Alles anzeigenDie Fähigkeit der (radikalen) Akzeptanz dessen, was nicht zu ändern ist, der (widerstandslosen) Annahme aller Gegebenheiten, auf dem Achtpfad zu entwickeln, wird - nach und nach - dazu führen, dass der "Irrsinn" sich irgendwann graduell verändert und schließlich verflüchtigt, auflöst....
Ja, dieses "schrittweise" ist ein zentraler Punkt. Wo gibt es die Möglichkeit der Kontrolle, was bedeutet: Inwiefern habe ich Spielraum, mich für Heilsames zu entscheiden? Denn das Heilsame ist die Zuflucht, von der aus ich versuchen kann, das Nicht-Kontrollierbare zunehmend zu sehen und zu akzeptieren. An den Haaren aus dem Sumpf ziehen...
In Bezug zu den Menschen mit denen man kontinuierlich zu tun hat, Angehörige, Familie, Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen usw., hat man die Möglichkeit, sich darin zu schulen, heilsam zu handeln und Unheilsames zu unterlassen. In Bezug zu ihnen kann sich darin schulen, seinen Ärger usw. zu überwinden und stattdessen Freigebigkeit, Ethik, Geduld usw. zu entwickeln.
Es kann nicht, wie Anna Panna-Sati im obigen Zitat schreibt, darum gehen, radikal zu akzeptieren, was nicht zu ändern sei.
Aufgrund des abhängigen Entstehens verändert sich alles.
Ob ich mit meinem Handeln etwas verändern kann, hängt natürlich von vielen Umständen und Bedingungen ab und solange die nicht vollständig gegeben sind, werde ich nicht viel verändern können.
Man kann sich damit abfinden, aber man kann sich auch bemühen, die Fähigkeiten und Qualitäten zu entwickeln, die es einem ermöglichen, bestimmte Dinge zu verändern.
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Es gibt Dinge, die kann man nur (radikal) akzeptieren, z.B. eine Krankheitsdiagnose, das Älterwerden, den Tod - was willst du an diesen Tatsachen ändern?
Das Einzige, was du beeinflussen kannst, ist die Art des Umgangs mit diesen "Götterboten" und auch dazu gehört, diese zunächst einmal bewusst anzunehmen
(z.B. übungsweise, im Rahmen der "5 Betrachtungen" - A.N. V.57. -
https://www.palikanon.com/angutt/a05_051-060.html#a_v57).
In anderen Bereichen gibt es natürlich mehr Spielraum für (Um-)Gestaltungen und Veränderungen, aber diese betreffen hauptsächlich den eigenen Geist, mit dem man auf dem Edlen Achtfachen Pfad praktiziert.
Wenn es gelingt, den Geist zu läutern, inneren Frieden zu finden, werden sich auch positive Auswirkungen auf die Umgebung, das soziale Umfeld, ergeben, wie der Dalai Lama in deinem Zitat ausführt:
Alles anzeigenIn einem Kommentar zum Bodhicaryavatara von Santideva schrieb der Dalai Lama:
Der Friede beginnt in dir.
Solange wir uns selbst nicht verändern, wird sich auch in der Welt nur das verändern was andere Menschen beeinflussen können.
Aber auch dies ist nichts Unveränderliches.
Uns erscheint es wahrscheinlich so, aber das liegt doch nur daran, dass wir selbst zu wenig oder nichts tun und uns mit dem angeblich Unvermeidlichen abfinden.
Liebe Grüße, Anna