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Ein Leben im Vergnügen /Genuss statt erleuchtung?

  • Manolito
  • 25. August 2015 um 22:40
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  • void
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    • 28. August 2015 um 10:47
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    • #26

    [quote='Mirco']zum Thema sei noch angemerkt, dass der Buddha den Schauspielern das Erwirken von schlechtem Kamma 'bescheiningt' hat. Und dabei ging es nicht um den Inhalt des Schauspiels. Durch ihren Beruf verfuehren sie die Zuschauer dazu, sich noch mehr mit ihren Gefuehlen zu identifizieren./quote]

    Wahrschienlich waren dass Schauspieler, die ein Unterhaltungsprogramm draufhatten. Ich glaube es gibt aber auch Kunst in dem Sinne, dass sie einem eher die Augen über die eigenen Verstrickunden öffnet, statt sie zu vertiefen. Gerade große Künstler können das durchaus.

    Aber das ist schwierig. Und ich denke vieles was heute als "Kultur" verkauft wird, ist einfach nur ein gehobenes Marktsegment,das dann von verfeinerten Geniessern konsumiert wird. Selbst wenn das Kunst als Notausgangschild aus dem brennenden Haus gedacht ist, kann da jemand davor verweilen und sich an der Farbwahl berauschen.

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  • Nils
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    • 28. August 2015 um 14:04
    • #27
    diamant:

    Das ist also in den Menschen angelegt. Das Fernsehen bringt diese Anlagen bestenfalls zum Ausdruck.


    Es ist erstaunlich wie ein intelligenter Mensch (das unterstelle ich dir jetzt einfach mal) so realitätsblind sein und das kapitalistische westliche Konsumfernsehen so hoch jubeln kann. Das Fernsehen wirkt dem Buddhismus entgegengesetzt. Es erzieht die Menschen zu äußeren Werten, Konsum, Egoismus und Gewalt. Es zerstört die Menschen innerlich. Und dann kommt ewig von den Fernsehanstalten und Fersehapolegeten das Argument mit den ach so guten informativen Filmen, die leider kaum ein Mensch anschaut. Aber die dann den ganzen restlichen Fernsehmist rechtfertigen.

    Ich wiederhole: Viel Fernsehen fördert Hang zur Gewalt (Zitate aus Science ORF.at): Mehr als eine Stunde Fernsehen am Tag fördert bei jungen Erwachsenen auf Dauer einen Hang zu gewalttätigem Verhalten. Das gilt vor allem für junge Männer, aber auch für erwachsene Frauen, berichten Forscher im Wissenschaftsmagazin Science. Wenn die tägliche Fernsehzeit drei Stunden überschreitet, nimmt die Rate von gewaltsamen Übergriffen wie Körperverletzung und Raubüberfällen dramatisch zu. „Ich war überrascht, einen fünffachen Anstieg aggressiven Verhaltens bei drei oder mehr Stunden Fernsehkonsum zu beobachten“, sagte Johnson. Jeffrey Johnson und Kollegen von der Columbia-Universität in New York beobachteten Jugendliche aus 707 Familien über einen Zeitraum von 17 Jahren. Die Ergebnisse zeigten, dass verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder – zumindest in früher Jugend – nicht mehr als eine Stunde lang fernsehen lassen sollten, erklärte Johnson, der an der Columbia-Universität sowie dem Psychiatrischen Institut des Staats New York tätig ist. Inzwischen sehen auch viele US-Organe wie die Amerikanische Akademie der Kinderärzte, die Ärztegesellschaft (AMA) sowie die Psychologen- und Psychiaterverbände klare Hinweise auf eine Erziehung zur Gewalt durch gewalttätige Fernsehprogramme. http://sciencev1.orf.at/news/48468.html

    diamant:

    Das ist ganz einfach zu widerlegen. Die Welt ist friedlicher, seit das Fernsehen sich verbreitet.


    Manchmal tut Dummheit wirklich weh. Das Fernsehen macht die Welt zu einem friedlichen Ort. Nicht nur die obige Studie spricht deutlich dagegen. In Amerika nimmt die Gewalt deutlich zu. Die Zahl der Morde steigt. Und in Deutschland sind die Verhältnisse auch nicht gerade friedlicher geworden. Das wäre auch ein Wunder bei der Indoktrination zur Gewalt durch das Fernsehen.

    Und übrigens: Ich sehe auch jeden Tag fern. Natürlich nur, damit ich mitreden kann. Ich merke deutlich, wie meine Gewaltakzeptanz größer geworden ist. Folter stört mich nicht mehr. Kriege sind einfach nur spannend. :evil: Und ich beginne mich auch an den Nachrichten zu erfreuen. Die solltest du dir auch mal ansehen. Dann wirst du erkennen, dass die Welt kein friedlicher Ort geworden ist. http://www.tagesschau.de/100sekunden/index.html

  • Monikamarie
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    • 28. August 2015 um 14:24
    • #28

    Egal was es ist, alles ist Ablenkung, selbst Meditation.

