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Wie viel muss man gelesen haben?

  • Lernender
  • 9. Juni 2026 um 11:30
  • Zum letzten Beitrag
  • MuddyGlitter14349
    Gast
    • 20. Juni 2026 um 11:32
    • #26
    Samadhi1876:

    An anderer Stelle habe ich gefunden das spezielle Mönche geschult wurden das mündlich festzuhalten. Vielleicht Wissen verteilt auf mehrere Mönche. Junge Mönche oder gar Kinder, die ja noch relativ schnell gut auswendig lernen können.

    Das klingt sehr danach, etwas nach heutigem Vorstellungsvermögen konstruiert zu haben. - Ob's auch so war?

    Wie sind die spirituellen Überlieferungen entstanden? Wenn man sich mit ihnen beschäftigt, bedeutet das, sie Wort für Wort auswendig lernen zu müssen? Versteht man sie dann auch durch das Mittel des Auswendiglernens?

  • pano
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    • 20. Juni 2026 um 14:54
    • #27

    Naja, es ist gut belegt dass es in Indien eine Praxis des auswendig Lernens gab , nicht nur im Kontext des Buddhismus, die Vedas wurden so überliefert und im Prinzip ist das auch etwa im alten Griechenland so erfolgt bevor schriftliche Überlieferung möglich wurde. Ilias und Odyssee wären da als Beispiel zu nennen.

    Für den Buddhismus des Pali Kamins kann man sagen dass es Textstrukturen gibt die dem auswendig lernen dienen. „Konstruiert“ klingt so als würden wir da heute viel mutmaßen, wir wissen das aber recht gut dass es so war. Was weniger klar ist, ist in wiefern sich die Texte gebildet haben und in wiefern die überlieferten Texte etwa dem Lehrreden des Buddhas entsprechen. Letztlich haben wir ja auch keinen richtigen Beleg dass es den Buddha gab, es könnte auch eine rein mythische Figur sein.

  • Hue32
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    • 24. Juni 2026 um 19:15
    • #28

    Was mir beim Einstieg sehr geholfen hat, war das Majjhima Nikāya (Mittlere Sammlung). Ich habe mir dafür tatsächlich ungefähr ein Jahr Zeit genommen und die Suttas Schritt für Schritt gelesen.
    Ein wichtiger Punkt für mich war dabei auch: Das Majjhima Nikāya gehört zu den ältesten überlieferten buddhistischen Texten überhaupt und ist Teil des frühen Pāli-Kanons (Theravāda-Tradition). Damit hat man es nicht mit späteren Auslegungen oder Kommentaren zu tun, sondern mit sehr frühen Lehrreden, die dem zugeschrieben werden, was historisch als Kern der Buddha-Lehre überliefert wurde.
    Gerade deshalb hat es mir als eine Art Grundgerüst geholfen. Viele spätere buddhistische Schulen und Entwicklungen bauen in irgendeiner Form auf diesen frühen Texten auf oder beziehen sich zumindest darauf. Wenn man diese Grundlage kennt, kann man spätere Interpretationen, Konzepte oder Traditionen viel besser einordnen.
    Für mich war das besonders wertvoll, weil die Texte sehr direkt und praxisnah sind. Man bekommt ein relativ klares Bild davon, worum es im Kern geht – ohne sofort in komplexe philosophische Systeme oder Schulrichtungen einzutauchen.
    Deshalb würde ich sagen: Das Majjhima Nikāya ist kein „kompletter Überblick über den Buddhismus“, aber ein sehr solides Fundament, um spätere Lehren überhaupt sinnvoll einordnen zu können.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

    :idea:

  • IsegrimRukipe
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    • 12. Juli 2026 um 16:23
    • #29

    Nachdem man die sekundäre Literatur über den Buddhismus im Allgemeinen gelesen hat, kann man mit Büchern zu den einzelnen Traditionen weiter machen, die alten Texte sind auch interessant (wie bereits erwähnt), sowie historische Befrachtungen welche buddhistischen Schulen es ungefähr gab. Ich finde es auch spannend wann, welche Schulen erloschen sind und weshalb dem wohl so wahr (interne / externe Faktoren) und welche Konzepte diese Schulen entwickelt haben, welche spätere Schule mehr oder weniger von einer anderen übernahm usw. usf.

    Lesen sollte jedoch nicht die Praxis der Meditation und des Handelns im Alltag ersetzen, wie diese Praxis auch immer aussehen möge (je nach Tradition / Schule).


    Ich persönlich finde auch philosophische Exkurse in ähnliche Philosophien wie den Buddhismus spannend oder Schriften in denen buddhistische Ideen zu finden sind z.B. die Stoa (Epikur usw.), den Daoismus, Fromm (Haben oder Sein), Rosa (Resonanz) usw.

