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Der Neue wollte nur kurz "Hallo" sagen.

  • Marterra
  • 29. Mai 2026 um 12:53
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  • Marterra
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    29. Mai 2026
    • 29. Mai 2026 um 12:53
    • #1

    Hallo liebe Community.


    Habe soeben erst die Anmeldung abgeschlossen und im Vorfeld schon interessante Themen entdecken dürfen.
    Ein klassischer Buddhist bin ich nicht. Allerdings trage ich nativ viele Einstellungen und Praktiken in mir die sich im Buddhismus widerspiegeln. Ich hoffe Gleichgesinnte zu finden um interessante Dialoge zu führen.
    Das war’s vorerst von meiner Seite da ich mich als "Neuer" nur kurz vorstellen wollte.

  • KarmaHausmeister 29. Mai 2026 um 13:23

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Monikamarie
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    • 29. Mai 2026 um 15:25
    • #2

    Herzlich willkommen Marterra

    Monika ❤️

  • Marterra
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    29. Mai 2026
    • 29. Mai 2026 um 15:52
    • #3
    Monikamarie:

    Herzlich willkommen Marterra

    Monika ❤️

    Vielen Dank , Monika.

  • Anna Panna-Sati
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    • 29. Mai 2026 um 17:32
    • #4

    Von mir auch ein herzliches Willkommen, lieber Marterra . :)

    Schön, dass du zu uns gefunden hast - wünsche dir viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Austausch hier im Buddhaland.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 30. Mai 2026 um 17:20
    • #5

    Herzlich Willkommen!

  • Online
    Amdap
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    • 1. Juni 2026 um 06:55
    • #6

    Hallo Marterra ,


    Du hast Dir da ein für mich sehr interessantes Logo ausgewählt!

    Ich habe mir nämlich vor ein paar Wochen online ein wunderschönes Holzrelief bestellt mit ca. 40 cm Durchmesser.

    Es stellt aus der germanischen Mythologie den Weltenbaum Yggdrasil dar, am Stamm ringelt sich die Schlange, und für mich ganz wichtig: die zwei Raben Huginn und Muninn.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    In der germanischen Mythologie steht Yggdrasil für die gesamte Weltordnung, die Schlange/Drache Níðhöggr für Zerstörung und Verfall an ihren Wurzeln, und Odins Raben Huginn und Muninn für Denken und Erinnerung. Zusammen zeigen sie das Zusammenspiel von Wissen, Leben, Ordnung und unvermeidlichem Vergehen.


    Das Relief hängt jetzt bei mir über der Eingangstür vom Eingangsflur zum Wohnzimmer, auf der Innenseite (Wohnbereich).


    Ich sehe natürlich, dass Dein Logo keine zwei Raben enthält, sondern zwei andere Vögel.

    Auch sehe ich, dass die Abbildung bei Dir von einem Spruch eingefasst ist, aber der ist zu klein, ich kann das leider nicht lesen.


    Mit dem Baum, rund eingefasst, haben wir ja schon mal was gemeinsam.

    Was bedeutet das für Dich, und warum hast Du Dir dieses Logo ausgesucht?

    Und ein klassischer Buddhist bin ich auch nicht.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • Marterra
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    • 1. Juni 2026 um 18:23
    • #7

    Hallo Amdap ,


    die Ähnlichkeit ist tatsächlich seeehr vorhanden !!!

    Amdap:

    Ich sehe natürlich, dass Dein Logo keine zwei Raben enthält, sondern zwei andere Vögel.

    Auch sehe ich, dass die Abbildung bei Dir von einem Spruch eingefasst ist, aber der ist zu klein, ich kann das leider nicht lesen.

    Das Bild zeigt eine berühmte Allegorie aus den altindischen Schriften (insbesondere der Rigveda und den Upanishaden, wie der Mundaka-Upanishad).

    Der Sanskrit-Text im äußeren Kreis ist in Devanagari-Schrift verfasst und lautet im Original:

    द्वा सुपर्णा सयुजा सखाया समानं वृक्षं परिषस्वजाते । तयोरन्यः पिप्पलं स्वाद्वत्त्यनश्नन्नन्यो अभिचाकशीति ॥

    Deutsche Übersetzung (Wortlaut)

    Zitat

    „Zwei Vögel, eng vereint und befreundet, sitzen auf demselben Baum. Der eine von ihnen frisst die süße Frucht, während der andere, ohne zu fressen, nur zuschaut.“

    Die Bedeutung

    Diese Metapher seziert die fundamentale Spaltung des menschlichen Bewusstseins:

    • Der bunte Vogel (links): Symbolisiert das Jiva (das empirische Ego / die individuelle Seele). Er ist aktiv, immanent in die Welt verstrickt, getrieben von Impulsen, konsumiert die Früchte (Erfahrungen, Schmerz, Lust) und ist damit dem ständigen Wechsel von Ursache und Wirkung unterworfen.
    • Der weiße/goldene Vogel (rechts): Symbolisiert das Atman (das reine, unbeteiligte Bewusstsein / den Beobachter). Er agiert nicht, verzehrt nichts, bleibt unbewegt, still und registriert die Dynamik des Lebens lediglich als neutraler Zeuge.