    Denn wozu sonst hätte der Buddha die Meditation noch gebraucht?
    Wenn ich den achtfachen Pfad beschreite, beschäftige ich mich eigentlich nur mit mir selbst. Warum? Um dem Leiden zu entgehen. Habe ich alles wirklich verstanden, wozu meditiere ich dann noch? Um dem Leiden zu entgehen, z.B. der dann folgenden Leere, der vielen Zeit, die ich durch Einstampfung aller weltlichen Ablenkungen entstanden ist.
    Es geht bei Buddhas Lehre doch nicht darum, soziale Kontakte zu pflegen, ehrenamtlich tätig zu werden, seine Zeit sinnvoll anderen zur Verfügung zu stellen.
    Es geht darum, dem Leiden ein Ende zu setzen. Und dieser Zeitraum kann ziemlich lang sein.
    Wie weit man dabei geht, hängt davon ab, ob man an eine Wiedergeburt glaubt oder nicht. Aber wer weiß das schon?
    Glaube ich nicht daran, können der Fernseher oder vergnügliche Treffen mit Freunden durchaus hilfreich sein, gerade auch wenn ich mir der Vergänglichkeit bewusst bin.
    _()_

  • Mirco
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    • 28. August 2015 um 14:57
    • #29

    Hallo Monika,

    Monikadie4.:

    Es geht bei Buddhas Lehre doch nicht darum, soziale Kontakte zu pflegen, ehrenamtlich taetig zu werden, seine Zeit sinnvoll anderen zur Verfuegung zu stellen.

    Es geht darum, dem Leiden ein Ende zu setzen.

    Ist es nicht eine schrittweise Entwicklung?

    Ist Ehrenamt nicht Dana? Grossherzig anderen etwas schenken.

    Soziale Kontakte pflegen kann jemandem, der unter Vereinsamung leided ein wenig Leichtigkeit ins Leben zurueck bringen.
    Und soziale Kontakte im Sinne des Dhamma (Laien-Sangha, einzelne Freundschaften) sind sehr hilfreich auf dem Weg.


    Wie ich's so mitbekommen habe, ging es dem Buddha um Nibbana und was den Weg dahin moeglichst leicht und schnell macht. Und da brauchen verschiedene Menschen mit ihren verschiedenen Entwicklungsstufen gerade Mal verschiedene Werkzeuge.


    Herzliche Gruesse

  • void
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    • 28. August 2015 um 15:03
    • Offizieller Beitrag
    • #30
    Nils:
    diamant:

    Das ist also in den Menschen angelegt. Das Fernsehen bringt diese Anlagen bestenfalls zum Ausdruck.


    Es ist erstaunlich wie ein intelligenter Mensch (das unterstelle ich dir jetzt einfach mal) so realitätsblind sein und das kapitalistische westliche Konsumfernsehen so hoch jubeln kann. Das Fernsehen wirkt dem Buddhismus entgegengesetzt. Es erzieht die Menschen zu äußeren Werten, Konsum, Egoismus und Gewalt.

    Ich glaube deine Gegenüberstellung "guter, traditioneller Buddhismus" und "böse kapitalistische Moderne" ist so nicht richtig. Weil ja das was vor der kapitalistischen Verblödung war, kein Paradies sondern auch ziemlich verblendet war. Der Egoismus der sich in Fernsehen, Wirtschaft und Konsum ausdrückt, hat sich in veragangene Zeiten in Kriegen und der Lust an blutigen Hinrichtungen manifestiert. Anstatt seinen Feinden an die Kehle zu springen schiebt der domestiziertte Raubaffe Jetons hin und her und starrt in ein Kästchen.

    Die Verblednungen, die sich darin manifestieren, dass man wie gebannt "Game of Thrones" glotzt, könnten sich in einem anderen Kontext, wo man weniger domesitiziert ist, zu realeren Formen von Mord und Vergewaltigung führen. Die Mattscheibe ist nur die Projektionsfläche unserer Phantasien. Währen wir Heilige kämen dort vermutlich lauter Rezitationen oder so.

    Der Gewaltniveau in traditionellen Gesellschaft ist erstaunlich hoch.

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  • Mirco
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    • 28. August 2015 um 15:07
    • #31

    Hallo void,

    void:

    Wahrschienlich waren dass Schauspieler, die ein Unterhaltungsprogramm draufhatten. Ich glaube es gibt aber auch Kunst in dem Sinne, dass sie einem eher die Augen ueber die eigenen Verstrickunden oeffnet, statt sie zu vertiefen. Gerade grosse Kuenstler koennen das durchaus.

    Das macht mich neugierig. Wer ist / sind solche Kuenstler (namentlich)?

  • diamant
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    • 28. August 2015 um 15:49
    • #32

    Danke für den Hinweis auf eine der anderen großen Serien, void. Der ist durchaus treffend, weil diese Fantasywelten in Game of Thrones ja für finstere Vorzeiten stehen. Eine moderne Geschichte, die ähnlich düster daherkommt, ist "Die Straße" von Cormac McCarthy (auch verfilmt).

