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Meister Linji: Vertrauen & Glaube

  • SWAN
  • 18. Juni 2026 um 23:27
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  • SWAN
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    • 18. Juni 2026 um 23:27
    • #1

    Linji sagt:

    "Alles, worauf dieser Bergmönch hinweisen will, ist dies: Lasst euch nicht von Anderen täuschen! Wenn ihr handeln wollt, dann handelt einfach! Lasst euch durch nichts einschüchtern! Ihr Schüler kapiert das heutzutage einfach nicht. Was ist das für eine Krankheit? Die Krankheit ist ein Mangel an Selbstvertrauen. Wenn euer Glaube nicht ausreicht, werdet ihr weiter wie Verwirrte umherlaufen. Egal, wie die Umstände sind, ihr werdet dann von Anderen kontrolliert und geführt. So werdet ihr keine Feiheit finden."


    und:

    "Wollt ihr die Buddhas und Patriarchen kennenlernen? Sie sind von euch, die ihr hier vor mir seid un dem Dharma lauscht, nicht verschieden. Weil ihr Dharma-Schüler nicht genug Vertrauen in euch selbst habt, sucht ihr außerhalb. Selbst wenn ihr dabei etwas fändet, wäre das nur eine Annäherung in geschriebenen Worten. Den lebendign Geist der Patriarchen werdet ihr auf diese Weise nie erfahren."


    (Beide Zitate aus: Linji Yulu - Worte eines Zen Meisters (Angkor Verlag), S.16)


    ...


    Was meint ihr, meint er hier mit "Selbstvertrauen" und "Glaube"?

    Und wie gewinnt man wohl dieses Selbstvertrauen, diesen Glauben?


    Bitte nicht mit dem Stock hauen... :|

    Liebe Grüße!

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    • 19. Juni 2026 um 09:41
    • #2
    SWAN:

    Linji sagt:

    "Alles, worauf dieser Bergmönch hinweisen will, ist dies: Lasst euch nicht von Anderen täuschen! Wenn ihr handeln wollt, dann handelt einfach! Lasst euch durch nichts einschüchtern! Ihr Schüler kapiert das heutzutage einfach nicht. Was ist das für eine Krankheit? Die Krankheit ist ein Mangel an Selbstvertrauen. Wenn euer Glaube nicht ausreicht, werdet ihr weiter wie Verwirrte umherlaufen. Egal, wie die Umstände sind, ihr werdet dann von Anderen kontrolliert und geführt. So werdet ihr keine Feiheit finden."

    Linji meint: Hör auf, dich von Autoritäten, Traditionen, Lehrern oder Meinungen einschüchtern zu lassen. Wenn du etwas tun willst, dann tu es. Wenn du etwas siehst, dann steh dazu.

    Das Problem, das er beschreibt, sind Selbstzweifel. Nicht metaphysisch, sondern als Funktion: Du weißt eigentlich, was Sache ist – aber du traust deiner eigenen Beobachtung nicht.

    SWAN:

    "Wollt ihr die Buddhas und Patriarchen kennenlernen? Sie sind von euch, die ihr hier vor mir seid un dem Dharma lauscht, nicht verschieden. Weil ihr Dharma-Schüler nicht genug Vertrauen in euch selbst habt, sucht ihr außerhalb. Selbst wenn ihr dabei etwas fändet, wäre das nur eine Annäherung in geschriebenen Worten. Den lebendign Geist der Patriarchen werdet ihr auf diese Weise nie erfahren."

    Das ist kein spirituelles Kompliment. Es ist eine Beschreibung: Sie hatten keinen besonderen Geist. Keine höhere Ebene. Keine geheimen Kräfte.

    Der einzige Unterschied: Sie haben ihrer eigenen Beobachtung vertraut.


    Du suchst im Außen – in Texten, in Systemen, in Traditionen. Aber alles, was du dort findest, sind Worte, also Annäherungen. Nicht die Sache selbst.

