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Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

  • Hue32
  • 12. Juli 2026 um 08:33
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  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 13. Juli 2026 um 13:30
    • #26
    void:

    Wenn man die rote Linie hebt, indem man seine inneren Ressourcen aufbaut, treten die Symptome nicht auf.


    Ironischerweise ist es so, dass sich die Psychiatrie als nur dafür zuständig erachtet wird ausgebrochenen psychische Erkrankungen zu behandeln und nicht dass es nicht dazu kommt!


    Wie wenn man einen Wald hat wo es an allen Stellen dauernd zu Bränden kommt und es eine Feuerwehr gibt, die dann heroisch und oft erfolglos versucht dem Flammenmeer Herr zu werden aber keiner sich überlegt, wie man den Ausbruch verhindert.

    Ein kostbarer Schatz Buddhas ist die Sangha. Die Gemeinschaft. Gleichgesinnte. Das wird oft vergessen. Und stattdessen auf die Lehre an sich verwiesen. Mit der man sich dann aber oft erst befasst, wenn man schon in Schwierigkeiten ist. Um Symptome „zu behandeln“, ähnlich wie „Psychotherapeuten“. Wenn „das Kind bereits im Brunnen gefallen ist“.

    Es fängt schon viel in der Kindheit und Gesellschaft an, wieviel Autonomie und Resilienz ich entwickeln kann. Abgesehen von genetischer Präposition. Wieviel gleiches Verständnis von sozialen Werten und sozialem Miteinander. Auch Abhängig von gerechter Verteilung des Wohlstandes:

    „Wie gesund und grün und groß und viel die Bäume im Wald wachsen können und wieviele Brandstifter (Anders Denkende und fühlende) es gibt“


    Wieviel Raum und Zeit und Beistand habe ich eigentlich in meiner eigenen Familie und später in der Gesellschaft um mich gesund entwickeln zu können.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 13. Juli 2026 um 13:32
    • #27

    Es gibt einen beliebten Spruch von „Insassen einer Psychatrie“:


    “Nicht ich bin krank, die da draußen sind krank“

  • Samadhi1876
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    • 13. Juli 2026 um 13:55
    • #28

    In welchem Land D („Sangha“) lebe ich:


    Aktuell sind anscheinend größere Einschnitte in der Psychotherapie von der Regierung vorgesehen. Abgesehen davon das es schon seit Jahren längere Wartezeiten auf einen Therapieplatz gibt. Vor über 20 Jahren musste ich selbst fast sechs Monate warten auf ein Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten. Bist du privat versichert oder bringst du selbst Geld mit kommst du schneller dran.


    Wie sieht die Vermögensverteilung in der „Sangha D“ aus:


    KI:

    Ja, je nach Quelle und Betrachtungsweise (Median der Haushalte vs. Median pro Erwachsenem) liegt Griechenland beim Medianvermögen vor oder nahezu gleichauf mit Deutschland. Der Hauptgrund dafür ist der hohe Wohneigentumsanteil in Griechenland und die hohe Vermögensungleichheit in Deutschland.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 13. Juli 2026 um 14:11
    • #29

    Und dann gibt es noch welche die eigentlich in die Psychatrie müssten das aber selbst nicht erkennen und deshalb auch nicht wollen:

    "Auch bei Putin befinden wir uns oft im Bereich der Psychiatrie"
    Der ukrainische Politologe Wolodymyr Fessenko hält einen baldigen Waffenstillstand für unwahrscheinlich: "Putin will unbedingt als Sieger aus dieser…
    www.n-tv.de
  • GermanViking
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    • 13. Juli 2026 um 15:49
    • #30

    Matthie Betablocker sind kein Mittel gegen schwere Depressionen. Sie wirken auf das sympathische Nervensystem (Herzfrequenz, Blutdruck, Zittern) und werden in der Psychiatrie höchstens off-label gegen körperliche Angstsymptome eingesetzt. Nicht zur Behandlung von Depressionen. Bei schweren Depressionen kommen stattdessen Antidepressiva (SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva u. a.) oder, bei therapieresistenten Fällen, Verfahren wie EKT zum Einsatz.

  • Matthie
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    • 13. Juli 2026 um 16:02
    • #31

    Ja das stimmt. Habe ich mir dann auch gedacht.

    Da hab ich was durcheinander gebracht.

