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  1. Buddhaland Forum
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Geduld

  • KarmaHausmeister
  • 27. Januar 2026 um 10:29
  • Zum letzten Beitrag
  • void
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    • 1. Februar 2026 um 20:11
    • #26

    Ich verstehe es so, dass "Dosa" eine "ablehnende Geisteshaltung" ist: Etwas ist hier was nicht hier sein soll. Dann ist Geduld das Gegenteil: Das annehmen was da ist - ohne zu wünschen es wäre weg.


    Nicht so ein "Warten" im Sinne des "Verweilen bis was eintritt" sondern einfach nur ein Verweilen mit allem was so da ist.

  • Monikamarie
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    • 1. Februar 2026 um 20:26
    • #27

    Lieber void, das nenne ich nicht Geduld, sondern Gelassenheit.


    Was ist, wird akzeptiert. Darüber brauche ich noch nicht mal nachzudenken.

    Geduldigsein ist aber eine bewusste Handlung/Entscheidung.

    Diese kann aber auch so verinnerlicht sein, dass sie ganz selbstverständlich da ist.


    Ohne Einsicht und Erfahrung ist das nicht möglich, egal ob durch buddhistische Geistesschulung oder Lebensweisheit.

    _()_Monika

  • void
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    • 1. Februar 2026 um 20:36
    • #28
    Monikamarie:

    Lieber void, das nenne ich nicht Geduld, sondern Gelassenheit.

    Es gibt ja auch Begierde: Also dass etwas da sein soll obwohl es nicht da ist. Das Gegenteil von Begierde ist Entsagung


    Gelassenheit umfasst beides: Dass man annehmen kann, dass etwas da ist obwohl man wünschte es wäre nicht da. Und dass man annehmen kann, dass etwas nicht da ist obwohl man wünschte es wäre da.

  • Anna Panna-Sati
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    • 1. Februar 2026 um 21:00
    • #29
    void:

    Und da ist es so, dass das buddhistische Konzept Geduld einfach das Gegenteil von Hass ist. Es sagt NICHTS darüber aus, ob man schnell handelt oder langsam, ob man wartet oder nicht.

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.


    (Geduld bewährt sich dadurch auch als "Gegenmittel" für Auswirkungen von gierigem Wollen, das unerfüllt blieb/frustriert wurde.)


    Um dazu imstande zu sein, muss der Geist allerdings schon einen hohen Grad von Läuterung und Klarheit aufweisen, also Gelassenheit als innere Haltung verwirklicht haben, welche die Geduld, Schwieriges unerschütterlich durchzustehen, erst möglich macht...

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
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    • 1. Februar 2026 um 22:22
    • #30
    Anna Panna-Sati:

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.

    Liebe Anna, was mir hier sofort einfällt, dann dieses Sutta:S.36.6 Durch einen Pfeil  - 6. Salla Sutta
    Der erste Pfeil ist unvermeidlich, also unausweichlich. Wir werden alle früher oder später alt, krank und sterben. Drei Boten, wie es schön gesagt wird, oder?Die drei Götterboten Aber wir haben immer rein existenzielle Freiheit, den zweiten Pfeil nicht auf sich selbst abzuschießen. Der enorme Mut, die "Geist-ige" Kraft, die ganzen Widrigkeiten des Lebens zu er-tragen( "er-dulden") und nicht innerlich zu zerbrechen, wenn es sogar manchmal absolut un-er-träglich erscheint, scheint mir den Kern der Praxis zu erfassen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
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    • 3. Februar 2026 um 08:01
    • #31
    Beitrag

    RE: Geduld

    […]

    Ein Anhaften am Zaudern?
    pano
    1. Februar 2026 um 10:19


    Das Anhaften am Zaudern ist das Festhalten an einer ausgewählten Meinung/Parteilichkeit.

    Der Zweifel, ob ich mit der nächsten Handlung das erreiche, was ich will. Denn dann muss ich das Zaudern überwinden und riskieren, dass ich die nicht von mir gewählte Seite verprelle.

    Geduld ist eben genau die Zeit, die es braucht, bis sich die einzig mögliche Handlungsweise zeigt. Dann ist Zaudern, Zweifel vergessen, denn jetzt muss man handeln.

    Die Ausrede, dass man geduldig sein musste, ist meist nur ein Selbstschutz für Unentschlossenheit oder vorzeitiges Handeln, das wegen der Nichtanwesenheit von Geduld erzeugt wurde. Zaudern.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Qualia
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    • 3. Februar 2026 um 08:07
    • #32
    Beitrag

    RE: Geduld

    […]

    Ein Anhaften am Zaudern?
    pano
    1. Februar 2026 um 10:19


    Das Anhaften am Zaudern ist das Festhalten an einer ausgewählten Meinung/Parteilichkeit.

