1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Nächstenliebe im Buddhismus

  • Matthie
  • 10. Mai 2026 um 11:53
  • Zum letzten Beitrag
  • Matthie
    Themenautor
    Reaktionen
    80
    Punkte
    445
    Beiträge
    70
    Mitglied seit
    27. Februar 2026
    • 10. Mai 2026 um 11:53
    • #1

    Liebe Forumsmitglieder,


    Ich Frage mich gerade wie die buddhistischen Strömungen Nächstenliebe betrachten bzw.leben.

    Natürlich ein Begriff aus dem Christentum, der mir aber sehr gut gefällt und mir das Synonym im Buddhistentum fehlt. Mitgefühl trifft es nicht ganz finde ich.


    Wenn man sich die Frage nach seiner Aufgabe in diesem Leben stellt, kommt zumindest bei mir auch ein sozialer Gedanke mit durch.

    Etwas bewegen, verändern wollen oder einfach nur helfen.


    Bei einem Zen-Sesshin oder anderen Retreat geht es ja in erster Linie um einen Selbst.

    Der Zusammenhang das ich erst einmal selbst heilen muss um heilsam wirken zu können liegt da aber auf der Hand.


    Bei aller Kritik an der Kirche sehe ich aber das soziale Engagement als sehr positiv dieser Institution an. Sei es in Krankenhäusern, Sozialeinrichtungen oder Obdachlosenhilfe… Dieses Argument ist mir allerdings schon öfters um die Ohren geflogen 😂. Aber das ist gerade nicht mein Thema.


    Ich Frage mich wie buddhistische Institutionen Nächstenliebe Leben und natürlich auch wie es die praktizierenden Buddhisten für sich betrachten?

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.806
    Punkte
    62.413
    Beiträge
    10.798
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 10. Mai 2026 um 15:35
    • #2

    "Nächstenliebe" ist ein sehr konkretes christliches Konzept:

    1. Man ja dadurch Erlösung indem man sich in der "Gottesliebe" an Gott hingibt.
    2. In Christus ist Gott Mensch geworden, er nahm Leid und Kreuzigung auf sich.
    3. Jesus "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan"

    So werden Taten gegenüber Schwachen und Hilfsbedürftigen direkt zu Taten gegenüber Jesus und damit zu Akten der Gottesliebe.


    Dies ist ein sehr komplexer Gedankengang und es gibt da im Buddhismus wenig direkte Entsprechungen. Am nähesten ist vielleicht die Geschichte von Asanga und der Hündin aus dem tibetischen Buddhismus:

    Lama Yeshe:

    Außerdem solltest du wissen: Auch wenn er nicht unzählige fühlende Wesen liebt, führt schon die Liebe zu einem einzigen fühlenden Wesen dich zur Erleuchtung.


    Zum Beispiel sah Arya Asanga selbst nach zwölf Jahren der Zurückgezogenheit den Buddha Maitreya nicht. Dann machte er sich auf den Weg und sah einen schwarzen Hund, der schwer verwundet und voller Maden war. Arya Asanga empfand so viel Mitgefühl für den Hund, dass er Fleisch aus seinem eigenen Oberschenkel – nicht aus dem Oberschenkel eines anderen – herausschnitt, um es auf die Maden zu legen. Dann streckte er seine Zunge aus und schloss die Augen, doch seine Zunge berührte die Maden auf dem Hund nicht. Als er die Augen öffnete, sah er Maitreya Buddha. Er ergriff Maitreya Buddha und sagte: „Wie kommt es, dass ich dich so lange nicht gesehen habe, als ich mich im Rückzug befand?“ Maitreya Buddha sagte: „Ich war die ganze Zeit mit dir in der Höhle.“ Er zeigte Arya Asanga, wo er in der Höhle gespuckt hatte, doch tatsächlich spuckte er auf Maitreya Buddhas Gewand.

