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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Scham (auch Beschämung, Schamlosigkeit) - unheilsam oder heilsam?

  • Anna Panna-Sati
  • 8. Juli 2026 um 18:31
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    • 14. Juli 2026 um 00:39
    • #76

    Für mich kein Problem. Ich hab die Antwort und die lässt mich zufrieden leben.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Qualia
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    • 14. Juli 2026 um 09:17
    • #77
    AndreasM:

    Ich kenne zwei Wege. Der eine ist die Auflösung von Karma, also langsam und mühsam, der andere ist mit Gewalt.

    Das Wort Karma hat nur eine Bedeutung: handeln/machen, im Jetzt mit dem Jetzt Erscheinendem.

    Karma kann also nicht „aufgelöst“ werden, außer durch Zerfallen/Tod, weil Atmen das lebenserhaltende Handeln ist. Der erste Atemzug und die letzten Atemzüge sind sicher vom Willen, atmen = leben wollen, geleitet.

    .

    Karma als Schicksal verstanden, kann man auflösen, denn Schicksal beruht auf Machen nach Gedankengängen, Ansichten, Absichten, die auf dem beruhen, mit dem sich das Ich/Person gleichgemacht hat, sich mit dem Mein, als Ich-bin identifiziert.

    Also Meinung, falsche Ansicht und falsche Absicht. Beide sind verblendet durch Gier, Hass, Glauben wollen gegen jede erkannten Tatsachen (Meinungen).


    Buddhanatur/Tathāgata ist das, was nicht handelt, aber das Ergebnis der Handlung durchschaut und zeigt, mit Schamgefühl, ob dieses Ergebnis mit Geistesgiften erreicht wurde.

    Tathāgata ist nicht das Unterbewusstsein und auch nicht das Bewusstsein, es ist das Ich ohne Ich, das durch die Übung des rechten Samādhi erscheint und mit dem ersten Erscheinen bleibt, ganz gleich, was sich die Person ausdenkt.

    Tathāgata erscheint schon unerkannt bei einem Kind, das sein falsches, nicht hilfreiches Ergebnis seiner Handlung durchschaut und es bereut, in Zukunft bereits vor dem Handeln auf die leise Warnung hört, dass man zu bereuen haben wird. Natürlich bleibt es bis zum Vollerwachen seines Gehirns dabei dukkha, sich zu identifizieren mit etwas, und sei es sein Name. Denn ohne dukkha erzeugen kein Durchschauen des eigenen Leidens oder Anwenden der Lehre aus den vier Wahrheiten.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (14. Juli 2026 um 09:25)

  • Beitrag von AndreasM (14. Juli 2026 um 09:25)

    Dieser Beitrag wurde von void gelöscht (14. Juli 2026 um 09:48).
  • Qualia
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    • 14. Juli 2026 um 09:52
    • #79

    Kann mir mal einer erklären, wie auch nur eine Handlung ohne Absicht oder Einsicht getan werden kann? Die Gedanken gehen der Tat voran.

    Buddha zeigt, dass das Handeln mit Gier, Hass und Verblendung zu dukkha führt, nicht die Handlung selbst.

    Ich bin der Erbe meiner Taten. Meine Erfahrung ist das ich während der Tat nicht anwesend bin. Ich kann unmöglich beim Gehen daran denken, wie ich gehe. Tue ich das, ist das Gehen schon Vergangenheit.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 14. Juli 2026 um 17:30
    • #80

    Ich habe einen interessanten Artikel zum Thema gefunden:


    Zitat

    Das Erste und Wichtigste für eine/-n Yogi/-ni ist die rechte
    Ansicht von Ursache und Wirkung. Ohne die rechte Ansicht
    von Ursache und Wirkung scheitern wir in der moralischen
    Zügelung. Moralische Scham und Angst entstehen, wenn
    wir moralisches Schamgefühl (hiri) und Gewissensscheu
    (ottappa) verstehen. Wenn Zügelung der Sinne abwesend
    ist, scheitern wir darin, Verantwortung für unsere
    Handlungen zu übernehmen, was zu körperlichem und
    sprachlichem Fehlverhalten führt.

    Alles anzeigen

    https://nissarana.lk/pdf/Books/Tamil_and_Other/Fl%C3%BCchtiger_Augenblick.pdf

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Matthie
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    • 15. Juli 2026 um 06:54
    • #81
    Qualia:

    Kann mir mal einer erklären, wie auch nur eine Handlung ohne Absicht oder Einsicht getan werden kann?

