Auf Facebook und Instagram tauchen derzeit immer häufiger vermeintlich buddhistische Mönche auf, die weise Ratschläge geben, E-Books verkaufen oder spirituelle Mitgliedschaften bewerben. Namen wie „Yang Mun“ oder „Shen Yu“ wirken vertraut, asiatisch, klösterlich. Doch dahinter stehen keine ordinierten Praktizierenden, keine realen Lehrer, keine Sangha – sondern KI-generierte Figuren.
Diese KI-generierten „Mönche“ bedienen ein altes Klischee: den mystischen asiatischen Weisen, der uns im richtigen Moment die Richtung weist. Was harmlos oder sogar hilfreich wirken kann, ist in Wahrheit Teil eines Geschäftsmodells. Mit künstlichen Gesichtern, nachgeahmten Stimmen und recycelten Inhalten echter Mönche werden Klicks, Werbeeinnahmen, Bücher und fragwürdige Wellness-Angebote verkauft. Hier wird das Bedürfnis von Menschen nach Orientierung ausgenutzt, um Geld zu verdienen.
Dazu passt, dass oft nicht offengelegt wird, dass der vermeintliche Weise vollständig künstlich, KI-generiert ist. Wer diese Inhalte teilt, folgt oder bewirbt, unterstützt daher Unternehmen, die Vertrauen in buddhistische Praxis untergraben. Aufmerksamkeit, die echten Lehrerinnen und lebendigen Gemeinschaften zugutekommen könnte, fließt stattdessen in anonyme Geschäftsmodelle.
Einige dieser Accounts geben auch Gesundheitsratschläge oder sprechen über traditionelle ostasiatische Medizin – oft verkürzt, ungenau oder schlicht falsch. Auch hier wird Autorität simuliert, ohne Verantwortung zu übernehmen.