    Ich versuche mal, lieber Nils, das nicht in eine rein Luhmannsche Debatte übers Fernsehen ausufern zu lassen. Diese Kritik kenne ich natürlich, im Studium setzt man sich nicht nur praktisch (wie drehe ich einen Film?), sondern vor allem historisch und analytisch mit diesen Medien auseinander. Den Einfluss der Gewalt kann man nicht von der Hand weisen. Dennoch scheint das Fernsehen, wie void andeutet, insgesamt die Massen eher ruhig zu stellen. Auch da setzt natürlich klassische Kritik an - gezielte Manipulation zum Mitläufertum und Stillehalten. Wenn ich meine Bekannte zu Gast habe, muss sie, da ich lesen und arbeiten will, die Ohrstöpsel reinmachen. Ich höre sie immer mal wieder lachen. Dann sehe ich, dass sie dauernd zappt, also kaum die Geduld hat, einen Film von vorn bis hinten zu sehen. Trotzdem schlägt sie ihr Kind nicht so nachlässig, weil sie Fast and Furious gern sieht, sondern weil sie selbst so erzogen wurde. Die von dir beschriebenen Effekte sind leider im Wechselspiel mit Armut häufig zu beobachten. Aber: Deine Studien beziehen sich ja offenbar ständig auf die USA. Und explizit auf "gewalttätige Fernsehseundungen". Das meiste, was im deutschen TV läuft, ist nicht gewalttätig. Die Ergebnisse sind nicht einfach übertragbar. Es gibt in den USA Sender wie Fox, die eine solch erbärmliche und aufhetzende Politik machen, das ich nichts annähernd Vergleichbares im deutschen TV wüsste.

    Zitat

    Und in Deutschland sind die Verhältnisse auch nicht gerade friedlicher geworden.

    Doch. Gewaltaten sind rückläufig. http://www.derwesten.de/region/die-zah…-id9423456.html

    Zitat

    das kapitalistische westliche Konsumfernsehen

    Kannst du denn vergleichen? Ich habe Fernsehen auf Kuba, in Laos und Vietnam gesehen, und hier bekomme ich einen chinesisches Sender rein, und das war und ist alles schon erbärmlich. Noch wahnsinniger waren die Ausschnitte, die Arte in einer Reihe über TV in aller Welt aus manchen Ländern brachte. Das schlimmste Fernsehen ist offenbar das marxistisch-kommunistische.

    Nun konkret zu dem, was man lernen kann. Oder zu namentlichen Künstlern. Zum einen sind da Satiriker, dann politische Kommentatoren wie ehemals Scholl-Latour, die die Finger in die Wunden der Gesellschaft legen. Gelegentlich kommen auch Buddhisten zu Wort. Wenn man einen Abt auf dem Computerbildschirm in Youtube-Filmchen anschaut, warum dann nicht auch auf 3sat? In der Serie "Kung Fu" wurden z.B. reihenweise Lebensweisheiten vermittelt, die man ähnlich auch lesen konnte, aber sie waren dort in einen Handlungszusammenhang eingebaut. Wenn Gefühle geweckt werden, dann ja auch Empathie für Figuren oder gegenwärtige Ereignisse (siehe die ganzen Spendengalas etc. im TV). Was immer man davon hält, Karl-Heinz Böhm hat seine Hilfsorganisation im Grunde nur dank "Wetten dass?" betreiben können. Markus Lanz sorgt dafür, dass Betroffene von mehr oder weniger verbreiteten Krankheiten ihren Leidensweg schildern und auch Hoffnung machen können (es gab diese Woche einen sehr interessanten Pharmazie-kritischen Auftritt von Prof. Lauterbach (SPD). Man sieht also, das regt zum Denken an. Und wenn man keine fundamentalistische Aversion gegen Gefühle hat, kann man auch das Anregen derselbigen zu schätzen wissen.

  • Monikamarie
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    • 28. August 2015 um 19:04
    • #33
    Mirco:
    Monikadie4.:

    Es geht bei Buddhas Lehre doch nicht darum, soziale Kontakte zu pflegen, ehrenamtlich taetig zu werden, seine Zeit sinnvoll anderen zur Verfuegung zu stellen.

    Es geht darum, dem Leiden ein Ende zu setzen.

    Ist es nicht eine schrittweise Entwicklung?

    Hallo Mirco,
    ja natürlich. Das meinte ich auch nicht damit. Mir ging es darum, sich bewusst zu sein, dass alles, aber auch wirklich ALLES, Ablenkung sein kann. Deshalb habe ich ein bisschen provoziert.
    Ich sehe, dass diese schrittweise Ent-Wicklung (Ent-Wirrung) vor einer leeren Wand endet. Denn zu Beginn - vor zig Jahren - war ich voller Zuversicht und Freude, es purzelten die Einsichten. Ich hatte das Gefühl, einer heißen Spur zu folgen. Jetzt sehe ich nur: sie läuft ins Leere.
    Und ich sehe keinen Aus-Weg, weil ich alles als Ablenkung von meiner Wirklichkeit wahrnehme. Aber das macht nix. Es ist nicht so, dass ich das als falsch betrachte. Ich sehe nur, dass auch meine früheren Einsichten Illusionen waren.

    Zitat

    Ist Ehrenamt nicht Dana? Grossherzig anderen etwas schenken.

    Ja, könnte man darunter verstehen. Kann aber auch Flucht vor was auch immer sein. Oder - bitte nicht persönlich nehmen - es steckt der Wunsch dahinter, sich als etwas Besonderes und wertvoll zu fühlen.

    Zitat

    Soziale Kontakte pflegen kann jemandem, der unter Vereinsamung leided ein wenig Leichtigkeit ins Leben zurueck bringen.

    Eben, Flucht vor dem Leid der Vereinsamung.

    Zitat

    Wie ich's so mitbekommen habe, ging es dem Buddha um Nibbana und was den Weg dahin moeglichst leicht und schnell macht. Und da brauchen verschiedene Menschen mit ihren verschiedenen Entwicklungsstufen gerade Mal verschiedene Werkzeuge.