    Der Baum selbst stellt den Körper bzw. die materielle Welt dar, auf der sich dieses ungleiche, aber untrennbare Paar befindet.


    Amdap:

    Was bedeutet das für Dich, und warum hast Du Dir dieses Logo ausgesucht?

    Ich stelle mein mentales/geistiges Funktionieren mit dem Bild dar.

    Da ich mich erst seit ca. 2 Monaten bewußt damit beschäftige, ausgelöst durch einen Zufall bei

    einer Psychoanalyse von mir selbst , habe ich dieses Bild für dieses Forum hier gewählt.

    Eigentlich hatte ich gehofft , hier im Forum , mehr Parallelen über Buddhismus/Meditation und meinen eigenen Zuständen im schriftlichen Dialog zu erfahren.

    Jedoch bin ich mir mittlerweile bewußt darüber geworden, dass es eigentlich niemanden interessiert. So lese ich hier einfach viel passiv mit (Selten auch aktiv am schreiben).

    Man lernt ja nie aus und vielleicht lese ich hier noch Sachen, die ich in eigener Recherchen nie gefunden hätte bzw. manche Zusammenhänge nicht ;)


    Amdap:

    Und ein klassischer Buddhist bin ich auch nicht.

    Bin ich aktuell auch nicht aber wer weiß wo die Reise noch hingeht. Ich bin offen für alles...:)

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    Amdap
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    • 2. Juni 2026 um 07:36
    • #8

    Hallo Marterra ,


    vielen Dank für die ausführliche Erklärung!

    Es ist hier selten, dass jemand so genau auf den Punkt kommt, eine ausführlichere Analyse aufzeigt oder hier mit tiefschürfenden Gedanken herauskommt.


    Dann stellen die beiden Vögel auf Deinem Logo sozusagen zugleich den relativen und den absoluten Aspekt der Erscheinung eines Lebewesens dar.

    Im buddhistischen Mahayana ist von den Zwei Wahrheiten die Rede:

    Einerseits: Samvriti-satya – die konventionelle, relative oder verhüllende Wahrheit:

    Menschen, Tische, Berge, Karma, Ursache und Wirkung existieren auf dieser Ebene.

    Die Welt funktioniert und ist nicht einfach eine Illusion im trivialen Sinn.

    Andererseits: Paramartha-satya – die höchste oder letztgültige Wahrheit.

    Alle Phänomene sind leer von einer eigenständigen, unabhängigen Existenz (śūnyatā).

    Diese Wahrheit ist nicht ein verborgenes Ding hinter den Erscheinungen, sondern die wahre Natur der Erscheinungen selbst.


    Die Lehre von den Zwei Wahrheiten ist zwar schon älter als der Buddhismus selbst, doch gerade der letzte Punkt unterscheidet Madhyamaka von vielen nicht-buddhistischen indischen Systemen.

    Madhyamaka ist geradezu die Philosophie Nāgārjunas. Wenn man von Madhyamaka spricht, denkt man normalerweise zuerst an ihn und seine Hauptschrift, das Mulamadhyamakakarika (Grundverse des Mittleren Weges).

    Der Name Madhyamaka kommt von madhyama = „Mitte“. Er knüpft an den frühen buddhistischen Begriff des „Mittleren Weges“ an, bekommt bei Nāgārjuna aber eine sehr präzise philosophische Bedeutung.


    Der "Mittlere Weg" bedeutet keinesfalls bloß ein Maßhalten im herkömmlichen Sinne, wie man meinen könnte, sondern:

    wenn man sich fragt, worin denn wirklich diese "Mitte" besteht, so sagt Nāgārjuna dazu,

    dass wir gewöhnlich in Extreme verfallen:

    Eternalismus: Dinge besitzen ein eigenes, dauerhaftes Wesen.

    Nihilismus: Nichts existiert überhaupt, alles ist bedeutungslos.

    Die Mitte liegt weder in dem einen noch in dem anderen.


    Ein berühmter Gedanke bei Nāgārjuna lautet:

    Weil Dinge abhängig entstehen, sind sie leer.

    Weil sie leer sind, können sie entstehen.

    Das ist der Kern seiner Philosophie. Er sagt nicht: "Nichts existiert", sondern eher:

    "Nichts existiert auf die Weise, wie wir es für gewöhnlich annehmen."

    Aber keines dieser Dinge existiert unabhängig, aus sich selbst heraus oder als festes Wesen.