    Beta Blocker werden ja bei Bluthochdruck, leichten

    Angststörungen und leichten Depressionen eingesetzt und sind im Gegensatz zu SSRI und co eher unproblematisch. 👍

  • Monikamarie
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    • 13. Juli 2026 um 16:30
    • #32

    Der Unterschied zwischen Psychose und "sehr enthusiastisch aus dem Häuschen sein" besteht darin, dass Psychose nicht kontrolliert werden kann, aber HighSein schon.


    Ich war mal in solchem Zustand, er dauerte ein halbes Jahr. Zu Beginn glaubte ich, erleuchtet zu sein und erzählte einer Freundin davon, natürlich sehr aufgeregt.


    Sie fragte ihren Arzt, bei dem sie beschäftigt war. Er meinte, ich klinge manisch.


    Das war ich keineswegs, denn ich hatte meine KollegInnen und meine Hausärztin über mein Befinden informiert, damit sie damit umgehen können.


    Ich war einfach strahlend erfüllt, angstfrei und unbeschreiblich glücklich.

    Natürlich (bedauerlicherweise) verschwand dieser Zustand wieder, ich war noch nicht frei, bin aber seitdem (1989) tief davon beeinflusst.


    1994 flog ich nach Indien zu Ramesh. Auf dem Flughafen lernte ich einen Psychiater kennen, der jedes Jahr nach Indien fliegt, um sich über diese Erfahrungen mit dortigen Ärzten auszutauschen, denn in Indien wird mit diesen Menschen liebevoll und schützend umgegangen.


    _()__()__()_ Monika

  • Igor07
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    • 13. Juli 2026 um 17:11
    • #33
    GermanViking:

    Bei schweren Depressionen kommen stattdessen Antidepressiva (SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva u. a.) oder, bei therapieresistenten Fällen, Verfahren wie EKT zum Einsatz.

    Tja, manchmal bleibt nur EKT übrig,(Achtung, Ironie) denn diese sogenannten Arzneimittel selbst chronifizieren den Krankheitsverlauf und lösen diese Depressionen aus. Und eine Ärztin hat mich hinausgeschmissen, als ich ihr einige Bücher vom Psychiatrie-Verlag unter die Nase steckte. Darin sehe ich dringend das Problem der Aufklärung, bevor jemand diese Pillen schlucken will. Wie bei einer Chemotherapie zum Beispiel. Es sollte im Gesetz verankert werden, nicht mehr und nicht weniger. Dann kann der sogenannte Patient den Arzt rechtlich einklagen und, wie es in den USA passiert, eine finanzielle Entschädigung bekommen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • GermanViking
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    • 13. Juli 2026 um 19:05
    • #34

    Igor07 Es gibt die "Tardive Dysphorie"-These (u. a. von Giovanni Fava und Rif El-Mallakh vertreten), nach der die Langzeiteinnahme von Antidepressiva bei manchen Patienten paradoxerweise zu einer chronifizierten, therapieresistenteren Verlaufsform beitragen könnte, vermutlich über Rezeptor-Anpassungsprozesse. Das ist ein reales Forschungsfeld, aber eine Minderheitsposition, keine etablierte Tatsache, dass Antidepressiva Depressionen generell "auslösen".


    Absetzsymptome nach längerer SSRI/SNRI-Einnahme werden oft mit einem Rückfall verwechselt (das hattet ihr weiter oben schon richtig diskutiert), und es gibt berechtigte Kritik an zu schneller, zu undifferenzierter Verschreibungspraxis bei leichten bis mittleren Depressionen, wo die Evidenzlage für Antidepressiva gegenüber Placebo tatsächlich schwächer ist als bei schweren Depressionen (das deckt sich mit dem, was Matthie in der vorherigen Doku-Zusammenfassung berichtet hatte). Aber "diese Arzneimittel lösen die Depression selbst aus" als generelle Kausalaussage geht über das hinaus, was die Datenlage hergibt. Bei schweren, insbesondere bei psychotischen oder stark suizidalen Depressionen ist der Nutzen von Antidepressiva (und in Extremfällen EKT) in der Evidenz deutlich klarer belegt als das Risiko einer Chronifizierung.

  • Igor07
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    • 13. Juli 2026 um 19:35
    • #35
    GermanViking:

    Das ist ein reales Forschungsfeld, aber eine Minderheitsposition, keine etablierte Tatsache, dass Antidepressiva Depressionen generell "auslösen".

    Das sagte I. Kirsch der deutschen Journalistin in einer ARD-Dokumentation, was später zensiert wurde.

