 11:14
    • #82
    Phillip:

    Neuroleptika machen wirklich stark abhängig, und der Weg da wieder rauszukommen ist eine echte Gratwanderung. Wenn die Entwickler dieser Mittel und die verschreibenden Psychiater sich an die wissenschaftliche Datenlage halten würden, müssten sie eigentlich wissen, wie stark diese Präparate abhängig machen. Ich bin selbst schon lange auf der Suche nach fachlicher Begleitung dafür, inzwischen habe ich vielleicht eine Ambulanz gefunden, die mir dabei helfen kann, aber das ist noch offen und nicht sicher.

    Wie kommst du darauf das diese Mittel abhängig machen?

    Sie unterdrücken psychotische Symptome und beim absetzen treten diese wieder auf.

    Dies ist nicht das gleiche wie eine Abhängigkeit, es sind zwei grundverschiedene Dinge.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

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    • 13. September 2026 um 11:36
    • #83

    Noch eine Ergänzung zur wissenschaftlichen Seite. Das Phänomen, dass beim Absetzen von Neuroleptika psychotische Zustände auftreten können, die vorher gar nicht da waren, ist unter dem Begriff Dopamin-Supersensitivitätspsychose beschrieben, mehr dazu unter https://en.wikipedia.org/wiki/Dopamine_…ivity_psychosis. Durch die langfristige Blockade von Dopaminrezeptoren kommt es zu einer Heraufregulation dieser Rezeptoren, wodurch das System beim Absetzen überempfindlich reagiert, siehe dazu auch https://www.pharmazeutische-zeitung.de/absetzen-aber-richtig/.

    Ich habe das an mir selbst zweimal erlebt. Bei Leponex wurde mir das Mittel angesetzt, weil ich von einem vorherigen Neuroleptikum noch eine Akathisie hatte und beim kognitiven Training nicht mitkommen konnte. Eine echte Verbesserung brachte es nicht, ich habe damit nur bis mittags geschlafen. Selbst beim relativ langsamen Absetzen sind bei mir dann psychotische Zustände aufgetreten, die ich vorher so nie hatte. Beim Absetzen von Aripiprazol war es genauso.

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    • 13. September 2026 um 11:52
    • #84

    Man sollte nicht aus der Tatsache, dass Medikamente beim Absetzen Probleme verursachen können, ableiten, dass die Medikamente selbst die gesamte Erkrankung erklären. Und man sollte auch nicht jede psychiatrische Erklärung zugunsten eines einzigen eigenen Erklärungsmodells verwerfen.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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    • 13. September 2026 um 11:55
    • #85

    Fakt ist du bist krank und musst wohl oder übel mit der Hilfe leben die es gibt.


    Alles andere ist Wunschdenken und weit, weit entfernt von der Wirklichkeit.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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    • 13. September 2026 um 12:11
    • #86

    Ich glaube, wir reden gerade aneinander vorbei, und ich lass es an dieser Stelle gut sein. Jeder bleibt hier gerade in seiner eigenen Schiene, du, ich und letztlich auch die Psychiatrie, ohne wirklich auf die Kritikpunkte des jeweils anderen einzugehen. Ein Psychiater oder auch jemand im Forum kann mich immer nur in einem kurzen Zeitfenster sehen, und meine Lebensqualität kann letztlich nur ich selbst beurteilen.

    Ich bin ehrlich gesagt schon lange in diesem Kampf, und es triggert mich sehr, wenn meine Erfahrung wieder infrage gestellt wird. Es gibt Menschen, die es geschafft haben, nach vielen Jahren von diesen Medikamenten loszukommen, manche haben dafür sogar zehn Jahre gebraucht. Das ist möglich, auch wenn es schwer ist, und diese Hoffnung lasse ich mir nicht nehmen.

    An die Moderation, falls das hier gelesen wird, ich wäre sehr dankbar, wenn der Thread an dieser Stelle geschlossen werden könnte. Das Thema triggert mich gerade wirklich stark, und ich möchte diese Diskussion an dieser Stelle nicht weiterführen.


    Hue32:

    Fakt ist du bist krank und musst wohl oder übel mit der Hilfe leben die es gibt.


