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Lesegruppe 17.05 - 26.05: Genjōkōan

  • xiaojinlong
  • 17. Mai 2020 um 22:17
  • Zum letzten Beitrag
  • Schneelöwin
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    • 24. Mai 2020 um 23:12
    • #51

    Wenn ich weiß, dass mein ich nichtich ist, dann blühen die Blumen wenn sie blühen, welken wenn sie welken, Unkraut sprießt ohne Leid und Ärger.

    Diese Dinge geschehen in einem klaren aufmerksamen Akzeptieren, welches weder gewollt noch nicht gewollt ist, inmitten von lebendigen Buddhas die weder nicht erwachen noch erwachen zum Zeitpunkt „jetzt“ und das wäre alles.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Noreply
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    • 24. Mai 2020 um 23:40
    • #52

    [lz]

    Antaiji – Genjōkōan

    Wenn alle Dinge im Licht der Wahrheit erscheinen, dann gibt es Verirren, Erwachen und Übung, Leben und Tod, Buddhas und sonstige Lebewesen.

    Wenn die zehntausend Dinge ohne Ich sind, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch sonstige Lebewesen, weder Entstehen noch Vergehen.

    Weil der Buddhaweg über Fülle und Mangel hinweg springt, gibt es Entstehen im Vergehen, Verirren im Erwachen, und alle lebendigen Buddhas.

    Und dennoch: Die Blüten, die du liebst, welken dahin, und das Unkraut sprießt zu deinem Ärger – und das ist alles.[/lz]




    [lz]

    Wenn ich zum „Sie sind wie sie sind“ aller Dinge und Gedanken erwache, erkenn Ich Verirren in Meinungen, Erwachen und Übung, Leben und Tod, Buddhas und leidende Wesen.

    Wenn alle Dinge und Gedanken ohne Ich nehme es so wahr wahrgenommen werden, dann gibt es weder Verirren in Meinungen noch Erwachen, weder Buddhas noch leidende Wesen, weder Entstehen noch Vergehen.

    Weil der Buddha Weg in der Überfülle und dem Mangel entspringt, gibt es Entstehen/Vergehen, Verirren/Erwachen, Buddhas/Leidende.

    Und dennoch: Die Blüten, welken und das Unkraut sprießt zu deinem Ärger –

    und das ist alles.[/lz]

    Wie kann man das zusammenstreichen ohne das etwas verloren geht oder es nicht mehr verstanden werden kann. Ich meine einfach so, Kalendersprüche halt. Wie in der heutigen Zeit Genjokoan in sms - Stil.

    Schneelöwin das ist ja schon sehr kurz aber auch von jedem verständlich?

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 09:11
    • #53

    [lz]

    Wenn du Dinge und Gedanken, bewertest und einordnest. Meinung und Wahrheit gibst. Erfährst du Verwirren, Entstehen und Vergehen, Leben und Tod, Übungen zum Erwachen, Buddhas/Heilige/Meister und leidende Wesen.

    Wenn du Dinge und Gedanken von Wahrheit und Meinung befreiend wahrnimmst, dann gibt es weder Verwirren noch Erwachen, weder Buddhas noch leidende Wesen, weder Entstehen noch Vergehen.

    Weil die Lehre Buddha die Überfülle und den Mangel nicht ausschließt, gibt es Entstehen/Vergehen, Verirren/Erwachen, Buddhas/Leidende.

    Und dennoch: Die Blüten, welken und das Unkraut sprießt zu deinem Ärger – das ist alles. Es gibt immer was zu tun.[/lz]

  • void
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    • 25. Mai 2020 um 09:45
    • Offizieller Beitrag
    • #54

    Mir ist aufgefallen, dass der Begriff "Bezeugen" häufig auftaucht:

    genjokoan:

    Wird eine Seite bezeugt, bleibt die andere dunkel.

    ....

    Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.

    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen.

    ...

    Wenn Buddhas wahrhaftige Buddhas sind, dann sind sie sich nicht bewusst, Buddhas zu sein. Dennoch sind sie bezeugte Buddhas, die fortfahren, Buddha zu bezeugen.

    ...

    Dich selbst vergessen heißt von den zehntausend Dingen bezeugt werden.

    Von den zehntausend Dingen bezeugt werden heißt Körper und Geist von dir selbst und den anderen fallen lassen.

    ...