    Wie viele Menschen darunter leiden, und zwar ein Leben lang, kann man bei R. Whitaker nachlesen, und auch über den ganzen Mythos der Psychopharmaka bei Stefan Weinmann.

    Sieh dir den Podcast „Patientin Psychiatrie“ an.

    Mehr würde ich darüber nicht reden.


    Zitat

    bei manchen Patienten paradoxerweise zu einer chronifizierten,

    Bei allen, denn die adaptiven Mechanismen in der Zelle wollen das Gleichgewicht herstellen, und das passiert sofort.

    Ich frage mich immer, woher kommt dein Wissen?

    Ich kann das Buch aufschlagen und die konkrete Seite zitieren, du kannst dich auf Studien beziehen, die von KI nur verzerrt wiedergegeben werden.

    Dann schlage das neueste Buch auf Deutsch von R. Whitaker auf. KI kann das nicht, sorry.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (13. Juli 2026 um 19:54)

  • GermanViking
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    • 13. Juli 2026 um 23:00
    • #36

    Igor07 Die von dir vermutlich gemeinte ARD-Dokumentation "Tabletten gegen Depressionen – helfen Antidepressiva?" (Erstausstrahlung 2022) ist nach wie vor öffentlich in der ARD-Mediathek abrufbar, und Irving Kirsch wird darin mit seiner kritischen Position zur Wirksamkeit von Antidepressiva zitiert. Seine Kernaussage, dass die klinische Wirksamkeit bei leichten bis mittleren Depressionen kaum über Placebo-Niveau liegt, ist also nicht aus dem Verkehr gezogen worden, sondern öffentlich dokumentiert. Für eine gezielte Zensur von Kirschs Aussagen finde ich keinen Beleg. Falls du eine konkrete Quelle dafür hast, wäre die interessant.


    Kirschs Position (Antidepressiva-Wirkung überwiegend als Placebo-Effekt) existiert und wird in der Fachwelt breit diskutiert, aber eben auch breit kritisiert und nicht als Konsens akzeptiert. Der Psychiater Daniel Carlat etwa hat Kirschs selektive Datenauswahl kritisiert, und Kirschs eigene Metaanalyse zeigt selbst noch einen klinisch relevanten Unterschied zu Placebo bei schwer Depressiven (Hamilton-Score über 27).


    "Bei allen" ist eine stärkere Aussage, als selbst die Tardive-Dysphorie-Hypothese ihrer eigenen Urheber trägt. Fava und El-Mallakh, auf die sich diese These stützt, sprechen ausdrücklich von einer Untergruppe von Langzeit-Anwendern, nicht von einem Mechanismus, der bei jedem Patienten mit derselben Konsequenz abläuft.


    Das ist auch pharmakologisch plausibel: Neuroadaptive Gegenregulation (etwa Rezeptor-Downregulation bei SSRIs) ist zwar ein real beschriebener Prozess, aber ihr klinisches Ergebnis variiert stark zwischen Individuen. Manche entwickeln Toleranz oder Rebound-Effekte, viele andere nicht, was sich in den sehr unterschiedlichen Verläufen bei Absetzversuchen zeigt.


    Eine zelluläre Anpassungsreaktion zu postulieren heißt nicht automatisch, dass sie bei allen zum selben klinischen Endpunkt (Chronifizierung) führt. Zellen bei jedem Menschen reagieren nicht identisch, sonst gäbe es keine unterschiedlichen Verträglichkeiten und Ansprechraten überhaupt.

  • Igor07
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    • 13. Juli 2026 um 23:29
    • #37
    GermanViking:

    Eine zelluläre Anpassungsreaktion zu postulieren heißt nicht automatisch, dass sie bei allen zum selben klinischen Endpunkt (Chronifizierung) führt. Zellen bei jedem Menschen reagieren nicht identisch, sonst gäbe es keine unterschiedlichen Verträglichkeiten und Ansprechraten überhaupt.

    Was du noch sagst...:?


    GermanViking:

    . Bei schweren, insbesondere bei psychotischen oder stark suizidalen Depressionen ist der Nutzen von Antidepressiva (und in Extremfällen EKT) in der Evidenz deutlich klarer belegt als das Risiko einer Chronifizierung.

    Das ist eigentlich der kardinale Fehler, denn diese Antidepressiva wirken rein antidepressiv nicht, bitte.

