Als jemand, der inzwischen in Dänemark lebt, kann ich vielleicht einen Randaspekt beisteuern. Nydahl ist hier deutlich weniger die große Reizfigur als in Deutschland. Der Diamantweg ist präsent, aber die Aufladung, die das Thema bei euch hat, erlebe ich hier so nicht.
Die Erzählung von den Eltern im dänischen Widerstand, die Leonie oben zu Recht hinterfragt, klinkt sich in einen sehr starken nationalen Gründungsmythos ein. Die Rettung der dänischen Juden 1943 ist hier identitätsstiftend, fast heilig. Sich biografisch daran anzudocken, verleiht enorme moralische Autorität. Gerade jemandem, der sich später sehr scharf zum Islam geäußert hat. Ob die Geschichte im Detail stimmt, kann ich nicht sagen.
Ich war mal auf ein paar Veranstaltungen vom Diamantweg. Das war alles sehr charismatisch, lebensbejahend und körperlich. Nahezu eine ekstatische, sinnliche Version des tantrischen Buddhismus. Die Atmosphäre war teilweise offen flirty. Ich bin auch sehr skeptisch gegenüber dem Islam und seinen Auswirkungen, aber die Spitzen waren mir schon zu häufig. Ich hatte auch leicht sektiererische Vibes. Inhaltlich war es recht light, aber das sollte dann auch nicht hinterfragt werden.
Ich fand es an sich kein schlechtes Erlebnis, aber mir machte es so einen Eindruck wie eine Mischung aus Buddhismus, Lifestyle, Partnervermittlung und Sekte. Nydahl selbst habe ich nie getroffen.