    Und darüberhinaus soll es immer weitergehen.

    Mit dem übenden Bezeugen und allem Lebenden verhält es sich ebenso.

    ....

    Ebenso ist es, wenn du den Buddhaweg übend bezeugst. Stößt du auf die Wahrheit, so durchdringst du die Wahrheit.

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  • Schmu
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    • 25. Mai 2020 um 09:46
    • #55

    Ich möchte noch etwas fragen, das sich auf diesen Abschnitt bezieht:

    Zitat

    https://antaiji.org/de/classics/genjokoan/

    "Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.
    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen."

    Es geht mir um den Begriff "bezeugen". Wie versteht ihr den, was ist mit "bezeugen" gemeint? Im gewöhnlichen Gebrauch ist damit so etwas wie "bestätigen", "bekräftigen" gemeint.

    Normalerweise "bezeugt" eine Person etwas, z.B. vor Gericht ("Ja, so war es, ich habe es gesehen." oder "Ich habe die Wohnung um 8:20 Uhr verlassen.").

    Wie ist es hier gemeint, wie würdet ihr das beschreiben?

  • Schmu
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    • 25. Mai 2020 um 09:50
    • #56
    void:

    Mir ist aufgefallen, dass der Begriff "Bezeugen" häufig auftaucht:

    Ja genau, er taucht häufiger auf. Mir ist aufgefallen, dass ich über den Begriff ein wenig stolpere, bzw. dass ich eigentlich keine klare Vorstellung davon habe. (Siehe mein vorheriger Post)

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 10:09
    • #57

    "bezeugen" denke ich aufgetrennt. Be-Zeugen.

    Ein Zeuge ist jemand der etwas als Tatsache darlegt. Unbezweifelbar. Eben bezeugt das es so ist.[lz]

    "Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.[/lz]

    Mich in den Vordergrund bringen um die Dinge zu bezeugen ist Verirren, weil ich z.B. einen Beitrag schreibe der Mich voranträgt um Meine Vorstellung zu bezeugen. Verwirren weil es eine Meinung ist die auch von mir als Meinung erkannt, bezeugt werden müsste.[lz]

    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen.[/lz]

    Wenn ich Sitze gibt es nichts für mich zu bezeugen, gegenüber wem? Das Einzige was mir bewusst werden kann ist das die Dinge die im Fortschreiten sind, mein Sein bezeugen, sie zeigen mir das obwohl ich Sitze von Ihnen als da seiend bezeugt werde.

    Ich erkenne das die Dinge weil sie da sind mich bezeugen, ohne Meinungen oder irgendwas. Sie bezeugen mich als Ding innerhalb der Dinge.

    Der andere Weg: Weil ich die Dinge durch mein Wahrnehmen in ihrer Existenz bezeuge werde die Dinge wirklich. Ich bezeuge sie mit meinen Bewertungen und Namen.

    Wie kann man den Begriff "bezeugen" hier "entschärfen" ihm seine Wirklichkeit geben?

    Einmal editiert, zuletzt von Noreply (25. Mai 2020 um 10:14)

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 10:11
    • #58

    „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“

    Da kann es nicht nur um Lügen gehen. Da geht es darum das ich etwas, aus welchen Gründen auch immer, falsch Bezeuge. Ich verdrehe bewusst gewollt die Tatsachen und mache etwas zu Wirklichkeit um mich hervorzuheben oder anderen zu schaden.

  • Schmu
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    • 25. Mai 2020 um 10:31
    • #59
    Zitat

    "Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.
    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen."

    Interessant finde ich auch, dass da zuerst ich es bin, der die Dinge bezeugt – und dann sind es die Dinge, die mich bezeugen. Das eine ist Verirren, das andere Erwachen.

    Ich hätte es wahrscheinlich eher so ausgedrückt, dass Erwachen bedeutet, dass weder ich noch die Dinge irgendwas oder irgendwen bezeugen. Ich hätte wahrscheinlich gesagt: Das Bezeugen muss zum Erlöschen kommen. Das heißt also, ich verstehe die Bedeutung dieser Aussage nicht wirklich.

    Ich weiß, was du meinst, Noreply, aber es löst mein Gestolpere über den Begriff "bezeugen" noch nicht vollständig auf.

  • Monikamarie
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    • 25. Mai 2020 um 10:46
    • #60
    Schmu:
    Zitat

    "Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.
    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen."