    Und wo kann man das nachlesen? Im Buch „Die Depressions-Falle“ von Thorsten Padberg. Das kann ich zitieren. Außerdem gibt es eine Homepage dieses Autors mit allen Links, meistens auf Englisch.


    Über die zweifelhafte Wirkung, wenn überhaupt, kann man im Buch „Psychopharmaka reduzieren und absetzen“ und in „Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen“ (beide vom Psychiatrie-Verlag) nachlesen.

    Auch darüber, wie diese Mittel Schaden anrichten können, gibt es das Buch „Depressionen überwinden ohne Antidepressiva“, das von einem Profi geschrieben wurde.

    Am Ende kann man die neuen Leitlinien anschauen, zusammen mit dem Buch „Antidepressiva“ von T. Bschor, der dafür zuständig war, bestimmt!

    Plus: „Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika“ …Felix Hasler, zwei Bücher. Ich kann diese Liste noch sehr lange weiterführen, weil ich es selbst gelesen habe, aber keine KI, die nur basierend auf Wahrscheinlichkeiten-Mustern etwas zusammenbastelt und selbst die Forscher bis zum Ende nicht wissen, was von ihr zu erwarten ist.

    Ach … „Perspektiven aus der Depressions-Epidemie“, „Was Depressionen sind und wie man sie behandelt“ von Stephan Schleim … Egal, ich denke, ich könnte noch sehr lange weiterschreiben. Ich habe zu Hause eine ganze Bücherei darüber, mehr als 40 Quellen, denke ich.

    Schau dann beim Arzneimittel-Telegramm – eine sehr gute und unabhängige Quelle.

    Und das Alles würde keine KI ausspucken, die ist so konzipiert, um diese ganze Lüge zu verbreiten. Das ist das Problem.


    Ich postuliere überhaupt nichts, sondern das ist die normale Reaktion auf der zellulären Ebene, wenn ein fremder Stoff eingreift. Deswegen steht genau in den Leitlinien, dass man diese Mittel nicht länger als einige Monate einnehmen sollte, also offiziell schon, was von den Psychiatern leider schier ignoriert wird.

    Bei der ersten Einnahme eines SSRI entstehen dazu genitale Taubheit, Derealisation und Anhedonie. Das sind die bekannten Studien von David Healy. Besuche bitte seine Seiten, ich würde sie nicht verlinken.

    Was diese Drogen eigentlich machen, wurde schon von Marc Rufer beschrieben, etwa 1995. Das Buch habe ich auch.

    Und was erzählt Felix Hasler? Die ganze Geschichte war eine Lüge, was diese Mittel betrifft. Dazu kommen die Bestechung und nicht veröffentlichte Studien.

    Also bitte, das Problem liegt sehr tief und ist nicht erst heute entstanden.

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    Sokrates

  • Mentus
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    • 14. Juli 2026 um 00:10
    • #38

    Also, dann hier auch mal kurz meine Erfahrung zum Thema:

    1. Nein, die haben fast durchwegs keine Ahnung, was eine Psychose ist. Es ist sehr ernüchternd, wenn man in der Klinik ist, und man merkt, dass man kein Patient, sondern eher ein Forschungsobjekt ist. Und dass KEINER in ganzen Komplex eine Ahnung hat - aber trotzdem sehr gewichtig tun und weisse Kittel tragen. Das war ein gelungener Horror-Trip. Auch wenn man zu einem Therapeuten geht, und das Wort Psychose noch nicht mal fertig ausgesprochen hat, hat er schon dicht gemacht mit "Dann kann ich sie leider nicht nehmen", sie brauchen einen Psychiater.


    2. Die Psychiater sind froh, wenn sie für wen das richtige Mittel finden können, manchmal schaffen sie nicht mal das auf Anhieb.


    3. Wenn wer eine Psychose hat, ist er aufgefordert, die Sache kennenzulernen, Gegenmaßnahmen im Akkutfall zu finden, langsam durch andere Maßnahmen stabiler und gesünder zu werden und irgendwie die Sache vollständig zu meistern. Eine tiefere Hölle hab ich kaum kennengelernt bis jetzt, aber es ist zu schaffen, dass man nach ein paar Jahren mit gaaaanz langsamer Entwöhnung und Begleitung wieder medikamentenfrei wird, und dass man Ruhe davon hat.