    Thich Nhat Hanh kann auch interessant sein, gleichwohl die Veröffentlichungen etwas konfus sind, da gleiche Texte oftmals unter neuem Titel neu aufgelegt wurden.

    Stephen Batchelor ist ebenfalls interessant (Jenseits des Buddhismus)


    Es hängt eben sehr davon ab, welche Geschmacksrichtung du bevorzugst. Bei Erfahrungen mit sektenartigen Strukturen ist evtl. ein System das sehr starken Fokus auf Gurus legt vielleicht eher nicht so sehr das Richtige.

    Am Beginn meiner Reise war der Theravada für mich interessant, dann wurde es eher eine Mischung aus unterschiedlichen Einflüssen mit vor allem säkularer Betrachtung und Zen Einfluss.

  • Werner Stepan
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    • 2. August 2026 um 10:16
    • #30

    Der Buddha wurde als Königssohn Siddhartha Gautama in Lumbini (Nepal) geboren, da kann ich mir vorstellen dass er einer der wenigen seiner Zeit war der Lesen und Schreiben konnte.

    Sanskrit: Ist eine sehr alte indische Literatursprache aus der indoeuropäischen Sprachfamilie. Der Name bedeutet „vollkommen“ oder „zusammengestellt“. Sie gilt im Hinduismus und Buddhismus als heilige Sprache und ist vergleichbar mit der Bedeutung von Latein in Europa.

    Philosophie: Grundsprache für viele Schriften des Yoga und des Buddhismus.

    Quelle Wikipedia, und Teil meines angelesenen Wissens.

    MfG Werner

  • Qualia
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    • 2. August 2026 um 10:39
    • #31

    Was der Wiki-Eintrag wohl nicht enthält, ist, dass es zur Zeit Buddhas weder Pali noch Sanskrit als Schrift gab. Meine Vermutung ist das es auch keine Kenntnis der chinesischen Schrift gab, denn sonst wäre man viel früher darauf gekommen, Pali und Sanskrit auch als Schrift darzustellen.


    Kann auch sein das man sich lange geweigert hat, die Reden in Schrift zu wandeln. Denn Buddha hat auch darauf bestanden, dass seine Lehre nur in Pali einfach zum Hören vorgetragen werden soll, ohne Singen, Rhythmus oder Instrumentenbegleitung.

    Nicht in die Sprache Sanskrit übertragen werden darf, damit sie als seine Lehre in seiner Sprache erhalten bleibt (der Palikanon in Sri Lanka ist genau so aufgezeichnet worden und ist heute die Reverenz). Wir wissen heute, warum: Jede Übersetzung kann nie einen Muttersprachler überzeugen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 2. August 2026 um 12:54
    • #32
    Werner Stepan:

    Der Buddha wurde als Königssohn Siddhartha Gautama in Lumbini (Nepal) geboren, da kann ich mir vorstellen dass er einer der wenigen seiner Zeit war der Lesen und Schreiben konnte.

    Sanskrit: Ist eine sehr alte indische Literatursprache aus der indoeuropäischen Sprachfamilie. Der Name bedeutet „vollkommen“ oder „zusammengestellt“. Sie gilt im Hinduismus und Buddhismus als heilige Sprache und ist vergleichbar mit der Bedeutung von Latein in Europa.

    Philosophie: Grundsprache für viele Schriften des Yoga und des Buddhismus.

    Quelle Wikipedia, und Teil meines angelesenen Wissens.

    MfG Werner

    Hallo Werner,


    zu Lebzeiten des Buddhas gab es keine Schrifttradition, weswegen die Lehrreden mündlich übertragen wurden (sprich: auswendig gelernt). Das gleiche gilt für die hinduistischen Texte. Erst später erfolgte die Niederschrift in der Brahmi-Schrift.

  • Samadhi1876
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    • 2. August 2026 um 18:53
    • #33

    Zufällig habe ich eben vom Samyuktagama-Sutra etwas gelesen (Zen Mind Beginner Mind, „die vier Pferde“). Habe bisher nicht weiter darüber nachgedacht, aber der Pali Kanon scheint für Zen keine Rolle zu spielen sondern mehr die chinesischen Texte.


    Habe mal geschaut:


    Es gab hier bereits einen Thread dazu:


    “Welche Rolle spielt der Pali-Kanon im Zen“


    Diese Texte wären vielleicht auch mal interessant zu lesen.
    Bzw. wer es mag.

  • Samadhi1876
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    • 2. August 2026 um 19:02
    • #34

    https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/Samyukta_Agama

    SuttaCentral
    Early Buddhist texts from the Tipitaka (Tripitaka). Suttas (sutras) with the Buddha's teachings on mindfulness, insight, wisdom, and meditation.
    suttacentral.net
  • Werner Stepan
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    • 2. August 2026 um 19:07
    • #35

    pano danke dafür, das habe ich nicht gewusst, ich dachte immer Sanskrit wurde in den höheren Schichten gelehrt.