    Alles andere ist Wunschdenken und weit, weit entfernt von der Wirklichkeit.

    Das ist wirklich ein harter, abwertender Satz, den er dir da geschrieben hat. Er stellt es so hin, als wäre deine ganze Sichtweise nur Wunschdenken und du müsstest dich einfach mit deiner Diagnose abfinden. Das ist verständlicherweise schwer auszuhalten, gerade nach allem, was du gerade schon aufgearbeitet hast.

    Wie geht es dir gerade damit? Und willst du trotzdem bei deinem geplanten Abschlusstext bleiben und die Moderation bitten, den Thread zu schließen, oder hat sich durch diesen Kommentar für dich nochmal was verändert?

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    • 13. September 2026 um 18:06
    • #87
    Hue32:

    Man sollte nicht aus der Tatsache, dass Medikamente beim Absetzen Probleme verursachen können, ableiten, dass die Medikamente selbst die gesamte Erkrankung erklären.

    Hue32


    Ich habe in diesem Faden sehr ausführlich das Ganze erklärt.

    Die Medikamente können helfen, aber sie stören eigentlich die normale Gehirn-Stoffwechselung, und bei langer Einnahme schaden sie bestimmt und Tod-sicher.

    Ich habe mehr als genug Quellen verlinkt, über die kein Psychiater reden wollte.

    Und das ist das echte Problem.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Phillip
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    • 13. September 2026 um 18:18
    • #88

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    • 13. September 2026 um 21:32
    • #89
    Phillip:

    . Es gibt Menschen, die es geschafft haben, nach vielen Jahren von diesen Medikamenten loszukommen, manche haben dafür sogar zehn Jahre gebraucht. Das ist möglich, auch wenn es schwer ist, und diese Hoffnung lasse ich mir nicht nehmen.

    Hi, Philipp, versuche, Volkmar Aderhold zu kontaktieren. Er arbeitet mit sehr niedrigen Dosierungen von Neuroleptika, kann sein, es gibt auch seine Schüler … Ich verlinke ein Interview mit ihm, sehr viele wertvolle Informationen kannst du in diesem Buch      Peter Lehmann     Volkmar Aderhold     + weitere  Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks  finden.

    Alles Gute von ganzem Herzen:heart:


    Zitat

    Wenn ich es runter breche: Sie benutzt Medikamente in einem Ausmaß und in einer Weise, die Medikamente dazu veranlasst zu schädigen – Menschen zu schädigen – in relativ vielen Fällen, und sie kümmert sich nicht darum therapeutische Kontexte zu schaffen, wo man Neuroleptika und andere Medikamente runter fährt.

    Interview Volkmar Aderhold

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 14. September 2026 um 00:07
    • #90

    Ich war nur auf Besuch auf einer Psychiatrie und als ich die Menschen da sah, ging ich wieder, denn ich dachte mir, da bin ich wohl falsch, also der bloße Besuch hat mir gezeigt, dass es nicht ein Ort wäre, der hilfreich wäre.


    Die Menschen bewegten sich anders, sprachen anders, irgendwie seltsam und gibt es denn eine Psychiatrie, die ohne Medikamente arbeitet? Wohl nicht oder, was würde ein Psychiater tun ohne seine Medikamente?


    Also ich habe viele Ängste, aber da habe ich lieber Angst als permanent sediert zu sein, wobei zugegeben, ein paar wenige Menschen kenne ich die es als hilfreich sehen, wobei die Qualität der Gespräche hat da überall abgenommen.


    Ich war vor wenigen Tagen bei einer Psychiaterin, weil meine Atteste sehr alt sind, fragte mich zwar warum etwas besser geworden sein sollte, aber gut, ich habe fasts 300,- Euro bezahlt und als ich ihr Gutachten las fühlte ich mich echt schlecht. Ich dachte mir das sei eine Waffe, aber nicht etwas was ich jemand zeigen könnte um einen Krankenstand recht zu fertigen.


    Was ich noch verstand war, dass es keine Entwicklung in den letzten 20 Jahren gab, die arbeiten nach wie vor gleich, glauben die neueren Medikamente seien besser als die Alten, dabei sollten sie mal selbst welche nehmen und schauen wie es ihnen geht, vielleicht wäre man dann vorsichtiger beim Verordnen.