    Der „lebendige Geist“ ist nichts Mystisches. Es ist schlicht: direktes Sehen ohne Verwechslung.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Sayitingerman
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    19. Juni 2026
    • 19. Juni 2026 um 10:03
    • #3
    Qualia:
    SWAN:

    Linji sagt:

    "Alles, worauf dieser Bergmönch hinweisen will, ist dies: Lasst euch nicht von Anderen täuschen! Wenn ihr handeln wollt, dann handelt einfach! Lasst euch durch nichts einschüchtern! Ihr Schüler kapiert das heutzutage einfach nicht. Was ist das für eine Krankheit? Die Krankheit ist ein Mangel an Selbstvertrauen. Wenn euer Glaube nicht ausreicht, werdet ihr weiter wie Verwirrte umherlaufen. Egal, wie die Umstände sind, ihr werdet dann von Anderen kontrolliert und geführt. So werdet ihr keine Feiheit finden."

    Linji meint: Hör auf, dich von Autoritäten, Traditionen, Lehrern oder Meinungen einschüchtern zu lassen. Wenn du etwas tun willst, dann tu es. Wenn du etwas siehst, dann steh dazu.

    Das Problem, das er beschreibt, sind Selbstzweifel. Nicht metaphysisch, sondern als Funktion: Du weißt eigentlich, was Sache ist – aber du traust deiner eigenen Beobachtung nicht.

    SWAN:

    "Wollt ihr die Buddhas und Patriarchen kennenlernen? Sie sind von euch, die ihr hier vor mir seid un dem Dharma lauscht, nicht verschieden. Weil ihr Dharma-Schüler nicht genug Vertrauen in euch selbst habt, sucht ihr außerhalb. Selbst wenn ihr dabei etwas fändet, wäre das nur eine Annäherung in geschriebenen Worten. Den lebendign Geist der Patriarchen werdet ihr auf diese Weise nie erfahren."

    Das ist kein spirituelles Kompliment. Es ist eine Beschreibung: Sie hatten keinen besonderen Geist. Keine höhere Ebene. Keine geheimen Kräfte.

    Der einzige Unterschied: Sie haben ihrer eigenen Beobachtung vertraut.


    Du suchst im Außen – in Texten, in Systemen, in Traditionen. Aber alles, was du dort findest, sind Worte, also Annäherungen. Nicht die Sache selbst.

    Der „lebendige Geist“ ist nichts Mystisches. Es ist schlicht: direktes Sehen ohne Verwechslung.

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    Sie müssten doch verstehen, dass der Text selbst, die Worte selbst, in sich, pure Essenz beinhalten. Sowie alle Masse Nirvana ist.

  • Qualia
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    • 19. Juni 2026 um 10:30
    • #4

    Er enthält aber nicht die Worte in der Sprache, die die meisten Menschen, die hier lesen, auch verstehen. Nichts von der „puren“ Essenz geht verloren, weil der Originaltext nachzulesen ist, um sich doch noch verwirren zu lassen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 19. Juni 2026 um 12:22
    • #5
    Qualia:

    Er enthält aber nicht die Worte in der Sprache, die die meisten Menschen, die hier lesen, auch verstehen. Nichts von der „puren“ Essenz geht verloren, weil der Originaltext nachzulesen ist, um sich doch noch verwirren zu lassen.

    Es kommt darauf an, ob man den Text von dem trennt, was im Geist für Interpretationen auftauchen. Auch die Interpretationen sind in ihrer Essenz pur. Man kann sich gar nicht trennen, alles ist schon leer.

  • JoJu91
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    • 20. Juni 2026 um 07:58
    • #6
    SWAN:

    Was meint ihr, meint er hier mit "Selbstvertrauen" und "Glaube"?

    Und wie gewinnt man wohl dieses Selbstvertrauen, diesen Glauben?

    Ein Christ würde diese Art des Selbstvertrauens wohl als Gottvertrauen bezeichnen.

    Sie hat nichts mit Egoismus zu tun.


    Wer permanent aus diesem Vertrauen heraus lebt, lebt im zehnten Ochsenbild des Zen.


    Er lebt "aus der Tiefe des Raumes", so wie Günther Netzer Fußball gespielt hat. :)


    Es scheint Menschen zu geben, die derart gesegnet geboren wurden.