  • pano
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    • 2. August 2026 um 19:41
    • #36

    Es kann schon sein dass der Buddha Sanskrit gelernt hat, oder eben auch nicht. Man muss ein bisschen aufpassen, Sanskrit hat über Jahrhunderte natürlich großes Prestige besessen. In wie weit es über den Subkontinenten mit welcher Bedeutung verbreitet war im 5. vorchristlichen Jahrhundert, da fehlen ein bisschen die Quellen. Es wurde ein bis zweihundert Jahre später von Panini grammatikalisch beschrieben insofern war es natürlich schon längst auf dem Subkontinent etabliert. Das könnte auch darauf hindeuten dass Sanskrit im Umfeld des Buddhas bekannt war. Aber vielleicht wurde da auch einfach das örtliche Prakrit gesprochen.


    Im Pali Kanon fällt z.B. auf dass der vedische Pantheon wie wir ihn aus den Sanskrit Quellen kennen keine (bzw. wenige) Auftritte haben. Auch werden nur wenige Vedas erwähnt. Das ist für mich ein Indiz dass es vielleicht eine andere örtliche Subkultur gab, und wir kennen Sanskrit eben über andere Übertragungslinien die nun die komplette kulturgeschichtliche Deutunghoheit erreicht haben.


    Sanskrit kommt aus dem nordwestlichen Indien ursprünglich, der Buddha aus dem Nordöstlichen Indien.

  • Qualia
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    • 2. August 2026 um 20:11
    • #37

    Buddha kannte selbstverständlich die Sanskrit-Lehren. Er wollte darum seine Reden, nach seiner Befreiung, in Pali halten. Schon allein weil er in seiner Zeit als Asket keine Befreiung erreichen konnte und auf keinen Fall wollte das seine Paliworte durch Sanskritdeutungen erklärt und verwässert werden.

    Wogegen, wie wir wissen sie meisten seiner Schüler verstoßen haben. Sanskrit machte es weiterhin möglich, an Karma, Wiedergeburt usw. zu glauben. Nicht vergessen: Pali war damals eine Sprache der absoluten Provinz/Bauernrede. Der Lehre Buddha folgen hatte schließlich auch soziale Unverträglichkeiten und unangenehmes (Hauslosigkeit, sein Essen selbst erbitten usw.).

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (2. August 2026 um 20:17)

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    • 2. August 2026 um 20:43
    • #38

    Pali hat sich erst nach dem Tod des Buddhas ausgeformt. Der Buddha sprach ein Prakrit. Es ist davon auszugehen dass der Pali Kanon eine Art Übersetzung darstellt der überlieferten Reden. So ein bisschen als ob der Buddha auf Katalanisch gepredigt hätte und die Überlieferung dann auf Spanisch umgestellt wurde. Alles relativ nah verwandte Sprachen aber eben unterschiedliche Sprache.

  • IsegrimRukipe
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    • 2. August 2026 um 21:35
    • #39

    Aufgrund der Witterung ist aus der Zeit wohl leider auch wenig (/ nichts?!) erhalten geblieben. Denkbar wäre ebenso, dass neben der mündlichen Überlieferung auch Bilder eine Rolle gespielt haben könnten, ähnlich der Wandgemälde, Mosaike und evtl. bemalter Amphoren der Griechen / Römer.


    Mir fehlt jedoch das Wissen, ob es zu der Zeit eine solche Tradition der bildhaften Darstellung gab und ob doch irgendwas überdauert hat. Das Klima Indiens lässt mich da jedoch etwas zweifeln.

  • Samadhi1876
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    • 2. August 2026 um 22:37
    • #40

    Lesen und verstehen (wollen) allein „bringt auch nix“ oder nur zum Teil etwas mehr „Erleuchtung“ in Form von „etwas mehr Erhellung“, worum es eigentlich geht, und der Alltag schaut auch nicht was Du alles weißt, oder gerne lieber hättest, oder lieber nicht hättest, sondern wie Du gelernt hast mit ihm (Situationen) und Dir selbst (Gedanken Emotionen) umzugehen:


    Man muss schon auch mit seinem eigenen Körper „ganz dadurch gehen“…

    Und nicht nur mit seinem Geist „durch etwas ganz durchgehen“…


    Manchmal ist das Universum auch so, und gibt einem von selbst Hinweise:


    Ich hatte heute einfach das Buch „Zen Mind Beginner Mind“ mal wieder blind aufgeschlagen und das Kapitel „das Mark des Zen“ erschien. Ist zwar nur „Zen“, aber anscheinend gibt es die Geschichte von den vier Pferden auch „woanders“:

    http://www.thezensite.com/ZenTeachings/Dogen_Teachings/Shobogenzo/090shime.pdf

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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