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Vipassana Meditation

  • Bernd
  • 3. Juni 2023 um 09:53
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  • Bernd
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    Buddh. Richtung
    Vipassana
    • 3. Juni 2023 um 09:53
    • #1

    Hallo,

    ich absolvierte im Jänner 2020 einen 10 Tageskurs.

    Im Herbst 2022 auch einen, den ich aber wegen einer Krankheit abbrechen musste.

    Seit Dezember meditiere ich jeden Tag mindestens eine Stunde.

    Und es tut mir sehr gut.

    Bei der Meditation folge ich zuerst den Empfindungen bei der Nase, dann über der Oberlippe und am Schluss fühle ich die Empfindungen im ganzen Körper nach.

    Nun eine, relativ naive Frage:

    Ist das alles?

    liebe Grüße,

    be happy,

    Bernd

  • KarmaHausmeister
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    • 3. Juni 2023 um 10:03
    • #2

    Nein, das von Dir beschriebene ist nur ein kleiner Teil der Vipassana-Praxis. Vipassana geht auf das Satipatthana-Sutta zurück.

    Dort kann man nachlesen, wie nach und nach die Aufmerksamkeit auf den Körper, den Geist, die Gefühle etc. gelenkt wird.

    Satipatthana Sutta - Originaltext der Vipassana- und Achtsamkeitsmeditation - Buddha-Stiftung
    Das Satipatthana Sutta, die Lehrrede von den "Grundlagen der Achtsamkeit" ist der Originaltext, auf dem die Vipassana- und Achtsamkeitsmeditation beruhen. Die
    buddhastiftung.org

    Gut beschrieben sind die verschiedenen Phasen, wozu sie gut sind und was sie mit einem machen in diesem Buch von Werner Vogd.

    Mitten ins Leben – Frieden finden mit Vipassana-Meditation
    Mitten im Leben sein.
    www.carl-auer.de

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • Bernd
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    • 3. Juni 2023 um 10:52
    • #3

    KarmaHausmeister

    Noreply

    vielen lieben Dank euch beiden.

    Sonnige Grüße,

    Bernd

  • tamo
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    • 3. Oktober 2026 um 17:43
    • #4

    Hallo Bernd,


    du hast im Jan. 2020 einen 10 Tageskurs absolviert. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Vipassanamethode und Kursinfrastrktur von S.N. Goenka handelt. Ich erinnere mich gerade nicht an den konkreten Wortlaut auf Deutsch, in Englisch "Vipassana as taught by S.N. Goenka". Also, Vipassana gelernt von S.N. Goenka. Es gibt andere die ebenfalls unter dem gleichen Lehrer Vipassana gelernt haben wie Herr Goenka, ihre Methode sich von dessen unterscheiden soll. So zumindest habe ich es gehört.


    Ich hatte einige Jahre in dieser Tradition praktiziert. Mittlerweile hat sich mein Praxisweg einige Kurven und etliche Steigungen später komplett aus dem Bereich hinausgeschlängelt.


    Nach deiner Frage zu urteilen, erinnerst du dich nicht mehr so genau und auch nur in einem recht eingeschränktem Umfang an die Meditationstechnik an sich, und um den Inhalt der Vorträge. In diesen wird eigentlich ein ganzheitliches Bild einer Praxis und deren Integration in den Alltag vermittelt, die einem Laienpraktizierenden lange die Gelegenheit bietet im Dhamma des Erhabenen Fortschritte zu erzielen.


    Deshalb folgende Tipps, im Stil des Sakhymuni Buddhas vom Effektivsten aber auch Schwierigsten/Anstrengensten zum nächsten weniger Intensiven:


    1. einen weiteren Kurs sitzen.
    2. einen Kurs Service geben (da man hier Kontakt zu Anderen alten Schüler hat und reden kann. Recht interessant für den Austausch und Hintergrundinformationen)
    3. Die Vorträge gibt es auf CD zu kaufen .

      Es gibt sie mittlerweile auch auf Youtube

      Externer Inhalt www.youtube.com
      Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
      Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Weitereführende Informationen:


    Auf den Begriff Vipassana hat Herr Goenka kein Copyright, sondern es ist ein gängige - wenn auch erst lange nach dem Buddha auftauchende - Bezeichnung mit der Bedeutung "Einsichtsmeditation". Neben dieser gibt es noch die sogenannte Sammatameditation - Sammlungsmeditation.