  • pano
    Reaktionen
    1.902
    Punkte
    9.077
    Beiträge
    1.367
    Blog-Artikel
    2
    Mitglied seit
    4. Dezember 2022
    • 10. Mai 2026 um 16:09
    • #3
    Matthie:

    Nächstenliebe betrachten bzw.leben.

    Natürlich ein Begriff aus dem Christentum, der mir aber sehr gut gefällt und mir das Synonym im Buddhistentum fehlt

    Der Begriff ist Metta / maitrī und ist im Buddhismus sehr präsent allgemein. Mit Mitgefühl , mitfreude und Gleichmut bildet Metta (liebe/ Liebende Güte ) dann die vier unermesslichen Tugenden



    lange nicht mehr gehört aber damals fand ich

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    eine interessante Einführung

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.806
    Punkte
    62.413
    Beiträge
    10.798
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 10. Mai 2026 um 16:54
    • #4

    Im Japan der Kamakura Zeit gab es die von Eison gegründete Shingon-Risshū-Schule, die einerseits den Vinaya stärkte, andererseits auch danach strebte, möglichst viele gute Werke zu tun. Ein Zentrum hierfür war der Gokuraku-ji in Kamakura. Der Mönch Ninshō engagierte seine Mönche und auch Laien dazu Brücken in armen Gegenden zu bauen, Brunnen zu graben, Krankenhäuser zu bauen und sich um Waisen und Leprakranke zu kümmern.

    Wikipedia:

    Ninshō arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1303 im Tempel, sowohl an buddhistischen Lehren als auch als Baumeister und Heiler. Auf dem Gelände entstand ein Krankenhaus, das den Überlieferungen nach mehr als 60.000 Patienten innerhalb von 20 Jahren behandelte, vorwiegend Personen; die an Lepra erkrankt waren. Sie galten wie in Europa als Aussätzige, zu denen der Kontakt gemieden wurde.

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation
    Reaktionen
    2.244
    Punkte
    13.528
    Beiträge
    2.016
    Termine
    2
    Mitglied seit
    16. Mai 2022
    Buddh. Richtung
    säk. Buddhismus
    • 10. Mai 2026 um 18:12
    • #5

    Bibel: "(...) Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Mt 19,19


    Pali-Kanon: "Verletze darum keinen, du liebst auch dein Selbst." Samyutta Nikāya, Mallikā Sutta, S.3.8

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • Mahasi
    Reaktionen
    83
    Punkte
    658
    Beiträge
    98
    Blog-Artikel
    3
    Mitglied seit
    5. November 2024
    Buddh. Richtung
    Theravada
    • 10. Mai 2026 um 18:22
    • #6
    pano:
    Matthie:

    Nächstenliebe betrachten bzw.leben.

    Natürlich ein Begriff aus dem Christentum, der mir aber sehr gut gefällt und mir das Synonym im Buddhistentum fehlt

    Der Begriff ist Metta / maitrī und ist im Buddhismus sehr präsent allgemein. Mit Mitgefühl , mitfreude und Gleichmut bildet Metta (liebe/ Liebende Güte ) dann die vier unermesslichen Tugenden

    Die Brahmavihara sind Geistesschulung und daher primär geistig-passiv. Die aktive Seite von Mitgefühl (karuṇā) ist anukampā. Siehe zum Beispiel Bodhis Anmerkungen zu seiner AN-Übersetzung (Anmerkungen 328, 1616) oder bei Anālayo Compassion and Emptiness in Early Buddhist Meditation, Compassion in the Agamas und How Compassion Became Painful.


    Aktives Mitgefühl im Buddhismus nimmt häufig auch merkwürdige Formen an wie im Vessantara Jātaka.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.806
    Punkte
    62.413
    Beiträge
    10.798
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 10. Mai 2026 um 19:14
    • #7

    Ich denke dass der Buddhismus an vielen Stellen zu zu positiven Haltungen, wie Mitgefühl, Geduld und Freundlichkeit ermutigt.