    Der Mangel an dieser Art von Glauben und Selbsvertrauen ist m.E. das grösste Übel der Welt, und hat Neid und Mißgunst zur Folge und damit eine ungeheure Verschwendung kreativer Kraft, die stattdessen in Zerstörung und Rache gelenkt wird.


    Wie Nietzsche sagt "Nicht Eure Sündhaftigkeit, Eure Genügsamkeit schreit zum Himmel".


    :cry:

  • SWAN
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    • 21. Juni 2026 um 22:18
    • #7
    Qualia:

    Das Problem, das er beschreibt, sind Selbstzweifel. Nicht metaphysisch, sondern als Funktion: Du weißt eigentlich, was Sache ist – aber du traust deiner eigenen Beobachtung nicht.

    JoJu91:

    Der Mangel an dieser Art von Glauben und Selbsvertrauen ist m.E. das grösste Übel der Welt, und hat Neid und Mißgunst zur Folge und damit eine ungeheure Verschwendung kreativer Kraft, die stattdessen in Zerstörung und Rache gelenkt wird.

    Wie erlangt man diese Sicherheit (wieder)?

    Aufhören, zu suchen? Das Selbstbild vergessen?

    Einfach nur sitzen? Ich hab die Schnauze voll!

  • SWAN
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    • 21. Juni 2026 um 22:24
    • #8

    Ich habe heut etwas weiter gelesen und muss sagen, dieser Linji ist ein richtig feiner Kerl.

    Als ich dieses griesgrämige Gesicht auf dem Buchcover gesehen habe,

    RinzaiGigen.jpg

    ,dachte ich, das ist so ein richtig unangenehmer Haudrauf, aber er ist ja ganz lieb!

  • SWAN
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    • 21. Juni 2026 um 22:35
    • #9
    JoJu91:

    Ochsenbild des Zen

    Das wollt ich mir schon länger mal genauer anschauen. Danke!

  • Sayitingerman
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    • 21. Juni 2026 um 23:22
    • #10

    Linji ist fürs Schlagen und Schreien bekannt, sein Gemütszustand ist also eine Sache der genaueren Inspektion.

    "Wie erlangt man diese Sicherheit (wieder)?

    Aufhören, zu suchen? Das Selbstbild vergessen?

    Einfach nur sitzen? Ich hab die Schnauze voll!"

    Sicherheit? Welche Sicherheit? Wieso sollte man diese Sicherheit schon besessen haben? Wenn dann, besitzt du sie ja schon. Das ist das was die Sutren sagen, man besitzt dieses Natur schon, alles besitzt diese Natur, damit geht sie einher, mit dem was auch die Physik über Materie und Energie sagt.

    Aufhören zu suchen? Nein, wenn man nichts sucht, dann findet man auch nichts.

    Das Selbstbild vergessen, ja und nein, je nach dem wo du stehst, kann es mal behilflich sein, es loszulassen für ein Stück, an anderer Stelle, wenn man am vergessen festhält, führt es nur zur Abstumpfung.

    Einfach nur sitzen? Ja, aber es ist nicht das formvolle gemeint. Lies das Vimalakirti und die Stelle mit Shariputra. Sitzen ist alles, jede Aktivität, sogar das Denken. Trotzdem ist die Natur allen seins auch nicht-Denken. Wie versteht man das? Wer weiß!

    Ich habe die Schnauze voll? Dann bist du schon weiter als andere. Warum sich für so eine Haltung schämen? Die Welt gibt einem genug Gründe dafür, die Schnauze voll zu haben!

  • Samadhi1876
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    • 21. Juni 2026 um 23:30
    • #11
    SWAN:

    Ich habe heut etwas weiter gelesen und muss sagen, dieser Linji ist ein richtig feiner Kerl.