    Genau, und deshalb helfen auch zunächst Kino, Fernsehen, Bingo, Bücher, Joggen etc. Alles ist Suche.
    Du bestätigst nur, was ich meinte. :D

    _()_ Monika

  • blue_aprico
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    • 28. August 2015 um 20:13
    • #34

    Das versteh ich überhaupt nicht. Wenn man selber meint, Sangha und Freundschaft und soziales, freiwilliges Engagement wäre Ablenkung, andererseits Familie und Hausstand, Kino und Joggen nicht, widerspricht das so ziemlich dem Dharma, aber für mich auch ner gesunden "spirituellen" Intuition. Es ist wichtig, nach meiner Erfahrung, in einer unbuddhistischen Umgebung entsprechend zeitweise inspirierende Umgebung und Übung außer Haus aufzusuchen, so wie die Leute in Asien ja auch in die Tempel gehen, sonst erliegt der Geist schnell dem Einfluss weltlicher Beschäftigungen. So ähnlich sagt auch der Dalai Lama, nur bezogen auf die Meditation. Vereinsamung ist so ziemlich ein Leid, das krank macht, ich würde mir da keine Scherze mit erlauben. Es bedeutet: es achtet niemand auf mich. Es bedeutet nicht, ich kann nicht alleine sein. Es bedeutet auch nicht, Geselligkeit als Ausgleich anzustreben. Spirituelle Freundschaft heißt aufeinander zu achten und für einander da zu sein, nicht in der Art einer Partnerschaft, sie gehört meiner Meinung nach zur Übung der Achtsamkeit und gegenseitigen Förderung von Heilsamkeit.

  • blue_aprico
    Gast
    • 28. August 2015 um 21:22
    • #35

    moni:

    Zitat

    Ich sehe, dass diese schrittweise Ent-Wicklung (Ent-Wirrung) vor einer leeren Wand endet.

    Sie "endet" immer da, immer wieder, es war nie anders. Vor der Wand. Der Frage. Das war auch bei Buddha so. Die mutigen Leute bleiben halt dort sitzen, weil sie wissen, dass sie immer nur vor der Wand standen, und es nun wahr haftig keinen Sinn mehr macht sich umzudrehen und nach was anderem zu schielen. Das ist alles.

  • mukti
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    • 28. August 2015 um 22:33
    • #36
    Manolito:

    Liebe leute,
    eine Frage, bei der Erleuchtung sucht man ja das dauerhafte Glück.
    Wäre es aber nicht möglich ein Leben wo man nur Vergnügen und oder Genuss erlebt?
    Also z.B. in dem man 10 Stunden am Tag Einen Hobbie oder eine Tätigkeit nachgeht die einem Spass macht. Da fallen mir z.B. Künstler ein die den ganzen Tag ihre Kunst ausüben. Es könnten aber auch Millionäre sein die den ganzen Tag mache können was sie wollen.

    Hat jemand einsicht zu so etwas? Vielleicht kennt man Berichte von berühmte Leute die so etwas gelebt haben?

    Hallo Manolito,

    Sicher gibt es Leute die nur dem Vergnügen oder Genuss leben, aber wer dabei nicht auch Leid erlebt, den hätte ich gerne mal kennengelernt. So etwas dürfte aber unmöglich sein.

    Mit Metta, mukti.


  • Nils
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    • 28. August 2015 um 23:36
    • #37
    diamant:

    Deine Studien beziehen sich ja offenbar ständig auf die USA. Und explizit auf "gewalttätige Fernsehseundungen". Das meiste, was im deutschen TV läuft, ist nicht gewalttätig. Gewaltaten sind rückläufig. http://www.derwesten.de/region/die-zah…-id9423456.html


    War das jetzt ein Witz? Ich zitiere deine Studie: "Insgesamt gab es einen leichten Rückgang bei sämtlichen Straftaten um 0,6 Prozent auf 5,961 Millionen Delikte, wie die Zeitung „Die Welt“ aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2013 zitiert." Es gibt Schwankungen in der Kriminalstatistik. Aber von Rückläufigkeit kann keine Rede sein. Ich erwarte in Zukunft eine Zunahme der Gewalt. Das kommt nicht nur vom Fernsehen, aber auch. Bereits der Status Quo ist für mich kein Zielzustand. Für mich stellt sich die Frage wie eine friedlichere, liebevollere und tolerantere Gesellschaft zu erreichen ist. Und da kommt dem Fernsehen eine wichtige Rolle zu. Ich erinnere an das Beispiel mit dem Indianerstamm. In Bhutan können wir desweiteren beobachten, wie wichtig ein Fernsehen mit anderen Inhalten wäre.

    Ich sehe nicht das amerikanische, sondern das deutsche Fernsehen. Und dieses ist von amerikanischen Filmen dominiert. Das Fernsehen verdummt die Massen. Es stellt sie politisch ruhig. Es orientiert sie auf den Konsum und nicht auf die Erleuchtung (das innere Glück). Es widerspricht in allen Punkten der buddhistischen Lehre. Es ist ein Ort der Unweisheit und nicht der Vermittlung von Weisheit.

    diamant:

    Ich habe Fernsehen auf Kuba, in Laos und Vietnam gesehen, und hier bekomme ich einen chinesisches Sender rein, und das war und ist alles schon erbärmlich. Noch wahnsinniger waren die Ausschnitte, die Arte in einer Reihe über TV in aller Welt aus manchen Ländern brachte. Das schlimmste Fernsehen ist offenbar das marxistisch-kommunistische.