    Situationen wie bei Eison und Ninshō(1217- 1303) wo man im Sinne eines tätigen Mitgefühls anfängt Brunnen, Krankenhäuser und Brücken zu bauen sind sehr selten.


    Eison muß in der japanischen Geschichte bis zu Shōtoku Taishi ( 574 -622) zurückgehen - also so 500 Jahre - um ein ähnliches Maß an sozialen Engagement zu finden. Warum?


    Der Grund ist denke ich, dass die Sicherung des Sozialen normalerweise Sache von Staat und Gesellschaft ist. Und nur wenn der Staat diese Aufgabe nicht wahrnehmen kann springen dann auch religiöse Institutionen ein.


    Von daher sieht man auch heute im Krankenhaus wenig Nonnen: Kommunen, Bundesstasten und Staat kriegen es so hin.


    Hier eine Grafik, die die "Mächtigkeit des Staates" in China und Europa dadurch anzeigt in dem sie auflistet, wie viel Prozent der Bevölkerung unter der Herrschaft des mächtigsten Gemeinwesen stehen ( paßt nicht ganz)


    Für China sieht man ein deutliches Muster: Zwischen langen Zeiträumen eines starken Staates sieht man ( als Gräben ) chaotische "Zeiten des Zerfall" in denen das Land in streitende Fürstentümer aufgeteilt ist.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Sieht man sich dagegen die Kurve für Europa ansieht, dann sieht man keinen kleinen Graben heruntergefahrener Staatlichkeit sondern mit dem Mittelalter einen Jahrhunderte langen Graben, wo es kein großes Reich gab, dass sich um Krankenhäuser kümmern konnte und wo diese Aufgabe von religiösen Institutionen übernommen wurde.

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.258
    Punkte
    47.542
    Beiträge
    8.007
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 10. Mai 2026 um 20:04
    • #8

    Lieber Matthie, was nützen Begriffe?

    Was hat es den Christen geholfen?


    Es ist ein Gebot im Gegensatz zu den realistischen Empfehlungen des Buddha.


    Im Christentum wird alles verlangt, aber selten gehalten. Allein die vielen Glaubenskriege - wo war und ist da die Nächstenliebe.


    Der intensive Prozess der Geistesschulung im Buddhismus führt automatisch zur Güte, Mitgefühl und Zu-Neigung zu meinen Mitmenschen. Denn ich verstehe immer mehr die Ausweglosigkeit und Schwere des Lebens im allgemeinen und besonderen - und wie schwer es ist, die Einsichten der Lehre umzusetzen.


    Daher verstehe ich auch, dass es Manchem nicht gelingt ...


    Im Christentum geht es um die Rettung der Welt, bei Buddha um das Beenden des Leidens eines jeden einzelnen.


    Es beginnt immer bei "mir selbst".

    Liebe Deinen Nächsten wie DICH SELBST.


    _()_Monika

  • Matthie
    Themenautor
    Reaktionen
    80
    Punkte
    445
    Beiträge
    70
    Mitglied seit
    27. Februar 2026
    • 10. Mai 2026 um 20:38
    • #9

    Vielen lieben Dank für Eure Antworten.

    Das hat mir jetzt wirklich geholfen.

    Und auch die Kontemplation von Ayya Khema fand ich sehr bewegend.


    Zitat :

    Wenn nicht ich, wer dann.

    Wenn nicht jetzt, wann dann.


    Ich lasse das jetzt erstmal auf mich wirken .

    🙏🙏🙏

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

Ähnliche Themen

  • Tugend und Depression

    • Thorsten Hallscheidt
    • 30. Juni 2025 um 07:57
    • Allgemeines zum Buddhismus
  • Naturalistischer Buddhismus und Naturspiritualität

    • Anandabodhi
    • 7. Juni 2025 um 20:17
    • Säkularer/naturalistischer Buddhismus
  • Über das Mitgefühl und die soziale Verantwortung im Buddhismus.

    • Igor07
    • 19. Mai 2025 um 17:14
    • Allgemeines zum Buddhismus
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.19
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download