    Das habe ich damals von S. Suzuki auch gedacht als ich begann den Anfängergeist zu lesen und ihn mir „zum Vorbild“ zu nehmen…


    Aber das war nur lesen und versuchen das eigene Glück darin irgendwie zu finden…


    Das eigene Glück findet man aber nur in der eigenen Praxis…


    Und das bedeutete auch:


    Anfangs ungewohnt harte Arbeit (so kommt es einem vor solange der Affengeist noch woanders sucht und gerne lieber woanders sein möchte)


    Ja klar


    Am Anfang kann man nur zehn Minuten Za Zen


    Dann zwanzig, dann dreißig, dann fünfzig, dann zwei mal fünfzig, dann vier mal zwei mal fünfzig an einem Tag


    Suzuki hat seine Schüler mal zwei Stunden Za Zen machen lassen an einem Stück, ist dabei selbst durchs Haus gelaufen und hat bewusst mit den Türen geklappert…


    Ohne Praxis:


    Keine wirklich neue Erfahrung im

    Alltag


    Das ist halt auch was ganz anderes als nur über etwas zu lesen oder sich einen Film anzuschauen und dabei Chips zu essen oder Kaffee oder Tee zu trinken


    💫

  • SWAN
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    • 22. Juni 2026 um 00:13
    • #12

    Samadhi1876 Meine Verwirrung ist mittlerweile an einen Punkt gelangt, an dem sie sich fragt, ob Praktizieren selbst nicht Manifestieren von Konzepten wie Erleuchtung und Selbstbild bedeutet und genau das befeuert, was ich los werden möchte. Verstehst du, was ich meine? Bei Huangpo und Lingji ist auch vom Aufgeben des Übens die Rede und das ergibt für mich irgendwie ziemlich Sinn. Vielleicht bin ich auch nur ein fauler Sack. Aber selbst wenn, auch für solche muss es doch Wege geben, klar sehen zu lernen!


    Meditieren fühlte sich für mich bisher tatsächlich immer schrecklich an, weil ich so voller Erwartungen dabei bin. In letzter Zeit sitz ich gern draußen in der Sonne und schau durch die Gegend. Das fühlt sich für mich besser an als die Augen zu schließen. Aber ob das schon Zazen ist... weiß nicht. Auf jeden Fall komm ich dadurch etwas zur Ruhe. :)

  • Samadhi1876
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    • 22. Juni 2026 um 07:30
    • #13
    SWAN:

    letzter Zeit sitz ich gern draußen in der Sonne und schau durch die Gegend. Das fühlt sich für mich besser an als die Augen zu schließen. Aber ob das schon Zazen ist... weiß nicht. Auf jeden Fall komm ich dadurch etwas zur Ruhe. :)

    Ja klar, oder ein Waldspaziergang allein kann auch schon sehr (wieder) Geist beruhigend sein 🙂


    Aber den Geist mit dem Geist allein wieder beruhigen zu wollen fällt manchmal halt nicht so einfach (kommt auch immer auf den Alltag an was einen sonst so stresst oder nicht): eine andere Übung wäre einfach eine Zeit lang wieder bewusster zu atmen in den Bauch hinein…

    Kann man ja auch im stehen oder langsam gehen machen…


    Man muss privat auch nicht streng wie in einem Zen Kloster leben…


    Aber manches „versteht“ man erst mit der Zeit und mehr Übung besser wenn man zB nur sitzt vor einer „weißen Wand“ und atmet wie im Za Zen und die innere Unruhe aufkommt und man versucht damit umzugehen mit nichts anderem als weiter nur sitzen und auf den Atem achten…

  • Samadhi1876
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    • 22. Juni 2026 um 07:36
    • #14
    SWAN:

    Bei Huangpo und Lingji ist auch vom Aufgeben des Übens die Rede und das ergibt für mich irgendwie ziemlich Sinn

    Vielleicht ist damit eher gemeint nicht Zuviel zu Schnell etwas zu Erwarten von der Übung oder an sich, das sich auf einmal „die ganze Welt verändert“: es geht eigentlich darum „loszulassen“ die vielen Gedanken die oft ganz woanders sein wollen als im Hier und Jetzt:


    Und dann erblickt man das Hier und Jetzt eben nicht mehr so wie es ist oder mag es nicht akzeptieren wie es ist, und erblickt damit auch das ganze Universum nicht…


    An sich erst mal wieder zur Ruhe zu kommen und hinaus zu schauen, sich dabei still alles anzuschauen, wie Du beschreibst, hat auch Etwas davon wieder mehr im Hier und Jetzt anzukommen…

  • Matthie
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    • 22. Juni 2026 um 09:05
    • #15
    SWAN:

    Meditieren fühlte sich für mich bisher tatsächlich immer schrecklich an, weil ich so voller Erwartungen dabei bin.