    Für Nāgārjuna sind die zwei Wahrheiten nicht zwei verschiedene Welten:

    Auf der relativen Ebene gibt es Menschen, Berge, Ursache und Wirkung, Buddhas, Leiden und Befreiung.

    Auf der absoluten Ebene erkennt man, dass all diese Phänomene leer von Eigenwesen sind.


    Das ist ein wichtiger Unterschied zum Advaita Vedānta (---> Hinduismus). Dort könnte man vereinfacht sagen:

    "Hinter der Erscheinungswelt steht Brahman.",

    aber Nagarjuna würde sagen: "Hinter der Erscheinungswelt steht nichts; ihre Leerheit ist gerade ihre abhängige Existenz."

    Das ist typisch für den Tibetischen Buddhismus. Die großen tibetischen Schulen betrachten Madhyamaka gewöhnlich als die höchste philosophische Sichtweise, auch wenn sie sich über Details streiten (diese Feinheiten sind etwas für Spezialisten, das lasse ich hier mal weg).


    Gerade dieser Punkt macht Nāgārjuna so radikal und erklärt, warum seine Philosophie bis heute sowohl Buddhisten als auch westliche Philosophen fasziniert. Sie ist weder realistischer Substanzmetaphysik noch einfachem Nihilismus zuzuordnen und versucht konsequent, beide Extreme zu vermeiden: wer die Leerheit zu einer neuen metaphysischen Substanz macht, hat die Lehre nicht verstanden. Deshalb gibt es im Madhyamaka letztlich keinen „Brahman-Ersatz“. Die absolute Wahrheit ist nicht ein verborgenes Etwas, sondern die Einsicht, dass alle Dinge ohne Eigenwesen und nur in wechselseitiger Abhängigkeit bestehen.

    Das ist sehr tiefgründig, und gerade dieser Punkt macht Nāgārjuna so radikal und erklärt, warum seine Philosophie bis heute sowohl Buddhisten als auch westliche Philosophen fasziniert. Sie ist weder realistischer Substanzmetaphysik noch einfachem Nihilismus zuzuordnen und versucht konsequent, beide Extreme zu vermeiden.


    Puuuh, das ist erstmal schwere Kost, nicht wahr?

    Und Deine zwei Vögel in Deinem Logo haben mich darauf gebracht, gerade weil sie als ein Symbol aus dem Hinduismus stehen.

    Auf den ersten Blick gibt es keine philosophische Verbindung zwischen diesen beiden Vögeln, und den zwei Raben Odins auf meinem schönen Holzrelief, siehe oben.

    Es gibt allerdings eine andere Verbindung, wie mir scheint, und die ich persönlich spannend finde.

    (Zur Erinnerung: Huginn = Gedanke, Denken, Reflexion; Muninn = Erinnerung, Gedächtnis, Bewusstsein des Gewesenen).

    Jeden Morgen fliegen die beiden Raben in die Welt hinaus und kehren abends zu Odin zurück, um ihm zu berichten, was sie gesehen haben.

    Man könnte darin eine Art Doppelbewegung erkennen:

    die Vielfalt der Erscheinungen der Welt, und die integrierende Erkenntnis, die alles wieder auf einen Zusammenhang bezieht.

    Das erinnert entfernt an die buddhistische Spannung zwischen konventioneller und letztgültiger Wahrheit.

    Aber wenn man die Analogie etwas präziser machen wollte, würde ich sie anders formulieren:

    Huginn und Muninn bewegen sich in der Welt der Unterschiede: Menschen, Ereignisse, Geschichten, Erinnerungen, Gedanken.

    Das entspricht eher der relativen Wahrheit.

    Odin selbst sitzt im Zentrum und empfängt die Berichte. Man könnte ihn symbolisch als die integrierende Perspektive verstehen, die die Vielheit überschaut.

    Doch genau hier beginnt das Problem:

    Im Madhyamaka gibt es gerade kein oberstes Subjekt, das die letztgültige Wahrheit besitzt oder verkörpert. Die Analogie würde also genau an dem Punkt brechen, der Nāgārjuna wichtig ist.


    Es gibt allerdings eine andere Verbindung, die ich persönlich spannender finde.

    Huginn und Muninn sind keine Dinge, die Odin besitzt wie Werkzeuge. In manchen Quellen wirkt Odin sogar besorgt, dass sie eines Tages nicht zurückkehren könnten.

    Das bedeutet: Erkenntnis ist nicht statisch, Wissen muss immer wieder neu errungen werden, und die Welt zeigt sich nur in einem ständigen Prozess.

    Diese Dynamik hat tatsächlich etwas, das an buddhisches Denken erinnert: keine feste Substanz, sondern fortlaufende Beziehungen und Prozesse.


    Nun schließe ich vorläufig, sonst wird das hier zu lang -

    obwohl mir noch Weiteres dazu eingefallen ist.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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