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"Dürfen" Buddhisten das?

  • KarmaHausmeister
  • 9. Dezember 2025 um 12:40
  • Zum letzten Beitrag
  • Railex
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    • 3. März 2026 um 18:44
    • #101
    Bernd:

    Nur weil ein Tier lästig ist, hat es den Tod nicht verdient.

    Das hat Anna auch nicht geschrieben, sondern sehr einfühlsam,mitfühlend und abwägend verschiedene Kriterien angesprochen, um sich diesem Problem anzunähern.


    Ich empfehle dir mal ewald s Berichte zu lesen, wo es bei Lebensmittelmottenbefall um die Existenz des Homo Sapiens geht :)

  • Railex
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    • 4. März 2026 um 09:12
    • #102
    Anna Panna-Sati:

    "Dürfen" Buddhisten eigentlich ironisch/sarkastisch sein? ;):erleichtert:

    Wirklich eine gute Frage!


    Die wichtigste Mahlzeit meines Tages z.b. ist der "Clown zum Frühstück" :clown:

    Das ist zwar nicht unbedingt vegan, aber unheimlich süß :oops:

    Lässt allerdings Angesichts der Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens aller fühlenden Lebewesen, manchmal die erforderliche Ernsthaftigkeit vermissen.


    Darf man als Buddhist Freude an zotigen Witzen haben?

    Z.b.

    "ich mag Studentenfutter, weil ich oft an der Uni rumhänge, wie sieht es bei dir aus?"

    "ich mag Puffreis" :nospeak:^^( immerhin vegan)


    Und die "Motte im Geiste" werde ich nun auch nicht mehr los ;)


    O.k., ich verabschiede mich mal aus diesem Thread, weil ich niemanden mit meinem Gekaspere verärgern möchte, danke für eure Beiträge _()_:taube:

  • Qualia
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    • 4. März 2026 um 09:38
    • #103
    Railex:

    Lässt allerdings Angesichts der Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens aller fühlenden Lebewesen, manchmal die erforderliche Ernsthaftigkeit vermissen.

    Bei Klarsicht berührt dich nur dein ganz persönliches Leiden, da hilft dann auch nicht mehr der Glaube an die Allgegenwart. Der Glaube ist ohnehin eine persönliche Meinung, die alles Nicht-Leiden ausblendet, um sich an der Selbstqual der Allgegenwart des Leidens zu ergötzen. Man kann auch so einen Clown frühstücken.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • mukti
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    • 4. März 2026 um 10:04
    • #104

    Töten, Stehlen, Lügen, alles ist möglich, die Natur erlaubt alles. Weil das aber mit Leid verbunden ist und der Buddha den Weg aus dem Leid lehrt, erlaubt er es seinen Schülern nicht.

    Nun kann man ja untersuchen ob die Regeln einen Sinn haben, ob diese und jene Handlung tatsächlich mit Leid verbunden ist. Dann wird man nach seiner eigenen Erkenntnis handeln.

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    • 4. März 2026 um 21:55
    • #105
    Anna Panna-Sati:

    ("Dürfen" Buddhisten eigentlich ironisch/sarkastisch sein? ;):erleichtert:)

    Es gibt eine Stelle im Palikanon, wo so ein Comedian vorkommt - ein Schauspieldirektor der die Leute durch verdrehtes Zeug zum Lachen bringt:

    Tālapuṭa Sutta:

    Zu einer Zeit weilte der Erhabene in Rājagaha im Bambusparke am Hügel der Eichhörnchen. Da nun begab sich Tālaputo, der Schauspieldirektor, zum Erhabenen, wechselte höflichen Gruß und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, sprach Tālaputo, der Schauspieldirektor, also zum Erhabenen:


    "Gehört habe ich, o Herr, von den früheren Meistern und Altmeistern der Schauspielkunst, daß sie sagten: 'Der Schauspieler, der auf der Bühne oder bei einer Versammlung durch Verdrehung der Wahrheit die Leute zum Lachen bringt und sie erfreut, der gelangt bei Auflösung des Körpers, nach dem Tode zur Gemeinschaft der Lachenden Götter'. Was sagt der Erhabene dazu?"