    Hallo Qualia,

    ich befürchte das ist hier etwas sehr OT, aber ich hab da schon eine Idee.

    Es gibt ja so etwas wie ein intuitives Handeln oder eine Reflexreaktion.

    Beim Kampfsport wird das ja speziell trainiert.

    Man wiederholt eine Abwehr so oft bis sie sich automatisiert.

    In einem echten Verteidigungsfall funktionieren meist nur noch die Sachen die dann automatisiert sind.

    Weshalb ja Wochenendselbstverteidigungskurse auch eigentlich nicht funktionieren.

    Außer als Selbsterfahrung und zum Selbstbewusster werden.

    Hm…. die Absicht bzw. Einsicht finden da aber trotzdem statt, nur eben viel früher.

    Jetzt bin ich verwirrt.

    Hat intuitives Handeln auch eine Absicht ?

  • AndreasM
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    • 15. Juli 2026 um 07:20
    • #82
    Matthie:

    Beim Kampfsport wird das ja speziell trainiert.

    Man wiederholt eine Abwehr so oft bis sie sich automatisiert.

    Genau. Auch Mu-Shin genannt. Und ja, die Absicht ist früher da, nämlich sich in die Situation zu begeben.


    Aus diesem Grund ist es auch vorteilhaft, seinen Körper und seine Mechanismen die den Geist in der einen oder anderen Weise erzeugen zu durchdringen. Dann steht man auch nicht im Dunkeln.

  • Qualia
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    • 15. Juli 2026 um 08:27
    • #83
    Matthie:

    Jetzt bin ich verwirrt.

    Hat intuitives Handeln auch eine Absicht ?

    Intuitives Handeln hat eine Absicht aufgrund von Einsicht. Wenn Unangenehmes empfunden wird, kommt es zu intuitivem Handeln aufgrund von gemachten Erfahrungen, um dieses Unangenehme zu beenden.


    Das nennt man unterbewusst, weil das Unangenehme erst wirklich auffällt, wenn das intuitive Handeln nicht wirkt oder unzulänglich ist. Dann wird das Unangenehme bewusst und es erscheint der Wunsch nach sich wieder wohlzufühlen.


    Intuitives Handeln, ohne darüber nachzudenken, was getan werden muss, ist das Ergebnis des Einübens eines Handlungsablaufs. Sich konditionieren. Man vergisst das man Handlungsabläufe eingeübt hat, und darum erscheinen sie dann scheinbar ohne Absicht aus Einsicht.


    Wenn ein Paar, das zusammenlebt, sich auf Abläufe geeinigt hat, erleichtert das diese Zusammenarbeit. Das unbewusste Festhalten an diesen Abläufen, wird die Beziehung zerbrechen, wenn die Abläufe nicht an die Jetztzeit angepasst oder überprüft wurden. Eine Routine wird als Dogma gesehen und das führt zu Streit.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (15. Juli 2026 um 08:47)

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    • 15. Juli 2026 um 12:49
    • #84
    Anna Panna-Sati:

    Ja, "nur" loslassen.... ^^ und alles wird gut.


    Jaaa, voll einfach! 😇 Ist sowieso alles nur in deinem Kopf... (da soll noch einer sagen, deutscher Pop wäre nicht tiefgründig! 😉)

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Anna Panna-Sati
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    • 15. Juli 2026 um 13:08
    • #85
    Qualia:

    Buddhanatur/Tathāgata ist das, was nicht handelt, aber das Ergebnis der Handlung durchschaut und zeigt, mit Schamgefühl, ob dieses Ergebnis mit Geistesgiften erreicht wurde.

    Dieser Auslegung nach, hätte "Buddha-Natur/ Tathagatagarbha" ja tatsächlich die "Funktion" eines "Gewissens"?

    Qualia:

    Kann mir mal einer erklären, wie auch nur eine Handlung ohne Absicht oder Einsicht getan werden kann? Die Gedanken gehen der Tat voran.

    Instinktive und intuitive Handlungen ("aus dem Bauch heraus"), reflexartige, automatisierte Handlungen, während deren man nicht (voll)bewusst "dabei" ist?

    Qualia:

    Buddha zeigt, dass das Handeln mit Gier, Hass und Verblendung zu dukkha führt, nicht die Handlung selbst.