    Möchtest du mir unterstellen, dass ich ein marxistisches Fernsehen einführen will? Falsch. Ich arbeitete für eine Welt der Liebe, des Friedens, der Weisheit und des Glücks. An diesen Werten sollte sich das Fernsehen orientieren. Ich bin für ein pluralistisches wahrheitsorientiertes Fernsehen. Wenn wir das Fernsehen in Deutschland betrachten, dann herrschen Gewalt und Manipulation vor. Unliebsame Meinungen werden unterdrückt oder negativ dargestellt. Das herrschende Fernsehen ist das Fernsehen der Herrschenden. So ist es. Das Privatfernsehen ist werbefinanziert und wird subtil von den Kapitalisten gesteuert. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen dient der Stabilisierung der Macht der etablierten Parteien. Aber es gibt natürlich einige demokratische Feigenblätter, damit das nicht zu sehr auffällt.

  • diamant
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    • 29. August 2015 um 06:22
    • #38

    Nils: Gerade wurde in der SZ eine Studie zitiert, mit der die Ergebnisse speziell von Studien aus dem Bereich der Psychologie überprüft wurden. Knapp die Hälfte der Ergebnisse konnte nicht bestätigt werden. Gerade auf diesem Feld scheint mir also Vorsicht angebracht. Wie man sieht, willst auch du einen Kreuzzug gegen das Fernsehen führen. Wenn du darin keine Weisheit findest, dann wahrscheinlich, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Dann ist meine letzte Empfehlung noch die witzige "Hello Ladies" (leider schon nach einer Staffel eingestellt).

    Ein Satz von mukti weist auf das Problem:

    Zitat

    Sicher gibt es Leute die nur dem Vergnügen oder Genuss leben, aber wer dabei nicht auch Leid erlebt, den hätte ich gerne mal kennengelernt.

    Aha. Das klingt so: Vergnügen oder Genuss gibt es nur mit Leid. Stimmt das? Nein. Nicht, wenn man ein weiteres Merkmal der Zenübung verwirklicht, das ich für wesentlich halte und das populär "im Hier und Jetzt sein" heißt. Dies bedeutet dann: Statt sich während des Vergnügens gleich zu denken: "Ach, das geht ja vorüber, ist vergänglich", vergnügt man sich einfach. Wenn man es nicht mehr tut, ist es eben vorbei. Vielleicht bedauert (leidet) man dann, vielleicht ist man auch indifferent. Eine Auswirkung der Zenübung kann nach meiner Erfahrung also sein, dass man eben nicht "dabei" auch Leid erlebt, sondern dass man Leid erlebt, wenn man Leid erlebt, und Vergnügen (auch wenn diese Worte behelfsmäßig sind), wenn man Vergnügen erlebt. Und man macht sich nich das Leben schwer, indem man neurotisch im Genuss darüber grübelt, wie vergänglich er doch ist*. Das hat man begriffen. Genauso, dass Leid vergänglich ist.

    Der Witz an der Zenübung ist, dass wir das Vergnügen nicht gegen das Leid ausspielen. Wir wollen nicht, wie hier die Theravada-Harcorefraktion, auf ein Versiegen des Vergnügens hinarbeiten, nur damit auch das Leid versiegt. Wir akzeptieren beides. Im Bewusstsein ihrer Vergänglichkeit. Leid wird also nicht entkräftet, indem es - wie die vier edlen Wahrheiten nahelegen - aufgehoben, also beseitigt wird (ich zeigte kürzlich in diesem Forum auf, dass die Lehre von dieser Leidaufhebung sowieso logische Fehler hat). Sondern dadurch, dass man seine Natur der Vergänglichkeit (oder "Leere") durchschaut. Diese "Entkräftung" von Leid, aber auch Genuss, führt dazu, dass man beides besser nehmen kann, wie es kommt. Ohne ihm, wie zu erwarten wäre, jammernd ausweichen oder süchtig nachfolgen zu wollen.

    Das ist alles. Aber es ist schon viel, und es ist nach meiner Erfahrung genug.

    [* oder mir, wie Twen nibbuti, private mails schreibt mit dem Inhalt: "Du hast keine Ahnung."]

  • keks
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    • 29. August 2015 um 07:42
    • #39
    mkha':

    Ich weiß nicht so genau, wie Ihr das meint ... Meditieren vor der Wand, oder was jetzt ...?

    Wo es keinen Ausweg gibt kann man nur noch sitzen oder liegen. Vor einer Wand, vor einem Baum, in einer Höhle. Jegliches Bewusstsein, selbst das Überhauptmegakrassebewusstsein ist unantastbar. Daraus entsteht in einem Kontinuum immer wieder alles. Nirvana ist diese Ausweglosigkeit, da es gibt nichts zu tun, nichts zu machen. Einerseits kann man das als Freude bezeichnen, andererseits versucht man sein Leben dennoch irgendwie aufrechtzuerhalten und sei es nur durch Essen. Für dieses Nirvana gehört unumstössliches eindeutiges Wissen auf das man dauerhaft vertrauen kann.