    Dazu fällt mir ein Bekannter Yoga Spruch ein:


    Yoga is not about reaching your toes; it's about what you learn on the way down.


    Oder mit den Worten einer sehr geschätzten Freundin, die es liebt Sprüche umzudrehen.


    „Das Ziel ist im Weg“


    Dinge Ihren Lauf zu lassen und wachsen zu lassen erfordert Geduld.

  • SWAN
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    • 22. Juni 2026 um 15:18
    • #16
    Matthie:

    Oder mit den Worten einer sehr geschätzten Freundin, die es liebt Sprüche umzudrehen.


    „Das Ziel ist im Weg“

    :D Toller Spruch. Ich werde mir das zu Herzen nehmen.


    P.s. Was für Sprüche hat sie denn noch so auf Lager?!

  • Matthie
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    • 22. Juni 2026 um 15:26
    • #17

    Oh je…

    Wenn das dann mal keine Urheberrechtsverletzung wird.🤣

    Ein anderer Lieblingspruch:


    „Es kommt anders wenn man denkt“


    Das muss aber langen 🙈🫣😂

  • Samadhi1876
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    • 22. Juni 2026 um 18:12
    • #18

    Um den Alltag zu bewältigen


    Werden wir mehr oder weniger konfrontiert mit Aufgaben die das Leben uns stellt


    Als Baby kennen wir noch kein „Du“ und „Ich“


    Das Ich entwickelt sich erst allmählich

    Und damit auch die eigene Meinung des Ich über sein Ich


    Ich wird zur scheinbaren Identität und Glauben

    Wer wir sind


    Aber mit Ich und Du

    Und Dies und Das


    Beginnen auch die Unterscheidungen und die Trennungen

    Vom Universum an sich

    Und das was wir noch waren

    Als wir wurden geboren


    Und erst wenn dieses Ich mit seinem verbundenen Körper wieder zerfällt

    Kehren wir auch wieder dorthin zurück

    Wo wir einst wurden geboren


    Obwohl wir auch mit Du und Ich

    Nirgendwo anders sind als dort

    Woraus wir wurden geboren

  • JoJu91
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    • 23. Juni 2026 um 08:16
    • #19
    SWAN:

    In letzter Zeit sitz ich gern draußen in der Sonne und schau durch die Gegend. Das fühlt sich für mich besser an als die Augen zu schließen. Aber ob das schon Zazen ist... weiß nicht.

    Ich hab auch immer mit offenen Augen meditiert, am liebsten vor der weissen Wand im halben Lotus-Sitz, wobei im nachhinein hätte es der "Schneider-Sitz" auch getan ?


    Begonnen hab ich mit etwa 27, als mir beim Frühstück aufgefallen ist, dass ich formal Zeitung lese, aber den Text nicht mitbekomme weil nebenbei der Radio läuft und ich im Geist Selbstgespräche führe. Da wurde mir klar, jetzt musst Du was tun.


    Habe mir dann halb sechs den Wecker mit einem grauenvollen Weckton gestellt, ins andere Eck des Zimmers getan, war gezwungen aufzustehen um das Ding abzustellen.

    Dann eine halbe bis eine Dreiviertelstunde Stunde im halben Lotus-Sitz Zazen gemacht.

    Anfangs war es nur ein Aushalten der inneren Unruhe, dem Zwang aufzustehen und aufzuhören zu widerstehen. Danach bin ich zur Uni gefahren und war einer der ersten in der Bibliothek, meine Noten haben sich nach zwei Jahren um eine Stufe verbessert, das war schon mal was.

    Parallel Sport (damals Waldläufe) "gegen" die überschüssige Energie.