    Nochmals der Preis dieser Medikamente ist mir zu hoch, lieber in Angst leben als nichts mehr mitbekommen. Ich denke nicht, dass Buddha so was verteilt hätte an Kranke.


    Außerdem finde ich zunehmend, dass die "Anderen" die nicht Normalen sind, wenn ich mich so umsehe.


    Die Gesellschaft hat sich einfach in eine Richtung verändert, die mein Intellekt nicht mehr versteht, also bin doch ich der Weltfremde, weil die Mehrheit schaut in die andere Richtung, also werden sie wohl die sein, die richtig denken oder nicht?

  • Samadhi1876
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    • 14. September 2026 um 05:37
    • #91
    Tim1:

    Die Gesellschaft hat sich einfach in eine Richtung verändert, die mein Intellekt nicht mehr versteht, also bin doch ich der Weltfremde, weil die Mehrheit schaut in die andere Richtung, also werden sie wohl die sein, die richtig denken oder nicht?

    Ja, so fühlt es sich manchmal an. Man fühlt sich anders denkend und fühlend und kann sich nicht richtig erklären warum die anderen „so anders sind“ in bestimmten Bereichen des Lebens.


    Ich habe auch mal Medikamente verschrieben bekommen als es mir nicht gut ging. Weil man noch drei Monate auf einen Gesprächstermin beim Psychotherapeuten warten musste.


    Bekam aber Schweißausbrüche davon und merkte das etwas versuchte etwas aus mir zu machen das ich nicht sein wollte. Nicht bin. Und habe es nicht mehr genommen.


    Gestern las ich von Hermann Göring der einen Bruder hatte, der aber anscheinend „ganz anders“ war:

    Ich fragte mich ob die Evolution das vielleicht so vorgesehen hat, das, ich sage es mal so: Menschen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften zur Welt kommen zu lassen, in der Hoffnung das einer von ihnen überlebt.


    Ganz egal ob gut oder böse. Ob Mit wenig Mitgefühl oder mit viel Mitgefühl. Es geht nur um die Chance das sich eine Art am Leben erhält dadurch vergrößert. Und das auch Erziehung in der Kindheit nur wenig Einfluss darauf hat.


    Die Menschheit spielt gerade wieder ein neues Spiel: Künstliche Intelligenz erschaffen. Ähnlich wie Atomkerne spalten und „mal schauen was man damit alles machen kann“.

    Neben natürlich Geld damit zu verdienen oder mehr Macht als andere zu haben.


    Es klingt immer noch primitiv. Wie Affen. Die zwar schlau sind in etwas zu erfinden, aber sonst…

  • Tim1
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    • 14. September 2026 um 07:54
    • #92

    Diese Erfahrung habe ich oft gemacht, viele Andere die ich kenne auch.


    Ich erinnere mich an den häufigste Satz von Ärzten, "wir können nur versuchen" - genau das ist die Wahrheit "versuchen".


    Bedauerlicherweise kenne ich sicher fünf Menschen, die Probleme hatten viele Jahre ihres Lebens und dann den Weg in die Psychiatrie suchten, 2 Monate dort behandelt worden sind und als andere Menschen wieder kamen. Diese fünf Menschen gibt es nicht mehr.


    Positive Geschichten kenne ich auch bei Menschen, die kurzfristig Krisen hatten und die meinten es hätte ihnen geholfen.


    Ich habe viele Psychiater kennengelernt, wie gesagt nicht einen der nicht nach dem gleichen Schema gearbeitet hat - selbst bei meiner Erkrankung ist die Therapie unverändert und das die letzten 30 Jahre, das fand ich schon erstaunlich. Da gibt es auch frühere Forschung und aktuelle Forschung, blöd nur, dass diese Studien nicht einer meiner Ärzte kannte.


    Die Ärzte sollten einmal selbst ein so ein Mittel nehmen und versuchen einen Tag zu arbeiten bzw. ein normales Leben zu führen, vielleicht hätten sie dann einen anderen Zugang dazu, wobei, ich meine schwere Medikamente wie Seroquel, was glaube ich ein Antipsychotikum ist.