    Dateien

    Bildschirmfoto 2015-08-26 um 20.15.26.png 57,72 kB – 0 Downloads

    Bubu :clown::oops:

  • diamant
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    • 29. August 2015 um 08:21
    • #40

    Der Keks zeigt, dass er Eier hat. Das gefällt mir.
    Mürbekeks ist in Wahrheit ein Hartkeks!

  • Monikamarie
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    • 29. August 2015 um 08:57
    • #41

    Moin, Blue-Aprico, :D

    blue_aprico:

    Das versteh ich überhaupt nicht. Wenn man selber meint, Sangha und Freundschaft und soziales, freiwilliges Engagement wäre Ablenkung, andererseits Familie und Hausstand, Kino und Joggen nicht,

    Das habe ich zuvor anders beschrieben und dann den Umkehrschluss gezogen, und zwar dass alles Ablenkung ist und alles seine Berechtigung hat.

    Zitat

    Es ist wichtig, nach meiner Erfahrung, in einer unbuddhistischen Umgebung entsprechend zeitweise inspirierende Umgebung und Übung außer Haus aufzusuchen, so wie die Leute in Asien ja auch in die Tempel gehen, sonst erliegt der Geist schnell dem Einfluss weltlicher Beschäftigungen.

    Ja, das ist richtig.

    Zitat

    Vereinsamung ist so ziemlich ein Leid, das krank macht.

    Ja.

    Zitat

    Es bedeutet: es achtet niemand auf mich.

    Kann sein, kann auch sein, dass ich keine Freundschaften und dergleichen gepflegt oder keine Interessen habe.

    Zitat

    Spirituelle Freundschaft heißt aufeinander zu achten und für einander da zu sein, nicht in der Art einer Partnerschaft, sie gehört meiner Meinung nach zur Übung der Achtsamkeit und gegenseitigen Förderung von Heilsamkeit.

    _()_

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (29. August 2015 um 09:04)

  • Monikamarie
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    • 29. August 2015 um 08:59
    • #42
    blue_aprico:

    moni:

    Zitat

    Ich sehe, dass diese schrittweise Ent-Wicklung (Ent-Wirrung) vor einer leeren Wand endet.

    Sie "endet" immer da, immer wieder, es war nie anders. Vor der Wand. Der Frage. Das war auch bei Buddha so. Die mutigen Leute bleiben halt dort sitzen, weil sie wissen, dass sie immer nur vor der Wand standen, und es nun wahr haftig keinen Sinn mehr macht sich umzudrehen und nach was anderem zu schielen. Das ist alles.

    Danke, das ist 'ne gute Erklärung.
    _()_

  • diamant
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    • 29. August 2015 um 09:12
    • #43
    Zitat

    dass sie immer nur vor der Wand standen, und es nun wahr haftig keinen Sinn mehr macht sich umzudrehen und nach was anderem zu schielen

    So kann man es auch zusammenfassen und die Metapher überstrapazieren. Um aufs Thema des Threads zurückzukommen:
    Lieber die Wand anstarren (Soto-Zen) als sich umdrehen, auf die Welt schauen und ... genießen.

  • blue_aprico
    Gast
    • 29. August 2015 um 10:23
    • #44

    keks:

    tu mir nen gefallen und lass diese deine wahrheit prüfen, aber so wie du daher schlenderst, kriegst du nicht einen staubigen fuss in die tür, geschweige deinen kopp. nirvana als ausweglosigkeit, nirvana als wand, bin erwacht, wu wei wu, klasse, alles ist gleich - ich glaub es hakt. gewaltig. keineswegs hab ich so gemeint, wie deine assoziationen wieder geben wollen. von "ihr" nach mkha`kann keine rede sein, ansonsten hat er das richtige abziehbild raus gekramt. was seine befürchtung betrifft: um an leerheit festzuhalten und sie evtl. verkehrt rum anzufassen, muss man sie erst mal erfahren, vorher geht das wohl schlecht. logisch. braucht man ansonsten gar nicht drüber nachdenken...
    "ihr" ( nicht mkha, nich moni ) erinnert mich an ein koan: kommt jemand rauchend in den tempel, bläst den rauch aus - und ascht auf den buddha . was tust du ? wenn nichts zu tun wäre in so einem falle ( hier haben wir ein klassisches festhalten an leerheit durch den protagonisten-- und nicht nur ne "klassische" philosophische ansichten spinnerei - ) gäb s diese frage rsp. aufforderung nicht. die kommt daher, weil du den nun belehren sollst, freilich ohne worte - auf den rechten weg weisen, weil das nun einer ist der sicher glaubt, er wäre frei ) merkt "ihr" den unterschied zwischen zen ( buddhismus) als solchem und euren "zen"? so ist auch dein mondo klassische prüfungssituation in bezug auf erlösung. nibbana ( bussho ) ist ja ohne entwicklung, an keine zeit gebunden, ohne stützpunkt, weder diese Welt noch jene Welt, mithin auch ohne grenze - wie also "ausweglos" ?


    gelangweilt bis zum abwinken
    blue_

    @ diamant: bodhidharma is kein soto, tut mir ja so leid... :grinsen:


    *

  • keks
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    • 29. August 2015 um 15:54
    • #45

    Dir täte mal wieder etwas tantrischer Sex gut, da im anderen Thread hats ne Anlaufstelle. Wenns dich so langweilt warum antwortest denn dann hm ?