    Später habe ich am Abend die "Gedankenlücke"-Meditation aus dem tibetischen Buch vom Leben und Sterben gemacht, also die wache Lücke zwischen zwei Gedanken auf einige Sekunden bis einige Minuten zu verlängern. Das war aber sehr unheimlich, und da bin ich dann vorsichtshalber abends öfter in eine Zen-Gruppe gegangen. Dreimal dreissig Minuten vor der weissen Wand, unterbrochen durch Kinhin. Am Samstag manchmal vormittags und nachmittags jeweils dreimal fünfundvierzig Minuten.

    Danach ging es "steil bergauf", ich hatte jedoch auch immer gute Freunde, mit denen ich mit einem Schuss Humor über meinen alltäglichen Wahnsinn reden konnte, Gefährten auf dem Weg sozusagen ...


    Habe dann meine gesamten Dreissiger-Jahre weiter intensiv Zazen praktiziert und mit meiner damaligen Freundin, die Ayya Khema-Fan war, einige Wochen-Retreats bei Ayya Khema gemacht oder auch Samstags-Retreats im Münchner Stadtzentrum.


    Ich bin froh, so jung begonnen zu haben, ab einem gewissen Alter wird alles rein körperlich schwieriger ...


    :zen:

  • Hue32
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    • 25. Juni 2026 um 02:04
    • #20
    Sayitingerman:
    Qualia:
    SWAN:

    Linji sagt:

    "Alles, worauf dieser Bergmönch hinweisen will, ist dies: Lasst euch nicht von Anderen täuschen! Wenn ihr handeln wollt, dann handelt einfach! Lasst euch durch nichts einschüchtern! Ihr Schüler kapiert das heutzutage einfach nicht. Was ist das für eine Krankheit? Die Krankheit ist ein Mangel an Selbstvertrauen. Wenn euer Glaube nicht ausreicht, werdet ihr weiter wie Verwirrte umherlaufen. Egal, wie die Umstände sind, ihr werdet dann von Anderen kontrolliert und geführt. So werdet ihr keine Feiheit finden."

    Linji meint: Hör auf, dich von Autoritäten, Traditionen, Lehrern oder Meinungen einschüchtern zu lassen. Wenn du etwas tun willst, dann tu es. Wenn du etwas siehst, dann steh dazu.

    Das Problem, das er beschreibt, sind Selbstzweifel. Nicht metaphysisch, sondern als Funktion: Du weißt eigentlich, was Sache ist – aber du traust deiner eigenen Beobachtung nicht.

    SWAN:

    "Wollt ihr die Buddhas und Patriarchen kennenlernen? Sie sind von euch, die ihr hier vor mir seid un dem Dharma lauscht, nicht verschieden. Weil ihr Dharma-Schüler nicht genug Vertrauen in euch selbst habt, sucht ihr außerhalb. Selbst wenn ihr dabei etwas fändet, wäre das nur eine Annäherung in geschriebenen Worten. Den lebendign Geist der Patriarchen werdet ihr auf diese Weise nie erfahren."

    Das ist kein spirituelles Kompliment. Es ist eine Beschreibung: Sie hatten keinen besonderen Geist. Keine höhere Ebene. Keine geheimen Kräfte.

    Der einzige Unterschied: Sie haben ihrer eigenen Beobachtung vertraut.


    Du suchst im Außen – in Texten, in Systemen, in Traditionen. Aber alles, was du dort findest, sind Worte, also Annäherungen. Nicht die Sache selbst.

    Der „lebendige Geist“ ist nichts Mystisches. Es ist schlicht: direktes Sehen ohne Verwechslung.

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    Sie müssten doch verstehen, dass der Text selbst, die Worte selbst, in sich, pure Essenz beinhalten. Sowie alle Masse Nirvana ist.