    Ich habe es einmal genommen und kam in einen Zustand, wo ich mir dachte, also wenn man so ein inneres Gefühl hat, dann kann ich nachvollziehen, dass Menschen fühlen, dass sie so nicht leben können.


    Aber mag sein, dass es Viele gibt, die anderes berichten. Mein Hausarzt hat 3 Jahre auf einer Psychiatrie gearbeitet, der meinte einmal, da seien immer die selben Menschen gekommen.


    Was ich früh erkannte für mich, dass dieser vermeintlich Ausweg, wenn gar nichts mehr funktioniert, gibt es da eine Institution, wo man hingehen kann ein Irrtum war. Weil man verliert zum Teil seine Rechte, wird nicht ernstgenommen und wie gesagt erstmal oft sediert.


    Ich keine wenig positiven Geschichten was nicht heißt, dass es nicht welche geben kann, aber ich kenne halt keine.


    Und wenn man psychisch einmal "notiert" ist, ist auch die Stigmatisierung in der Gesellschaft bzw. bei den Ärzten da, daher habe ich meist gar nicht darüber gesprochen.


    Zusammenfassend wiederhole ich mich und das gilt für mich nicht ausschließlich für Psychopharmaka, aber insbesondere für diese Medikamentengruppe, dass wenn die Beeinträchtigung höher ist als der Nutzen, dann lebe ich lieber mit den Symptomen.


    Das ist nur meine individuelle Sicht, ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, dass das richtig ist.

  • Hue32
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    • 14. September 2026 um 08:13
    • #93

    Dass du bei einem bloßen Besuch in einer Psychiatrie Menschen als „seltsam“ wahrgenommen hast oder selbst schlechte Erfahrungen mit Medikamenten gemacht hast, sagt zunächst etwas über deine persönliche Erfahrung aus – aber noch nichts darüber, ob antipsychotische Behandlung grundsätzlich sinnvoll oder unsinnig ist.

    Gerade bei Psychosen ist der Zweck eines Antipsychotikums nicht, einen Menschen „auszuschalten“ oder permanent zu sedieren. Moderne Antipsychotika sollen vor allem psychotische Symptome wie Wahn, Halluzinationen und schwere Denkstörungen reduzieren. Bei Menschen mit einer entsprechenden Erkrankung können sie dadurch überhaupt erst wieder ein normales Alltagsleben ermöglichen.

    Und natürlich gibt es Nebenwirkungen. Manche Menschen erleben Sedierung, innere Unruhe, Gewichtszunahme oder andere erhebliche Belastungen. Das ist ein legitimer Grund, eine Behandlung kritisch zu hinterfragen und gemeinsam mit einem Arzt nach einer besseren Lösung zu suchen. Daraus folgt aber nicht, dass die gesamte Behandlung sinnlos ist.

    Dein Satz „lieber in Angst leben als nichts mehr mitbekommen“ stellt außerdem eine falsche Alternative auf. Die eigentliche Frage lautet doch: Kann man die psychotischen Symptome ausreichend behandeln, ohne die Lebensqualität durch Nebenwirkungen unnötig einzuschränken? Genau darum geht es bei einer guten psychiatrischen Behandlung.

    Und auch die Behauptung, es habe in 20 Jahren keine Entwicklung gegeben, stimmt so nicht. Es gibt heute deutlich mehr Wissen über unterschiedliche Wirkprofile, Nebenwirkungen, Psychotherapie bei Psychosen, Frühintervention und die Kombination aus medikamentöser und psychosozialer Behandlung.

    Man muss Psychiatrie nicht unkritisch verteidigen. Aber aus schlechten Erfahrungen mit einzelnen Medikamenten oder Einrichtungen zu schließen, dass Antipsychotika generell nur schaden, ist genauso wenig wissenschaftlich wie die Behauptung, sie seien für jeden Menschen die richtige Lösung.