    "Laß es gut sein, Direktor, frage mich das nicht".


    Doch ein zweites Mal stellte Tālaputo, der Schauspieldirektor, dem Erhabenen diese Frage und ein zweites Mal wies der Erhabene sie ab. Und ein drittes Mal stellte Tālaputo, der Schauspieldirektor, diese Frage. Da antwortete ihm der Erhabene:


    "Hab ich dir nicht ausdrücklich gesagt: 'Laß es gut sein, Direktor, frage mich das nicht?' Doch ich will es dir erklären: Wenn ein Schauspieler auf der Bühne oder bei einer Versammlung den Wesen, die schon bisher nicht frei von Reiz, Abwehr und Verblendung waren, mit Banden von Reiz, Abwehr und Verblendung gebunden, Dinge mit Reiz, Abwehr und Verblendung vorführt, dann werden sie immer noch mehr zu Reiz, Abwehr und Verblendung geführt. Selber berauscht und leichtsinnig, macht er andere berauscht und leichtsinnig: So gelangt er bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, in die Gelächter Hölle. Hat aber einer die Ansicht: 'Der Schauspieler, der auf der Bühne oder in einer Versammlung durch Verdrehung der Wahrheit die Leute zum Lachen bringt und sie erfreut, der gelangt bei der Auflösung des Leibes nach dem Tode zur Gemeinschaft der Lachenden Götter', dann ist das seine falsche Ansicht. Mit falscher Ansicht aber, Direktor, stehen ihm zwei Fährten bevor, sag ich: Hölle oder Tierreich".


    Auf diese Worte weinte Tālaputo, der Schauspieldirektor, laut und brach in Tränen aus.

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    Aber wenn man ironisch die Sachen verdreht um andere zum Lachen zu bringen, dann landet man in der Gelächter Hölle - die muss man sich wahrscheinlich wie so eine Comedy-Show aus den 70zigern vorstellen, wo Leute in schlecht sitzenden Jackets für Äonen die immer gleichen Witze vortragen - dazu Gelächter vom Band.


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  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 4. März 2026 um 23:04
    • #106

    Der Erhabene
    Ist über Alles erhaben


    Nicht weil er Alles gut heißt


    Oder er etwas gerne ändern möchte:
    Er weiß er kann es nicht


    Durch keine Worte oder Taten


    Aber er weiß davon loszulassen

    Darüber erhaben zu sein


    Auch wenn er manchmal


    Im Stillen ganz allein

    Immer noch


    Traurig, wehmütig, oder verzweifelt wird

  • mukti
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    • 5. März 2026 um 10:20
    • #107
    void:

    Aber wenn man ironisch die Sachen verdreht um andere zum Lachen zu bringen, dann landet man in der Gelächter Hölle - die muss man sich wahrscheinlich wie so eine Comedy-Show aus den 70zigern vorstellen, wo Leute in schlecht sitzenden Jackets für Äonen die immer gleichen Witze vortragen - dazu Gelächter vom Band.

    In Komödien wird ja oft über das Missgeschick anderer gelacht, klassisches Beispiel "Dick und Doof". Da könnte man sich vorstellen, dass in der Gelächterhölle jeder zur allgemeinen Erheiterung verspottet wird. Je mehr Unglück, desto größer das Gelächter, Mitgefühl gibt es dort nicht.

    Mit Metta, mukti.


  • ewald
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    Buddh. Richtung
    Zen Buddhismus
    • 5. März 2026 um 15:35
    • #108

    Meine Mutter, Schuldirektorin, hat uns Kindern das Gucken von 'Dick und Doof' verboten, sie meinte, es verblödet. Viel Prägung von ihr habe ich über den Haufen geworfen, aber das nicht. Heute weiß ich, Fernsehschauen allgemein verblödet, diese passive Berieselung.

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 5. März 2026 um 15:53
    • #109

    Danke für deinen humorigen Beitrag, lieber Railex . _()_:heart::D

    Railex:

    Die wichtigste Mahlzeit meines Tages z.b. ist der "Clown zum Frühstück" :clown:

    :erleichtert: Wohl bekomm's!