    Bei der Sammlungsmeditation ist es das Ziel, eines der 8 absorbierenden Geistessammlungen zu erreichen. In diesen Samadhizuständen ist man ganz im Geist und es besteht kein Kontakt zum Körper über die Sinnestore. In diesen Sammlunge ist eine direkte Erkenntnis möglich. Doch nach der Sammlung verfügt der Geist über gr. Kraft und kristallene Klarheit.


    Bei Vipassana wir die Erkenntnismeditation unter anderem dadurch begründet, dass durch das beobachten der Empfindungen der Charakteristik der Vergänglichheit erfahren wird und die, die Grundlage der drei Pänomenen Aniccam (Veränderlichkeit), Dukkha (Leiden) und Anata (Nichtselbst) ist.

    Jedoch kenne ich auch Menschen, die in einem Vipassanakurs Samadhizustände erreichten.


    Doch praxisnah ist es nicht garantiert auch bei jeder "Vipassanaanwendung" einsichtig zu sein.

    Die Techniken lassen sich also nicht nach den Ergebnissen kategorisieren.

    Weshalb ich persönlich die Meinung vertrete, dass die gesamte Praxis (Vipassana, Samata, Rezitation, leben der Tugenden, Reflektion, etc.) den Geist "zur Einsicht geneigt" werden lässt.


    Ausserdem sind in der Lehre mit Einsichten streng genommen, solche gemeint, die eine der 4 Erwachungsstufen der Ariya Puggala (mit den jeweiligen Vorstufen (magga)) auslösen.


    Doch auch die kl. Einsichten lenken die Schritte fortschreitend den Pfad, entlang.


    Sukhi hotu


    Tamo

  • tamo
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    • 3. Oktober 2026 um 17:46
    • #5

    ... das Satipathanasutta und weitere Sutten zu studieren kann siccherlich auch helfen. Nur nicht immer so einfach zu verstehen.


    Sukhi hotu


    Tamo

  • mukti
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    • 4. Oktober 2026 um 10:46
    • #6
    tamo:

    Auf den Begriff Vipassana hat Herr Goenka kein Copyright, sondern es ist ein gängige - wenn auch erst lange nach dem Buddha auftauchende - Bezeichnung mit der Bedeutung "Einsichtsmeditation". Neben dieser gibt es noch die sogenannte Sammatameditation - Sammlungsmeditation.

    Den Begriff Vipassana, der auch mit "Hellblick" übersetzt wird, gibt es bereits in einigen Lehrreden, z.B. in A.IV.170:

    Zitat

    Da, ihr Brüder, entfaltet ein Mönch den Hellblick mit vorangehender Geistesruhe (samathapubbaṅgamaṃ vipassanaṃ)

    Da entfaltet ein Mönch die Geistesruhe mit vorangehendem Hellblick (vipassanāpubbaṅgamaṃ samathaṃ)

    Da entfaltet ein Mönch Geistesruhe und Hellblick zum Paare verbunden (samathavipassanaṃ)

    Ich kenne die Methode von Goenka nicht so genau, sie fällt wohl unter die zweite Kategorie.

    Mit Metta, mukti.


  • Helmut
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    • 4. Oktober 2026 um 16:39
    • #7
    mukti:

    Den Begriff Vipassana, der auch mit "Hellblick" übersetzt wird, gibt es bereits in einigen Lehrreden, z.B. in A.IV.170:

    Zitat

    Da, ihr Brüder, entfaltet ein Mönch den Hellblick mit vorangehender Geistesruhe (samathapubbaṅgamaṃ vipassanaṃ)

    Da entfaltet ein Mönch die Geistesruhe mit vorangehendem Hellblick (vipassanāpubbaṅgamaṃ samathaṃ)

    Da entfaltet ein Mönch Geistesruhe und Hellblick zum Paare verbunden (samathavipassanaṃ)

    Hierbei geht es ja um Konzentration und Weisheit. Das Ziel ist die Verbindung von Konzentration und Weisheit, sie zum Paare verbinden wie es in der dritten Zeile heißt.


    Samatha (Konzentration) und Vipassana (Weisheit) müssen miteinander verbunden werden, weil Konzentration ohne Weisheit wie blind ist und Weisheit ohne Konzentration recht kraftlos ist.