    Bubu :clown::oops:

  • blue_aprico
    Gast
    • 29. August 2015 um 18:46
    • #46
    keks:

    Dir täte mal wieder etwas tantrischer Sex gut, da im anderen Thread hats ne Anlaufstelle. Wenns dich so langweilt warum antwortest denn dann hm ?

    sexismus kannste dir stecken. antworten tue ich der allg. leserschaft halber.


    nimm zuflucht
    blue_

  • nibbuti
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    • 1. September 2015 um 23:51
    • #47
    keks:

    Jegliches Bewusstsein .. ist unantastbar. Daraus entsteht in einem Kontinuum immer wieder alles.


    das scheint wie Yogacara-Philosophie, eine Theorie

    in Wirklichkeit ist Bewusstsein in den allermeisten Fällen verstrickt in unzählige Berührungen & Empfindungen

    keks:

    Nirvana ist diese Ausweglosigkeit, da es gibt nichts zu tun, nichts zu machen.


    Nirvana ist die Vorstellungslosigkeit es gäbe nichts zu tun, nichts zu machen & keinen Ausweg

    keks:

    Einerseits kann man das als Freude bezeichnen, andererseits versucht man sein Leben dennoch irgendwie aufrechtzuerhalten und sei es nur durch Essen.


    oder durch Unterhaltung z.B. in Form von Anekdoten

    keks:

    Für dieses Nirvana gehört unumstössliches eindeutiges Wissen auf das man dauerhaft vertrauen kann.


    erklärt keks hier Erleuchtung?

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    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • nibbuti
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    • 2. September 2015 um 00:16
    • #48
    diamant:

    Vergnügen oder Genuss gibt es nur mit Leid. Stimmt das? Nein. Nicht, wenn man ein weiteres Merkmal der Zenübung verwirklicht, das ich für wesentlich halte und das populär "im Hier und Jetzt sein" heißt. Dies bedeutet dann: Statt sich während des Vergnügens gleich zu denken: "Ach, das geht ja vorüber, ist vergänglich", vergnügt man sich einfach. Wenn man es nicht mehr tut, ist es eben vorbei. Vielleicht bedauert (leidet) man dann, vielleicht ist man auch indifferent. Eine Auswirkung der Zenübung kann nach meiner Erfahrung also sein, dass man eben nicht "dabei" auch Leid erlebt, sondern dass man Leid erlebt, wenn man Leid erlebt, und Vergnügen (auch wenn diese Worte behelfsmäßig sind), wenn man Vergnügen erlebt.


    die Ursächlichkeit nicht sehen bedeutet nicht dass es keine Ursachen für Freude & Leid gibt

    diamant:

    Und man macht sich nich das Leben schwer, indem man neurotisch im Genuss darüber grübelt, wie vergänglich er doch ist*.


    Betrachten von Entstehen-&-Vergehen macht nicht schwermütig, das macht erleichtert

    der im obigen Text vorhandene Zwiespalt zwischen „neurotischem Genuß“ & „Grübeln“ hingegen macht das Leben in der Tat schwer

    diamant:

    Das hat man begriffen.


    im obigen Text wohl kaum

    diamant:

    Genauso, dass Leid vergänglich ist.


    ...und durch Ursachen entsteht

    diamant:

    das ich für wesentlich halte und das populär "im Hier und Jetzt sein" heißt.


    für den Anfang reicht das

    „im Hier und Jetzt sein“ ist aber nicht Befreiung

    diamant:

    (ich zeigte kürzlich in diesem Forum auf, dass die Lehre von dieser Leidaufhebung sowieso logische Fehler hat).


    dass eine Person am Dhamma scheitert ist nicht Aufzeigen logischer Fehler

    dafür kann Dhamma nichts

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
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  • Mirco
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    • 4. September 2015 um 19:07
    • #49

    Hallo Diamant,

    diamant:

    Und hier ein paar TV-Tipps zum Erhöhen des Vergnügens und zur Annäherung an Erleuchtung (siehe Thread-Thema):
    Kung Fu, Life, Loui, Mr. Robot, Transparent, Fargo, The Wire, The Sopranos, Six Feet Under, Breaking Bad

    alles gesehen. Ist doch bloß stundenlange, vergnügliche Unterhaltung. Ob nun 'anspruchsvoll' oder nicht. Bringt mich den Erwachen kein Stückchen näher. Ende bin ich so unzufrieden wie zuvor, daran änderte das stundenlange Glotzen auch nichts. Mattscheiben-Glotzen ist und bleibt Nullrunde. Was nicht heißt, dass ich sie nicht wiederhole.

    Herzliche Grüße


    Ist zwar an Mönche gerichtet, passt hier trotzdem:

    Zitat

    S.35.205 Die Laute - 9. Vīṇopama Sutta

    "Steigen da
    bei den durch das Auge ins Bewußtsein tretenden Formen,
    bei den durch die Zunge ins Bewußtsein tretenden Säften,
    bei den durch den Geist ins Bewußtsein tretenden Dingen
    Wille auf, Reiz, Abwehr oder Widerstand,
    dann sollen sie mit dem Gemüt das Herz zurückhalten:
    'Furchtbar ist dieser Weg, voller Gefahren, voller Dornen, voller Raubtiere. Er ist ein Umweg, ein Abweg, voller Räuber. Unrechte Menschen folgen diesem Weg, nicht wird dieser Weg von rechten Menschen befolgt. Dies ziemt sich nicht für mich'.
    So ist mit dem Gemüt das Herz dabei zurückzuhalten.