    (Ich frühstücke übrigens abwechselnd einen Clown und "Mara" - je nach Tagesform...;))


    Gegen Humor, auch in Form feiner Ironie, die sanfte (leicht stichelnde, aber liebevolle) Denkanstöße geben, versteckte Wahrheiten aufdecken und auch meistens auf/erheiternde Wirkung entfalten kann, ist m.E. auch im Buddhismus nichts einzuwenden.


    Anders sieht es dagegen bei Sarkasmus aus - dieser genügt wohl selten dem Anspruch "rechter Rede", allein weil er, oft aus unguten Motiven heraus (z.B. Kränkungs- oder Verletzungsabsicht aus Ärger/Abneigung), recht hart und verletzend ankommt.


    Wie stets, ist auch hier wieder die Absicht (Cetana) entscheidend - und deinem Zitieren des "zotigen" Witzes unterstelle ich mal direkt die gute Absicht, uns kurzfristig die Stimmung aufhellen zu wollen,....;):badgrin:


    Railex:

    Lässt allerdings Angesichts der Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens aller fühlenden Lebewesen, manchmal die erforderliche Ernsthaftigkeit vermissen.

    Im Bewusstsein des allgegenwärtigen Leide(n)s der fühlenden Lebewesen immer die Ernsthaftigkeit zu bewahren, nützt ja schlussendlich weder den leidenden Wesen, noch demjenigen, der versucht, stets ernst und gemessen durch's Leben zu schreiten...:?


    (Allgemein ist der Buddha ja für seine "heitere Gelassenheit" bekannt, die er auch in den schlimmsten Situationen "bewahrte"...^^)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • benni79
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    • 11. August 2026 um 18:16
    • #110

    ich hab mich vor 25 jahren für ein körperliches (gesundes) leben am land entschieden... hof, selbstversorgung, waldarbeit. da war einiges zu erarbeiten, weil ich früher eher geistig veranlagt und stadtmensch war. das stand spiritueller praxis lange nicht im weg, die letzten jahre allerdings schon. das ist so meine widersprüchlichkeit... ich führe als feinfühliger, seelischer mensch das leben eines selbstbezogenen holzklotzes... zumindest ist es so geworden und es hat auch die meditation zu belasten angefangen... das fazit kennen wir... nur nach 25 jahren selbsterhalt in dieser gesellschaft wieder arbeiten gehen... haha

  • mukti
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    • 14. August 2026 um 09:03
    • #111
    benni79:

    ich hab mich vor 25 jahren für ein körperliches (gesundes) leben am land entschieden... hof, selbstversorgung, waldarbeit. da war einiges zu erarbeiten, weil ich früher eher geistig veranlagt und stadtmensch war.

    Ein Hof für die Selbstversorgung ist sehr harte Arbeit, ich habe das nicht geschafft und mich letztlich nur für einen Garten entschieden.

    benni79:

    ... ich führe als feinfühliger, seelischer mensch das leben eines selbstbezogenen holzklotzes... zumindest ist es so geworden und es hat auch die meditation zu belasten angefangen... das fazit kennen wir... nur nach 25 jahren selbsterhalt in dieser gesellschaft wieder arbeiten gehen... haha

    Meditation kann ja gerade die Selbstbezogenheit auflösen, wohl eher bei einem naturverbundenen Leben als in der Stadt unter all den Menschen, die nicht meditieren und kaum Interesse am achtfachen Pfad haben.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 14. August 2026 um 10:03
    • #112

    Ganz egal, wie stressig und anspruchsvoll mein Alltag war: Ohne immer wieder in mich fallen zu können, wäre nur der Ausweg Drogen geblieben. Meditation/Zazen war höchstens 15 Minuten vor dem Mittagsschlaf

    für mehr hatte ich keine Zeit und auch keine Lust/Notwendigkeit. Das ging allerdings 16 Jahre so, schon nach einem Jahr konnte ich es in Sekunden während der angeblich schweren Arbeit. Sitzen war nur noch eine unwichtige Gewohnheit, weil ich bis vor 10 Jahren nicht glauben wollte das das schon alles war. Es ist alles, was Satipatthana zeigt, bewirkt.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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