    4. Danach weis man schätzungsweise für den Rest seines Lebens damit umzugehen, Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen, und so zu verhindern, dass es akkut wird.
  • Igor07
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    • 14. Juli 2026 um 00:17
    • #39
    GermanViking:

    Eine zelluläre Anpassungsreaktion zu postulieren heißt nicht automatisch, dass sie bei allen zum selben klinischen Endpunkt (Chronifizierung) führt. Zellen bei jedem Menschen reagieren nicht identisch, sonst gäbe es keine unterschiedlichen Verträglichkeiten und Ansprechraten überhaupt.

    Das ist aber ein sehr interessanter Zug, aber was bedeutet das eigentlich?

    Jemand kann Heroin oder Kokain sehr lange einnehmen und dabei gut funktionieren, während andere fast sofort zugrunde gehen. Klar, die Leute sind verschieden und reagieren unterschiedlich auf Gifte.

    Aber Gift bleibt doch trotzdem Gift. Das ist also die Schwachstelle in der Argumentation.

    Dass sie kurzfristig sehr gut wirken können, würde wohl niemand bestreiten. Aber der Preis ist sehr hoch.


    Bei sehr vielen Autoren lese ich, dass Psychopharmaka die normale Funktion der Neurotransmitter stören und dass diese Störung die Symptome zwar kurzfristig lindern kann, langfristig jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine Person chronisch erkrankt oder neue und schwerwiegendere Symptome entwickelt. Das ist mehr als eindeutig und klar ausgedrückt, scheint mir.

    Die Diagnosen und entsprechend die Zahl der verschriebenen Psychopharmaka schießen nach oben, aber es wird nicht besser. Deswegen kann man durchaus von einer echten Epidemie Anatomie einer Epidemie Wenn Psychopharmaka krank machen  sprechen, bitte.

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    Sokrates

  • Mentus
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    • 14. Juli 2026 um 01:04
    • #40

    (hab meinen Beitrag nicht löschen können)

  • GermanViking
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    • 14. Juli 2026 um 10:04
    • #41

    Igor07 Die S3-/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression empfiehlt eine Erhaltungstherapie von vier bis neun Monaten nach Remission in unveränderter Dosierung. Das ist ein Mindestzeitraum, keine Obergrenze. Bei erhöhtem Rückfallrisiko oder rezidivierender Depression empfiehlt sie ausdrücklich eine Rezidivprophylaxe von mindestens zwei Jahren, bei entsprechender Indikation auch länger. Die Leitlinie begrenzt die Einnahmedauer also gerade nicht auf "einige Monate". Sie warnt im Gegenteil davor, die Erhaltungstherapie zu früh zu beenden, weil das Rückfallrisiko dann deutlich steigt.

  • Igor07
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    • 14. Juli 2026 um 10:26
    • #42
    GermanViking:

    Die S3-/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression empfiehlt eine Erhaltungstherapie von vier bis neun Monaten nach Remission in unveränderter Dosierung

    Und was sagt T. Bschor in der ARD-Dokumentation?:?: Schaue bitte nach.

    Im Buch von Johann Hari gibt er in einem Interview dem Journalisten gegenüber an, dass die Studien, die die Wirksamkeit nachweisen, nicht wirklich überzeugend sind, der Unterschied zwischen Placebo und Antidepressiva ziemlich gering ist usw. Dass diese Mittel die normale Gehirnchemie stören, dazu gibt es schon Studien, seit all diese Mittel auf den Markt gekommen sind.

    Mir ist die Zeit schade, im buddhistischen Forum über dieses üble Thema zu reden.

    Mit der preisgekrönten Dokumentation „Todesursache unbekannt“ (ARTE) habe ich sehr lange eine Auseinandersetzung mit einer Ärztin gehabt, das reicht mir.

    Schreibe, was du willst.:rainbow:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (14. Juli 2026 um 10:33)

  • GermanViking
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    • 14. Juli 2026 um 16:40
    • #43

    Bschor schätzt selbst, dass rund drei Viertel der beobachteten Wirkung von Antidepressiva auf Placebo-Effekt zurückgehen und kritisiert offen die Unterschätzung von Absetzproblemen sowie einen möglichen Rebound-Effekt nach zu langer Einnahme. Was ich bei ihm aber nicht finde, ist die Aussage, dass Antidepressiva bei allen Patienten zwangsläufig zur Chronifizierung führen. Er bleibt bei differenzierter Abwägung und befürwortet den Einsatz weiterhin bei bestimmten Patientengruppen, v. a. schweren Depressionen.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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