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  3. Buddhismus und Wissenschaft im Dialog

Ist der Buddhismus eine Wissenschaft?

  • Hans-Günter Wagner
  • 26. März 2026 um 14:13
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  • Hans-Günter Wagner
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    2. August 2022
    • 26. März 2026 um 14:13
    • #1

    Griechische Denker unterschieden einst zwischen Mythos und Logos und trennten damit die Welt belegbarer Fakten von der des Glaubens. Doch brauchte es noch jahrhundertelange Kämpfe mit einem hohen Blutzoll, um das Denken von theologischen Fesseln zu befreien und einen strikten und unvoreingenommenen Tatsachenbezug gegen tradierte Ideologien aller Art zu setzen. Wissenschaftler(innen) haben mittlerweile viele todbringende Krankheiten heilbar gemacht, die Mondfahrt ermöglicht, den genetischen Code entschlüsselt und die Bausteine des Lebens erforscht, sie haben unser Leben um vieles bequemer und schöner gemacht, doch ebenso Atombomben konstruiert und für Geheimdienste Foltermethoden optimiert. Die Frage nach dem Sinn des Lebens aber konnten sie ebenso wenig beantworten wie die nach der richtigen Lebensweise oder nach Ursprung und Ziel der Welt. Das sind eben solche von Religion, Philosophie und Metaphysik. Und zu Leiden, Glück und Erlösung hat der Buddhismus Wichtiges zu sagen.

    Heute gibt es einige Buddhisten, welche im Namen nebulöser Ziele die aus guten Gründen etablierten Grenzen zwischen Religion und Wissenschaft gerne niederreißen möchten, manche wollen den Buddhismus am liebsten selbst als „Wissenschaft des Geistes“ gleichrangig neben den akademischen Disziplinen etablieren, und wiederum andere schmähen die modernen Wissenschaften, da diese letztlich auch nur „glaubten“.

    Wer so argumentiert, trägt der Komplexität und Vielschichtigkeit moderner Wissenschaft sowie deren Beiträgen zur Entwicklung freier und demokratischer Gesellschaften in keiner Weise Rechnung. Zudem werden unreflektiert wissenschaftliche Erkenntnisprozesse mit der Anwendung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse vermischt. Solche theoretische Konfusion geht mit einer ebensolchen Praxis einher. Nicht wenige deutsche Buddhist(innen) sah man schon auf „Querdenker“-Demonstrationen, wo sie im Schulterschluss mit Rechtsradikalen marschierten. Wer den historisch gewachsenen und in zahllosen intersubjektiven Diskursen geschärften wissenschaftlichen Wahrheitsbegriff lieber durch seine eigene, gefühlte Wahrheit ersetzen möchte, ist auf dem direkten Weg ins postfaktische Zeitalter, bei dem Emotionen und Machtinteressen über Wahrheit und Richtigkeit dominieren.

    An dieser Stelle sollten einige Facetten des Diskurses um Buddhismus und Wissenschaft anhand in der Zeitschrift Buddhismus aktuell 3/21 veröffentlichter Artikel von Bhikkhu Bodhi mit dem Titel: „Erkenntnis im Ozean des Nichtwissens“ diskutiert werden. Erkenntnis im Ozean des Nichtwissens.

    Dr. Hans-Günter Wagner hat zu diesem Beitrag eine Kritik verfasst, zu der sich Bhikkhu Bodhi in einer Stellungnahme später geäußert hat. Daraufhin hat der Kritiker eine Erwiderung verfasst mit dem Titel „Wenn Buddhismus zur Ideologie wird“.

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  • Qualia
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    • 26. März 2026 um 14:17
    • #2

    In meinem Erkennen ist Buddha der erste Psychotherapeut. Er hilft durch Zeigen der Situation. Erkennen muss sie der, dem gezeigt wird. Wenn es nicht klappt, gibt es für Buddha nur weiter zeigen oder sich für das Gespräch bedanken. Erklärungen sind wirkungslos.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 26. März 2026 um 19:50
    • #3

    Hans-Günter Wagner .


    Zuerst danke ich sehr für das Teilen der ganzen Diskussion. Sehr spannend!
    Ich kann nur versuchen, das Problem zu schildern, wie ich es selbst verstehe.

    Es geht eigentlich nicht darum, ob es diese Wiedergeburt gibt oder nicht, so wie bei der Frage: Was war zuerst, das Bewusstsein oder die Materie, und so weiter.

    Die Wissenschaft ist von ihrer eigenen Natur aus objektiv; sie sollte alles verifizieren. Das Resultat sollte immer wiederholbar sein, wenn die bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen erfüllt sind.

    Aber der Buddhismus hat mit dem inneren Leben zu tun.

    Das ist mein eigenes Beispiel: Wenn ich unter sehr starken Schmerzen leide, angenommen, wie kann man das rein objektiv nachweisen? Durch bestimmte Messungen im Gehirn, durch die Blutanalyse, durch mein Verhalten, das wiederum ein anderer anhand bestimmter Kriterien ermitteln soll.

    Aber genau darin liegt der Hund begraben. Denn es würden nur meine Epiphänomene oder die Begleiterscheinungen erfasst werden. Aber mein eigener innerer Schmerz lässt sich nicht objektivieren. Das ist das Qualia-Problem; das gilt in der modernen Philosophie des Geistes als unlösbar.

    Der Buddhismus befasst sich mit dem Leiden als dem Problem, aber das ist mein innigstes Problem, das ich spüre oder fühle. Die objektiven Kriterien sind einfach nicht imstande, meine innere Realität widerzuspiegeln.

    Mir fällt dazu hier, also in diesen Zusammenhang, diese Diskussion ein: Wie fühlt es sich an, eine Fledermaus zu sein, von Thomas Nagel? Wir wissen es nicht, oder anders ausgedrückt: Das ist mein inneres, mein innigstes leibliches Wissen, das sich nicht objektivieren lässt.

    Also, wer hat recht, die Wissenschaft oder der Buddhismus? Das sind zwei verschiedene Bereiche: Das eine ist die Welt da draußen, in der man etwas nachweisen kann – das ist die Wissenschaft. Das andere ist der Buddhismus als der Bereich meiner inneren, unmittelbaren Erfahrungen; da reicht keine Wissenschaft aus.

    Deswegen können die Poesie, die Gemälde oder die Musik viel mehr sagen als alle modernen Wissenschaftler zusammen. Wenn ich mich recht erinnere, sprach A. Einstein über das innere Staunen, die Ehrfurcht vor dem Wunder des Daseins – das ist das Mysterium, bei dem keine Wissenschaft jemals ausreicht.

    So sehe ich das. Ich bin aber ein einfacher Laie; das waren nur meine eigenen Gedanken._()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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