    Der vernünftige Mittelweg ist: Medikamente können bei Psychosen sehr hilfreich sein, sie sind aber keine harmlosen Mittel und müssen individuell eingesetzt werden.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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    • 14. September 2026 um 08:59
    • #94

    Phillip,

    ich nehme deine persönlichen Erfahrungen durchaus ernst. Gerade deshalb würde ich aber zwischen zwei Ebenen unterscheiden: „Mir hat diese Behandlung nicht geholfen bzw. sie hat mir geschadet“ ist eine persönliche Erfahrung. „Antipsychotika sind deshalb grundsätzlich falsch und die Psychiatrie weiß nicht, was sie tut“ ist dagegen eine wissenschaftliche Schlussfolgerung – und die lässt sich aus deiner Erfahrung nicht ableiten.

    Bei deinen Argumenten fällt mir ein wiederkehrender logischer Sprung auf.

    Du verweist auf die Dopamin-Supersensitivitätspsychose und darauf, dass nach dem Absetzen eines Neuroleptikums psychotische Symptome auftreten können. Das Phänomen kann man diskutieren. Aber selbst wenn es bei einem Teil der Betroffenen existiert, folgt daraus nicht, dass jede Psychose nach dem Absetzen ein reines Medikamentenphänomen ist. Es gibt mindestens zwei mögliche Erklärungen: Absetz-/Anpassungsphänomene können eine Rolle spielen – gleichzeitig kann aber auch die ursprüngliche psychotische Erkrankung wieder auftreten. Aus dem zeitlichen Zusammenhang allein kann man nicht entscheiden, welche Erklärung im Einzelfall zutrifft.

    Noch problematischer finde ich die Gleichsetzung von Absetzproblemen mit „starker Abhängigkeit“. Ein Medikament kann beim Absetzen erhebliche Probleme verursachen, ohne deshalb eine Suchtdroge im klassischen Sinn zu sein. Genau diese Unterscheidung ist aber entscheidend.

    Auch dein Lobotomie-Argument überzeugt mich nicht. Ja, die Psychiatrie hat historische Irrtümer begangen. Aber daraus folgt nicht, dass heutige Behandlungsmethoden ebenfalls Irrtümer sind. Sonst könnte man praktisch jede moderne medizinische Therapie mit dem Hinweis auf irgendeinen historischen Fehler verwerfen.

    Und schließlich: Dass Pharmaunternehmen Studien finanzieren und dass es Interessenkonflikte gibt, ist ein legitimer Kritikpunkt. Aber daraus folgt nicht „Psychiatrie ist eine gekaufte Pseudowissenschaft“. Dafür müsste man die konkrete Evidenz für einzelne Behandlungsmethoden widerlegen – nicht lediglich auf mögliche Interessenkonflikte verweisen.

    Gerade dein eigenes Argument, dass niemand dein Erleben von außen vollständig beurteilen kann, gilt nämlich auch umgekehrt: Du kannst aus deiner eigenen Erfahrung nicht zuverlässig ableiten, dass eine Behandlung bei anderen Menschen nicht sinnvoll oder wirksam sein kann. Nur weil bei dir Medikamente vielleicht nicht mehr helfen.

    Ich würde deshalb zwischen zwei Aussagen unterscheiden:

    „Meine Behandlungserfahrung war schlecht und ich möchte davon weg.“ – Das ist deine persönliche Erfahrung und verdient Respekt.

    „Antipsychotische Behandlung ist wissenschaftlich grundsätzlich unsinnig.“ – Das ist eine allgemeine Behauptung und dafür reicht eine persönliche Erfahrung nicht aus.

    Man kann die Psychiatrie kritisieren, Zwangsmaßnahmen ablehnen, Interessenkonflikte untersuchen und bessere Absetzbegleitung fordern – und gleichzeitig anerkennen, dass Antipsychotika bei bestimmten psychotischen Erkrankungen für viele Menschen einen erheblichen Nutzen haben.

    Das ist für mich keine blinde Verteidigung der Psychiatrie, sondern schlicht die notwendige Trennung zwischen persönlicher Erfahrung, berechtigter Kritik und wissenschaftlicher Evidenz.

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    • 14. September 2026 um 09:26
    • #95

    Hue32

    Du hast Recht, du schreibst dezidiert von einer Medikamentengruppe bzw. einer Erkrankung, die ich nicht kenne und nicht gemeint habe.