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    Sayitingermans Beitrag klingt zunächst tiefgründig, sagt aber bei genauerem Hinsehen kaum etwas Konkretes aus. Wenn alles „pure Essenz“ ist, alle Interpretationen „pur“ sind und ohnehin „alles schon leer“ ist, dann wird jede Unterscheidung bedeutungslos. Damit verliert Sprache ihren Erkenntniswert.
    Gerade Linji war jedoch bekannt dafür, Anhaftungen an Begriffe, Konzepte und metaphysische Spekulationen zu zerschlagen. Er forderte unmittelbare Einsicht, nicht das Produzieren immer neuer abstrakter Formeln.
    Die Aussage „alle Interpretationen sind in ihrer Essenz pur“ macht jede Interpretation automatisch richtig. Damit könnte man Wahrheit und Irrtum, Weisheit und Verblendung, Buddhadharma und Unsinn nicht mehr unterscheiden. Das widerspricht dem buddhistischen Pfad, der ausdrücklich zwischen rechter und falscher Sicht unterscheidet.
    Auch die Behauptung, die Worte selbst enthielten „pure Essenz“, steht im Widerspruch zu vielen buddhistischen Texten. Worte gelten dort als Finger, die auf den Mond zeigen – nicht als der Mond selbst. Wer den Finger für den Mond hält, verfehlt gerade die direkte Erkenntnis.
    Deshalb wirkt der Beitrag weniger wie eine Erklärung von Linji und mehr wie eine Ansammlung spirituell klingender Schlagworte. Begriffe wie „Essenz“, „Leerheit“ und „Nirvana“ werden verwendet, ohne klar zu zeigen, was sie konkret bedeuten oder wie sie sich auf Linjis Aussage beziehen. Dadurch entsteht der Eindruck von pseudotiefer Mystifizierung statt einer nachvollziehbaren Darlegung des Dharma.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

    :idea:

  • SWAN
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    • 25. Juni 2026 um 02:40
    • #21
    JoJu91:

    "Gedankenlücke"-Meditation

    Das hab ich schon öfter von dir gelesen und auch schon ein paar mal ausprobiert. :)

    JoJu91:

    unheimlich

    unheimlich?

  • JoJu91
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    • 25. Juni 2026 um 07:15
    • #22
    SWAN:

    unheimlich?

    Ich hatte die Angst "Wenn Du das machst, gehst Du in der Lücke zwischen den Gedanken verloren und kehrst nie mehr zurück, oder Du verlierst den Verstand und kannst nie mehr denken ..."


    Verstärkt wurde das wahrscheinlich dadurch, dass ich die Übung allein abends in der dunklen Jahreszeit in meiner Studentenbude gemacht habe ...

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 25. Juni 2026 um 08:22
    • #23
    JoJu91:

    Ich hatte die Angst "Wenn Du das machst, gehst Du in der Lücke zwischen den Gedanken verloren und kehrst nie mehr zurück, oder Du verlierst den Verstand und kannst nie mehr denken ..."


    Verstärkt wurde das wahrscheinlich dadurch, dass ich die Übung allein abends in der dunklen Jahreszeit in meiner Studentenbude gemacht habe ...

    Ja das Gefühl hatte ich damals genauso. Wollte aber auch unbedingt wissen „was danach kommt“. Im Grunde war es nur das „Ich“ das große Angst hatte zu sterben, da es beginnt sich aufzulösen. Und so ähnlich wird es später sein wenn der Körper mit dem Ich stirbt und sich das Ich fragt „was wird jetzt sein“.


    Vielleicht ist das Empfinden dafür von Mensch zu Mensch aber auch unterschiedlich, je nachdem wie ängstlich oder vertrauensvoll man zum Leben an sich ist.


    Und irgendwie war neben der Angst gleichzeitig aber auch so etwas wie Vertrauen da. Urvertrauen würde ich heute dazu sagen. Einfach zu vertrauen egal was kommen mag. Und dieser erlebte Prozess ging auch irgendwie schleichend vor sich. Einmal wurde es komplett schwarz vor Augen und man sah dann nur noch einen Kreis. Oder eine Fahne begann plötzlich auf der Wand zu wehen. Man nennt das auch Makyos. Wusste ich vorher aber nicht: Ich hatte nach Sekidas Zen Trainig „trainiert“ und da stand nichts davon drin. Vorher nach Suzukis Anfängergeist „Art“ zu trainieren.