    Ich weiß, was du meinst, Noreply, aber es löst mein Gestolpere über den Begriff "bezeugen" noch nicht vollständig auf.

    Ich weiß auch nicht, lieber Schmu, ob ich Dir über das Gestolpere hinweghelfen kann.:) Aber es zu versuchen, wäre bezeugen aus meiner Sicht.

    Mir fällt dazu der Begriff "über-zeugen" ein.

    Das ist nicht notwendig, wenn die zehntausend Dinge fortschreiten und Dich übend über-zeugen. Dann brauchst Du keine Bestätigung mehr, Du bist erwacht.

    So sehe ich das.

    _()_

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 11:00
    • #61

    Mein Gefühl nach ist es das bezeugen das mir die Sicherheit gibt das nicht nur ich bezeuge das das Da ist sondern diese auch mich bezeugt.

    Wenn ich einen Hund sehe dann bezeuge ich ihn für mich, als Hund und wahr. Der Hund zeigt mir aber eben auch das ich da bin weil er mich durch mein ihn erkennen bezeugen kann.

    Da ist ein Knopf auf dem Fußboden, wo kommt der her, wie kommt der dahin. Ich bezeuge sein sein als Knopf von dem ich nicht weiß wie erusw.

    Ich erkenne nun nur ein Ding und weil das Ding da ist kann ich sicher sein, da zu sein. Weil das Ding mir erscheint bezeugt es mein sein.

  • Schneelöwin
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    • 25. Mai 2020 um 11:01
    • #62
    Ellviral:

    Schneelöwin das ist ja schon sehr kurz aber auch von jedem verständlich?

    Mein erster kleiner Versuch ein Koan zu interpretieren. Das habe ich noch nie gemacht und bitte da um etwas Geduld bei der Entwicklung, falls wir hier dann die Möglichkeit bekommen.

    Weiterhin weiß ich auch gar nicht, ob es dafür gewisse Vorgaben gibt, dieses zu tun.

    Im Internet habe ich gelesen, man sollte ein Koan möglichst den ganzen Tag vor sich hinrezitieren, dafür erscheint mir dies aber deutlich zu lang, und sich dann seinem Lehrer mitteilen.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


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    • 25. Mai 2020 um 11:01
    • #63

    Schmu  void

    Ich habe nachgeschaut und Dogen nutzt für bezeugen wohl das Wort Daigo.

    Im Shobogenzo widmet er allein dafür ein ganzes Kapitel.

    "Bezeugen" bezeichnet mMn in jenem Kontext ein Erwachen zur Realität, ein Erkennen des Fakt des So-seins jenseits unserer Verblendungen

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 11:06
    • #64
    Schneelöwin:
    Ellviral:

    Schneelöwin das ist ja schon sehr kurz aber auch von jedem verständlich?

    Mein erster kleiner Versuch ein Koan zu interpretieren. Das habe ich noch nie gemacht und bitte da um etwas Geduld bei der Entwicklung, falls wir hier dann die Möglichkeit bekommen.

    Weiterhin weiß ich auch gar nicht, ob es dafür gewisse Vorgaben gibt, dieses zu tun.

    Im Internet habe ich gelesen, man sollte ein Koan möglichst den ganzen Tag vor sich hinrezitieren, dafür erscheint mir dies aber deutlich zu lang, und sich dann seinem Lehrer mitteilen.

    In deinen Sätzen hab ich gedacht: Warum machen die so viel Worte, geht doch ganz einfach. Mein erstes Koan "MU" hab ich beim ersten Lesen mit eine unaufhaltsamen Lachen beantwortet.

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 11:11
    • #65
    Ellviral:
    [lz]

    Antaiji – Genjōkōan

    Wenn alle Dinge im Licht der Wahrheit erscheinen, dann gibt es Verirren, Erwachen und Übung, Leben und Tod, Buddhas und sonstige Lebewesen.

    Wenn die zehntausend Dinge ohne Ich sind, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch sonstige Lebewesen, weder Entstehen noch Vergehen.

    Weil der Buddhaweg über Fülle und Mangel hinweg springt, gibt es Entstehen im Vergehen, Verirren im Erwachen, und alle lebendigen Buddhas.

    Und dennoch: Die Blüten, die du liebst, welken dahin, und das Unkraut sprießt zu deinem Ärger – und das ist alles.