    Gleichwie wenn da ein reifes Kornfeld wäre und ein lässiger Hüter des Kornfeldes, und eine Kuh würde in dieses Kornfeld eindringen, über das Korn herfallen und sich nach Belieben daran berauschen. Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist es beim unerfahrenen, gewöhnlichen Menschen, der bei den 6 Berührungsgebieten und den 5 Begehrungen zügellos handelt und sich nach Belieben daran berauscht.

    Gleichwie wenn da ein reifes Kornfeld wäre und ein nicht lässiger Hüter des Kornfeldes. Wenn nun eine Kuh in das Kornfeld eindringen und über das reife Korn herfallen würde, dann würde der Hüter sie einfach an der Nase fassen und festhalten. Nachdem er sie, einfach an der Nase fassend, festgehalten hätte, würde er sie einfach an der Stirn fassen und festhalten. Nachdem er sie, einfach an der Stirn fassend, festgehalten hätte, würde er ihr mit einem Stock einen kräftigen Schlag geben. Nachdem er ihr mit einem Stock einen kräftigen Schlag gegeben hat, würde er sie loslassen. Aber ein zweites und ein drittes Mal wurde die Kuh kommen und dasselbe erleben.

    Da würde dann, ihr Mönche, diese kornfressende Kuh im Dorf oder im Wald, stehend oder liegend, nicht wieder über das Korn herfallen, weil sie sich an die früheren Stockschläge erinnert.

    Ebenso nun auch, wenn das Herz des Mönches bei den 6 Berührungsgebieten gerade geworden ist, vollkommen gerade, dann steht es bei sich fest, setzt sich, wird einheitlich und einig. Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein König oder ein königlicher Minister den Klang einer Laute noch nie zuvor gehört hätte. Jetzt aber hörte er den Klang der Laute, und er würde sagen: 'Lieber Mann, was ist das für ein Klang' so entzückend, so lieblich, so berauschend, so hinreißend, so fesselnd?' Darauf würde ihm gesagt: Das ist, o Herr, eine Laute, wie man sagt: die hat diesen Klang, der so entzückend ist, so lieblich, so berauschend, so hinreißend, so fesselnd'. Er aber spräche: Geht, ihr Lieben, und bringt mir jene Laute herbei'. Die würde ihm gebracht, und man sagte zu ihm: 'Da ist sie, o Herr, die Laute, die jenen entzückenden Klang hat, jenen lieblichen, berauschenden, hinreißenden, fesselnden'. Darauf sagte der König: 'Was soll ich, ihr Lieben, mit der Laute? Ihr sollt mir doch jenen Klang herbeischaffen! Da würde ihm gesagt: 'Das ist, o Herr, eine Laute, wie man sagt; die ist aus gar vielen Teilen zusammengebaut worden, aus einer großen Zahl von Teilen. Sie klingt, weil die verschiedenen Teile zusammenwirken. Sie klingt, bedingt durch einen gewölbten Kasten, eine Zarge, einen Steg, einen Hals, die Saiten, den Bogen und die entsprechende Mühe des Spielers. Dann kann die Laute, wie man sagt, die aus vielen Teilen zusammengebaut wurde, aus einer großen Zahl von Teilen, erklingen'.

    Jener König aber würde die Laute in 10 oder 100 Stücke schlagen. Nachdem er sie in 10 oder 100 Stücke zerschlagen hätte, wurde er die Teile zersplittern und zersplittern. Nachdem er die Teile zersplittert und zersplittert hätte, würde er sie ins Feuer werfen. Nachdem er sie ins Feuer geworfen, würde er einen Haufen Asche machen. Nachdem er einen Haufen Asche gemacht hätte, wurde er ihn in den Sturm streuen oder durch einen reißenden Strom davonspülen lassen. Und dann würde er sagen: 'Ein ohnmächtiges Ding, wahrlich, ist das, was man da Laute nennt. Was ist denn da irgend an dem gewesen, was man Laute nennt? Da werden nur viele Leute übermäßig berauscht und verführt'.

    Ganz ebenso nun auch erforscht da einer die Form, soweit sie reicht, erforscht das Gefühl, soweit es reicht, erforscht die Wahrnehmung, soweit sie reicht, erforscht die Gestaltungen, soweit sie reichen, erforscht das Bewußtsein, soweit es reicht. Und wenn er so untersucht, und es kommt ihm ein 'Ich' oder 'Mein' oder Ich bin' auf, dann kommt es nicht ihm zu".

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  • Doris
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    • 4. September 2015 um 19:40
    • #50

    Ich behaupte, dass es nichts gibt, das einem vor der Erkenntnis abhalten kann, wenn es soweit ist.
    Da kann einer hundert Jahre täglich sein Kissen malträtieren und bleibt der gleiche Depp wie immer und ein anderer spielt Roulette und hat die große Erkenntnis.
    Das ist ein Karma-Ding, also ein Ding der Gewohnheit. Man kann sich gewohnheitsmäßig mit allem die Birne zuballern und man kann alles mit wachem Geist tun. Sagte Herr Gautama darselbst nicht: "… wenn ich scheiße, dann scheiße ich …"

    Zitat

    Das macht mich neugierig. Wer ist / sind solche Kuenstler (namentlich)?


    Da hat sich jemand nicht mit Kunst beschäftigt.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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