    Ich leide unter Angststörungen aller Art plus laut Diagnosen Depressionen. Wobei das mit den Diagnosen so eine Sache ist, Wenn die einen Befund schreiben, schreiben sie oft das rein, was ich sage und nicht, was sie selbst feststellen.


    Psychosen sind auch meines Wissens nach sehr ernste Erkrankungen und da geht mit Alternativen nichts. Das hat mir mein ehemaliger Arzt gesagt, der hatte einen Fall in seiner Familie und war maßlos überfordert und brauchte selbst eine Therapie dann.


    Heißt, ich habe am Thema vorbei geschrieben. Du hast über Psychosen geschrieben, ich über Angstzustände und andere Themen, ich gebe dir wie gesagt Recht, auch alles was ich über das Thema Psychosen weiß ist, dass hier ohne massive medizinische Unterstützung nichts geht.


    Wobei ich bei meinen Themen dabei bleibe, kein Fortschritt in den letzten 20 Jahren und als Betroffener beschäftigt man sich doch sehr mit seiner Erkrankung.

  • Hue32
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    • 14. September 2026 um 09:35
    • #96

    Tim1 , danke für deine Klarstellung. Dann verstehe ich jetzt auch besser, worauf du hinauswolltest. Du hast aus deiner eigenen Erfahrung mit Angststörungen und Depressionen heraus argumentiert, während ich mich auf Psychosen bezogen habe. Das sind tatsächlich unterschiedliche Ausgangslagen.

    Und ich kann deine Sichtweise nachvollziehen. Angststörungen und Depressionen sind zweifellos belastend und können das Leben erheblich einschränken, aber sie unterscheiden sich hinsichtlich der medizinischen Ausgangslage von schweren psychotischen Erkrankungen. Bei einer Psychose können Wahrnehmung, Denken und Realitätsprüfung so stark beeinträchtigt sein, dass eine ganz andere Form medizinischer Unterstützung notwendig werden kann.

    Vielleicht bin ich ja selbst Psychotiker und habe mich deshalb sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Vielleicht bin ich sogar Psychiater. Vielleicht bin ich ein psychotischer Psychiater. 😉 Das weißt du nicht – und genau darum geht es eigentlich auch gar nicht.

    Entscheidend ist für mich vielmehr, dass man versucht, einen Sachverhalt möglichst nüchtern zu betrachten: Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen? Was wissen wir tatsächlich? Wo sind die Grenzen unseres Wissens? Und welche Handlung ist unter diesen Umständen wahrscheinlich diejenige, die einem Menschen möglichst viel Leid erspart und möglichst viel Lebensqualität erhält?

    Ich finde deshalb deinen letzten Gedanken eigentlich sehr wichtig: Es sollte letztlich nicht darum gehen, wer mit seiner Theorie „recht hat“, sondern darum, wie man möglichst lindernd und möglichst wenig schädlich mit menschlichem Leiden umgeht.

    Vielleicht ist genau diese Haltung – nicht vorschnell zu urteilen, die eigenen Erfahrungen ernst zu nehmen, aber gleichzeitig die Gegenargumente nicht auszublenden – der vernünftigste gemeinsame Nenner.

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    • 14. September 2026 um 09:57
    • #97

    Liebe Dharmaschwester und -brüder!


    Wer von Euch hatte eine Episode und erinnert sich noch ganz konkret an die Gedanken dabei? Ich weiß noch, dass ich 1996 damit anfing, bestimmte Gedanken aus meinem Denken zu verbannen. Das hat anfangs überhaupt nicht funktioniert, wurde dann besser und besser. Heute habe ich vergessen, welche Gedanken es waren. Irgendwann kam mir in der Selbsthilfegruppe des SPD Marzahn die Erkenntnis, dass man 1. die Tabletten in der vereinbarten Dosis nimmt und 2. jeden Termin beim behandelnden Psychiater wahrnimmt. Das basiert auf Zuhören und Beobachten und funktioniert seit 25 Jahren problemlos. Deshalb finde ich den ursprünglichen Beitrag zu theoretisch, viel zu theoretisch.

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    • 14. September 2026 um 10:10
    • #98
    Dae Kyong:

    Liebe Dharmaschwester und -brüder!