    [/lz]

    Was gibt es zu diesem Teil des Testes zu sagen.

  • Monikamarie
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    • 25. Mai 2020 um 11:27
    • #66
    Schneelöwin:
    Ellviral:

    Schneelöwin das ist ja schon sehr kurz aber auch von jedem verständlich?

    Mein erster kleiner Versuch ein Koan zu interpretieren. Das habe ich noch nie gemacht und bitte da um etwas Geduld bei der Entwicklung, falls wir hier dann die Möglichkeit bekommen.

    Weiterhin weiß ich auch gar nicht, ob es dafür gewisse Vorgaben gibt, dieses zu tun.

    Im Internet habe ich gelesen, man sollte ein Koan möglichst den ganzen Tag vor sich hinrezitieren, dafür erscheint mir dies aber deutlich zu lang, und sich dann seinem Lehrer mitteilen.

    Das Koan empfinde ich auch zu lang. Aber eigentlich habe ich keine Ahnung.

    Ich sehe nur Satz für Satz.

    Ein Koan kann nicht mit dem Verstand gelöst werden. Hab ich genug "Wissen", dann brauche ich es auch nicht zu interpretieren. Ich weiß es einfach. Außerdem weiß ich, dass ich mich auch irren kann (wie ja auch in diesem Koan beschrieben).

    Ehrlich gesagt, es ist mir egal. :rofl:

    _()_

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 11:50
    • #67
    Monikadie4.:
    Schneelöwin:
    Ellviral:

    Schneelöwin das ist ja schon sehr kurz aber auch von jedem verständlich?

    Mein erster kleiner Versuch ein Koan zu interpretieren. Das habe ich noch nie gemacht und bitte da um etwas Geduld bei der Entwicklung, falls wir hier dann die Möglichkeit bekommen.

    Weiterhin weiß ich auch gar nicht, ob es dafür gewisse Vorgaben gibt, dieses zu tun.

    Im Internet habe ich gelesen, man sollte ein Koan möglichst den ganzen Tag vor sich hinrezitieren, dafür erscheint mir dies aber deutlich zu lang, und sich dann seinem Lehrer mitteilen.

    Das Koan empfinde ich auch zu lang. Aber eigentlich habe ich keine Ahnung.

    Ich sehe nur Satz für Satz.

    Ein Koan kann nicht mit dem Verstand gelöst werden. Hab ich genug "Wissen", dann brauche ich es auch nicht zu interpretieren. Ich weiß es einfach. Außerdem weiß ich, dass ich mich auch irren kann (wie ja auch in diesem Koan beschrieben).

    Ehrlich gesagt, es ist mir egal. :rofl:

    _()_

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    Das Problem bei solchen Texten ist das es aus vielen Koan besteht und insgesamt einen Bildet. Beim "lösen" von Koan geht es nicht um Koan, sondern um Erleuchtung-en. Viele plötzliche Einsichten bringen die Struktur deines normalerweise denken durcheinander. Es geht überhaupt nicht um den Text, sondern um dich. "Was kuckst Du so? Es geht um dich!" Kodo Sawaki. Wer was besonderes in einem Koan sieht verfehlt ES. Es geht um DICH. Immer jeder Koan ist nur und ausschließlich für Dich und dreht sich immer um dich. Wenn Du dich aus den Augen verlierst siehst Du nur den Koan. Buddha zeigt eine Blume und nur einer lächelt.

  • void
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    • 25. Mai 2020 um 11:58
    • Offizieller Beitrag
    • #68

    Das Wort Kōan kommt ja in Genjōkōan vor.

    Kudo Takeuchi:

    Als Koan-zen oder Kanna-zen (Zen des Betrachtens einer Frage) in mode kam, erhielt das Wort Kōan die Bedeutung eines Zen-Dialogs, der für das Studium eines Schülers speziell ausgewählt und diesem vorgelegt wurde". Koan stand somit für eine alte bestimmte geschichte oder einen bestimmten fall aus der Vergangenheit. So bekam Kōan eine sehr statische Bedeutung. Dōgen Zenji wollte zur ursprünglichen, lebhaften Bedeutung von Kōan zurückgehen. deswegen schribb er das Shobogenzo Genjōkōan.

    Er wollte also von einer Kōan Praxis - die er selbst als erstarrt wahrnahm- zurück zum lebendigen Kōan jenseits bestimmter historischer Geschichten.