    Samatha und Vipassana kann man nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander entwickeln. Dem Zitat aus A.IV.170 kann man entnehmen, dass es hierfür keine definitiv festgelegte Reihenfolge gibt. Entscheidend ist, dass man das in der dritten Zeile des Zitates formulierte Ziel erreicht.


    Die Verbindung von Samatha und Vipassana ist eine notwendige Voraussetzung für den Stromeintritt, sie ist also eine notwendige Bedingung dafür, ein ariya -puggala zu werden.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Aravind
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    • 5. Oktober 2026 um 11:39
    • #8
    Helmut:

    Samatha und Vipassana kann man nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander entwickeln.

    Das scheint zumindest eine gute Idee. Dabei muss es aber kein "Samatha-Zertifikat" geben, bevor man Vipassana übt. Es reicht, wenn man den Unterschied der beiden selbst erfahren hat.


    "Nacheinander" heißt in meiner Linie beispielsweise: Samatha am Tag 1 und 2, Vipassana ab Tag 3.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 6. Oktober 2026 um 17:27
    • #9

    Ich habe im Aṅguttara-Nikāya gelernt: Samatha und Vipassanā sind keine getrennten Wege. Es sind zwei Fähigkeiten, die einander ergänzen. Am besten entwickelt man sie gemeinsam. Hat jemand nur Ruhe, fehlt die Einsicht. Hat jemand nur Einsicht, fehlt die Ruhe. Dann hilft gezieltes Üben. Auch der Austausch mit erfahrenen Praktizierenden hilft, die fehlende Fähigkeit zu stärken. Wenn beide schließlich vereint sind, führen sie zur Befreiung.

    Es ist durchaus möglich, auch mit Vipassana anzufangen.

    Denken wir nur an die Hindernisse.

    Es sind wirklich wie die zwei Flügel eines Vogels.

  • mukti
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    • 7. Oktober 2026 um 11:35
    • #10

    Just my two cents:


    Vipassanā verstehe ich so, wie es Nyanatiloka beschreibt: Das Erkennen der drei Daseinsmerkmale Vergänglichkeit, Elend und Unpersönlichkeit. Mit einem aufgeregten und zerstreuten Geist lässt sich das nicht wirklich erkennen, also ist samatha eine Bedingung dafür.


    Nun gibt es verschiedene Ansätze, z.B. Beruhigung und Konzentration mittels Ausrichtung auf ein einziges Objekt. Da ist schon Vipassana-Einsicht vorhanden: 'Durch Nicht- Identifikation mit den Bewegungen des Geistes erfahre ich ein Glück der Loslösung vom Vergänglichen'. Da kann man verweilen, aber wenn dieser Zustand vorbei ist, fällt man wieder in die Identifikation zurück. Wenn man auf dieser Meditationsstufe nicht verweilt und sie ebenfalls als vergänglich erkennt, gerät man auf eine höhere Stufe, wenn man dort wieder nicht verweilt, eine noch höhere, also in die jhana, die schließlich zur endgültigen Befreiung führen.


    Oder man erreicht nur die erste Stufe der Sammlung und meditiert dann über die drei Daseinsmerkmale, was auch zur Befreiung führt. Manche sagen, dass dafür nur die sogenannte angrenzende Sammlung nötig ist.


    Oder man betrachtet alles, was im Bewusstsein erscheint im Lichte der Daseinsmerkmale, dann ist z.B. die Vergänglichkeit das Meditationsobjekt, das zur Sammlung führt.


    Und was es da noch für Ansätze geben mag. In A.IV.170 ist außer den drei Wegen Hellblick, Geistesruhe und beide zusammen noch ein vierter angegeben, der sich nach der Erklärung in der Fußnote auf die zehn Trübungen des Hellblicks bezieht.


    Jedenfalls geht es letztlich darum, dass jeder die seiner Veranlagung und Fähigkeit entsprechende Meditationsmethode findet. So sind manche von der Goenka-Methode begeistert, während andere ganz schlechte Erfahrungen damit gemacht haben.

    Außerdem sind die meisten diesbezüglichen Lehrreden zu Mönchen gesprochen, für Hausleute gibt es bestimmte Betrachtungen, die ebenfalls zu Sammlung und Einsicht führen (A.XI.12-13)

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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