    Wer von Euch hatte eine Episode und erinnert sich noch ganz konkret an die Gedanken dabei? Ich weiß noch, dass ich 1996 damit anfing, bestimmte Gedanken aus meinem Denken zu verbannen. Das hat anfangs überhaupt nicht funktioniert, wurde dann besser und besser. Heute habe ich vergessen, welche Gedanken es waren. Irgendwann kam mir in der Selbsthilfegruppe des SPD Marzahn die Erkenntnis, dass man 1. die Tabletten in der vereinbarten Dosis nimmt und 2. jeden Termin beim behandelnden Psychiater wahrnimmt. Das basiert auf Zuhören und Beobachten und funktioniert seit 25 Jahren problemlos. Deshalb finde ich den ursprünglichen Beitrag zu theoretisch, viel zu theoretisch.

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    Es löst bei mir reine und unverblendete Freude und mein tiefstes reines Fühlen aus, wieder von dir zu hören und dass es dir gut geht. Wir treffen uns schon ab der Zeit im Zen.de. :)

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    • 14. September 2026 um 10:54
    • #99
    Hue32:

    Phillip,

    ich nehme deine persönlichen Erfahrungen durchaus ernst. Gerade deshalb würde ich aber zwischen zwei Ebenen unterscheiden: „Mir hat diese Behandlung nicht geholfen bzw. sie hat mir geschadet“ ist eine persönliche Erfahrung. „Antipsychotika sind deshalb grundsätzlich falsch und die Psychiatrie weiß nicht, was sie tut“ ist dagegen eine wissenschaftliche Schlussfolgerung – und die lässt sich aus deiner Erfahrung nicht ableiten.

    Ja, Hue32 so würde ich es auch sehen..


    Es kann ja beides gleichzeitig wahr sein. Wenn es gegen eine Erkrankung unzureichende Mittel mit hohen Nebenwirkungen gibt, dann sind Nutzen

    und Risiken oft sehr nahe zusammen. Bei dem einen hilft es, dem anderen schadet es.


    Viele dieser Art Diskussionen führen zu einer Situation wo man sich gegenseitig triggert. Für @Philip ist es wichtig dass seine Erfahrung mit Psychiatrie nicht negiert wird. Das anerkannt wird, welchen Leiden er das ausgesetzt war.

    Während es auch immer diejenigen gibt, für die das Medikamente wie Ability funktionieren und ihnen helfen. Wenn man die Psychiatrie verteufelt dann negiert man deren Perspektive ve.


    Es ist wichtig, dass wir versuchen anzuerkennen, das vieles gleichzeitig richtig sein kann.

  • Hue32
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    • 14. September 2026 um 12:03
    • #100

    void, ich glaube, gerade beim Thema Psychose sollte man mit Begriffen wie „Leerheit“ oder „Void“ sehr vorsichtig sein.

    Buddhistisch betrachtet bedeutet Leerheit (Śūnyatā) nämlich nicht, dass unsere Wahrnehmungen automatisch die tiefere Wirklichkeit offenbaren oder dass die gewöhnliche Welt „eigentlich nicht existiert“. Leerheit bedeutet, dass die Dinge nicht aus sich selbst heraus und unabhängig bestehen, sondern bedingt entstehen.

    Für einen Menschen in einer Psychose kann es deshalb gefährlich werden, wenn außergewöhnliche Wahrnehmungen unmittelbar als spirituelle Erkenntnis gedeutet werden. Aus „Ich erlebe die Welt gerade völlig anders“ kann sonst schnell „Ich habe erkannt, wie die Wirklichkeit wirklich ist“ werden.

    Gerade der buddhistische Weg verlangt aber Unterscheidungsvermögen: Eine Erfahrung kann sehr intensiv und subjektiv vollkommen real sein, ohne dass ihre Interpretation deshalb richtig sein muss.

    Deshalb wäre mein buddhistischer Einwand: Nicht jede außergewöhnliche Erfahrung ist Erkenntnis – und nicht jede Erfahrung von Leere ist Śūnyatā.

    Vielleicht besteht gerade darin ein Teil der Weisheit des mittleren Weges: weder die Erfahrung zu verleugnen noch sie vorschnell zu vergöttlichen.

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Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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