    Und nachdem ich für Bruchteile, wie lange weiß ich nicht, ohne Ich war (etwas das darüber nachdenkt was man gerade tut und sich selbst bewusst ist) und weiter vor der Wand saß, mit einem gefühlt anderen (mehr diffusen) Bewusstsein als zuvor, ohne Du und Ich, Raum und Zeit, kehrte das normale Bewusstsein aber auch langsam von selbst wieder zurück. Und später damit auch wieder die bekannten Trennungen und Unterscheidungen und Bewertungen, Anhaftungen. Besonders wenn man wieder aufhört mit dem meditieren längere Zeit.

    Während der allmählichen Rückkehr zum normalen Bewusstsein sah manches in der Welt erfrischend neu und wie zum ersten Mal erlebt aus: der alte knorrige Baum den man schon sehr lange kannte fiel einem auf einmal wunderschön auf, und man wunderte sich darüber, das man das vorher nicht so empfunden hat. Menschen waren alle gleich schön egal wie sie aussahen.


    Der normale Geist sucht sich im Alltag auch oft ständig neue Erregung oder sagt mir ist langweilig, das kenne ich doch schon. Zeig mir mal was Neues oder Anderes. Und auch dadurch wird man selbst auch zu einem Getriebenen seines eigenen Geistes, obwohl das eigentlich nicht nötig ist.

  • Samadhi1876
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    • 25. Juni 2026 um 08:44
    • #24
    Samadhi1876:

    Der normale Geist sucht sich im Alltag auch oft ständig neue Erregung oder sagt mir ist langweilig, das kenne ich doch schon. Zeig mir mal was Neues oder Anderes. Und auch dadurch wird man selbst auch zu einem Getriebenen seines eigenen Geistes, obwohl das eigentlich nicht nötig ist.


    Das was ich zuerst über die Meditation erfuhr war sozusagen eine tiefere Einsicht in dem Sinne, das es für Momente keinen Raum, Zeit, Ich, Ego mehr gab und man gefühlt über etwas das man nicht kannte (wahrscheinlich seit man geboren wurde nur vergessen hatte) trotzdem mit Etwas immer verbunden war, das man nicht erklären oder beschreiben kann was das ist: Es war einfach nur noch Alles Eins. Wobei wenn man Eins sagen würde, das schon wieder Zuviel wäre was man gesagt hätte. Jeder Versuch einer Beschreibung würde Es sofort „wieder kaputt machen“. Es fühlte sich eher an wie der tiefste Frieden den man wortlos und gedankenlos und emotionslos finden kann.


    Das Andere das sich erst später mit längerer Meditation zeigte, war eine neue ungekannte innere Kraft, ein innerer Halt, an sich, körperlich und mental. Das kommt automatisch mit der Zeit je länger man einfach nur sitzt dabei aber auch lernt durch aufkommende körperliche Unruhe und Gedanken und Emotionsstürme an sich einfach üben „hindurch zu gehen“…

  • Qualia
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    • 25. Juni 2026 um 09:00
    • #25
    Hue32:

    Begriffe wie „Essenz“, „Leerheit“ und „Nirvana“ werden verwendet, ohne klar zu zeigen, was sie konkret bedeuten oder wie sie sich auf Linjis Aussage beziehen. Dadurch entsteht der Eindruck von pseudotiefer Mystifizierung statt einer nachvollziehbaren Darlegung des Dharma.

    Das Problem ist tatsächlich das Bedeutungen suchen für die Begriffe, sie also materialisieren wollen. Das ist die Mystifizierung.


    Es werden Überwelten geschaffen, in denen sie eine feste Bedeutung haben, obwohl klar ist, dass es metaphysische Welten sind. Der Dharma ist nachvollziehbar dargelegt, weder eine Über- noch eine Unterwelt.


    „Essenz“, „Leerheit“ und „Nirvana“ sind Begriffe ohne Bedeutung, ohne Selbst oder Ich, sie stehen für sich als Erscheinungen ohne Eigenschaften, ohne auffindbare Ursachen, nicht erkennbar, was sie wirken, sind reine Phänomene ohne Eigenschaften, ohne Wirkungen, ohne Ich.


    Buddha hat sich jeder Bedeutung entzogen: Heute hätte er nur gesagt: Ich weiß es nicht, aber man hat ihm das nie geglaubt: Da muss noch ein Geheimnis sein! Das ist die Verstrickung in Gedankengebilde.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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