    Der Zweifel, ob ich mit der nächsten Handlung das erreiche, was ich will. Denn dann muss ich das Zaudern überwinden und riskieren, dass ich die nicht von mir gewählte Seite verprelle.

    Geduld ist eben genau die Zeit, die es braucht, bis sich die einzig mögliche Handlungsweise zeigt. Dann ist Zaudern, Zweifel vergessen, denn jetzt muss man handeln.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Helmut
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    • 3. Februar 2026 um 15:53
    • #33
    Anna Panna-Sati:

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.


    Um dazu imstande zu sein, muss der Geist allerdings schon einen hohen Grad von Läuterung und Klarheit aufweisen, also Gelassenheit als innere Haltung verwirklicht haben, welche die Geduld, Schwieriges unerschütterlich durchzustehen, erst möglich macht...

    Ich finde, dies trifft die Bedeutung von Geduld im Kontext des Dharma sehr gut, weil die Tugend bzw. die Vollkommenheit der Geduld in diesem Kontext eine Qualität unseres Geistes ist, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Ruhe und die Ausgeglichenheit des eigenen Geistes bewahrt angesichts

    • von Schwierigkeiten, die man durch Schädiger erfährt
    • von Schwierigkeiten, die einem durch Leiden entstehen
    • von Schwierigkeiten bei der Dharmapraxis.

    Noch ein Zitat aus Zusammenfassung der Vollkommenheiten von Aryasura zu den Vorteilen der Geduld:

    "Die Geduld schützt vollständig vor den Nachteilen der Wut.

    Sie ist ein edler Schmuck für die Mächtigen.

    Sie ist die erhabene Stärke derer, die Askese üben.

    Sie ist der Wasserstrom, um das heftige Feuer des Übelwollens zu löschen.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Railex
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    • 7. Februar 2026 um 20:23
    • #34
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Wann ist Geduld Weisheit?

    Ich greife mir mal diesen Teil der Frage heraus.


    Wenn ich Ringu Tulku Ringpoche in seinem Buch " The Six Paramitas " richtig verstanden habe, dann ensteht Geduld durch Weisheit dadurch, dass man die Ursachen versteht, die die Geduld gefährden.


    Einsicht, dass Menschen aus Unwissenheit, Schmerz und Gewohnheit handeln, sowie durch die Bewusstmachung der Vergänglichkeit und des abhängigen Entstehens.


    Verständnis für die Verschiedenheit der Phänomene und die Erkenntnis, dass Ärger, der die Geduld gefährdet,schlicht nutzlos und sogar ein Hindernis ist, für die Minderung des Leidens und die Entwicklung von Gleichmut.


    Geduld als Weisheit durch Einsicht und Verstehen.

  • Railex
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    • 8. Februar 2026 um 05:37
    • #35
    Helmut:
    Anna Panna-Sati:

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.


    Um dazu imstande zu sein, muss der Geist allerdings schon einen hohen Grad von Läuterung und Klarheit aufweisen, also Gelassenheit als innere Haltung verwirklicht haben, welche die Geduld, Schwieriges unerschütterlich durchzustehen, erst möglich macht...

    Ich finde, dies trifft die Bedeutung von Geduld im Kontext des Dharma sehr gut, weil die Tugend bzw. die Vollkommenheit der Geduld in diesem Kontext eine Qualität unseres Geistes ist, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Ruhe und die Ausgeglichenheit des eigenen Geistes bewahrt angesichts

    • von Schwierigkeiten, die man durch Schädiger erfährt
    • von Schwierigkeiten, die einem durch Leiden entstehen
    • von Schwierigkeiten bei der Dharmapraxis.

    Noch ein Zitat aus Zusammenfassung der Vollkommenheiten von Aryasura zu den Vorteilen der Geduld:

    "Die Geduld schützt vollständig vor den Nachteilen der Wut.

    Sie ist ein edler Schmuck für die Mächtigen.

    Sie ist die erhabene Stärke derer, die Askese üben.

    Sie ist der Wasserstrom, um das heftige Feuer des Übelwollens zu löschen.

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    Vielleicht könnte man diesen Aspekt der Geduld, den des "Durchhaltens und Ertragens" in der gelungenen Praxis, dann als ein "Aushalten ohne Reaktion" benennen, weil es ja unbedingt darum geht ,die stärkste negative Emotion, nämlich Ärger, der infolge böswillige Gedanken bedingt, die in Hass übergehen können, zu vermeiden.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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