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  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 12:04
    • #69
    void:

    Das Wort Kōan kommt ja in Genjōkōan vor.

    Kudo Takeuchi:

    Als Koan-zen oder Kanna-zen (Zen des Betrachtens einer Frage) in mode kam, erhielt das Wort Kōan die Bedeutung eines Zen-Dialogs, der für das Studium eines Schülers speziell ausgewählt und diesem vorgelegt wurde". Koan stand somit für eine alte bestimmte geschichte oder einen bestimmten fall aus der Vergangenheit. So bekam Kōan eine sehr statische Bedeutung. Dōgen Zenji wollte zur ursprünglichen, lebhaften Bedeutung von Kōan zurückgehen. deswegen schribb er das Shobogenzo Genjōkōan.

    Er wollte also von einer Kōan Praxis - die er selbst als erstarrt wahrnahm- zurück zum lebendigen Kōan jenseits bestimmter historischer Geschichten.

    Genau so hab ich Dogen immer gesehen. Einer der größten Wert auf Zazen mit dem Gesicht zur Wand/Leere legt, der aber nie vergessen hat das es ein Mensch ich wenn er nicht Zazen macht. Ein Mensch bedenkt, benennt, strukturiert seine innere Welt und um das in hilfreichere Bahnen zu lenken, Geistesgifte vermindern, legte er außerhalb des Zazen Wert auf Koan. Das Genjokoan hat nichts, garnichts, im Zazen zu suchen. Zazen ist einfach sitzen mit den Blick auf die Leere.

  • Helmut
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    • 25. Mai 2020 um 12:08
    • #70
    Ellviral:

    Es geht überhaupt nicht um den Text, sondern um dich. "Was kuckst Du so? Es geht um dich!" Kodo Sawaki. Wer was besonderes in einem Koan sieht verfehlt ES. Es geht um DICH. Immer jeder Koan ist nur und ausschließlich für Dich und dreht sich immer um dich

    Das kann man dann ja so verstehen, dass Koans genauso wie die Lehrreden des Buddhas persönliche Anweisungen für die Praxis sind.

    Gruß Helmut

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Noreply
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    • 25. Mai 2020 um 12:19
    • #71
    Helmut:
    Ellviral:

    Es geht überhaupt nicht um den Text, sondern um dich. "Was kuckst Du so? Es geht um dich!" Kodo Sawaki. Wer was besonderes in einem Koan sieht verfehlt ES. Es geht um DICH. Immer jeder Koan ist nur und ausschließlich für Dich und dreht sich immer um dich

    Das kann man dann ja so verstehen, dass Koans genauso wie die Lehrreden des Buddhas persönliche Anweisungen für die Praxis sind.

    Gruß Helmut

    So hab ich sie erkannt. Schon weil ich die Reden des Buddha erst 10 Jahre nach den Koan entdeckt habe. Es ist ganz einfach so das ein Koan Jahre Palikanon studieren zusammenfasst, aber eben nur dann Erhellend ist wenn man das getan hat. Bei mir ist es eben andersrum gelaufen. Erst Koan dann Buddha.

  • Horin
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    • 25. Mai 2020 um 12:36
    • #72

    So wie mein Lehrer uns es lehrt, ist das Shobogenzo mit seinen Koan nicht dazu da, es wie im Rinzai als formale Praxis zu nutzen. Wir sitzen nicht mit den Koan des Shobogenzo. Es ist eher eine Art poetischer Ausdruck etwas auszudrücken, was nicht ausgedrückt werden kann. Hierzu nutzt Dogen die widersprüchlichen Passagen und Koan, Metaphern etc. weil es durch nicht durch logisch-rationale Art dargestellt werden kann

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • Schneelöwin
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    • 25. Mai 2020 um 12:59
    • #73
    Ellviral:
    Ellviral:
    [lz]

    Antaiji – Genjōkōan

    Wenn alle Dinge im Licht der Wahrheit erscheinen, dann gibt es Verirren, Erwachen und Übung, Leben und Tod, Buddhas und sonstige Lebewesen.

    Wenn die zehntausend Dinge ohne Ich sind, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch sonstige Lebewesen, weder Entstehen noch Vergehen.