    Lieber Qualia , ich weiß nicht, ob ich deine Frage richtig verstanden habe, aber eine Handlung, die unter dem Einfluss von Geistesgiften begangen wurde, ist, so wie ich den Buddhadharma begreife, immer karmisch wirksam, ebenso wie eine Handlung, die von heilsamen Geisteszuständen motiviert ist.


    Ob eine Handlung zu dukkha beim "Erbe dieser Tat" führt, hängt also in erster Linie von den Motiven ab, allerdings gilt es m.E. , noch weitere Aspekte zu berücksichtigen, z.B. mangelnde Achtsamkeit/Bewusstheit, Fahrlässigkeit und die Bedingtheit der Welt an sich...


    Auch unabsichtlich (oder als "Nebenwirkung" einer Tat) kann ja Leiden erzeugt werden - bei ANDEREN (was sich aber häufig, in irgendeiner Form, auch wieder auf den Verursacher auswirkt).


    Beispiel:

    Unbedachtes Sprechen, das jemanden verletzt - passiert manchmal auch ohne Hass etc. dahinter, einfach durch mangelnde Achtsamkeit/Zerstreutheit oder "Unwissenheit".

    Qualia:

    Ich bin der Erbe meiner Taten. Meine Erfahrung ist das ich während der Tat nicht anwesend bin.

    Du erlebst - vorher bedachte - Taten nicht mit? Das hieße ja, dass dann nur noch ein bestimmter Prozess abläuft, etwas geschieht, ohne "innere Beteiligung"? Und ohne Möglichkeit, einzugreifen oder/und zu "stoppen"? :?


    Qualia:

    Ich kann unmöglich beim Gehen daran denken, wie ich gehe. Tue ich das, ist das Gehen schon Vergangenheit.

    Und was ist bei der Gehmeditation, wo man mit/während jeder Bewegung voll dabei, sozusagen mittendrin ist, bis zu jenem Übergang/ Punkt, wo "es" geht, also (ohne bewusstes "Ich"-(Gefühl)) eine Vorwärtsbewegung stattfindet, ein Ablauf ohne jemanden, der ihn bewusst steuert...? Automatisierung?

    Das findet doch im Hier und Jetzt, der Gegenwart statt...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
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    • 15. Juli 2026 um 13:49
    • #86
    Anna Panna-Sati:

    Dieser Auslegung nach, hätte "Buddha-Natur/ Tathagatagarbha" ja tatsächlich die "Funktion" eines "Gewissens"?

    Was spricht dagegen?

    Anna Panna-Sati:

    Beispiel:

    Unbedachtes Sprechen, das jemanden verletzt - passiert manchmal auch ohne Hass etc. dahinter, einfach durch mangelnde Achtsamkeit/Zerstreutheit oder "Unwissenheit".

    Keiner wird verletzt, nur die Persönlichkeit, und das auch nur, weil man nicht weiß, wie der andere das versteht, was man sagt. Bewusst das Selbstsein eines anderen verletzen ist allerdings verwerflich.

    Anna Panna-Sati:

    Du erlebst - vorher bedachte - Taten nicht mit? Das hieße ja, dass dann nur noch ein bestimmter Prozess abläuft, etwas geschieht, ohne "innere Beteiligung"? Und ohne Möglichkeit, einzugreifen oder/und zu "stoppen"?

    So ist meine Beobachtung: Die Handlung selbst ist frei von Beobachtung und ich, ein Prozess, der abläuft. Bei der Tat selbst ist alles nur Tat.

    Anna Panna-Sati:

    so wie ich den Buddhadharma begreife, immer karmisch wirksam, ebenso wie eine Handlung, die von heilsamen Geisteszuständen motiviert ist.

    Was meinst du mit „karmisch wirksam“? Ich meine damit: Gerade jetzt im Tun ist karmisch wirksam sein.

    Wenn jemand damit meint das es Schicksal erzeugt, stimme ich dem zu. Das kann man mit der nächsten Tat, Karma, ändern. Vielleicht ist sie hilfreich, oder eben nicht, das Schicksal wird auf jeden Fall geändert und mein Handeln bleibt im Augenblick frei. Wie das Ergebnis bewertet wird, hat nichts mit Karma zu tun, das ist schon vorbei, aber durch Bewerten erscheint Schicksal.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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