Der Buddhismus hat bekannterweise seinen Ursprung in Indien, ist dort aber überraschenderweise mit einem Anteil von heute nur noch 0,7% der Bevölkerung fast verschwunden. Ich habe mal recherchiert warum das so ist:
1. Der Einfluss von Kaiser Ashoka
Kaiser Ashoka (268-232 v. Chr.) spielte eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des Buddhismus im gesamten indischen Subkontinent. Ashoka baute Klöster und unterstützte buddhistische Mönche und Nonnen. Er gab dem Buddhismus eine hohe gesellschaftliche Stellung und ermöglichte es ihm, sich in der indischen Gesellschaft weiter zu etablieren. Er entsandte buddhistische Missionare in weit entfernte Regionen, darunter Sri Lanka und sogar in das hellenistische Griechenland. Nach seinem Tod jedoch verlor der Buddhismus die politische Unterstützung. Die folgenden Dynastien, insbesondere die Shunga-Dynastie, standen dem Buddhismus oft negativ gegenüber und förderten verstärkt den Hinduismus.
2. Die institutionelle Schwäche
Der Buddhismus setzte stark auf eine klösterliche Lebensweise, die sich auf Meditation, Studium und die Verbreitung der Lehren des Buddha konzentrierte. Dies führte zu einer gewissen Isolation von der breiten Gesellschaft und einer Abhängigkeit von den lokalen Herrschern für die materielle Unterstützung. Das Fehlen eines festen sozialen Netzwerks oder eines integrativen Tempelsystems wie beim Hinduismus machte den Buddhismus anfällig für den religiösen und politischen Wandel im Land. Im Laufe der Jahrhunderte verschmolzen viele buddhistische Ideen mit hinduistischen Praktiken, sodass die Unterscheidung zwischen beiden Religionen zunehmend unscharf wurde.
3. Die Wiederbelebung des Hinduismus
Philosophische Schulen wie Vedanta und Bewegungen wie Bhakti gewannen an Popularität. Diese neuen religiösen Strömungen im Hinduismus sprachen viele Menschen an und boten mehr Flexibilität im Vergleich zum monastischen und asketischen Leben, das im frühen Buddhismus vorherrschte. Die Gupta-Dynastie (4.-6. Jahrhundert n. Chr.) unterstützte den Hinduismus aktiv und trug zur Verdrängung des Buddhismus bei.
4. Zerstörung buddhistischer Klöster
Im 5. Jahrhundert n. Chr. begannen Hunnen-Invasionen und später muslimische Eroberungen das Land zu destabilisieren und führten zur Zerstörung vieler buddhistischer Klöster und Universitäten. Besonders berüchtigt ist die Zerstörung der Universität Nalanda im 12. Jahrhundert durch die Armee von Bakhtiyar Khilji.
5. Die Ausbreitung des Islams
Ab dem 12. Jahrhundert begann der Islam mit der Gründung des Delhi-Sultanats und später des Mughal-Reiches, sich in Indien auszubreiten. Während der Islam nicht den Buddhismus direkt verdrängte, schwächte er doch den Einfluss der bestehenden religiösen Traditionen.