    Weil der Buddhaweg über Fülle und Mangel hinweg springt, gibt es Entstehen im Vergehen, Verirren im Erwachen, und alle lebendigen Buddhas.

    Und dennoch: Die Blüten, die du liebst, welken dahin, und das Unkraut sprießt zu deinem Ärger – und das ist alles.

    [/lz]

    Was gibt es zu diesem Teil des Testes zu sagen.

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    Woher weiß eine Blütenknospe, was sie zu tun hat,

    damit sie zwischen den anderen Blättern zu einer Blüte wird

    sie hetzt nicht, sie eilt nicht, sie analysiert und vergleicht nicht

    sie folgt nur ihrem ursächlichen Drang in eine bestimmte Richtung

    einem vielleicht intuitiven Wissen was sie zu tun hat um zu erblühen.

    Und dennoch sie fängt an zu welken, Unkraut sprießt um sie herum

    und eine Schnecke knabbert an ihren schönen Blütenblättern zu ihrem

    Ärger - und das ist alles.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Leonie
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    • 25. Mai 2020 um 13:12
    • #74
    Schmu:

    Ich möchte noch etwas fragen, das sich auf diesen Abschnitt bezieht:

    Zitat

    https://antaiji.org/de/classics/genjokoan/

    "Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren.
    Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen."

    Es geht mir um den Begriff "bezeugen". Wie versteht ihr den, was ist mit "bezeugen" gemeint? Im gewöhnlichen Gebrauch ist damit so etwas wie "bestätigen", "bekräftigen" gemeint.

    Normalerweise "bezeugt" eine Person etwas, z.B. vor Gericht ("Ja, so war es, ich habe es gesehen." oder "Ich habe die Wohnung um 8:20 Uhr verlassen.").

    Wie ist es hier gemeint, wie würdet ihr das beschreiben?

    Alles anzeigen

    Statt bezeugen wird oft auch erweisen oder realisieren gesagt.

    Es geht um die grundlegende Frage, die Dogen sich gestellt hatte: wenn doch alles Buddha-Natur ist, warum dann überhaupt die Übung? Im Bendowa hat er dann dies ausführlich beantwortet.

    Im Genjokoan stellt er diese Problematik von Erleuchtung und Verirren (Verblendung) genauer heraus und sagt, dass Erwachen nichts anderes ist, als unser Verirren zu erkennen. Dieses bezeugen wir, indem wir uns entsprechend Verhalten - unbewusst oder auch bewusst. So wie Buddha durch sein Denken, Reden und Tun seine Buddhaschaft realisiert, bezeugt, erwiesen hat, und damit vielen zum Erwachen verholfen hat, so gilt dies auch für alle, die dem Buddhaweg folgen.

    Koan - was "öffentlicher Aushang" im Sinne eines Aushangs vor Gericht bezeichnet, macht das auch deutlich. In den Koan finden wir aus der Geschichte der Patriarchen und aus den Sutren, Zeugnisse des Erwachens, also Spuren des Erwachens, die anderen helfen, den Weg zu finden. Im übrigen sind die Koan-Sammlungen in China in etwa zur gleichen Zeit entstanden, wie die Sammlungen von Gerichtsfällen. Koan sind also so etwas wie Präzendenzfälle des Buddhaweges.

    :zen:

  • Aravind
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    • 25. Mai 2020 um 14:13
    • #75
    Leonie:

    Statt bezeugen wird oft auch erweisen oder realisieren gesagt.

    Es geht um die grundlegende Frage, die Dogen sich gestellt hatte: wenn doch alles Buddha-Natur ist, warum dann überhaupt die Übung? Im Bendowa hat er dann dies ausführlich beantwortet.

    Das sehe ich ähnlich: Im Englischen steht an der Stelle "actualize", und ich denke, die Doppelbedeutung von "realisieren" ("erzeugen" und "erkennen") passt da ganz gut.

    Lustigerweise ist das fast der einzige Absatz, bei dem ich das Gefühl hatte, ich kann da unmittelbar was damit anfangen: Entweder ich definiere mich als außerhalb der Welt stehend ("Dich selbst vorantragen um die zehntausend Dinge zu bezeugen ist Verirren."), oder ich nehme hin, dass ich ein unbedeutender Teil der Welt bin ("Dass die zehntausend Dinge fortschreiten und dich übend bezeugen ist Erwachen.").

    Liebe Grüße,

    Aravind.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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